Kapitel 8: Was passiert mit Bella?
Seufzend nahm ich einen Topf aus dem Schrank und füllte ihn mit Wasser, sodass er dreiviertel voll war. Dann stellte ich ihn auf die Herdplatte und schaltete den Herd auf 6. Ich hatte beschlossen, mir Nudeln zu machen. Das ging schnell und war unkompliziert.
Während ich auf das Wasser aufpasste, welches ich zum kochen bringen wollte, dachte ich nach. Was hatte Alice wohl gesehen? Was würde mit mir passieren? Edward hatte gesagt, es wäre schrecklich und abscheulich. Er hatte davon geredet, dass ich ein Schock bekommen würde. Wovon konnte man einen Schock kriegen? Bei mir reichte ja schon eine Spinne, sei sie noch so klein, und ich würde schreien. Aber einen Schock hätte ich deshalb nicht. Nur Angst.
Ich hatte noch nie einen Schock bekommen. Nichtmal, als ich mich an der Brotschneidemaschine fast den Daumen abschnitt, weil das Stück Brot schon zu klein war und ich nicht wusste, wo dieses Plasteteil zum Schutz war. Ehrlich, das hat wie verrückt geblutet, meine Mutter hatte richtig Angst um mich. Oder als ich im Bad ausrutschte und mein Finger an die Badewannenkante stieß, worauf er ab der Mitte senkrecht nach oben abstand und ich ihn wieder runter bog, wobei mein Finger brach.
Wenn man einen Schock bekam, musste das wirklich schlimm sein. Ich wollte es nie fühlen, doch nun würde es so sein. Oder auch nicht, wenn mich Edward beschützen konnte. Ich hoffte, dass er mich beschützen konnte, aber was sollten Tyler und Connor schon gegen ihn ausrichten? Sie waren nur Menschen, er war ein starker, schöner Vampir. Was würden sie schon machen können?
Das Wasser kochte und ich schüttete die Nudeln zusammen mit einer Prise Salz ins Wasser. Nun musste das ganzen 8 Minuten kochen. Ich stellte den Deckel schräg, damit nichts überkochen konnte und ging hoch auf mein Zimmer. Ich suchte mein Handy und fand es in der Tasche meines Ranzens. Ich wollte Mum anrufen und wählte ihre Nummer. Beim zweiten Klingeln ging sie ran.
"Hey, Bells, schön das du dich mal wieder meldest.", begrüßte sie mich.
"Hallo Mum, ja, aber ich bin in letzter Zeit echt nicht dazu gekommen.", sagte ich. Weil sich ein Vampir in mich verliebt hatte, dachte ich weiter, sagte es jedoch nicht.
"Was hast du denn gemacht?", wollte sie wissen.
Shit! Sollte ich ihr die Wahrheit sagen? Sollte ich ihr sagen, dass ich den Mann meiner Träume gefunden hatte? Wenn, dann würde ich keine Ruhe mehr vor ihren Fragen haben. Was ist er von Beruf? Wie heißt er? Wie alt ist er? Wie sieht er aus? Hat er Geld?
"Ähm.", stotterte ich. "Ich ... ich ... weiß ... nicht. So dies und das."
"Und da hast du keinen Moment gefunden, mich mal anzurufen?", fragte sie misstrauisch.
"Mmh.", bejahte ich und ging runter in die Küche.
"Na komm. Ich merk doch, dass du was vor mir verheimlichst. Los, sag schon.", drängte sie.
"Es ist nichts.", betonte ich, doch es kam nicht sehr glaubwürdig rüber.
Sie seufzte. "Hast du einen Freund, oder warum willst du es mir nicht sagen?"
Erwischt! Sollte ich bejahen? Verdammt, was sollte ich machen?
"Ähm, ja?", fragte ich mehr als ich es sagte.
"DU HAST EINEN FREUND? WAS? WER? WIE? WO? ERZÄHL MIR ALLES!", schrie sie.
"Später Mum, ich muss mich ums Mittagessen kümmern. Ich ruf dich später an, ja?" Shit, das Wasser kocht doch über!
"Na gut, okay. Aber denk ja nicht, dass du dich rauswinden kannst!", sagte sie und ich sprang zurück, bevor das Wasser mich verbrennen konnte. Eilig tastete ich nach dem Waschlappen. Verdammt, er war in der Wäsche! Shit!
"Okay, bis dann.", sagte ich schnell, legte auf und steckte mein Handy in die Tasche.
"Au!, Verdammt, heiß!", schrie ich, da das Wasser spritzte. Ich schaltete den Herd aus und kramte nach einem Lappen. Als ich ihn gefunden hatte, wischte ich das Wasser vom Boden weg und stellte den Topf auf eine separate Platte. Dann machte ich noch die Platte und um die Platte herum sauber, bevor ich den Lappen über den Wasserhahn der Spüle legte.
Die Nudeln waren inzwischen gut und ich machte noch schnell die Soße in der Mikrowelle warm, bevor ich mir auftat. Ich begann zu essen, aber bevor ich fertig war, klingelte es an der Tür.
Edward!, schoss es mir durch den Kopf.
Ich wischte mir schnell den Mund mit einer Serviette ab, dann öffnete ich die Tür.
Zu meinem bedauern war es nicht Edward, sondern der Postbote. Er hatte ein Päckchen in der Hand.
"Guten Tag. Ein Päckchen für sie.", er reichte mir das Päckchen
"Aber ich habe nichts bestellt! Das muss ein Irrtum sein!" Ich nahm ihm das Päckchen ab und las die Lieferadresse. Aber es war tatsächlich an mich adressiert.
"Egal, bitte eine Unterschrift." Er reichte mir einen Stift und hielt mir sein Gerät hin. Ich unterschrieb.
"Vielen Dank.", sagte er und ging zu seinem Postauto.
Ich schloss verwundert die Tür. Was war das? Ich hatte nichts bestellt, was denn auch? Ich versuchte mich zu erinnern und las noch 3 mal die Lieferadresse. Doch mir viel nichts ein. Ich stellte das Päckchen auf das Sofa und aß erstmal zu Ende. Dann spülte ich meinen Teller ab, trocknete ihn ab und stellte ihn weg. Anschließend machte ich mich ans Öffnen des Paketes. Ich nahm eine Schere und schnitt es auf. Drinnen befand sich ein Brief, auf etwas verpacktem. Ich öffnete den Brief und las ihn. Er war handgeschrieben.
Hallo Bella,
schön das du unser kleines Paket bekommen hast. Trag diese Wäsche, wenn du morgen von der Schule kommst. Wenn du das nicht tust, wird es für dich schlimmer, als es sein muss.
T&C
Was sollte das denn? T&C? Tyler und Connor? Konnte sein. Ich befreite die Wäsche von der Folie und wurde fast ohnmächtig. Drinnen befand sich ein Straps Set, welches weiß und hellblau war. Auf einem weiteren Zettel stand: Ein BH aus weichem Tüll mit blauer Spitze und Bändern verziert, dazu ein Stringrock aus feinster Blütenspitze kombiniert mit Tüll und mit verstellbaren Strapsen.
.de/Beauty-Night-verf%C3%BChrerisches-Straps-Set/dp/B003KGSQHU/ref=sr_1_7?s=apparel&ie=UTF8&qid=1296831273&sr=1-&searchContext=B003YCI8K0,B003BZYZ6Q,B003YCG50U,B0044UPKK2,B003KGSQHU,B002YHR8HK,B003XI36HA,B0044XFWUW,B002OWR848,B000GU19OU,B003JBK9ZI,B003KGSQ52,B003K0ADW2,B003AW0T9C,B002P3OR2C,B003BZV9IS,B0039ZKV7K,B004DP6FPW,B003XB859Q,B002TJ2L3E,B004FRR4QM,B004AV50T6
Und dann fiel mir die Wahrheit wie Schuppen von den Augen. Tyler und Connor wollten mich vergewaltigen! Jetzt konnte ich Edward verstehen, dass er es mir nicht sagen wollte. Was sollte ich denn jetzt machen? Edward anrufen? War er denn erreichbar, wenn er jagte? Ich haspelte schnell mein Handy aus der Hosentasche und wählte seine Nummer. Tatsächlich ging er beim 2. Klingeln ran.
"Bella?", fragte er.
"Ja, Edward, ich bins. Hör zu. Ich hab eben ein Paket bekommen, obwohl ich nichts bestellt habe. Es ist von Tyler und Connor. Ich weiß jetzt, was sie mit mir vorhaben.", berichtete ich schnell.
Ich konnte mir vorstellen, wie Edward blass wurde. Er hielt kurz den Atem an, bevor er sagte: "Bleib wo du bist. Ich bin sofort da."
"Okay."
Schon hatte er aufgelegt. Eine Minute später klingelte es bereits. Es war Edward.
"Alles in Ordnung mit dir?", fragte er und legte seine Hände auf meine Schultern.
"Ja.", sagte ich schwach.
"Wirklich?", er begann mich zu streicheln und führte mich ins Wohnzimmer.
"Na ja, ich hab schon Angst bei dem Gedanken, was mir passieren soll.", gab ich zu und setzte mich auf den Sessel.
"Bella, dir wird nichts passieren. Ich werde bei dir sein. Versprochen." Edward küsste mich sanft.
Ich schnappte nach Luft. "Hoffentlich"
"Versprochen.", sagte er. "Aber jetzt zeig mal, was du bekommen hast."
Ich reichte ihm das Paket. Edward sah sich alles genau an und las die zwei Zettel. Dann seufzte er.
„Wenn ich nicht wüsste, weshalb sie dir diese Klamotten geschickt haben, fände ich das direkt heiß.
Aber so ..." Er stellte das Paket auf den Boden.
Er wandte den Blick ab und sah im Raum umher. Währenddessen versank ich gegen meinen Willen in fürchterliche Fantasien, was wohl alles geschehen könnte, wenn Tyler und Connor über mich herfielen. Ich begann zu frieren und zitterte. Meine Nackenhaare stellten sich auf und auch die feinen Härchen an den Armen. Und dann hörte ich jemanden schreien.
"Bella! Was ist denn?" Edward drehte sich besorgt zu mir und nahm mich in die Arme.
Ich merkte, dass ich diejenige gewesen war, die geschrien hatte.
"Angst.", flüsterte ich.
"Du brauchst keine Angst zu haben.", versprach er mir. "Ich passe auf dich auf."
Dann nahm mich Edward auf seine Arme und trug mich hoch in mein Zimmer. Dort legte er mich auf mein Bett und deckte mich zu.
"Vielleicht schläfst du ein bisschen. Das tut dir bestimmt gut.", meinte er.
"Bleib hier.", verlangte ich.
"Ich bleibe hier.", sagte Edward und setzte sich auf mein Bett.
Dann schloss ich gehorsam die Augen. Bevor ich einschlief dachte ich: Habe ich vielleicht schon einen Schock? Doch ich war eingeschlafen, bevor ich überhaupt richtig darüber nachdenken konnte.
