Disclaimer: Nöp, hier gehört wieder nichts mit, abgesehen von Nova, Jo (die manche bereits in anderen Texten getroffen haben) und Angelina (deren Namensähnlichkeit mit mir zufällig ist und die auch schon ein paar von euch kennen).

A/N: Ja ich weiß, ich hab euch etwas länger auf dieses Kapitel warten lassen und es tut mir auch leid, aber diese Woche hatte was gegen mich. Eine Menge Arbeit und schlechtes Wetter machen nicht unbedingt Schreiblaune. Kann ich euch damit besänftigen, dass dieses Kapitel länger ist als das letzte? °Welpenblick° ;)

Mein Dank gilt wieder meinen wunderbaren Reviewern Missy, Yamaika, Nutellamaedchen, Slytherene, Pretty Lily Potter, Moons, Joeli, little-choco, Thesa, enlya, schokowolf (wie sich die Mühe gemacht hat alle nachzureviewen, großes Dankeschön!), citrone und irgendwie.


James fand es unendlich schade wieder landen zu müssen. Es war ein wundervolles Gefühl gewesen so über England dahin zu gleiten, höher, als ihn sein Besen hätte tragen können. Jetzt wieder Asphalt unter den Rädern zu haben war fast enttäuschend.

Obwohl der Abend noch jung war, war die Straße, in der sie aufsetzten, sehr ruhig. Sirius legte den kleinen Schalter wieder um, als sie in eine schmale Seitengasse bogen, und nahm damit den Desillusionierungszauber von ihnen.

Die nächste Straße war von niedrigen Mietshäusern gesäumt, drei oder vier Stockwerke hoch, wobei man über eine Treppe zum Eingang gelangte. In der Höhe des Erdgeschosses reihte sich ein Garagenplatz an den nächsten. Die Garagentüren waren hochzuklappen, sodass sie mit der Decke verschmolzen und die Garage zur Straße hin komplett öffneten.

Licht sickerte aus einer dieser Garagen gegen Ende der Straße. Sirius hielt auf sie zu, legte das Motorrad in die Kurve und fuhr durch die offene Garagentür.

„Verdammte Scheiße auch!"

„Dir auch einen schönen Abend.", grinste Sirius zu dem Mädchen hinüber, das halb unter dem in der Garage geparkten Motorrad lag und nun kurz zu den jungen Männern hinübernickte, ehe sie weiter an der Maschine herumhantierte.

„Is sie schon wieder im Eimer?", fragte Sirius und wartete, bis James vom Motorrad geklettert war, ehe er selbst abstieg und die Garage durchquerte.

„Ja.", grummelte das Mädchen und stützte sich auf die Ellbogen. „Sie hat vorhin mitten auf der Straße den Geist aufgegeben, aber ich komm einfach nicht drauf, woran es diesmal liegt." Sie wischte sich frustriert eine dunkle Haarsträhne aus den Augen, die sich aus einem der beiden Zöpfe gelöst hatte, die ihr bis zu den schmalen Schultern reichten.

„Wenn du willst, schau ich mir das Baby morgen an, wenn ich von meiner Schicht zurück bin.", schlug Sirius vor und rechte der Dunkelhaarigen die Hand zum Aufstehen. Sie nickte, ließ sich hochziehen und brachte unter ihrer sichtlich schlechten Laune so etwas wie ein Lächeln zustande. „Danke Siru."

„Kein Problem.", grinste Sirius. „Du weißt, für Motorräder tu ich fast alles."

Das Lächeln auf dem Gesicht des Mädchens wurde echter.

„Spinner.", lachte sie. „Hey, übrigens." Sie blickte an Sirius vorbei James an. „Fürs Protokoll, ich bin Jo. Und du bist…"

„James.", stellte sich selbiger vor.

„Oh.", sagte Jo und ein Grinsen legte sich auf ihre Lippen. „Dann bist du also-"

Weiter kam sie nicht. Ihr Satz wurde von einer grauen Eule unterbrochen, die wirr umherflatternd die Garage stürmte. James duckte sich rasch, sodass der Vogel nur wenige Zentimeter über ihn hinweg zischte, flink wie ein Pfeil. Er zuckte nach links, nach rechts, stieß fast mit der Wand zusammen und hätte um ein Haar nähere Bekanntschaft mit dem Boden geschlossen, hätte Sirius ihn nicht rechtzeitig eingefangen. Das kleine Ding zitterte und piept aufgeregt.

„Einstein.", lachte Jo und schüttelte den Kopf, ehe sie zu Sirius hinüber trat und dem kleinen Vogel über das Köpfchen streichelte. „Was machst du wieder für Sachen?"

Einstein klickerte mit dem Schnabel und schmiegte seinen Kopf an Jos Handfläche, ehe er sich seiner eigentlichen Aufgabe wieder bewusst wurde und ihr sein dünnes Beinchen hinstreckte. Jo löste die Nachricht vorsichtig.

„Abendessen ist fertig.", las sie vor und zerknüllte das Pergament. „Prima, ich hab ohnehin schon mächtig Hunger."

„Wer hat heute Küchendienst?", fragte Sirius.

„Warum fragst du?"

„Weil ich wissen will, ob ich riskieren kann, das Zeug zu essen.", grinste Sirius und Jo knuffte ihn in die Seite.

„Ich hab offensichtlich nicht gekocht.", lachte sie. „Also ist es genießbar."

„Merlin und Morgana sei Dank.", grinste Sirius und kassierte noch einen Schlag.

„Ich hoffe, du hast Hunger mitgebracht, James.", sagte Jo, als sie die Garage verließen und Sirius die Garagentür zuzog. „Abends wird hier immer für die doppele Belegschaft aufgekocht."

„Danke, aber ich esse zu Hause.", sagte James. „Ich will nicht stören."

„Unsinn.", gab Jo zurück und schob ihn Richtung Hauseingang. „Hier ist ein ständiges kommen und gehen, einer mehr oder weniger stört da sicher nicht."

„Ähm…", sagte James und stolperte die Treppen zur Haustür hinauf. „Danke."

„Bedank dich erst, wenn du gegessen hast.", lachte Sirius und zog den Hausschlüssel aus seiner Hosentasche. Sie betraten den dämmrigen Gang und liefen die Treppen zum dritten Stock hinauf. Vor Tür Nummer 11 blieben sie abermals stehen.

„Nur hereinspaziert.", grinste Jo und öffnete die Wohnungstür. „Willkommen im Heim der schrägsten WG Londons."

James betrat einen sehr großzügigen Vorraum, der in warmen Gelb- und Orangetönen gehalten war. Mehrere Türen führten vom Hauptgang ab in verschiedene Zimmer. An den Haken in der Ecke hingen Zaubererroben neben Muggeljacken.

„Ich versuch mich dann mal wieder in einen halbwegs präsentablen Zustand zu bringen.", sagte Jo und zupfte an ihrer ölverschmierten Jeans. „Bis gleich." Sie verschwand hinter einer der Türen auf der rechten Seite des Ganges.

„Dann sehn wir inzwischen, was heute auf der Speisekarte steht und geben den Vogel ab.", schlug Sirius vor und steuerte die zweite Tür auf der linken Seite an, die offen Stand und aus der es nach Kräutern und Gewürzen duftete.

In der Küche entdeckte James zuerst Lily, die gerade damit beschäftigt war auf magische Weise einen großen Eichentisch zu decken. Ihr Haar war mit einer kupfernen Spange zusammengefasst und ringelte sich ihren Rücken hinunter. Das weiße Pflegeroutfit hatte sie gegen T-Shirt und Jeans getauscht, schlich und bequem, was ihre offensichtliche Schönheit aber keinesfalls schmälerte.

Am Herd verlieh ein anderes Mädchen dem Essen gerade den letzten Schliff. Tücher im Ethnostil verhüllten ihre schmale Gestalt und wurden an den richtigen Stellen von Bändern und Holzringen zusammengehalten. Hölzerne Armreifen klapperten an ihren Handgelenken und eine Kette aus türkisfarbenen Steinen und Holzperlen baumelte um ihren schlanken Hals. Ein Haarband hielt ihr die üppigen blonden Locken aus dem Gesicht, welches zart und zerbrechlich wirkte, wie alles an ihr.

Sirius schritt auf sie zu, nahm ihr den Löffel aus der Hand, mit dem sie eine rötliche Soße gekostet hatte, und setzte ihr die kleine Eule in die Hände.

„Da hast du dein kleines Nervenbündel, Angelina."

„Einstein!", sagte die Blondine glücklich und drückte den kleinen Vogel an sich. „Ich dachte schon, er hätte sich verflogen."

„Wäre durchaus möglich, halb blind wie der Kleine is.", grinste Sirius und erhielt einen bösen Blick von Angelina, die Einstein auf eine Stange an der Fensterbank setzte und nach einem kleinen Schälchen in einem der Regale griff.

„Er ist nur immer so aufgeregt, wenn er eine Nachricht überbringen darf." Sie füllte Wasser in das Schälchen und stellte es vor Einstein auf das Fensterbrett. „Nicht alle Tiere können so ruhig und ausgeglichen sein wie Nova."

„Apropos, wo ist die Kleine überhaupt?", fragte Sirius und nahm die Kochtöpfe genauer in Augenschein. „Und hatten wir nicht erst Pasta?"

„Du wirst schon nicht dran zu Grunde gehen.", schnaubte Lily. „Außerdem kochst nach Plan morgen du, da bin ich doch sehr gespannt, wenn's nicht wieder Pasta werden soll."

„Du willst nicht zufällig mit mir Dienst tauschen?", fragte Sirius und schenkte Lily einen perfekten Wimpernaufschlag.

„Nein.", sagte Lily, verschränkte die Arme vor der Brust und grinste. „Diesmal kriegst du mich nicht rum."

„Zu schade.", grinste Sirius und wollte sich eine der Nudeln aus dem Topf stibitzen, doch Lily schlug ihm mit tadelndem Blick auf die Finger. Sirius zog schmollend die Hand zurück. James konnte sich das Grinsen nicht verkneifen.

„Nova ist bei Remus.", sagte Angelina unvermittelt und streichelte Einstein über das zerzauste Gefieder. „Sie ist wieder einmal die Einzige, die er in sein Zimmer lässt."

Sirius ließ augenblicklich von den Nudeln ab.

„Essen wollte er auch nichts.", sagte Lily leise und strich sich den kupferroten Zopf über die Schulter zurück.

„Was ist das bitte für ein Haushalt, in dem Gäste vor der Tür abgestellt werden?", fragte Jo, die hinter James aufgetaucht war und ihn nun in die Küche schob.

„James!", sagte Lily erfreut und schenkte ihm ein bezauberndes Lächeln, das ihr jedoch etwas schief geriet. „Wie schön."

„Hey."

„Setz dich.", forderte Jo ihn auf und bugsierte James, der etwas unbeholfen in der Küche stand, auf die Eckbank. Angelina lächelte ihm zu, ehe sie sich noch einmal der Pasta zuwandte und Lily beeilte sich ein weiteres Teller aus einem der Küchenschränke zu holen.

„Okay.", sagte Sirius und stieß sich von der Arbeitsfläche ab, an der er bis eben gelehnt hatte. „Ich schau mal nach Remus. Nova braucht ohnehin eine Runde, vielleicht bekomm ich ihn ja dazu mitzukommen."

„Viel Glück.", sagte Lily und stellte Teller und Besteck vor James auf den Tisch.

„Brav bleiben, Mädls." In der Tür drehte sich Sirius noch einmal um. „Und ich will ihn hier im Ganzen hier sitzen sehen, wenn ich zurück komme." Er deutete auf James und warf einen warnenden Blick in die Runde, der mit drei Unschuldigen quittiert wurde. Dann verließ er die Küche.

„Also.", sagte Jo im Unschuldston, kaum das sich Sirius außer Hörweite befand und glitt neben James auf die Eckbank. Lily setzte sich auf die andere Seite, schlug die Beine übereinander, lehnte sich zurück und ließ James nicht aus den Augen.

Auch Angelina wandte der Pasta den Rücken zu und musterte James aufmerksam. „Du bist also James."