Disclaimer: Alle bekannten Personen gehören Stephenie Meyer. Wir verdienen auch kein Geld damit, wir haben einfach nur Spaß am Schreiben.
Ich liebe dich, Jasper
Hinter mir hörte ich ein Murren. Doch ich lief unbeirrt weiter. Mein Ziel waren die Wälder außerhalb der Stadt. Als wir die Menschenmassen hinter uns gelassen hatten, beschleunigte ich meine Schritte und lief für Menschenaugen unbemerkt durch die leeren Gassen. Hinter mir hörte ich weitere Schritte, Jasper folgte mir, bei diesem Gedanken schlossen meine Finger noch fester um seine. Die Gebäude flogen förmlich an uns vorbei. Es dauerte keine fünf Minuten, da hatten wir die Stadt hinter uns gelassen. Ich wünschte mir in diesem Moment nicht mehr, als dass wir beide gemeinsam die ganze Zeit zusammen waren und uns an den Händen hielten. Er strahlte so eine Wärme ab. So etwas hatte ich bis dahin noch nie gespürt. Viel zu schnell erreichten wir die Wälder, in denen die erste Prüfung wartete, das Jagen. Ich hielt an und drehte mich zu Jasper um. Sein Blick schien mich zu durchbohren.
, Sag nichts. Du musst mir versprechen, es wenigstens zu versuchen. Ich bin auch die ganze Zeit in deiner Nähe.´´, nach diesen Worten ging ich auf ihn zu und hauchte ihm einen sanften Kuss auf die Lippen. Danach drehte ich mich um, um im Wald zu verschwinden. Er würde kommen, das wusste ich.
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Alice ließ sich einfach nicht beirren. Und ich ließ mich einfach mitziehen. Ich war doch sonst auch nicht so. Es gefiel mir einfach ihre Hand zu halten. Auch, wenn sie kalt war. Es war angenehm. Und ihre Gefühle. Es war wirklich unglaublich. Sie kannte mich kaum und hatte solche Gefühle. Ich fühlte mich ein wenig hilflos und gemein. Hilflos, weil ich ihr einfach ausgesetzt war. Ich konnte und wollte ihr nicht wiedersprechen. Nicht ihr Lächeln zu sehen, wäre bestimmt grauenhaft gewesen.
Und gemein, weil ich ihre Gefühle spürte und meine Schlüsse daraus zog, während sie nicht wusste, was ich dachte und wollte. Oder machte es ihr nichts aus?
Als wir stehen blieben, sah ich sie ein wenig verärgert an, konnte den Blick aber nicht lange aufrecht halten. Wenn sie mich das nächste mal wieder hinter sich her zog, wie ein kleines Kind, blieb ich einfach stehen, dann konnte sie so viel ziehen wie sie wollte. Zumindest hatte ich mir das vorgenommen.
Ich wollte gerade fragen, was genau sie sich dabei dachte, als ich ihre Lippen auf meinen spürte. Ich war überwältigt. Sprachlos. Ich wusste nicht, ob es meine oder ihre Gefühle waren, die sich in mir ausbreiteten. Mit einem Lächeln sah ich ihr nach. Dann wanderte mein Blick zum Himmel. Es stürmte noch immer ein wenig. Kein Vogel war zu sehen. Eine fast schwarze Nacht.
Mit einem leichten Kopfschütteln machte ich mich auf den Weg in den Wald, um nach Alice zu suchen.
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Ich hörte bereits seine Schritte hinter mir hallen. Er war mir auf den Fersen. Meine Jagdinstinkte waren geweckt. Ich hatte Lust auf ein Katz und Maus Spiel. Wäre doch mein Geruch nicht überall verteilt! Dann wäre es nicht so leicht für ihn mich zu finden. Ich schlängelte mich durch die Bäume. Mir würde es jetzt noch fehlen einen von denen zu fällen. Ein weiterer Geruch vermischte sich mit meinem eigenen. Das war die Gelegenheit Jasper zum Jagen zu bewegen. Ich schlich mich hinter eine Baumwurzel, er würde mich nicht finden. Hoffentlich würde es klappen.
Dann umgab mich plötzlich Schwärze und ich sah, was als nächstes geschehen würde. Eine Woge der Erleichterung durchflutete mich.
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Ich wollte kein Fangen mit ihr spielen. Was hatte sie nur vor. Ich beschleunigte meine Schritte, um sie zu erreichen, aber sie rannte immer wieder davon. Langsam wurde mein Jagdtrieb geweckt. Wenn ich sie in die Finger bekommen würde... Allerdings sollte das nicht so leicht werden. Ihren Duft zu folgen war erstaunlich einfach. Nur die ständigen Richtungswechsel verwirrten mich. Dieses Spielkind.
Es kam mir wie eine halbe Ewigkeit vor in der ich ihr nachrannte. Der Sturm verwischte teilweise ihre Spuren, doch dafür hatte ich zu viel Übung, um sie nicht mehr zu finden.
Doch dann. Ich blieb stehen. Ein einsames Reh hatte sich wohl verirrt. Kein einziges Waldtier war in der Nähe. Schon gar nicht bei diesem Unwetter.
Ich sah zu dem Tier hinüber. Ich überlegte gar nicht mehr. Es war schon fast zu spät, als das Reh bemerkte, dass es einem Feind gegenüber stand, dem es nicht entkommen konnte.
Ich handelte so schnell in meinem Durst, dass ich erst wieder zu mir kam, als dieser annähernd gestillt war. Es war fast blutleer, doch ich fühlte mich besser. Zwar spürte ich die Todesangst des Tieres, aber es war wie ein fernes Echo. Vor allem war es mir egal!
Das Tier hatte keine Chance zu überleben. Die letzen Bemühungen gegen den Tod anzukämpfen und dann lag es leblos vor mir.
Ich ließ mich auf die Knie zu Boden fallen und starrte vor mich.
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Ich kam aus meinem Versteck. Jasper kniete auf der Erde, sein Blick war gesenkt. Langsam näherte ich mich ihm. Ich hatte Angst ihn noch mehr zu verwirren. Doch als ich hinter ihm stand, konnte ich nicht anders und umschlang seine Schultern. Er erstarrte kurz und ließ sich in meine Arme fallen. Leicht schaukelte ich uns vor und zurück. Wie als würde ich ein kleines Kind in den Schlaf wiegen. Das war aber unmöglich. Er drehte den Kopf zu mir und sah mich an. Seine Augen hatten die Farbe geändert. Sie waren jetzt nicht mehr schwarz, sondern hatten die Farbe von Honig. In mir schauderte alles. Ich beugte mich zu ihm nach vorn und küsste ihn zärtlich. Der Geschmack des Rehs haftete noch an seinen Lippen. Ich kostete es aus ihn so lange zu spüren. Doch seine Lippen lösten sich von meinen. Sein Blick war undurchsichtig.
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Ich hatte nicht bemerkt, dass Alice sich genähert hatte, erst als ich ihre Hände spürte. Es dauert einen Moment, bis ich wieder in der Gegenwart angekommen war und die Bilder meiner Vergangenheit, die plötzlich vor meinem inneren Auge aufgeblitzt waren verdrängt hatte. Es war einfach beruhigend zu wissen, dass ich jetzt Alice hatte.
Langsam ließ ich mich einfach in ihre Arme fallen. Ich hatte die Augen kurz geschlossen, um einfach einmal während meines Daseins alles auf mich zukommen zu lassen, was sie spürte.
Ich sah nach oben. Tief in ihre Augen. Plötzlich hatte ich Angst. Angst davor, dass ich unbewusst ihre Gefühle beeinflusste. Was war, wenn sie...
Erneut spürte ich ihre Lippen auf meinen. Kurz ließ ich mich darauf ein, bis erneut diese Gedanken zurück kamen. Ich löste mich von ihr. Von ihren Lippen, von ihren Händen und der zärtlichen Umarmung.
Ich wollte sie nicht beeinflussen. Und was war, wenn ich es wirklich tat ohne es zu wissen. Mein Unterbewusstsein. Nur damit es mir besser ging? Ich knurrte kurz. Ich wollte ihr nicht weh tun. Ich wandte mich zu Alice und musterte sie mit einem fragenden Blick, während ich ihr sanft über die Wange streichelte.
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, Jasper weist du nicht, was ich für dich empfinde?´´ Er antwortete nicht und streichelte unablässig meine Wange. Ich wollte darauf eine Antwort. Die ganze Zeit hatte ich nach ihm gesucht. Nur ihn gab es für mich seitdem ich zum Vampir erwacht war. Verstand er das nicht? Wusste er nicht, wieso mir es so einfach gefallen war normal zu werden. Es lag nur an ihm. An seinem Sein. Er sah mich immer noch fragend an. Seine Hand umfasste mein Gesicht. Sein Blick wurde prüfender. Musste er mich erst testen, bevor er sicher sein konnte, dass meine Gefühle für ihn echt waren? In mir drehte sich alles. Ich brauchte Abstand von all dem. Rasch entwand ich mich seinem Griff und lief davon.
, Lass mich in Ruhe, wenn du mir diese Frage nicht beantworten willst!´´, rief ich ihm noch zu. Mein Herz schien noch einmal zu verbrennen. Dieser Schmerz war furchtbar. Hätte ich gekonnt, so wäre ich jetzt in Tränen ausgebrochen. Dieser Mann war so undurchschaubar. Aber ich liebte ihn.
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Ich sah sie noch immer an. Ich konnte nichts sagen. Ich musste meine eigenen Gefühle erst einmal von ihren Gefühlsausbrüchen trennen. Ich wollte nichts falsches sagen, aber mein Schweigen war auch nicht das, was man als hilfreich bezeichnen könnte.
Alice stand auf und rannte weg. Aus dem Gefühlschaos wurde ein Nichts. Es tat weh. Ich sah ihr nach. Wollte ich Zeit zum Nachdenken oder mich einfach blind auf etwas einlassen? Ich war noch nie der gewesen, der ohne nachzudenken etwas getan hatte, aber ich spürte, dass ich Alice verlieren würde, wenn ich sie jetzt gehen ließ. Wollte ich das? Und was wurde dann aus der Zukunft, die sie gesehen hatte? Das Nichts in meinem Innern erdrückte mich förmlich. Ich stand auf und sah in die Richtung, in die sie gelaufen war.
Ich war wie gelähmt. Mein Körper wollte sich nicht vorwärtsbewegen, während der ganze Rest ihr nachrennen wollte. Warum konnte ich mich nicht bewegen? Je länger ich hier stand, desto schwerer wurde es, sie zu finden. Ich war ein wirklicher Idiot!
Jetzt konnte ich sie noch finden, aber mit jeder Sekunde, die ich zögerte... warum stand ich noch hier?
Endlich bewegten sich meine Beine vorwärts. Ich fühlte mich langsam, obwohl die Bäume um mich herum schon fast nicht mehr zu erkennen waren. Ich folgte ihr. Wie schnell war dieses Mädchen?
Nach einer unglaublich langen Zeit fand ich Alice. Sie stand an einem Felsvorsprung. Wüsste ich es nicht besser, hätte es so ausgesehen, als wollte sie sich in die Tiefe stürzen.
Langsam ging ich näher.
"Alice?"
Ich traute mich nicht, sie zu berühren. Sie stand einfach nur da. Fast ein ganzer Meter befand sich zwischen uns. Und dieser kurze Blick, den sie mir zugeworfen hatte, nachdem sie mich bemerkt hatte. Der Regen auf ihrer Haut. Kleine Wasserperlen auf ihrer Wange... Tränen? Nein, das konnte nicht sein. Die Trauer, die ich spürte. Es tat so weh. Und ich war Schuld an ihrem Leid!
Langsam ging ich näher. Ich ließ ihr die Chance weg zugehen, wenn sie allein sein wollte. Ich wollte mich nicht aufzwingen. Schließlich legte ich meine Arme um sie und stand einfach nur hinter ihr. Ich legte meine Wange an ihre.
"Doch, ich weiß es...", flüsterte ich kaum hörbar, aber sicherer als ich eigentlich war.
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Als Jasper seine Arme um mich schlangen, spürte ich, wie der Schmerz in meinem Körper nachließ. Ich brauchte diesen Mann. Die Worte, die er zu mir sagte, waren Balsam für meine Seele. Noch nie hatte jemand so etwas zu mir gesagt. Ich drückte meinen Körper sanft gegen seinen und blieb so stehen. Mein Blick wanderte über das Tal, das vor uns ausgebreitet lag.
,Jasper, ich liebe dich.´´, wimmerte ich. Diese Worte waren schwer auszusprechen gewesen. Ich drehte mich zu ihm um und blickte wieder in seine honigfarbenen Augen. Seine Lippen lagen wieder über meinen. Dieser Kuss wurde zu etwas besonderem. Unsere Münder sprachen ihre eigene Sprache. Es hätte ewig so weiter gehen können. Mich durchflutete eine Welle des Glücks. Jasper unterbrach den Kuss. Ich kuschelte mich noch enger an ihn. Sein Körper wärmte mich, während mir noch immer der Regen übers Gesicht rann.
, Lauf nicht mehr vor mir davon.´´, hört ich ihn in mein Haar murmeln. Eine weitere Woge des Glücks durchzog mich und hinterließ ein Kribbeln in der Magengegend. Ich schlang meine Finger in seine.
, Komm, wir wollten doch endlich ein zu Hause finden.´´, sagte ich im Laufschritt. Ich hatte es geschafft, ich hatte den Mann gefunden, den ich liebte.
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Es war einfach wunderbar Alices Wärme zu spüren. Unbeschreiblich. Ich wusste, dass ich sie nicht noch einmal gehen lassen würde. Ich wollte einfach, dass dieser Moment ewig halten könnte.
'Jasper ich liebe dich'
Diese Worte lösten in mir ein ungewohntes Gefühl aus. Mein Herz wäre bestimmt jetzt stehen geblieben, hätte es davor noch regelmäßig geschlagen.
Ich wollte ihr antworten, ihr sagen, dass ich sie brauchte, aber ihr Blick. Ich konnte nicht anders. Zärtlich aber leidenschaftlich küsste ich sie. Ihre Lippen...
Es war einfach alles perfekt. Abgesehen vom Wetter, aber auch wenn sie so süß aussah, war sie nicht aus Zucker.
Als sie sich anschließend an mich kuschelte, streichelte ich ihr durch ihre Haare.
Ich wollte nicht, dass sie noch einmal wegen mir traurig war.
"Lauf nicht mehr vor mir davon."
Es würde mir in der Seele weh tun.
Ich hatte kaum Zeit ihre kleinen Hände zu halten, als sie auch schon wieder davon lief.
Ich ließ ihre Hände los und verschränkte die Arme. Am liebsten würde ich ihr eine Leine anziehen, damit ich sicher sein konnte, dass sie nicht irgendwo hinrannte, wo ich sie nicht mehr finden konnte.
"Kannst du nicht einfach den Augenblick genießen?", rief ich ihr fragend zu.
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Hinter mir hörte ich Jasper fragen, Kannst du nicht einfach den Augenblick genießen?´´
, Nein noch nicht. Wir haben doch die Ewigkeit vor uns.´´, antwortete ich schelmisch. Ich drehte mich zur Seite, er lief neben mir. Unsere Hände fanden sich wie von selbst.
, Ich lass dich nicht mehr allein.´´, seufzte er. War ich so schlimm? Ich wollte doch nur so schnell wie möglich ein neues Leben beginnen. Nun ja zum Teil hatte ich es ja schon erreicht. Mein Blick glitt wieder zur Seite hinüber wo Jasper lief. Unsere Blicke trafen sich. In seinen Augen war so viel Liebe. Das war mehr als eine Liebeserklärung, es galt für die Ewigkeit.
Wir ließen die Wälder hinter uns. Ich führte ihn zurück in die Stadt. Von hier würde es einfacher sein in Richtung Alaska zu gelangen. Es regnete immer noch und alles an mir war nass. Nicht, dass es mir etwas ausgemacht hätte, aber ich durfte nicht auffallen. Jasper sah mich fragend an.
, Wir brauchen trockene Sachen. Komm wir gehen in mein Hotelzimmer.´´, sagte ich und zog ihn wieder mit mir.
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Ich verdrehte die Augen. Wie konnte so ein kleines, zierliches Wesen nur so viel Energie besitzen? Ich hielt ihre Hand. Teils aus Angst ich könnte sie verlieren, teils weil ich ihre Berührungen einfach mochte.
"Ich lass dich nicht mehr allein." Ich konnte nicht anders, als sie ansehen. Nachdem sich unsere Blicke trafen, musste ich kurz lächeln. Ich wollte ihr noch so viel sagen, aber sie ließ mir einfach keine Zeit. Wenn wir die Ewigkeit hatten, warum dann die Eile?
Erneut musste ich mich von ihr mitziehen lassen. Hotelzimmer? Wie lange hatte sie denn schon hier auf mich gewartet? Plötzlich bekam ich ein schlechtes Gewissen. Ich hätte ihr gerne einen Schirm gehalten, aber ich hatte keinen zur Hand. Auch etwas anderes konnte ich ihr nicht bieten, um sie vor dem Regen zu schützen.
Es dauerte nicht lange bis wir vor dem Hotel standen. Ich fühlte mich nicht ganz wohl, während sie noch immer vor Glücksgefühlen sprudelte.
