Warten

Schweigend gingen sie durch die Gänge. Überrascht stellte John fest, wie viel los war. Sie mussten aufpassen, nicht ständig in irgendwelche Gruppen zu rennen, die aus irgendwelchen Gründen plötzlich stehen blieben.

Als er auf die Uhr sah, wusste er auch warum. In wenigen Minuten begann das Abendessen.

Sie verließen das Schloss durch den Haupteingang, bereit, auf jede Überraschung zu reagieren.

Doch alles blieb ruhig. Niemand griff an und keine Eule kam, um eine Nachricht zu überbringen.

Hermine musste nach wenigen Minuten gehen, sie hatte beim Abendessen die Aufsicht über den Gryffindortisch.

John blieb noch lange draußen, versuchte, seine Gedanken zu sortieren und in logische Bahnen zu lenken. Aber er hatte nicht viel Erfolg.

Es gab zu wenige Indizien, um überhaupt einen Verdacht formen zu können. Einzig die Karte der Rumtreiber hatte die Zahl der Verdächtigen überhaupt einkreisen können. Er teilte Hermines Meinung, dass es keinen Zauberer gab, der in der Lage war die Karte der Rumtreiber zu täuschen. Also musste es jemand von der Liste sein.

Am See setzte er sich auf den Steg, der in das Wasser hineinragte, holte die Karte aus seiner Tasche und erweckte sie wieder zum Leben und versuchte, weitere Informationen zu bekommen.

Doch immer wieder kam die Auskunft: ‚Diese Daten wurden nicht gespeichert.'

Als John aufgab, beobachtete er noch eine Weile, wie auf der Karte die Schüler in die einzelnen Häuser zurückkehrten und sich die Gänge leerten.

John konzentrierte sich auf die Karte. Es dauerte eine Weile, bis sie verstand, was er wollte, dann wurden die Namen der Verdächtigen fett geschrieben und er würde ein warnendes Signal erhalten, sollte einer von ihnen Hogwarts Grenzen übertreten.

Jetzt konnte er nur noch warten, dass etwas passierte.

Zwei Tage später war John mit den Nerven am Ende.

Der Entführer hatte keine Forderungen gestellt. Hatte keinen Brief, kein Lebenszeichen von Rodney geschickt. Nichts. Er war in der Versenkung verschwunden.

Mit der Karte der Rumtreiber überwachte John zwar alle Verdächtigen, doch es war nichts Auffälliges passiert.

Die Schüler gingen wie gewohnt zum Unterricht, verbrachten ihre Freizeit in der Bibliothek oder auf dem Quidditchfeld und das Lehrpersonal verhielt sich auch normal. Einzig Charlie Weasley hatte Hogwarts verlassen, aber immer nur, um seiner Aufgabe als Wildhüter nachzukommen. John hatte ihn jedes Mal überprüft.

Nur noch 36 Stunden, dann würde der Vollmond über Hogwarts aufgehen.

Die letzten zwei Tage hatte John in der Bibliothek verbracht, auf der Suche nach den Büchern, die die Rumtreiber als Grundlage zur Herstellung der Karte benutzt hatten, aber er konnte nichts finden.

Selbst die Karteikarten, die Ms Pince für jeden Schüler angelegt hatte, gaben keinen Hinweis. Es war zwar fein säuberlich notiert, welche Bücher die Rumtreiber ausgeliehen hatten, aber Ms Pince hatte nur die üblichen Schulbücher und Literatur über Werwölfe notiert.

John vermutete, dass Krone, Tatze, Moony und Wurmschwanz wahrscheinlich nicht ganz legal an die Bücher herangekommen waren, mit deren Hilfe sie die Karte gemacht hatten.

Jetzt saß John auf dem Astronomieturm und hoffte auf ein Wunder. Doch so sehr er auch den Himmel absuchte, keine Eule erschien.

Schritte kündigten an, dass er nicht mehr lange allein sein würde. John drehte sich um und blickte zum Aufgang.

Es war Severus. Der Tränkemeister hockte sich neben John und blickte in den Himmel.

John musterte ihn. Severus sah schrecklich aus. Er hatte dunkle Ringe unter den Augen, Falten hatten sich tiefer als normal in sein Gesicht eingegraben und sein Haar war fettiger und ungepflegter als jemals zuvor.

„Der Trank ist fertig."

Selbst die Stimme klang sehr erschöpft.

„Danke." John wusste, was für eine Leistung Severus erbracht hatte. „Ich befürchte nur, dass der Vollmond aufgeht und Rodney immer noch in Gefangenschaft ist. Dann war alles umsonst."

„Der Entführer hat sich immer noch nicht gemeldet?"

Severus hatte sich wohl in sein Labor eingeschlossen und nichts von der Umwelt wahrgenommen.

„Nein." John schüttelte den Kopf. „Er will mich wohl mürbe machen, damit ich ohne Diskussionen auf seine Forderungen eingehe."

„Wirst du es?"

Es war seltsam, dass Severus ihn nach so vielen Jahren duzte. Und zudem in einem für seine Verhältnisse freundlichen Tonfall. Aber es fühlte sich nicht falsch an.

„Ich weiß doch noch nicht einmal, was er will. Falls er einen Austausch anstrebt und mich haben will, dann werde ich sofort darauf eingehen."

„Du opferst dich gerne für andere."

Der spöttische Unterton war da, aber es fehlte die beißende Schärfe, die sonst immer ihre Gespräche dominiert hatte.

„Habe ich gesagt, dass es ein Opfer ist?" John lächelte Severus ironisch an. „Wer auch immer Rodney entführt hat, weiß nicht, wozu ich fähig bin."

Der Tränkemeister zog eine Augenbraue hoch.

„Das, was ich beim Duell erlebt habe, ist wahrscheinlich nur ein kleiner Teil davon. Aber wenn man dich betäubt, dann bist du hilflos."

John nickte zustimmend, daran hatte er auch gedacht.

„Das ist ein Risiko, das ich eingehen muss, aber glaubst du wirklich, dass man mich töten wird, ohne mich wissen zu lassen, wer dafür verantwortlich ist?"

Severus sah John fragend an.

„Bist du dir sicher?"

„Bei den Muggeln nennt man das die ‚Evil-Overlord-Regeln', die sie meistens auf Filme anwenden. Ich habe festgestellt, dass es auch in der Realität so ist. Selbst Voldemort war dumm genug, mit seinen Taten zu protzen."

Severus lachte trocken.

„Stimmt. Er hielt sich für den Größten, doch jeder der ihn ein wenig kannte, wusste, wie viele Komplexe er zu kompensieren versuchte. Doch er hätte dafür gesorgt, dass du in so einer Situation nicht zaubern könntest. Dafür hatte er seine Mittel."

„Gibt es ein Gegenmittel?"

Es gab nur eine Person, die Voldemort mit den verschiedensten Tränken versorgt hatte, und praktischerweise saß sie direkt neben John.

„Ich habe immer dafür gesorgt, dass Voldemort erst dann einen Trank bekam, wenn ich immun dagegen war. Hier!" Severus nahm aus seinem Umhang zwei Phiolen und reichte sie John. „Die eine trinkst du jetzt und die andere in zwölf Stunden. Erst danach bist du für drei bis vier Tage immun."

„Danke."

Nachdenklich betrachtete John die Phiole. Severus musste den Trank extra für ihn gebraut haben. Er entkorkte das Glasgefäß und zwang sich, es in einem Zug auszutrinken.

Der Trank schmeckte grauenhaft und John kämpfte minutenlang gegen den Drang an, sich zu übergeben. Erst als er sich sicher war, nicht auf Severus Robe zu erbrechen, ergriff er das Wort.

„Ich habe ganz vergessen, dass Zaubertränke nicht schmecken."

„Bei diesem Trank hatte ich nie die Zeit, auch nur einen Gedanken an die Geschmackskomponenten zu verschwenden. Deswegen ist er viel schlimmer als die meisten Tränke. Hier!", damit reichte Severus ihm eine weiter Phiole. „Das ist gegen die Übelkeit."

Es hätte John auch sehr gewundert, wenn Severus ihm nicht den einen oder anderen Streich spielen würde. Damit konnte er leben. Doch kommentarlos wollte er das nicht durchgehen lassen.

„Danke, fünf Minuten eher und es wäre ein gutes Timing gewesen."

„Fünf Minuten eher und die ganze Arbeit wäre umsonst gewesen, weil die Komponenten der beiden Tränke sich neutralisiert hätten. Du hattest es aber gut im Griff, eigentlich bräuchtest du den Magenberuhigungstrank jetzt nicht mehr."

Ein eiserner Magen war bei den diplomatischen Missionen auf fremden Planeten unerlässlich. John wollte gar nicht wissen, was man ihm bei diversen Festmählern schon als lokale Delikatesse vorgesetzt hatte. Ob gefüllte Haselmäuse oder Affenaugen, alles hatte er, ohne mit der Wimper zu zucken, essen müssen.

„War das jetzt ein Kompliment?" John zog fragend die Augenbraue hoch.

„Bild dir nichts ein, Sheppard. Hermine predigt mir immer wieder, dass man manchmal anderen Leuten Honig um den Bart schmieren muss, um sie zu außergewöhnlichen Leistungen zu motivieren."

„Ich dachte, die habe ich schon erbracht, indem ich den Trank geschluckt habe."

Severus schüttelte den Kopf, dann grinste er. Gemein und hinterhältig.

„Die zweite Portion schmeckt noch schlechter als die erste und danach darfst du nichts zur Magenberuhigung nehmen, sonst wirkt es nicht."

„Gut zu wissen. Hat es eigentlich Nebenwirkungen, wenn ich den zweiten Trank nicht nehme? Falls man mich nun doch nicht im Austausch zu Rodney haben will. Oder muss ich ihn nehmen, um noch schlimmere Nebenwirkungen zu vermeiden?"

„Es könnte sein, dass du ein zwei Tage das Gefühl hast, leicht über dem Boden zu schweben. Aber das war es auch schon."

Ein Piepsen aus der inneren Jackentasche lenkte Johns Aufmerksamkeit ab. Er holte die Karte der Rumtreiber heraus und rollte sie aus. Das Geräusch hatte angezeigt, dass einer der Verdächtigen das Hogwartsgelände verlassen hatte. Wieder war es Charlie Weasley. Dort, wo er die Grenze überschritten hatte, begann der verbotene Wald.

John fühlte Severus' Blick.

„Ist das die Karte?"

„Hmmm."

Warum hatte Charlie gerade jetzt Hogwarts verlassen? Hermine hatte John die Stundenpläne aller Lehrer gegeben, deswegen wusste er, dass die vierte Klasse Ravenclaw/Gryffindor bestimmt schon auf den Weg zu ihm war. Und laut Lehrplan – an den sich Charlie strikt hielt – waren Augurey und ihre Pflege Unterrichtsthema. Kein Grund, Hogwarts zu verlassen.

Das würde John nachprüfen müssen, wenn Charlie zurückkehrte.

„Ich hätte nie gedacht, dass die Rumtreiber in ihrer Schulzeit nicht nur Unsinn angestellt hatten. Mit der Karte waren sie ja richtig kreativ."

„Aber nur, um ihre Streiche auszuhecken, ohne entdeckt zu werden. Wenn ich mich recht entsinne, warst du nicht nur ein Mal ihr Opfer."

John erinnerte sich immer noch an die Szene aus Severus' Denkarium.

„Das ist lange her und inzwischen habe ich die Sache überwunden. Dafür kannst du dich bei Hermine bedanken." Severus zögerte einen Moment, dann sprach er weiter. „Außerdem war meine Rache fürchterlich. Ich bezweifle, dass Remus oder Sirius jemals berichtet haben, dass ihre Haare zwei Wochen slytheringrün gefärbt waren und ihre gesamte Kleidung schwarz getönt war…"

„Nein, das haben sie nicht." John schüttelte grinsend den Kopf. „Ich wüsste nur zu gerne, welche Bücher sie zu Rate gezogen hatten, um die Karte zu erstellen. Ich habe nicht die geringste Ahnung, wo ich suchen soll."

„Es gibt nur zwei bis drei Bücher, die ähnliche Themen behandeln. Die Namen weiß ich nicht mehr genau, aber ich suche sie dir raus, nachdem ich einige Stunden geschlafen habe."

„Hast du heute keinen Unterricht mehr?"

Ein gemeines Grinsen erschien auf Severus Gesicht.

„Ein Gryffindor – fünfte Klasse – hat heute seinen Kessel in die Luft gejagt. Passiert ist nichts, aber der Raum stinkt so sehr, dass die nächsten zwei Tage kein Unterricht möglich ist. Und woanders kann ich nicht arbeiten."

John sah ihn fragend an. Doch er sprach seinen Verdacht nicht aus.

„Ich habe dem Jungen 25 Punkte abgezogen und er muss einen fünf Fuß langen Aufsatz schreiben, warum man Tränke nur in sauberen Kesseln brauen soll."

„Severus Snape wird ja richtig nachsichtig", spöttelte John. „In meiner Zeit hätte ich zusätzlich mindestens fünf Mal nachsitzen müssen."

„Der Junge wird noch mindestens fünf Tage stinken und seit ich mit Hermine zusammen bin, habe ich in meiner Freizeit etwas Besseres zu tun, als Kinder zu beaufsichtigen."

„Sie ist anspruchsvoll."

John blickte auf die Karte. Charlie war immer noch nicht zurückgekehrt, obwohl der Unterricht längst angefangen hatte.

„Alles in Ordnung?"

Severus hatte gemerkt, dass John unruhig war.

„Nicht wirklich. Als es eben gepiepst hat, hatte Charlie Weasley Hogwarts verlassen, und er ist noch nicht zurückgekehrt. Scheinbar habe ich jetzt einen Hauptverdächtigen."

„Ich habe schon lange kein Veritaserum mehr gebraut."

Fragend sah John den Tränkemeister an.

„Was willst du? Diese Kooperationsbereitschaft ist nicht mehr normal. Was steckt dahinter?"

„Hermines Bitte, nett zu dir zu sein."

Severus' Gesicht war ausdruckslos.

„Du bist ein schlechter Lügner und hast noch einen Versuch."

Doch bevor Severus antworten konnte, hörte John den Flügelschlag einer sich nähernden Eule.

Er stand auf und hielt den Arm hoch.

Den Vogel erkannte er sofort. Es war die Eule, die auch die erste Botschaft des Entführers überbracht hatte.

Elegant landete das Tier auf Johns Arm und hielt ihm auffordernd den Fuß hin. Es war eine Schleiereule. Intelligent und gefährlich. Zuverlässiger als alle anderen Botenvögel und ihren Herren treu ergeben.

Sie schuhute ärgerlich, als John ihr nicht sofort die Botschaft abnahm. Erst als sie das Bein anzog und wegfliegen wollte, nahm John ihr das Pergament ab. Und bevor sie ihm aus Verärgerung über seine Hinhaltetechnik picken konnte, betäubte er sie mit einem ‚Stupor'.

John fing sie auf, als sie gelähmt umkippte, und legte das Tier vorsichtig auf den Boden. Er wollte es nicht wegfliegen lassen, aber verletzen sollte es sich auch nicht.

„Du weißt, dass du in Zukunft weder Briefe von Eulen gebracht bekommst, noch sie Briefe für dich transportieren werden, wenn sie erfahren, was du gemacht hast? Egal, welche Botschaft sie überbringen, Eulen genießen Immunität."

„Sie wollte mich picken und deswegen habe ich sie bestraft. Gibt es eine Möglichkeit, den Besitzer herauszufinden?"

Severus war in der Zwischenzeit aufgestanden und betrachtete das Tier näher.

„Beringt ist die Eule nicht und sie hat auch keine besonderer Federfärbung. Und sie gehört weder zu Hogwarts Eulerei, noch hat sie mir jemals einen Brief gebracht. Was machst du jetzt mit ihr?"

John zuckte mit den Achseln.

„Nichts. Nur dafür sorgen, dass sie nicht zu ihrem Besitzer zurückkehren kann. Soll er sich doch Sorgen machen." Er nahm das Pergament und las den Text.

Hallo Harry!

Ich hoffe, dass Sie nicht ungeduldig geworden sind, aber ich musste mich vergewissern, dass Sie den Orden nicht eingeschaltet haben.

Um McKay lebend und in einem Stück wiederzubekommen, verlange ich, dass Sie dafür sorgen, dass das Ministerium seine Arbeit aufgibt und durch den Orden ersetzt wird.

Wie Sie das machen, ist Ihre Sache.

Sie haben fünf Tage Zeit, danach schicke ich Ihnen zur Erinnerung einen Finger von McKay.

P.S.: Damit Sie nicht behaupten können, dass ich ihn umgebracht habe, habe ich ihm gestattet, auf der Rückseite einige Zeilen zu schreiben.

John schluckte und kämpfte um seine Beherrschung. Er war sich nach diesen Zeilen sicher, dass es wirklich Charlie Weasley war, der Rodney entführt hatte und jetzt wusste er auch, warum Charlie Hogwarts verlassen hatte.

Er drehte das Blatt um und las Rodneys Notiz.

Hallo Colonel Sheppard!

Bis auf die Tatsache, dass man mich in einen recht dunklen, ausbruchssicheren Raum eingesperrt hat, geht es mir den Umständen entsprechend gut.

Das Essen ist erträglich und man achtet sogar darauf, dass ich nichts mit Zitrusfrüchten bekomme.

Und mehr darf ich nicht schreiben.

McKay.

Den Gedanken, loszulaufen und Charlie zu suchen, verwarf John direkt wieder. Charlie war nicht mehr im Verbotenen Wald, sondern direkt weiterappariert und nur Merlin mochte wissen wohin.

Es gab weder einen Zauber, mit denen man den Spuren einer Apparation folgen konnte, noch gab es eine Antikertechnologie, die so etwas vollbrachte.

Deswegen setzte John sich wieder hin und atmete tief durch.

„Irgendwelche Hinweise?"

„Es ist Charlie Weasley! Niemand sonst kann es gewesen sein. Und er will, dass ich einen Machtwechsel erzwinge. Hier."

Damit reichte John Severus das Pergament. Der las beide Notizen und schnaubte verächtlich.

„Glaubt dieser Idiot wirklich, dass du so viel verändern kannst? Ich habe schon immer behauptet, dass diese Familie dumm ist. Und hier habe ich den endgültigen Beweis."

„Charlie ist ein Idiot", stimmte John zu. „Aber von Molly würde ich das nicht behaupten. Ich werde sie aufsuchen und ihr den Brief präsentieren. Sie wird mir helfen, Charlie aufzuspüren. Gibt es eine Möglichkeit, der Eule einen Sender oder etwas Ähnliches zu verpassen?"

Severus zögerte einen Moment.

„Es gibt einen Trank, den ich ins Futter mischen könnte, aber wenn das herauskommt, wird keine Eule mehr für mich arbeiten. Es ist ein stolzes Volk. Und noch habe ich keine Garantien, dass ich die magische Welt für immer hinter mich lassen kann."

John konnte ihn verstehen. Bei jedem anderen hätte er versucht, mit einem charmanten Lächeln und vielen netten Worten sein Ziel zu erreichen. Aber bei Severus würde es nicht funktionieren. Im Gegenteil, es würde ihren neu gewonnen Frieden zerstören.

Deswegen hob er bedauernd die Arme.

„Es ist leider nicht meine Entscheidung. Deswegen kann ich auch nichts garantieren. Aber wenn ich jetzt gehe, kannst du dafür sorgen, dass das Tier sicher weggeschlossen wird und gut versorgt wird?"

„Das wird kein Problem sein. Da keiner erfahren soll, dass das Tier überhaupt auf Hogwarts ist, werde ich es für die nächsten Tage im Klassenzimmer unterbringen, dort wird garantiert niemand nachschauen."

Grinsend schüttelte John den Kopf.

„Du gehst aber immer auf Nummer sicher, Severus."

„Wer weiß, welche Verbündete Charlie gewonnen hat. Das Ministerium ist bei den wenigen, die wirklich noch denken, nicht sehr beliebt." Severus bückte sich und hob den Vogel auf, der immer noch betäubt auf dem Boden lag. „Erwarte nicht zu viel von mir. Ich bin kein Mann, dem man vertraut."

„Albus hat dir vertraut. Und inzwischen verstehe ich auch, warum er es getan hat."

Ohne auf eine Antwort zu warten, drehte John sich um und lief zu seinem Quartier. Dort packte er einige wenige Sachen zusammen, die er vielleicht in der Winkelgasse brauchen würde.

Keine zehn Minuten später verließ er das Schloss und als er die Apparationsgrenze erreicht hatte, konzentrierte er sich auf die Winkelgasse.