Disclaimer: Weiterhin geborgt aus JKRs Welt.
A/N: Magere Reviewbeute beim letzten Mal. Hoffe das liegt nur am Alertproblem und nicht an der Qualität des Textes.
Doppeltes Dankeschön fürs reviewen deshalb an Missy, Moons, enlya, Yamaika und Ylva.
„Und wieder verloren, Junge.", lachte Daphne und legte die Karten auf den Tisch. James seufzte ergeben und legte seinerseits die Karten ab.
„Gegen dich hab ich wohl nie eine Chance."
„Nein, hast du nicht.", sagte Daphne strahlend und schob die Karten zu einem Stapel zusammen. „Vielleicht solltest du mehr üben."
„Werd ich, Grandma.", grinste James. „Bis zum nächsten Mal hab ich genug auf dem Kasten, um dich zu schlagen."
„Träume sind was schönes, mein Junge.", lachte Daphne.
Ein Klopfen an der Tür ließ sie ihre Aufmerksamkeit auf selbige lenken. Eine junge Frau steckte den Kopf zur Zimmertür herein. Rotes Haar floss über ihre weiß gekleideten Schultern. Lily.
„Das Abendessen steht im Gemeinschaftszimmer bereit, Mrs. Potter.", sagte sie und lächelte, als ihr Blick auf James fiel. „Hi."
„Hey Lily.", antwortete er grinsend.
„Schiebst du mich noch hinüber, Jungchen?", fragte Daphne ihn.
„Natürlich, Grandma.", sagte James, nahm seine Jacke von der Stuhllehne und schob Daphne an Lily vorbei zur Tür hinaus. Diese folgte ihnen hinüber ins gut gefüllte Gemeinschaftszimmer, in dem andere Pfleger bereits mit der Essensausgabe beschäftigt waren.
„Danke Junge.", sagte Daphne und lächelte. „Zum Tisch schaffe ich es alleine."
„Seh ich dich nächsten Donnerstag?", fragte James sie, während er den Rollstuhl frei gab.
„Wenn du möchtest.", lächelte Daphne, fuhr hinüber an einen Tisch, an dem bereits ein älterer Herr saß und winkte James noch einmal zu, ehe sie zu essen begann.
„Eine tolle Frau, deine Großmutter.", sagte Lily und schenkte ihm ein kleines Lächeln.
„Ja, das ist sie.", bestätigte James grinsend. „Ganz schön verschlagen für ihr Alter."
Lily lachte. „Das trifft es ziemlich gut. Liegt das in der Familie?"
„Kann sein.", grinste James. „Wo ist dein Freund heute, übrigens?"
„Sirius macht Pause.", sagte Lily. „Vielleicht triffst du ihn ja am Weg nach draußen."
„Ich muss ohnehin los.", sagte James und zog seine Jeansjacke an.
„Musst du morgen wieder früh raus?", fragte Lily interessiert.
„Relativ.", antwortete James und lächelte sie an. „Wir sehn uns."
„Bis bald.", verabschiedete sich Lily, erwiderte sein Lächeln und ging dann, um ihren Kollegen mit der Verköstigung der Pensionisten zu helfen.
James verließ das Gemeinschaftszimmer, lief den Gang entlang und die Treppen hinunter, durchquerte die Haupthalle und verließ das Altenheim durch den breiten Haupteingang. Auf den steinernen Stufen, die zum Kiesweg hinunterführten, saß genau der, den er geglaubt hatte, wenn überhaupt, dann nur vielleicht zu sehen.
Sirius hatte die Augen geschlossen und genoss sichtlich die Strahlen der untergehenden Sonne, die ihn mit ihrem rötlichen Licht übergoss. Er zog an seiner Zigarette, ließt ein Rauchwölkchen gegen Himmel steigen, öffnete seine Augen und sah ihm nach.
„Hey.", sagte James und Sirius wandte den Kopf und sah ihn an. Ein Lächeln legte sich auf seine Lippen.
„Hey."
James ging die paar Schritte hinüber zur Treppe und setzte sich neben Sirius. Die Steinstufen waren warm unter ihm.
„Anstrengender Tag?", fragte er und Sirius nickte und wischte sich mit einer Hand über die Augen.
„Heute schon.", sagte er und zog abermals an seiner Zigarette. „Ich würd dir ja eine anbieten, aber die hier is meine letzte.", erklärte er entschuldigend.
„Kein Problem.", grinste James.
„Ahoi Matrosen!", rief jemand vom Garten aus. Ein altern Mann in der Uniform eines Seefahrers näherte sich ihnen auf einem Stock gestützt.
„Einen schönen guten Abend, Kapitän Meyers.", grinste Sirius.
„Ein wirklich schöner Abend.", sagte der Kapitän und lächelte selig. „Hoffen wir auf einen schönen Morgen zum Ablegen."
„Wo wirds diesmal hingehen?", fragte Sirius und dämpfte die Zigarette an der Treppe aus.
„Nach Asien.", verkündete Meyers.
„Dann pack ich schon mal die Essstäbchen ein.", grinste Sirius und der Kapitän lachte und klopfte ihm auf die Schulter. „Ich erwarte dich morgen früh an Deck."
„Jawohl Sir.", antwortete Sirius und der Kapitän nickte, stieg die Stufen hinauf und verschwand im Heim. James blickte ihm nach.
„Wer war das denn?"
„Kapitän Meyers.", antwortete Sirius. "Seit seine Frau tot ist lebt er in seiner eigenen kleinen Welt."
„Oh.", sagte James und wandte den Blick von der Tür ab.
„Er ist harmlos. Nichts im Vergleich zu Lady Morgan. Sie sitzt den ganzen Tag am Fenster, bewegt sich nicht, spricht nicht, sieht einfach nur hinaus. Wenn wir sie nicht füttern würden, würde sie verhungern."
„Klingt schlimm."
„Ist es auch."
Eine Weile schwiegen die beiden und blickten nur stumm hinunter in den Garten.
„Ich sollte langsam wieder rein.", sagte Sirius und strich sich ein paar Haarsträhnen aus dem Gesicht.
„Hast du noch lange?", fragte James und sah ihn an.
„Nein, Merlin sei Dank nicht mehr.", grinste Sirius. „Ich hab Lily nur versprochen ihr nach dem Essen noch in der Wäschekammer zur Hand zu gehen."
Ein Grinsen stahl sich auf James' Gesicht. „Wäschekammer, so so."
"So war das nicht gemeint, Perversling.", lachte Sirius.
„Ist doch nichts dabei.", sagte James und zwinkerte Sirius zu. „Ich meine, Lily ist ein tolles Mädchen. Beneiden dich sicher ne Menge Männer um sie."
"Dann sollen die mal langsam in die Gänge kommen. Lily bräuchte wirklich mal wieder ein gutes Date."
James sah Sirius verwundet an. „Ich dachte..."
„Was denn?", fragte Sirius grinsend. „Du dachtest doch nicht wirklich, dass Lily und ich... Merlin, ich bin wirklich nicht einer der Männern, die ein Mädchen wie sie glücklich machen könnten."
„Tatsächlich?"
„Tatsächlich.", bestätigte Sirius. „Unsere Beziehung ist rein platonisch, und das wird sie auch bleiben."
„Wie lange kennst du sie schon?", wollte James wissen und sah Sirius aufmerksam an.
„Ein paar Jahre. Wir haben uns auf der Uni kennen gelernt."
„Du studierst?"
„Nicht mehr wirklich. Ich hab das Studium nach dem ersten Semester auf Eis gelegt. Irgendwie bin ich an meinem Praktikumsplatz hängen geblieben.", erklärte Sirius und nickte mit dem Kopf in Richtung Heimeingang. „Lily studiert weiterhin magische Heilung und arbeitet nur nebenbei hier."
„Ich glaube ich kenne sie von irgendwo her.", sagte James und rückte seine Brille zurecht. „Sie kommt mir schrecklich bekannt vor."
„Hogwarts vielleicht.", schlug Sirius vor. „Du warst doch auf Hogwarts, oder?"
„Klar, du nicht?"
„Nöp."
„Ehrlich nicht?", fragte James überrascht. „Wo warst du dann?"
„Mein Vater hat mich nach Durmstrang geschickt. Er meinte, jemand wie ich müsste früh in die richtigen Kreise eingeführt werden." Seine Stimme klang plötzlich kalt und unnahbar. „Mein Vater gibt ne ganze Menge auf diese ganze Reinblutscheiße."
„Oh.", sagte James erneut. „Und du offenbar nicht."
„Lily is ne Muggelstämmige und meine beste Freundin. Brauchst du noch mehr Beweise?"
„Gibt's denn noch mehr?", fragte James und versuchte ein Lächeln.
„Ne ganze Menge.", antwortete Sirius und retournierte das Lächeln. „Ich hab den Job im Ministerium geschmissen, den mein Vater für mich vorgesehen hatte, und bin stattdessen hier gelandet. Ich fahre Motorrad, wohne in ner WG mit Leuten, mit denen er nicht mal nen Stadtteil teilen wollen würde, renne in ‚für meinen Stand' unangemessenen Klamotten rum." Er grinste und ein übermütiges Funkeln trat in seine Augen. „Willst du wirklich mehr hörn?"
„Du fährst Motorrad?"
„Jup. Mein Baby steht hinten am Parkplatz." Stolz lag in seiner Stimme, der James zum Grinsen brachte. „Du solltest mal mitfahren."
„Ehrlich?"
„Klar, wenn du willst."
„Ich werd darauf zurückkommen, verlass dich drauf.", lachte James.
„Hoff ich doch.", grinste Sirius, zog sich am Geländer nach oben und reichte James seine Hand zum Aufstehen. Dieser ergriff sie immer noch grinsend und ließ sich hochziehen.
„Ich muss wieder rein, bevor Lily nen Suchtrupp losschickt.", sagte Sirius grinsend und ließ James los.
„Klar.", sagte dieser und fuhr sich mit einer Hand durchs rabenschwarze Haar. „Wir sehn uns."
„Zwangsläufig.", grinste Sirius, zwinkerte ihm zu und ging dann zurück zum Hauptportal.
James sah ihm mit breitem Grinsen nach, bis er im Inneren des Gebäudes verschwunden war. Dann lief er die Steinstufen zum Kiesweg hinunter und machte sich auf den Heimweg.
