Nun ist es soweit endlich ist das neue Kapitel hier.
Wünsche euch viel Spaß damit :)

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Kapitel 9 ´Gendry´

„Tötet thie alle", sagte der komische Mann auf dem noch komischeren Pferd.

Gendry stand neben Lord Eddard Stark in einem kleinen Dorf auf einer matschigen Straße nahe der östlichen Seite des Götterauges, während der komische Mann mit Namen Vargo Hoat seinen Männern befahl Stark nichts zu tun und den Rest zu töten. Gendry war einer der Jungen, wobei er eher wie ein Mann aussah. Mit seinen 15 Jahren war er genauso groß wie Stark, war stämmig und muskulös, sein rechter Arm muskulöser als sein linker, da er damit sieben Jahre den Hammer in der Schmiede geschwungen hatte. In dieser Hand hielt er nun auch seinen Hammer. Sein Bullenhelm war in seiner linken Hand, er steckte ihn jedoch nun über den Kopf und versteckte so seine wilden schwarzen Haare. Gendry hatte blaue Augen und trug einen zwei Wochen alten Bart, der immer dichter und länger wurde. Er presste die Zähne zusammen und bereitete sich erneut auf einen Kampf vor. Es sah so aus, als würde er immer nur vor der Gefahr davonlaufen und kämpfen, seitdem er King's Landing vor knapp zwei Wochen verlassen hatte.

Tatsächlich war er sogar selbst eine Gefahr. Der König hatte Männer ausgesandt, um ihn zu töten, da er der Sohn des toten Königs Robert Baratheon war Nichts hatte ihn in seinem Leben mehr schockiert als diese Nachricht, die Lord Eddard ihm überbracht hatte. Er konnte es immer noch nicht ganz glauben. Lange Zeit hatte er noch im Wald gesessen, nachdem Lord Stark es ihm mitgeteilt hatte. Es konnte einfach nicht stimmen. Es konnte einfach nicht so sein. Doch je mehr er darüber nachdachte, desto besser konnte er die Tatsache akzeptieren. Jon Arryn hatte ihn zuerst in der Straße des Stahls in Meister Motts Laden besucht. Danach Ned Stark und beide hatten ihn über seine, bereits lange tote Mutter ausgefragt. Er konnte sich kaum an sie erinnern. Er konnte es damals nicht verstehen, warum sie ihn danach fragten und als er Meister Mott danach fragte, sagte dieser nur, er solle an die Arbeit denken und den Rest vergessen.

Doch andere würden es nicht vergessen. Nachdem sein Meister ihn hinausgeworfen hatte und ihm gesagt hatte, er solle sich der Nachtwache anschließen, kamen andere, die ihn zurück nach King's Landing bringen oder ihn töten wollten. Zuerst die Goldröcke und dann die Gruppe, die ihn vor ein paar Tagen töten wollte. Er wäre auch tot gewesen, wenn Arry nicht gewesen wäre. Nein, Arya. Sie war Arya Stark, Lady von Winterfell und nicht Arry der Waise, welcher kurzes, fettiges Haar und Dreck und seinen, ihren, Fingernägeln hatte. Und was für eine Lady! Gendry hatte bereits einige Hochgeborene Ladys in Meister Motts Laden gesehen. Sie waren immer perfekt gekleidet wie eine Lady, hatten wunderschönes Haar und ein hübsches Lächeln im Gesicht. Dazu rochen sie immer gut und er wurde immer rot, wenn sie seine Arme bewunderten. Sie nannten ihn keinen Lügner und hauten ihn auch nicht, wenn sie sauer waren. Nicht wie Arya.

Sie war in vielen Dingen anders. Sie war klein, mit kurzem, hässlichem Haar, das Gesicht ähnelte sehr stark dem ihres Vaters und sie war sehr zäh. Dazu kam, dass sie bereits getötet hatte und er war sich sicher, dass die Ladies in King's Landing noch nicht mal eine Maus getötet hatten und sofort über einen abgebrochenen Fingernagel weinen würden. Aber nicht Arya. Gendry dachte, dass sie ihn angelogen hatte, als sie behauptete, sie habe einen Jungen in King's Landing getötet. Nun war er sich jedoch sicher, dass sie die Wahrheit gesagt hatte. Sie hatte ihn vor einem der Goldröcke in der Burg gerettet. Sie hatte ihn erstochen und getötet, bevor dieser Gendry töten konnte. Sie hatte ihm befohlen die Gefangen im Käfig zu befreien und er hatte es gemacht. Sie sprach mit Jaqen und sagte ihm, er solle ihren Vater finden. Sie sagte auch, dass sie hier im Dorf warten sollten, bis Jaqen mit ihrem Vater wieder da war und hatte nicht nachgegeben, auch wenn Hot Pie und Lommy unbedingt weitergehen wollten. Sie wurde ihr Anführer, ein Mädchen von zehn Jahren. Vielleicht zehn. Er war sich nicht ganz sicher, wie alt sie war. Das Lustige war jedoch, dass sie ihr folgten und sie alles für sie taten, was sie sagte.

Dann jedoch kam Jaqen zurück und er hatte ihren Vater im Schlepptau, verschwand dann jedoch auf wundersame Weise. Für einen kurzen Moment hatte Gendry gehofft, dass das Wegrennen nun endlich vorbei war. Lord Stark war mit Tyrion Lannister und ca. 200 Mann unterwegs, welche sie sicher nach Harrenhal bringen würden und danach sogar nach Winterfell. Lord Stark hatte ihnen allen einen Ort zum Leben und Arbeit versprochen.

Aber es war alles bereits wieder vorbei. Nun würden sie wahrscheinlich in den Straßen dieses Dorfes sterben. Über zwanzig merkwürdig aussehende Männer waren aus dem Nebel aufgetaucht. Manche ritten auf Pferden, andere auf merkwürdigen schwarz-weiß gestreiften Tieren, die wie Pferde aussahen. Sie hatten viele Waffen. Schwerter, Armbrüste, Bögen, Keulen, Morgensterne, Speere und komisch gebogene Waffen, die der Dothraki in der Hand hielt. Gendry hatte so etwas noch nie zuvor gesehen.

Stark hatte mit ihnen gesprochen, sie um Hilfe gebeten. Nun, sie würden Stark helfen, keine Frage. Er war nun mal ein Lord, aber diese Jungen nicht. Sie mussten sterben, doch sie würden es nicht ohne Kampf tun.

Gendry stellte sich vor Arya, kaum das Hoat befohlen hatte, sie zu töten. Sie hatte stark die Luft eingezogen, als Hoat seinen Männern befohlen hatte, sie zu töten. Der Mann, von dem Ned Stark sagt er sei ein Dothraki, lächelte böse und erhob sein gebogenes Schwert und wollte schon losschlagen, als Stark plötzlich anfing zu sprechen.

„Solltet Ihr und Eure Männer dem Jungen auch nur ein Haar krümmen, dann töte ich Euch. Das schwöre ich bei den alten und neuen Göttern!", knurrte Stark den Männern entgegen.

Darauf folgte eine sehr schlimme Ruhepause, bevor der Dothraki anfing zu lachen und seine Männer stimmten mit ein. Auch ritten sie weiter in Richtung Hoat. Dieser jedoch lachte nicht.

„Wath bedeuten thie euch?", fragte Hoat, einen verwirrten Blick im Gesicht.

„Sie sind meine Schützlinge", sagte Ned Stark und kommandierend. Er klang genauso wie es von einem Lord erwartet wurde, dachte Gendry. Man musste als Lord so sprechen, wenn man ernst genommen werden wollte. „Ich habe geschworen sie zu beschützen. Tyrion Lannister weiß, dass sie mit mir reisen. Sollten sie sterben, wird er davon erfahren und dann wird es sein Vater erfahren und dieser wird Vergeltung üben. Ich denke, Ihr wisst was passiert, wenn sich Tywin Lannister an denen, die ihm etwas getan haben, rächt?"

Hoat nickte. „Ich habe von dem Ruf der Lannithterth in Bezug auf Rache gehört. Also gut, Lord Thark, Ihr und Eure Thützlinge könnt…"

Plötzlich jedoch war ein `thwand´ Sound aus dem Nebel zu hören. Ein Pfeil lugte plötzlich aus dem Bauch eines der Männer Hoats hervor. Ihm entglitt ein leises „Oh". Danach viel er aus dem Sattel und auf die Straße. Weitere Pfeile flogen aus dem Nebel heraus, nahe an Hoats Kopf vorbei und töten zwei weitere Männer, einer davon war der Dothraki.

„Es ist eine Falle!", schrie einer von Hoats Männern.

„DONDARRION!", schrie Hoat laut. Seine scharfen Augen richteten sich auf Stark, während er ein Langschwert zog. „Thark hat unth authgetricktht! Tötet thie alle!"

Einige von Hoats Männern begannen Bögen und Armbrüste hervor zu holen und sie zu laden, während Hoat und der Rest sich bereit machte auf sie loszustürmen.

„Zurück ins Haus!", schrie Stark sie an und Gendry zögerte keine Minute. Er drehte sich um und rannte zur Tür, warf seine Schultern dagegen und viel gemeinsam mit ihr ins Haus. Serin Helm flog dadurch von seinem Kopf und landete in der Nähe der Feuerstelle. Arya fiel über ihn und kurz danach purzelte auch Hot Pie über die beiden. Von draußen kam ein lauter Schrei und dann fiel auch Lommy über sie drüber, da er von Stark schnell ins Haus hineingeschoben wurde und dieser die Tür rechtzeitig schloss, denn keine Sekunde später landete ein Pfeil eben in dieser.

„Der Tisch!", schrie Lord Stark zu Gendry. Gendry stand auf, hob den Tisch ohne Probleme mit seinen starken Armen hoch und stellte ihn gegen die Tür.

Draußen konnten sie Schreie, Rufe und Schwertschläge hören sowie das Getrappel von Pferden, doch niemand näherte sich dem Haus.

„Lommy!", schrie Arya vom Boden aus. „Vater, er ist verletzt!"

Gendry und Ned Stark schauten sich um und sahen Lommy, der neben der Feuerstelle auf dem Boden lag. Arya und Hot Pie hatten sich über ihn gebeugt. Sie konnten erkennen, dass ein Bolzen aus seinem Rücken herausragte und dass er sehr stark blutete.

Stark beugte sich zu Lommy und schaute sich die Wunde an. Lommy war noch blasser als normal, seine Augen waren nass und er blinzelte stark.

„Es tut weh", keuchte er, während Blut aus seinen Mundwinkeln lief.

„Aye, mein Junge, ich weiß", sagte Stark in einem beruhigenden Ton.

„Tut etwas!", sagte Hot Pie verzweifelt und schaute sie an.

Doch Lommys Augen hatten bereits aufgehört zu blinzeln und sein Kopf fiel zu Boden. Gendry wusste, dass er tot war. Arya saß neben ihm und konnte ein Schluchzen nicht unterdrücken, während sie sich an seinem Arm festhielt. Er schaute sie an. Ihre Augen waren feucht und er erkannte Angst und Ärger in ihnen. Sie zog schnell ihren Arm von ihm weg und rieb sich die Augen. Ned Stark langte zu Lommy herüber und schloss seine Augen für immer.

„Nein", sagte Hot Pie.

Er schluchzte und Stark legte eine Hand auf seine Schulte. „Er ist weg, mein Junge."

Dann klopfte plötzlich jemand an die Tür des Hauses. „Aufmachen, im Namen des Königs!"

Stark stand auf und ging zur Tür, Arya und Gendry hatten ihre Waffen gezogen und waren nicht weit hinter ihm. „Und welcher König soll das bitte sein?", fragte Stark durch die Tür.

„König Robert, der einzig wahre König. Eine Schande, dass er tot ist", antwortete die Stimme.

„Ich kenne diese Stimme", sagte Stark und komischerweise meinte Gendry sie auch zu kennen.

Stark zeigte auf den Tisch und Gendry zog ihn weg, während Stark die Tür öffnete. Ein großer, dicker Mann in weinroten Roben unter seine Rüstung und ein langes Schwert tragend stand da. Dieser musste zweimal hinschauen, bevor er begann breit zu grinsen.

„Beim Lichte R'hollors! Eddard Stark!", sagte Thoros von Myr mit einem lauten Lachen.

„Thoros!", sagte Ned und schüttelte dem fetten Priester die Hand und klopfte ihm auf die Schulter. Er drehte sich zu den anderen um. „Kommt raus, das hier sind unsere Freunde."

„Freunde, die es zugelassen haben, dass Lommy getötet wird!", sagte Arya erregt. „Hoat wollte uns zum Camp des Gnoms bringen."

„Was meinst du, Junge?", fragte Thoros überrascht. „Der Gnom?"

Stark seufzte. „Es ist eine lange Geschichte. Wo ist Dondarrion? Ist er tot? Wir haben Gerüchte gehört."

„Nein, er ist nicht tot", sagte Thoros ernst. „Zumindest noch nicht. Kommt."

Sie verließen das Haus und konnten sehen, dass draußen der Kampf gerade zu Ende war. Sechs der Männer von Hoat lagen tot oder sterbend auf dem Boden, der Rest war verschwunden. Der Nebel lichtete sich langsam und sie erkannten, dass es viele Männer waren. Manche schauten sich die Toten an, wieder andere versuchten, die Tiere der Toten einzufangen. Eine größere Gruppe auf Pferden jedoch stand am Ende der Straße, wohin Hoats Männer geflüchtet sein müssen. Sie waren alle unterschiedlich gekleidet und trugen auch unterschiedliche Waffen.

„Verluste?", fragte Stark den roten Priester.

„Nein", antwortete dieser. „Dank dem Herrn des Lichts."

Stark schaute sich um „Wo ist Dondarrion?"

„Dondarrion ist an diesem Morgen nicht mit uns geritten. Wir waren gestern auf Nahrungssuche, als wir Hoats Gruppe bemerkten, die hier in der Nähe ihr Lager aufschlug. Ich schickte einen Reiter los, um den Rest unserer Männer zu rufen. Doch Hoat zog früh los, da sind wir ihm gefolgt. Diese kleine Gruppe hatte sich im Nebel verloren. Wir haben befürchtet, sie würden euch angreifen, weswegen wir uns entschieden haben euch zu helfen."

„Sie waren gerade dabei uns gehen zu lassen!", sagte Arya laut.

Ned Stark erzählte Thoros schnell die Geschichte. „Mehr als 200 Männer?", fragte Thoros überrascht, als Ned ihm die Größe des Camps der Lannisters nannte.

„Aye, wobei es mittlerweile wahrscheinlich etwas 300 sein werden. Mit Rittern, Kavallerie und einer Gruppe von Wilden aus den Hügeln des Vales. Sie werden wahrscheinlich schon nach uns suchen. Ich kam letzte Nacht hier her, um diese Gruppe von Jungen zu suchen."

„Warum?", fragte Thoros.

Bevor er jedoch antworten konnte, kam ein anderer Mann zu ihnen. „Lord Stark?", fragte dieser überrascht.

„Harwin?!", sagte Lord Stark, während eben jener seinen Kopf respektvoll neigte. Er war noch ein junger Mann, der vollkommen gewöhnlich aussah. „Es tut gut dich zu sehen, Junge."

„Es tut auch gut Euch zu sehen, Milord", sagte Harwin mit einem besorgten Ausdruck im Gesicht. „Was gibt es neues von meinem Vater?"

Starks Gesicht wurde traurig. „Es tut mir leid. Die Lannister haben ihn getötet."

Harwins Gesicht wurde bleich. „Seid Ihr sicher, Milord?"

„Ich habe ihn gesehen", sagte Arya leise. „Bei den Ställen. Alle waren tot." Gendry war sich sicher, dass sie über den Tag in King's Landing sprachen, an dem Ned Stark gefangen genommen worden war.

Der Mann namens Harwin schaute Arya genauer an. „Wer bist du J… bei den Sieben Höllen… bist du…", begann Harwin, doch Stark ergriff seinen Arm.

„Aye, doch solltest du das besser für dich behalten."

„Ja, Milord", sagte Harwin schnell und Stark ließ seinen Arm gehen.

Thoros schaute verwirrt von einem zum anderen, sagte jedoch nichts, während er Arya und Gendry näher betrachtete. Seine Augen jedoch blieben an Gendry hängen. „Du erinnerst mich an jemanden. Kenne ich dich?"

„Ihr kamt ein paar Mal in das Geschäft meines Meisters in der Straße des Stahls", sagte Gendry.

Thoros nickte. „Master Mott?!"

„Ja, Milord."

Thoros sah so aus, als wollte er noch etwas sagen, besann sich dann aber eines Besseren und wandte sich an Stark. „Hoat wird bald mit seiner Hauptstreitmacht zurückkommen. Und da Tyrion Lannister höchst wahrscheinlich auch nach Euch sucht, sollten wir am besten von hier verschwinden. Dondarrion will wahrscheinlich mit Euch sprechen. Wir sollten uns direkt auf den Weg machen."

„Ich werde nicht mit Euch kommen", sagte Stark. Thoros und Harwin schauten sich überrascht an.

„Lord Stark, wir können es nicht zulassen, dass Ihr erneut gefangen genommen werdet", sagte Thoros.

„Ich habe Euch erzählt, dass ich kein Gefangener war. Ich versuche diesen Krieg zu beenden und meine Familie in Sicherheit zu bringen. Ich werde nach Harrenhal gehen, um mit Tywin Lannister zu verhandeln. Danach werde ich nach Riverrun weiterziehen und die Friedensbedingungen zu Robb bringen."

Harwin spuckte auf den Boden. „Mögen die Anderen die Lannisters holen", sagte er wütend.

„Ich weiß, was du durchmachst, Harwin", sagte Stark beruhigend. „Wir haben viele gute Leute wie deinen Vater in King's Landing verloren. Aber müssen noch mehr Menschen dafür sterben? Ich werde auch für euch eine Lösung finden und dass euch nichts geschieht. Für euch alle!"

Thoros schnaubte. „Wir haben King's Landing auf Euren Befehl hin verlassen, um Gregor Clegane des Königs Gerechtigkeit zukommen zu lassen. Doch König Robert ist tot. Die meisten unserer Männer sind tot. Sie haben Euch wegen Hochverrats verhaftet und all Eure Leute getötet. Das Land versinkt im Chaos, das Volk blutet. Und Ihr habt vor zu verhandeln? Mit Tywin Lannister? Ihr wisst, wie er ist, Lord Stark. Er wird nicht vergessen, dass Euer Sohn eine Armee gegen ihn geführt hat. Er wird nicht vergessen, dass Eure Frau den Gnom gefangen genommen hatte. Das Lied „Rains of Castemere" ist schließlich kein Mythos."

Stark seufzte laut. „Ich gebe Euch Recht, Thoros. Doch wir brauchen Zeit. Renly und Stannis Baratheon bauen ihrerseits eine Streitmacht auf. Wisst Ihr, was das bedeutet?"

„Ja", antwortete dieser. „Der Krieg ist trotzdem nicht vorbei."

„So ist es", sagte Stark. Dann kam ein Mann auf ihre kleine Gruppe zu gerannt.

„Ich habe eine Gruppe Kavallerie gesehen, die sich durch die südlichen Felder auf uns zubewegt. Sie tragen die Farben und Banner der Lannisters", sagte dieser eilig.

„Das wird dann wahrscheinlich der Gnom sein!", überlegte Stark.

„Kommt mir uns", sagte Harwin flehend und schaute ihn und dann seine Tochter an. „Ihr könnte den Lannisters nicht trauen, Milord."

„Nein", sagte Stark. „aber sie haben immer noch Sansa als Geisel. Von daher muss ich das Ganze noch etwas länger mitspielen. Mögen die Götter euch beschützen."

„Gott!", sagte Thoros feierlich. „Ein Gott, Lord Eddard Stark. Mögt ihr in seinem Licht laufen."

Thoros dreht sich ohne ein weiteres Wort um und rief seine Leute zusammen. „Zeit zu verschwinden!"

Und so schnell wie es ihnen möglich war, liefen sie über die nördlichen Felder und waren bald darauf in einem kleinen Wäldchen verschwunden. Keine fünf Minuten später ritt eine Gruppe Reiter aus dem Süden auf sie zu. Die Führung hatte ein dunkelhaariger und zäh aussehender Mann in einer schwarzen Lederrüstung. Neben ihm ritt ein großer Mann in den Farben der Lannisters und hielt eine Lanze. Hinter ihnen ritten zwanzig weitere Reiter der Lannisters schnell in das Dorf.

„Der Lord Gnom ist heute Morgen sehr sauer", sagte der Mann in der schwarzen Lederrüstung zu Ned Stark, während er von seinem Pferd stieg. „Was ist hier passiert?"

Stark ging zu ihnen, um mit ihnen zu reden und ließ Gendry, Hot Pie und Arya allein. „Lasst uns Lommy holen", sagte Gendry kurz darauf.

Sie gingen zurück ins Haus, wo Lommy in einer Blutlache lag. Gendry kniete sich hin und zog stark an dem Armbrustpfeil. Es konnte ihn rausziehen, doch es tropfte Blut von ihm herunter, was Hot Pie würgen ließ. Arya sagte nichts, doch ihr Gesicht war vor Wut verzerrt. Gendry war den Pfeil auf den Boden. Arya fand ein Betttuch und sich wickelten Lommys Körper darin ein und versuchten nach Möglichkeit es nicht voller Blut zu saugen.

„Wir sollten ein Grab ausheben", sagte Arya mit erstickter Stimme.

„Ja", sagte Hot Pie und schluchzte. „Er war mein Freund. Er muss begraben werden."

„In der Schmiede gab es eine Schaufel", erinnerte sich Gendry. Er stand auf, ging hinaus und in Richtung des kleinen Gebäudes, das sie am Vortag gefunden hatten und wo sie Jaqens Handschellen entfernt hatte.

„Wohin gehst du?", rief Lord Stark ihm hinterher.

„Eine Schaufel besorgt, damit wir Lommy begraben können."

„In Ordnung. Aber geht nicht zu weit weg."

Er fand die Schaufel und kam zurück zu den anderen. Arya trug die Schaufel, während er und Hot Pie den Leichnam Lommys zu einer kleinen Gasse zwischen zwei kleinen Häusern brachten.

„Das muss reichen", sagte Gendry und begann zu graben. Es tat ihm gut zu graben, etwas arbeiten und seinen Körper zu bewegen. Er fühlte sich immer gut, wenn er immer im gleichen Rhythmus den Hammer schwingen konnte, um das Metall zu bearbeiten. Das Graben war genau das Gleiche.

„Sie haben ihn getötet", sagte Arya und ihr Ärger kehrte wieder zurück. „Hätten Thoros, Harwin und die anderen uns nicht angegriffen, dann hätte Hoat uns zum Gnom gebracht. Hoat dachte, wir hätten ihn ausgetrickst. Deswegen haben sie auf Lommy geschossen."

„Vielleicht hätte er das gemacht", sagte Hot Pie. Er saß ebenfalls auf dem Boden, jedoch angelehnt an eines der beiden Häuser.

„Er hat gesagt, dass er es tun würde", sagte Gendry. „Nun, er war im Begriff es zu sagen. Wer ist Hoat überhaupt?"

„Keine Ahnung. Ein lustig aussehender Mann", sagte Arya.

„Er sprach auch sehr merkwürdig", fügte Hot Pie hinzu. „Wer waren überhaupt die Männer, die ihn angegriffen haben?"

„Beric Dondarrions Männer. Mein Vater hat sie vor Wochen ausgesandt, um den Berg zu finden."

„Welchen Berg?", fragte Hot Pie. „Es gibt hier doch keine Berge, oder?"

„DER Berg", sagte Arya und schüttelte den Kopf. „Sein richtiger Name ist Gregor Clegane. Er ist der Bruder des Bluthundes."

„Des… was?"

„Bluthund, jeder nennt ihn so. Sein richtiger Name ist, glaube ich, Sandor. Jedenfalls ist er Joffreys Hund, so nennen ihn alle. Glaube ich. Ich meine, er beschützt Joffrey. Der Bluthund hat meinen Freund Mycah getötet, weswegen ich ihn eines Tages auch töten werde."

Gendry musste über ihre Dummheit lachen. Männer nachts, während eines Kampfes, töten, war die eine Sache, doch der Bluthund war ein Monster. Er kannte den Bluthund genau. Er hatte ihn in King's Landing gesehen. Nein, Arya, sagte er zu sich selbst, du solltest dich besser nicht mit ihm anlegen.

„Ich werde es tun", sagte sie, nachdem er sie ausgelacht hatte. „Ihn, Cersei, Joffrey und alle anderen. Sie sind alles Lügner und…"

„Du sagst so etwas am besten zu niemandem", sagte Gendry zu ihr und ließ die Schaufel auf den Haufen Erde fallen. „Schon gar nicht zu Tyrion Lannister oder zu deinem Vater."

„Vielleicht tötet er sie auch zuerst", sagte sie mit einem Grinsen.

„Wer ist Dondarrion?", fragte Hot Pie nun.

Sie seufzte. „Also, der Berg hat begonnen die Menschen hier zu töten. Dondarrion ist ein Lord. Mein Vater hat ihn und ein paar Männer losgeschickt, um den Berg zu stoppen. Damit hat dieser ganze Krieg angefangen, vielleicht." Sie kaute auf ihrer Lippe.

„Ahhh. Jetzt glaube ich, dass ich es verstehe", sagte Hot Pie.

Arya fing plötzlich an zu lachen. „Die beste Freundin meiner Schwester, Jeyne Poole, hat gesagt, dass Dondarrion sehr süß wäre."

„Du hast eine Schwester?", fragte Hot Pie überrascht.

„Idiot", sagte Gendry. „Lord Stark hat uns doch erzählt, dass Aryas Schwester in King's Landing gefangen gehalten wird. Natürlich hat sie also eine Schwester."

„Und drei Brüder… nein, vier", sagte sie schnell.

„Was nun. Drei oder vier?", fragte Hot Pie.

„Vier. Definitiv vier."

„Einer ist wie ich", sagte Gendry, während er weiter grub.

Hot Pie schaute verwirrt drein. „Er ist auch ein Schmied?"

„Nein. Ein Bastard", antwortete Gendry.

„Sag dieses Wort nicht!", tadelte Arya ihn.

Gendry hörte auf zu schaufeln und schaute sie an. „Es tut mir leid, Mi… es tut mir leid." Sie hatte einen grimmigen Blick in ihren Augen, der sich aber schnell wieder legte, während er weiter das Grab schaufelte.

„Wer war der Mann in Rot? Er kannte dich, Gendry", sagte Hot Pie als nächstes. Er hatte eine Menge Fragen, dachte Gendry und zwar zu viele. Vielleicht wollte er aber auch einfach nur reden, damit er nicht die ganze Zeit an Lommy denken musste.

„Thoros. Ein Roter Priester. Die Leute sagen, er käme aus Myr."

„Eine der freien Städte", fügte Arya hinzu.

„Was ist ein Roter Priester?", fragte Hot Pie weiter. Gendry wünschte sich, dass er endlich seinen Mund hielt, doch Arya beantwortete ihm seine Frage. Vielleicht wollte sie auch nicht an Lommy denken und an das, was sie hier taten.

„Ich glaube, dass sie nur an einen Gott glauben", sagte sie. „Es hat irgendwas mit Feuer zu tun."

„Ich habe ihn zuvor in King's Landing getroffen", erzählte Gendry, während er weiter schaufelte. Er traf auf zwei große Steine, welcher er aber schnell hinaus auf den anderen Haufen Erde beförderte. „Er kam öfters in unsere Schmiede, um sich neue Schwerter schmieden zu lassen. Er liebte Flammenschwerter, doch das Feuer zerstört die Schwerter auch."

„Mein Vater hat mir erzählt, dass Thoros ein brennendes Schwert benutzt hat, als sie die Greyjoys auf Pyke angegriffen hatten", erzählte Arya.

Nun begann Hot Pie dort nachzufragen und Arya erzählte ihm so viel sie wusste über die Greyjoys, deren Rebellion und über Theon, dass Mündel ihres Vaters. Zu Anfang dachte sie, dass Theon einer ihrer Brüder wäre, da er dort war, so lange sie denken konnte, doch als sie älter wurde ihr beigebracht, dass er nur eine Geisel war, damit sein Vater nicht erneut rebellierte.

Nun wurden sie ruhiger und man konnte nur noch das Schaufeln Gendrys hören.

„Es ist nicht fair", sagte Hot Pie plötzlich. Gendry bemerkte, dass er auf Lommys Körper schaute. „Lommy hat niemandem etwas getan. Er hat nur ein paar Dinge gestohlen. Er wollte auch mit nach Winterfell kommen."

„Er hatte nur Pech. Der Bolzen hätte jeden von uns treffen können", sagte Gendry.

Hot Pie schluckte. „Ja, das hätte er wohl."

„Das Loch ist tief genug", sagte Arya plötzlich und stand auf.

„Ja, ich denke auch", stimmte Gendry zu und steif aus dem mittlerweile fast drei Fuß tiefen Loch. Er gab Arya die Schaufel und dann legten er und Hot Pie den Körper von Lommy vorsichtig in das Loch. Anschließend nahm Gendry die Schaufel wieder an sich und begann damit das Loch wieder zuzuschütten. Arya und Hot Pie halfen ihm dabei, in dem sie die Erde mit ihren Händen in das Loch schoben. Als sie gerade fertig waren, hörten sie mehrere Personen sich ihnen nähern. Es war Lord Stark, gemeinsam mit dem Mann in lederner Rüstung und Tyrion Lannister, alle zu Fuß.

Gendry hatte den Mann, den alle immer nur Gnom nennen, bereits in King's Landing gesehen, jedoch nicht von Nahem. Er war klein und relativ hässlich. Seine Stirn ragte über seinen Augen hervor, seine Beine wirkten etwas verdreht und er watschelte leicht beim Laufen. Jedoch hielt er immer seinen Kopf in die Höhe.

„Ah, genau rechtzeitig für die Beisetzung", sagte Tyrion Lannister. „Wer ist derjenige, der von uns gegangen ist?"

„Lommy, Milord", antwortete Gendry.

„Fahrt fort", sagte Tyrion.

„Wir sollten ein paar Worte sagen", schlug Arya vor. „Doch leider weiß ich nicht, was ich sagen soll."

„Mögen die Götter ihn im Tod mehr behüten, als sie es im Leben getan haben", sprach Ned Stark feierlich.

„Das war toll", sagte Hot Pie berührt und wischte sich eine Träne weg. „Ich danke Euch, Milord."

„Nun zurück zu den wichtigen Themen", sagte Tyrion nach einer kurzen Pause. „Lord Stark hat mich darüber in Kenntnis gesetzt, was in der letzten Nacht passiert ist und wie er zu diesem Dorf kam. Ich wünschte, er hätte es mir vorher erzählt, damit ich ihm etwas Geleitschutz hätte mitgeben können. Doch das ist nun egal. Ihr drei werdet mich ebenfalls nach Harrenhal begleiten und sollte alles so ablaufen wie geplant, könnt ihr dann auch weiter mit nach Winterfell reisen. Bevor ich es vergesse, mein Name ist Tyrion Lannister und wer seid ihr?" Seine Augen lagen auf Hot Pie, während er sprach.

„Hot Pie, Milord", sagte Hot Pie nervös. „Jeder nennt mich so."

„Kannst du heiße Pasteten backen, Hot Pie?", fragte der Mann in der Lederrüstung mit einem Grinsen.

„Ja, Milord", antwortete Hot Pie.

„Er ist kein Lord", sagte Stark zu ihm.

„Noch nicht", antwortete Tyrion. „Darf ich euch Bronn vorstellen. Er ist mein Angestellter. Er erledigt für mich viele Aufgaben. Vor allem von Zeit zu Zeit mein Leben retten und für mich durch die Kanalisation zu schwimmen, um mehr Ruhm für uns beide zu erringen."

„Ich werde das auch niemals wieder tun", antwortete Bronn und rümpfte die Nase. Gendry hatte keine Ahnung, wovon sie sprachen.

„Hoffen wir es", sagte Tyrion. Nun richtete er seine Augen auf Gendry. „Ja, ich kann es sehen." Er drehte sich zu Lord Stark und dann wieder zu Gendry. „Du bist Gendry, richtig?"

„Ja, Milord." Stark hatte gesagt, dass der Gnom wusste wer er war, doch er war doch überrascht, dass er ihn so leicht erkannte.

„Ich habe gehört, dass du ein guter Schmied bist."

„Nun, nicht so schlecht, Milord."

„Bescheiden ist er auch noch", sagte Tyrion und zog die Augenbrauen hoch. „Gar nicht wie dein Vater. Nun, du kannst für meinen Vater in der Schmiede arbeiten, bis der Krieg vorbei ist und dann gemeinsam mit Lord Stark nach Winterfell weiterziehen, so wie er es dir versprochen hat."

„Ich gebe mein Bestes, Milord."

„Sehr gut." Dann wandten sich Tyrions Augen Arya zu. „Ja, ich kann sehen, warum sie keiner erkannt hat. Ich hätte es auch nicht, wenn ich nicht wüsste, wer Ihr seid, Lady Stark."

„Ich bin keine… Ich bin keine Lady, Milord", antwortete sie respektvoll.

„Nein? Nun, ich denke, ein Bad und angemessene Kleidung werden das in Harrenhal berichtigen".

Arya verzog das Gesicht und Gendry dachte schon, sie würde den Gnom anschreien, doch sie hielt sich zurück.

„Bevor wir uns jedoch dem Rest meiner Männer anschließen, möchte ich Euch warnen. Behaltet Eure wahren Identitäten für Euch", sagte Tyrion und er schaute Arya und Gendry an. „Je weniger Menschen wissen, wer Ihr seid, desto besser. Momentan wissen nur noch Bronn und mein Knappe Podrick von Euch. Es ist noch ein weiter Weg bis Harrenhal. Podrick wird Euch mit Essen und Schlafplätzen versorgen, sobald wir anhalten. Arya, versuche, dich so zu verhalten, als wäre Lord Stark nicht dein Vater."

„Ich werde es versuchen, Milord."

„Wir haben mittlerweile Übung darin", fügte Ned Stark hinzu.

„Gut", antwortete Tyrion und schaute sie dann erneut an. „Lord Stark hat mir erzählt, dass ihr auf Eseln unterwegs wart. Ich glaube, wir haben diese gefunden. Also können wir eigentlich direkt aufbrechen."

Gendry sammelte seinen Helm ein, dann gingen sie zu den Eseln und saßen auf. Gendry blickte sich um und schaute sich die Masse an Menschen an, die mit Tyrion unterwegs waren. Eine große Gruppe Lannisters auf Pferden mit ihren Lanzen und viele merkwürdig aussehende Männer und Frauen in Pelz und Leder. Eine der Frauen hatte eine Kette um den Hals und es sah so aus, als hingen dort menschliche Ohren dran. Aber das konnte nicht stimmen. Es standen auch eine Menge Wagen herum, auf denen Verpflegung verpackt war. Lord Stark war im Begriff auf einen dieser Wagen zu klettern, als ein Ruf vom Anfang der Kolonne her schallte. Eine knappe Minute später erschien Vargo Hoat vor ihnen mit einer noch größeren Gruppe als am Tag zuvor. Gendry, Arya und Hot Pie saßen bereits auf ihren Eseln. Lord Stark stand neben ihnen und er näherte sich ihnen zu Fuß, während Tyrion, Bronn und der große Mann in den Farben der Lannisters ihnen auf den Pferden entgegenritten.

„Lord Tyrion", sagte Hoat und nickte mit dem Kopf.

„Lord Hoat, nehme ich an", antwortete Tyrion. „Mein Vater hat mir nur gute Dinge über Euch erzählt."

„Lord Tywin itht zu gnädig", sagte Hoat und schaute dann Stark an. „Warum helft Ihr diethem Verräter?"

„Verräter? Ihr habt einen der Jungen getötet, die ich geschworen habe zu beschützen", sagte Stark und knurrte.

„Ihr habt unth eine Falle gethellt! Thechth meiner Männer thind tot." Er wedelte wild mit seinem Arm und zeigte auf die sechs toten Körper, die nahe eines anderen Hauses lagen.

„Lord Stark hat uns erzählt, was passiert ist", sagte Tyrion zu Hoat. „Er wusste nicht, dass Dondarrions Männer in der Nähe waren. Sie haben Lord Stark erzählt, dass sie Euch verfolgten. Ihr habt sie zu dem Dorf geführt und Stark wusste rein gar nichts davon. Sie haben angegriffen, da Ihr Lord Starks Gruppe bedroht habt."

„Ich nenne Lord Thark einen Lügner", sagte Hoat und schaute alle böse an.

„Kommt von Eurem hässlichen Pferd herunter, nehmt Euch ein Schwert und dann werden wir sehen, wer ein Lügner ist", wies Stark ihn an. Arya sog kurz scharf die Luft ein, als er dies sagte. Hoat lächelte nur und begann sein Schwert zu ziehen, doch Tyrion versucht dies alles so schnell wie möglich zu beenden.

„Genug!", rief Tyrion Lannister und schaute Stark und Hoat böse an. „Was passiert ist, ist passiert. Lord Hoat, ich glaube, mein Vater bezahlt Euch sehr viel Geld dafür, dass Ihr Dondarrion und seine Männer findet. Sie befinden sich ungefähr 30 Minuten nördlich von Euch. Wenn Ihr Euch beeilt, dann könnt Ihr sie einholen."

„Ich will aber zuertht Gerechtigkeit für meine gefallenen Männer", beharrte Hoat und zog nun sein Schwert komplett aus der Scheide. Es dauerte keine zwei Sekunden, da hatte Bronn sein Schwert ebenfalls gezogen und sich zwischen Hoat und Tyrion gestellt.

„Ihr solltet das lieber wegstecken, bevor Ihr Euch noch selber damit schneidet", sagte Bronn ruhig. Er war kein Mann, der vor irgendetwas Angst hatte, befand Gendry.

„Auth dem Weg, Thöldner!", schrie Hoat und sabberte dabei. „Jemand tholl Thark ein Thwert geben!"

„Aye", sagte Stark und Gendry meinte etwas Entzücken zu hören. „Lasst es uns zu Ende bringen."

„Nein", sagte Arya, doch es war so leise, dass sie keiner vorne verstehen konnte. „Er ist doch verletzt." Sie begann nach vorne zu reiten, doch Gendry schnappte sich ihre Zügel. „Bleib hier!", sagte er ihr. Sie starrte ihn wütend an, hörte aber auf ihn.

„Stark hat sie nicht getötet!", sagte Tyrion laut. Dann zog er mit seinem Arm einen Kreis. „Lord Hoat, ich habe das Doppelte an Männern wie Ihr! Solltet Ihr Euer Schwert nicht sofort wieder wegstecken, werde ich meinen Männern befehlen, Eure gesamte Gruppe auszulöschen und mit Euch zu beginnen. Bronn."

„Mit dem größten Vergnügen", sagte der schwarzhaarige Söldner.

Für einen Moment lag eine Menge Spannung in der Luft. Niemand bewegte sich. Gendry glaubte, dass Bronn gleich angreifen würde, doch dann steckte Hoat sein Schwert zurück in die Scheide.

„Dath itht noch nicht vorbei, Thark!", schrie Hoat.

„Ich werde in Harrenhal auf Euch warten, wenn Ihr bereit seid, dem Fremden entgegenzutreten", entgegnete Stark.

Hoat sagte nichts, doch seine Augen leuchteten vor Wut. Dann wendete er sein komisch aussehendes Pferd, winkte seinen Männern und kurz darauf ritten sie in Richtung Norden davon, wahrscheinlich, um nach Dondarrion zu suchen.

„Nun, das hat doch Spaß gemacht", sagte Bronn und packte sein Schwert wieder weg. Er schaute Stark an. „Seid Ihr sicher, dass Ihr mit dem Bein kämpfen könnt?"

„Aber sicher." Dann schaute er Tyrion an. „Ich werdet Eurem Vater doch sicher erzählen, dass Hoat ein gefährlicher Hund ist, der sofort aus dem Verkehr gezogen werden muss."

„Oh, das weiß er. Ich glaube nicht, dass Lord Hoat noch lange im Dienste meines Vaters stehen wird. Vielleicht haben wir Glück und Hoats Männer entscheiden, ihn zu entsorgen und jemand anderen an seine Stelle zu wählen nach diesem Drama hier. Falls nicht, könnt Ihr ihn sicher töten. Mir ist es egal. Aber nicht bevor der Krieg nicht vorbei ist. Ich brauche Euch immer noch lebend. Lasst uns aufbrechen, solange das Wetter noch gut und es noch lange hell ist.

Stark kletterte wieder auf seinen Wagen und die Karawane setzte sich nun endlich wieder in Bewegung. Gendry, Arya und Hot Pie ritten neben dem Wagen her, doch es waren zu viele Männer der Lannisters um sie herum, als dass sie offen mit Stark sprechen konnten.

Sie kamen sehr gut voran, benutzten hauptsächlich Straßen sowie gute Wege. Sie kamen auch an vielen ausgebrannten Dörfern vorbei und erspähten auch den ein oder anderen toten Körper. Die erste Nacht verbrachten sie auf offenem Feld. Gendry, Arya und Hot Pie saßen allein an einem Feuer bei den Wägen und aßen Brot, Käse und getrocknetes Fleisch, was sie mit dem Bier, was Tyrions Knappe Pod ihnen gebracht hatte, herunterspülten. Während sie aßen, kam Pod zu ihnen zurück.

„Mein Lord möchte Gendry gerne sehen", sagte er.

„Das bin ich", sagte Gendry und stand auf. Er folgte Pod zurück zum Camp und gingen auf ein großes Rotes Zelt zu vor dem zwei Wachen standen. Pod brachte ihn ins Zelt, wo an einem Tisch Tyrion, Lord Stark und Bronn saßen. Auf dem Tisch waren noch die Reste ihres Abendessens und ein paar Kelche mit Wein zu sehen.

„Danke sehr, Pod", sagte Tyrion. „Du darfst wieder gehen, um nachher dann das Geschirr zu holen und mir meinen Bettwärmer zu bringen."

„Ja, Milord", sagte Pod und verschwand.

Gendry wartete geduldig, bis Tyrion sich ihm zuwandte. „Du hast gesagt, dass du ein guter Schmied wärst und ich bräuchte jetzt einen, um meine Rüstung zu reparieren."

Tyrion nickte in Richtung eines Holzkörpers, wo eine ein Rüstung hing. Gendry nahm sich die einzelnen Teile in die Hand und begutachtete sie. Er bemerkte die Delle am rechten Ellenbogen.

„Wie ist das passiert, Milord?", fragte er.

„Ein Morgenstern der Starks am Green Fork. Ein Ser Geoff… oder so."

„Er ist tot", fügte Bronn hinzu.

„Woher kam er?", fragte Stark.

„Er sagte aus Barrowton", antwortete Bronn. „Sein Pferd ist auf ihn gefallen und sein Bein ist gebrochen."

„Das passiert wohl häufiger", sagte Tyrion zu Stark. Dann schaute er Gendry an. „Kannst du es reparieren?"

„Ja, Milord. Es sollte kein Problem sein, wenn ich eine Schmiede, Metall und die richtigen Werkzeuge habe. Sollte nicht allzu lange dauern."

„Nun, da wir beides wohl oder übel nicht zur Verfügung haben, wird es warten müsse bis wir in Harrenhal sind."

Gendry wusste, dass er die Aufgabe unterwegs nicht durchführen konnte und er wunderte sich, warum sie ihn zu sich gerufen hatten und die Rüstung auf dem Holzkörper gestellt hatten.

„Also, Gendry, der berühmteste Bastard aus King's Landing", sagte Tyrion nachdem er einen großen Schluck Wein getrunken hatte.

„Nennt ihn nicht so", sagte Stark streng.

„Oh stimmt, ich vergaß, Ihr habt ja auch einen. Jon Snow. Netter Junge. Ich habe euch von unserer Reise zur Mauer erzählt. Er wusste gar nicht, dass es an der Mauer von Bastarden, Mördern und Vergewaltigern nur so wimmelt. Er dachte, es wäre eine glorreiche Bruderschaft."

Die Nachtwache beschützt das Land, Milord", sagte Gendry.

„Tatsächlich?", fragte Tyrion und zog eine Augenbraue hoch und grinste frech. „Ich wolltet euch alle dieser großen Bruderschaft anschließen… Warum?"

Gendry zuckte mit den Achseln. „Mein Meister hat mich rausgeworfen. Er sagte, ich wäre nicht gut genug für ihn."

„Er hat dich angelogen", sagte Tyrion. „Ich habe deinen Helm gesehen. Das ist perfekte Arbeit. Lord Stark hat gesagt, du hättest ihn selbst angefertigt. Warum hat dich dein Meister wegen deines Talents angelogen?"

„Lasst ihn doch. Ihr wisst, wer er ist. Reicht Euch das nicht?", sagte Stark.

„Nein!", sagte Tyrion streng. „Ich möchte die Wahrheit wissen, bevor ich meinen Vater treffe. Jemand möchte diesen Jungen tot sehen und dieser jemand ist der König."

„Ein falscher König", sagte Stark säuerlich. Er hat es wieder getan, dachte Gendry. Es war nun schon das dritte Mal, dass Stark, Joffrey den falschen König genannt hatte.

Tyrion seufzte. „Wenn Ihr dies meinem Vater erzählt, dann wird es nicht so gut ausgehen. Was dich angeht Gendry, jemand hat dich gewarnt die Stadt zu verlassen, auf mysteriöse Weise. Es wusste jemand, dass Joffrey dich töten lassen wollte. Erzähl mir, was an dem Tag passierte, als du gegangen bist."

Gendry schaute Stark an und dieser nickte. „Ein Mann kam zu uns und wollte meinen Meister sprechen. Ich habe mir nichts dabei gedacht, doch als ich am nächsten Morgen aufgestanden bin, hat man mir gesagt, ich soll packen und verschwinden."

„Was für ein Mann?"

„Ich weiß es nicht. Einfach ein Mann. Hab ihn nicht richtig erkennen können, schon gar nicht sein Gesicht. Er trug eine Kapuze, Milord."

„Er wollte seine Identität verheimlichen", sagte Tyrion nachdenklich. „Du bist dann einfach gegangen?"

„Ja."

„Warum dann sich der Nachtwache anschließen?"

„Ich wusste nicht, wo ich sonst hätte hingehen sollen. Meister Mott hatte mir erzählt, dass ein Mann der Nachtwache nach Rekruten suchte und am Mud Gate sein würde."

„Mott wusste wohl sehr viel darüber, wie Yoren seine Rekruten sammelt."

„Anscheinend ja, Milord."

Tyrion starrte ihm ins Gesicht. „Du weißt, wer du bist, oder?"

„Gendry. Waters."

„Ja, ich weiß ein Bastardnachname. Ich glaube, es schickt sich nicht, sich selbst Baratheon zu nennen."

Nein, dachte Gendry. Ich werde diesen Namen niemals tragen. Bronn lachte leise, doch Stark schaute den Gnom verärgert an.

„Verdammt nochmal, lasst den armen Jungen doch in Ruhe", sagte Stark zu Tyrion. „Er hat Eure Fragen beantwortet und mehr weiß er nicht."

„Noch nicht", sagte Tyrion und schaute Gendry wieder an. „Was weißt du über deinen Vater?"

„Er war der König und er war betrunken. Das ist alles", sagte Gendry.

Tyrion lachte laut und Bronn stimmte kurz darauf mit ein. Selbst Stark konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. „Aye, er mochte den Alkohol tatsächlich."

Dann wurde Tyrion wieder ernst. „Warum glaubst du, dass der aktuelle König dich töten will?"

„Weil ich ein Bastard seines Vaters bin!"

„Richtig. Kennst du die Blackfyre Rebellion?"

„Nein, Milord."

„Die Blackfyres sind alle Bastarde, die König Aegon Targaryen, der Vierte seines Namens gezeugt hatte. Auf dem Sterbebett legitimierte er alle. Ich will dich nicht mit den Details langweilen, doch es gab eine Rebellion und die Blackfyres habe Jahrzehnte versucht, an den Thron zu kommen. Ich glaube, Joffrey möchte verhindern, dass ihm so etwas passiert und sorgt vor. Auch wenn er nicht viel über die Blackfyres weiß, wird er von selbst oder von Cersei erzählt bekommen haben, dass Daenerys Targaryen und ihr Bruder Viserys Robert viele schlaflose Nächte beschert hat."

„Ich weiß nicht, wer die beiden sind, Milord."

„Nein? Nein ich habe befürchtet, dass es nicht wichtig ist, sich mit der Geschichte auseinander zu setzten, wenn man lernt Schwerter und Rüstungen zu machen. Sie sind die Kinder des Irren Königs, Rhaegars jüngere Geschwister, welche über das Meer geflohen sind, als dein Vater den Eisernen Thron bestiegen hat. Robert wollte sie töten und ich bin mir sicher, dass Joffrey das auch will. Er will niemanden leben lassen, der ihm seinen Thron streitig machen könnte. Dazu zählen auch die Bastarde seines Vaters."

Stark schnaubte, sagte jedoch nichts. „Ich will seinen Thron überhaupt nicht", sagte Gendry. Waren sie verrückt geworden. Er war doch nur ein einfacher Schmied.

„Natürlich willst du das nicht", antwortete Tyrion. „Aber Joffrey ist das egal. Du bist auch ein Symbol für die Untreue seines Vaters. Ich kann verstehen, warum er dich töten lassen will."

„Warum helft Ihr ihm dann?", fragte Stark und er fragte genau das, was Gendry auch gerne wissen würde.

Tyrion nahm einen weiteren Schluck und grinste Stark an. „Weil Ihr mich darum gebeten habt. Nun, ich denke, es wird Zeit, dass wir alle etwa Schlaf bekommen. Ich habe wie immer zu viel getrunken und brauche nun meinen Bettwärmer."

„Wie immer", sagte Bronn grinsend, stand auf und wartete darauf, dass Stark und Gendry es ihm gleichtaten. Nachdem die beiden das Zelt verlassen hatten, ging Bronn ihnen hinterher und die beiden gingen zu den Wagen.

„Kümmere dich nicht darum, was er sagt", sagte Stark zu ihm, als sie an einer Gruppe Wildlingen vorbeikamen, von denen zwei miteinander rauften, während die anderen drum herumstanden und lachten. „Du bist hier in Sicherheit. Ich werde dich beschützen. Zumindest das schulde ich Robert."

„Er kannte mich nicht und ich kannte ihn nicht", sagte Gendry.

„Aye. Aber du bist immer noch sein Sohn. Eines Tages werde ich dir alles über ihn erzählen, was ich weiß."

„Das würde mir gefallen, Milord."

Bald darauf kamen sie zu den Wagen und Gendry fand das kleine Feuer um das Arya und Hot Pie zusammengerollt lagen und halb am Schlafen waren.

„Steht auf, ihr beiden", sagte Stark. „Ihr drei könnt mein Zelt haben. Dort drin ist es warmer. Ich werde es mir auf dem Wagen gemütlich machen."

„Ist es dort nicht zu kalt?", fragte Arya.

„Ich komme aus dem Norden, ich werde es überleben. Im Wagen kann ich auf ein paar Säcken schlafen. Das ist bequemer, auch wenn es etwas kälter ist."

„Vielleicht solltet Ihr Euch auch einen Bettwärmer wie der Gnom geben lassen", sagte Gendry.

Stark lachte auf. „Er meint eine Frau, mein Junge. Nicht einen Topf mit heißem Wasser zum Wärmen."

„Oh", sagte Gendry und bemerkte, wie er rot anlief. Das passierte ihm immer, wenn andere über Frauen und Unzucht sprachen.

Sie gingen gemeinsam durch das Camp zurück zu Starks Zelt, welches nicht weit von Tyrions entfernt war. Sie sahen Pod, wie er eine schwarzhaarige Frau zum Zelt des Gnoms führte. Stark lief hinüber und stoppte Pod, als er hinaustrat. Stark sprach kurz mit ihm und zehn Minuten später tauchte Pod mit drei Decken wieder auf. Stark reichte jedem von ihnen eine und wünschte ihnen eine gute Nacht. Arya sah so aus, als wollte sie ihn umarmen, konnte sich dann aber doch zurückhalten.

Im Zelt hatten die drei kaum Platz, um sich nebeneinander zu legen. Eine kleine Matratze lag bereits in dem Zelt und Gendry und Hot Pie überließen Arya in einem Akt der Ritterlichkeit eben jene. Da Gendry der größte von ihnen war, legte er sich neben Arya und Hot Pie kugelte sich am Fußende am Zelteingang zusammen.

„Was wollte der Gnom von dir?", fragte Arya Gendry, während sie sich in die Decken einwickelten.

„Er wollte, dass ich seine Rüstung für ihn repariere. Sie wurde beim Kampf gegen die Armee deines Bruders am Grünen Arm."

„Oh."

Er hatte nicht vor ihnen etwas von den Fragen zu erzählen, die der Gnom ihm über seinen Vater gestellt hatte. Arya hätte er es erzählt, da sie es verstanden und ihn nicht anders behandelt hätte. Hot Pie jedoch nicht. Gendry wollte nicht, dass er sich nicht plötzlich ihm gegenüber anders verhielt.

Sie waren für einen Moment ruhig, bevor Hot Pie weitersprach. „Was wird in Harrenhal passieren?"

„Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich werden wir erst einmal dortbleiben, bis mein Vater Robb gefunden und mit ihm Frieden geschlossen hat", antwortete Arya.

„Dann wirst du ausgetauscht", sagte Gendry.

„Genau!"

Er dachte darüber nach und es bereitete ihm Kopfschmerzen, weil es so hart darüber nachdachte, dass etwas nicht stimmte. „Du bist kein Gegenstand, den man einfach so austauschen darf", sagte er letztlich.

„Ich weiß", flüsterte sie.

„Es ist einfach nicht richtig."

„Ich bin hochgeboren. Das machen sie nun mal mit uns."

„Das macht es nicht besser."

„Immerhin bist du in einer Burg aufgewachsen und hattest jeden Tag etwas zu essen", sagte Hot Pie.

„Es sieht so aus", sagte sie und seufzte. „Ich weiß wirklich nicht, was in Harrenhal passiert. Aber bitte hört auf, mich wie eine Lady zu behandeln. Ich bin einfach Arya."

„Wir können nicht. Andere würden sehr wütend werden."

„Er hat recht", fügte Gendry hinzu.

„Es ist einfach nur bescheuert", sagte Arya in der Dunkelheit.

Wieder waren sie eine Zeit lang still, bis Gendry eine Frage stellte, die ihm schon lange auf der Zunge brannte. „Was wird später mit uns passieren? Also in Winterfell?"

„Was meinst du?", fragte sie. „Hot Pie wird backen und du in der Schmiede arbeiten."

Ihre Antwort machte ihn etwas traurig. Er wusste nicht warum, aber so, wie sie es sagte, klang es als wäre es bereits entschieden. „Was passiert dort mit dir?"

„Mit mir?", sie seufzte. „Ich werde zurück in meinen Unterricht gehen müssen und so dumme Dinge wie Nähen und etwas über die anderen großen Häuser lernen müssen."

„Das willst du nicht?"

„Nein!", sagte sie vehement. „Ich möchte reiten und kämpfen lernen. Dazu möchte ich eine Burg und eigene Männer, die unter mir stehen."

Diese Antwort ließ Gendry in der Dunkelheit lächeln. Sie war wirklich anders.

„Du kannst eine Burg bekommen, wenn du einen Lord heiratest", sagte Hot Pie und Arya fluchte. „Sieben Höllen, ich hoffe nicht, dass es so kommt."

„Sie werden dich dazu zwingen", sagte Gendry zu ihr und wurde traurig.

„Dann laufe ich eben weg!", beharrte sie. „Ich heirate, wen ich will, wann ich will!" Hot Pie und Gendry lachten.

„Ach haltet die Klappe und schlaft!", sagte sie.

„Ja, Milady", sagten Hot Pie und Gendry gemeinsam. Sie knurrte, trat Hot Pie und schlug Gendry auf den Arm, während sie anfingen zu lachen. Kurze Zeit später wurden sie immer ruhiger, bis sie der Schlaf übermannte.

Gendry wusste nicht, wie lange er geschlafen hatte, als er aufwachte und ein leises Wimmern neben sich hörte. Er öffnete seine Augen und hörte genau hin. Die Geräusche kamen von Arya. Sie knurrte vor sich hin, wimmerte dann erneut und setzte sich dann plötzlich ruckartig mit einem lauten Schrei auf und atmete schwer.

Gendry setzte sich auf und nahm sie in den Arm. Plötzlich schlang sie ihre Arme um ihn und legte ihren Kopf an seine Schulter.

Er war peinlich berührt, klopfte ihr jedoch auf den Rücken, da er nicht wusste, was er sonst für sie tun konnte. „Was ist los? Hast du schlecht geträumt?"

„Ja… anscheinend", sagte sie und sprach dabei in seine Schulter. „Ich habe geträumt… geträumt, dass ich ein Schattenwolf bin. Ich habe mit meinem Rudel gejagt. Ich habe… Ich habe einen Mann getötet. Und dann… nein, nein."

„Shsssh", beruhigte Gendry sie und nahm sie noch fester in den Arm. „Es war nur ein Alptraum."

Sie schaute ihn von unten an und in der Dunkelheit meinte er zu erkennen, dass ihr Augen tränten. „Ich glaube nicht, dass es ein Traum war. Ich glaube, ich war der Schattenwolf. Ich glaube, ich war im Schattenwolf. Nymeria!"

„Nymeria?"

„Mein Schattenwolf." Sie löste sich etwas von ihm und er ließ sie gehen. Dann wischte er sich die Tränen weg. „Sie hat Joffrey gebissen."

Gendry lächelte in der Dunkelheit. „Schlauer Wolf."

„Schattenwolf", flüsterte sie. „viel größer. Sie war mein Haustier. Es gab sechs von ihnen. Einen für jeden von uns. Doch dann hat Nymeria Joffrey gebissen und sie musste davonlaufen. Dann haben sie Sansas Lady getötet, um uns zu bestrafen."

Gendry hatte keine Ahnung, wovon sie sprach, doch mittlerweile hatte sie sich etwas beruhigt und er wusste, dass sie sich wieder schlafen legen sollten, bevor Hot Pie aufwachte. „Erzähl mir alles morgen früh!"

Plötzlich packte sie ihn jedoch am Arm. „Gendry erzähl mir, warum sie dich zurück nach King`s Landing bringen wollen. Bitte."

Er seufzte. „Du wirst es mir eh nicht glauben", flüsterte er.

„Du hast mir geglaubt, dass ich in einem Schattenwolf war, oder nicht? Es kann nicht noch verrückter sein."

„Ist es aber."

Sie wartete darauf, dass er etwas sagte, während ihre warme Hand auf seinem Arm lag und sich nicht bewegte.

„Ich bin der Sohn des toten Königs", sagte er dann plötzlich doch.

Sie keuchte und dann war eine zweite Hand auf seinem Arm. „König… Robert? Dein Vater?"

„Ja."

Sie nahm ihre Hände wieder weg und war für einen Moment ruhig. „Aber… warum will Joffrey dich dann zurück in King's Landing haben?"

„Das will er nicht. Diese Männer wurden hierhergeschickt, um mich zu töten."

Sie keuchte erneut und ihre Hände waren wieder an seinem Arm. „Ich werde dich beschützen. Mit Nadel."

Gendry wollte lachen, doch er wusste, er würde sie damit verletzten. „Das hast du bereits, in der Feste. Du hast den Mann der Stadtwache getötet."

„Er hatte es verdient. Sie alle hatten es", sagte sie in scharfem Ton.

Plötzlich hörten sie einen lauten Seufzer von ihren Füßen. „Nun kennen wir sein großes Geheimnis. Können Milord und Milady nun endlich aufhören zu reden, ich würde gerne weiterschlafen."

„Halt die Klappe!", sagte Arya und Gendry gleichzeitig und traten ihn leicht mit ihren Füßen. Er stöhnte kurz auf, während sie kurz lachten, dann legten sie sich alle hin, um wieder zu schlafen. Nach kurzer Zeit hörte Gendry Hot Pie wieder schnarchen. Er merkte, dass Arya immer noch wach war.

„Ich bin kein Lord. Nur ein Bastard", flüsterte er.

„Nenn dich nicht so", flüsterte sie zurück.

„Ja. Aber es stimmt doch."

„Ein Bastard zu sein macht dich nicht zu einem schlechten Menschen. Ich kenne zwei Bastarde. Dich und Jon. Für mich seid ihr beide nobler als der Gnom, Joffrey, der Bluthund, sein Bruder oder alle anderen Ritter und Lords."

Diese Worte machten ihn glücklich. „Ich danke dir. Gute Nacht… Milady", ärgerte er sie.

Sie schlug ihm erneut auf den Arm. „Gute Nacht", sagte sie und kurze Zeit später fiel Gendry in einen tiefen Schlaf.

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Soo das wars wieder. Ich hoffe es hat euch gefallen. Lasst mir doch eine Nachricht hier :)
Auf Bald.