Pfff...! Nagut, ich zieh es nicht durch mit der Woche. Aber ich würde es tun, wenn ich es wirklich wollen würde nick :D
So, überlasse das Kapitel jetzt seinem Schicksal. Werde ja sehen, wer mich lieb hat und reviewt. :D augenklimper
Kapitel 11: Dem Trank auf der Spur
Am nächsten Morgen wachte Severus von einem Poltern auf. Schläfrig zog er die grünen Vorhänge zurück. Er sah Rabastan Lestrange in einer Truhe wühlen. Die Vorhänge der anderen Betten waren bereits zurückgezogen, die Betten leer. Er war wohl mal wieder der letzte, der aufstand.
„Geht das nicht leiser?" beschwerte er sich bei Lestrange für das rücksichtslose Wecken.
Lestrange warf ihm einen kurzen Blick zu, als Severus aus dem Bett stieg, drehte ihm dann aber wieder den Rücken zu, zog etwas aus der Truhe und Severus hörte das Rumsen, als sie geschlossen wurde.
Severus zog sein Nachthemd aus und kramte im Schrank nach einem weißen Hemd. Seine Kleidung vom Vortag war vom Boden verschwunden. Die Hauselfen hatten sie zum Waschen mitgenommen. Er streifte das Hemd über und knöpfte es zu.
„Alles klar, Snape?" Severus blickte auf. Lestrange stand da und beobachtete ihn. Sein Adlerblick fixierte Severus.
„Klar", bestätigte Severus kühl und wandte sich wieder seinem Schrank zu, um frische Hosen und Socken herauszuholen.
„Wegen gestern: Ich hätte es verhindert, wenn ich davon gewusst hätte." Severus wandte sich zu Lestrange um. Lestranges Gesicht zeigte keine Emotionen, ebenso die Stimme, mit der er gesprochen hatte. Sein Blick war wie kalter Stahl – hochmütig - berechnend.
Severus erwiderte seinen Blick ebenso kalt. „Sicherlich", sagte er ohne jegliche Emotion. Er glaubte Lestrange kein Wort. Die Heldennummer passte nicht zu ihm. Zudem hatte er doch mitgekriegt, wie sie ihn weggezerrt hatten. Er musste es einfach wissen, schließlich war er anwesend gewesen.
„Haben sie dir was getan? Ich könnte mit ihnen reden", schlug Rabastan Lestrange vor. Seine Augen suchten Severus' Körper ab. Sie ruhten ein wenig zu lange auf Severus' Händen, wo die bunten Flecken saßen und sein Mundwinkel zuckte unmerklich.
„Das kannst du dir sparen", antwortete Severus glatt und schnappte sich seinen Umhang. „Ich habe alles im Griff!"
„Na schön", sagte Lestrange gedehnt und schnappte sich seine Tasche. „Los. Gehen wir frühstücken." Lestrange wartete, dass Severus fertig war, und gemeinsam gingen sie durch den Gemeinschaftsraum und hinaus in Richtung Große Halle.
Als sie die Steinstufen in die Eingangshalle empor liefen, fragte Lestrange:
„Sag mal, hast du den Aufsatz für Zaubertränke schon gemacht?"
ooOoo
Den ganzen Vormittag hatte Severus vergeblich auf eine Gelegenheit gewartet, mit Lupin reden zu können. Immer, wenn er den Gryffindor sah, waren entweder Potter oder Black anwesend, oder die ganze Bande. Er hatte Lupin alleine vor dem Verwandlungszimmer stehen sehen, doch als er sich gerade dazu aufmachen wollte, ihn anzusprechen, waren Potter und Evans aufgetaucht, und schon wieder war seine Chance zunichte.
Er hatte auch versucht Lupin unauffällig zu folgen, hatte ihn aber irgendwann aus den Augen verloren.
Jetzt stand er unschlüssig an einem Fenster auf dem Gang im vierten Stock und schaute auf das Schulgelände hinunter. Irgendwo musste sich der Gryffindor doch rumtreiben.
Verdammt! Wie sollte man bloß eine bestimmte Person unter mehreren hunderten in diesem riesigen Schloss finden?
Es war einfach lächerlich. Wenn er seine Ruhe wollte, fanden ihn die Rumtreiber, Hausaufgabenbettler und andere Störenfriede auf Anhieb, aber wenn er mal jemanden suchte, waren plötzlich alle verschwunden. Vielleicht sollte er einfach hier stehen bleiben und sich wünschen, dass man ihn in Ruhe ließe? Dann würden sie bestimmt auftauchen.
So ein Quatsch! Das funktionierte doch niemals.
Severus lehnte sich an den Fensterrahmen und genoss für einen Augenblick die Aussicht. Er sah eine riesige schemenhafte Gestalt in den Gärten arbeiten. Hagrid, der Halbriese, der in der Holzhütte nahe des Verbotenen Waldes wohnte.
Den Gang hinunter wurde eine Holztür mit lautem Knarren geöffnet. Severus blickte auf.
Konnte das wahr sein? Da war er!
Er sah, wie Remus Lupin und Lily Evans aus dem abzweigenden Gang, der sich hinter der Tür verbarg, kamen, aber in die entgegengesetzte Richtung davon
liefen.
Das war seine Chance. Er folgte den beiden und hatte sie eingeholt, als sie sich an einer Abzweigung voneinander trennten.
„Lupin!" rief er. Der Gryffindor blieb stehen und drehte sich zu ihm um. Severus trat auf ihn zu und blieb zwei Schritte vor ihm stehen.
„Oh, hallo", sagte der Gryffindor verwundert und blickte Severus abwartend an. Severus sah seinen offenen Gesichtsausdruck, er spiegelte keine Abneigung wider; aber er bemerkte auch die Frage in seinem Blick.
Severus hatte sich vorher schon überlegt, wie er es anstellen sollte ihn zu fragen und hatte sich im Endeffekt für den direkten Weg entschieden.
„Das Curare-Prinzip für Heiltränke. Salpeter, Diptam, Eisenhut, Feuerranke und Schüllgras! Was noch?" zählte er auf; drängend.
„Entschuldige bitte, aber wovon redest du?" fragte Lupin, und Severus sah an seinem aufrichtigen Blick, dass er wirklich keine Ahnung hatte.
„Dein Trank, Lupin! Salpeter, Diptam, Eisenhut, Feuerranke und Schüllgras! Als Basis das Curare-Prinzip für Heiltränke!" wiederholte Severus ungeduldig. „Was waren die zwei anderen Zutaten?"
Lupin schaute ihn verblüfft, fast schockiert an. „Woher... warum?... Woher weißt du das?", brachte er schließlich zusammen. Eine blonde Strähne fiel ihm ins Gesicht, die großen Augen waren vor Erstaunen weit geöffnet, sogar sein Mund stand einen Spalt offen.
Severus schnaubte ungeduldig.
„Das war nicht allzu schwer rauszukriegen", sagte er. „Vorausgesetzt, man stellt sich nicht allzu dumm an. Ich frage mich nur, wie du Schüllgras hinzufügen konntest. Kein Wunder, dass es dich beinahe umgebracht hätte!"
Lupin stand ganz stumm da und glotzte ihn an. Severus wurde es sogleich unbequem. Er senkte den Kopf ein Stück, sodass seine Haare ihm noch mehr ins Gesicht hingen. Warum antwortete dieser Gryffindor nicht?
Plötzlich veränderte sich Lupins Gesichtsausdruck. Zuerst wurde er nachdenklich, dann immer distanzierter, auch seine Haltung versteifte sich sichtbar.
„Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass du extra zu mir kommen würdest, um dich darüber lustig zu machen. Lass es gut sein, okay?"
Severus realisierte sofort, dass er einen Fehler gemacht hatte. Er war in sein altes Muster verfallen, jeden Fehler seines Gegenübers auf den Tisch zu legen, beziehungsweise breitzutreten. Lupin hatte es als Verhöhnung aufgenommen.
„Nein, hör zu. Ich brauche diese Informationen. Was waren die letzten Zutaten?" sagte Severus drängend und streckte seine Hand nach Lupin aus, der sich abgewandt hatte und im Begriff war zu gehen.
„Wozu?" fragte Lupin, seine Stirn war kraus gezogen.
„Das ist doch unwichtig", wich Severus seiner Frage aus. „Sag es mir." Und mit einem kleinen Hieb in seinen Stolz fügte er ein kleines, leises „Bitte" hinzu.
„Tut mir Leid", antwortete Lupin ruhig. „Aber ich weiß nicht, ob das eine gute Idee ist. Sag mir erst, wozu du das wissen willst."
Severus wartete, bis eine Gruppe Ravenclaw-Fünftklässlerinnen an ihnen vorbei und außer Hörweite waren.
„Für einen Heiltrank", antwortete er langsam und mit einer vagen Handbewegung.
Lupins Reaktion war gut mit einem „aus allen Wolken fallen" zu vergleichen. Er drehte sich blitzartig zu Severus um, sca Die Überraschung hatte seine Körperspannung vernichtet.
„Was?" hauchte er.
„Das ist nicht so leicht zu erklären", murmelte Severus und trat unruhig von einem Fuß auf den anderen. „Professor Hays denkt, dass--"
„Moment!" fuhr Lupin erschrocken dazwischen. „Hast du Professor Hays etwa davon erzählt?"
„Nein!" versicherte Severus. „Jetzt hör mir doch erstmal zu! Ja, ich hab dein Gebräu analysiert. Leider hat Professor Hays meine Aufzeichnungen gefunden und denkt nun, dass ich das gebraut hätte, um mich zu heilen. Deshalb muss ich jetzt wissen, was du da reingepanscht hast. Verstanden?"
„Soweit schon, aber ich sehe keinen Sinn dahinter. Wie sollte mein Gebräu bei deiner Heilung helfen?" fragte Lupin.
„Im Prinzip warst du schon auf dem richtigen Weg mit deinem Trank, nur eben nicht zu dem vorgesehenen Zweck." Severus seufzte. „Ich habe wirklich keine Lust, das jetzt alles zu erläutern, denn wie schon gesagt: Es ist nicht so einfach."
„Also, wenn es so, ist wie du sagst, dann--"
„Hab ich es doch gewusst!"
Severus und Lupin wirbelten herum. Sirius war erschienen. Die Augenbrauen zu einer tiefen Falte zusammengezogen, fixierte er Severus mit einem eisigen Blick. Severus spürte die Abneigung gegen den großen Gryffindor, der ihn um fast einen halben Kopf überragte. Der Hass ballte sich in Sekundenschnelle in ihm zusammen und schien ihn am Sprechen zu hindern.
„Den ganzen Tag schleicht der schon hinter uns her." Sirius zeigte plakativ mit dem Finger auf Severus und trat ein paar Schritte auf Severus und Lupin zu. Lupin schien nach Worten zu suchen, blieb aber stumm. Er schien genauso angespannt zu sein wie Severus, der sich zu seiner vollen Größe aufrichtete, um vor Sirius Black nicht so klein zu wirken.
„Du planst doch irgendetwas, Schlange." Black baute sich vor Severus auf, die Arme in die Seiten gestemmt. Severus konnte den Hass in den Augen des Gryffindors sehen, die Arroganz, den Stolz.
„Bist du dir bei allen Dingen so sicher?" entgegnete Severus und zwang sich, nicht aus Vorsicht vor Black zurückzuweichen.
„Sirius, es ist alles okay", versicherte Lupin. „Er hat mich nur etwas gefragt."
Black hatte Lupins Worte gehört, aber das hielt ihn nicht davon ab, noch näher an Severus heranzutreten und leise zu knurren: „Halt dich gefälligst von Remus fern, oder dir wird es schlimmer ergehen, als deine kleinen Schlangenfreunde es jemals zustande bringen könnten."
Severus hielt Blacks starrendem Blick stand und überwand den Drang Black anzugreifen. Sein Blick huschte zu Lupin hinüber. Lupin schaute nervös. Dann blickte er wieder zu Black, der sich von ihm abgewandt hatte und Lupin am Ärmel hinter sich her zog - weg von Severus.
ooOoo
Als Severus nach dem Abendessen auf dem Weg durch die Eingangshalle war, tippte ihm plötzlich jemand auf die Schulter. Severus schreckte hoch und ein Zittern schoss ihm, aufgrund der unerwarteten Berührung, durch den Körper. Er drehte sich um und sah Remus Lupin hinter sich stehen.
Lupin deutete ihm mit einem Kopfnicken und an den Mund gelegtem Finger an, ihm zu folgen. Widerwillig kam Severus seinen Anweisungen nach und folgte ihm hinunter in die Kerker.
Sie gingen nicht lange, aber Severus schaute alle drei Meter hinter sich, um zu gucken, ob sie jemand beobachtete.
Lupin verschwand in einer Nische, in der normalerweise eine alte Rüstung stand. Da diese sich bewegte und laufen konnte, kam es vor, dass sie von Zeit zu Zeit ihren Platz verließ und spazieren ging.
„Hier", sagte er, als sich auch Severus in die Nische gezwängt hatte und hielt ihm ein zusammengefaltetes Stück Pergament hin. „Da steht alles drauf, was du wissen musst. Ich hoffe, es hilft dir weiter."
Severus schaute ihn an. Lupins Augen flackerten im Fackellicht, der rote Schein fing sich in seinen Haaren. Severus wäre am liebsten zurückgetreten, um es sich von weiter weg ansehen zu können, aber die massive Steinwand in seinem Rücken hinderte ihn.
Er nahm das Pergament.
Lupin lächelte ihn an, sodass Severus, der noch kein Wort von sich gegeben hatte, das Gefühl bekam, etwas sagen zu müssen. Als er aber nach einer Minute immer noch nichts gesagt, sondern Lupin einfach nur angeschaut hatte, meinte Lupin:
„Ich muss jetzt los. Hausaufgaben machen. Bis dann." Damit trat er auf den Gang hinaus, auf dem einige weitere Schüler auf dem Weg in den Gemeinschaftsraum der Slytherins waren.
Severus erwachte aus seiner Starre, als Remus sich zum Gehen wand.
„Danke", flüsterte er.
Remus lächelte nur und verschwand auf der Treppe zur Eingangshalle.
Oi! Das ist doch mal ein Review wert!
Macht mich glücklich, Freunde!
Je mehr Reviews, desto schneller kommt das nächste Kapitel. Versprochen!
