Seit den Geschehnissen In Hogwarts vor einigen Wochen hatte Severus Snape keine Ruhe mehr. Ihm und Dumbledore war völlig klar, dass sich ein neuer Schatten über sie legte und dass der dunkle Lord irgendwo da draußen war. Er hatte seinen einstigen Lehrerkollegen Quirell übernommen und wäre beinahe in den Besitz des Steins der Weisen gekommen. Seinen wohlverdienten Urlaub verbrachte er im Haus der besten Frau, die es für ihn gab; Jennifer Franco. Zusammen mit ihrem Sohn. Ja, er hatte einen Sohn. Auch wenn er das lange nicht wusste.

Seit seiner kleinen Meinungsverschiedenheit mit den Vampiren war sein Haus in Bristol nur noch eine Ruine und die würde es wohl auch erstmal bleiben. Versicherungen hassten erfahrungsgemäß Einschusslöcher und explodierte Innenräume.

Daher wohnte Severus seit einigen Wochen im Haus von Jennifer, zusammen mit seinem Sohn. Er hatte das früher immer vermieden. Schließlich war es nicht sicher, dass nicht doch irgendjemand einmal eine Verbindung zwischen ihn und seiner Familie herstellte.

Severus lag mit Kopfschmerzen im Bett und schmiegte sich an den warmen Körper von Jennifer. Diese unsägliche Feier von gestern hatte ihm noch den letzten Rest gegeben.

Er sah mit verquollenen Augen auf den Wecker. Es war noch nicht einmal sechs. Der Scotch von Lucius bescherte ihm hingegen einen ganz schönen Kater. Dabei hatte Severus sich immer für recht trinkfest gehalten.

Er blickte zu Jennifer. Es genügte im manchmal sie bloß anzusehen. Ihr rotbraunes Haar lag ihr wirr auf den Schultern und sie lag nackt eingerollt neben ihm. Er riss sich von ihrem Anblick los und erhob sich leise aus dem Bett.

Nach all der Zeit fühlte es sich seltsam für ihn an mit ihr und seinem Sohn zusammen zu wohnen. Sie hatten viele Jahre getrennt gelebt, weil er nicht wollte, dass ihn irgendjemand mit ihr sah. Sein Sohn hatte ihm das sehr übel genommen. Jetzt waren sie fast wie eine Familie, aber es kam ihm noch immer fremd und unwirklich vor und das obwohl er sie mehr liebte als alles andere. Hätte er nicht für Dumbledore gearbeitet, dann wäre alles einfacher gewesen, doch das war es nicht.

Severus schlurfte in Unterhose den Flur entlang, zur Treppe nach unten in die Küche. Dort lag seine alte, treue Schäferhündin Leia. Sie winselte ihn an.

„Darf ich mir noch nen Kaffee machen?", fragte er sie.

Sie legte sich auf die Seite und schnaufte.

„Ja, das hab ich mir auch gedacht.", antwortete Severus setzte sich eine Kanne in der Kaffeemaschine an.

Er setzte sich an den Küchentisch und legte den Kopf in die Hände. Leia stand auf und legte ihm den Kopf auf den Schenkel. Hunde wussten instinktiv, wann es ihren Herrschen schlecht ging. Severus graulte sie gedankenverloren hinter den Ohren.

„Wie soll ich das je unter einem Hut kriegen?", fragte er seine Hündin. „All das?"

Vielleicht lag es an seinem Kater, aber manchmal fragte er sich wie sein Leben jemals funktionieren sollte, wenn er immer zwei Leben auf einmal lebte. Wie konnte man ein Agent, Lehrer und noch Vater im gleichen Augenblick sein?

Plötzlich klopfte es an der Fensterscheibe. Er kannte die Art dieses Klopfens. Ein Schnabel, der die Post brachte.

Severus erhob sich und öffnete das Küchenfenster. Der rotgoldene Phönix von Dumbledore brachte ihn persönlich den Brief.

„Warum kann er eigentlich nie anrufen?", fragte Severus den Phönix. Der ließ nur ein empörtes Pfeifen hören und flog davon.

Er öffnete den Umschlag und laß.

Werter Severus,

bitte melden Sie sich wie jedes Jahr einen Tag vor Jahresbeginn. Neben dem üblichen Procedere wünscht Professor Dumbledore ihre Anwesendheit bei der Vorstellung ihres neuen Kollegen.

Mit freundlichen grüßen,

Minerva McGonagall

Es wunderte ihn, dass Albus den Brief nicht selst geschrieben hatte. Sei es drum, sie war immerhin die stellvertretende Direktorin.

Sein neuer Kollege? Das ging ja schnell. Quirell war keinen Monat unter der Erde und schon hatte er jemand Neuen für die Stelle aufgetrieben. Hoffentlich war das nicht so eine Lachnummer. Niemand der noch bei trost war wurde freiwillig Lehrer in Hogwarts.

Severus horschte auf als schleppende Schritte sich die Treppe hinter quälten. Er erkannte den Gang schon am Hören. Es war sein Sohn. Wenig später öffnete sich die Küchentür und in verschlafener Vierzehnjähriger mit schlanker Statur und rabenschwarzem Haar betrat die Küche. Er sah Severus im Gesicht sehr ähnlich. Hätte er Fotos von sich in seinem Alter hier gehabt hätte man ihn vermutlich nur schwer von seinem Sohn unterscheiden können.

„Auch schon wach?", sagte John Franco mit verquollenen Augen. Er setzte sich gegenüber von seinem Vater und ließ den Kopf auf die Tischplatte knallen das es krachte.

„Aua.", bemerkte er lapidar.

„Lange Nacht gehabt?", fragte Severus.

„Das sagt der Richtige.", bemerkte John.

„Ich bin auch schon groß.", sagte Severus.

„Hör auf mich zu bemuttern.", brummte John. „Das kann Mom eh besser." Severus beugte sich zu seinem Sohn vor.

„Soetwas nennt man übrigens einen Kater.", sagte Severus leise.

John setzte sich auf und warf seinem Vater einen genervten Blick zu. Severus erbarmte sich und holte ein Päckchen Aspirin aus dem Schrank und setzte es seinem Sohn vor die Nase. Anschließend holte er eine Tasse aus dem Schrank und goss sich Kaffee ein, um nebenan im Wohnzimmer zu verschwinden. Mit Vierzehn war verkatert vor seinen Eltern sitzen noch mit das harmloseste, was Severus auf dem Kärbholz hatte. Anderseits kam John auch nicht in den Genuss in einer Familie aufzuwachsen wie er es tat. Seine Verwandtschaft hatte noch heute ein Talent dafür sich wegen Nichtigkeiten die Augen auszuhacken. Heimlich zu verschwinden und erst Stunden oder Tage später wieder aufzutauchen war eine Tugend, die Severus früh gelernt hatte.

Severus saß im Wohnzimmer auf dem Sofa und trank stillschweigend seinen Kaffee. Das Coffein brachte seinen Körper sehr langsam wieder in Wallung - und sein Gehirn wieder in halbwegs annehmbare Bahnen.

Die hogwartsfreie Zeit verbrachte Severus auch diese Tage damit sich von dem zu erholen, was ihn den Rest des Jahres plagte. Dazu gehörte auch sich mit ganz muggeligen Dingen abzulenken. Etwa damit an seinem Mottorrad herumzuschrauben. Manche Magier fanden es ja vollkommen witzig, wenn sie hörten, dass man Dinge mit der Hand zusammenbaute. Ihn störte es nicht so zutun als sei er kein gottverdammter Zauberer. Es lenkte ihn sogar hervorragend ab mit den Händen zu arbeiten und sich im Schmieröl zu baden. Das alte Motorrad - eine Jawa - besaß er seit seiner Studienzeit in Prag. Und sie hatte ihm immer gute Dienste geleistet.

So saß er manchmal Stunden in der Garage und werkelte an dem guten Stück herum. Leia lag in einer Ecke und kaute genüsslich an einem Knochen.

Es klopfte an der Garagentür. Severus, der in einer alten Latzhose vor dem Motorrad saß sah auf. Es war Jennifer. Sie trug wie so oft einfache jeans, ein weites T-Shirt und Turnschuhe.

„Jemand hat das hier für dich abgegeben.", sagte sie und reichte ihm einen großen, braunen Briefumschlag.

Severus wischte sich die öligen Hände an einem Tuch ab und nahm den Umschlag entgegen. Es wunderte ihn. Die einzige Post, die er sonst bekam war Luftpost. Er riss den Umschlag auf.

„Ach du Sch...!"

Im Umschlag befand sich ein riesiger Packen Papier. Besser gesagt Fragebögen. Nach Wochen der Bewertung hatte sich die Versicherung endlich gezuckt. Wenn es um Papierkram ging war sich absolut niemand zu schade. Völlig egal, ob Muggel oder Magier. Bürokratie beherrschten sie alle.

„Severus, kann ich dich was fragen?", sagte Jennifer während er die gefühlten tausend Fragebögen zurück in den Umschlag steckte.

„Hmm-Hmm.", machte Severus.

„Wie lange willst du dich noch vor uns verstecken?"

Severus atmete tief. Er hatte ja gewusst, dass das irgendwann kommt. Die letzten Wochen war er nicht besonders umgänglich gewesen.

„Ich versuche nur diese Bilder aus meinem Kopf zu bekommen.", antwortete Severus.

Das letzte Jahr war hart gewesen. Und zu sehen wie sich Quirell nach und nach in Voldemort verwandelte war selbst für ihn beängstigend gewesen. Manchmal fragte er sich, ob Potter genau so viele Alpträume von seinem Anblick hatte wie er oder ob Kinder das anders verarbeiteten. Severus hatte die Angewohnheit sich bei soetwas innerlich und äußerlich zurückzuziehen. Jenny wusste das. Deshalb war sie auch hier. Es ging nicht um die Post.

Sie setzte sich neben ihn und umarmte ihn.

„Du weißt, du musst nur sagen, wenn du etwas brauchst. Friss es nicht in dich hinein."

„Ja.", sagte Severus und vergrub sein Gesicht in ihrer Schulter.

Manchmal fühlte er sich so zerissen wie als Teenager. Er wollte ihre Nähe und gleichzeitig auch nicht.

„Ich habe diese Aufgabe vor mir und weiß nicht wie ich sie bewältigen soll.", sagte Severus.

Unvermittelt gab Jennifer ihm einen Kuss.

„Du gehst deinen Weg, so wie immer."

Severus zog die Augenbrauen hoch. Sein Weg. Ja, ja. Er war dabei bereits mehr als einmal falsch abgebogen.

„Das war nicht hilfreich.", brummte Severus.

Jennifer zuckte mit den Schultern und erhob sich.

„Ich kann euch nicht beide bemuttern, Severus. Aber einer von euch ist schon groß und hat seinen Weg vor langer Zeit gewählt.", antwortete Jennifer und taxierte ihn scharf.

„Ja, nur ein Navi wär ab und zu nicht schlecht.", entgegnete Severus.

„Also würdest du auf einen Navigator hören.", antwortete Jennifer und stemmte die Hände in die Seiten.

„Hm, da hab ich es wieder verschissen, was?"

„So viel kannst du gar nicht abarbeiten.", antwortete Jennifer und ging wieder hinaus.

Severus blieb zurück und dachte daran, dass man Frauen manchmal einfach nicht alles erzählen sollte.

Lucius Malfoy saß gelangweilt in dem mit Ramsch vollgestopften Laden in der Nokturne Gasse. Vor ihm brabbelte der Inhaber des Ladens, Mr Borgin, vor sich hin, während er in seinen Haufen als meist illegalen Antiquitäten nach etwas suchte. Lucius sah genervt auf die Uhr.

„Mr Borgin, ich bin ein vielbeschäftigter Mann.", sagte er.

„Warten Sie, Mr Malfoy, ah, hier ist es!" Der alte, bucklige Schleimer reichte ihm ein altes in Leder gebundenes Buch.

„Ein altes, verschimmeltes Buch. Was soll ich damit?", fragte Lucius ungehalten.

„Nein, Sir, sehen Sie in den Einband."

Schwer genervt von Borgins Gebaren schlug er es auf und laß die handschriftliche Eintragung: Dieses Buch gehört Tom Vorlost Riddle.

Lucius fiel es vor Schreck fast aus der Hand.

„Ja, Sir, so hab ich mich auch gefühlt.", bemerkte Borgin.

„Wo haben Sie das her?", fragte Lucius ihn ernst.

„Warenverschiebungen. Anonyme Lieferanten. Sie kenne mein Geschäft ja. Alles nicht nachverfolgbar."

„Woher wissen Sie, dass es echt ist?", fragte Lucius.

„Das ist echt. Leider.", grummelte Borgin. „Nach all den Jahren einen Gegenstand von ... ihm ... hier vorzufinden ... noch dazu all diese Gerüchte."

Lucius erhob sich und legte das Buch vorsichtig auf den Tisch zwischen ihnen.

„Als Anteilseigner dachte ich, es wäre gut, wenn Sie davon wüssten."

„Lassen Sie es verschwinden! Sofort!", antwortete Lucius im Befehlston. „Wenn es tatsächlich von ihm ist, dann macht es nur Ärger."

„Mehr Ärger als die verwunschene Hand von Chutabar?", fragte Borgin.

„Mit Sicherheit.", beschwor ihn Lucius. „Vernichten Sie es."

Er zog seine Robe, die über der Stuhllehne hing an und richtete seinen Finger warnend auf Borgin.

„Wenn ich herausfinden sollte, dass Sie das Buch nicht zerstört haben ..."

„Sie brauchen diesbezüglich keine Sorge zu haben, Sir."

„Das höre ich nicht zum ersten Mal.", sagte Lucius bedrohlich.

„Das Stück Tentakel aus den Bergen des Wahnsinns war ein versehen.", beschwichtigte Borgin.

„Sie mussten ja auch keinen Chuthulu-Dämon loswerden.", antwortete Lucius.

H.P. Lovecraft dieser mittelmäßige Dämonenbeschwörer hatte in seinem Nachlass einiges nicht erwähnt zu dessen Verifizierung man Lucius einige Proben geschickt hatte. Ein Tentakelmonster mit Flügeln war nicht gerade das, was man sich als Haustier halten sollte.

„Sorgen Sie einfach dafür, dass dieses verdammte Buch verschwindet!", sagte Lucius genervt. Er ging aus dem Laden und ließ seinen nichtsnutzigen Artefekthändler zurück. Bei Gelegenheit musste er mal die Bücher prüfen und Borgins Quellen checken. Sowas bekam man nicht durch Zufall zugesteckt. Gott, warum konnte dieser räudige Bastard Tom Riddle nicht zusammen mit seinen Habseligkeiten untergehen?

Wie jedes Jahr fiel Severus der Gang zurück nach Hogwarts wahnsinnig schwer. Dieses Jahr trat er seine Reise jedoch wesentlich zügiger an als sonst. Seine innere Zerissenheit wurde von Tag zu Tag schlimmer und er fühlte sich weder hier noch dort wohl.

So kam er dieses Jahr sogar pünklich in Hogsmead an und konnte der Lehrervorstellung in Dumbledores Büro beiwohnen. Die gesamte Lehrerschaft hatte sich hier versammelt. Selbst Hagrid war dabei. Severus konnte solche erzwungenen Konversationen ja nicht leiden, ließ es dennoch über sich ergehen. Vielleicht wäre es vorschnell gegangen, wenn er gewusst hätte wen Dumbledore als Neuanstellung da angeschleppt hatte.

„Meine werten Kollegen ...", eröffnete Dumbledore überschwänglich. „... ich möchte, dass sie mit mir unseren neuen Kollegen, Gilderoy Lockhart, begrüßen."

Lockhart war kaum älter als Severus, trug teure, elegant geschnittene Kleidung. Einen lilafarbenen Anzug über den er einen blauen Umhang trug. Dazu so ein ewiges Siegerlächeln wie ein völlig überdrehter Markler und sein blondes, lockiges Haar hatte er mit einer roten Schleife zusammengebunden.

Severus konnte den Kerl jetzt schon nicht ausstehen.

„Danke. Oh Danke." Lockhart grinste und lachte wie ein Honigkuchenpferd. „So wie ich das sehe werden wir blendend miteinander auskommen."

Das bezweifelte Severus ja stark.

Er wandte sich unauffällig an Minerva, die neben ihm stand.

„Das ist ja wohl nicht sein ernst?!", flüsterte er ihr zu.

„Sie müssen ihm schon eine Chance geben.", antwortete sie leise.

Severus prustete los. Ein Fehler. Er lenkte die gesamte Aufmerksamkeit auf sich. Auch die von Goldlöckchen.

„Oh, wir wurden uns noch nicht persönlich vorgestellt, oder? Aber vielleicht kennen Sie eines meiner zahlreichen Bücher?"

„Nein.", antwortete Severus schnippisch.

„Nicht? Na, das können wir ändern."

Ohne Vorwarnung drückte Lockhart ihm eine Ausgabe von „Gilderoy Lockhart - Verzauberisches Ich" in die Hand. Severus zog die Lefzen hoch wie ein Kampfhund, der sich gleich im Arm von jemanden verbeißen wollte.

„Handsigniert.", fügte Lockhart strahlend hinzu.

„Wie schön.", antwortete Severus tonlos.

Nie hatte er Gift dabei, wenn er es wirklich brauchte.

Lockhart ging weiter, um einen anderen Kollegen zu nerven. Severus drückte Minerva das Buch in die Hand.

„Ich hab schon eins. Zwei wäre wirklich zu viel.", sagte sie ihm.

„Glauben Sie es mir oder nicht, aber Albus macht das nur, um uns alle in den Wahnsinn zu treiben."

„Er meinte, eine Frohnatur könnte der Schule nur gut tun.", erwiderte Minerva gelassen und drückte Severus sein handsigniertes Buch wieder in die Hand.

Severus entglitt einmal mehr an diesem Abend das Gesicht.

„Sie müssen ihn ja nicht heiraten.", bemerkte Minerva und ging an ihm vorbei.

Das hatte er ganz bestimmt nicht vor. Im ernst, ein von Voldemort besessener Lehrer wäre ihm gerade lieber gewesen als dieser komplette Vollidiot. Um Severus' Nerven war es ohnehin nicht gut bestellt, da brauchte er nicht so eine Verkäufer-Karrikatur wie aus einer Zahnpasta-Werbung.

Er machte gar nicht erst den Versuch mit Dumbledore zu reden. Der ließ sich bei soetwas ohnehin nie reinreden.

Während alle anderen mit dem Goldlöckchen beschäftigt waren verdünnisierte Severus sich ganz unauffällig in Richtung der Kerker. In seinen Räumen angekommen wagte er es Lockharts Buch aufzublättern. Nach wenigen Seiten hörte er auf zu lesen. Es war ein einziger Abgesang darauf wie toll und großartig Lockhart war und was er alles schon erreicht hatte. Dazwischen Anekdoten aus irgendwelchen angeblichen Abenteuern, die er erlebt haben wollte. Severus kannte solche Aufschneider. Wenn es nach ihm gegangen wäre, dann hätte er ihn mit einem Tritt in den Hintern aus dem Schloss befördert. Man durfte Dumbledore einfach keine Personalfragen überlassen. Bei dem würde selbst ein gehirnamputierter Troll noch genug Qualifikationen mitbringen. Schließlich hatte es selbst bei Severus zum Lehrer gereicht - und das beunruhigte ihn noch heute.

Genervt warf er das Buch in Flammen des Kamins. Lockharts Potrait auf dem Cover begann zu schreien.

„Aaaah! Au! Au! Sie Unmensch! Wissen Sie überhaupt wer ich bin?"

„Eine gewaltige Nervensäge!", antwortete Severus und quälte das Buch noch ein wenig mit dem Schürhaklen.