Kapitel 2
Kapitel 2
Madam Pomfrey ging zu Harry und überprüfte seinen Zustand. "Ach Harry, was haben sie nur mit dir gemacht?" fragte sie leise in den Raum und strich ihm über die Stirn. Danach ging sie ins Bett, obwohl sie sich sicher war, dass sie bestimmt nicht schlafen könnte.
Sie war nicht die einzige auch zwei weitere Personen konnten diese Nacht nicht schlafen.
Minerva McGonagall lag in ihrem Bett und starrte an die Decke. Dabei drehten sich ihre Gedanken um die Ereignisse des Abends.
"Was hat das alles zu bedeuten? Warum tut man Harry nur so etwas an? Hat er nicht schon genug erleiden müssen? Erst seine Eltern, dann Cedric und dann auch noch Sirius. Er ist doch nur ein junge der sein Leben leben möchte. Aber nein er muss ja der Junge-der-lebt sein!! Das Schicksal kann so gemein sein. Warum lässt Albus das zu? Albus!? Warum hat Albus nichts unternommen?" so gingen ihre Gedanken die ganze Zeit, sie konnte es sich etwas einfach nicht erklären.
Auch in den Kerkern von Hogwarts saß ein Mann und hing in seinen Gedanken fest. "Potter vergewaltigt? Das kann nicht sein, er wird doch wie ein Prinz behandelt!? Aber Poppy irrt sich nie. Was sie erzählt hat klingt auch sehr einleuchtend. Aber er ist doch Dumbledores Goldjunge, warum lässt er das zu?" Auch er kam an diesem Abend zu keiner Lösung.
Am nächsten Morgen saß Minerva am Lehrertisch und beobachtete den Gryffindortisch. Ihr besonderes Augenmerk lag auf Hermine Granger und Ron Weasley. Sie saßen am Tisch und taten so als würde niemand fehlen, es war so als ob es die Normalität wäre. Minerva runzelte die Stirn und sah am Tisch weiter entlang. Ihr Blick blieb bei Neville und Dean hängen, die die ganze Zeit flüsterten und zur Tür schauten, als ob sie auf jemanden warten würden. Minerva nahm sich vor dem auf dem Grund zu gehen.
So stand sie auf und machte sich daran die Stundenpläne zu verteilen. Als sie bei Neville war sagte sie: "Mr. Longbottom, ich möchte sie und Mr. Thomas nachher sprechen." "Gerne Professor." kam die unsichere Antwort von Neville. Professor McGonagall ging weiter und kam bei den beiden Freunden an. Sie gab ihnen die Stundenpläne und fragte völlig ahnungslos: "Miss Granger, wo ist Mister Potter?" Hermine sah sie an und sagte: "Tut mir leid Professor, wir wissen nicht wo Harry ist." "Dann ist ja gut!" antwortete sie einfach und ging weiter.
Nach dem Frühstück ging sie in ihr Büro und wartete auf Neville und Dean.
Die beiden brauchten auch nicht lange und klopften an ihre Tür. "Herein!" rief sie und die Tür wurde langsam geöffnet. "Sie wollten uns sprechen Professor?" fragte Dean. "Setzen sie sich." sagte die Lehrerin und die Schüler setzten sich vor ihren Schreibtisch. "Was wissen sie über den Zustand von Mr. Potter?" fragte sie freundlicher.
Neville und Dean sahen sich an, bevor Neville zaghaft meinte: "Na ja wir trafen ihn gestern im Zug, wo er alleine in einem Abteil saß, wir setzten uns zu ihm und fragte wo Ron und Hermine seien, da antwortete er, dass er nicht mehr mit ihnen zusammen sitzen könnte. Ich weiß allerdings nicht warum, dass hat er uns nicht gesagt. Auch beim Abendessen saß er dann bei uns. Doch aß er nichts, er starrte nur auf seinen Teller und schwieg. Nach dem Fest wollte er noch raus und seit dem haben wir ihn nicht mehr gesehen."
"Haben sie eine Ahnung warum sich Mister Potter von Miss Granger und Mr. Weasley fernhält?" "Nein, aber im Gemeinschaftsraum hörte ich, wie sich Ron abfällig über Harry äußerte, als ob er das letzte auf der Welt sei." erklärte Dean. Minerva schwieg nachdenklich. "Wissen sie was mit Harry ist, Professor?" fragte Neville.
"Nein ich weis auch nicht was mit ihm ist. Er liegt auf der Krankenstation, weil er gestern Abend zusammengebrochen ist. Ich möchte sie jedoch bitten, niemanden etwas zu sagen." sagte sie und sah die beiden streng an. "Natürlich, Professor!" erwiderte Dean. "Gut, dann gehen sie jetzt bitte."
Professor Snape war gerade auf den Weg zu seinem Klassenzimmer, wo schon die Klasse wartete. Er wollte gerade um die Ecke, als er die Stimme seines Patensohns hörte.
"Na Wiesel, heute ohne den Auserwählten unterwegs?" "Interessiert mich doch einen scheiß Dreck wo Potter ist. Mit dem hab ich abgeschlossen." hörte er die Antwort des Rothaarigen.
Severus hatte genug gehört und machte sich um die Ecke. Er wies die Klasse an in den Raum zu gehen und machte sich an den Unterricht. Er war wie immer, doch aus irgend einem Grund war er besonders fies zu Ron und Hermine, die sich auf seine Seite schlug.
Madam Pomfrey war den ganzen Tag über nicht richtig bei der Sache, immer wieder sah sie zu Harry und versicherte sich, dass es ihm den Umständen entsprechend gut ging. Nach eine Weile gab sie auf und verlegte Harry in einen extra Raum und setzte sich zu ihm.
So wurde sie auch von Minerva und Severus vorgefunden, die am Abend noch mal nach ihm sehen wollten.
"Poppy, hat sich etwas geändert?" fragte Minerva. "Nein, er hat die ganze Zeit geschlafen." antwortete die Angesprochene.
Die Professoren setzten sich und unterhielten sich. "Ich habe heute mit Neville und Dean gesprochen. Neville sagte, dass Harry meinte, dass er nicht mehr mit den beiden zusammen könnte, er wisse bloß nicht warum. Dean hat beide reden hören, wobei sie Ronald sehr abfällig über Harry äußerte." erklärte Minerva.
"Das passt zu dem was ich gehört habe. Vor dem Klassenraum fragte Draco, wo Potter sei und Weasley antwortete, dass ihm scheiß egal sei wo er ist, er habe mit ihm abgeschlossen. Was hat das alles bloß zu bedeuten?" fragte Snape in die Runde. "Keine Ahnung, der einzige, der es uns beantworten könnte ist Harry." sagte Minerva.
Wie als ob er nur auf dieses Zeichen gewartet hätte, stöhnte Harry und wachte langsam auf.
Poppy ging sofort zu seinem Bett und gab ihm etwas zu trinken. Nachdem er etwas weiter zu sich gekommen war, schaute er sich um und blieb bei den Professoren hängen. Augenblicklich versteifte er sich und wich in die hinterste Ecke seines Bettes zurück. "Wieso?" fragte er schwach und sah Madam Pomfrey an. Sein Blick schockte sie, sei sah nur die blanke Panik in den sonst so strahlenden Smaragden.
"Harry ganz ruhig, dir passiert nichts." beruhigte ihn Poppy, "Du bist zusammengebrochen und sie haben dich gefunden. Sie wissen auch über deine Verletzungen bescheid. Es wird dir nichts passieren, bitte lass uns dir helfen." Harry blickte sie noch immer panisch an, doch nickte er kaum merklich. Poppy seufzte und untersuchte ihn noch mal.
Danach ging sie in ihr Büro um noch ein paar Tränke zu holen. Professor McGonagall stand in der Zeit auf und ging langsam zum Bett. Als sie ankam, setzte sie sich an den Bettrand und fragte vorsichtig: "Harry möchtest du uns erzählen, was passiert ist?"
Harry versteifte sich und seine Augen wurden wieder stumpf. Er fing auch an zu zittern. Minerva sah ihn erschrocken an, es tat ihr in der Seele weh ihren Lieblingsschüler so zu sehen. Deswegen handelte sich rein instinktiv und nahm ihn in den Arm und gab ihm Halt.
Harry versteifte sich noch etwas mehr, doch realisierte er tief in sich, dass ihm nichts passieren wird. So ließ er sich in die Umarmung langsam fallen und fing haltlos an zu weinen.
Als Poppy zurückkam, wollte sie ihm einen Beruhigungstrank verabreichen, doch krallte er sich in den Umhang seiner Hauslehrerin fest und ließ niemanden an sich heran. So blieben sie dann einfach sitzen und Harry ließ seinen Tränen freien lauf.
Es dauerte fast zwei Stunden bis er sich beruhigte, er war einfach in den Armen von Minerva eingeschlafen.
Sie legte ihn vorsichtig in die Kissen zurück und strich ihm liebevoll über die Stirn, bevor sie mit Severus den Krankenflügel verließ.
Harry wachte erst wieder am nächsten Abend wieder auf. Er sah sich um und entdeckte als erstes seine Verwandlungslehrerin. Er blickte sie schüchtern an, doch als sein Blick dann auf Severus fiel, versteifte er sich und kroch wieder in die hinterste Ecke seines Bettes und sah ihn panisch an.
Die drei Erwachsenen sahen sich an, bevor sich Minerva vorsichtig erhob und langsam auf ihn zu ging. "Harry ganz ruhig. Was ist den los?" fragte sie einfühlsam. "E… er hasst mich genau wie alle andern." sagte er leise und sah ihn immer noch panisch an.
"Harry niemand hasst dich." sagte Minerva und wollte ihn an den Arm fassen. Doch er zog ihn ruckartig weg und starrte sie an. "Natürlich hassen mich alle, sogar Ron und Hermine." antwortete er und wurde zum Schluss immer leiser.
"Harry, erzähl uns doch bitte was passiert ist." meldete sich nun Poppy. Harry schüttelte den Kopf und zog die Beine an und schlang die Arme rum.
"Harry, wir wollen dir nur helfen. Es nützt nichts, wenn du es in dich hinein frisst. Dadurch wird nur noch alles schlimmer und damit hilfst du niemanden, besonders dir nicht. Deswegen erzähl uns doch bitte, was passiert ist." meinte Minerva und strich ihm über die Hand.
"Na gut." fing er langsam und leise an. "Es fing alles letztes Jahr auf der Rückfahrt an.
Ich musste zur Toilette und als ich zurückkam, hörte ich wie sich Ron und Hermine unterhielten, ich dachte mir nichts dabei, bis ich Ron plötzlich sagen hörte…
Rückblick
"Potter geht mir so was von auf den Sack. Sirius hier, Sirius da. Wenn der so weiter macht raste ich noch aus." "Ja du hast recht, er ist echt nervig. Aber was tut man nicht alles um etwas Ruhm zu bekommen." antwortete Hermine. "Es ist doch eine Schande, dass so ein Arsch so viel Ruhm und Geld hat. Und wir bekommen nichts davon, wenn das so weiter geht, fang ich noch an zu klauen, am besten sein Unsichtbarkeitsumhang, dann kann ich ihm alles in die Schuhe zu schieben." sagte Ron und beide fingen dreckig an zu lachen.
Rückblick ende
"Ich bin dann ins Abteil gestürmt, habe meinen Koffer genommen und bin raus gerannt. Als sie mir folgten und fragten was los sei, hab ich sie angeschrieen, dass sie sich ihre falsche Freundschaft sonst wo hinstrecken können.
Bei meine Verwandten wurde es dann nur noch schlimmer. Da meine Tante weggefahren war, musste ich alles was im Haushalt anfiel, machen. Wenn ich was falsch gemacht oder nicht geschafft habe, wurde ich geschlagen.
Doch eine Woche vor ende der Ferien war es am schlimmsten. Sie sperrten mich in den Keller und mein Onkel schlug mich mit einer Eisenpeitsche." er stockte kurz und schluckte, bevor er weiter sprach. "In dieser Woche, wurde ich auch zu jeder erdenklichen Zeit von Vernon und Dudley vergewaltigt." Nachdem er geendet hatte, schwiegen die anderen erstmal. "Warum hast du den niemanden bescheit gesagt?" fragte Minerva. "Hab ich doch, ich hab Professor Dumbledore immer wieder geschrieben, doch er hat nie geantwortet." kam die verzweifelte Antwort.
Die drei sahen sich an und nickten. "Potter, auch wenn sie mir nicht vertrauen, wir werden ihnen helfen. Sie werden sich jetzt ausruhen und dann werden wir weiter sehen." erklärte Snape. Erstaunlicherweise nickte Harry und ließ sich von Madam Pomfrey einen Schlaftrank verabreichen.
Nachdem er eingeschlafen war, stand Minerva auf und meinte: "Wir werden jetzt die anderen informieren." und verließ den Raum.
