Kapitel 2.4 Wüste
James Tiberius Kirk war nie ein glückliches Kind gewesen.
Ohne je die Wahl gehabt zu haben oder es erklären zu können, ließ er als Schmied seines eigenen Schicksals das allgemeine Unglück die Oberhand gewinnen.
Jim war weder ein Frauenheld noch ein oberflächlicher Rüpel – lediglich ein Suchender ohne Ziel, ein Verlangender ohne ein Objekt der Begierde.
Schon als Kind war er durch ein derartiges Verhaltensmuster aufgefallen, welches nicht einmal die renommiertesten Psychologen entschlüsseln konnten, später hatte er die Computer gehackt, um sämtliche Akten über diese Vorfälle und Beweise für diverse psychiatrische Behandlungen zu vernichten, da genannte Unterlagen seiner Karriere bei der Sternenflotte nicht unbedingt dienlich gewesen wären.
Sobald der kleine Kirk Junior etwas sah, was ihn faszinierte, egal ob es eigentlich nützlich, schön, spaßbringend oder einfach nur unnötig war, musste er es unbedingt haben und je mehr sich seine Mutter weigerte es ihm zu geben, desto reizvoller wurde es. So mancher würde nun behaupten, dass es vollkommen natürlich sei, wenn Verbotenes eine gewaltige Verlockung sowohl auf Kinder als auch auf Jugendliche ausübe und sie das Interesse verlören, sobald sie den gewünschten Gegenstand erhielten.
Doch Jim verlor nicht nur das Interesse an diesen Dingen, sondern entwickelte einen alles verzehrenden Hass auf die Gegenstände seiner vergangenen Begierde. Die für ihn momentan präsenteste Erinnerung galt einem wunderschönen Sommertag, in der er als Siebenjähriger in Begleitung seiner Mutter durch grüne Wiesen wanderte und sie nach einiger Zeit auf eine Schar junger Kaninchen trafen. Sobald der kleine Junge diese flauschigen Bündel Lebens erblickt hatte, entbrannte in ihm der lodernde Wunsch eines von ihnen zu besitzen. Mit viel Geschick gelang es Mutter und Sohn, ein winziges Fellknäul einzufangen, doch sobald er es in den Händen hielt, spürte er einen so unbändigen Zorn, dass er das winzige, knopfäugige Tier beinahe mit bloßen Händen getötet hätte.
Von seinen eigenen Empfindungen überflutet und verängstigt ließ er das Kerlchen fallen, als hätte er sich die Finger daran verbrannt
Das Häschen stieß einen schmerzerfüllten Schrei aus, als es unsanft auf dem Boden landete, und hoppelte eiligst, leicht humpelnd von dannen. Wie in einem bösen Traum schien sich die Zeit wie ein Kaugummi zu strecken, als Jim langsam den Kopf hob und einen Ausdruck auf dem Gesicht seiner eigenen Mutter erblickte, der sich in seine Netzhaut einzubrennen schien. Den restlichen Tag hatte er sich in sein Zimmer eingeschlossen und weinte stumm in das große Kissen seines Bettes.
Seit diesem Vorfall bemühte er sich krampfhaft diese Gefühle zu unterbinden, doch es gelang ihm lediglich die gewaltige Zerstörungswut später, wenn er allein war, auszuleben. Weihnachten und Geburtstage wurden ihm eine unsägliche Qual, da er fürchtete im Angesicht seiner Geschenke die Kontrolle zu verlieren, sodass Jim sich zu solchen Anlässen grundsätzlich gelangweilt gab, um von seiner Panik abzulenken. Dieses Verhalten wirkte sich später auch negativ auf die Beziehung zum anderen Geschlecht aus, sodass Jim niemals wahre Intimität und Liebe erfuhr, sondern sich grundsätzlich nur auf emotionslosen, oberflächlichen Sex einließ.
Er spürte ganz genau, dass er mit dieser Lebensweise alles Schöne und Glückliche verpasste, doch fürchtete er seine eigene dunkle Seite zu sehr. Wenn die Hilflosigkeit das Maß des Erträglichen sprengte, suchte er Vergessen und Betäubung in großen Mengen Alkohol.
Häufig prügelte sich Kirk und wehrte sich um einiges schlechter, als er sich eigentlich hätte verteidigen können, sodass er immer wieder schmerzhafte und zum Teil auch ernste Wunden davontrug, die wenigstens für die Dauer ihrer Heilung die emotionale Pein überdecken konnten. Sein Lebensstil veränderte sich drastisch, als er der Sternenflotte im zarten Alter von siebzehn Jahren beitrat, da er nicht bereit war, das Risiko auf sich zu nehmen, aufgrund seines Verhaltens Verdacht zu erregen.
Doch dieses merkwürdige, unkontrollierbare Etwas schlummerte noch immer tief vergraben in James Tiberius Kirks Seele. Eine kurze Bewegung, die er aus dem Augenwinkel wahrnahm, ließ ihn aus seinen Überlegungen hochschrecken und Kirk konnte gerade noch rechtzeitig den Kopf drehen, um einen schmerzerfüllten Ausdruck auf dem Gesicht seines ersten Offiziers zu bemerken. Dessen Miene glättete sich zwar nach kürzester Zeit wieder, doch blieb ein vager Schatten von Erschöpfung in Spocks Augen. Kirk hätte beinahe besorgt seine Hand auf den Arm des Wissenschaftsoffiziers gelegt, aber unterließ diese Handlung, sich seiner eben gründlich überdachten Problematik erinnernd.
Jim konnte es nicht leugnen, dass Spock gerade im Begriff war, zu einem weiteren Risikofaktor zu werden, da der Captain, nun da er so wahnsinnig dicht neben diesem saß, deutlich ein unbewusstes und unerklärliches Verlangen nach dem Vulkanier verspürte, der ihn seit jeher fasziniert hatte. Mit loderndem Blick beobachtete er die schlanken Finger seines ersten Offiziers, während diese mit viel Geschick den defekten Phaser rekalibrierten, und bewunderte abermals ihre elegante Effiziens und Präzession.
Die besondere Bedeutung dieser Extremitäten verstärkte nur seine Faszination für sie. Ihm war schon seit Langem bewusst, dass Vulkanier Berührungstelepathen waren, doch hatte er nie begriffen, was sich dahinter verbarg, bis er zufällig einer Gadankenverschmelzung beiwohnte und deren Intensität sogar als Außenstehender wahrnehmen konnte. Auch die Begegnung mit Spocks Eltern war ein wahrhaft erstaunliches Erlebnis, da er die vulkanische Form eines Kusses beobachtet und sofort die gewichtige, mystische Bedeutung hinter der zärtlichen Berührung der Zeige- und Mittelfinger von Amanda und Sarek verstanden hatte.
„Captain?"
„Captain?"
Kirk schrak aus seinen Gedanken hoch und bemerkte, dass Spock ihn fragend betrachtete, während er ihn anscheinend schon zum wiederholten Mal ansprach. „Tut mir leid, Spock. Ich war ziemlich tief in Gedanken, könnten sie ihre Frage vielleicht wiederholen?"
Der Vulkanier zog eine Augenbraue hoch, ging aber nicht näher auf Kirks Verhalten ein: „Es handelt sich durchaus nicht um eine Frage, sondern vielmehr um eine Aussage. Ich konnte den Phaser vollständig reparieren, sodass er nun mit größter Wahrscheinlichkeit wieder einwandfrei funktionieren müsste. Außerdem sollten wir meiner Meinung nach aufbrechen, da eine weitere Verzögerung des Abmarschs die gegenwärtige Situation nicht verbessert, sondern eher verschlechtert."
Nach kurzem Zögern erhob sich Kirk zustimmend nickend, um zu McCoy zu gehen, der ein weinig entfernt auf dem harten, sandigen Boden zu einer Kugel zusammengerollt schlief, und diesen zu wecken. Dieses Unterfangen war nicht gerade ein leichtes, da der Dokter sämtlichen Weckversuchen mit immenser Hartnäckigkeit zu widerstehen schien, bis Kirks Geduld am Ende war und er mit gebündelter Autorität dem selig Schlafenden ins Ohr brüllte: „Aufstehen, Kadett! Das ist ein Befehl !!"
An den täglichen Drill der Akademie erinnert, schoss McCoy praktisch hoch und versuchte Haltung anzunehmen, was nicht wirklich funktionieren wollte und dem Captain ein amüsiertes Lachen entlockte: „Rühren, Kadett!"
Der Doktor hatte nun auch langsam wieder zurück in die Realität gefunden und strafte seinen Vorgesetzten mit einem wahrlich zornigem Blick: „Und so etwas findest du also lustig, Jim? Deinen alten Freund dermaßen zu quälen."
Kirk zuckte entschuldigend mit den Achseln: „Auf andere Weise hätte ich dich wahrscheinlich gar nicht wach bekommen."
McCoys wütend verzerrte Gesichtsmuskulatur entspannte sich ein wenig und erklärte mit milderer Stimme: „ Ich habe geträumt, ich sei auf Hawaii und eine blonde Schönheit brachte mir eisgekühlte Cocktails. Und nun wache ich auf diese unsanfte Art auf und alles was von meinem Phantasieparadies noch bleibt, ist die brütende Hitze und der Sand."
Obwohl Kirk noch immer äußerst amüsiert wirkte, erwiderte er voller Mitleid: „Nimm´s nicht so schwer, Pille. Spock hat es geschafft den Phaser zu repariert. Jetzt können wir aufbrechen, dann bist du bald wieder auf der Enterprise und dann versprech´ ich dir, dass der Captain höchstpersönlich dir einen selbstgemixten Cocktail mit Eis spendiert.
Ein weinig zufriedener trottete McCoy Kirk hinterher, konnte es sich aber nicht nehmen lassen, leise, mit sarkastischem Unterton zu murmeln: „Na wenigstens bist du auch blond, sonst hätten wir beide ein Problem."
Spock erwartete sie bereits und betrachtete den Captain erwartungsvoll, als dieser begann: „Wie sieht es aus? Können wir aufbrechen?....Ich würde allerdings noch eine kleine Besprechung der Lage vorziehen, ehe wir unseren lustigen Ferientrip beginnen." Spock verstand sofort, dass es eine an ihn gerichtete Aufforderung war und ergriff das Wort, während er bemüht war, den verletzten Fuß möglichst wenig zu belasten: „Unsere Inventar beinhaltet momentan zwei Phaser, sowie einen medizinischen als auch einen wissenschaftlichen Trikorder, der mit den wichtigsten Daten des Shuttlecomputers ausgerüstet ist, eine Erste Hilfe Tasche, einige Essensnotrationen und natürlich unsere fünf Kommunikatoren.
Die wohl schwerwiegendste Problematik wird mit aller Wahrscheinlichkeit unser Mangel an Trinkwasser darstellen. Daher empfehle ich mit Nachdruck den Aufbruch gen Störquelle, um möglichst diese Wüstenregion ohne weitere Verzögerung auf dem schnellsten Wege zu verlassen. Laut Scanner besteht ein im höchsten Maße unlogischer Übergang von der Wüste zu einem Gebiet mit gemäßigtem Klima, das bedeutet Temperaturen um die 20° C, geringer Niederschlag, sowie eine gedeihende Flora und Fauna lediglich 23,4 Kilometer von unserem Standort in nordwestlicher Richtung entfernt."
McCoys Augen weiteten sich in Erstaunen: „Bedeutet das etwa, dass wir hier gegrillt werden, während uns ein herrliches Paradies mit offenen Armen nur einen Katzensprungentfernt empfangen würde? Und was soll daran unlogisch sein?" Spock war absolut sprachlos. Er starrte den Doktor mit aufgerissenen Augen und offenem Mund an – so sah es auf jeden Fall in Kirks Phantasie aus, da er mittlerweile ein bestimmtes Geschick entwickelt hatte, auch an den minimalen Bewegungen von Spocks Gesichtsmuskulatur dessen Gedanken und Emotionen zu erraten. In diesem Moment wirkte der Halbvulkanier allerdings selbst auf ein ungeübtes Auge absolut fassungslos.
Mit belegter Stimme begann er: „ Wir werden hier in keiner Weise „gegrillt". Soweit es mir bekannt ist, handelt es sich dabei um eine Methode Fleisch, bevorzugt Schwein oder Rind zu garen über offenem Feuer oder mithilfe elektronischer Geräte. Desweiteren sprach ich von einer gemäßigten Klimazone und nicht von dem „Paradies" aus der weit verbreiteten Bibel, der Grundlage des menschlichen Religionskults dem Christentum; und selbst wenn davon die Rede gewesen wäre, haben Orte trotz alledem keine Arme. Und letztendlich bezweifle ich stark, dass eine gewöhnliche, irdische Katze imstande wäre, eine Strecke von 23,4 Kilometern in nur einem Sprung zurückzulegen."
Beeindruckt von dieser Ansprache klatschte McCoy in die Hände und rief begeistert aus: „ Jetzt glauben sie, mich ganz schön in die Pfanne gehauen zu haben, was?"
Spock blickte McCoy an, als hätte dieser ihm gerade ausführlich erklärt, dass Vulkanier Clownsfisch ähnliche Lebewesen seien, die ihr kurzes Leben damit verbrächten zu überdenken, wie man unter Wasser überzeugend einen Witz erzählen soll.
Schließlich entschied sich der Wissenschaftsoffizier gegen eine Erwiderung und blickte resignierend zu Kirk, der gar nicht mehr aufhören konnte zu lachen.
Als er sich nun endlich beruhigt hatte, sprach er ein Machtwort: „So, meine Herren. Ich erkläre die Stand-Up-Comedyshow offiziell für beendet und ordne den sofortigen Aufbruch an. In welche Richtung müssen wir noch gleich laufen, um die gemäßigte Klimazone zu erreichen?"
Spock bedachte seinen Trikorder nur mit einem flüchtigen Seitenblick, ehe er antwortete: „ In nordwestlicher Richtung; das bedeutet zwar, dass wir einige Zeit länger benötigen werden, um die Störquelle zu erreichen, allerdings ist dies die kürzeste Strecke zu dem Gebiet, welches für ihren Organismus angenehmere Witterungsverhältnisse aufweist. Außerdem……."
Spock hielt schlagartig inne, führte seine Hand zur Wange, berührte eine bestimmte Stelle, erstarrte in der Bewegung und wandte sich von den anderen beiden ab. Prüfend streckte er die Rechte aus, blickte auf seinen Trikorder und ein besorgter Ausdruck legte sich auf sein Gesicht.
Kirk und McCoy beobachteten irritiert das Geschehen und sahen mit synchronem Unverständnis in den Augen einander an. Letztlich ergriff Kirk das Wort: „Stimmt irgendetwas nicht, Spock?" „In der Tat, Captain. Vor einigen Momenten spürte ich einen Luftzug und kleine Sandpartikel, die auf meine Haut trafen. Nach intensiver Beobachtung der Trikorderdaten ist anzunehmen, dass wir in Kürze mit der Problematik eines Sandsturms konfrontiert werden."
Aufgrund dieser Feststellung machte Entsetzen die Runde und es vergingen einige Sekunden des Schweigens, ehe McCoy mit einer Spur Panik in der Stimme fragte: „Was genau tut man, um einen Sandsturm zu überleben?"
Spocks Antwort kam praktisch wie aus der Kanone geschossen: „Aufgrund meines persönlichen Interesses an Wetterphänomenen aller Art habe ich den letzten Landurlaub genutzt, um mich intensiv mit dieser Thematik zu befassen. Bei einem Sandsturm werden mit hohen Windgeschwindigkeiten Sandpartikel stark beschleunigt, wodurch es auch zu Tornado ähnlichen Wind-Sand-Hosen kommen kann. In diesem Fall ist die Überlebenschance praktisch gleich null. Am wichtigsten ist es Mund und Augen vor den Partikeln zu schützen, weshalb es sich anbietet Schutzbrillen zu tragen und mit Stoffstreifen den unteren Teil des Gesichts zu bedecken."
McCoy betrachtete ihn skeptisch: „Sollten wir uns dann nicht lieber ins Innere des Shuttles zurückziehen und warten bis sich der Sturm sich gelegt hat?" „Dies ist keine akzeptable Option, da im Falle eines Sandsturms jederzeit die Gefahr einer erheblichen Verwehung droht. Weiterhin scheint dieses Exemplar eine beträchtliche Intensität zu haben, was vermutlich dazu führt, dass wir mehrere Tage warten müssten und dies ist definitiv zu lang, da uns nach kürzester Zeit die Lebensmittel- und Wasservorräte ausgehen würden." Kirk betrachtete nachdenklich den Sand unter seinen Füßen, konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass er für sie dermaßen gefährlich werden könnte. „Was sollten wir ihrer Meinung nach tun, Spock?"
„Grundsätzlich sollten wir wie ich bereits erwähnte schnellst möglich aufbrechen; denn sobald wir die gemäßigte Klimazone erreicht haben, droht keine Gefahr mehr, da dort die Wahrscheinlichkeit für einen Sandsturm bei 1 zu 3.47 mal 10 hoch 24 liegt. Weiterhin ist es absolut überlebenswichtig, dass wir beieinander bleiben, da sich in Kürze die Sicht rapide verschlechtern wird. Sollte einer von uns von den anderen beiden getrennt werden, hat er keine Chance diese wieder zu finden, da ein Sandsturm erheblich die Koordination und den Orientierungssinn einschränkt.
Auch eine Benutzung der Kommunikatoren wird unmöglich sein, da die Interferenzen zu stark auftreten werden aufgrund des Betrags des Magnetfelds, der über 0.9 Gauß liegt, und der durchschnittlichen, geologischen Dichte, die ebenfalls deutlich mehr beträgt als 5,56 g/cc. Auch der durch den Sandsturm entstehende erhöhte Geräuschpegel wird die Kommunikation auf das Nötigste beschränken. Deshalb rate ich, dass wir uns durch Seile oder etwas vergleichbaren miteinander verbinden."
Kirk erkannte sofort die Notwendigkeit und vor allen Dingen auch Dringlichkeit dieser Maßnahme, da die Windstärke mittlerweile drastisch angestiegen war und kleine Sandpartikel gegen jeden Fleck freier Haut schmerzhaft prasselten. Also machten sich die drei auf, das Shuttle nach brauchbaren Gegenständen, bis sie letztendlich eine altmodische Kabeltrommel fanden, die noch von dem letzten Außeneinsatz zeugte, bei dem sie einen Planeten besucht hatten, der erst auf dem technischen Entwicklungsstand der Erde um das 20. Jahrhundert war und daher noch Kabel benötigte. Als Kirk nur wenige Meter abwickelte und Anstalten machte, sich das eine Ende um die Hüfte zu binden, unterbrach Spock bestimmt dessen Vorgehen: „Ich empfehle die Seillänge zwischen uns auf mindestens fünf Meter zu erhöhen, da bei geringerer Weite die Gefahr besteht, dass die beiden anderen mitgerissen werden, wenn einer zu Boden stürzt und somit die Wahrscheinlichkeit steigt, dass alle drei verletzt werden, sodass ein weiterkommen unmöglich wird und mit Sicherheit der Tod folgt." McCoy schien damit nicht sehr glücklich zu sein und erwiderte: „Sie haben doch vor Kurzem ausführlich erklärt, dass die Sichtverhältnisse sehr schlecht sein werden, dann ist es doch ungünstig, so weit voneinander entfernt zu sein, oder nicht?"
Nun mischte sich auch Kirk ein: „Pille, ich glaub, dass wir die Unannehmlichkeit auf uns nehmen müssen, denn es ist immer noch besser, wenn wir uns nicht mehr sehen können, als in diesem Sandsturm umzukommen; und im Bezug auf diese Thematik war Spocks Erläuterung durchaus einleuchtend." Damit war ein Machtwort gesprochen und die drei banden sich im Abstand von fünf Meter das Kabel um die Hüfte. Als Spock McCoy, der sichtliche Schwierigkeiten hatte, einen ordentlichen Knoten zu fabrizieren, zur Hand gehen wollte, lehnte dieser mit Nachdruck ab, was Spock nur mit einem Hochziehen der Augenbraue kommentierte.
Dann setzten sie die Schutzbrillen auf, welche zu jeder ordentlichen Ausrüstung eines Bodeneinsatzes gehörten, und umwickelten den unteren Teil des Gesichts sorgfältig mit Stoffstreifen. Als Spock dem Captain half den Mund schließend abzudecken, lief diesem ein Schauer über den Rücken, in dem Moment, während die Finger des Vulkaniers kurz über seine Haut strichen. Sofort zwang er sich diese Emotionen zu unterdrücken. Nachdem sie das Unterfangen beendet hatten, traten sie ins Freie und wurden beinahe wieder zurück in das Innere des Shuttles geschleudert, da sie von starken Böen erfasste wurden. Kirk blickte Spock fragend an, der intuitiv wusste, was er von ihm wollte und deutete in die Richtung, in die sie gehen mussten.
Der Captain gab McCoy mit der Hand ein Zeichen und das kleine Grüppchen setzte sich in Bewegung. Die Sicht verschlechterte sich mit jeder Minute, die verstrich und schon bald wurden die beiden Menschen und der Halbvulkanier von dem umher peitschenden Sand verschluckt.
So hier darf ich nun endlich stolz das neue, sechste Kapitel präsentieren. Tadaa! Es tut mir wirklich leid, dass es so langer dauert, aber mir liegt wirklich viel an der Geschichte und ich möchte, dass sie so perfekt wie möglich wird. Außerdem verwende ich recht altmodische Methoden, da ich zuerst alles zu Papier bringe, es tagelang überarbeite und dann dem ganzen beim Abtippen noch den letzten Feinschliff gebe. Ich hoffe, dass euch dieses Kapitel gefällt und dass ihr ganz viele Reviews hinterlasst.
