Kapitel 5
Das Leben auf dem Land gefiel Harry sehr, denn hier konnte er sich richtig entspannen. Niemand wollte was von ihm und wenn er allein sein wollte konnte er durch die weiten Felder streifen. Nun war ihm auch klar warum Caro nicht seinen richtigen Namen nannte, auch wenn sie hier alleine waren, es gab in der Nähe ein Dorf wo auch Zauberer lebten und wenn sie erfahren würden das er hier ist, hätte er mehr als ein Problem.
Harry kam gerade von einem Spaziergang zurück als ihm Tristan entgegenkam. "Hey Harry, ich wollte gerade reiten gehen. Willst du mitkommen?" "Hi Tan, klar komm ich mit. Ich muss mich nur noch schnell umziehen." antwortete Harry und ging sich umziehen.
Er brauchte nicht lange und ging mit Tristan zu den Ställen. Harry hatte in den letzten Tagen reiten gelernt und wie sich zeigte war er durch sein Besenfliegen auch talentiert im Reiten.
"Na meine Süße." begrüßte er seine Stute. Sie war durchgehend braun und war wunderschön. Sie hieß Fiona.
Harry sattelte sie und stieg auf. Er wartete auf Tristan, der seinen schwarzen Hengst Shadow sattelte. Als er fertig war, ritten sie los.
Die Landschaft war wunderschön. Alles war in den Farben des Herbstes gehalten, rot leuchteten die Blätter der Bäume und golden strahlten die letzten Felder der Bauern. Es kam ein leichter Wind auf und er wirbelte die Blätter auf, es entstand ein Windspiel aus den Blättern. Plötzlich hielt Harry an, stieg ab und setzte sich auf einen umgestürzten Baum. Er sah in die Ferne und seufzte.
"Was ist los?" fragte Tristan, der sich neben ihn setzte. "Ach ich mach mir Sorgen wegen dem was noch kommen wird. Ich meine ich habe nur noch eine Woche, dann muss ich nach Hogwarts zurück. Nicht das es schlimm wäre wieder in die Schule zu gehen, doch ich muss auch Ron und Hermine wieder sehen. Ich weis nicht wie ich ihnen gegenübertreten soll. Es ist alles so kompliziert." erklärte er und vergrub sein Gesicht in seinen Händen. Tristan legte einen Arm um seine Schultern und sagte: "Ich weis das es nicht leicht wird, doch was ich weis ist das du es schaffen wirst. Lass dich einfach nicht unterkriegen. Du hast einen starken Charakter und wirst es schon schaffen. Was meine Tochter angeht, ignoriere sie einfach. Sie kann es nicht leiden wenn man sie ignoriert. Außerdem muss sie lernen, dass nicht alles nach ihrer Nase läuft und sie wird für ihr Verhalten sowieso noch bezahlen." sagte Tristan sehr ernst. Harry sah ihn fragend an, doch Tristan ging nicht darauf ein, stattdessen sagte er: "Komm wir sollten zurück, Minerva sollte gleich ankommen. Sie wollte doch mit dir in die Winkelgasse." Harry nickte und so machten sie sich auf den Weg zurück. Auf der Hälfte der Strecke rief Harry plötzlich: "War als letztes ankommt ist eine lahmer Hippogreif!" und ritt davon. Tristan brauchte einen Moment bevor er verstand, doch dann gab er ebenfalls Gas.
Auf der Farm war Minerva gerade angekommen und wurde von Carolin begrüßt: "Guten Tag Professor, wie geht es ihnen?" "Guten Tag Mrs. Granger. Mir geht es gut. Ich wollte Harry abholen, ist er da?" "Nein er ist mit meinem Mann ausreiten, sie sollten jedoch jeden Moment wiederkommen." Kaum hatte sie es gesagt, hörten die Beiden Frauen auch schon das Galoppieren der Pferde. Sie drehten sich um und erkannten Harry der auf den Hof geritten kam. "GEWONNEN!" rief er und lachte. Tristan kam nur eine Sekunde später und meinte: "Gut ich gebe mich geschlagen!" Beide stiegen lachend ab und Harry umarmte Tristan. Da meldete sich Caro: "Hallo ihr beiden. Hast du dich wieder schlagen lassen, Tan?" Erst jetzt bemerkten sie die beiden Frauen. "Ja, er hat es schon wieder geschafft. Mein Stolz ist schon ganz geschädigt." jammerte Tristan wofür er von Harry einen Knuff mit dem Ellenbogen bekam. "Spinner, du reitest immer noch besser als ich. Ich gewinne nun nicht immer, also sei bloß ruhig." entgegnete er grinsend.
Minerva beobachtete die ganze Szene mit Freude. Harry war in den zwei Wochen in denen er mit Carolin und Tristan zusammen war, richtig aufgeblüht. Er war nicht wieder zuerkennen. Harrys Augen strahlten und er ging auch auf die Personen zu, auch wenn noch nicht auf alle, doch es war ein Anfang. Er alberte herum und bewegte sich auch völlig sorglos.
"Hallo Harry, wie ich sehe geht es dir wieder gut." sagte sie. Jetzt sah Harry seine Lehrerin und ging auf sei zu. Ohne zu zögern umarmte er auch sie. Minerva stand völlig verdutzt dar. Als Harry sie wieder los lies, musste er wegen ihres Gesichtsausdrucks lächeln. "Danke Professor, wenn sie nicht gewesen wären, wäre ich noch immer krank und hätte keine Freude mehr am Leben. Doch durch die Zeit bei Caro und Tan, sah ich, dass die Welt auch noch aus etwas anderem als Voldemort und meinen Verwandten besteht. Danke!" sagte er und umarmte sie nochmals, diesmal wurde die Umarmung auch erwidert.
Sie verabschiedeten sich und apparierten dann in die Winkelgasse. Sie wollten sich als erstes auf den Weg zu Madam Malkins machen.
Doch kaum machten sie einen Schritt, da hörten sie eine bekannte Stimme "HARRY!" rufen. Sie drehten sich um und erkannten Molly Weasley, die auf sie zu gestürmt kam. Sie wollte Harry umarmen, doch dieser wich aus und stellte sich hinter seine Hauslehrerin.
"Harry was hast du denn? Warum lässt du dich den Umarmen?" fragte eine verwirrte Molly. "Weil ich nicht weis ob ihre Freundlichkeit nicht nur gespielt ist und sie nur an mein Geld heran wollen." entgegnete Harry mit erstaunlich fester Stimme.
Daraufhin sah Molly hin als ob ihm zwei Hörner wachsen. "Was!? Wie kommst den auf so eine Schnapsidee? Du bist wie ein Sohn für mich. Mich interessiert dein Geld nicht. Ich bin nur um dein Wohl besorgt. Aber wie kommst du denn nun darauf?" fragte Molly verwirrt. So erzählte ihr die Geschichte aus dem Zug.
Danach war zwischen ihrer Haar- und Gesichtsfarbe kein Unterschied mehr zu machen.
"Na warte! Der wird sein blaues wunder erleben!" wetterte sie und wollte gerade verschwinden als sie Harry aufhielt. "Warten sie Mrs. Weasley! Die Eltern von Hermine wollen ebenfalls ein Wörtchen mit ihr sprechen, also würde ich vorschlagen sie gehen als erstes zu ihnen und besprechen den weiteren Ablauf." "Eine sehr gute Idee, mein Lieber. Wo finde ich sie den?" fragte Mrs. Weasley höchst interessiert. "Auf einer Farm in der Nähe von Norwich." "Danke, ich hoffe wir sehen uns bald wieder!" Sie umarmte Harry nun doch, der sich es auch gefallen ließ und apparierte.
"Was war das denn? Du vertraust doch sonst niemanden so schnell, warum ihr?" fragte Minerva erstaunt. "Ich habe es einfach gespürt. In der letzten Zeit merke ich ob jemand die Wahrheit sagt oder nicht. Es ist schon rechtseltsam, aber bei Mrs. Weasley konnte ich nur die reine Wahrheit spüren, daher." erklärte Harry fast Schulter zuckend.
Doch Minerva sah ihn nachdenklich an, denn auch für Zauberer war das nicht üblich.
So gingen sie dann zu Madam Malkins um ihm noch ein paar passende Umhänge zu kaufen. "Komm wir setzen uns noch ins Eiscafé." schlug Minerva vor und Harry nickte zustimmend.
"Ist eigentlich etwas passiert in der Zeit in der ich nicht in Hogwarts war?" fragte Harry nach einer Weile.
"Ja. Deine ehemaligen Freunde haben sich noch weiter von dir distanziert und versuchen alle auf ihre Seite zu ziehen. Sie behaupten, dass du abgehauen bist und dich Voldemort anschließen willst. Doch das Haus hat sich geteilt, denn Neville und Dean halten dagegen und nun ist ein interner Kampf ausgebrochen.
Dieser breitet sich auch auf die ganze Schule aus. Huffelpuff und Ravenclaw sind ebenfalls gespalten, allein Slytherin ist geschlossen der Meinung, dass du einfach nur verrückt bist. Wir Lehrer haben alle Hände voll zu tun um die Streitigkeiten zu unterbinden. Wir wundern uns warum Albus nichts dagegen unternimmt, doch wenn wir ihn fragen, sagt er nur das es normal sei, wenn sich die Häuser untereinander bekriegen, von den internen Streits sagt er nie etwas.
Ich weis nicht wie du es findest aber Severus hat seinen Spaß, denn er zieht ohne Punkt und Komma Punkte von Miss Granger und Mister Weasley ab und gibt den Schülern die hinter dir stehen bessere Noten, aber nur heimlich, er muss ja seinen Ruf waren." erklärte Minerva und grinste zum Schluss. Auch Harry grinste, bei der Vorstellung einen fairen Snape zu haben.
"Komm ich muss noch zu Gringotts etwas Geld für die Schule holen." sagte Minerva und beide machten sich langsam auf den Weg zur Bank.
Als Harry jedoch durch die Tür schritt, fing sein ganzer Körper an zu kribbeln und ein lauter Alarm ging los. Harry sah sich erschrocken um und auch Minerva wusste nicht was das zu bedeuten hatte. Doch da kam schon ein Kobold auf sie zu gerannt. "Professor, er ist es!" sagte er zu Professor McGonagall und zeigte auf Harry.
Die Lehrerin sah ihn erstaunt, erschrocken und ungläubig zu gleich an, doch fing sie sich wieder schnell. Sie packte Harry am Arm und rief: "CONCILIUM BESTIA MAGIUS CONVOCARE!" Sie wurden kurz von einem hellen Licht umgeben und waren dann verschwunden.
