So, da ich beim letzten Kapitel auf heftige Kritik gestoßen bin, habe ich ein anderes Genre gewählt: Sorge!

Ich bin NICHT zum Malfoy-Fan geworden. Ich fand nur, dieser Malfoy, den ich jetzt beschrieben habe, würde gut in meine Geschichte passen. Ich kann noch nicht sagen, ob Ginny ihn besser finden wird, oder ob Draco sich eventuell verlieben wird. Fest steht auf jeden Fall, dass ich ein "happy End" plane, was nicht ganz so nach euren Wünschen sein wird. Tut mir leid (vielleicht auch nicht, ist ja schließlich meine Geschichte... :-) ).

Zu der Charakterisierung von Ron: Ich habe ihn als Bruder beschrieben. Wenn man ihn von Rowling anders kennt, ist das eben so. Wie gesagt, dass ist meine Geschichte und ich kann damit alles machen, was ich will. Stellt euch einfach mal vor, der wichtigste Mensch in eurem Leben verschwindet plötzlich, und es kommt raus, dass eurer Erzfeind ihn gefangen hält. Ist Rons Reaktion da nicht nachvollziehbar? Und ich habe Rons zunehmenden Hass auf Harry gewählt, weil Ron Ginny eben so liebt.

Das mit dem Zauber, unter dem Ron steht wäre damit ja wohl auch geklärt. Verneblung nennt man sowas.

Ich versuche übrigens auch, nicht mehr in das ganz so Heftige reinzurutschen. Ich lasse Lucius gerne fies und sexistisch sein. Macht irgendwie Spaß. Wenn jemand das nicht mag, kann ich gerne irgendwelche Zeichen reinsetzen, um die Stellen zu kennzeichnen. Ich verliere ja ungerne meine Leser... (bitte das jetzt nicht kommentieren, Akiba, du weißt, wie ich das meine...)

Apropo Leser: Danke Hermina, danke Mrs. Moony-Lupin (ich melde mich bald bei dir mit du-weißt-schon-was), und danke (ja auch dir) Akiba. Lest weiter, ich freu mich immer über eure Reviews!


19. Entführer unter sich II

Draco rang innerlich sehr mit sich. Zum einen wollte er Ginny unbedingt wieder sehen, zum anderen schämte er sich furchtbar, dass sein Vater ihn so benutze, nur um sich an Harry Potter zu rächen.

Er hatte vor gar nicht so langer Zeit Dumbledore umbringen sollen. Und dabei versagt.

Und sein Vater erwartete jetzt nicht weniger als vorher. Eher mehr.

Draco sollte Harry Potter hassen. Sollte ihn verachten, auf alle Freunde Potters spucken.

Aber was er gesehen hatte, nachdem Dumbledore gestorben war, hatte ihn umgestimmt.

Für die kurzen Sekunden, die Draco vor dem toten Schulleiter gestanden hatte, hatte er auch Harry gesehen, und in dessen Augen war etwas zerbrochen.

Mit seinem Vater hatten sie über verhexte Adleraugen die Trauerzeremonie beobachtet. Draco hatte keinen Blick für den Leichnam, oder teilte seines Vaters Schadenfreude, er sah nur Harry, der sich von Ginny Weasley trennte. Die Tränen, die sein Vater „freundlicherweise" verdeutlichte.

Und den Schmerz.

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Ginny Weasley nun saß vor ihm auf einem Stuhl. Sie war schmutzig und roch streng, aber Draco nahm das kaum war. Er hatte sie noch nie aus einem anderen Grund angesehen, als um eine Schwäche zu finden. Jetzt, da ihre Kraft gebrochen war, ihre Augen wund vom Weinen und ihr Körper mager, tat sie ihm leid. Er hätte lieber neben ihr gesessen und sie getröstet.

Sein Vater hatte ihm verraten, dass er die Lust nur herbeigezaubert hatte. Und dass er ausdrücklich wünschte, sein Sohn würde sich weiter mit dem Weasley-Mädchen beschäftigen. Draco hatte zugestimmt, allerdings nur unter der Bedingung, dass über sein Zimmer keine Überwachung stattfand. Was er in seinem eigenen Bett machte, sollte auch seine eigene Sache sein.

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Lucius glaubt noch immer fest an seinen Sohn. Als er mitbekam, dass Draco sich Ginny nach oben holen ließ, lächelte er still in sich hinein und dachte, dass es gut war, das Zimmer seines Sohnes nicht zu überwachen. Ein Malfoy brauchte ein eigenes Reich.

Und wenn sein Sohn eben nur nett war. Wozu hatte er, Lucius, seine eigene Männlichkeit?

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„Pass auf, wenn du magst kannst du gerne erst einmal duschen, und ich lasse uns dann etwas zu Essen bringen.", versuchte Draco sich ihr zu nähern.

Ginny sah ihn an. Mit trüben Augen. Sie war sehr schwach.

„Ich glaube, ich kann nicht mal in die Dusche laufen. Danke nein.", flüsterte sie.

Draco brach es das Herz.

Er kam näher zu ihr, und als sie sich nicht weiter rührte, hob er sie auf die Arme und trug sie in die Dusche.

Seinem Vaters Reichtum zum Dank hatte jeder Malfoy im Haus ein eigenes Bad, welches sehr geräumig war.

Vorsichtig zog Draco Ginny aus und setzte sie in die Dusche. Ihre roten Haare fielen über ihre Nacktheit, doch sie machte keine Zeichen, dass sie sich eventuell schämte.

Draco stellte mir einem leichten Gefühl der Erregung fest, dass er Ginny nicht duschen konnte, ohne selbst nass zu werden.

Behutsam zog er sich also selbst bis auf die Boxershorts aus, und stieg zu Ginny in die Dusche, wo er sich neben sie setzte.

Zuerst regte sie sich gar nicht, als das warme Wasser auf sie herabregnete.

Dann hob sie langsam den Kopf, fing an zu lächeln und öffnete den Mund, um gierig zu trinken.

Erst nach einer Weile bemerkte sie den halbnackten, neben ihr hockenden Malfoy.

„Besser?", fragte er.

Lächelnd nickte sie. Sie schien so erfreut über die Dusche, dass sie ihm gar nicht böse sein konnte.

„Draco?"

„Ja?" Verwundert stellte er fest, dass sie ihn noch nie beim Vornamen genannt hatte.

„Hilf mir bitte hoch."

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Gemeinsam erhoben sie sich und standen sich dann kurz verlegen gegenüber.

Ginny sah Draco an. Sie konnte das Gefühl der Ablehnung nicht unterdrücken, außerdem hatte sie noch immer Angst, er würde gleich wieder so brutal über sie herfallen.

Aber sie traute sich nicht zu fragen, warum.

Warum er sie geholt hatte. Warum er ihr half?!

Sie wusste nicht, wie lange sie schon gefangen war. Wie lange sie in dem modrigen Kerker gesessen hatte, die Zeit nur in Mahlzeiten gerechnet und ihren Gedanken überlassen war.

Anfangs hatte sie noch gebetet, hatte auf Harry gehofft und sogar nach ihm gerufen. Aber er war nicht gekommen.

Hatte er sie vergessen? Hatte er das Kind aufgegeben?

Sie wandte den Blick von Draco ab und sucht die Seife.

Draco hatte noch nie nach herbem Männerduft gerochen, und nun wusste sie auch warum.

Feinstes Öko-Shampoo mit Rosenessenz fand sich auf der Ablage der Dusche, dazu Körperlotion aus Naturkräutern und weitere Pflegeduschen mit wohlriechenden und –tuenden Essenzen.

Ginny roch an jeder noch so unscheinbaren Flasche, und als sie fertig war, nahm Draco die Flasche mit der Honig-Milchpflege und ließ etwas auf seine Hand laufen.

„Darf ich?" Er sah Ginny abwartend an, und als sie nickte strich er mit dem Duschgel erst über ihren Arm, dann langsam über ihren Bauch und seifte schließlich ihren ganzen Körper ein.

Ginny schloss die Augen und genoss sichtlich sowohl die Dusche als auch Dracos Pflege.

Zögernd nahm sie ein Duschgel, füllte etwas auf ihre Hand und begann schüchtern, auch Draco einzuschmieren.

Sie wunderte sich über sich selbst.

Ihr fiel auf, dass er noch seine Boxershorts trug, die mittlerweile völlig durchweicht waren. Ginny ließ von Draco ab und schaute nachdenklich an ihm herab.

Er trug schwarze Boxershorts, und durch die Nässe zeichnete sich deutlich seine Männlichkeit ab. Ginny hatte ihn noch nie so gesehen, und sie konnte nicht anders, als Harry mit ihm zu vergleichen.

Plötzlich erinnerte sie sich auch wieder an ihre Schwangerschaft. Für einen kurzen Moment hatte sie das vergessen.

Draco hatte die Augen geschlossen und strich weiterhin über Ginnys Körper.

Ginny nahm ein Shampoo, nahm etwas für ihre Haare und wusch sie sich gründlich. Als Draco das merkte half er ihr liebevoll.

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Nach der Dusche, die bis zum Ende ohne Worte stattfand, wickelte Draco Ginny in seinen schwarzen Bademantel und trug sie zum Bett, wo er sie zudeckte und gerade gehen wollte, um etwas zu Essen zu holen.

Ginny jedoch setzte sich noch einmal auf.

„Draco?", fragte sie leise.

Er kam zu ihr zurück.

„Warum tust du das hier?"

Draco wurde rot und schaute sie traurig an.

„Weil ich muss."

Verständnislos sah sie ihn an.

„Mein Vater hat mich gezwungen, mit dir „Zeit zu verbringen", um es nett auszudrücken. Und ich ertrage nicht, dass du so schmutzig bist, so hilflos. Selbst als Gefangene sollte man eine bessere Behandlung verdienen. Wo du doch mit uns… schlafen musst."

„Du bist nicht der Draco, den ich in der Schule kennen gelernt habe.", stellte Ginny fest. „Du hast dich so verändert. Woran liegt das?"

„Ich kann es nicht genau sagen. Vielleicht an meinem Versagen für Voldemort. Vielleicht an meinem Mitgefühl, was selbst mein Vater nicht wegprügeln konnte."

Ginny lachte überrascht auf.

„Du hast Mitgefühl? Die ganzen Jahre warst du so fies, hast alles um dich herum gepeinigt. Ich kaufe dir nicht ab, dass du dich geändert hast!"

Dracos Miene wurde sehr bitter.

„Aber in all den Jahren musste ich niemanden umbringen, habe nicht versagt und musste dann in Angst vor meinem Meister leben. Ich möchte nicht mehr leben, wenn Voldemort zornig auf mich ist. Jetzt, wo ich sehe, dass du so schlimm von meinem Vater behandelt wirst, nur weil er sich an Potter rächen möchte, verstehe ich unsere Ordnung nicht mehr.

Natürlich bin ich sauer und noch immer gegen Potter, aber du… du wurdest da nur mit reingezogen, weil Potter kein Gummi benutzen kann."

Bitter stellte Ginny fest, dass da etwas dran war.

Bevor sie noch weiter etwas sagen oder fragen konnte, war Draco schon aus dem Zimmer gegangen.

Sie lehnte sich zurück und dachte über das nach, was er eben gesagt hatte.

Mit uns schlafen…sollte das heißen, Dracos Vater wollte sie auch? Und er tat das alles nur, um sich an Harry zu rächen?

Ginny hasste Harry mit einem Mal noch mehr und wünschte sich, Dracos Vater würde ihr das Kind austreiben. Harry hatte es nicht mehr verdient, Vater zu werden.

Sie erinnerte sich an ein Gespräch mit Ron. Sie hatte ihm gestanden, was für eine Last das Kind für sie war. Ron hatte ihr gezeigt, dass er auf ihrer Seite war, dass auch er Harry für die Schwangerschaft die Schuld gab.


Gefallen? Ich war etwas planos am Ende. Bitte um Kommentar, wenns Recht ist...