Disclaimer: Die Jungs sind immer noch nicht mein Eigentum.
A/N: Und schon geht's in die nächste Runde. Nicht viel Action diesmal, aber es wird langsam ;)
Für all jene, die Remus schon vermissen: Er kommt, keine Sorge. Vielleicht schon im nächsten Kapitel, spätestens aber im übernächsten, versprochen.
Danke fürs reviewen diesmal an Missy, Moons, irgendwie, Yamaika, Pete, Thesa, Nutellamaedchen, Slytherene, Ylva, Joeli und citrone. Viel Spaß auch diesmal :)
"Na dann, Lils, ne angenehme Schicht."
"Schönen Feierabend."
Sirius verließ den Spindraum und schloss die Tür leise hinter sich. Auf dem Weg zur Treppe setzte er die Kopfhörer seines Walkmans auf und drehte den Lautstärkenregler nach oben. Die Musik, laut und rockig, spülte den letzten Rest Arbeitstag aus seinen Gedanken.
Er lief die Treppe nach unten und durchquerte schnellen Schrittes die Eingangshalle. Die Abendsonne begrüßte ihn, als er das Heim verließ und über die Steinstufen auf den Kiesweg sprang.
Er hatte das schmiedeeiserne Tor fast erreicht, als eine Hand auf seiner Schulter seine Aufmerksamkeit auf sich zog. Sirius blieb stehen, drehte sich um und sah in James' strahlendes Gesicht.
„Hey.", sagte Sirius grinsend und schob die Kopfhörer hinunter, sodass sie um seinen Hals lagen.
„Schon fertig für heute?", fragte James immer noch grinsend.
„Jup, hatte heute die erste Frühschicht.", sagte Sirius und erwiderte das Grinsen. „Und solltest du auf eine Mitfahrgelegenheit hoffen, muss ich dich heute leider enttäuschen. Ich musste Nova heute Morgen bei meinem Bruder abgeben und das ging nicht mit dem Motorrad. Irgendwie haben's heute alle geschafft irgendwelche Termine zu haben und sie bleibt ungern allein in der Wohnung."
„Nova…deine Tochter?", fragte James zaghaft.
„Merlin bewahre die Welt vor meinen Nachkommen.", lachte Sirius. „Nein, Nova ist mein Hund."
„Oh.", sagte James und führ sich mit einer Hand durchs Haar.
„Kannst gerne mitkommen und sie kennen lernen, wenn du Lust hast."
James zuckte mit den Schultern. „Klar, warum nicht."
Sie liefen den Kiesweg weiter entlang und durchs Tor hindurch, hinaus auf einen großen Platz. Sirius hielt sich rechts und bog in eine der Seitenstraßen.
„Wo wohnt dein Bruder eigentlich?", frage James nach einer Weile.
„In seinem Atelier. Is nur ein paar Straßen weiter."
„Er hat ein Atelier?"
„Ja, er ist Fotograph und teilt sich mit ein paar Künstlern eines nahe dem Zentrum. Nichts riesiges, aber besser als nichts für den Anfang.", antwortete Sirius und bog in eine schmale Seitengasse.
„Hier vorne noch einmal Links und wir sind da.", erklärte er.
James nickte und folgte Sirius entlang den Hauswänden, an denen bereits der Putz zu bröckeln begann. Sie betraten durch einen niedrigen Torbogen einen kleinen Innenhof. Leere Blumenkästen hingen vor schmierigen Fenstern, deren Fensterläden schief in den Angeln hingen.
Sie durchquerten den Hof und stiegen eine kleine Treppe nach unten zu einer kellerähnlichen Tür. „Da wären wir.", sagte Sirius und öffnete die grün gestrichene Holztür. Sie knarre ein wenig und führte in einen Flur, der klein und relativ dunkel dalag.
„Reg?"
Ein Bellen war zu hören, dann schoss ein dunkler Schatten aus dem Zimmer hinter dem Flur. Er sprang an Sirius hoch, bis dieser lachte und ihn hinterm Ohr kraulte. Ein Hund.
Oder besser eine Hündin, groß und schlank, mit wehenden Ohren und freudig wedelndem Schwanz.
„Is ja gut, Nova. Ich freue mich doch auch dich zu sehen.", sagte Sirius immer noch lachend und die Hündin ließ schließlich von ihm ab und musterte James aufmerksam.
„Da bist du ja."
James blickte auf und sah den Sprecher in der Tür lehnen. Er war kleiner und schlaksiger als Sirius, aber die Ähnlichkeit in den Gesichtszügen war unverkennbar. Sein schwarzes Haar fiel ihm mit derselben Eleganz in die Augen, obwohl sie kürzer waren als Sirius'. Dasselbe Lächeln lag auf den Lippen des Unbekannten, dasselbe Funkeln in denselben grauen Augen.
„Hey Reg.", grinste Sirius. „War sie erträglich?"
„Natürlich war sie das. Sie ist besser erzogen als ihr Herrchen.", sagte der Angesprochene und Sirius lachte.
„Du vergisst, dass wir dieselbe Erziehung genossen haben, Kleiner."
„Die offenbar nicht vorsieht, dass du mir deinen Begleiter vorstellst.", antwortete Reg grinsend und musterte James, der mittlerweile von Nova beschnüffelt wurde.
„Regulus Black.", sagte er, durchquerte mit wenigen Schritten den dämmrigen Flur und reichte James die Hand. „Bruder dieses Verrückten."
„James Potter.", stellte James sich vor und schüttelte die dargebotene Hand. Regulus lächelte ihn an, dann ging sein Blick über James' Schulter hinweg und als James ihm folgte, traf er auf Sirius, der stumm den Kopf schüttelte. Sein eigener fragender Blick erhielt aber nur eines von Sirius' strahlenden Lächeln, keine Erklärung.
„Bist du allein?", fragte er stattdessen seinen Bruder.
„Nein.", sagte dieser grinsend.
„Dann verschwinden wir wohl besser wieder."
Regulus sagte nichts, grinste nur noch ein wenig breiter.
„Okay.", lachte Sirius. „Der Gesichtsausdruck sagt alles. Wir sehn uns, Brüderchen."
„Hör auf mit den Drohungen.", lachte Regulus. James konnte nur grinsen, verabschiedete sich von Regulus und folgte Sirius durch die Tür zurück in den Hof.
„Wird immer großmäuliger, die halbe Portion."
„So ist das nun mal mit kleinen Brüdern, hab ich mir sagen lassen.", sagte James und lächelte auf Nova hinunter, die Schwanz wedelnd ihre Schnauze in seine Hand drückte.
„Sieht so aus, als würde sie dich mögen.", grinste Sirius.
„Beruht auf Gegenseitigkeit.", sagte James und kraulte die Hündin hinter den Ohren.
„Was dagegen, wenn wir dich heimbringen?", fragte Sirius. „Deine neue große Liebe muss noch ne Runde laufen."
James lachte. „Klar. Ist nicht mal weit von hier."
„Hier ist es.", sagte James und deutete auf eines der Reihenhäuser. Licht sickerte aus einem der vorhangschweren Fenster im ersten Stock.
„Schicke Gegend.", sagte Sirius anerkennend. „Aber du wohnst nicht allein hier, nicht wahr?"
„Nein, meine Eltern sind auch noch da.", sagte James und grinste verlegen. „Irgendwie hab ich noch nichts Eigenes gefunden."
„Ist auch nicht gerade einfach.", sagte Sirius schulterzucken. „Und das Gehalt für Auroren in Ausbildung ist ja auch nicht gerade die Welt."
„Woher weißt du das?", frage James perplex.
„Ich kenne ein paar Auroren."
„Nein, dass ich die Ausbildung mache."
„Deine Großmutter erzählt viel, wenn der Tag lang ist.", sagte Sirius und grinste. „Und wir hatten schon einige lange Tage."
„Merlin, ich glaub, ich will's gar nicht wissen.", sagte James grinsend und streichelte über Novas Kopf. Die Hündin war ihm den ganzen Weg über nicht von der Seite gewichen.
„Hast du morgen schon was vor?"
James hob überrascht den Blick und begegnete Sirius' hoffnungsvollen. „Eigentlich nicht.", sagte er langsam.
„Lust auf eine Motorradtour?" Sirius' Augen schienen im Zwielicht des Abends zu leuchten. Eine fast kindliche Vorfreude lag in seinen Zügen. Da war es wieder, dieses übermütige Funkeln in seinen Augen, das James' Herz ein paar Takte schneller schlagen ließ und die eignen Abenteuerlust weckte.
„Klar. Wohin?"
„Lass dich überraschen.", sagte Sirius und sein Lächeln war, wenn möglich, noch strahlender. „Ich hol dich ab, sobald die Sonne untergeht. Es gibt nichts besseres, als in den Abend zu biken."
„Also dann.", sagte James und erwiderte das Lächeln. „Bis morgen also."
„Jup.", strahlte Sirius und wandte sich zum Gehen. „Hopp auf, Nova. Ab nach Hause."
Die Hündin schleckte James noch einmal über die Finger, die sie bis eben gekrault hatten, dann stob mit fliegenden Ohren die Straße hinunter, überholte ihr Herrchen fröhlich bellend und tobte um ihn herum, bis er gemeinsam mit ihr die Straße hinunterpreschte.
James sah den beiden mit einem breiten Grinsen nach. Ein Grinsen, das auch nicht verflog, als sie bereits hinter der nächsten Biegung verschwunden waren und James die Haustür aufschloss.
