8. Ermittlungen
„Ich habe mein Blinzler-Ding gemacht, jetzt mach du dein Ermittler-Ding!"
Hodgins Bemerkung klang Booth noch in den Ohren und, ja, er würde sein 'Ermittler-Ding machen', wie es der Käfermann bezeichnete!
Froh, seiner inneren Anspannung ein Ventil geben zu können, scheuchte er seine Mitarbeiter, forderte Berichte an und telefonierte mit anderen Abteilungen. Die erstaunten und teilweise besorgten Blicke seiner Mitarbeiter ignorierte er. Vorsichtige Anfragen nach seinem Befinden blockte er mit knappen Antworten ab und nach einer Weile waren alle viel zu beschäftigt um ihn noch weiter danach zu fragen.
Booth arbeitete wie besessen und gönnte sich keine Pause. Auch als es hinter seinen Schläfen wieder zu pochen anfing und die Buchstaben vor seinen Augen zu verschwimmen begannen, machte er nur so lange Pause, wie es dauerte, sich zu strecken und sich einen frischen Kaffee zu holen.
Erst als sich die Schmerzen nicht mehr ignorieren ließen und ihm auch das Denken schwer machten, schlug er die Akte, die er gerade gelesen hatte zu und legte sie zurück auf den Schreibtisch.
Müde lehnte er sich in seinem Stuhl zurück, schloss für einen Moment die Augen und rieb sich die schmerzenden Schläfen. Das leichte Pochen hatte sich zu einem unangenehm heftigen Hämmern gesteigert. Leise stöhnend ließ er seinen Nacken kreisen in der Hoffnung, die völlig verspannten Muskeln dadurch ein wenig lockern zu können.
Ein leichtes Klopfen an seiner offenen Bürotür und ein schüchternes „Agent Booth?" ließen ihn die Augen wieder öffnen.
In der Tür stand eine blutjunge Agentin, frisch von der Akademie, und hielt einen Ordner in der Hand. „Ich habe hier die Informationen über Sprengstoffanschläge der letzten Jahre, nach denen Sie gefragt hatten."
Zögernd ging sie auf Booths Schreibtisch zu und legte den Ordner ab.
„Danke, Stevens." sagte Booth knapp, schlug den Ordner auf und überflog den Inhalt.
Ein unsicheres Lächeln huschte über Agent Stevens' Gesicht und sie schickte sich an, das Büro wieder zu verlassen, als Booth nochmal auf sah und sie ansprach.
„Sagen Sie, Stevens, haben Sie vielleicht ein paar Aspirin in Ihrem Schreibtisch?"
Die junge Agentin sah ihn einen Moment lang verblüfft an. „Ja, sicher." antwortete sie dann, „ich hole Ihnen sofort welche." Sie verschwand und kam kurz darauf mit den Tabletten zurück.
„Sir, es geht mich ja nichts an.....", begann sie vorsichtig, als sie Booth die Aspirin reichte, „..aber ich finde, Sie hätten noch nicht wieder ......"
Booth warf ihr einen finsteren Blick zu, der sie sofort verstummen ließ. Mit einer raschen Bewegung schüttete er sich zwei Tabletten in die Hand, überlegte kurz und schüttete noch zwei weitere dazu. Wortlos spülte er die Tabletten mit dem mittlerweile kalten Kaffee herunter und nahm sich erneut den Ordner vor, den Stevens ihm gebracht hatte.
„Danke." brummte er. Dann hob er doch noch einmal den Kopf und sah die junge Agentin ernst an. „Ich weiß ihre Besorgnis zu schätzen, Agent Stevens, und Sie haben Recht...."
Stevens' Gesicht hellte sich auf, aber Booth war noch nicht fertig. „Es geht Sie wirklich nichts an!"
Überrascht von der rüden Abfuhr ihres Vorgesetzten blieb der Agentin für einen Moment lang der Mund offen stehen. Dann fing sie sich wieder und murmelte: „Ja, Sir! Bitte entschuldigen Sie!" bevor sie beinahe fluchtartig das Büro verließ.
Es war eigentlich nicht Booth' Art, derart harsch mit seinen Untergebenen um zuspringen, aber heute schienen sich alle weiblichen Mitarbeiter des FBI es zu ihrer vorrangigen Aufgabe gemacht zu haben, sich um sein Wohlergehen kümmern zu wollen.
Nicht das ihm so etwas generell unangenehm war, es hatte durchaus manchmal seine Vorteile. Doch zurzeit hatte er wichtigere Dinge zu tun und seine anhaltenden Kopfschmerzen trugen ihren Teil dazu bei, dass er gereizt und ungehalten reagierte.
Booth seufzte und versuchte noch einmal seine verspannten Schultern zu lockern in der Hoffnung, dass die Wirkung der Schmerztabletten bald einsetzen würde.
Durch die Fenster seines Büros konnte er Stevens an ihrem Schreibtisch sitzen sehen. Die junge Agentin rang immer noch mit ihrer Fassung.
Hektisch wühlte sie in einer Schreibtischschublade, fand aber anscheinend nicht, wonach sie suchte und warf die Schublade so heftig zu, dass diese sofort wieder aufsprang und sie unterdrückte ein Schluchzen.
Ihre Freunde auf der Akademie hatten sie beneidet, als herauskam, dass sie hier her versetzt werden würde und Seeley Booth unterstellt sein würde. Sie wusste, dass dieser Job eine große Herausforderung sein würde und sie war gewillt gewesen, sich dieser Herausforderung zu stellen. Doch jetzt fragte sie sich, ob sie dieser Herausforderung überhaupt gewachsen war oder gewachsen sein wollte; und ob der Neid ihrer Freunde darüber, dass sie es in die Abteilung mit der höchsten Rate an gelösten Mordfällen geschafft hatte, wirklich gerechtfertigt war.
Booth bemerkte, dass sich Stevens wütend auf die Lippe biss und mit den Tränen rang.
Leise fluchend stützte er sich mit den flachen Händen auf seinem Schreibtisch ab und stand auf.
Wenn eins noch schlimmer war, als diese verfluchten Kopfschmerzen und besorgte weibliche Mitarbeiter, dann waren es weinende weibliche Mitarbeiter. Und um dem Ganzen die Krone auf zu setzen, kämpfte Agent Stevens seinetwegen mit den Tränen.
Er umrundete seinen Schreibtisch und ging zu der jungen Agentin, die sich, als sie ihn kommen sah, rasch mit einem Taschentuch ihre Augen abtupfte und ein selbstsicheres Lächeln versuchte, dass ihr jedoch kläglich misslang.
Booth verfluchte sich erneut wegen seiner unfreundlichen Abfuhr. „Alles in Ordnung, Stevens?" fragte er die junge Frau und deutete auf das Taschentuch in ihrer Hand.
Stevens errötete bis unter die Haarwurzeln und ließ das Tuch rasch in ihrer Tasche verschwinden.
„Heuschnupfen...." murmelte sie, doch sie wusste, dass Booth diese Lüge durchschaute.
„Hören Sie Stevens, ich....es ist nichts Persönliches, sie leisten gute Arbeit, wirklich.
Es tut mir leid, dass ich Sie so angefahren habe und ich weiß ihre Besorgnis zu schätzen, aber mein Befinden ist hier zweitrangig!
„Es ist wirklich nichts..." sie räusperte sich, weil ihre Stimme immer noch schwankte.
Er ließ sich auf der Ecke ihres Schreibtisches nieder und sah sie ernst an.
„Ich will diese Bastarde kriegen. Sie haben bestimmt schon gehört, dass mein Sohn nur durch ganz viel Glück diesen Anschlag überlebt hat. Deshalb will ich diese Mörder unbedingt fangen! Und dazu brauche ich ihre Hilfe, aber nicht um sich um mich zu sorgen, sondern um ihre Arbeit zu machen; und das gut. Ich weiß, dass sie verflucht gut sind, sonst wären sie nicht hier..."
Er zwinkerte ihr zu und ihr wässriges Lächeln wurde fester.
„...ich suche mir meine Neuzugänge schon ganz genau aus! Zeigen Sie, dass Sie wirklich so gut sind wie ich glaube, und helfen Sie mir, diese Schweine zu fangen. Für die Kinder, die nicht so viel Glück hatten wie Parker, okay?"
„Okay!" Stevens nickte ihm entschlossen zu.
Booth erhob sich von ihrem Schreibtisch und schloss leise die Schublade die vorher bei Stevens wütendem Versuch sie zu schließen, wieder aufgesprungen war.
Schon halb wieder in seinem Büro, rief er ihr nochmal über die Schulter zu: „Ach, und Stevens, die Ergebnisse hätte ich am liebsten schon gestern."
Stevens hatte sich schon wieder ihrer Arbeit zugewandt und ihre Finger flogen regelrecht über die Tastatur ihres Computers.
„Kleinigkeit !" murmelte sie, als Booth die Tür zu seinem Büro schloss.
Er setzte sich wieder an seinen Schreibtisch und atmete ein paarmal tief durch. Die Schmerztabletten fingen tatsächlich an zu wirken und dämpften den Schmerz auf ein erträgliches Maß. Booth machte sich wieder an seine Arbeit, studierte weiter Akten und hielt Rücksprache mit anderen Mitarbeiten um Ergebnisse abzugleichen.
Derart vertieft bemerkte er nicht, wie die Stunden vergingen und als er das nächste Mal von seiner Arbeit auf sah, waren die meisten Schreibtische vor seinem Büro bereits leer.
Nur Stevens saß noch an ihrem Computer und sah konzentriert von den Akten auf ihrem Tisch auf den Bildschirm und wieder zurück und schien Daten zu vergleichen.
Ein kurzer Blick auf die Uhr sagte Booth, dass es bereits nach neun Uhr abends war. Auch wenn es ihm widerstrebte musste er doch zugeben, dass er erschöpft war.
Die Texte in den Akten erschienen ihm immer mehr als wären sie in einer fremden Sprache geschrieben und ehrlich gesagt, war er nicht mal unglücklich darüber, dass die meisten Abteilungen, die er anrufen wollte, nicht mehr besetzt waren.
Anscheinend war er doch nicht mehr so belastbar, wie er sich selber gerne sah und auch wenn er es nicht gerne tat, so musste er doch Bones recht geben. Er war sicherlich effektiver, wenn er ausgeruht war und da sich heute aller Wahrscheinlichkeit nach ohnehin nichts Bahnbrechendes mehr ereignen würde, könnte er genauso gut eine Mütze voll Schlaf nehmen.
Er schloss seine Akten und schaltete den Computer aus. Eine Weile blieb er noch unentschlossen am Schreibtisch sitzen, dann erhob er sich ächzend und griff sich seine Jacke bevor er sein Büro verließ. An Stevens Schreibtisch machte er nochmal halt.
„Haben Sie schon eine Spur, Stevens?"
„Nicht wirklich." murmelte die junge Agentin abwesend und studierte weiter den Bildschirm. Anscheinend enthielten die Daten auf dem Schirm auch keine nützlichen Hinweise, denn Stevens seufzte frustriert, als sie ihren Blick vom Bildschirm ab und zu Booth hin wandte.
„Es ist zum Verrücktwerden!" schimpfte sie. „Nichts passt! Entweder sind es wirklich Ersttäter, oder sie führen uns geschickt an der Nase herum. Und ich hasse es, an der Nase herum geführt zu werden!"
Trotz des ernsten Hintergrundes musste Booth über den Ausbruch seiner jungen Kollegin schmunzeln.
„Wir sollten es für heute gut sein lassen. Es war ein langer Tag und Sie sollten sich auch etwas ausruhen, Stevens."
Stevens nickte und deutete auf einen weiteren Ordner, der noch ungeöffnet auf ihrem Schreibtisch lag. „Nur den noch, Sir. Ich kann und will einfach nicht glauben, dass wir so gar nichts finden können. Es muss doch irgendeine Verbindung geben!"
„Sie sollten wirklich auch Schluss für heute machen, es wäre doch ärgerlich, wenn wir vor Müdigkeit etwas Entscheidendes übersehen würden. Meine Partnerin, Dr. Brennan, meinte heute morgen zu mir, dass man ausgeruht wesentlich effektiver arbeiten kann und so schwer es mir auch fällt, ich muss ihr zustimmen." Booth verzog ein wenig das Gesicht, bevor er Stevens angrinste und ihr zuzwinkerte.
„Diesen Ordner noch, dann mach ich Feierabend, versprochen." beharrte Stevens.
„Gut zu hören, dass du mir doch gelegentlich Recht gibst, Booth!"
Die beiden FBI-Agenten fuhren herum zu der Sprecherin, die mit verschränkten Armen auf dem Gang stand.
Booth hatte genug Anstand um wenigstens ein wenig verlegen zu gucken. Er verabschiedete sich von Agent Stevens und ging auf Temperance zu.
„Bones! Ich...das...Was tust du hier?" stammelte er und machte sich mit ihr auf den Weg zu den Fahrstühlen.
„Dich abholen. Ich hatte im Labor die Zeit vergessen, aber da du dich auch noch nicht gemeldet hattest, bin ich davon ausgegangen, dass du noch hier bist. Ich dachte mir, dass du vielleicht eine Mitfahrgelegenheit gebrauchen könntest."
Siedend heiß fiel Booth ein, dass er sich heute überhaupt nicht darum gekümmert hatte, seinen Wagen zurück zu bekommen. Er hatte sich sofort auf die Ermittlungen gestürzt und sein Fahrzeug darüber völlig vergessen. Dankbar sah er seine Partnerin an.
„Was würde ich nur ohne dich machen, Bones?"
„Ein Taxi nehmen." antwortete sie trocken, aber das Zucken in ihren Mundwinkeln war unübersehbar.
Eine Weile standen sie schweigend nebeneinander und warteten auf den Fahrstuhl.
„Haben deine Blinzler etwas Neues herausgefunden?" fragte Booth, als sie den Fahrstuhl betraten.
Temperance wartete mit ihrer Antwort, bis sich die Türen wieder geschlossen hatten.
„Nein, leider nichts. Jack und Zack rekonstruieren weiter den Sprengsatz, aber wirklich neue Erkenntnisse haben sich bisher nicht daraus ergeben.
Es sieht zwar immer mehr nach Amateuren aus, aber es ist durchaus auch möglich, dass es nur danach aussehen soll."
Temperance zuckte mit den Achseln und zeigte den gleichen frustrierten Gesichtsausdruck wie Agent Stevens vor wenigen Minuten.
Die Fahrstuhltüren öffneten sich im Foyer des Gebäudes und während sie das Foyer durchquerten legte Booth Temperance die Hand auf den Unterarm.
„Wir werden sie kriegen, Bones. Verlass dich darauf, wir kriegen sie!" versuchte er sie mit mehr Überzeugung zu beruhigen, als er tatsächlich empfand.
Seit über 24 Stunden war das FBI bereits auf der Suche nach irgendwelchen Hinweisen, aber bis auf ein paar Vermutungen war noch nichts Relevantes dabei herausgekommen und die Spuren begannen kalt zu werden.
Booth konnte sich des unguten Gefühls nicht erwehren, das ihn deswegen beschlich und er hoffte inständig auf einen Durchbruch, irgendeine Spur, etwas wo man einhaken könnte.
Temperance nahm seine Versicherung mit einem stummen Nicken zur Kenntnis. Sie spürte, dass er sie nur beruhigen wollte, ließ ihn aber in den Glauben, dass er sie überzeugt habe.
Er machte sich schon genug Gedanken über den Fall, warum ihn auch noch mit ihrer Skepsis belasten?
„Mein Wagen steht dort hinten." sagte sie stattdessen und deutete auf einen Punkt etwas weiter die Straße hinunter.
Er folgte ihr zu ihrem Fahrzeug und Temperance sah ihn etwas erstaunt an, als er sich ohne Protest auf den Beifahrersitz fallen ließ und für einen Moment müde die Augen schloss.
Es fiel ihr nicht leicht, aber sie verkniff sich eine Frage nach seinem Befinden, denn seine Erschöpfung war nur zu offensichtlich. Schweigend setzte sie den Wagen in Richtung seines Apartments in Bewegung.
Das abwechselnde Hell und Dunkel der Straßenlaternen die sie passierten machte Booth schläfrig, doch kurz bevor ihm die Augen ganz zu fielen, bemerkte er etwas, dass ihn sich ruckartig in seinem Sitz aufrichten ließ.
Sie passierten gerade eine kleine Ladenzeile, als Booth unvermittelt „Halt!" rief. Temperance zuckte zusammen und sah ihren Beifahrer erschrocken an: „Alles ok? Geht es dir nicht gut?"
„Halt an, verdammt!"
Temperance bremste und fuhr an den Straßenrand.
„Was zum.....?!" rief sie, doch Booth war bereits aus dem Auto gesprungen und steuerte einen kleinen Elektroladen an, an dem sie gerade vorbeigefahren waren und in dem noch Licht brannte.
Hastig stieg sie aus und folgte ihm.
Booth betrat den kleinen Laden, sah sich kurz um und ging direkt zum Tresen.
„Davey?!" rief er in Richtung des Lagerbereiches.
Der Gerufenen war ein kleiner Mann mit wenig Haar, dafür aber mit umso mehr Bauch. Er hatte kein unsympathisches Gesicht, war aber offensichtlich nicht sehr erfreut, den FBI-Agenten in seinen Laden zu sehen.
„Booth! Was verschafft mir die Ehre?"
Davey rang sich ein gequältes Lächeln ab und musterte kurz Booths zerschundenes Gesicht.
„ Mann, Sie sehen vielleicht beschissen aus! Hat Sie der Ehemann einer ihrer Freundinnen erwischt??" Er warf einen neugierigen Blick um Booth herum zu Temperance, die jetzt ebenfalls den Laden betreten hatte und hob bewundernd die Augenbrauen: „Wow, na wenigstens scheint sie es wert zu sein!"
Booth war jedoch nicht in der Stimmung für Flapsigkeiten. Er lehnte sich auf den Tresen und sah sein Gegenüber finster an.
„Hör' zu, Davey. Gestern hat jemand das Jeffersonian in die Luft gejagt. Du hast sicher schon davon gehört."
Davey nickte leicht. „Schlimme Sache."
„Richtig, Davey, schlimme Sache." grollte Booth „Was mich an der Sache zusätzlich anpisst, ist, dass nicht nur ich noch in dem Gebäude war als es hoch ging, sondern auch noch mein Sohn mit seiner ganzen Schulklasse.
Es ist eine Sache, ein leeres Gebäude in die Luft zu jagen, aber etwas völlig anderes, wenn dabei Menschen getötet werden! Noch dazu, wenn es Kinder sind!"
Booth Stimme wurde gefährlich leise und seine Augen schmal: „Du kennst die Szene. Welche Arschlöcher wären zu so etwas fähig, oder geben sogar schon damit an???"
Der Gefragte schüttelte nur mit dem Kopf. „Die haben Kinder in die Luft gesprengt??" fragte er ungläubig, „..aber das....."
„Was weißt du, Davey??!!" knurrte Booth.
Davey hob die Schultern und zog den Kopf ein wenig ein.
„Hör zu Booth, ich habe nur von dem Anschlag in den Nachrichten gehört. Du weißt, dass ich nicht..."
Booth unterbrach Daveys Erklärung mit einer wegwischenden Handbewegung
„Davey," sagte er erschreckend ruhig. „Ich will ALLES, was du bekommen kannst. Und wenn auch nur einer den Anschlag überhaupt erwähnt, will ich es wissen. Du weißt wie du mich erreichen kannst!"
Der Informant nickte wortlos.
Booth verabschiedete sich mit einem stummen Nicken, fasste die perplexe Temperance am Arm und führte sie aus dem Laden.
Als sich die Tür hinter ihnen geschlossen hatte, kam ein junger Mann aus dem Lager.
„Wer war das?" fragte er Davey.
Der sah dem Pärchen hinterher, das gerade seinen Laden verlassen hatte und schüttelte nur den Kopf.
„Ein unzufriedener Kunde." murmelte er knapp zur Erklärung, bevor er sich umdrehte und seinen Angestellten anschnauzte: „Und jetzt steh hier nicht herum, sondern sieh zu, dass du die restlichen Bestellungen zusammen packst, Vince! Die müssen morgen raus und die neue Ware muss auch noch einsortiert werden! Ich bezahle dich nicht fürs dumm Glotzen!"
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