So, endlich habe ich das vorletzte Kapitel fertig! Ich finde es irgendwie nicht so gelungen, aber es muss sein, und besser bekomme ich es auch irgendwie nicht hin.
Hermina, danke für dein Review, ich muss dich leider bei diesem Kapitel noch enttäuschen, aber im nächsten/letzten Kapitel wird sich alles klären. Eine lange Aussprache zwischen Harry und Ginny ist geplant. In diesem Kapitel wird der Konflikt noch verstärkt, aber noch nicht gelöst.
Eine weitere Sache: Ich habe das Kapitel geschrieben (zumindest den größten Teil), während ich die WAHNSINNS Musik von Fluch der Karibik 3 gehört habe. Deswegen stellt euch vor, ihr würdet eine tragische Filmszene sehen, macht am besten traurige oder düstere Musik an und dann ist die Stimmung perfekt.
So, nun viel Spaß beim Lesen. Ich muss mich wahrscheinlich wieder für die Länge schämen. Ich habs seit neustem mit langen Kapiteln, obwohl ich die selber nicht lesen mag.
„Wenn ich fallen sollte, wirst du mich retten?
Wenn ich sterben sollte, wirst du an mich denken?
Wenn ich überleben sollte, wirst du mich lieben?
Wenn ich dich verlieren sollte, wirst du bei mir sein?"
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Ginny hielt sich dicht an Ron gedrückt. Er hatte beide Arme um sie gelegt, und Ginny hielt den Umhang von ihnen weg, damit sie nicht fielen.
„Ron?", hauchte sie nach hinten.
Er schüttelte den Kopf und drückte sie kurz fester.
Sie sorgte sich. Harry war unkonzentriert, und gleich würden sie die Treppe verlassen und sehen, was vor ihnen lag. Wer dort wartete.
Und zu alle dem kam noch, dass sie sich irgendwie auch um Draco sorgte.
Ich bin ein schlechter Mensch. Ich kann Harry nicht ins Gesicht sagen, dass ich mich von ihm benutzt fühle. Dass ich glaube, er hätte nur Gefühle für das Kind, und nicht mehr für mich. Er sah nicht sonderlich verletzt aus eben.
Kann ich seinen Feind lieben? Kann ich überhaupt Gefühle haben?
Die Tränen drückten schmerzhaft in ihren Augen. Es war alles so schwer, alles nicht einfach.
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Sie erreichten die große Eingangshalle, und genau wie sie erwartet hatten, wartete Lucius bereits mit seinem Gefolge, welches aus Draco, Belana und zwei weiteren Todessen bestand.
Ron drückte Ginny erneut fester und sie drückten sich fest an die Wand, um dann so lautlos wie möglich zur Haustür zu schleichen, um hoffentlich nach Hause apparieren zu können.
Ginny ließ sich von Ron führen, sie konnte die Augen nicht von der Szene in der Eingangshalle abwenden. Ihre Gedanken standen still, es schien alles so unreal. Hätte Ron sie nicht geführt, wäre sie vor Anspannung stehen geblieben und hätte keinen weiteren Gedanken an Flucht verschwendet.
Sie hatte plötzlich doch mehr Angst um Harry.
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Hermine trat sicheren Schrittes auf die Malfoys und die Todesser zu. Harry wirkte unsicherer. Er zwang sich sichtlich, nicht mit den Augen nach Ginny zu suchen.
Es war nicht klar, wer den ersten Zug machte. Harry funkelte vorrangig Draco an, und so fackelte Hermine nicht lange, rief „Petrificus totalus" Richtung Belana um die Feinde zu dezimieren.
Belana schaute erschrocken, erstarrte und fiel polternd zu Boden.
Lucius lachte leise.
„Respekt Hermine. Du kannst immer noch die Zauber aus dem ersten Schuljahr."
Hermine konterte geschickt. „Es sieht aus, als könntest du gar keinen, Lucius."
Sie fuchtelte mit dem Zauberstab, bevor Lucius sich auch nur regen konnte, und plötzlich standen drei Hermines im Raum. Alle drei visierten jemand anderes an.
„Manchmal kann sie einem wirklich Angst machen!", hauchte Ron ehrfurchtsvoll und Ginny nickte nur, mit großen Augen die drei Hermines anstarrend.
Harry machte einen drohenden Schritt auf den wenig erschrockenen Draco zu.
„Wie es aussieht, habt ihr uns unterschätzt, dass ihr nur zwei Todesser zur Hilfe zu geholt habt."
Draco hob lediglich einen Mundwinkel und schüttelte den Kopf, wobei seine Augen hektisch den Raum absuchten, aber fast sofort wieder Harry fixierten.
„Wir hatten ja nicht mit so vielen Schlammblütern gerechnet!"
Ron hielt Ginnys Arm schmerzhaft fest. Sie schüttelte ihren Bruder von sich los und zog ihn weiter auf die Tür zu. Plötzlich fiel ihr aber auf, dass sie die Tür sichtbar öffnen müssten, um hinausschlüpfen zu können. Sie hielt Ron an und flüsterte ihm ins Ohr, dass sie einen anderen Weg finden mussten. Er nickte.
Vorsichtig schlichen sie wieder Richtung Kellergang, obwohl sie die Haustür fast erreicht hatten. Ginny sah eine offene Tür etwa auf der gegenüberliegenden Seite, wohinter es nach einer Bibliothek aussah. Und meistens hatten diese eine Gartentür. Von dort aus würde man sicher apparieren können.
Währenddessen hatte Hermine einen Todesser außer Gefecht gesetzt. Sie wurde wieder zu einer Person und schaute Lucius gefasst an.
Erneut lachte er.
„Das ist ja schon fast schwarze Magie!", schmunzelte er und hob seinen Zauberstab über den Kopf. Hermine lächelte künstlich und machte es ihm nach.
Neben ihnen hatten Harry und Draco ihre ersten Entwaffnungszauber ausgesprochen, waren aber beide dem anderen ausgewichen. Die Szene erinnerte an den Duellierclub aus dem zweiten Schuljahr, wo sie sich schon einmal gegenübergestanden hatten. Nur hier ging es um Leben und Tod.
Draco versuchte es mit „Crucio", aber Harry erinnerte sich an den Spruch, den Snape sich einst ausgedacht hatte und der schon mal bei Draco eine tiefe Verletzung hervorgerufen hatte.
„Sectumsempra!", rief er und traf. Draco stürzte nach hinten, das Gesicht voller Blut und kreischte laut. Lucius ließ von Hermine ab, sprach einen Heilezauber auf Draco, aber dieser war bereits bewusstlos.
Der zweite Todesser, bisher unbeachtet, zielte auf Harry. Ginny sah es nicht rechtzeitig, schrie aber kurz auf, als Harry einknickte und auf den Boden schlug.
Entgegen jeder Vernunft riss Ginny den Tarnumhang von sich und rannte zu Harry. Hermine entdeckte den gefallenen Harry erst jetzt und schrie: „Nein!" Wutentbrannt drehte sie sich auf dem Absatz zu dem Todesser und schleuderte ihn mit einem fiesen Spruch in die Bewusstlosigkeit.
Dann stellte sie sich erneut Lucius, um von Ginny abzulenken.
Ginny kniete neben Harry nieder und ihr liefen die Tränen die Wangen herab, dass sie fast nicht klar sehen konnte. Sie konnte aber erkennen, dass Harry die Augen offen hatte und scheinbar noch lebte. Er lächelte sie unter Schmerzen an.
Während eben alles sehr schnell gegangen war, schien nun die Zeit um das Paar herum still zu stehen. Ginny nahm nicht mehr war, dass noch gekämpft wurde. Es war anders als damals im Ministerium, wo so viele Todesser nach ihrem Leben trachteten. Jetzt vertraute sie irgendwie Hermine.
„Ginny. Du musst gehen.", flüsterte Harry.
Sie schüttelte den Kopf und weinte noch mehr. Hinter ihr rief Ron leise ihren Namen, näher an ihr dran als vorher.
„Harry, versprich mir, dass wir hier verschwinden! Wir müssen hier irgendwie raus.", flehte sie eindringlich, schaute sich kurz um und sah Hermine, die sich hinter eine Säule flüchtete, um nicht verzaubert zu werden. Lucius folgte ihr und rief ständig „Avada Kedavra!"
„Ich werde nicht ohne dich gehen.", versuchte sie ihn zu überzeugen.
„Du musst." Harry sprach fast unhörbar, er hatte große Schmerzen. „Bekomme das Kind für mich und erzähle ihm von mir."
Es brach Ginny das Herz, dass er schon wieder eher an das Kind dachte und nicht an ihr Leben. Sie ergriff seine Hand und drückte sie fest. „Harry, sei stark! Du kannst es. Warte, gib mir deinen Zauberstab, ich werde dich heilen!"
Erschrocken umklammerte Harry seinen Zauberstab.
Plötzlich wurde Ginny grob hochgerissen. Sie erhaschte einen flüchtigen Blick auf rote Haare.
„Ron, was tust du da? Lass mich los!"
Sie versuchte sich aus seinen Armen zu winden, aber er reagierte nicht. Ginny bemerkte Hermine, die stöhnend auf der Seite lag, wohl aber nicht ernsthaft verletzt zu sein schien.
Dann fiel ihr Blick auf Lucius, der den Zauberstab auf sie gerichtet hielt und seltsam zufrieden lächelte. Sie fragte sich, was er tat.
Dann schleuderte Ron sie zu Boden. Trat wieder näher an sie heran, zerrte sie an den Haaren hoch und schubste sie wieder von sich, dass sie erneut fiel.
Hermine hatte sich erhoben und rief erst leise Rons Namen, wurde dann lauter und wollte zu ihm eilen.
„STOP!", befahl Lucius. Hermine erstarrte, und Ginny kroch etwas von Ron weg, der scheinbar nicht er selbst war. Seine Augen waren seltsam milchig geworden.
Sogar Harry hob ächzend den Kopf etwas.
„Ich lasse ihn sie töten, wenn ihr euch bewegt!", drohte Lucius.
Mit einem Schlag wurde Ginny klar, dass Ron unter dem Imperius-Fluch stand. Sie sprach ebenfalls immer wieder seinen Namen, in der Hoffnung, er würde sie hören und zur Besinnung kommen.
„Ron, bitte… hör mir zu… du tust nicht was du willst!"
Stattdessen aber trat er zu. Direkt in ihren Bauch.
Ginny wand sich, wurde in den Rücken und schmerzhaft auch am Kopf getroffen.
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Es hörte ebenso plötzlich auf, wie es angefangen hatte. Lucius lag am Boden, bewusstlos, Hermine neben ihm mit wütenden Tränen in den Augen.
„Lasst uns gehen.", sagte sie mit gepresster Stimme.
Ron schüttelte den Kopf und fuhr sich immer wieder durchs Haar. Dann fiel sein Blick auf Ginny und fragend half er ihr hoch um sie dann zu stützen.
„Was ist passiert?", fragte er. Ginny brachte es nicht übers Herz, ihm zu sagen, dass er ihr Gewalt angetan hatte, und kniff nur die Lippen zusammen.
Hermine sprach einen Schwebezauber über Harry aus und zusammen verließen sie Eingangshalle nach draußen.
Nachdem sie das Tor passiert hatten, apparierten sie in den Fuchsbau.
Dort angekommen erklärte Hermine den erschrockenen Zwillingen nur kurz, dass Harry sicher schwer verletzt war und dringend ins St. Mungos müsste.
Gerade wollte sie apparieren, als Ginny sich vor Schmerz krümmte.
„Ginny, was ist los?", riefen Ron und Hermine gleichzeitig. Die Zwillinge eilten an Ginnys Seiten um sie zu stützend, und plötzlich sagte George: „Ginny, ist das Blut an deinen Beinen?"
Das ist es. Das was ich wollte. Oder auch nicht wollte. Ich weiß es nicht.
Ich werde dieses Kind verlieren. Kein Magier der Welt kann dieses Baby jetzt noch retten. Es wurde verzaubert. Und mein Körper stößt es jetzt ab.
Harry, es tut mir so leid. Das wollte ich nicht. Nicht so.
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Nur schemenhaft nahm Ginny war, wie sie im Mungos untersucht wurde, wie man sie vom dem Baby befreite und sie dann in einen Raum brachte, der so schrecklich weiß und kalt war.
Sie fror, und konnte nicht einschlafen.
Alles woran sie denken konnte, war dass Ron sie von der Last das Baby zu bekommen erlöst hatte.
Und dass es ihn wohl die Freundschaft mit Harry kosten würde, sollte dieser es jemals herausbekommen.
Ich sehe euch Schwarzleser... muhahaha, und natürlich auch die mich auf der Faviliste haben. Wenn mans liest, kann man doch auch ein kurzes Statement abgeben, das ist nur fair...
