Kapitel 2
Une parfait speziale
„Ich hätte gerne ein Parfait." Die Pulsader auf seiner Stirn wurde immer gewaltiger. Für wen hielt sie ihn? Einen ihrer Jedi Freunde? Ihren Butler vielleicht? Hatte sie noch alle Tassen im Schrank? Er würde sie ignorieren und gehen, das war jetzt wirklich die beste Lösung, sonst würde er noch ihre Einrichtung zerschlagen. Er ging zur Tür und Blickte noch mal nach hinten. Sie hatte sich ebenfalls umgedreht und sah ihn mit ihrem gelangweilten Gesichtsausdruck an. Es war, als wäre niemand da, als stände dort nur die Hülle einer Person, und er wusste wer an dieser Hülle Schuld war. Wenn er sie noch länge anstarren würde, würde er vielleicht noch Reue empfinden, um dies nicht zu tun ging er aus der Tür und schloss diese hinter sich. Er war überzeugt von dem was er tat, nichts und niemand würde ihn von dem Weg, den er eingeschlagen hatte abbringen, vor allem kein Jedi. Und einmal mehr begann er diesen Planeten zu hassen, nie passierte etwas Gutes auf diesem Planeten, er hasste diesen Planeten abgrundtief und die Person hinter der Tür, vor der er stand noch mehr…
„Sir? Sir! Genesis Sir!" Er erwachte langsam aus seinem Tagtraum. Was hatte er geträumt? Hatte er überhaupt geträumt? Er wusste es nicht, und er wusste auch nicht, wann er das letzte Mal einen „guten" Traum gehabt hatte, hatte er so was je gehabt? Der Stormtrooper, der vor ihm stand druckste ein paar Worte, die er nicht erfassen konnte und wollte, es war wahrscheinlich eh nur wieder einer dieser Berichte, die völlig belanglos waren. Er starrte auf die Schriebtischunterlage, die güldene Verziehrungen aufwies. In einer Ecke stand der Name des jetzigen Besitzers dieser Schreibtischunterlage. Talvin Pati. Ah ha, deswegen war sie also noch im Präsidentenpalast gewesen, als die Stormtrooper ihn besetzten. Sie gehörte zu dieser Familie und die wollten sie anscheinend loswerden, warum konnte er nur erahnen, wissen wollte er es auch nicht. Er wollte sich mit dieser Frau so wenig es ging befassen. Ein anderer Stormtrooper betrat nun das Amtszimmer, ziemlich außer Atem, er musste einen Marathon gelaufen sein, warum sollte er sonst so fertig sein, natürlich konnte es auch an den Treppen liegen, die er laufen musste. „Sir, sie ist weg", keuchte er und sah Genesis etwas ängstlich an. Plötzlich war er hell wach und stand schneller auf wie es je jemand vor ihm getan hatte. „Sie ist was?", fragte er mit einem ungläubigem Gesicht. „Weg, Sir. Wir können sie nirgends auffinden, es wurde noch nicht mal bemerkt, dass sie überhaupt ihr Zimmer verlassen hat." Oh er würde sie umbringen und wenn nicht das, dann würde er ihr wenigstens etwas Schreckliches antun, das schwor er. Wütend rauschte er an den Stormtroopern vorbei, und diese waren froh, dass nicht sie seinen Zorn auf sich gezogen hatten.
Diese Frau schaffte es wirklich immer wieder ihn noch wütender zu machen, als er war. Zuerst weigerte sie sich das Zimmer zu verlassen und nun verlies sie es um sich davon zu schleichen, glaubte sie eigentlich er hätte unendlich Geduld mit ihr? Das schlimmste an dieser ganzen Situation war ja, dass er selbst schuld daran war, dass sie jetzt Katz und Maus mit ihm spielte. Er bewegte sich in Richtung ihres Zimmers und versuchte die Tür zu öffnen. Wenn sie nicht in ihrem Zimmer war, warum ging dann die verdammte Tür nicht auf? Er klopfte an, doch nichts geschah. Okay, diese Tür musste jetzt dran glauben, da gab es keinen Ausweg mehr. Das Lichschwert sirrte schon in der Luft, als er ein mechanisches Klacken hörte, daraufhin wurde die Tür einen Spaltbreit geöffnet. „Was ist?", erklang ihre genervte Stimme, doch er schob einfach die Tür auf und sie mit. Das erste was er erblickte war eine Süßigkeit auf dem Tisch, die ganz bestimmt vorher da noch nicht stand. „Was ist?", fragte sie erneut, nun etwas gereizter. Erst jetzt bemerkte er, dass sie anscheinend gerade aus dem Bad kam. Er musterte sie, für ihren Geschmack ein wenig zu genau, ehe er seine Frage stellte: „Und wo warst du Pati, als der Stormtrooper hier rein kam?" Sie sah ihn genervt an. „Ich war in der Küche um mir ein Parfait zu machen, und gerade war ich duschen, falls du das nicht mitbekommen haben solltest, ich bin noch nass!" Ja, das hatte er auch bemerkt, ebenso wie, dass sie nur ein Handtuch umhatte, was irgendwie ein wenig amüsant war. Er setzte sich auf einen Sessel und starrte das Parfait an, ehe er es in die Hand nahm und aufaß, natürlich unter ihren entsetzten Blicken. „Hey! Es hat eine Stunde gedauert es zu backen!" Doch das half alles nicht mehr, er wollte sie bestrafen und er hatte das Gefühl, dass dies eine Bestrafung für sie war, was er natürlich vergessen hatte war, dass er von Zucker high wurde, sie allerdings hatte das nicht vergessen, und grinste innerlich vor sich hin, das würde ein lustiger Tag werden, immerhin war es une parfait speziale…
Sie musste zugeben, dass sie sich das irgendwie lustiger vorgestellt hatte. Sie konnte noch nicht mal beurteilen, ob er jetzt wirklich high vom Zucker wurde, denn er war einfach umgefallen, auf ihr Bett geplumpst und lag jetzt dort friedlich schlafend, das war echt nicht besonders unterhaltsam…Sie sah auf den leeren Parfaitteller und trauert ein wenig um die Süßspeise, wieso hatte er auch gerade ihr leckeres Parfait essen müssen, sie war immerhin schwanger und musste für zwei essen. Er war wirklich eine schreckliche Person, und ziemlich nervtötend obendrein. Aber er hatte ihr noch nicht richtig gedroht sie zu töten und warum hatte er es eigentlich nicht getan, als er die Gelegenheit dazu hatte, sie war immer hin eine Jedi, na ja, eigentlich hatte man sie aus dem Tempel entlassen, als man erfuhr, dass sie schwanger war. Wie viele ihrer Freunde diese Person wohl auf dem Gewissen hatte? Sie hoffte sie würde es nie erfahren, denn tief in ihrem inneren hoffte sie, Order 66 wäre nur ein böser Traum und wenn sie aufwachte wären alle wieder bei ihr. Aber selbst sie wusste, das hier war die bittere Realität, und sie würde nie eine Entschuldigung für die erloschenen Leben bekommen. Er lag wehrlos vor ihr, wäre sie jemand gewesen, der Rache übte, hätte sie ihn jetzt einfach erledigen können, doch das würde nicht dem Weg entsprechen, den sie für ihr Leben gewählt hatte, sie war nicht wie er. Sie stand auf und setzte sich auf die Bettkante. Wozu sollte die Schminke, sie sein ganzes Gesicht zierte gut sein? Kriegsbemalung? Auf jeden Fall würde sie keine Frau sehr ansprechend finden. Was wollte er unter ihr verbergen? Vielleicht einen schlechten Teint? Sie grinste, nein das wohl eher nicht…Wie tief er wohl schlief? Ob er träumte, und wenn ja von was, oder von wem? Würde er wohl aufwachen, wenn sie ihn anfassen würde? Sie hätte es gerne getan, entschied sich aber doch dagegen und legte sich hin, schließlich war das ihr Bett und nur weil er auf ihm lag hieß das nicht, dass sie nicht dort schlafen konnte. „Gute Nacht."
