Kapitel 4 ´Eddard`
Ned Stark saß angelehnt an einen Baum, während sein gebrochenes Bein auf einem Sack Hafer gebettet war. Es pochte immer noch leicht aber es war nicht mehr so schmerzhaft wie zu Beginn, als sein Pferd auf ihn gefallen war und Jamie Lannister versucht hatte ihn zu töten. Vor ihm brannte ein Feuer und Yoren heizte ein paar Würste darüber auf. In der Nähe entzündeten auch die anderen Rekruten ihre Feuer und begannen ihr Abendessen zuzubereiten. Manche brieten sich Würstchen, andere Kartoffeln und alle aßen dazu etwas Brot mit Käse. Wiederum andere standen bei den Wagen, Pferden und Eseln, fütterten diese und hatten ein Auge auf die Kingsroad. Yoren hatte, nachdem sie halt gemacht hatten, die meisten der neuen Rekruten mit den wenigen, Schwertern und Bögen die sie auf den Wagen hatten bewaffnet. Die anderen, für die nichts mehr da war, hatten sich provisorische aus dicken Ästen Keulen gemacht. Sie sahen so aus, als wären sie eine Gruppe vertrauenswürdiger Verbrecher.
Nur die drei im Käfig wurden ausgespart. Sie wurden nicht mal zum Pissen herausgelassen und mussten dies durch die Gitterstäbe machen. Wenigstens hatte Yoren ihnen einen Eimer gegeben wo sie rein scheißen konnten. Der Mann namens Rorge verfluchte jeden der auch nur in die Nähe des Käfigs kam. Biter hisste und knurrte nur vor sich hin, sagte jedoch nichts. Der Dritte Mann, ein Ausländer, den Yoren Jaqen H'ghar nannte war die meiste Zeit freundlich, doch hatte er einen gefährlichen Blick. Yoren behauptete er war ein Mörder und Ned glaubte es ihm ohne Ausnahme.
In der fortschreitenden Dämmerung schaute er hinüber zu seiner Tochter Arya, die gemeinsam mit Gendry und den anderen beiden Jungen, Lommy Greenhands und Hot Pie, an einem der Feuer saßen, Würstchen brieten und Kartoffeln auf einem Stock dünsteten. Sie und die beiden Jungen hatten am ersten Tag einen Streit gehabt, doch mittlerweile hatten war dieser beigelegt. Nachdem sie bereits drei Tage auf der Straße unterwegs waren, sind die vier zu so etwas wie einer kleinen Gang geworden. Ned hatte noch keine Chance gehabt mit Arya zu sprechen und er wollte es auch in dieser Gruppe nicht riskieren. Viele der Rekruten schauten ihn mit großer Vorsicht an. Nur wenige wussten wer er war und was er getan hatte doch bald wusste es der Rest von ihnen auch. Er hatte sie über ihn sprechen gehört und sie waren sich nicht sicher ob er nun ein Lord, ein Verräter oder ein normaler Krimineller wie sie war. Am zweiten Tag hatte Yoren ihn ganz laut `Lord Stark` gerufen als sie für eine Pinkelpause anhielten und um ihre Wasserflaschen wieder aufzufüllen. Kurz darauf begann auch der Rest ihn mit `Lord Stark` anzusprechen und sie neigten immer kurz die Köpfe wenn er an ihnen vorbei kam.
Nur leider hatte er immer noch keine Chance gehabt mit Arya zu sprechen. In der ersten Nacht hatte Arya versucht zu ihnen ans Feuer zu kommen, doch Yoren hatte sie vorher entdeckt und sie davon abgehalten. Er hatte sie zurück zu den anderen geschickt und gesagt, dass sie noch zu nah an King's Landing wären und dass sie sich ein paar Tage gedulden sollte. Er hatte sich dafür bei Ned entschuldigt doch Ned stimmte ihm zu das er das richtige getan hatte. Jedoch setzte es ihm auch zu, dass sie sich beide so nah waren und doch nicht miteinander sprechen konnten. Sie war seine Familie, seine Heimat und er wollte sie einfach nur in die Arme schließen, so wie er es immer getan hatte wenn er unterwegs gewesen war und nach langer Zeit wieder nach Hause gekommen war. Und er wusste, dass auch sie ihm liebend gern in die Arme springen wollte. Jedoch war sie nicht mehr klein und ihrer Familie waren viele schlimme Dinge wiederfahren, weswegen sie sich als Junge verstecken musste. Doch sie hatte es verstanden und hielt von da an Abstand zu ihm.
Dies war nun drei Tage her. Yoren leistete ihm Gesellschaft, was sicherlich nicht schlecht war, da er Sinn für Humor hatte und immer ein paar gute Geschichten und einen Krug Wein für die Nacht auf Lager hatte. Der Rest der Rekruten trank Wasser oder etwas Bier aus dem Fass von einem der Wagen. Als Arya das erste Mal einen Krug Bier in der Hand hatte schaute sie zu ihrem Vater, um ihn zu Fragen ob sie dies trinken durfte. Er hatte ihr leicht zugenickt. Sie grinste ihn kurz an und nahm einen Schluck, verzog schnell das Gesicht und war kurz davor es wieder auszuspucken. Da aber die andern Jungen das Bier weiter tranken, war sie ebenfalls dazu gezwungen und leerte ihren Krug schnell.
„Hier für dich!", sagte Yoren und reichte Ned eine knusprige Wurst. Ned nahm sich ein Stück Brot, legte die Wurst dazwischen und begann genüsslich zu kauen, während die Wurstflüssigkeit ihm auf die Klamotten tropfte. Es war ihm jedoch egal. Seine Kleidung war sowieso sehr dreckig und er stank wie ein Bordell vor einen Fluss. Er brauchte dringend ein Bad. Sie alle brauchten ein Bad. Aryas Haar war sehr fettig/ filzig und ihr Gesicht war voller Dreck. Auch ihre Kleidung brauchte dringend eine gute Wäsche. Wenn ihre Mutter sie so sehen würde, hätte sie längst Ärger bekommen.
Der Gedanke an Cat machte Ned traurig. Sie war irgendwo dort draußen. Entweder noch im Vale oder bereits zurück in Winterfell. Er wusste es nicht genau. Wenn sie schlau genug gewesen war, dann ist sie nach White Harbor geritten und von dort aus direkt nach Hause. Brandon und Rickon brauchten sie, nun da alle anderen weg waren, mehr denn je. Vor allem Brandon. Es war alles seine Schuld. Er hätte nein sagen sollen, als Robert ihn gefragt hatte ob er seine Hand werden wolle. Und als Bran dann den Unfall hatte, hatte er sogar einen guten Grund gehabt abzulehnen. Robert hätte sich furchtbar darüber aufgeregt, aber er hätte es irgendwann verstanden. Jedoch konnte er Robert noch nie wiederstehen und schon gar nicht dann, als Jon Arryn tot war und Robert nur von Lannisters umgeben war. Doch jetzt war Robert ebenfalls tot. Fast alle seine Leute, die er mit nach King's Landing genommen hatte, waren tot. Seine älteste Tochter war dazu noch eine Gefangene seiner Feinde. Wie konnten die Götter nur so grausam sein und seine Familie in diese Situation bringen. Was hatte er getan, dass sie so erzürnt waren?
Doch tief in sich drinnen, wusste Eddard Stark was er getan hatte. Er hatte jemanden den er liebte ein Versprechen gegeben und dies hatte er gehalten auch wenn es bedeutete, dass er seinen eigenen Ruf beschmutzte, viele an seiner Ehre zweifelten und einer anderen Person die er über alles liebte sehr viel Schmerz bereitete. Dies war der Preis den man zahlen musste, wenn man zu viele Schwüre leistete, zu viele Versprechen machte und es zu viele Menschen gab, die bei einem falschen Wort am falschen Ort verletzt werden könnten. Und nun bekam er die Quittung von den Göttern dafür, dass er das Geheimnis für so viele Jahre behalten hatte. Er hofft, dass nicht jeder in seiner Familie den Ultimativen Preis dafür würde zahlen müssen.
Nachdem er etwas gegessen hatte und noch ein bisschen mehr Wein getrunken hatte, beobachtete Ned seine Tochter wie sie sich von ihrer Gruppe entfernte und in Richtung des dichter werdenden Waldes etwa 50 Meter entfernt von ihrem Camp bei der Kingsroad ging. Als sie an ihm vorbei ging sah sie ihn die ganze Zeit an und nickte kurz in Richtung der Bäume. Ned wartete noch 10 Minuten. Dann stand er auf und erzählte Yoren was er vorhatte. Yoren nickt zustimmend, Ned stand auf und nutze einen Stock als Gehhilfe. Er humpelte in die Richtung in die Arya zuvor gegangen war und fand sie kurze Zeit später an einen Baum lehnend. Mit wässrigen Augen und einem Schluchzer rannte Arya in seine Arme und umarmte ihn fest, so als würde sie ihn nie wieder loslassen wollen.
„Oh mein süßes Kind", sagte er in einer beruhigenden Stimme als er sie weiter fest hielt. „Du brauchst nicht weinen. Ich bin doch jetzt hier."
Sie begann in einer unwahrscheinlich schneller Art zu reden um ihm zu erzählen was mit ihr an diesem schlimmen Tag passiert war. Wie Syrio sie beschützt hatte und wie sie dachte er wäre tot, und dann, dann…
„Ich kam zu den Ställen. Sie waren alle tot", sagte Arya mit einem weiteren Schluchzer. „Ich hab Nadel gefunden und dann war da dieser Junge… er hat versucht mich gefangen zu nehmen, mir weh zu tun… und plötzlich war Nadel in meiner Hand … und …"
Dann senkte sie die Augen und konnte nichts mehr sagen und Ned wusste kurzzeitig nicht was sie meinte. Doch dann realisierte er was sie ihm sagen wollte. Und so beendete er für sie den Satz, obwohl er es nicht wollte. Nicht wollte, dass es wahr war. Er wusste jedoch, dass es getan werden musste, für sie, damit sie nicht für immer Leiden musste. „Du hast ihm mit dem Spitzen Ende durchbohrt!"
Sie nickte leicht. „Ich wollte es nicht. Er hielt mich am Arm fest und dann war es auch schon zu spät!"
„Es ist nicht deine Schuld. Du hast getan was du tun musstest. Hättest du es nicht getan, hätten sie dich jetzt auch in ihrer Gewalt. Vergiss niemals, dass es nicht deine Schuld war."
„Es ist deren schuld!", sagte sie mit glühenden Augen. „Die Königin, Joffreys, der Hund, sie alle! Ich hasse sie alle!"
„Du bist nicht alleine in deinem Hass!", sagte er in grimmigen Ton.
„Wir müssen zurück und Sansa befreien! Sie werden sie dazu zwingen dieses Monster zu heiraten!"
Ned zog sie noch näher zu sich. „Mein liebes Kind, wenn wir jetzt versuchen deine Schwester zu befreien würden sie Sansa und uns sofort töten. Wir brauchen Zeit, Zeit um alles zu überdenken, Zeit weitere Freunde zu finden um dann einen Plan zu machen. Ich verspreche dir, dass ich alles in meiner Macht stehende tun werden, dass sie für alles bezahlen und wir deinen Schwester sicher nach Hause bringen werden."
„Versprichst du das?"
„Ich schwöre es bei den alten und neuen Göttern!"
„Aber … dein Schwur… dich der Nachtwache anzuschließen. Ich habe dich gehört wie du es auf den Stufen vor Baelors Septe gesagt hast. Du hast bei den alten und neuen Göttern geschworen, dass Joffrey der rechtmäßige König ist und das du das Schwarz anziehen würdest."
„Arya, Joffrey ist nicht der rechtmäßige König. Und jeder Schwur den du mit einem Schwert an deiner Kehle oder an der eines deine lieben machst ist keiner zu welchem dich die Göttern zwingen ihn zu halten!"
Sie lächelte und er umarmte sie erneut fest. „Wer ist denn dann der rechtmäßige König?", fragte Arya.
„Stannis Baratheon, König Roberts Bruder."
„Nicht Tommen?"
„Nein!"
„Warum nicht?"
„Eines Tages werde ich dir alles erklären. Vertraust du mir?"
„Natürlich!"
„Gutes Mädchen." Nach einem weiteren kurzen Moment löste er sich von ihr aber umarmte ihre Schulter weiterhin mit seinem freien Arm. „Wir müssen zurück", sagte er ihr. „Sag niemand anderem etwas von dieser Unterhaltung." Arya nickte. „Und sieh zu, dass alle anderen dich weiter für einen Jungen halten." Als sie sich umdrehten um zurück zu gehen, hörten sie eine Bewegung und plötzlich stand Gendry vor ihnen.
„Milord?", sagte Gendry verwirrt und starrte sie an.
Ned bemerkte, dass er immer noch seinen Arm um Aryas Schultern gelegt hatte und nahm ihn etwas verlegen weg und wollte gerade etwas erklären, als Arya den Jungen anschrie.
„Was tust du hier?"
„Nach dir suchen", erklärte Gendry und wich etwas zurück.
„Warum? Ich war doch nur pissen." Ned musste fast lachen und er war sich sicher, dass ihre Mutter sie beide an den Ohren hinter sich hergezogen hätte, wenn sie das gehört hätte. Sie dafür, dass sie solche Ausdrücke benutzte und ihn, da er nichts dagegen unternahm.
„Weil er mir gesagt hat, dass ich nach dir schauen soll", erklärte Gendry ihr und nickte kurz in Richtung Ned.
Ihr Gesicht verzog sich vor Ärger. „Man muss nicht nach mir schauen!", erklärte sie ihm und ihrem Vater gleichzeitig.
„Oh doch, das brauchst du!", sagten Ned und Gendry gleichzeitig und grinsten sich an.
„Nein, brauche ich nicht!", sagte Arya eingeschnappt, Stampfte mit dem Fuß auf und Stapfte in Richtung Camp davon während ihre Hand auf Nadel ruhte.
Gendry starrte Ned an. „Nun, Junge, der Junge…"
„Ist kein Junge!", beendete Gendry den Satz für ihn.
Ned machte eine kurze Pause und nickte dann. „Aye. Woher weißt du es?"
„Arry ging zum pissen immer in den Wald wo niemand es sieht. Sonst macht das niemand. Sie sieht auch nicht wie ein Junge aus. Zumindest nicht richtig. Eigentlich, sie sie euch etwas ähnlich, Milord."
Ned seufzte und entschied sich dazu es ihm zu erzählen. „Sie ist Arya. Meine Tochter."
„Arya? Die nach der sie überall gesucht haben?"
Ned legte die Stirn in Falten. „Was meinst du damit?"
„An dem Morgen wo wir losgezogen sind, war ein Mann bei uns im Laden und sprach mit Meister Mott. Ich habe ihn sagen gehört, dass die Spinne Geld zahlt, wenn jemand Informationen über Arya Stark hat."
Varys, welcher die Spinne war, spielte sicher seinen Part für die Königin und den König, da war er sich sicher. „Ist das so? Wie viel Geld bezahlt er?"
„Ich weiß es nicht. Dies konnte ich nicht hören. Und es war auch nicht meine Angelegenheit."
„Schlaues Kerlchen. Wegen Arya…"
„Ich werde es niemandem erzählen!"
Ned grinste. „Ich weiß, dass du dies nicht tun würdest."
„Yoren…"
„Yoren weiß es bereits. Lass uns zurückgehen!"
Ned begann zurück in Richtung Camp zu laufen und Gendry folgte ihm. Kurz bevor sie aus dem Wald traten hielt Gendry nochmals an. „Kann ich euch noch etwas fragen, Milord?"
Ned stoppte, drehte sich herum und schaute ihn an. „Ich weiß was du wissen willst. Warum kamen Jon Arryn und ich zu dir um mit dir zu sprechen."
Gendry nickte. Ned stand einen langen Moment ruhig da und überlegte, was er ihm erzählen sollte. Letztendlich entschied er sich jedoch dazu, dem Jungen alles zu erzählen, da er doch ein Recht dazu hatte es zu erfahren. Dort wo sie hingingen, war es sowieso egal. Und nur die Götter wussten wirklich was mit ihnen allen passieren würde. Er musste es aber trotzdem wissen.
„Gendry, kanntest du deinen Vater?"
„Nein. Ich bin ein Bastard."
„Benutz dieses Word nicht, Junge!"
„Aber es stimmt doch!"
„Aye, das ist gut möglich. Jedoch werden dich noch genug Menschen auf dieser Welt so rufen, also musst du dich nicht selber auch so nennen."
„Ich verstehe. Aber … warum fragt ihr nach meinem Vater?"
„Deine Mutter hat dir nie erzählt wer er war?"
„Nein!", doch dann verstand Gendry plötzlich was er meinte. „Ihr wisst wer mein Vater ist?"
„Das tue ich!"
„Wer?"
Ned stockte für einen Moment und sagte dann einfach nur den Namen. „König Robert Baratheon!"
Gendry stand komplett geschockt da, seine Augen geweitet und sein Gesicht wurde immer blasser. Er schüttelte den Kopf. „Nein, das stimmt nicht. Das kann einfach nicht sein."
„Hast du ihn jemals persönlich gesehen?"
„Ein- oder Zweimal. Er war aber weit weg."
„Ich kenne ihn nun seit mehr als 20 Jahren. Du bist ihm wie aus dem Gesicht geschnitten. Du siehst genauso aus, wie er mit 15 Jahren ausgesehen hat."
Gendry war komplett geschockt und er starrte einfach nur in den immer dunkler werdenden Wald. Ned sagte nichts und wartete ab doch dann schaute ihn Gendry direkt in die Augen. „Hat er euch gesagt, dass ich sein Sohn bin?"
„Nein… Jon Arryn fand es heraus. Und dein Meister Mott hat mir erzählt, dass ihm jemand das Doppelte des Normalen Soldes für einen Ausbildung bezahlt hatte als du zu ihm kamst. Varys, die Spinne, hat mir erzählt das er es war, der für dich bezahlt hat, nachdem Robert ihm aufgetragen hatte auf dich aufzupassen, als deine Mutter gestorben war."
Gendry schniefte und seine Augen wurden Nass, doch er behielt seine Emotionen im Zaum. „All die Jahre, kam er nicht einmal zu mir um mich zu sehen. Er hat nichts gemach,t nicht mal mir gesagt, dass ich sein Sohn bin."
„Er konnte es nicht Junge. Schon gar nicht in King's Landing wo jeder der ihm etwas hätte antun können, seine Augen und Ohren ganz weit offen hatte. Verstehst du?"
Gendry nickte und plötzlich fiel ihm etwas auf. „Bedeutet es dann, dass der neue König mein Bruder ist?"
Ned atmete tief ein. „Nicht bei allen Gesetzten des Königreichs." Es stimmte, jedoch war es nicht die ganze Wahrheit.
„Ich hatte es mir schon gedacht", sagte Gendry niedergeschlagen. Den Meisten Bastarden wurde das Gesetz was sie betraf erzählt, als sie älter wurden. Sie hatten keine Rechte, konnten nichts erben, schon gar keine Titel. Ned hatte bereist diese grauenvolle Konversation mit Jon Snow gehabt als er noch ein kleiner Junge war. Jon war stark gewesen, hatte gegen die Tränen angekämpft. Ned wollte ihm noch so viel mehr erzählen, aber er konnte es nicht.
„Gibt es noch mehr von meiner Sorte?"
Wieder wartete Ned mit seiner Antwort. „Ja!"
„Wie viele Bastarde hat der König gezeugt?"
„Ich weiß es nicht. Du hast eine ältere Schwester, Mya, im Vale und einen jüngeren Brüder, Edric, auf Storm's End. Von diesen beiden weiß ich es sicher. Vielleicht hast du noch eine ganz kleine Schwester in King's Landing."
„Hat er jede Frau gefickt, die er getroffen hat?", sagte Gendry und Ned merkte wie sein Ärger immer mehr zunahm.
„Nicht alle Männer können Frauen wiederstehen!"
Gendry antwortete nichts und lehnte sich gegen den nächsten Baum. Dann rutschte er am Stamm herunter und setzte sich auf den Boden. „Komm mit Junge. Lass uns zurückgehen."
„Lasst mich bitte für einen kurzen Moment hier alleine. Ich brauche Zeit zum Nachdenken."
„In Ordnung. Es tut mir leid, dass ich derjenige war, der dir das erzählen musste."
„Zumindest war ihr ehrlich zu mir!"
„Aye", antwortete Ned, „bleib aber nicht zu lange hier. Es wird sehr kalt draußen."
Ned wollte sich gerade umdrehen und gehen, da erstarrte er plötzlich als Gendry ihm erneut eine Frage stellte. „Ist das der Grund warum Jon Arryn sterben musste? War das der Grund warum ihr in dieses Schlamassel geraten seid? Weil ihr Fragen über mich gestellt habt?"
Ned schaute ihn an. „An der Geschichte ist viel mehr dran als du ahnst. Aber den Rest kann ich dir jetzt nicht erzählen. Eines Tages werde ich es vielleicht machen."
Gendry sagte darauf nichts mehr und starrte einfach nur in den Wald. Ned sah dies als Chance ihn seinen Gedanken zu überlassen. Auf seinen wackeligen Beinen machte er sich auf den Rückweg zum Camp. Arya stand beim Feuer und schaute fragend zu ihm herüber. Er wusste, dass sie sich fragte, was er und Gendry noch besprochen hatten aber er traute sich nicht zu ihr zu gehen. Er war kurz vor dem Baum, wo er und Yoren ihr Feuer entzündet hatten, als einer der Rekruten auf ihn zu trat. „Lord Stark, Yoren braucht euch unten bei der Kingsroad."
Ned folgte ihm so gut er konnte. Die Sonne war nun fast komplett unter gegangen und in der beginnenden Nacht konnte er gerade noch Yoren und drei Rekruten erkennen, die mit einem Mann auf einem Karren sprachen, der von einem Ochsen gezogen wurde. Im hinteren Teil des Wagens saßen ein Frau und drei Kinder. Ansonsten befand sich nicht mehr viel auf dem Wagen und es sah so aus als wäre es alles was die Familie jemals besessen hatte.
„Lord Stark", sagte Yoren als er zu ihnen trat, „Dieser Mann hat Informationen über die Kämpfe im Norden!"
Ned schaute den Mann an, der in seinen dreißiger war, braunes Haar und einen dichten Bart hatte. „Mein Name ist Lord Eddard Stark. Welche Neuigkeiten bringt ihr mit, guter Mann?"
Lord Stark?", sagte der Mann überrascht und neigte kurz den Kopf und kletterte dann vom Wagen. „Es finden Kämpfe im Norden statt, überall.", erzählte er. „Seid ihr wirklich Lord Stark von Winterfell?"
„Aye!"
„Dann ist es euer Sohn der dort oben kämpft, wie man es sich erzählt. Er gegen die Lannisters."
Ned atmete tief ein. „Wo?"
„Manche sagen oben am Trident. Andere am Green Fork, vielleicht auch beim Blue Fork. Andere wiederum berichten in Riverrun. Wir haben die Geschichten vor einem Tag in einem Pub gehört. Aber jeder hat es anders erzählt, Milord!"
„Wer hat den Kampf gewonnen?", fragte Yoren.
„Die meisten sagen die Starks hätten gewonnen und das die Lannisters in Richtung Westen geflohen sind."
Für einen kurzen Moment war Ned mächtig stolz auf seinen Sohn, besann sich jedoch schnell wieder. Es waren nur Vermutungen und er würde nicht Vermutungen über seine Meinung stellen. „Aye, dies sind wirklich gute Neuigkeiten. Aber ich glaube nicht das sie alle stimmen."
Der Mann zuckte die Achseln, „Ich habe nur das widergegeben was andere erzählt haben, Milord!"
„Kein Problem Guter Mann. Wir wollten euch nicht beleidigen. Wir freuen uns, dass wird überhaupt ein paar Nachrichten erhalten.", sagte Ned schnell. „Und wir würden uns noch mehr über weitere freuen. Was ist mit Beric Dondarrion oder Gregor Clegane?"
„Dondarrion? Er ist der, den sie den Lord des Blitzes nennen. Und Clegane? Den Namen habe ich noch nie gehört!", sagte der Mann verwirrt.
„Sie rufen ihn den Berg!", erzählte Yoren ihm.
Der Mann nickte nun doch. „Aye, dieser ist ein richtiger Bastard. Viele die wir unterwegs getroffen haben, haben uns vor ihm und seinen Leuten gewarnt. Ein Söldner in dem Gasthaus in dem wir letzte Nacht verbracht haben, hat erzählt das die Männer des Berges den Lord des Blitzes an der Mummer's Ford vor ein paar Tagen getötet haben."
„Das sind schlimme Nachrichten wenn sie stimmen!", sagte Ned. „Was ist mit seinen Männern?" Viele von Dondarrions Männern gehörten zu Neds Gefolge.
„Darüber weiß ich nichts, Milord. Wir haben unsere Farm nahe dem God's Eye vor sechs Tagen verlassen und sind froh, dass wir es überhaupt bis hier her geschafft haben. Da sind mehr als nur eine Gruppe Geächtete da draußen und sie nehmen sich was sie wollen."
„Vielen Dank für eure Nachrichten, Guter Mann!", antwortete Ned. „Ihr und eure Familie seid willkommen heute Nacht bei uns zu übernachten!"
„Ich danke euch für die Einladung, Milord, aber wir werden weiterziehen. Meine Frau und die Kinder können hinten im Wagen schlafen. Je schneller wir näher an King's Landing heran kommen, desto sicher fühle ich mich."
„Mögen die Götter nach euch sehen und euch beschützen", sagte Ned und der Mann entgegnete es, neigte kurz das Haupt, stieg dann zurück auf seinen Wagen und war schon bald außer Sicht.
Yoren schickte die drei Rekruten, die bei ihnen standen ,zurück ins Camp damit sie etwas essen konnten, während er und Ned weiter im Dunkeln an der King's Road standen. Sie verbrachten dort eine weitere Stunde und es kamen immer mehr Menschen an ihnen vorbei. Vielen reisten in der Nacht, wo es dunkel war und sie nicht sofort erkannt wurden, da sich Wolken vor den Mond schoben und diese noch mehr Licht nahmen. Sie befragten noch ein paar weitere Reisende, bekamen jedoch meistens die gleichen Geschichten und noch mehr Gerüchte erzählt. Alle waren unterwegs nach King's Landing. Ein paar hielten an und rasteten auf der anderen Seite der King's Road doch die meisten gingen weiter.
Yoren stellte Wachen für die Nacht auf und dann gingen er und Ned zu ihrem Baum und legten sich schlafen. Bald darauf fing es an leicht zu regnen. Dieser wurde mit der Zeit immer stärker und alle suchten sich schon bald ein Fleckchen wo es trockener war. Die meisten legten sich unter die Wagen.
Yoren blieb draußen stehen und ließ den Regen auf sich nieder prasseln. „Der Beste Weg um sauber zu bleiben!", sagte er und lachte.
Ned stand bei ihm und fühlte sich stärker denn je, als das Wasser durch sein Haar und seinen Bart lief. „Hätte ich doch nur ein Stück Seife!"
„Das Gasthaus von dem der Mann vorhin sprach … es hat auch ein Waschhaus. Wir stoppen dort morgen Mittag und können uns dann dort den Dreck King's Landings von unseren Körpern waschen!"
„Nicht meine Tochter!"
Yoren dachte einen Moment nach. „Ich frage den Wirt, ob er uns einen Privaten Raum zur Verfügung stellen kann, wo sie sich in einer kleinen Wanne und mit etwas Seife waschen kann."
Ned nickte. „Wir können es versuchen aber…" Sie hörten jemand in ihre Richtung laufen aber es war nur Gendry, der aus dem Wald zurück zum Camp lief. Er ging an ihnen vorbei ohne sie eines Blickes zu würdigen und schloss sich wieder Arya und den anderen beiden Jungen an. Sie versuchten gerade einen trockenen Platz unter einem der Wagen zu ergattern. „Ach ja, Gendry der Schmied. Er weiß wer sie ist. Er kann vor der Tür wache stehen während sie badet."
„Es steht mir nicht zu euch in Frage zu stellen, Milord. Aber seid ihr euch sicher, dass es eine gute Idee war dem Jungen zu sagen wer sie ist?"
„Er hatte schon vermutet, dass sie ein Mädchen ist!"
Sie setzten sich bald wieder unter ihren Baum, wo das Feuer durch den Regen leicht zischte. Yoren nahm einen tiefen Schluck Wein und bot Ned auch etwas an. Dieser schüttelte jedoch mit dem Kopf.
„Wo wir gerade von dem Jungen sprechen. Ich wollte dich etwas über ihn fragen!", sagte Yoren.
„Frag ruhig. Aber es kann sein das ich nicht antworte."
„Kein Problem. Der Junge hat erzählt, dass ihr ihn besucht habt. Ihr und auch Jon Arryn."
„Ja, das stimmt!"
„Ich glaube ich weiß warum. Er sieht jemand bestimmten sehr, sehr ähnlich!"
„Das tut er!", sagte Ned, mehr jedoch nicht.
Yoren trank einen weiteren Schluck. „Es ist schon komisch, dass er ein Schmied ist. Und mit einem Hammer arbeitet."
Ned kicherte. „Ich hatte genau den gleichen Gedanken!"
Nach einer Weile begann der Regen etwas nachzulassen und das Camp begann sich langsam zu beruhigen. Ned schlief sehr schlecht, da ihm sein Bein doch sehr zusetzte. Yoren blieb während der Nacht auf um das Camp zu inspizieren. Er hatte sich angewöhnt dies zu tun. Er würde dann den ganzen Morgen auf einen Wagen legen und durchschlafen, während sie weiter Richtung Norden fuhren. Er hatte ein Pferd gehabt mit dem er nach King's Landing gekommen war. Jedoch war er so schnell nach King's Landing geritten um Ned Stark die Informationen über Catelyn zu bringen, dass es lahmte und getötet werden musste. Ned würde ihm ein neues Pferd geben sobald sie nach Winterfell kamen. Die Lannisters waren nicht die einzigen die ihre Schulden beglichen. Yoren war ein Guter Mann und Ned war froh, dass er ihn als ihren Anführer hatte.
Als Yoren von einem seinen Inspektionsspaziergängen wiederkam, war Ned wach und dachte über alles Nach, was ihm in der letzten Zeit wiederfahren war. „Was kannst du mir über Tyrion Lannister erzählen?", fragte Ned Yoren.
„Der Zwerg?", fragte Yoren überrascht. „Ich kenne ihn kaum, Milord."
„Ihr seid mit ihm von der Wall aus in Richtung King's Landing geritten, sagtest du."
„Aye. Er liebt es zu trinken und hat einige derbe Geschichten auf Lager. Er hat eurem Sohn viel Gutes getan als er ihm den Sattel kreiert hatte." Ned kannte die Geschichte bereits, da Yoren sie bereits erzählt hatte als er in King's Landing eintraf.
„Eine komische Art jemandem zu helfen wenn man ihn vorher umbringen wollte."
„Da gebe ich euch Recht!"
„Glaubst du er hat es getan?", fragte Ned und die Frage hing schwer in der Dunkelheit.
Yoren seufzte. „Eure Frau war davon überzeugt. Sie war davon so überzeugt, dass sie sogar die anderen Männer in diesem Gasthaus überzeugen konnte. Aber was sie dazu brachte, dass sie glaubte er hätte es getan würde ich selber gerne wissen!"
„Das Messer, dass der Überfäller benutzte, es gehört dem Zwerg!"
„Ist das so? Aber wann hätte der Zwerg Zeit haben sollen, diesem Mann den Dolch zu geben? Er hat zur gleichen Zeit Winterfell verlassen wie ihr. Er war mit uns unterwegs zur Wall als euer Sohn einige Tage später überfallen wurde."
Ned wusste dies bereits aus einem früheren Bericht Yorens. „Ich denke die wichtigere Frage hier ist warum er Bran töten will?", fragte Ned. Yoren hatte darauf jedoch keine Antwort und schwieg. Ned konnte darauf noch weniger schlafen, da er über alles nachdachte und irgendwann begann sich in seinem Kopf eine Grobe Idee zu formen, wie es wirklich gewesen sein könnte. Baelish hatte ihnen erzählt, dass der Dolch dem Zwerg gehörte. Baelish, der Cat seit jeher geliebt hatte. Baelish hatte ihm ein Messer an den Hals gehalten, an dem Tag wo er gefangen genommen wurde. Was hatte Baelish wirklich vor?
Glücklicherweise konnte Ned danach doch noch etwas schlafen und wurde wieder wach, als die Sonne aufging. Bald darauf begann auch der Rest des Camps aufzuwachen und kurze Zeit später frühstückten sie alle gemeinsam. Es gab etwas Schinken und kleinen Küchelchen, die der Bäckersjunge Hot Pie für sie machte. Jeder stimmte zu, dass sie wirklich gut waren. „Sie würden noch etwas besser schmecken, wenn ich Honig oder Marmelade hätte", sagte Hot Pie während er einen weiteren wendete.
„Oder Bacon und Speck", sagte Arya mit vollem Mund und grinste dabei. „Wie nennst du sie?"
„Einfach … Küchlein!", antwortete Hot Pie schulterzuckend.
„Das sind keine Küchlein", sagte ein anderer Rekrut.
„Wie sollten sie heiße Küchlein nennen. Nach Hot Pie benannt.", sagte Lommy Greenhands und lachte. Bald darauf nannten die anderen sie auch Heiße Küchlein!
Gendry stand in der Nähe und kaute auf seinen heißen Küchlein und sah so aus als hätte er schlimmer als Ned selbst geschlafen. Er hatte dafür aber gute Gründe. Sein Hammer hing an seinem Gürtel und er Trug seinen Bullenhelm unter seinen Armen. Ned ging auf ich zu.
„Gute Morgen, Junge."
„Guten Morgen, Milord."
Ned wollte gerade etwas sagen, als Yoren auf sie zukam. „Gendry, der Anhänger an dritten Wagen ist etwas lose. Kannst du das reparieren?"
Gendry nahm seinen Hammer in die Hand. „Ich kann es versuchen!" Daraufhin ging er mit Yoren gemeinsam weg und bald konnte man einen Hammer hören der auf Eisen schlug.
Ned stand weiter dort und Arya war keine fünf Schritte entfernt bei den anderen, während Hot Pie weiter kochte. Ned bemerkte, dass einige der Rekruten ihn anschauten. Letztendlich konnte sich doch einer durchringen der es wagte ihn anzusprechen. „Wir haben gehört, dass im Norden gekämpft wird, Lord Stark."
„Aye", antwortete er. „Aber sie werden uns nicht behelligen. Die Nachtwache mischt sich nicht in die Probleme des Reiches ein.
„Ich war letzte Nacht bei euch auf der Straße, Milord.", sagte ein anderer. „Stimmt es, dass es euer Sohn ist der dort oben gegen die Lannisters kämpft?"
Arya keuchte und verschluckte sich fast an ihrem Küchlein. Ned schaute sie an, während er darauf antwortete. „Ja es stimmt. Robb Stark ist mein Sohn. Er führte meine … seine … Männer vom Norden in Richtung Süden und hatte einen Kampf gegen die Lannisters. Man munkelt er hätte gewonnen, aber mehr wissen wir auch nicht."
Arya schaute ihn an und sprach den überraschten Ned an. „Wie geht es eurem Sohn? … Milord?"
Er schaut sie durchgehend an. „Ich weiß es nicht Junge. Es gibt darüber keine Nachrichten."
Einer der Männer spuckte auf den Boden. „Das ist für die Lannisters. Mögen die Anderen sie holen." Viele der Rekruten stimmten ihm zu.
„Es könnte Probleme geben, wenn wie weiter nach Norden kommen", erzählte Ned und wurde ernst. „Es kann sein das wir Geächteten begegnen. Wir bewachen die Wagen und verteidigen uns selber. Wir bleiben und halten zusammen, dann sollte uns nichts passieren. Also sollte keiner auf die Idee kommen weg zu laufen. Sie würden euch nur finden und auf der Stelle töten. Es ist besser zu sterben und dabei seinen Gegner auch noch dorthin mitzunehmen."
„Wir sind keine Kämpfer. Die meisten von uns wissen gar nicht wie man überhaupt kämpft", sagte einer der älteren Männer.
Ned nickte. „Ich glaube euch. Ich denke wir sollten was dagegen tun. Ich habe schon einigen Männer das kämpfen beigebracht und kann euch auch ein bisschen was beibringen. Das wichtigste ist…"
„Durchsteche ihn mit dem spitzen Ende!", sagte Arya und grinste ihn an während die anderen kicherten.
Ned konnte es nicht unterdrücken und strahlte sie an. „Wie Recht du hast mein Junge. Aber das ist nicht alles. Hoffe, dass ich genug Zeit habe es dir zu zeigen.
Er bemerkte, dass einige sehr besorgt wirkten weshalb er sie etwas aufmunterte. „Die meisten Geächteten halten sich von größeren Gruppen fern. Sie suchen nach einfachen Gegnern. Sollten wir doch eine Gruppe Krieger treffen, egal von welcher Armee, sagt und tut vor allem nichts. Lasst Yoren oder mich sprechen."
Sie stimmten ihm alle zu während Yoren und Gendry zurückkamen. „Es wird Zeit das wir weiterziehen. Lasst uns aufbrechen!", ordnete Yoren an und alsbald war alles gepackt und sie waren bereit weiter zu marschieren.
Rorge, der im Käfig gefangen war, schrie Hot Pie an, er solle im ein paar der heißen Küchlein bringen. Nachdem Hot Pie zu Yoren geschaut hatte und dieser nickte, brachte er ihnen ein paar der Küchlein. Rorge und Biter schnappten sie sich sofort aus seiner Hand und aßen hastig. Jaqen H'ghar bedankte sich höflich bei ihm bevor er das Küchlein probiert und danach seine Kochkünste in höchsten Tönen lobte.
Bald darauf waren alle Feuer ausgestampft, die Wagen beladen, die Pferde und Esel wieder bestiegen und sie waren zurück auf der Straße. Yoren fragte den Jäger mit dem Bogen, ob er etwas voraus reiten könnte um zu schauen was sie dort erwarten würde. Als der Morgen weiter Fahrt auf nahm ,legte sich Yoren wie immer hinten auf einen der Wagen und war bald darauf eingeschlafen, während Ned vorne saß und die Landschaft die vorbeizog betrachtete, während er auch ein wachsames Auge auf die Kolonne und die Weg hatte. Sie trafen immer öfter auf Gruppen die auf der Flucht in den Süden waren und alle sagten ihnen das gleiche – sie sollten lieber umkehren. Gegen Mittag kam der Jäger mit Nachrichten zurück. Etwa eine Meile voraus war eine ca. 15 Köpfige Gruppe die zu Fuß unterwegs war. Sie sind mit Äxten, Hacken und Knüppeln bewaffnet. Ned weckte Yoren und sie bereiteten sich auf einen möglichen Kampf vor. Ned bemerkte, dass er keine Waffe hatte und so gab Yoren ihm sein Messer.
Die Gruppe kam über eine Hügelkuppe und stoppte dann. Sie sahen aus als würden sie darüber diskutieren was sie tun sollten. Bald darauf kamen sie doch die Straße herunter und beäugten die Gruppe der Nachtwache misstrauisch.
Yoren stoppte die Kolonne und lies alle ihre Waffen ziehen. Die andere Gruppe beäugte sie weiterhin misstrauisch und ging dann jedoch etwas abseits der Straße an ihnen vorbei. Sie hielten sich von ihnen fern, vor allem da sie sahen, dass manche der Jungen einen Bogen hatten. Sie waren eine Gemischt Gruppe aus Jungen und Männern, die in dreckige Klamotten gekleidet waren und stumpfe Waffen trugen. Keiner sagte etwas und bald hatten sie sie weit hinter sich gelassen.
Yoren spuckte auf den Boden, nachdem sie sich wieder in Bewegung gesetzt hatten. „Gesindel. Diese Gruppe wird viele Probleme beim Volk verursachen was auf der Straße unterwegs ist."
„Ich stimme dir zu. Vielleicht hätten wir doch etwas gegen sie unternehmen sollen."
Yoren schüttelte den Kopf. „Wir hätten sie geschlagen, aber auch ein paar von uns verloren. Seid ihr euch sicher das ihr kämpfen wollte mit dem Bein und …?"
Mit meiner Tochter an meiner Seite, war der ungesagte Rest des Satzes. „Nein. Du hast ja Recht. Es war eine dumme Idee. Am besten vermeiden wir jeglichen Kampf."
Nach einer Weile kamen sie in ein bewaldetes Gebiet und mussten viele kleinere Flüsse auf kleinen hölzernen Brücken überqueren. Mittags hielten sie kurz an und hatten ein ruhiges und kurzes Mittagessen mit Brot, kalten Bacon und etwas Käse, dass sie mit etwas Bier und Wasser herunterspülten. Den restlichen Tag war es weiterhin relativ kühl und mit der Zeit wurde es auf der Straße immer enger, da mehr und mehr Menschen unterwegs in den Süden waren. Es waren keine mehr dabei die so zwiespältig und gefährlich aussahen wie die Gruppe gestern. Viele Stunden später machte die Straße eine große Kurve und kurz darauf kamen sie endlich zu einem großen steinernen Gasthaus, welche ein Wasserrad hatte und viele kleinere Häuschen außen um das Haus standen.
„Haaalt!", rief Yoren entlang der Kolonne. Er stand im Wagen. „Wir halten hier für die Nacht. Ich habe nicht genug Geld, damit alle ein Zimmer bekommen können, aber es reicht für eine Mahlzeit dort drinnen und etwas Bier. Es gibt auch ein Badehaus hier, falls es jemanden dazu zieht ein Bad zu nehmen. Jeder Mann der sich betrinkt, versucht zu fliehen oder Ärger macht wird zu den dreien in den Käfig gesperrt."
Rorge schrie ihn durch die Gitterstäbe an. „Hey du verfickte Krähe! Lass uns raus damit wir ein Bad nehmen können!"
„Das erste Bad was du bekommst wird an der Mauer sein", erklärte Yoren ihm. „Und es wird so kalt sein, dass du dir wünschst du wärst nie geboren." Rorge verfluchte ihn während Yoren darüber lachte und das Gasthaus betrat.
Das Gasthaus hatte einen großen Schankraum mit vielen Tischen und Stühlen, einer steinernen Feuerstelle auf dem ein großer Kessel mit einem Eintopf hing. Der Wirt war ein rotgesichtiger, korpulenter Mann mit einer fröhlichen Art und einem großen Grinsen im Gesicht. Er lud sie ein und es sah so aus, als kannte er Yoren von früheren Besuchen. Kurz darauf saßen sie alle an Tischen und hatten einen Krug mit Bier vor sich und einen Teller dampfenden Eintopf mit Karotten, Kartoffeln und Zwiebeln drin. Ned saß gemeinsam mit Yoren an einem Tisch der nicht weit von Arya und den Jungs entfernt war. Bald gesellte sich auch der Wirt zu ihnen. Yoren stellte Ned nicht vor und der Wirt fragte auch nicht nach seinem Namen, als er ihnen die Neuigkeiten erzählte, die er gehört hatte. Sie unterschieden sich jedoch nicht mit denen die sie von den Reisenden auf der Straße gehört hatten.
Ned hörte kaum was der Wirt erzählte, da er mit einem zuhörte was am anderen Tisch bei Arya los war. Lommy und Hot Pie sprachen ständig darüber, dass sie fast einen Kampf gehabt hätten und Hot Pie meinte er hätte keine Angst davor gehabt mit ihnen zu kämpfen. Arya lachte ihn aus und meinte er hätte sich fast in die Hosen gemacht vor Angst, als die Männer an ihnen vorbei liefen. Hot Pie brüllte sie erzürnt an und bald warfen sie sich Argumente über den Tisch zu, was die Lautstärke im Schankraum zusätzlich erhöhte. Gendry beteiligte sich nicht an der Diskussion und starrte nur vor sich hin während er an seinem Bier nippte.
„Ich werde ein Bad nehmen", sagte Hot Pie nach einer Weile.
„Vergiss nicht deine Unterwäsche zu waschen", witzelte Arya.
„Hot Pies Gesicht wurde rot. „Wenn du nicht dieses Schwert hättest, dann, dann …"
„Verschwinde und nimm endlich dein Bad", sagte Gendry genervt. Hot Pie starrte ihn sprachlos an und begann dann zu gehen.
„Warte auf mich", sagte Lommy, trank sein Bier aus und folgte ihm. Nun waren Arya und Gendry allein.
„Du solltest keinen Mann einen Feigling nennen", sagte er zu ihr.
„Warum nicht? Er ist ein Feigling. Du hast seinen Blick gesehen."
„Nicht alle Männer sind mutig."
„Ich schon!", antwortete Arya.
„Natürlich!", spöttelte Gendry und trank einen weiteren Schluck seines Bieres.
„Ich bin auch Mutig!"
„Aber du bist kein…"
„Gendry!", sagte Ned zu ihm und schnitt ihm die Stimme ab bevor er etwas Falsches sagte.
„Ja, Milord?"
„Lord? Wer ist ein Lord?", sagte der Wirt mit weit aufgerissenen Augen.
Yoren seufzte. „Dies ist Lord Eddard Stark von Winterfell."
„Lord… Stark?", sagte der Wirt etwas zu laut.
„Nicht so laut!", sagte Yoren aber es war bereits zu spät. Jeder der nicht zu Yorens Gruppe gehörte schaute zu ihnen herüber.
In diesem Moment schlug die Tür des Gasthauses auf und einer der Rekruten kam herein. „Yoren", sagte er außer Atem. „Dort draußen steht eine Gruppe von Goldmänteln. Sechs Stück."
„Was hat das mit uns zu tun?", fragte Yoren ruhig.
„Sie suchen nach jemandem."
„Nach wem?"
„Ihm!", sagte der Rekrut und deutete auf Gendry.
soo das wars mal wieder. Bitte hinterlasst mir doch ein Review was ihr davon haltet.
LG!
