Edwards POV

Was ist los? Was ist mit mir passiert? Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass mir schwarz vor Augen wurde, da diese Gefühle einfach zu viel wurden. War das also das, was allgemein als gekommen bezeichnet wird? … Mmh, ich weiß es nicht

Und was ist das? Ich hörte leise, sehr leise, wie am Ende eines Tunnels, Bellas Stimme. Das verwirrte mich zutiefst, da ich ihre glockenklare Stimme normalerweise immer sehr deutlich höre, auch wenn sie flüstert.

Es fiel mir allerdings auch auf, dass sie an mir rüttelte und mir eine Art Ohrfeige gab, was bei mir ja nichts brachte, merkte aber trotzdem, dass sie es tat. Wieso? Hatte ich mal wieder irgendetwas verpasst?

Wieso schlug sie mich auf einmal, grad eben war sie doch in einer ganz anderen Stimmung gewesen und warum, verdammt, höre ich sie nicht deutlich?

Ich war in meinem schwarzen, unendlichen See angekommen, aber trieb nur ganz sacht unter der Oberfläche, sah einen Lichtstrahl, der die Oberfläche bricht.

Eine Art Licht am Ende des Tunnels. Ich trieb darauf zu, hörte, wie Bellas Stimme deutlicher wurde. Aber ich wollte doch gar nicht auftauchen…. Jedenfalls wollte es ein Teil von mir nicht. Es war so friedlich hier, fühlte mich geborgen, entspannt…

Plötzlich stieß ich mit aller Kraft durch die Oberfläche, sah den Lichtstrahl, grell und blendend und zuckte mit den Augenlidern…

Oh mein Gott, Edward! Was ist los? Was ist passiert? Sag doch was!" Bella schrie mich weiter an, rüttelte mich erneut. Ich seufzte leise und wäre am liebsten wieder in die Friedlichkeit meiner Unendlichkeit hinab gesunken, anstatt mich dessen zu stellen, was ich selbst kaum erklären konnte.

Öffnete schließlich die Augen und sah das lieblichste Geschöpf meiner gesamten Existenz vor mir- meine Bella.

Allerdings sah sie ein wenig, mmmhh panisch? aus. Aber wieso? Kann es nicht verstehen, es war doch so schön, so friedlich…

Jetzt sag doch endlich was! Bitte, Edward, sprich mit mir! Bist du verletzt? Was habe ich getan?"

Mmh, ich glaube nicht, dass ich es bereue, was sie getan hatte, ehrlich gesagt, sie hatte mich verführt und ich habe es über alle Maßen hinweg genossen. Es war herrlich, einfach nur perfekt. „Du hast nichts getan, gar nichts!" krächzte ich, unfähig meine Stimme zu beherrschen. „Aber, aber, was ist nur mit dir passiert? Wieso, bist du verdammt noch mal zusammengebrochen?" stotterte sie und ihre Stimme brach ab. Ich sah, dass sie sehr weinte. Nun bekam ich ein schlechtes Gewissen, zum ersten Mal in meiner gesamten Existenz hatte ich mich ganz und gar mir selbst hingegeben, so selbstsüchtig, so egoistisch…

Hatte es so sehr genossen, der Kuss war einfach perfekt gewesen, genauso so, wie ich ihn mir vorgestellt hatte…

Aber was war dann passiert? Konnte es mir irgendwie nicht selber erklären! War ich ohnmächtig geworden? Bin ich „gekommen"? Mmh, auch das weiß ich nicht, also hob ich leicht meinen Kopf, ich wusste, dass wenn man(n) kommt, es sichtbare Hinweise dafür geben muss. Schaute an mir herunter, sah, dass ich halbnackt, mit geöffnetem Hemd da lag, Bella neben mir kniete und mich fragend ansah. Wanderte weiter an meinen Hosenbund, sah in die Mitte und stellte fest….

kein Fleck zu sehen! Also war ich theoretisch nicht „gekommen". Und genau das schien mir sehr seltsam. Als Bella mir meine Brust küsste, die Seiten mit ihren warmen Händen entlang strich, hatte ich gewusst, dass ich es nicht mehr länger aushalten würde können, Es war mehr als seltsam, war so verdammt eng in meiner Hose geworden, alles in mir schrie nach Erlösung, nach Erleichterung. Ich wusste, dass ich kurz vor diesem berühmten Point of no Return stand.

Diesen Punkt hatte mal Emmett angesprochen, wollte aber nichts genaueres über seinen Punkt erfahren, hatte es aber dennoch mal in einen meiner Bücher nachgeschlagen. Aber wieso scheint denn meine Jeans noch so… unbefleckt „jungfräulich"?

Also Fakt ist, ich bin nicht gekommen, obwohl ich dachte, ich wäre es… Die andere, viel wichtigere Frage lautet ja wohl dann: Was ist passiert und wie sollte ich es Bella erklären? „Bella, ich kann dir einfach nicht erklären, was passiert ist, kann es selbst nicht recht nachvollziehen!" „Bitte, Edward, ich mache mir solche Sorgen um dich, bitte, bitte, versuche es zumindest mir zu erklären?" Sie schien sich wieder ein wenig zu entspannen. „Schatz, was weißt du über den Point of no Return?"

Und in dem Moment, wo ich genau dies sagte, hätte ich es am liebsten wieder zurückgenommen, es war einfach ZU peinlich. Ich drehte den Kopf auf die Seite, da ich ihr vor lauter Scham nicht in die Augen blicken wollte. „Ich weiß nicht, was das ist, mein Schatz! Bitte erkläre es mir!" bekannte Bella sehr verlegen. Fuck, jetzt durfte ich es ihr noch erklären, na wer anderen eine Grube gräbt, nicht wahr? „Ich werde es dir erklären, aber du wirst verstehen, dass ich dir dabei auf keinen Fall in die Augen blicken kann!"

Aber, wieso denn nicht, bitte schau mich an, bitte, tue es für mich!" bat sie mich flehend. Wie kann ich ihr denn bitte so wiederstehen, wenn sie mich so flehend darum bittet? Diese Frau macht mich echt fertig. Erst mich verführen, dann mich weich wie Butter werden lassen mit ihren süßen Rehaugen.

Drehte langsam meinen Kopf wieder zurück zu ihr hin und holt tief Luft. DAS konnte jetzt SEHR peinlich für mich werden. Wieso hatte ich denn auch damit angefangen? „Bitte, Schatz, denke jetzt nicht schlecht von mir oder sei nicht sauer, es ist mir schon peinlich genug! Also der berühmte Point of no return…", ich schluckte, „Bella, du weißt, das es mir über alle Maßen gefallen hat und ich habe dich nicht weggestoßen. Es war einfach perfekt und ich bin wirklich sehr froh, dass du damit angefangen hast, bzw. mich ja verführt hast, wenn wir ehrlich sind!"

Ich lachte leise und merkte, dass ihr das Blut in den Kopf schoss. „Ich hätte niemals selbst damit angefangen, hatte gedacht, ich könnte es nicht, habe wirklich zu viel Angst dich zu verletzten und wie ich sehe, habe ich es auch getan!" und wischte vorsichtig die Tränen weg, die immer noch ihre Wange herunterliefen. „Als du damit angefangen hast, ich wusste nicht, wie ich mich verhalten sollte, weißt du, wie sehr ich es mir gewünscht hatte und es so sehr genoss? Aber als du mich küsstest und ich wusste, das es kein normaler Kuss werden würde, entstanden so intensive Gefühle in mir, das kannst du dir gar nicht vorstellen. Es war kein Verlangen mehr nach deinem Blut, keine Angst mehr da, dich zu verletzen, ich ließ mich einfach fallen und überließ mich deiner Führung!"

Ah, jetzt wird es spannend. Ich musste etwas gestehen, was mir mehr als nur unangenehm war. Aber zu meiner großen Schande bin ich es ja gewesen, der sich das eingebrockt hat, also muss ich folglich diese Suppe auch auslöffeln.

Sie hätte mich nicht so sehen sollen, aber naja jetzt ließ sich die Uhr nicht mehr zurückdrehen, wollte es auch gar nicht mehr. Es war einfach alles, alles was ich je wollte. So jetzt auf in den Kampf…

Schatz, die Gefühle, die du in mir zum Vorschein gebracht hast, oh mein Gott, die waren so unglaublich, haben sich allerdings nicht nur in meinem Bauch ausgebreitet, sondern auch, wie soll man es sagen, in weiter südlichere Regionen! Weißt du, genau DAS hat mich dazu veranlasst, weiter zu gehen, als ich hätte gedurft, Herr Gott, Bella, du hättest alles von mir kriegen können, verdammt alles, in diesem Augenblick. Ich war dir mit Haut und Haaren verfallen, Wollte mehr…

und meine Emotionen haben mich darin bestätigt, sie bauten sich immer mehr auf, es ist wie eine Treppe, eine Leiter, wenn du es so nennen willst, jede Sekunde eine Stufe höher, jede Sekunde, wo du das gemacht hast, WAS du gemacht hast, kletterte ich eine verdammte Stufe höher. Wollte die letzte erreichen…. Alles in mir schrie nach Erleichterung, Erlösung ….

Bei der letzten Stufe stürzt man normalerweise ab, so habe ich mir sagen lassen, ich war schließlich noch nie in dieser Situation gewesen und verdammt, ja, Bella, ich wollte hinabstürzen, das war mir in diesem Moment wichtiger als alles andere auf der Welt. Wollte das es aufhört und dann, das es doch nicht aufhört. Es war so prickelnd, so unbeschreiblich, so vollkommen….

Doch dann… ich stand faktisch an der letzten Stufe und kam nicht darüber hinweg….

War maßlos enttäuscht, hätte Schreien können vor Verlangen… Ich wollte aber nicht, das du es siehst, wollte es nicht vor dir zugeben, Bella, glaubst du mir, wenn ich sage, du hast mich unwahrscheinlich… erregt?"

Ja", flüsterte sie, ein wenig geschockt von meiner Rede, meinem Gefühlsausbruch. Nie hätte sie das, glaube ich, von mir gedacht, war immer so selbstbeherrscht, schon fast krankhaft selbstbeherrscht, hatte sogar verdammte Regeln aufgestellt für unsere Art des „Näherkommens". „Warte, Schatz!" ich grinste sehr verlegen. „Ich muss dir noch etwas erzählen. An diesem Punkt, die letzte Stufe der Leiter, der der Point of no Return genannt wird, da man normalerweise nicht mehr zurück kann, sondern nur noch vorwärts, genau an diesem Punkt dachte ich, dasselbe würde auch mit mir passieren und ich… ich würde vorwärtsfallen, die Erleichterung bekommen, die ich so sehr ersehnte. Aber wie du gewiss schon gesehen haben dürftest, es ist nichts passiert, ich habe es nicht geschafft…!"

Was meinst du damit, was ist nicht passiert und was soll ich nicht gesehen haben?"

Ach, mein Schatz, wir beide sind noch unschuldig!" ich hätte laut auflachen können, ob dieser Peinlichkeit. „Aber normalerweise dürftest du das doch wissen, wie man(n) in so einer Situation regiert!"

Ja, natürlich weiß ich das!, das war nur ein Scherz, wollte dich nur ein bisschen ärgern, es ist einfach zu süß, wenn du versuchst etwas zu erklären, was man eigentlich gar nicht in Worte fassen kann!" sagte sie lachend und knuffte mich in die Seite. „Ich finde es einfach nur so schön, dass du dich windest und trotzdem so wunderbar ehrlich bist!"

Du kleines, süßes Biest!" gab ich überrascht grinsend zurück, packte ihre Hüfte und legte sie so auf dem Bett ab, sodass ich diesmal über ihr lag. Eine wahnsinnig erregende Situation!

Aber ich sollte mein „Glück" heut wohl nicht überstrapazieren und wieder wie ein Feigling, ein Schwächling auf Grund meiner eigenen Gefühle, zusammenbrechen. DAS wäre gewiss DER Joke des Abends, was sage ich da, DES Jahrhunderts. Ich höre schon Emmett brüllen: „Deine kleine Bella hat aber ein ziemliches Temperament, findest du nicht kleiner Bruder? Klein Eddy hat sich davongemacht!"

Du, Schatz?" „Ja", „Ich habe noch eine Frage: Wie kann es denn sein, dass du nicht über diese letzte Stufe hinweg gekommen bist und was ist danach passiert?"

Das, meine kleine Hexe, sind zwei Fragen, nicht nur eine!" erwiderte ich lachend und dennoch erregt, da ich ja immer noch zwischen ihren Beinen lag. Diese ganze Situation, dieser ganze Tag ist ein wenig grotesk, seltsam, verwirrend…

Ach, bitte!" „Mmh, ich glaube, es war einfach zu viel, wenn du verstehst, aber es ist in keinem Fall deine Schuld, weißt du, ich habe fast 108 Jahre auf Liebe und körperliche Annährung verzichtet, irgendwann musste es sich ja mal rächen, oder?"

Du willst damit sagen, wenn ich es richtig verstanden habe, es waren zu viele Gefühle für dich auf einmal? Du konntest dich nicht zurückhalten, du wolltest über diese Klippe springen, um mal eine andere Metapher zu gebrauchen und konntest nicht… stattdessen bist du rückwärts, die eben erwähnte Leiter heruntergefallen, oh mein Gott, Edward!"

Wir prusteten beide gleichzeitig los. „Ich glaub sogar, dein Vergleich trifft es ganz gut…. Nennen wir es einfach die Leiter rückwärts heruntergefallen und dennoch weich gelandet…" ergänzte ich lachend.

Aber, im Ernst jetzt, wird sich das nicht mehr wiederholen, muss ich jetzt Angst haben, wenn ich dich berühre, vorausgesetzt, du lässt mich dich erneut berühren!" fragte sie ängstlich, aber mit einem kleinen Schalk in ihren Augen. „Äh, ich denke doch sehr wohl, das du mich weiter berühren kannst, ich kann dir allerdings nicht versprechen, dass ich nicht wieder… die Leiter rückwärts runterfalle…., aber wir können es gerne ausprobieren!"

Wie weit bist du bereit zu gehen?" fragte sie mich ein wenig erregt… „DAS, mein Schatz, wirst du gleich herausfinden…" und legte diesmal meine Lippen auf die ihren…