Kapitel 4

Kapitel 4

Die Fahrt mit den Grangers war sehr still, denn Harry wusste nicht was er sagen sollte. Als sie dann in Oxford, dem Wohnort der Familie, ankamen staunte Harry nicht schlecht. Er stand vor einem roten Backsteinhaus was schon fast an eine Villa erinnerte. Carolin sah seinen Blick und meinte: "Ich weis ist ein bisschen groß aber wir haben es geerbt und wollten es nicht verkaufen. Komm wir zeigen dir alles."

Harry nickte und so gingen sie ins Haus.

Hinter der Tür befand sich ein langer heller Flur, von dem viele Türen abgingen. Hinter der ersten Tür befand sich eine große Küche, dann eine Badezimmer und zum Schluss ein wunderschönes Wohnzimmer. Auf der linken Seite befand sich ein Kamin mit einer Sitzgruppe davor. Dann eine Couch der gegenüber ein Fernseher stand und auf der rechten Seite ein Flügel. Als Harry den Flügel sah fingen seine Augen an zuleuchten. Tristan der dies bemerkte, sagte: "Wenn du möchtest kannst du darauf spielen."

Harry ging daraufhin langsam auf den Flügel zu und strich vorsichtig über das Holz. Er setzte sich und klappte den Deckel auf. Er fuhr sanft über die Tasten, bevor er anfing zu spielen. Es war eine ruhige und langsame Melodie. Sie drückte Trauer aber auch Hoffnung aus. Carolin und Tristan waren erstaunt und setzten sich auf die Couch. Sie lauschten der Melodie und konnten fühlen wie viel von Harrys Gefühlen in ihr lag.

Es dauerte eine ganze Weile bis Harry aufgehört hatte zu spielen. Als er bemerkte was er getan hatte senkte er beschämt seinen Kopf und nuschelte eine Entschuldigung. "Du brauchst dich nicht zu entschuldigen Harry. Es war schön dir zu zuhören. Aber ich frage mich woher du das kannst?" meinte Carolin. "Nun in der Grundschule stand ein Klavier. Von dem war ich schon immer begeistert. Als ich mich dann einmal getraut hatte etwas zu spielen bemerkte mich meine Lehrerin. Sie sagte, dass ich Talent hätte und sie mich gerne unterrichten möchte, doch leider konnte ich nicht wegen meinen Verwandten. Ich erzählte es jedoch Tante Petunia und die sprach mit meiner Lehrerin. Wir ließen es so aussehen als würde sie mir regelmäßig Nachsitzen verpassen damit Vernon nichts merkte, sie unterrichte mich aber am Klavier und daher kann ich es so gut, Mrs. Granger." erklärte er und schwelgte in diesen wenigen glücklichen Erinnerungen.

"Bitte lass doch diese Förmlichkeiten, nenn mich Carolin oder Caro." sagte sie. "Und mich bitte Tristan oder Tan." erwiderte der andere Erwachsene im Raum.

"Komm wir zeigen dir dein Zimmer." meinte Caro und ging voraus. Sie gingen in den ersten Stock wo drei Türen waren. Ein Bad, das Zimmer von Hermine, welches Harry nie betreten würde und ein Gästezimmer. Das Zimmer war groß und hell, hatte einen Schrank, einen Schreibtisch und ein großes Bett. "Hier wirst du die nächsten Wochen deines Aufenthalts wohnen. Du kannst dich so einrichten wie du möchtest." sagte Caro. "Danke. Ich muss aber noch auf meine Sachen warten." erklärte Harry, der sich umsah. Da machte es "PLOPP" und Dobby stand mit einem Koffer, einem Besen und einem Käfig im Zimmer. "Harry Potter, Sir. Dobby freut sich sie zu sehen. Wie es ihnen geht?" fragte der kleine Elf auch schon sofort. "Hallo Dobby, mir geht es gut. Wie ich sehe hast du meine Sachen gebracht. Danke." antwortete Harry.

"Das hat Dobby gern getan, Harry Potter Sir. Ich werde zurückkehren, Sir." sagte Dobby und war auch schon wieder verschwunden. "Was war das?" fragte Tristan erstaunt. "Das war Dobby. Einer der Hauselfen aus Hogwarts. Ich habe ihn damals von den Malfoys befreit und seitdem vergöttert er mich regelrecht." erklärte der Grünäugige und fing an seine Sachen auszupacken.

Nachdem er fertig war, setzten sie sich ins Wohnzimmer. Sie sprachen überverschiedene Sachen. Als ein Schrei erklang und eine Eule durch das offene Fenster flog. "HEDWIG!" rief Harry und streichelte seine Eule, die sich auf seine Schulter gesetzt hatte. "Hast du mich gefunden meine Schöne." fragte er. Als Antwort knabberte sie leicht an seinem Finger.

"Das ist ein schönes Tier, Harry." fing Carolin wieder an. "Doch was ich sagen wollte als sie kam ist, dass wir einen Freund besuchen wollen." Harrys Gesicht wurde schlagartig traurig. Sie wollten ihn auch alleine lassen ging es ihm durch den Kopf. "Nun wollten wir dich fragen ob du mit kommen möchtest. Er hat eine Farm auf der es auch Pferde gibt und du könntest bestimmt reiten lernen. Also was meinst du?" fragte sie weiter, sie hatte den Gesichtsausdruck bemerkt. Doch sie und Tristan hatten sich vorgenommen Harry wieder aufzubauen und ihn nicht alleine zu lassen.

Harry sah auf und fragte vorsichtig: "Meinst du das ernst, Caro?" "Ja, wir meinen es ernst. Du sollst nicht allein sein. Auch wenn wir nicht deine Familie sind, so möchten wir dir doch zeigen was es auf der Welt gibt und sie nicht nur aus Hausarbeit oder Schule besteht." sagte Tristan und fand sich mit einem weinendem Jungen im Arm wieder. Erst war er erschrocken, doch dann schloss er seine Arme um ihn und wiegte ihn. Caro sah das Bild und war zu Tränen gerührt. Wie viel musst dieser Junge erleiden, damit er auf eine so einfache Frage so reagierte.

Harry beruhigte sich langsam wieder und meinte dann leise: "Ich würde sehr gerne mitkommen." Darauf strahlten die beiden Erwachsenen und Tristan meinte: "Na dann würde ich sagen gehst du jetzt deine Sachen packen." Er hatte kaum zu ende gesprochen da war Harry auch schon auf den Weg nach oben.

"Es wird Zeit das der Junge anfängt zu leben und nicht nur zu existieren." sagte Tristan und seine Frau nickte bestätigend.

So fuhren sie gleich am nächsten Tag los. Die Farm ihres Freundes lag in der Nähe von Norwich, welches im Osten von Großbritannien lag bzw. liegt.

Sie fuhren und unterhielten sich die ganze Zeit. Harry taute langsam auf und erkannte das Hermines Eltern genau das Gegenteil von ihrem Verhalten waren. Sie waren freundlich, nett und hilfsbereit. Sie machten ihm auch keine großen Vorschriften, eigentlich hatten sie ihm nichts verboten.

Sie kamen nach einem halben Tag fahrt an. Schon vom weiten konnte man die großen Felder mit goldgelben Getreide sehen, auch eine großes Farmhaus konnte Harry ausmachen. Sie fuhren den Weg rauf und hielten vor dem Haus.

Als sie ausstiegen kam ihnen auch schon ein älterer Herr entgegen, er trug Farmerklamotten und einen Strohhut. "Caro! Tan! Da seid ihr ja!" rief er und umarmt die beiden. "Hallo Derek, es ist schön dich wieder zu sehen. Wie geht es dir denn?" fragte Tristan. "Mir geht es gut. Doch wer ist der Junge den ihr damit gebracht habt?" fragte Derek. Er sah zu Harry, der sich im Hintergrund gehalten hatte, da er immer noch Probleme hatte auf andere Leute zu zugehen. "Oh, das ist Harry McGonagall, er ist der Enkel von einer Freundin. Er ist bei uns weil er im Moment nicht zur Schule gehen kann. Er wollte außerdem schon lange reiten lernen und wir dachten, dass er das hier am besten kann." erklärte Caro lügend ohne rot zu werden. Harry sah sie fragend an, denn er wunderte sich warum er nicht mit seinem richtigen Namen vorgestellt wurde. Doch Caro gab ihm einen Blick, der ihm sagte das er es später erfahren würde.

"Na dann ist er hier wirklich genau richtig. Aber lasst uns reingehen, ihr werdet nach der langen Fahrt bestimmt Hunger haben." sagte Derek und bedeutete ihnen mit zu kommen.