Hallo ihr Lieben!

Ja, endlich geht es weiter. Die lange Pause kann ich auch nicht wirklich erklären… ihr könnt ja mal ein paar Vermutungen verlauten lassen ;-)

Ansonsten wäre hier dann mal Nummer 10! Komplett und mit ein paar interessanten Informationen über James und Lilys Vergangenheit und über Pansy und Remus Beziehung. Danach könnt ihr mir ja in Form einiger Reviews eure Meinung dazu kundtun )

Jetzt aber erst einmal viel Spaß!!

(Besonderen Dank geht an meine lieben Leser und Reviewer und meine Beta Tanya C. Silver!!)


Kapitel 10

7. Dezember - Donnerstag

Stechende Nackenverspannungen, ein brummender Kopf und Rückenschmerzen weckten mich am nächsten Morgen eher unliebsam. Als ich meinen Kopf zu heben versuchte, scheiterte ich an zwei Dingen. Der Kopf war erstens einfach zu schwer und zweitens das Licht viel zu grell. Meine Augen wollten sich nicht mehr, als EINEN millimeterbreiten Spalt öffnen lassen. Und wer jetzt sagt, dass es keine Begründung ist: Welcher Depp würde mit geschlossenen Augen aufstehen?? Niemand!

Aber dann hörte ich plötzlich die böse Kirchturmuhr, die mich schon letzte Nacht genervt hat und verriet mir, dass ich zu spät zum wöchentlichen Frühstück bei Luna kommen würde. Da es donnerstags stattfand und wir beide arbeiteten, war das Frühstück grundsätzlich früh angesetzt. Sieben Uhr, um pünktlich um acht bei der Arbeit sein zu können.

Es war halb sieben. Und ich musste diesmal das Frühstück mitbringen.

Ich sprang also wie von der Tarantel gestochen doch auf, schwankte ein wenig, da mir schwarz vor Augen wurde und rannte weiter, als sich die Sicht wieder klärte. Obwohl ich mich wirklich kaputt und müde fühlte, schaffte ich es in wenigen Minuten zu duschen, mich anzuziehen, in die Winkelgasse zu apparieren, Frühstück zu besorgen und bei Luna zu klingeln.

„Schwesterchen, du bist pünktlich?? Was ist denn mit dir…", begrüßte mich mein Bruder in seiner gewohnten Morgenmuffeligkeit. Aber er erstarrte mitten im Satz und schaute mich mit einem merkwürdigen Blick an.

„Was ist?? Hab ich Zahnpasta im Gesicht?", fragte ich etwas zickig und rauschte nach einem Guten Morgen an ihm vorbei. Luna stand in der Stube und nahm mich freundlich im Empfang, umarmte mich, dann umarmte ich Simon. Schließlich drehte ich mich wieder zu Ron.

„Lass dich drücken, Bruder!", grinste ich neckisch und knuddelte ihn auf Schwesternart durch. Ich liebte seine perplexe Art, wenn er Frauen und ihre Macken nicht verstand.

„Ja, guten Morgen, Gin. Ich muss dann auch los. Kommst du Samstag? Sonst muss ich dich so mal besuchen. Wir sehen einander ja kaum noch! Ach ja: und lass dir mal frei geben, du siehst aus wie der Tod auf Urlaub!" Damit verschwand er und rettete sich vor meiner pampigen Antwort, die sich stattdessen Luna anhören musste.

„Was fällt diesem Pimpel ein!! ER muss schließlich nicht jeden Tag arbeiten und sauer für sein Brot arbeiten. Schließlich führst du ein erfolgreiches Botanikunternehmen, was euer Geld sichert. Da hat er natürlich leicht reden… ER…"

„Ist gut Ginny. Komm erstmal richtig rein. Was hast du denn Feines mitgebracht?", lenkte Luna mich geschickt ab. Sie führte mich schon an den gedeckten Tisch und setzte mich vor ein Glas frisch gepressten Orangensaft, der allerdings leicht grünlich schimmerte. Ich hackte lieber nicht noch nach, was da drin sei, schmecken tat er auch so.

„Dein Gatte hat trotzdem kein Recht mich so zurecht zu weisen", meckerte ich etwas beruhigt, aber trotzdem weiter. Luna hatte dafür nur ein besonnenes Lächeln übrig. Sie stand noch am Herd und rührte in Simons Soja-Müsli, als sie anfing zu reden.

„Du brauchst mir nicht erzählen, wie anstrengend er manchmal ist, ich bin schließlich mit ihm verheiratet. Und glaube mir, was er dir erzählt, muss ich an normalen Tagen zehnmal schlimmer ertragen. Aber davon mal abgesehen: Du siehst wirklich nicht gut aus, Ginny. Hast du schlecht geschlafen? Ich habe gehört, die Traummotten sind wieder unterwegs."

„Da ich eigentlich gar nicht geschlafen habe, glaube ich nicht, dass die Traummotten was damit zu tun haben", feixte ich und schluckte ein Lachen runter. Ron hatte sie ja inzwischen halbwegs normal hingebogen, aber manchmal hatte Luna immer noch leichte Aussetzer was merkwürdige Tiere und Pflanzen anging. Aber dafür liebte ich sie ja.

„Wieso hast du gar nicht geschlafen?? Wie haben doch keinen Vollmond…"

„Ich hatte mir Sorgen um Terence gemacht. Wie ich mir momentan nur noch Sorgen um ihn mache. Und um mich abzulenken, habe ich ein paar Tagebücher gelesen, die ich aus der Bibliothek mitgebracht habe. Und du glaubst nicht, was da drin stand...!"

Ernst setzte sich Luna mir gegenüber, Simon auf dem Schoß. Während sie sich ein Crossiant schmierte und ihren Sohn fütterte, sah sie mich erwartungsvoll an.

„Nein, aber du wirst es mir sicher gleich sagen", sagte sie. Bei jedem würde dieser Satz leicht ironisch oder sarkastisch klingen, kam er aber aus ihrem Munde, klang er wie eine todernste Aufforderung.

„Die Tagebücher waren von Lucius Malfoy. Und offenbar… hatte er während des Krieges, und noch eine ganze Weile danach, MUGGEL-Freunde versteckt. Kann man das glauben?? Malfoys hassen alles, was nicht über Generationen reinblütig ist. Ich bin fast vom Hocker gefallen."

„Zum Schein hassen sie tatsächlich Muggel, aber da Draco Muggelkunde belegt hatte und Lucius einmal im Monat eine Kneipentour mit seinem Schwager durch das Londoner Muggelnachtleben gemacht hat, gehe ich davon aus, dass es wirklich nur zum Schein ist."

Verblüfft blieb mir mein Käsebrötchen im Hals stecken.

„Woher weißt du DAS denn??"

„Hermine hatte mir das irgendwann letztes Jahr erzählt, als wir darüber diskutierten, ob wir dich ihm als seine Angestellte überlassen können. Und das mit seinem Vater weiß ich von meinem Vater. Der hatte den alten Malfoy und Lestrange ein paar Mal im „Old O´Malley" gesehen."

„Okay…"

Ich aß eine Weile schweigend weiter, während mir allerhand Dinge durch den Kopf gingen. Die Malfoys waren also offenbar doch nicht solche Muggelhasser. Aber wieso versuchten sie so einen Schein aufzubauen?? Welchen Vorteil verschaffte ihnen das? Und dann war da noch die Frage, weshalb mir das Ehepaar Howard und Anne so bekannt vorkam. Die Namen hatte ich schon mal in einem Zusammenhang gehört und ich war mir sicher, dass das gar nicht mal solange her war.

„Ich hoffe du kommst Samstag!", murmelte Luna plötzlich und riss mich aus meinen Gedanken.

„Wieso sollte ich nicht kommen? Das hatte mich schon bei Ron gewundert. Ich bin doch die letzten Wochen immer gekommen. Weshalb sollte ich gerade diesen Samstag nicht kommen?"

„Nun, du arbeitest seit fast vier Wochen unnatürlich viel. Außerdem glaube ich, dass dich die Geschichte mir Terence ganz schön mitnimmt. ICH würde da am Wochenende ausspannen wollen und mich nicht mit meiner Großfamilie befassen."

„Aber meine Familie ist doch Entspannung für mich…", schüttelte ich verwirrt den Kopf. Natürlich war es manchmal stressig mit meinen ganzen großen Brüdern und der immer noch nervenaufreibenden Mutter, aber ich liebte sie alle so sehr, dass ich wahrscheinlich krank werden würde, wenn ich sie eine Woche nicht sähe.

„Nein, keine Sorge. Wenn ich nicht zusammenklappe oder nach Afghanistan verschleppt werde, komme ich ganz bestimmt", lächelte sie aufmunternd an und endlich sah auch sie wieder entspannter aus.

oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo

Nach dem angenehmen Frühstück bei Luna apparierte ich ins Büro und wurde dort vom Malfoy gleich am Eingang abgefangen. Er sah ziemlich verstimmt aus.

„Ich bin nicht zu spät", verteidigte ich mich sofort, aber er zog mich nur wieder wortlos ins seine eigenen vier Wände. Auf den Sessel geschoben und mit einem genervten Blick versehen, hielt ich dann aber schnell die Klappe.

„Black hat sich gemeldet. Heute kam eine Eileule. Offenbar will er wissen, wie weit du mit dem Artikel bist und ob du noch Unterlagen brauchst… Hätte ich gewusst, dass er sich da so einmischt, hätte ich eine andere Informationsquelle für dich ausgesucht. Aber nun ist es zu spät. Schau bitte gleich bei ihm vorbei und komm möglichst schnell zurück. Franklyn ist krank. Er hat sich ein Bein gebrochen, als er seiner Frau das Fensterputzen abnehmen wollte."

Die ganze Zeit war Malfoy unruhig auf- und abgelaufen und sah wirklich angespannt aus. Wenn mich mein Gefühl nicht täuschte, hatte er durch seine ständigen Überstunden Stress in seiner Beziehung. Und so etwas konnte ja wirklich demotivierend sein. So gesehen, war ich immer froh, in gewisser Art doch Single zu sein. Wir hatten es einfach leichter.

„Männer, die so einen Weiberkram machen, gehören sowieso eigentlich…", schimpfte Malfoy plötzlich weiter und ich nahm die Chance wahr, mich aus dem Staub zu machen. Wenn ich heute tatsächlich für zwei arbeiten musste, sollte ich mich mit dem Besuch bei Sirius wirklich beeilen.

ooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo

„Ginny, Kind, schön dich zu sehen!", begrüßte mich Harrys Pate überschwänglich und drückte mich fester, als es meinem Kreuz gut tat. Grinsend führte er mich in die Küche, in der schon Remus vor einer Tasse dampfenden Etwas saß und mich müde angrinste.

„Hallo Remus", begrüßte ich meinen alten Lehrer. Doch inzwischen war er mehr ein Teil meiner Familie, als ein Ex-Lehrkörper. Durch den Phönixorden waren die Bande zwischen Remus und meinen Eltern sehr tief verknüpft, so dass er schon fast so etwas wie ein lieber Onkel für mich geworden ist.

„Setzt dich zu uns, Kleine. Remus wollte gerade anfangen, mir sein Leid zu klagen, als du geklingelt hast. Und ein weiblicher Zuhörer zusätzlich konnte sicher nicht schaden. Nicht wahr, Moony??"

„Ja, ja, Padfoot", seufzte er uns nahm einen Schluck aus seiner Tasse und verzog sein Gesicht. Tee war also nicht drin. Mr. Lupin verzog nie das Gesicht bei Tee.

„Du hättest ruhig etwas weniger Rum rein tun können, Padfoot!"

„Ach Blödsinn. Bei Liebesdingen braucht man mehr Alkohol als gewöhnlich…", verkündete der letzte Black geheimnisvoll und meine Neugier geweckt. Remus hatte Probleme mit Pansy??

„Was ist los, Remus?", fragte ich leise und setzte mich neben ihn. Der Rumgeruch stieg mir in die Nase und ich bekam ein leichtes Übelkeitsgefühl. Merkwürdig. Ich war eigentlich ziemlich trinkfest.

„Ginny. Ich glaube nicht, dass es klug wäre, dich da auch noch mit hineinzuziehen. Wie ich gehört habe, bist du momentan wirklich ausgelastet. Ich will dich nicht auch noch mit den Sorgen eines alten Werwolfs beschäftigen."

„Komm mir bloß nicht damit! Ich bin schon belastbar genug, um dir zuzuhören. Für Freunde ist man da, und wer weiß, vielleicht kann ich dir ja noch helfen??"

„Mir kann keiner mehr helfen. Ich habe mich von Pansy getrennt…" Der Keks, den ich mir eben von einem Teller auf dem Tisch stibitzt hatte, fiel mir buchstäblich aus dem Mund.

„Du hast was??", fragte nun auch Sirius nach und er klang mehr enttäuscht, als überrascht.

„Ich bitte euch. Das hätte nie auf Dauer gut gehen können. Sie ist zwanzig Jahre jünger als ich. Sie hat ganz andere Interessen. Ein ganz anderes Weltbild…"

„Aber du liebst sie doch noch irgendwie…", fragte ich feststellend und bekam ein zustimmendes Nicken. „Da liegt der Haken", fügte Remus hinzu.

„Aber weshalb hast du dich dann von ihr getrennt?? Eure Beziehung hat jetzt zwei Jahre wunderbar funktioniert", polterte Sirius los und ich hob erstaunt meine Augenbrauen. Weshalb war er denn jetzt so aggressiv?? ER wurde schließlich nicht verlassen.

„Im Groben, ja. Aber es gab zu viele Kleinigkeiten, die einfach nicht stimmig waren…"

„Hast du die Zahnpastatube nicht zugedreht?", fragte ich neckisch und brachte auch Remus zum Grinsen. Er hatte ein sympathisches Grinsen. So sympathisch, wie er auch traurig aussah, wenn ihn etwas bedrückte.

„So ungefähr. Nein, ich habe andere Musik gehört, ich habe andere Bücher gelesen, ich habe…"

„Du ließt jedes Buch, dass die unter die Finger kommt, Moony. Wie kann es sein, dass keins dabei ist, das sie auch gelesen hat?", mischte sich Sirius ein.

„Weil Pansy gar nicht liest", informierte ich ihn. Dann legte ich meine Hand auf Remus Schulter und strich sanft über sein Hemd. „Aber ihr kocht beide gerne, arbeitet in ähnlichen Berufen und sexuell habt ihr auch zusammen gepasst. Wieso war es plötzlich so störend, dass ihr auch ein paar unterschiedliche Hobbies habt??"

„Ich weiß es nicht… eigentlich passte es nie. Aber dann hatten wir ein paar geschäftliche Feiern. Wir verstanden uns gut, wir gingen zusammen aus, wir verliebten uns. Ich weiß doch auch nicht, weshalb gerade sie…" Frustriert legte Remus sein Kopf auf die auf dem Tisch verschränkten Arme und seufzte einmal tief.

Sirius sah immer noch irgendwie missgestimmt aus und ich fragte mich zum wiederholten Male, weshalb das so war.

„Letzte Woche hast du mir noch erzählt, dass du ihr einen Antrag machen willst und jetzt das!! Du stellst dich ja noch mehr an als James es getan hat. Kannst du mir das mal erklären!", fauchte Sirius missgestimmt und fing dann an Wasser auf zu setzten.

„James?? Harrys Vater?", fragte ich verblüfft. Beide nickten und es war um meinen Wissensdurst geschehen.

„Wieso angestellt? Was ist denn passiert??"

„Ach, James und Lily waren ja schon immer irgendwie ein Thema. Eigentlich wussten wir alle bereits in der dritten Klasse, dass die beiden einmal heiraten würden, aber sie haben es sich natürlich bis zum Ende möglichst schwer gemacht. Insgesamt hatten sie bestimmt… lass mich überlegen, vier Beziehungspausen von je ein bis zwei Wochen. Dann kam James eines Abends zu mir mit einem urteuren Diamantring und verkündete, dass er morgen Abend um Lilys Hand anhalten wollte.

Am nächsten Tag hatte Lily die Grippe und sagte James ab. Er sah das als Wink des Schicksals und legte den Ring erstmal in irgendein verschollenes Kästchen. Dann trennte er sich von ihr, lebte vier Tage in vollem Kummer, bis er einsah, dass er Blödsinn gebaut hatte und zu ihr zurückkehrte.

Das Ganze hat sich über ungefähr vier Jahre gezogen", erzählte Harrys Pate melodramatisch und setzte sich zu uns an den Tisch.

„Hat Pansy die Grippe?", fragte ich erstaunt und schaute Remus neugierig an. Mit der Antwort hatte ich nicht direkt gerechnet: „Ja, wieso?"

Augenverdrehend stand ich und wischte einmal mit der Hand durch Remus Haar.

„Kein Wunder, dass dein Freund so austickt", lachte ich und schüttelte ungläubig den Kopf. Ich dachte schon, die Welt stünde Kopf, denn Pansy und Remus führten in der Tat eine doch sehr harmonische Beziehung. Es wäre eine Weltbildzerstörung für mich gewesen, wenn ich diese Information jetzt so hätte hinnehmen müssen. Aber nun bestand ja noch Hoffnung.

„Der eigentliche Grund, weshalb ich kam, war eigentlich deine Eule", fing ich ein neues Thema an und legte Sirius eine Kopie von meinem bisherigen Artikel auf den Tisch. „Du wolltest wissen, wie ich vorankomme? Lies selbst. Du kannst mir deine Meinung ja eulen. Ich muss zurück an meinen Schreibtisch, Überstunden schieben", verkündete ich fröhlich, nahm beide Männer noch einmal in den Arm und wirbelte dann aus dem alten Anwesen. Doch vorher hörte Remus noch völlig frustriert sagen: „Wieso glaubt ihr denn jetzt alle, dass alles wieder gut wird?"


Kapitel-Ende


Wie schon angekündigt

ich mag Review sehr! ;-)