Stark war wieder mit seinem … „Spielzeug" beschäftigt. Nick beobachtete ihn dabei unaufmerksam.

Noch immer war der Grimm an den Tisch gefesselt, die Schmerzen in seinen gebrochenen Gliedmaßen ließen nicht mehr zu, daß er genug Ruhe fand, um zu schlafen oder auch nur das Bewußtsein zu verlieren.

Er mußte hier heraus, sonst würde er schneller als erwartet tot sein.

Die Frage war nur wie? Mit einem mehrfach gebrochenen Bein, einer zertrümmerten Kniescheibe und seinem nicht geringen Blutverlust grenzte es ans Unmögliche, überhaupt nur bis zur Tür zu kommen.

Nick warf einen Blick hinüber zum Ein- und Ausgang. Der innere Riegel war wieder vorgelegt, die Tür geschlossen.

Wenn Monroe in der Nähe wäre könnte er ihn vielleicht ausschnüffeln, so wie es mit dem Postboten oder der Mellifer-Königin getan hatte. Wenn …

Vielleicht hätte Nick den Blutbad einweihen sollen wegen des Trailers. Monroe sprach zumindest deutsch, er hätte ihm helfen können – vielleicht.

Aber statt dessen hatte er ja unbedingt den Dickkopf spielen müssen.

Warum nur konnte er nicht zu der Freundschaft stehen, die Monroe ihm angeboten hatte, wenn auch unter deutlichem Zwang? Warum nicht?

Weil er immer noch Tante Maries Stimme im Kopf hatte, als die ihm sagte, er solle keinem Wesen vertrauen, rief er sich selbst zur Ordnung. Weil sie ihn gewarnt hatte, irgendjemand anderem den Trailer zu zeigen.

Jetzt würde es zu spät sein, viel zu spät.

Stark drehte sich zu ihm um, ein Grinsen im Gesicht und hob eine dünne, silberne Kette. „Was hälst du davon, Grimm?" fragte er. „Wollen wir beide jetzt aufhören zu spielen?"

Nick leckte sich die Lippen. Er war sich ziemlich sicher, daß diese Fragen rein rhetorisch gemeint waren, aber er hatte trotzdem eine Antwort für den Was-auch-immer:

„Ich denke nicht, daß das bisher Spiele waren und nein, ich halte nichts von Ketten."

Starks Grinsen wurde breiter. „Ist genau die richtige Dicke, um Gliedmaßen abzutrennen", erklärte er und wirbelte ein Ende der Kette durch die Luft. „Und erst recht, um dich langsam um einen Kopf kürzer zu machen. Wird Griffin eine Lehre sein, denkst du nicht, wenn er deinen Kopf vor seiner Tür findet … nachdem du mir noch seine neue Adresse verraten hast."

„Hank wird sich nicht reizen lassen", entgegnete Nick. „Sie können ihn mit meinem Tod nicht provozieren."

So sicher war er sich da nicht, aber er hoffte das beste.

Hank war sein erster fester Partner, er hatte keine Ahnung, wie weit er ihm tatsächlich vertraute und wie weit er gehen würde, würde er ermordet werden.

„Ich denke, ich kann doch, Grimm!" Starks Gesicht wurde ernst. Mit weiten Schritten trat er zu seinem Gefangenen und beugte sich über ihn. „Wenn ich dich ihm stückchenweise zuschicke bestimmt."

Damit schlang Stark die Kette um die rechte Schulter.

Nick schluckte und versuchte sich zu wappnen gegen das, was als nächstes passieren würde …


Monroe stoppte, die Nase wieder in die Luft gereckt.

Der Grimm-Duft wurde definitiv stärker. Nicht zu stark, noch immer gerade soviel, daß er ihn eben wahrnehmen konnte, aber zumindest etwas, womit er arbeiten konnte.

Das Problem dabei war, mittlerweile mischten sich andere, schwache Gerüche zu dem seines Freundes: vornehmlich der des Siegbarste. Himmel, der Kerl stank wirklich zum Himmel. Aber da war, ein klein wenig stärker als der Eigengeruch des Grimm, der Odor von Blut, der Monroe so gar nicht behagen wollte.

Die Polizisten hatte er schon vor einer Weile hinter sich gelassen, vielleicht nicht die klügste Idee, die er hatte treffen können, ging Monroe jetzt auf.

Andererseits, wie sonst hätte er den Wolf rufen können ohne daß sie es bemerkten? Ihm waren die Blicke von Hank und Wu nicht entgangen und er wußte selbst, im besten Fall hatte er etwas … unkonventionell auf die beiden gewirkt.

Aber sie hinter sich zu lassen bedeutete nicht, daß er sie nicht wiederfinden konnte. Monroe hatte sich nur entschieden, daß er zunächst nicht auf ihre Hilfe angewiesen war und sein Glück selbst versuchen wollte. Was nicht hieß, er war wahnsinnig genug, sich allein mit einem Siegbarste anzulegen.

Monroe trabte durch das Unterholz, voll in Wesen-Gestalt und daher beinahe lautlos. Der Wald um ihn her schien in dieser Verwandlung zu leuchten. Etwas, was er sonst genossen hätte, so wie er es eben liebte, in der Natur zu sein.

Normalerweise!

Die Büsche und Bäume lichteten sich vor ihm und ließen ihn stoppen.

Da stand ein Pickup geparkt am Straßenrand. Wobei Straße schon eine sehr, eine wirklich sehr positive Auslegung dieses Begriffes bedeutete. Der Weg war nichts weiter als ein besserer Trampelpfad, und er stank wirklich penetrant nach Menschen.

Monroe blickte sich stirnrunzelnd um und zog einige Male tief den Atem ein.

Menschen, gar nicht weit entfernt …

Er trabte los, in Richtung des Menschengeruches. Dann stoppte er, als der mit den anderen Gerüchen geradezu kollidierte.

Siegbarste, Grimm, Blut.

Monroe streckte die Nase in die Luft.

Angst, Schmerz, menschliche Ausdünstungen. Alle definitiv mit Nicks Eigengeruch vermischt.

Wo war der Grimm?

Monroe sah sich aufmerksam um, trabte dann ein Stück weiter. Der Geruch wurde schwächer. Also … falsche Richtung.

Der Blutbad drehte sich um, nahm wieder eine Nasevoll.

Eindeutig Nick, aber ein Nick voller Angst und Schmerz, der blutete.

Stimmte definitiv mit dem Foto überein, daß Hank geschickt worden war.

Wo war der Grimm? Wo der Siegbarste?

Monroe spitzte die Ohren.

Sein Gehör war zwar nicht das feinste der Wesenwelt, aber immerhin besser als das eines Menschen. Wenn Nick hier also irgendwo in der Nähe war, worauf der Geruch schließen ließ, dann konnte er sich vielleicht verständlich machen oder redete gerade auf den Siegbarste ein. Etwas, von dem Monroe aus eigener Erfahrung wußte, daß es nur allzu leicht zu dem Ergebnis führte, das der Grimm wollte und nicht man selbst.

Er meinte leise Stimmen wahrzunehmen, aber aus der Richtung, in die er gerade noch gewollt hatte. Dort, woher der Menschengeruch kam.

Monroe folgte der dünnen Duftspur seines Freundes, die immer deutlicher von der des Siegbarste überlagert wurde.

Dann stoppte er, als ein Blockhaus zwischen den Bäumen auftauchte. Ihm war, als könne er schwachen Lichtschein zwischen den Fensterläden und der verschlossenen Tür ausmachen. Eines aber sah er auf jeden Fall: Der Riegel und das Schloß waren neu. Und an der Tür selbst war ein schwacher, blutiger Abdruck von mehreren Fingern.

Der Wolf in ihm wollte übernehmen und knurrte tief und bedrohlich. Doch Monroe hielt ihn zurück, wußte er doch, er hatte keine Chance gegen den Siegbarste, nicht allein.

Widerwillig wandte er sich ab und wollte der Spur zu den Polizisten zurück folgen, da … vernahm er den schwachen, schmerzerfüllten Schrei einer ihm nur zu bekannten Stimme: Nick!


Hank hatte sich von Wu und Deveraux getrennt, um Monroe zu folgen. Besser auf den Zivilisten achten als sich hinterher Vorwürfe darüber machen zu müssen, falls dem Uhrmacher etwas passieren würde.

Und tatsächlich stolperte Hank bald über die gewaltige Flinte, die Monroe mitgebracht hatte.

Natürlich, das Ding war schwer, sehr, sehr schwer! Kein Wunder, daß Monroe sie schließlich zurückgelassen hatte. Wer wollte das Ding denn über Meilen hinweg schleppen?

Hank zögerte, nahm sich dann aber doch der Büchse und der Tasche an, die offensichtlich ebenso Monroe gehörte, wenn er auch keine Ahnung hatte, was sich darin befand. Schließlich siegte die Neugier und der Afroamerikaner öffnete die Tasche, um darin die wohl größten Gewehrkugeln aller Zeiten zu finden. Sorgsam in einer Nebentasche verstaut und durch … war das das Hemd, daß Monroe unter seiner Jacke getragen hatte?, zusammengerollten Stoff zusätzlich geschützt war da ein kleines Fläschchen mit einer orangenen Flüssigkeit, die Hank besser nicht näher bestimmen wollte.

Eines aber war klar, er würde ein ernstes Wort mit Nick reden, sobald der befreit war. Eigenartige Freundschaften hin oder her, Monroe gehörte definitiv unter Beobachtung!

Hank schlang sich die Büchse über die eine, die Tasche über die andere Schulter und stapfte weiter.

Im Dunkeln, nur mit einer Taschenlampe bewaffnet, war es verdammt schwer, der Spur des Uhrmachers zu folgen. Dabei fiel ihm ein, Monroe hatte kein Licht bei sich gehabt, als er verschwand, und auch jetzt war kein andereer Lichtkegel, oder auch nur ein Lichtball irgendwo zu sehen. Nur die Geräusche des nächtlichen, spätherbstlichen Waldes.

Worauf hatte er sich da eingelassen?

Hank knurrte einen Fluch und suchte sich seinen Weg durch das dichte Unterholz.

Ein Glück, daß das Unterholz so dicht und Monroe nicht gerade klein war, ging ihm dabei auf. So konnte er einer, wenn auch sehr, sehr schwachen Spur aus geknickten Ästen und Zweigen folgen. Hätte Monroe Nicks Statur sähe das wohl anders aus …

Hank verstand es noch immer nicht. Wie konnte jemand, der so tapsig und unbeholfen wirkte wie der Uhrmacher, sich dermaßen … ja, beinahe unsichtbar machen im Wald. Monroe mußte jetzt schon einen gewaltigen Vorsprung haben, das sah er schon allein an der Tatsache, daß die geknickten Ästchen und Zweige sich bereits wieder aufrichteten, während er die Spur suchte. Vorhin im hohen Glas war es noch schwieriger gewesen, die Spur nicht zu verlieren.

Wie konnte Monroe so schnell und so vorsichtig sein? Hank hatte eigentlich eher den Eindruck gewonnen, daß er sehr unbeholfen war statt sich wie ein altertümlicher Fährtensucher lautlos bewegen zu können.

Und da … erstarrte Hank. Sein Herz blieb beinahe stehen, als er das laute, und vor allem sehr angriffslustige Heulen eines Wolfes hörte, das plötzlich durch den Wald schallte.

Der Polizist in ihm gewann, als er, nur wenige Schritte weiter, auf eine unbefestigte Straße stieß.

Wo eine Straße war, da waren auch Menschen. Und wo Menschen waren, da gehörte definitiv kein Wolf hin.

Gerade wollte Hank losspurten, als er den Pickup entdeckte.

„Das gibt's nicht!" entfuhr es Hank, dann hörte er Holz und Glas splittern und fuhr herum.

Ein deutlicher Lichtkegel durchbrach die die Dunkelheit. Ein großes Licht, keines wie von einer Taschenlampe. Und er hörte die Stimme seines Partners, der etwas unverständliches schrie, dann ein tiefes Knurren.

Hank hetzte los, holte das Funkgerät hervor im Laufen. „Hier Griffin. Wir haben sie! Wir haben Nick und Stark und ..." Er stockte atemlos.

Die Szene, klar und scharf umrissen durch das Licht aus der Hütte, war unglaublich!

Stark rang mit etwas, was entfernte Ähnlichkeit mit … einem altertümlichen Werwolf hatte. Und dieser Werwolf trug Monroes Kleidung!

Hank erstarrte, das Funkgerät fiel ihm aus der Hand.

Das … Ding hing an Starks Arm, hatte sich offensichtlich darin verbissen, und wurde von dem gewaltigen Mann hin- und hergeschleudert wie eine Stoffpuppe. Doch es ließ nicht los.

Und da …

„Nick! Mein Gott!" Hank kam endlich wieder zu Besinnung, als er seinen Partner auf dem Boden hocken sah, zusammengeklappt als sei er bewußtlos oder gar tot, über und über mit Blutergüssen, geronnen und frischem Blut bedeckt und sich die rechte Schulter haltend.

Als Nick ihn hörte hob er schwach den Kopf.

Sein Gesicht war komplett geschwollen, selbst die bisher halbwegs wiedererkennbare Seite. Ein einzelnes grün-blaues Auge war sichtbar. Frische und alte blutige Wunden bedeckten es.

„ … Hank … !" krächzte der Jüngere.

Blut quoll unter seinen geschwollenen Fingern hervor.

Das Wesen krachte gegen die Holzwand und rutschte diese winselnd herunter.

Hank hörte etwas, eine Stimme, die entfernt an die Monroes erinnerte. Aber … wie konnte das sein.

„Siegbarste! Gift! Büchse!"

Was?

Nick sah in Richtung des … Dingens und schien zu nicken. Mühsam rollte er herum und versuchte offensichtlich, auf Hank zuzurobben.

Der hatte von dem … ja, was? … in Monroes Kleidung abgelassen und kam jetzt von hinten auf seinen ohnehin schon verletzten Partner zu.

Hank zog seine Waffe. Er stand noch immer außerhalb des Lichtstreifens aus der Hütte, ging ihm dabei auf. Vermutlich wollte Stark sich deshalb weiter an Nick versuchen statt sich auf ihn zu stürzen.

Nicks Auge weitete sich, sein geschundenes, geschwollenes Gesicht verzog sich zu einer Grimasse, halb Panik, halb ohnmächtiger Schmerz. Er streckte seine ebenso geschwollene Hand aus.

„Hank!"

Da stürzte sich das Wesen erneut von hinten auf Stark, sprang dem gewaltigen Mann in den Nacken und versenkte erneut seine Zähne in seinem Gegner.

Stark brüllte auf vor Schmerz.

Hank hechtete in die Hütte, um seinen Partner da herauszuziehen und packte Nick bei den Schultern.

Ein heiserer Schrei voller Schmerz war die erste Reaktion, dann begann Nick sich gegen seinen Griff zu wehren.

„Nicht! Hank! Wir müssen … Monroe!"

„Erst du, dann sehen wir, wo dein Uhrmacher abgeblieben ist", keuchte Hank, packte seinen Partner unter den Achseln.

Nicks rechter Oberarm blutete stark und da war eine häßliche Wunde. Irgendetwas hatte im wahrsten Sinne des Wortes den dicken Stoff von Nicks Pullover zerfetzt und dann eine tiefe Wunde nahe der Schulter verursacht. Hank war es, als könne er eine blutige Kette neben den Resten eines Holztisches sehen, doch er vertraute jetzt seiner eigenen Wahrnehmung nur bedingt.

„Monroe!" Nick kämpfte gegen ihn, blickte zu ihm hoch … und erstarrte plötzlich, das Auge ungläubig auf die Büchse gerichtet, die Hank noch immer über die Schulter trug.

„Raus hier, aber schnell!"

Hank zerrte seinen Partner hinaus aus der Hütte, während Stark und diese Kreatur noch immer miteinander kämpften.

„Die … die Büchse!" ächzte Nick.

Hank half seinem Partner, sich mit dem Rücken gegen die Außenwand zu lehnen und nahm sich dann die Büchse von der Schulter. „Das Ding? Das hat dein Kumpel mitgeschleppt."

Nick nickte eifrig, verzog das Gesicht vor Schmerz. „Die … Die Kugeln. Schnell! Monroe hält das nicht lange durch", keuchte er.

Hank begriff nicht.

Nick leckte sich die Lippen und hob den linken Arm, auch wenn ihm offensichtlich vor Schmerz kalter Schweiß ausbrach. „Die Tasche … Monroes?" ächzte er.

Hank nickte. „Da ist die Munition für die Büchse drin."

„Und … und ein Fläschchen?" Hoffnung glomm in Nicks Auge.

„Äh … ja?" Hank schüttelte den Kopf. „Nick, wir müssen dich ins Krankenhaus bringen. Verstärkung ist unterwegs. Ich hab per Funk gemeldet ..."

Etwas knallte hart von innen gegen die Wand.

Nick ächzte vor Schmerz, bekam aber endlich den Riemen der Tasche in seine geschwollenen, gebrochenen Finger. „Helfen … wir müssen … Monroe helfen!" wiederholte er.

Hank seufzte und öffnete endlich die Tasche. „So, genug gesehen? Wir stellen einen Suchtrupp zusammen und finden deinen komischen Freund so schnell wie möglich, okay?"

Nick schüttelte den Kopf.

Der Kampfeslärm aus der Hütte schwoll erneut an, gefolgt von dem Japsen und Jaulen eines verwundeten Wolfes.

„Das IST Monroe!" ächzte Nick endlich entschlossen. „Helfen! Wir müssen … helfen!"

Hank starrte seinen Partner an. „Was?"

Nick schüttelte den Kopf. „Keine Zeit jetzt", keuchte er. „Das Fläschchen, schnell!"

Hank begriff nichts mehr, nur, daß es für Nick wichtig war, diesem Monster in der Hütte zu helfen, das ihnen offensichtlich Stark abnahm.

Aber … Monroe? Wirklich? Wie sollte das denn gehen?

„Schnell Hank!" Nicks Blick wurde eindringlich.

„Schon gut, schon gut. Was also? Die Kugeln, die Büchse und … ?"

Nicks Miene war toternst. „Stark erschießen mit den Kugeln und dem Gift", antwortete er fest.

Hank starrte ihn an. „Wieso reicht eine normale Kugel da nicht?"

Nicks Blick war eindringlich. „Keine Fragen jetzt. Stark bringt Monroe um da drin."

Hank verstand es immer noch nicht, aber … verdammt, er glaubte Nick, daß der an das glaubte, was er ihm da gerade erzählte. Und wenn er sich besser fühlte, wenn er Stark mit Monroes Büchse erschoß …

„Okay, also was?" verlangte der Afroamerikaner zu wissen.

Nick beugte sich mühsam über die Tasche. Hank half seinem Partner und leuchtete das Innere aus.

„Das … das Fläschchen", befahl Nick dann. „Öffne es und gieß etwas von dem Inhalt über die Kugeln."

Hank verdrehte die Augen, tat aber, wie sein Partner ihm befohlen hatte.

Was auch immer dieses Zeug in der Flasche war, es stank zum Himmel.

Hank goß gut die Hälfte des Hinhalts über die Kugeln, dann griff er sich eine und begann, die Büchse zu laden.

Der Kampfeslärm in der Hütte schien etwas abzuflauen.

Wie konnte diese Kreatur, dieses Monster, Monroe sein?

Hank würde Nick darüber sehr ausführlich befragen, entschied er, nachdem er die Büchse geladen hatte. Er beugte sich über seinen Partner und suchte den Blick auf dessen nicht zugeschwollenen Auge.

„Du wartest hier, klar?"

Nick nickte. „Beeil dich", keuchte er und verzog das Gesicht.

Die Armwunde blutete immer noch, fiel Hank auf. Und Nick war blaß unter all dem Blut und den Hämatomen.

Wieder krachte etwas gegen die Wand, ein weiteres, wenn auch mittlerweile deutlich schwächeres Winseln ertönte.

Hank griff nach der Büchse und trat wieder ins Licht des zerstörten Eingangs zu der Hütte.

Die Kreatur in Monroes Kleidung blutete mittlerweile aus mehreren Wunden und ließ gerade von Stark ab, als Hank um die Ecke bog.

Der gewaltige Mann und Auftragskiller schien ihn kommen gehört zu haben, fuhr herum und ließ von dem Monster ab.

„Griffin!" knurrte Stark. „Dann kann ich mir ja die Postgebühren sparen."

Hanks Reaktion wäre gewesen, nach seiner Waffe zu greifen, doch er hatte bereits eine in der Hand. Er legte an, als Stark begann auf ihn zuzukommen.

„Oleg Stark, Sie sind verhaftet! Legen Sie sich auf den Boden und ..."

Weiter kam Hank nicht. Stark war heran und schlug ihm die Büchse aus der Hand, stürzte sich im gleichen Atemzug auf den Afroamerikaner mit solcher Wucht, daß beide von den Füßen gerissen wurden.

Hanks Kopf kollidierte mit einem Baumstamm vor dem ehemaligen Eingang der Hütte. Er ging zu Boden. Das letzte, was er hörte war der gewaltige Knall, als die Büchse losging …