Titel: Es geht nicht…
Teil: 1/1
Autor: Ayu
Disclaimer: Harry Potter gehört J.K.Rowling und das Lied ist von Juli und heißt „Regen und Meer". Ich erhebe auf beides keinerlei Ansprüche und verdiene hiermit auch kein Geld.
Word Count: 1150 Wörter (Ohne Lyrics versteht sich)
Du bist nicht wie ich, doch das ändert nicht,
dass Du bei mir bist und ich zuseh wie Du schläfst
Du bist noch längst nicht wach, ich war's die ganze Nacht
und hab mich still gefragt, was Du tust wenn ich jetzt geh
Seufzend blickte der Blonde auf die dunkelhaarige Figur neben sich und widerstand dem Drang ihr über das Gesicht zu streichen. Heute war wieder eine der Nächte in denen Draco wusste, dass er keinen Schlaf finden würde. Er würde lediglich hier sitzen und den, neben ihm liegenden, Gryffindor eingehend betrachten, wobei er seinen Gedanken nachhing und sich – wie schon so oft – ernsthaft Fragen musste, was er hier eigentlich tat.
Draco wusste nicht mehr, wie lange er und Harry Potter nun schon diese… Beziehung führten, wobei Beziehung eigentlich das falsche Wort war für das was sie verband. Ein manches Mal fragte er sich, wie es überhaupt hatte so weit kommen können. Sie waren grundverschieden, zwei Seiten einer Medallie und doch schienen sie sich gegenseitig anzuziehen. Es war immer noch ein seltsames Gefühl neben dem anderen Jungen aufzuwachen, sich umzudrehen und direkt in ein paar grüner Augen zu blicken, die ihn verschlafen ansahen und dabei eine unglaubliche Wärme ausstrahlten. In diesen Situationen fragte er sich wirklich, was Potter tun würde, wenn er endgültig beschließen würde zu gehen.
Und dann verlass ich deine Stadt ich seh zurück und fühl mich schwer
weil gerade angefangen hat was du nicht willst und ich zu sehr
Ich bin der Regen und du bist das Meer
Der Slytherin wusste, dass er den Zeitpunkt eigentlich schon lange erreicht hatte an dem er seine Sachen packen musste und all dies hinter sich lassen musste. Doch irgendwie wollte er es gleichzeitig auch nicht aufgeben und wenn Draco ehrlich mit sich war, störte ihn das mehr als alles andere. Eigentlich sollte es ihm egal sein. Eigentlich sollte er den anderen Jungen hassen. Wann hatte sich nur alles so sehr verändert, dass ihm bewusst wurde, dass er ihn im Grunde gar nicht mehr gehen lassen wollte. Doch dem blonden Slytherin war bewusst, dass es keinen anderen Ausweg mehr gab, denn so sehr er diese Bequemlichkeit zwischen ihnen auch schätzte, sie standen auf verschiedenen Seiten und daran würde sich auch nichts ändern, denn das konnte er nicht tun und er wusste, dass Potter niemals auch nur daran denken würde von seinem Weg abzuweichen.
Ich hab gedacht ich kann es schaffen es zu lassen
doch es geht nicht
ist ein bisschen übertrieben nicht zu lieben
doch es geht nicht
Nichts unversucht gelassen dich zu hassen
doch es geht nicht
es geht nicht
Am Anfang hatte Draco wirklich noch geglaubt, dass sich vielleicht alles ändern würde, dass er nie an diesem Punkt ankommen würde. Dass er seinem Vater sagen konnte, was er dachte und nicht gezwungen sein würde ihm in seinem Tun zu folgen. Dass sein Vater vielleicht ein einziges Mal sehen würde, dass er nicht wie er war. Es war nicht so, als würde er sich vollkommen dagegen sträuben, doch wollen tat er es auch nicht unbedingt. Am liebsten wäre es ihm sich aus diesem ganzen Schlamassel rauszuhalten in den sich beide Seiten geritten hatten. Er hatte nie einen Krieg gewollte und sicher auch nie zusehen wollen wie Menschen starben, die ihm etwas bedeuteten. Aber laut seinem Vater zeigten – oder hatten? – Malfoys keine Gefühle, sie standen über den Dingen. Das änderte trotzdem nichts daran, dass es schmerzte.
Und wie schon so oft in den letzten Wochen verfluchte Draco sich selbst dafür, dass er sich auf diese Beziehung mit Potter eingelassen hatte, denn je öfter sie sich sahen umso mehr musste Draco sich eingestehen, dass er den dunkelhaarigen Gryffindor nicht wirklich hassen konnte und das war ein wirkliches Problem. Dies führte nämlich unweigerlich zu der Frage, was er denn nun genau für den anderen Empfand und wenn Draco ehrlich mit sich war, wollte er das gar nicht so genau wissen. Es würde alles nur noch komplizierter machen. Genau wie die Befürchtung des Blonden, dass der Andere tiefer gehende Gefühle für ihn entwickeln könnte. Dies war etwas über das er sich ebenfalls absolut keine Gedanken machen wollte, denn er selbst wusste nicht, was er dann tun würde.
Ich bin nicht wie du, ich mach die Augen zu
lauf blindlings durch die Straßen, hier bin ich doch wo bist Du?
Soll das alles sein, ich war so lang allein
es war alles ganz in Ordnung, ganz ok und dann kamst du
Und dann verlass ich deine Stadt ich seh zurück und fühl mich schwer
weil gerade angefangen hat was du nicht willst und ich zu sehr
Ich bin der Regen und du bist das Meer
Und wieder einmal verfluchte der Slytherin Potter in seinen Gedanken dafür, dass er sein Leben so kompliziert machte. Hätte er ihn bloß nie getroffen. Bevor er ihn kannte war alles immer so viel einfacher gewesen. Er hatte sein Leben vielleicht nicht unbedingt geliebt, aber es war ok und nun war alles auf den Kopf gestellt und er wusste einfach nicht mehr was er machen sollte. Erst der Drang besser zu sein, als der Dunkelhaarige, damit sein Vater stolz auf ihn sein konnte und nun dieses Gefühlschaos. So konnte es einfach nicht mehr weiter gehen. Er wünschte sich wirklich, dass er Potter einfach aus seinem Leben streichen könnte, doch dies war und blieb unmöglich. Aber es war klar, dass sich etwas ändern musste und so fasste Draco seinen Entschluss es heute wirklich zu beenden, denn seine Zeit verrann immer schneller und bald würde auch das Letze Sandkorn in seiner Sanduhr den Weg nach unten gefunden haben und sein Schicksal war besiegelt. Seitdem er den Brief seines Vaters bekommen hatte, welcher ihn Aufforderte schnellstmöglichst zu ihm zu kommen, so dass er vor den Lord geführt werden konnte wusste er, dass er hier keine Zukunft mehr hatte. Es waren nur noch ein paar Wochen, bis sie ihren Abschluss machen würden und danach würde er direkt in die Reihen des Dunklen Lords aufgenommen werden, wenn nicht sogar schon vorher. Der Krieg würde seinen Höhepunkt erreichen und die Seiten würden eindeutig definiert sein, ob er wollte oder nicht.
Ich hab gedacht ich kann es schaffen es zu lassen
doch es geht nicht
ist ein bisschen übertrieben nicht zu lieben
doch es geht nicht
Nichts unversucht gelassen dich zu hassen
doch es geht nicht
es geht nicht
Seufzend und genau darauf achtend, dass er nicht wecken würde kletterte er schließlich aus dem Bett und begann sich anzuziehen. Die ganze Zeit sah er dabei zu Potter um sicher zu gehen, dass dieser nicht aufwachte.
Fertig angezogen verharrte er noch einen Moment vor dem Bett und bemerkte, dass es ihm unglaublich schwer viel sich nun wirklich endgültig umzudrehen und den anderen Jungen hier liegen zu lassen. Die Stirn runzelnd und über sich selbst den Kopf schüttelnd murmelte er leise ein paar letzte Worte an den Gryffindor.
„Was machst du nur mir mir, Potter. Weißt du eigentlich wie schwer es mir fällt zu gehen? Ich wollte nicht das es so kommt, ich hätte viel früher gehen sollen. Das hätte alles vereinfacht. nun hab ich es doch nur unnötig schwer für uns beide gemacht. Wir, oder zumindest ich tat es, wussten, dass es keine Zukunft haben würde was wir hier taten. Mal abgesehen davon, dass es keinen Sinn ergab, dass wir uns überhaupt getroffen haben oder hier gelandet sind und nun an diesem Punkt stehen. Wir hätten dort bleiben sollen wo wir waren anstatt uns blenden zu lassen und der Anziehungskraft zu folgen die Gegensätze verbindet. Aber es bringt nichts sich jetzt noch darüber Gedanken zu machen. Und auch wenn du jetzt nicht wach bist, worüber ich ganz froh bin, nicht das ich dir das hier gesagt hätte, wenn du wach wärest, wollte ich dir sagen, dass es mir Leid tut und vielleicht kannst du mir ja irgendwann verzeihen."
Sich umdrehend und in Richtung Tür gehend stockte er noch einmal kurz, drehte sich noch einmal kurz zu dem Schlafenden um und murmelte ein leises „Ich liebe dich" ehe er geschockt über sich selbst schnell wieder umdrehte und eiligst den Raum verließ.
Ich bin der Regen du das Meer und sanfter Regen regnet leise
ich bin der Regen du das Meer und sanfter Regen zieht im Wasser große Kreise
Ich hab gedacht ich kann es schaffen es zu lassen
doch es geht nicht
ist ein bisschen übertrieben nicht zu lieben
doch es geht nicht
Nichts unversucht gelassen dich zu hassen
doch es geht nicht
es geht nicht
Ich hab gedacht ich kann es schaffen, es zu lassen…
Draco sah nicht noch einmal zurück, als er aus dem Zimmer hastete und so bemerkte er nicht wie grüne Augen sich öffneten und zusahen wie er die Tür schloss, während eine einzelne Tränen über die Wange des Gryffindors rollte.
Ende
