Disclaimer: Numb3rs gehört mir nicht.


Tag 2, Donnerstag

Der nervtötende Klingelton meines Mobiltelefons hat mich geweckt; ich habe eine Kurzmitteilung erhalten. Mit brummendem Schädel richte ich mich auf, greife danach und öffne die Nachricht.

Ramanujan, benötigen DRINGEND Anleitung bzgl. Programm! Chef springt im Dreieck!! Gruß Becker

Einen Tag Urlaub habe ich bis jetzt gehabt, von dem ich die meiste Zeit überall verbracht habe, nur nicht im Urlaub. Jetzt das und diese verdammten Kopfschmerzen. Besser kann mein Tag nicht anfangen. Aus meiner Tasche hole ich meinen Laptop und fahre ihn hoch. Währenddessen möchte ich ins Bad gehen, vielleicht hilft etwas Wasser meinem Geist auf die Sprünge, doch die Tür ist abgesperrt. Mir bleibt nichts übrig, als die Alternative zu probieren, die ich hoffentlich in der Küche finden werde. Es gibt schon Kaffee, das weiß ich, als ich die Tür öffne, denn mir strömt der Duft schon entgegen. Welch ein Glück ich doch habe. Ich gehe direkt auf die Maschine zu, an der ein Zettel lehnt. Die Schrift erkenne ich sofort, sie ist genauso wie früher.

Guten Morgen, Amita! Entschuldige bitte, dass wir nicht da sind, aber Jan musste überraschend zu einem Klienten und ich bin mitgefahren. Allerdings ist Charlie da, er wollte nicht mitkommen und wird bestimmt etwas mit Dir unternehmen, wenn Du möchtest. Sei lieb zu ihm. ;) Wir sind hoffentlich zum Mittagessen wieder da. Kaffee ist frisch gebrüht, Brot usw. im Kühlschrank. Bedien Dich einfach. Wendy

Das passt ja wie die Faust aufs Auge. Charlie blockiert das Bad, die Gastgeber sind verschwunden und ich muss arbeiten. Irgendwie gefällt mir der Urlaub im Moment nicht, vielleicht sind es die Kopfschmerzen, vielleicht die Gesamtsituation. Aber das Gefühl hält nicht lange an, denn eigentlich weiß ich, dass es richtig war herzukommen. Wie oft heiratet schon die beste Freundin? Erst mal schenke ich mir Kaffee ein, sonst werde ich diesen Morgen nicht überleben. Meine Tasse stelle ich auf den Tisch und kehre dann zurück in mein Zimmer, um den Laptop zu holen.

Der Chef kann froh sein, dass ich die Dateien vor der Abreise noch auf den USB-Stick gezogen habe, damit ich während der Messe in London daran arbeiten kann. Dort hat mir natürlich die Zeit gefehlt und ich habe kein bisschen getan. Den Stick schiebe ihn in die dafür vorgesehene Buchse, öffne die Datei und speichere sie auf dem Laptop ab. Schnell überfliege ich das bisher Geschriebene. Viel habe ich im Büro nicht geschafft, denn ständig habe ich am anderen Programm arbeiten müssen. So recht fällt mir jetzt auch nichts ein, daher beantworte ich die Kurzmitteilung meines Kollegen und teile ihm mit, dass ich daran arbeite und hoffe, die Datei um die Mittagszeit per E-Mail zu versenden. Begierig trinke ich einen Schluck Kaffee, der die Lebensgeister in mir weckt.

Dann mache ich mich wieder über meine Arbeit her. Schnell finde ich Anschluss an die bisherige Ausarbeitung und tippe im rekordverdächtigen Tempo eine Seite. Dabei vergesse ich die Welt um mich herum und tauche ein in die Welt der Nullen und Einsen, des binären Codes ein. Hier kenne ich mich aus und fühle ich mich sicher. Die Liebe zur Informatik hat mit einem C64 begonnen, den meine Eltern mir einst zum Geburtstag geschenkt haben, dann habe ich einige Jahre später meinen ersten PC gekauft, woraufhin ich dann den Entschluss gefasst habe, Informatik zu studieren. Dass ich anschließend einen Job bei einer der größten IT-Firmen der Ostküste erhalten habe, ist eine glückliche Fügung, denn dort bin ich mittlerweile eine der am meisten geforderten Angestellten und das, obwohl ich erst zwei Jahre dabei bin, das ist nichts in dem Business. Viele aus meinem Jahrgang sind erfolglos auf der Strecke geblieben, aber ich habe es geschafft. Wieso ich, während ich arbeite, darüber nachdenke, weiß ich nicht, aber ich bin völlig überrascht, als ich plötzlich ein Räuspern hinter mir höre. Erschrocken drehe ich mich um und kippe dabei wieder versehentlich meinen Becher um, der zum Glück leer ist. Ich hebe den Blick und schaue in sein Gesicht. Sonderlich überraschend ist sein Grinsen, übrigens ein sehr breites Grinsen, nicht, eigentlich ist es allgegenwärtig.

"Musst Du mich so erschrecken?"
"Ja."
Ich funkle ihn an, kann meine gespielt übertriebene Wut aber bei dem Grinsen nicht so ernst herüberbringen, wie ich gerne möchte. Eine Antwort gebe ich ihm sowieso nicht.
"Arbeitest Du schon wieder?"
"Der Chef benötigt das unbedingt von mir. Wie gut, dass es Mobiltelefone gibt und ich ständig erreichbar bin." Mit dem entsprechenden Blick deute ich darauf. "Urlaub ist etwas für Anfänger."
"Dann verstehst Du mich so langsam?"
"Absolut. Ich würde viel lieber durch die Stadt bummeln oder so."
"Dann mach es doch."
"Später vielleicht. Ich muss das heute noch abschicken und mich ranhalten."
"Geh doch erst mal ins Bad, es ist jetzt frei. Danach geht es bestimmt leichter."
"Gute Idee. Das ist auch nötig." Bevor ich aufstehe, speichere ich die Datei noch schnell, dann gehe ich zur Tür, drehe mich aber noch einmal zu ihm um. „Hast Du schon gefrühstückt?"
"Nein."
"Würdest Du mit mir frühstücken, wenn ich fertig bin."
"Sehr gern."

Die Küche verlasse ich endgültig und gehe sofort ins Bad. Nach einem kurzen Aufenthalt auf dem WC betrete ich die Dusche und lasse das Wasser über meinen Kopf strömen, als es die richtige Temperatur erreicht hat. Es erfrischt mich und die Kopfschmerzen werden erträglich. Plötzlich habe ich mehr Elan und gehe 30 Minuten später sauber in mein Zimmer und ziehe eine enge Jeans sowie ein sommerliches Top an, das viel Haut zeigt. Meine noch feuchten Haare stecke ich mit einer Spange hoch. So kehre ich in die Küche zurück. Was ich dort erblicke, macht mich wütend, wirklich wütend, denn abgesehen von einem gedeckten Tisch sehe ich Charlie, der an meiner Arbeit herumwerkelt.

"Was machst Du da?"
"Ich helfe Dir, damit Du schneller etwas von Deinem Urlaub hast."
"Das sind Firmendaten, die sind geheim."
"Dann solltest Du deinen Laptop ausmachen, wenn Du ihn nicht benutzt."
Ich weiß, dass er Recht hat und kann kein Argument dagegen aufbringen, egal wie wütend ich bin, daher schweige ich.
"Das ist aber wirklich gut." Mit dem Finger deutet er auf den Bildschirm. "Nur solltest Du vielleicht noch darauf eingehen, dass das Programm einer gut angelegten Datenbank bedarf. Das könnte zu Problemen führen, wenn jemand, der nicht vom Fach ist, die Anleitung verstehen soll."
Überrascht schaue ich ihn an, denn seine Aussage ist richtig. Das Gleiche ist mir beim Duschen auch eingefallen. "Was machst Du noch beruflich?" Meine Wut verfliegt langsam und macht Interesse Platz.
"Ich bin Professor für Angewandte Mathematik."
"Und da kennst Du dich mit dem Schreiben von Anleitungen aus?"
"Ich nutze hin und wieder meinen eigenen Computer, um Programme zu schreiben und zu verbessern. Damit nicht nur ich damit arbeiten kann sondern auch andere Personen, muss ich manchmal eine Anleitung schreiben."
"Okay." Ich schaue auf die Lebensmittel. "Ich muss erst mal was essen."
"Gute Idee. Übrigens hat Dein Telefon geklingelt, als Du geduscht hast."

Während er sich eine Scheibe Brot nimmt, nehme ich mein Mobiltelefon zur Hand. Die Kurzmitteilung, die ich erhalten habe, kommt von Wendy.

Hey Amita, ich hoffe, Du hast Dich zurecht gefunden. Dauert bei uns länger, können uns erst heute Abend treffen. Essen zu viert? Ich meld mich. Wendy

Seufzend lege ich es wieder zur Seite. Die Nachricht ist besser, als ich erwartet habe. Doch viel Zeit verschwende ich im Moment nicht an Wendy, denn das verabredete Frühstück übt einen starken Reiz auf mich aus, also wende ich mich wieder Charlie zu, der mich anschaut.

"Alles okay?"
"Ja. Das war nur Wendy. Die beiden sind wohl bis heute Abend beschäftigt, wir müssen also selbst für unser Wohl sorgen."
"Dann sollten wir damit anfangen."
"Genau."

Mein übliches Käsebrot ist schnell gemacht, unten eine Scheibe Weißbrot, darauf eine Scheibe Käse. Nichts weltbewegendes, aber etwas leckeres. Dagegen beobachte ich ihn, wie er eine Scheibe dunkles Brot nimmt, darauf eine Schicht Nutella streicht und oben drauf eine Scheibe Käse legt. Eine gewagte Kombination. Deshalb schaue ich ihn an, als er hinein beißt. Er zeigt keine besondere Reaktion, für ihn ist das scheinbar normal. Darum esse auch ich einen Happen. Schweigend sitzen wir uns gegenüber und kauen, bis ich mein Brot weglege.

"Was hast Du heute noch vor?"
"Ich werde wohl auf Sightseeingtour gehen. Die Speicherstadt soll toll sein."
"Du glaubst nicht, was ich dafür geben würde, Dich zu begleiten, aber ..." Wieder einmal lässt er mich nicht ausreden.
"Machen wir einen Deal. Ich helfe Dir bei Deiner Arbeit, dafür gehst Du mit mir Mittagessen und auf Sightseeingtour."
"Das ist ein Deal."

Über dem Tisch hinüber reiche ich ihm meine rechte Hand, die er ergreift, um den Pakt zu besiegeln, dabei entdecke ich wieder dieses verschmitzte Lächeln in seinem Gesicht. Dann wende ich mich wieder meinem Laptop zu und tippe fleißig Wörter ein, wobei ich jedoch des Öfteren über den Rand des Bildschirms schaue, um ihn zu beobachten. Seelenruhig belegt er sich unter meinem versteckten Blicken ein zweites Brot mit Salami. Nachdem ich schon wieder in meiner Welt bin und eine weitere Seite getippt habe, deckt er geräuschvoll den Tisch ab, so dass ich hoch schaue. Unsere Blicke treffen sich, worauf seine Reaktion ein Nicken ist, das ich nicht verstehe. Aber egal. Seinen Stuhl hebt er hoch, stellt ihn neben mich und setzte sich darauf. Die dadurch entstandene Nähe fühle ich nur all zu deutlich.

Er zeigt mir, was ich verbessern kann. Mit seiner Hilfe schaffe ich die Arbeit sehr schnell. Auf jeden Fall ist er kein Idiot, denn noch vorm Mittag sind wir fertig, doch durch die Zeitverschiebung wird der Chef es erst morgen haben, aber das ist mir egal. Ich frage Charlie, ob ich in sein Zimmer darf, um die E-Mail zu versenden, was er mit einem Nicken bestätigt. Darum verlasse ich die Küche und gehe ins Arbeitszimmer. Ich hoffe, dass ich keine Aufträge mehr erhalten werde und selbst wenn, ich werde sie nicht bearbeiten. Irgendwann ist auch mal gut. Mit dieser Einstellung im Kopf und dem Laptop in der Hand gehe über den Flur zu meinem Zimmer. Gleichzeitig tritt Charlie aus der Küche. Ich bitte ihn, mir fünf Minuten Zeit zu geben, was er bejaht. Dann dreht er mir den Rücken zu und ich öffne die Tür.

Dooferweise habe ich mich nicht erkundigt, was er vorhat. Deshalb weiß ich nicht, ob ich mit der Jeans und dem Top entsprechend angezogen bin, aber ihn deshalb fragen wird nur ein Klischee bestätigen, das ich nicht mag. Daher lasse ich einfach alles, wie es ist. Kennt er sich überhaupt aus? Auch das weiß ich nicht. Ich greife nach meiner Umhängetasche, in die ich meine Geldbörse, Digitalkamera, Mobiltelefon und alles, was eine Frau sonst so alles braucht, stecke und verlasse innerhalb der von mir gesetzten Zeit das Zimmer wieder.

Die Überraschung ist, dass Charlie noch nicht fertig ist. Ich warte tatsächlich auf ihn, denn er lässt sich Zeit, sehr viel Zeit. Als er schließlich herauskommt, hat sich nichts an ihm verändert, nur hat er jetzt einen Rucksack auf dem Rücken. Ich möchte gerade aus der Tür herausgehen, als mir siedendheiß einfällt, dass wir keinen Schlüssel haben. Doch als ich ihn darauf anspreche, klimpert er mit einem ganzen Schlüsselbund vor meinen Augen, den Jan ihm vorsorglich morgens gegeben hat. Nachdem das geklärt ist, verlasse ich die Wohnung, gehe zum Fahrstuhl und drücke den Heranholknopf, währenddessen zieht Charlie die Tür ins Schloss, schließt ab und kommt danach zu mir. Der Fahrstuhl fährt langsam herauf und öffnet schließlich vor uns die Türen. Er lässt mir den Vortritt, wofür er meine Anerkennung sicher hat, denn Manieren sind in meinem alltäglichen Job, der eine Männerdomäne ist, sehr selten. Der Ton und das Gebaren ist eher rüpelhaft, außer es sind Kunden dabei, dann sind die plötzlich ganz kleine, brave Schoßhündchen.

Gemütlich schlendern wir zum Bahnhof Altona. Es ist nicht der nahe liegende, aber ich möchte Hamburg anschauen. Das lädt zu einem kleinen Spaziergang ein. Kurz vorm Bahnhof ist eine Einkaufsstraße mit einem großen Shoppingcenter. Hier kann ich sicherlich die eine oder andere Stunde verbringen, aber ich denke nicht, dass Charlie darauf Lust hat. Also gehen wir auf den Bahnhof zu, der erst kürzlich umgebaut wurde. Mein Wissen teile ich Charlie mit, ob es ihn interessiert, weiß ich nicht. Wohin er möchte, ist nicht klar, aber bei dem schönen Wetter zieht es mich ans Wasser. Daher schlage ich vor, dass wir an die Alster fahren, denn dort können wir beides haben. Er stimmt zu und kurz darauf sitzen wir schon in der S-Bahn, die uns in die Innenstadt bringt. Auf dem Weg dorthin entdecke ich ein Musicaltheater, die in Hamburg sehr häufig sind. Als ich Charlie darauf hinweise, scheint es ihn nicht sonderlich zu interessieren, denn er schaut einfach weiter aus dem Fenster. Vielleicht benötigt er erst einen Gesamteindruck bevor er sich auf die Details konzentriert. Ich weiß es nicht. Am Hauptbahnhof steigen wir schließlich aus, zuvor habe ich aber schon einen Blick auf die Binnenalster und deren Fontäne werfen können. Auch darauf weise ich Charlie hin und dieses Mal schaut er auf.

"Das ist schön."
"Ja. Ich dachte, wir könnten dort Essen."
"Eine gute Idee."

Ich verstumme wieder, es gibt im Moment nichts zu sagen. Obwohl, eigentlich möchte ich mich gerne mit ihm unterhalten, aber er ist gerade abgelenkt, scheint mir. Wenige Sekunden später hält die S-Bahn und wir steigen aus. Wir gehen die Treppen hoch und dann zum erst besten Ausgang. Draußen erkenne ich, dass wir falsch sind, denn die Einkaufsstraße, die laut Stadtplan direkt am Bahnhof anschließen soll, ist nicht zu sehen. Jetzt ergreift Charlie das Zepter und geht zurück ins Gebäude. Er findet den richtigen Ausgang sofort und schon stehen wir auf der Mönckebergstraße - das Paradies, wenn man mich fragt. Doch mich fragt niemand und obwohl wir sie komplett ablaufen, um zum Wasser zu gelangen, schauen wir in kein einziges Geschäft. Im Moment ist mir aber auch nicht danach, denn eine neue Stadt hat mehr zu bieten als Einkaufsmöglichkeiten.

Plötzlich klingelt sein Mobiltelefon, deshalb hält er an und meldet sich, dabei entfernt er sich ein paar Schritte von mir, was ich durchaus verstehen kann. Schließlich muss ich nicht alles wissen, auch wenn ich das gerne möchte. Trotzdem schnappe ich ein paar Fetzen auf, es geht um etwas Mathematisches. Seine Kommentare zu meiner Arbeit waren also völlig fehl am Platz, denn er hat ja auch keinen Urlaub. Lange dauert das Gespräch nicht, denn nur Augenblicke später kehrt er wieder zu mir zurück.

"Familie." Automatisch gleitet mein Blick zu seinem Finger, kein Ring. "Mein Bruder, um genau zu sein. Ich soll ein paar Daten für ihn prüfen."
"Ist er auch Wissenschaftler?" Meinen Kommentar verkneife ich mir.
"Nein." Sein Lächeln, das allgegenwärtig ist, tritt in diesem Moment noch etwas mehr hervor. "Er arbeitet beim FBI."
"Wo kommst Du eigentlich genau her? Von Deiner Stimme her würde ich auf die Westküste tippen."
"Los Angeles."
"Was hat Dich nach England verschlagen?" Während ich ein wenig mehr ausfrage, gehen wir immer weiter. Im Moment interessiert mich Hamburg ehrlich gesagt weniger, auch wenn die ersten Eindrücke mich nicht enttäuscht haben.
"Eine Frau." Das ist es gewesen. Kein Ring, aber eine Frau. Typisch. Aber habe ich wirklich geglaubt, dass so ein Mann noch alleine die Welt erkundet?
"Wie steht's mit Dir, der viel beschäftigten IT-Fachfrau? Woher kommst Du?"
"Meine Wurzeln liegen in Indien, aber mein Leben an der Ostküste der Staaten. Gemeinsam mit Wendy habe ich in Harvard studiert, während sie nach dem Abschluss nach Deutschland gegangen ist, um mit Jan glücklich zu werden, habe ich einen Job bei IT Systems Inc. in Boston gefunden. Dort arbeite ich seit zwei Jahren."
"Du hast schon ein Leben, oder?"
"Manchmal schon, ja. In letzter Zeit habe ich aber wenig Freizeit, da gebe ich Dir Recht. Du hast es ja schon erlebt." Ich möchte es jetzt wissen. "Deins ist aber auch nicht sonderlich anders. Schließlich ruft Dein Bruder dich im Urlaub an, um ein paar Daten von Dir prüfen zu lassen."
"Bevor ich nach England gegangen bin, habe ich in L.A. am California Institute Of Science mein Studium beendet und ihm damals als Berater geholfen. Das hat sich durch die Kilometer, die zwischen uns liegen, nicht geändert. Allerdings versteht er, dass ich im Urlaub bin. Trotzdem werde ich es heute irgendwann machen, ich kann ihm das nicht abschlagen."
"Das verstehe ich."
"Eben. Außerdem sehe ich durchaus Parallelen zwischen unseren Leben. Ich denke, wir lieben beide unsere Jobs, gehen darin auf und vernachlässigen deshalb hin und wieder unser Privatleben."
"Aber Du lebst in einer Beziehung, also kann es so schwer nicht sein."
"Nein, ich lebe allein." Verwirrt schaue ich ihn an.
"Aber Du bist doch wegen einer Frau nach England gegangen?"
"Schon, aber das ist eine lange Geschichte. Sie ist eine brillante Wissenschaftlerin und hat eine Stelle in Oxford. Damals war sie Gastprofessorin an der CalSci, als ich gerade meine Doktorarbeit schrieb. Ich lernte sie kennen und verliebte mich. Als sie zurück nach Oxford ging, habe ich auf mein Herz gehört und das Angebot, in Camebridge zu unterrichten, angenommen. Alle haben mir gesagt, ich soll die Entscheidung überdenken, aber das habe ich nicht getan. Ich bin ihr einfach gefolgt. Leider war unsere Beziehung nicht für den Alltag gedacht. Wir hielten nicht mal ein Jahr durch, dann war es zu Ende. Wir haben uns freundschaftlich getrennt. Das ist die ganze Geschichte."
"Oh." Natürlich fällt mir nichts Besseres ein.
"Das ist schon länger her. Leider habe ich seitdem niemand mehr, der mich bremst, so dass ich eigentlich nonstop arbeite."
"Stimmt, so geht's mir auch."
"Dann bist Du also auch allein?"
"Ja."

Wieder stehe ich vorm Rathaus, das ich schon gestern gesehen habe. Nun sehe ich es aber mit interessierten Augen, denn ich habe nichts anderes, an das ich denken muss. Der Platz wirkt immer noch geschäftig. Darauf breitet sich das Gebäude aus. Um die ganze Schönheit in mir aufzunehmen, stelle ich mich so hin, dass ich direkt darauf blicke. Im Rücken befindet sich der Starbucks, in dem ich gestern meinen Kaffee getrunken habe, rechts die Alsterarkaden.

Das Essen ist mir jetzt egal, ich möchte nur die Stadt erkunden. Daher ziehe ich ihn am Arm zu den Alsterarkaden. Er gibt meinem Drängeln nach und folgt mir. Meinen Blick lasse ich über die Auslagen wandern. Hier reiht sich ein luxuriöses Geschäft ans nächste, alles hat einen Namen. Schweigend sauge ich diese Eindrücke auf und gehe weiter, nachdem wir die Alsterarkaden hinter uns gelassen haben. Widerstandslos geht er mit mir durch die Straßen. Bald darauf taucht das erste Wasser vor uns auf, die Alster. Am Ufer befinden sich einige Restaurants, die einen schönen Ausblick bieten. So ganz vergessen habe ich das Essen wohl nicht, denn ich drehe mich automatisch zu ihm um, um ihn zu fragen, ob wir nicht dorthin sollen. Doch er kommt meiner Frage zuvor, indem er nickt und mich wieder anlächelt.

Die Entscheidung fällt auf einen modernen Glaskubus mit einer zum Wasser hin ausgerichteten Terrasse. Sofort bestellt er für uns Mineralwasser, scheinbar hat er Durst, ich auf jeden Fall. Dann werfe ich einen Blick in die Karte, so viele Fischgerichte, aber wir sind schließlich am Wasser. Meine Entscheidung fällt auf Scampi mit Salat, während Charlie Forelle mit Salzkartoffeln bestellt. Dazu ordert er den passenden Wein. Das wird sicher lecker. Doch ich vergesse ihn und die Umgebung für einen Moment, als mein Blick aufs Wasser fällt und ich die Aussicht genieße.

"Einen Penny für Deinen Gedanken." Er reißt mich aus meiner Tagträumerei.
"Schön."

Daraufhin drehe ich mich zu ihm um und strecke ihm meine Handfläche entgegen. Lächelnd zückt er sein Portemonnaie und gibt mir, was ich verlange, einen Penny. Automatisch bildet sich auch in meinem Gesicht ein Lächeln. Gerade in diesem Augenblick kommt das Essen. Gegenseitig wünschen wir uns einen guten Appetit und beginnen zu essen. Es schmeckt fantastisch, daher genieße ich Bissen für Bissen und auch ihm gefällt es scheinbar, zumindest verrät sein Gesicht nichts Gegenteiliges. Ich finde es so lecker, dass ich schon fast fertig bin, als er sich nach meinem Gericht erkundigt. Zeitgleich bestätigt er mir, dass es ihm auch schmeckt.

"Für einen Professor bist Du erschreckend normal."
"Das Gleiche kann ich von Dir behaupten."

"Wir zerstören gegenseitig Klischees. Das hat doch mal was."

Schweigend setze ich die Mahlzeit fort. Schließlich winkt er den Kellner heran, bittet um die Rechnung und lädt mich ein, wofür ich mich bedanke. Bevor wir wieder losgehen, schaue ich auf die Uhr. Es ist noch früh am Nachmittag, daher schlage ich einen Spaziergang an der Alster vor. Wieder stimmt er meinem Vorschlag zu, das ist irgendwie so schön einfach mit ihm. Dieser Moment, dieser Tag muss festgehalten werden, daher hole ich aus meiner Umhängetasche die Digitalkamera und nehme die notwendigen Einstellungen vor. Wieder versteht er mich ohne Worte und stellt sich an meine Seite, legt seinen Arm um mich, das mache ich ihm nach. Dann strecke ich meinen Arm weg und drücke den Auslöser. Gemeinsam begutachten wir hinterher den Schnappschuss. Das Wasser ist kaum sichtbar, dafür zwei lächelnde Gesichter, von denen eines glücklich ist. Das weiß ich. Die Kamera stecke ich weg.

Langsam und gemütlich gehen wir los, sagen dabei aber nichts. Das Schweigen ist mir nicht unangenehm, denn es liegt nicht daran, dass ich nichts zu sagen habe. Ich schweige, weil ich mich auch wortlos wohl fühle. Trotzdem wird die angenehme Stille zwischen uns durchbrochen durch das Klingeln meines Mobiltelefons. Nach einem kurzen Blick auf das Display nehme ich das Gespräch an. Es ist Wendy, die mir sagt, wann und wo wir uns treffen, doch ich verstehe kaum ein Wort, denn die deutschen Namen sind schwer zu verstehen. Ich bin aufgeschmissen, bitte sie, kurz innezuhalten und winke Charlie heran. Aus der Tasche hole ich Zettel und Stift, die ich ihm in die Hand drücke, dann lasse ich sie alles von Anfang bis Ende buchstabieren. Am Ende steht Oberhafenkantine auf dem Zettel. Dort wollen die beiden sich mit uns in drei Stunden treffen. Das wäre dann auch geklärt. Ich verabschiede mich von ihr, stecke das Telefon zurück in die Tasche, ebenso Zettel und Stift, währenddessen informiere ich Charlie. Dann setzen wir unseren Weg fort.

"Woher kennst Du Dich so gut mit Programmen aus?" Die Frage spukt schon den ganzen Tag in meinem Kopf herum.
"Mein Job ist die angewandte Mathematik, weshalb ich schon diverse Programme selbst schreiben musste. Zudem habe ich Dir von meinem Bruder erzählt, für den ich hin und wieder als Berater tätig bin. Dabei habe ich einige Programme entwickelt, die der Verbrechensbekämpfung dienen."
"Du bist also ein Allroundtalent?!"
"Bedingt."

Viel mehr ereignet sich am Nachmittag nicht. Natürlich unterhalten wir uns, aber es ist nichts Weltbewegendes. Auch erkunden wir die Alster, die schön ist und zum Verweilen einlädt. Doch rechtzeitig, bevor wir verabredet sind, machen wir uns auf die Suche nach einem Taxi, um unsere Freunde zu treffen. Im Gegenzug fürs Mittagessen übernehme ich das Taxi, was Charlie nur widerwillig zulässt. Er ist wirklich gut erzogen, denn ich kenne eher die Taktik, dass jeder eine Hälfte oder aber man abwechselnd zahlt. Im Moment sollte ich keine Liste machen, die ihn betrifft, denn mir fällt nur ein Punkt ein, der gegen ihn spricht. Glücklicherweise verlangt das niemand von mir.

Als wir vorm Restaurant stehen, ist von Wendy und Jan noch nichts zu sehen. Deshalb werfe ich einen Blick auf die Oberhafenkantine, dem Restaurant, das unsere Freunde ausgewählt haben. Es ist ein altes Gebäude, sehr rustikal. Ich bin gespannt, was uns dort geboten wird. Als ich mich umdrehe, schaut Charlie auf den Hafen. Den Augenblick nutze ich, um ihn zu betrachten. Irgendwie wirkt er verloren oder sehnsüchtig, er sucht etwas, das er noch nicht gefunden hat. So in etwa würde ich es beschreiben. Manchmal muss ich mich wirklich ermahnen, bei den Gedanken, die mir zu ihm sonst noch durch den Kopf gehen. Schlimm wäre es, wenn er neben seinem mathematischen Talent auch noch eines in Gedankenlesen hätte. Dann müsste ich aber ganz schnell verschwinden.

Jetzt dreht er sich um und schaut mich an, fast umgehend erscheint wieder dieses Lächeln auf seinen Lippen. Es hat etwas Magisches an sich, das ich nicht beschreiben kann, doch es zieht mich sogleich in seinen Bann, wie all die Male davor. Lange kann ich meinen Gedanken nicht nachhängen.

"Hallo Ihr beiden." Wendy kommt auf uns zu. "Jan parkt nur rasch den Wagen, er kommt gleich nach. Wir sollen schon mal reingehen."

Wir machen genau das. Drinnen ist es sehr voll, wir finden Platz am Fenster. Ein kleiner Tisch für vier Personen. Wir werden informiert, dass dies das Restaurant eines bekannten Hamburger Kochs ist. Darum bin ich gespannt, was uns hier geboten wird. Doch darauf antwortet sie nur, dass es typische, deftige Hausmannskost ist, wie sie seit Jahrzehnten in Deutschland hergestellt wird. Ich bin überrascht, auf was für spleenige Ideen deutsche Köche kommen, und werde es auf jeden Fall probieren, doch erst mal warten wir auf Jan, der kurze Zeit später zu uns stößt. Wiener Würstchen mit Kartoffelsalat ist ein komisches Gericht, aber es liegt vor mir auf dem Teller. Nachdem ich die ersten Bissen gekostet habe, schmeckt es überraschenderweise verdammt gut, das könnte ich häufiger essen. Die anderen haben ebenso deftige Sachen bestellt, sind aber alle vom Geschmack überzeugt. Allerdings kennen meine Gastgeber dieses Lokal schon und gehen gerne hierher, denn, so sagt Jan, es schmeckt hier wirklich wie früher bei seiner Großmutter.

Nachdem wir mit dem Essen fertig sind, bleiben wir sitzen und unterhalten uns. Jeder erzählt, was er heute gemacht hat und wie die Pläne für morgen aussehen. Irgendwann unterhalten wir uns frei, es kommt alles zur Sprache, was angesprochen werden möchte. Darüber vergessen wir alle die Zeit, zumindest schaue ich erst nach Mitternacht auf die Uhr und bin erstaunt, wie spät es schon ist. Für den nächsten Tag haben Wendy und ich Shopping eingeplant, die Männer sind noch unschlüssig, halten sich aber die Möglichkeit offen, mit uns zu kommen. Mir ist es egal, solange sie den Shoppingwahn von zwei Frauen aushalten. Als auch das geklärt ist, entscheiden wir uns, in die Wohnung zu fahren, denn es war für alle ein langer Tag.

Das zukünftige Ehepaar geht sofort ins Schlafzimmer, während Charlie und ich im Flur stehen bleiben. Ich denke daran, was in der vergangenen Nacht geschehen ist und wünsche mir eine Wiederholung, eigentlich sogar mehr. Doch ich kann in keinem seiner Züge erkennen, was er denkt, was er von meinem Plan hält. Im Moment bin ich mir nicht mal mehr sicher, was er über letzte Nacht denkt. Das Gefühl, nichts zu wissen, macht mir Angst, denn es ist für mich ungewohnt. Ich schaue ihn an und bemerke, dass er auf mich zugeht. Deshalb, nur deshalb bewege auch ich mich in seine Richtung.

"Vielen Dank für den schönen Tag, Charlie."
"Ich muss mich bedanken."

In der Mitte des Flures treffen wir uns. Ich habe alles gesagt, was es zu sagen gibt, und ich mache das, was ich in dieser Situation mit allen Freunden machen würde, ich ziehe ihn in eine lockere Umarmung, wobei ich nur einen Arm um seine Schulter lege. Er macht es mir nach, legt auch einen Arm auf meinen Rücken, doch als ich mich daraus zurückziehen möchte, lässt er mich nicht gehen und umschließt mich mit beiden Armen. Ganz nahe stehen wir voreinander und schauen uns in die Augen. Ich verliere mich beinahe in seinen, denn sie sind so schön, strahlen mich an. Dieses Mal sehe ich kein Grinsen. Langsam bewegt er seinen Kopf auf mich zu, derweil schließe ich meine Augen und warte auf die Berührung unserer Lippen. Es ist so weit und es fühlt sich an, als ob ein Blitz durch meinen Körper fährt und jedes einzelne Haar aufrichtet. Wann ich das letzte Mal so gefühlt habe, weiß ich nicht mehr.

Er berührt nicht nur meine Lippen, auch meinen Hals, dabei bleiben seine Hände nicht auf meinem Rücken, sie gehen auf Wanderschaft, suchen ihren Weg. Hier sollen sie ihn nicht finden, ob wir in sein Zimmer gehen oder ins meins, ist mir egal, ich möchte nur aus dem Flur raus. Doch bevor es dazu kommt, hört er abrupt auf, gibt mir einen leichten Kuss auf die Stirn und wendet sich von mir ab. Ehe er auch nur einen Schritt auf sein Zimmer zumacht, tippe ich ihm auf die Schulter, woraufhin er sich umdreht. Tief schaue ich ihm die Augen, zeige ihm, was ich wirklich möchte, dann fasse ich ihm an die Schulter und ziehe ihn ein Stück zu mir herunter, dann küsse ich ihn mit eben solcher Leidenschaft wie er mich und lasse eine Hand von der Schulter seinen Rücken hinunter gleiten bis sie auf seinem Po zum Stillstand kommt. Obwohl ich mehr möchte, reiße ich mich zusammen und lass ihn so stehen.

Ich gehe zu meinem Zimmer und öffne die Tür, dann drehe ich mich noch einmal um. Er starrt mich an.

"Träum süß."

Ich betrete mein Zimmer, schließe die Tür, lege ich mich in Kleidung auf mein Bett und lausche, ob er in sein Zimmer geht, doch ich höre nichts, keine Schritte und nicht das Schließen der Tür. Irgendwann stehe ich wieder auf, entkleide mich und ziehe mein Nachtzeug an. Dringend muss ich aufs Klo, möchte aber nicht hinausgehen, denn wenn er mich noch einmal anschaut, werde ich nicht widerstehen. Doch als ich die Tür öffne, ist niemand auf dem Flur. Ich habe es nicht mitbekommen. Unter seiner Tür scheint Licht hervor, er ist also da drin.

Ich betrete das Bad, ohne großartig zu denken, und sehe gerade noch, wie er seine mit Schottenmuster karierten Boxershorts über seine Scham zieht. Verdammt! Wieso? Teufel und Engel sind nichts gegen die Kräfte, die jetzt in mir miteinander kämpfen. Wieso sage ich nichts? Wieso sagt er nichts? Oh nein. Ich merke, wie ich langsam aber sicher rot anlaufe.

"Entschuldige bitte die Störung." Er grinst. Er grinst! Wieso grinst er?
"Tu Dir keinen Zwang an. Ich bin fertig." Die Hände wäscht er sich, das finde ich gut.
"Nein. Das kann warten. Ich werde jetzt ... Du weißt schon."
"Du möchtest gehen?" Sein Grinsen wird immer breiter.
"Ja." Natürlich möchte ich nicht gehen, aber das werde ich ihm garantiert nicht sagen.

Ich drehe mich um, ein Anfang. Dann gehe ich einen Schritt auf die Tür zu, zwei Schritte. Hinter mir bewegt sich nichts, zumindest erscheint es mir so, doch beim dritten Schritt fühle ich, wie er meine Haare zur Seite schiebt und mit den Lippen sanft meinen Nacken berührt, fast nicht spürbar, aber doch da. Langsam drehe ich mich um, wobei seine Lippen sich kaum von meiner Haut lösen. Erst, als wir voreinander stehen, bewegt er sich einige Zentimeter weg, so dass ich ihm in die Augen schauen kann. Ich sehe genau das in ihnen, was ich in mir fühle. Lange bleibt die Distanz nicht zwischen uns, denn ich strecke mich ihm entgegen, fordernd. Er nimmt mein Angebot an und küsst mich wieder, leidenschaftlicher als die anderen Male.

Ich möchte mit einem Fuß die Tür zustoßen, doch sie fällt nicht ins Schloss. Plötzlich ist da ein Räuspern. Charlie trennt sich von mir und schaut hoch, ein Grinsen, allerdings peinlich berührt. Ich drehe mich um und schaue Jan an, der vor der Tür steht und uns angrinst. Verdammt. Verdammt! Wieso ich? Wieso hier? Sag was, irgendwas. Und tatsächlich, Jan sagt was.

"Es tut mir leid, Euch zu stören, aber ich müsste mal für kleine Jans."

Toilette, klar. Raus. Schnell. Mein Hirn kennt plötzlich nur noch einzelne Wörter. Ich bin verwirrt, überfordert und vor allem peinlich berührt. Die Farbe meines Gesichts möchte ich nicht sehen. Tomatenrot ist sicherlich dezent dagegen. Langsam aber sicher trete ich den Rückzug an, quetsche mich unauffällig an Jan vorbei, wobei ich vermute, dass es durch das absichtliche nicht auffallen noch wesentlich auffälliger ist, und gehe in mein Zimmer. Auf Toilette war ich zwar immer noch nicht, aber das muss ich jetzt aushalten.