Hey Leute,

vielen Dank für eure lieben Reviews. Zur Information: Die Story ist schon fertig und umfasst insgesamt 32 Kapitel. Also könnt ihr euch noch auf etwas gefasst machen... :-)

LG Sabby

„Je unschuldiger ein Mädchen ist, desto weniger weiß sie von den Methoden der Verführung. Bevor sie Zeit hat nachzudenken, zieht Begehren sie an, Neugier noch mehr und Gelegenheit macht den Rest."

Giacomo Casanova, Memoiren, Band 4, Kapitel 18

Edwards POV:

(Immer noch 8 Wochen zuvor):

… „Nein, du dummes Mädchen, ich versuche DEINE zu bewahren!"

Ich lachte innerlich, das altmodische Wort Tugend aus ihrem Mund zu hören war einfach zu witzig. In meiner Zeit hätte das keinen großen Aufwind gemacht, es war nahezu selbstverständlich, dass Männer, wie Frauen jungfräulich in die Ehe gingen. Doch heutzutage war das eine ganz andere Sache. Heute nahm man das nicht mehr so ganz ernst mit der Unschuld.

Ein wenig war ich schon überrascht gewesen, dass meine, kleine, süße Bella ebenso wie ich den körperlichen Gelüsten bisher noch nicht nachgegeben hatte.

Allerdings weiß ich mit absoluter Sicherheit, dass sie wohl trotzdem sehr genau wusste, wie sie ihre weiblichen Reize einzusetzen hatte. Aber ich durfte einfach nicht nachgeben, es geht einfach nicht… Würde ihr wehtun… Es würde mein Herz zerschneiden. Wenn ich an Bellas zerbrechlichen Körper Blutergüsse oder gar Schlimmeres entdecken und ich genau wissen würde, das ICH es war, der sie verursacht hatte.

Ich bin ein Monster, etwas zu gefährliches für ein fragiles, zerbrechliches Menschlein wie Bella. Wieso erkennt sie das denn nicht?

Und wieso haben wir beide damals nicht die Kraft gehabt, uns gegenseitig zu verlassen?

Trotzdem zerreißt es mir jedesmal das Herz und meinen gesamten Körper, wenn ich sie mit diesen… knurr… sehe und gleichzeitig höre, was ER denkt… Er liebt sie, aber ich bin mir nicht sicher, in wie weit ihre Gefühle für ihn auf Gegenseitigkeit beruhen.

Ich kann ihr einfach nicht das geben, was sie will… was sie braucht. Es war nicht so, als ob ich diese Verwirrung der Hormone nicht erwidern würde…. Im Gegenteil, es lässt mich alles andere als kalt, wenn sie krampfhaft versucht, ihre Bluse zu öffnen….

Aber noch habe ich genug Selbstbeherrschung, die auch dringend vonnöten ist, um ihr zu widerstehen…

Und wieder versuche ich ihr klar zu machen, dass dies, was sie von mir verlangt, einfach nicht tragbar ist… Es geht einfach nicht und einen Teil von mir macht diese Erkenntnis mehr als nur traurig…

„Bella, du weißt, dass ich gestohlen, gemordet, gelogen, begehrt habe… meine Tugend ist alles, was ich noch habe!" sagte ich und lächelte dabei, das von ihr so geliebte schiefe Lächeln. Es ist nicht so, dass ich besonders daran hing, meine Unschuld noch mehr aufzusparen. Seitdem ich sie kenne und ich mich in sie verliebte, wusste ich, dass sie diejenige war, auf die ich gewartet, gehofft hatte…

Hatte bisher allen weiblichen Verlockungen wiederstanden und es waren viele, die mich mal gerne NÄHER kennengelernt hätten, aber ich wollte meine Unschuld für sie aufbewahren, die Richtige. Bella war, ist und wird immer die Richtige sein…

„Aber was hast du je begehrt?" fragte sie mich und wendete schamhaft ihre Augen ab, als wüsste sie die Antwort schon und wollte sich in ihrer Theorie nur bestätigt wissen. „Ich habe dich begehrt!" Oh je, DAS geht nun wirklich nicht in die Richtung, die ich jetzt gebrauchen könnte. Und es könnte peinlich werden.

Sie wäre ein guter Politiker geworden… Menschen dazu zu bringen, zu machen, was SIE wollte, DAS konnte sie definitiv… Ich hoffte einfach, dass sie mir meine Unsicherheit und Angst nicht ansehen könne. „Ich habe kein Recht dich zu wollen!" In zweierlei Hinsicht hatte ich dies wirklich nicht. Sie macht es verteufelt schwer. Unglaublich!

Dabei müsste sie doch wissen, was ich als Unsterblicher und Monster alles zustande bringen könnte. Im Ballettstudio habe ich es kaum geschafft, aufzuhören… Aber es hätte sie getötet und genau dieses Wissen und die Anwesenheit von Carlisle bewahrten mich davor sie umzubringen oder sie zu dem zu machen, was ich bin- Etwas Schreckliches und Unwiderrufliches.

Dabei verlangt sie genau DAS von mir…

… Verzweiflung ist so ein schönes Wort, das leider nur euphorisch beschreibt, was ich gerade empfinde. „Ich hatte kein Recht, dich zu wollen- doch ich habe einfach zugegriffen. Und sieh, was jetzt aus dir geworden ist- Du versuchst einen Vampir zu verführen!" Ich lachte sarkastisch auf. Die ganze Situation war so verkehrt, dass sie schon wieder lustig wäre, wenn sie nicht so eine toternste Situation darstellen würde…

„Dann ist es also amtlich, du schläfst erst mit mir, wenn wir verheiratet sind?" Sie klang enttäuscht, über alle Maßen hinweg enttäuscht. Ein wenig war ich es selbst, aber anders durfte es ja auch nicht sein…

Aber so wäre es theoretisch gesehen auch nicht moralisch vertretbar, andererseits WAS WÄRE ES SCHON? Moral und Ethik haben aufgehört zu existieren, als ich mich in sie verliebte und sie sich in mich… Wieso sträubte ich mich also dagegen? Wieso konnte ich mich nicht einfach fallen lassen, wie ein ganz normaler Mann?

„Genau genommen, kann ich gar nicht mit dir schlafen!" Ich versuchte meine Angst und meine selbige Unsicherheit mit Ironie und Sarkasmus zu überspielen, aber ich glaube, DAS gelang mir nicht so Recht. „Du weißt, dass das die Sache beschleunigen wird?" Die Sachen mit der Heirat begann für mich ebenfalls Nachteile zu entwickeln. Zur Zeit empfand ich es als ebensolchen, das wir diesen Kompromiss geschlossen haben. Wie konnte ich mich nur darauf einlassen? Wie konnte ich nur so idiotisch sein, sie dieser Gefahr auszusetzen?

Erneut versuchte ich fröhlich zu klingen, obwohl es in meinem Innern alles andere als fröhlich aussah… „Ja, du hast Recht, was das betrifft, sind deine ungeduldigen, menschlichen Hormone meine stärksten Verbündeten!"

Ein Gedankenblitz kam mir in den Kopf… Und was ist mit meinen männlichen Hormonen? Die Mauer bekam wirklich Risse… Alice hatte Recht, wieso musste ich auch innerlich mit ihr wetten? Aber noch ist genug Mörtel vorhanden, um das die Mauer standhält…

Aber wie, und das ist DIE Frage, soll ich mich in der berühmt-berüchtigten Hochzeitsnacht verhalten? Theoretisch weiß ich, wie es mit Sex funktioniert, es war ja nicht so, als ob ich das nicht kennen würde, aber halt nur theoretisch… Natürlich war ich mehr als glücklich, dass ich es bisher bei der Theorie belassen habe… Bin nur schrecklich verwirrt…

Was sollte ich tun? Was gefällt ihr… mir? Noch nicht einmal ICH kann genau benennen, was MIR gefällt… wo meine berühmten erogenen Zonen liegen! Hatte es ja nie ausprobiert, aber nun… Nun müssten wir uns langsam vorantasten, herausfinden, was sein darf und was nicht…

Und immer noch gab es da eine mehr als große Problematik. Ich war kein normaler Mann, mit einem etwas untypischen Verhalten. So richtig hatte ich sie nie gewollt… jedenfalls nicht so, wie ein Mann normalerweise eine Frau will… Aber jetzt musste ich mir wirklich Gedanken darüber machen, musste mich vorbereiten, weil meine kleine, süße Bella hatte mich faktisch dazu gedrängt, mich ein wenig erpresst…

Ach, die Hochzeit. Trotzdem hatte sie JA gesagt, zu mir… Wusste, dass sie Angst hatte, aber ich freute mich einfach auf eine kleine, stille Hochzeit. Konservativ und traditionell. Sie in einem weißen Kleid und ich in einem schwarzen Smoking. So hatte ich es mir immer vorgestellt, erträumt…

Aber diese Bedingung, oh je, DAS wird mich echt noch Kopf und Kragen kosten. „Wir kriegen das schon hin!" versuchte ich sie und auch mich zu beruhigen. Wusste von ihrer regelrechten Panik im Mittelpunkt zu stehen. Nichts desto trotz würde es wunderschön werden. Dessen war ich mir sicher. Aber eines fehlte noch- MEIN Ring für SIE!

Es war der Ring, den mein Vater Anthony meiner Mutter Elisabeth angesteckt hatte. Ein kleiner goldener Ring mit eingelassenen Diamanten. Ich fand ihn wirklich wunderschön, aber ich war mir nicht sicher, wie sie auf den Ring reagieren würde. Vielleicht wollte sie nichts altmodisches, sondern eher etwas modernes? Es wäre aber auch egal, ich würde ihr jeden Schmuck kaufen, der ihr gefiel, Hauptsache, sie würde meinen Antrag annehmen. War sehr nervös. Der Plan, mein Plan der heutigen Abendgestaltung begann Realität anzunehmen.

Mein Herz würde flattern, wie ein Kolibriflügel, wenn es könnte.. „Ich nehme an, du möchtest deinen Ring noch nicht haben?" „Da vermutest du ganz richtig!" Ah, ein kalter, wirklich eiskalter Schwall Wasser über mein Haupt. „Möchtest du ihn sehen?" „Nein!" sie schrie es fast panisch heraus. Bähm, das Wasser war fast gefroren, so kalt war es geworden…

„Es sei denn, du willst ihn mir unbedingt zeigen!" lenkte sie vorsichtig ein. „Kein Problem. Das hat Zeit!" sagte ich achselzuckend und hoffte, das meine übermäßige Enttäuschung meiner Stimme nicht anzumerken war. „Jetzt zeig mir schon den verdammten Ring, Edward!"

Mein Herz frohlockte. Wenn sie anfing zu fluchen, dann wurde es ernst. Ich stand auf und wunderte mich immer noch, wie gefährlich und verführerisch dieses kleine Wesen für mich ist. Oh je, sie könnte mein Untergang sein, wenn ich es zulassen würde.

Kniete mich vor den Nachtisch und nahm die kleine, schwarze Schachtel heraus, in der sich der Ring befand. Stellte sie auf ihren Schoss, augenblicklich fing sie an zu zittern. Was gäbe ich jetzt alles dafür, ihre Gedanken lesen zu können?

Äußerlich blieb ich ruhig, war aber so nah am höchsten Glück der Erde, das ich sprichwörtlich grinste, wie ein Honigkuchenpferd. „Ich habe nichts dafür ausgegeben. Es ist schon wieder ein Erbstück. Das ist der Ring, den mein Vater meiner Mutter gegeben hat!" Sie sah ein wenig erleichtert aus.

Nahm ihre linke Hand, ein Glücksgefühl durchströmte mich und setzte den Ring blitzschnell an genau den Finger, der dafür vorgesehen ist, einen eben solchen Ring zu tragen. Nichts ist vergleichbar mit diesen Emotionen, die mich in diesem Augenblick durchströmten…

Wie ein Rausch…

Noch nicht einmal der Rausch nach ihrem Blut, von Geschmack einmal abgesehen, ist damit vergleichbar. Meine Erde stand still. Griff nach den Sternen, wollte den Mond umarmen… Doch sie? Sie sah gehemmt aus, peinlich berührt, dieses sichtbare Zeichen unserer Liebe zu tragen.

„Er scheint zu passen, dann kann ich mir den Gang zum Juwelier sparen. Ist er dir zu altmodisch oder soll ich dir etwas modernes besorgen, z.B. von Tiffany?" fragte ich sie mit unverhüllter Neugierde. „Ich mag altmodisches. Er ist wunderschön!" antwortete sie mit einem deutlichen Seitenblick zu mir.

In dem Moment fiel meine mühsam aufgerichtete Fassade in sich zusammen. Ich strahlte sie mit begeisterter Freude und unheimlichen Triumph an. Wusste gar nicht, dass solche Gefühle überhaupt möglich waren… War trunken vor Glück.

„Ich schätze, du wirst ihn nicht tragen wollen?" es gab mir zwar einen kleinen Dämpfer meiner Freude, aber ich verstand ihre Argumentationsstruktur, als sie meine Frage verneinte.

„Darf ich noch etwas machen?" Ich wollte es richtig machen, noch war es kein vollkommener Antrag. „Alles, was du willst, mein Engel!" antwortete sie, schien ebenfalls trunken vor Glück. Ich glaube, DAS hätte sie nicht gesagt, wenn sie wüsste, was ich jetzt vorhatte.

Stand von dem Bett auf, der Ring glitzerte im Mondlicht, dass durch das Zimmer schien. Ich kniete mich vor ihr nieder und sprach die bedeutendsten Worte, die ich neben „Ich liebe dich" jemals zu ihr sagte: „Isabella Marie Swan, ich liebe dich mehr, als alles andere auf dieser Welt und verspreche dir, dich immer genauso zu lieben und zu achten, für den Rest meiner Existenz. Willst du mich heiraten?"

Ich lächelte sie mit leuchtenden Augen an und schaute ihr in die ihren. Dieser Moment war einfach perfekt und wurde vollkommen als mir ein „JA!" entgegenhauchte…

Dieses einfache Wort machte mich zum glücklichsten Mann auf Erden, küsste kleine, süße Küsse auf ihre Handfläche, sah, wie Tränen ihre Wangen hinunterliefen und küsste zuletzt den Ring, unseren Verlobungsring!

….

Flashback Ende.

(Wieder 8 Wochen später!):

Edwards POV:

Ich sprintete aus ihrem Zimmer, früher Morgen, Nebel hing über Forks…

Neben der Dämmerung ist dies meine liebste Tageszeit. Und nun wusste ich auch einen weiteren Grund, wieso! Es war im wahrsten Sinne des Wortes monstermäßig peinlich, mich mit einem schwarzen Hemd (von mir!), einer beigen, kurzen Hose und weißer Feinrippunterhose (von Charlie) in der Öffentlichkeit zu bewegen.

Ich lief diesmal nicht mit meiner „normalen" Geschwindigkeit, sondern ging eher, Menschen würden es joggen nennen.

Dachte darüber nach, wie es jetzt mit uns weitergehen sollte. Ich, beziehungsweise wir beide waren auf dem besten Weg unsere Tugend zu verlieren und dabei ist die Hochzeit doch erst in zwei Wochen…

Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute wo dieser, unser bedeutende Tag näher rückte, wurde ich nervöser… Es gab Zeiten, beispielsweise nachts, wenn mein Engel schläft, wo ich im Zimmer einfach nur im Kreis renne, um mich zu beruhigen, was aber zumeist nicht ganz funktioniert. Und jetzt?

Jetzt war ich um mehr als nur EINE Erfahrung reicher, aber auch ängstlicher. Sie zu verletzen, die Angst davor, ihr Schmerzen zuzufügen, fügt mir wiederrum Höllenqualen zu…

Carlisle hatte mir mal erzählt, wenn Frauen zum ersten Mal in ihrem Leben Sex haben, könnten sie bluten, wenn der Mann in sie eindringt. DAS stellt mich dann wieder vor ein erneutes Problem. So viele Probleme, so viele Fehler, die ich machen kann und trotzdem keine richtige Lösung….

Ich dachte eigentlich, ich wäre über das Verlangen nach ihrem Blut hinweg und es hätte einem anderen Verlangen Platz gemacht. Aber was ist, wenn ich mich täusche, wenn bei dem Geruch von Bellas Blut erneut das Monster in mir die Oberhand gewinnt und nicht der männliche Part?

Ich habe absolut keine Ahnung, wie ich verdammt alle diese Probleme lösen sollte, vorher hätte ich ja gesagt, nein, ich kann nicht und sie „einfach" weggestoßen, aber nun?

The forbidden fruits tasts the sweetest…

Keinen Ausweg sehe ich mehr, um mich selber zu stoppen, um mich nicht mehr auf DIESE Weise ihr zu nähern!

Aber was, wenn ich es anders gar nicht mehr haben wollte? Diese Gefühle sind vergleichbar mit dem Drang eines Junkies, auf der Suche nach der Möglichkeit, den nächsten Schuss zu setzen…

Bella ist meine Droge und mit wurde immer mehr bewusst, wie süchtig ich doch eigentlich nach ihr bin…

Vorher war es „nur" ihr Stimme, ihr Geruch, ihr gesamtes Wesen, ihr Charakter… und jetzt ist noch ein weiterer Punkt hinzugekommen… ihr Körper.

Er verursacht in mir ein Feuer, dass, da es einmal ausgebrochen ist, wohl nie wieder zu löschen ist, es kann gedämpft werden, aber nie wieder vollkommen gelöscht… Ihre Verführung hat meine Mauer einstürzen lassen… Es gab kein Zurück mehr, kein Entkommen vor dieser Übermacht an Emotionen…

Mittlerweise war ich zuhause angekommen. Erst hatte ich gehofft, alle wären in der Schule, aber da fiel mir mit Schrecken ein, das heute ja Samstag war und das alle somit da wären…

Ein kleiner Hoffnungsschimmer funkte auf, als ich dachte, das sie alle vielleicht auf der Jagd wären, als plötzlich die Stimme von Emmett die Stille des schönen, nebligen Morgens durchschnitt…

Ich hoffe, die Szene mit dem Antrag war genauso, wie ihr euch die aus Edwards Perspektive vorgestellt habt… Ein paar Sätze stammen aus dem dritten Buch, Kap. Ein Kompromiss.

Und jetzt ran an die Tasten…