Disclaimer: Hat sich nichts verändert seit dem letzten Kapitel.
A/N: Weiter geht's, so schnell mich meine Tippfingerchen tragen ;)
Mein Dank gilt wieder all jenen, die namentlich bekannt dieser Story treu geblieben sind Missy, Yamaika, citrone, Joeli, schokowolf, Slytherene, little-choco und irgendwie
Der Abend war schlussendlich ein schöner gewesen. Zwar hatten ihn die Mädchen am Anfang ziemlich in die Mangel genommen, waren aber offenbar mit dem Ergebnis ihres kleinen Verhörs zufrieden gewesen. Sie hatten Sirius breit grinsend begrüßt, als er mit Nova in die Küche zurückgekehrt war und hatten James den Rest des Abends mehr als zuvorkommend behandelt.
Auch Remus hatte James kennen gelernt, ein eher stiller Zeitgenosse. Er hatte etwas blass und müde gewirkt, aber vielleicht lag das auch an dem bunten Trubel um ihn herum. Sirius jedenfalls schien ihn den ganzen Abend nicht aus den Augen zu lassen. Er achtete darauf, dass Remus seinen Teller auch wirklich leer as, schenkte ihm immer wieder eines seiner strahlenden Lächeln und grinste, als Nova ihren Kopf in Remus' Schoß bettete.
James hatte von den Mädchen einiges über Remus erfahren. Das er Arithmantik studierte, zum Beispiel, oder in Frankreich zur Schule gegangen war, oder Sirius erst beim Einzug kennen gelernt hatte und es bald bereut haben soll, das Zimmer neben ihm bezogen zu haben, was beide lachend dementierten.
Etwas später waren Regulus und Benjy, Angelinas Bruder, zu der Runde gestoßen und hatten den Abend um einige Gesprächsthemen erweitert. Ben arbeitete in der Sportabteilung des Tagespropheten, Regulus hatte einiges über seine geplante Ausstellung zu erzählen.
Es war spät, oder auch früh, als James sich schließlich verabschiedet hatte. Die WG-Bewohner hatten ihn nur ungern gehen lassen und ihm versichert, dass er jederzeit ein gern gesehener Gast sei.
Und so war es wenig verwunderlich, dass man James zwei Tage später abends erneut in der Küche der Wohngemeinschaft antraf. Sirius machte Capuccino, den besten von hier bis Rom, wie er angekündigt hatte, während er James zuhörte, der müde von seinem Aurorentraining am Nachmittag berichtete.
„Kling, als würde dieser Moody dich ganz schön rumscheuchen.", sagte Sirius und stellte die Kaffeetasse vor James auf den Tisch, ehe er sich auf die Eckbank warf, die eigene Tasse in der Hand.
„Ich kann dieses ewige ‚Immer wachsam' bald nicht mehr hören.", sagte James, führ sich mir einer Hand durchs Haar und nahm einen Schluck Kaffee. Sirius gähnte herzhaft.
„Lange Nacht gehabt?"
Sirius zuckte mit den Schultern. „Kann man so sagen. Hab kaum ein Auge zu bekommen."
„Etwas Mondsüchtig, hm?", grinste James, erhielt aber keine Antwort, da Angelina in diesem Augenblick die Küche betrat, beladen mit einer braunen Papiertüte.
„Hallo Jungs.", lächelte sie und stellte die Tüte auf die Küchenarbeitsfläche.
„Sei gegrüßt, schönste aller Elfen.", sagte Sirius und hob die Tasse zum Gruß. „Wie war dein Tag"
„Nicht schlecht bisher.", antwortete Angelina und ließ die geknüpfte Umhängetasche von ihrer Schulter gleiten. „Du hast nicht zufällig Lust mich heute Abend auf die Gartenparty zu begleiten?"
„Hat Ben dich versetzt?", fragte Sirius und stellte die Tasse am Tisch ab.
„Hat er.", antwortete Angelina und bückte sich nach einem orangerotem Kater, der eben stolz erhobenen Hauptes die Küche betreten hatte. „Pressearbeit geht eben vor."
„Sorry, Süße, so gern ich auch möchte, ich hab heute noch Spätdienst."
„Schade.", sagte Angelina, ließ vom Kater ab, der unter ihrer Hand glücklich geschnurrt hatte, und widmete sich der Papiertüte. Der orangerote Fellball sprang auf den Tisch, schnupperte kurz an Sirius' Kaffeetasse und musterte James eingehend mit seinen gelben Augen.
„Warum fragst du nicht Lily?", warf Sirius ein.
„Weil Lily heute Abend zum Essen verabredet ist.", kam es von der Küchentür. Lily lächelte, betrat den Raum zur Gänze und nahm sich ein Wasserglas, das neben der Spüle stand.
„Ach, bist du das?", fragte Sirius grinsend, verzog aber das Gesicht, als der Kater beschloss in seinen Schoß zu springen. „Hey, Kleiner, Vorsicht da unten."
James lachte.
„Sehr nett.", grinste Sirius. „Lacht, wenn ich kastriert werde."
„Krummbein kastriert niemanden.", sagte Lily, setzte sich neben Sirius auf die Eckbank und kraulte den schnurrenden Kater hinter den Ohren. „Und ja, ich bin verabredet. Mit Fabian, wenn du's genau wissen willst."
„Mit dem Fabian?", fragte Sirius und zog eine Augenbraue nach oben. „Bitte sag mir, dass du dich noch umziehen willst."
„Warum?", frage Lily und sah an sich herunter. Eine schlichte schwarze Stoffhose und eine weiße Bluse verhüllten ihren schmalen Körper. Ihr kupferrotes Haar wurde von einer Spange zurückgehalten. „Was ist so falsch an dem hier?"
„Ich bin nur hier, weil das Lokal gut ist und du zahlst. Um spätestens zehn will ich zu Hause sein und melde dich nachher bloß nicht bei mir, ich bin nicht interessiert.", sagte Sirius, schob Krummbein von sich herunter und setzte sich auf. Der Kater murrte etwas unwillig, rollte sich aber dann auf der Eckbank zu einem Fellball zusammen.
„Genau das signalisiert dein Outfit und genau das soll es doch nicht." Sirius stand auf und zog Lily mit sich Richtung Küchentür. „Lass da mal einen Profi ran, Schätzchen."
Sie verließen unter Lilys halbherzigen Protesten die Küche. Angelina sah ihnen nach und schüttelte lächelnd den Kopf.
„Was ist das eigentlich für eine Party?", fragte James sie und nahm noch einen Schluck aus seiner Kaffeetasse.
„Die Verlobungsparty einer Freundin.", antwortete Angelina und faltete die nun leere Papiertüte zusammen. „Eine Gartenfeier. Wird sicher ganz nett."
Sie stopfte die Papiertüte in eines der unteren Küchenkästen und strich sich eine blonde Locke aus dem Gesicht. „Du hast nicht zufällig Zeit heute Abend?"
„Ich?"
„Nein, Krummbein.", lachte Angelina. „Natürlich du. Es ist keine formelle Party. Jeans und T-Shirt reichen vollkommen. Ich kenne nur so gut wie niemanden dort und ich möchte nicht allein und sinnlos in der Gegend herumstehen, als gehöre ich zur Gartendekoration."
„Ähm…also…", begann James unsicher und drehte die Kaffeetasse in den Händen hin und her. „Warum…warum eigentlich nicht."
Angelina schenkte ihm ein strahlendes Lächeln. „Gut, dann zieh ich mich noch schnell um." Dann verließ sie die Küche, ehe James es sich noch einmal anders überlegen konnte.
Der Kater auf der Eckbank erhob sich graziös und sprang auf den Eichentisch. Er musterte James erneut, bevor vom Küchentisch herunter sprang und hoch erhobenen Schwanzes hinter Angelina herlief und die Küche verließ.
James stand auf und stellte die leeren Kaffeetassen in die Spüle, gerade als Sirius erneut die Küche stürmte, triumphierendes Glitzern in den Augen.
„Ich will eine objektive Meinung.", sagte er und zog Lily in die Küche. „Besser oder schlechter als vorhin?"
Lilys Hose und Bluse waren gegen ein zartgrünes Kleid und Stiefel getauscht worden. Ihr Haar umfloss offen und gewellt ihr blasses Gesicht und leuchtete wie Feuer. Lily lächelte etwas verlegen. Sie sah hinreißend aus.
„Die Jury ist sprachlos und vergibt 10 von 10 möglichen Punkten.", grinste Sirius und ließ sich wieder auf die Eckbank fallen. „Ich erwarte dich dann mal nicht vor morgen Früh zurück, Süße."
„Sehr witzig.", sagte sie, lächelte aber trotzdem und setzte sich neben Sirius auf die Eckbank. Sie küsste seine Wange und ließ ihre porzellanweißen Finger durch sein schwarzes Haar gleiten. „Eigentlich schade, dass aus uns beiden nie mehr als Freunde werden wird.", flüsterte sie fast zärtlich. James kam sich plötzlich etwas überflüssig vor in der kleinen Küche.
„Nie würde ich nicht sagen." Ein laszives Lächeln lag auf Sirius' Lippen. „Die moderne Medizin macht einiges möglich."
Lily lachte und knuffte Sirius in die Seite. „Idiot."
„Aber der Idiot hatte ausnahmsweise Recht. Du siehst toll aus, gar nicht mehr nach Lehrerkonferenz."
Angelina stand in der Küchentür. Ein Kleid aus flammenden Rot- und Gelbtönen umspielte ihre zarte Figur. Die hölzernen Armreifen hatte sie nicht aufgegeben, aber die Kette hatte sie gegen eine aus schwarzen Holzperlen getauscht. Ihre üppigen Locken waren hochgesteckt und ringelten sich bis zu ihren Schultern.
„Du aber auch.", sagte Lily zwinkernd.
Angelina lächelte und wandte sich dann an James. „Also meinetwegen können wir los."
„Los?", fragte Sirius sichtlich irritiert. „Wohin los?"
„James begleitet mich auf die Party.", erklärte Angelina fröhlich. „Einen schönen Abend euch beiden." Und damit zog sie James zur Küchentür hinaus.
Es war bereits drei Uhr morgens, als James mit Angelina am Eingang des Mietshauses ankam. Die Party hatte doch etwas länger gedauert, als sie beide erwartet hatten. Und war etwas feuchtfröhlicher.
James war nicht betrunken, nicht im engsten Sinne, aber apparieren wollte er trotzdem lieber lassen und beschloss den Fahrenden Ritter zu organisieren. Er verabschiedete sich von Angelina, ging die Treppen wieder hinunter und wollte die Straße entlang bis zum Ende laufen, um erst dort den Ritter zu rufen. Doch dann bemerkte er Licht, das aus einer der Garagen sickerte, die dem Haustor nahe waren. Eine Garage, die er kannte.
James trat näher und spähte durch die offene Garagentür. Es war tatsächlich Sirius, der an dem Motorrad in der Garage herumhantierte.
„Hey."
Sirius wirbelte herum und sah James mit großen Augen an, als wäre er der Letzte, den er hier erwartet hätte. „Was tust du hier?"
James zuckte mit den Schultern. „Und du? Was machst du hier um drei Uhr morgens?"
Sirius fuhr sich mit einer Hand durchs rabenschwarze Haar. „Lily bezeichnet es als Frustbasteln."
„Stimmt irgendwas nicht?", fragte James und betrat die Garage.
„Naja, der Motor macht nicht was er soll.", sagte Sirius und blickte auf die Maschine.
„Nicht das Motorrad.", sagte James und blieb vor Sirius stehen. „Ich meinte bei dir."
„Bei mir ist alles in Ordnung.", grinste Sirius. „Aber du siehst etwas mitgenommen aus."
„War ein langer Tag.", sagte James und lächelte schwach. Die Müdigkeit, die er nach dem Aurorentraining gespürt hatte, kam langsam zurückgekrochen, jetzt, da der Trubel der Party nicht mehr um James herumschwirrte.
„Bringst du mich nach Hause?", fragte er. „Ich meine…du musst nicht…ich geh dann mal…es ist ja schon spät…früh…"
„Klar.", sagte Sirius, ohne auf James' Gestammel zu hören und ging zu dem zweiten Motorrad in der Garage hinüber. Er schwang sich auf die schwarze Maschine und deutete auf den freien Platz hinter sich. „Komm schon."
James ließ sich nicht zwei Mal bitten und setzte sich hinter Sirius aufs Motorrad. Er schlang die Arme um Sirius und legte den Kopf an Sirius' Schulter.
James schloss die Augen, als sie die Garage verließen und Sirius das Tor auf magische Weise schloss. Er spürte die Müdigkeit in jeder Faser seines Körpers, so sehr, wie er Sirius' Wärme spüren konnte. Er genoss die Nähe und den Fahrtwind im Haar und wünschte sich im Stillen, dass, trotz der Sehnsucht nach den weichen Kissen seines Bettes, diese Fahrt nicht so schnell zu Ende gehen würde.
