Disclaimer: Weiterhin geklaut was euch aus dem Potterversum bekannt vorkommt.

A/N: Rechtzeitig zum bevorstehenden langen Wochenende gibt's ein neues Kapitelchen „See you".

Mein Dank fürs fleißige reviewen gilt diesmal Missy, Joeli, Selene, little-choco, Nutellamaedchen, Slytherene, Moons, Ylva, Thesa, citrone, schokowolf und Moony-Paddy-Prongs.

Tipp am Rande: Wer die Band dann auch gerne im Hintergrund spielen hören will, dem empfehle ich „Here without you" von 3 Doors Down :)


Die nächste Woche zog an James vorbei. Das Training war intensiver den je und Moody ließ die jungen Auroren immer wieder zu Doppelschichten heranziehen, um den Ernstfall zu proben, wie er meinte. James' Tage bestanden nur noch aus aufstehen, Ministerium und ins Bett fallen. Er fand nicht einmal die Zeit und Energie seine Großmutter im Heim zu besuchen, was hieß, dass er auch Sirius die ganze Woche über nicht zu Gesicht bekam. James hatte sich in der kurzen Zeit, in der sie sich nun schon kannten, so sehr an die Präsenz des anderen gewöhnt, dass er ihn nun zu vermissen begann.

Erst am späten Nachmittag des Samstags schaffte James es zu seiner Großmutter. Sie lachten und spielten Karten, bis es an der Tür klopfte.

„Ihr Kuchen, Daphne." Sirius schlüpfte zur Zimmertür herein und grinste breit.

„Ist er nicht ein Engel?", fragte Daphne und lächelte selig, als sie den Kuchen entgegennahm.

„Ja, ein gefallener vielleicht.", murmelte James und Sirius zwinkerte ihm immer noch grinsend zu.

„Und, was macht mein Lieblingsenkel heute noch?", fragte Daphne und schob sich ein Stück Kuchen in den Mund.

„Eigentlich nichts, Grandma.", antwortete James und zupfte an seiner Aurorenuniform.

„Es ist Samstag Abend, Jamie.", sagte Daphne erstaunt. „Ich dachte, ihr jungen Leute hättet da immer etwas vor."

„Ja.", sagte James. „Schlafen."

Daphne schüttelte amüsiert den Kopf. „Wie steht es mit dir, Sirius? Wirst du auch ins Bett gehen, wenn deine Schicht vorbei ist?"

„Morgen früh sicher irgendwann.", grinste Sirius und schüttelte Daphnes Kissen auf. „Bis dahin wird es wohl ohne mich auskommen müssen."

Daphne lachte. „Oh ja, die Jugend. Du solltest sie genießen, Jamie, solange du sie noch hast."

„Natürlich, Grandma." James stand vom Stuhl auf, auf dem er bisher gesessen hatte. „Mach ich. Aber für heute geh ich erst mal nach Hause."

„Wiedersehen, mein Junge."

James lächelte seiner Großmutter zu, dann verließ er das Heimzimmer.

„Wirklich nichts vor heute Abend?", rief jemand hinter James, als er die Treppe schon fast erreicht hatte. James drehte sich um und sah einen strahlenden Sirius, der eben die Zimmertüre seiner Großmutter zugezogen hatte. Er blieb stehen und grinste.

„Nein, außer ins Bett fallen."

„Wenn du deine Meinung ändern solltest, du weißt wo du mich findest, oder zumindest die Leute, die wissen wo ich mich rumtreibe." Er zwinkerte James noch einmal zu und verschwand hinter der nächsten Tür.

oooOOOooo

Die Tür summte. James drückte sie auf und betrat das Wohnhaus.

Er lief die gewundenen Treppen nach oben in den dritten Stock und klopfte bei Tür Nummer 11. Remus öffnete ihm.

„Hey. Ist Sirius vielleicht da?"

„Samstag Abends?" Remus lächelte. „Mit Garantie nicht."

„Und...wo finde ich ihn dann?"

„Im Poison Apple. Du könntest dich uns anschließen, wir wollten eigentlich gleich los. Das heißt" Remus drehte sich um „wenn Jo nicht unter der Dusche ertrunken ist.", rief er in den Flur und grinste als ein „Komm ja gleich!" aus dem Badezimmer zu hören war.

„Frauen.", sagte James grinsend.

Remus lachte. „Du hast Sirius offensichtlich noch nicht früh morgens erlebt."

„Immer auf Frauen und schwulen Männern rumhacken.", lachte Lily, die in der Tür zur Küche erschienen war. „Komm doch erst mal rein, James."

James betrat die Wohnung, als sich die Badezimmertür öffnete und Jo heraustrat, gekleidet in ein kurzes schwarzes Kleid mit weiten Ärmeln zu violett bestrumpften Beinen. „Ich hol nur noch meine Schuhe.", sagte sie und verschwand hinter einer anderen Tür.

„Und ich am besten meine Brieftasche.", sagte Remus.

„Dann haben wir ja noch Zeit. Leistest du mir Gesellschaft?" James nickte und folgte Lily in die Küche. Lily reichte ihm ein Glas Cola und schenkte sich selbst eines ein.

„Du kommst nicht mit heute Abend?", fragte James, als sie sich auf die Eckbank setzten.

„Nein.", sagte Lily. „Ich hab noch eine Menge zu lernen. Aber Sirius freut sich sicher dich zu sehen." Ein wissendes Lächeln umspielte ihre Lippen. „Habt ihr beiden nachher noch was vor?"

„Ich weiß nicht.", sagte James unsicher und nahm einen Schluck aus seinem Glas.

„Sirius wird sich schon was einfallen lassen.", grinste Lily. "Er ist ziemlich kreativ was Dates betrifft."

James verschluckte sich. „Date?"

„Habt ihr etwa keines?", fragte Lily unschuldig lächelnd. „Du wärst Sirius' Typ, an und für sich. Er hat eine gewisse Vorliebe für rehäugige, sportliche Männer."

„Männer?", hustete James.

Lily lachte. „Du musst eine ganz schön lange Leitung haben, wenn du da noch nicht von alleine drauf gekommen bist."

James sah sie verdutzt an.

„Keine Sorge.", sagte Lily amüsiert und strich beruhigend über James' Hand. „Er wird dich schon nicht in die nächste dunkle Ecke zerren."

„Können wir dann?", fragte Jo und steckte den Kopf zur Küchentür herein.

„Ja...ja klar.", sagte James hastig und stand auf. Lily lächelte wieder.

„Viel Spaß.", sagte sie und winkte James, als er die Küche verließ.

oooOOOooo

Sie betraten den Club. Treppen führten nach dem Eingang hinunter in die Kellerbar. Unten angekommen betraten die drei einen schummrigen Raum. Fackeln an den Wänden spendeten das einzige Licht. An der Bar und an im Raum verteilten Tischen saßen Gäste unterschiedlichen Alters und lauschten der Band, die auf der kleinen Bühne am Kopfende des Raumes ihr Können unter Beweis stellte. Sie waren wirklich nicht schlecht.

James blickte zur Bühne. Er kannte diese Stimme.

„Er ist ziemlich gut, nicht?", grinste Jo. „Musik liegt ihm wirklich im Blut."

Sie zog James hinüber an die Bar. Remus folgte ihnen.

„Hallo ihr Süßen.", begrüßte sie der Kahlköpfige hinter der Bar. „Was kann ich euch bringen?"

Jo bestellte drei Bier.

Sie lauschten der Band eine Weile, bis sie ihre Darbietung beendete und gewaltigen Beifall erntete. Der Kahlkopf hinter der Bar erschien wieder und reichte die gewünschten Bier über die Theke. Sein Blick blieb an James hängen.

„Dich hab ich ja hier noch nie gesehen. Dein erster Abend hier, Süßer? Oder einfach sonst nur zu schüchtern für die Bar." Er grinste und zwinkerte James zu.

„Nein.", antwortete James und schluckte. „Das ist das erste Mal."

„Oh, eine Apple Jungfrau.", grinste der Barkeeper und langte nach vorne, um James ein paar Haare aus der Stirn zu streichen. Seine Hand wurde jedoch auf halben Weg abgefangen.

„Behalt deine Finger bei dir, Theo."

Sirius schob sich neben James an die Bar, ein strahlendes Lächeln auf den Lippen und ein Leuchten in den grauen Augen, das James einen Schauer über den Rücken jagte. Er sah gut aus in den engen, schwarzen Jeans und dem dunklen Hemd, dessen Ärmel er hochgeschlagen hatte und dessen oberste Knöpfe nicht geschlossen waren, sodass James einen guten Blick auf das lederne Halsband hatte, das Sirius trug. Nietengürtel, Ohrringe und Stiefel rundeten sein Erscheinungsbild ab, sodass er aussah, als wäre er eben von einem Rockkonzert zurückgekehrt, was im Grunde nicht so weit gefehlt war.

Theos Grinsen wurde breiter, als sein Blick von Sirius zu James ging und wieder zurück.

„Interessant. Hat der Stern also wieder was Süßes gefunden." Sein Blick ruhte erneut auf James. „Willst du's hier nehmen oder soll ich's einpacken?"

„Lass deine dämlichen Sprüche und beweg dich lieber Richtung Kühlzauber. Ich verdurste."

„Ich auch.", kam eine weitere Stimme hinter Sirius. Dieser lehnte sich an die Bar, als Theo verschwand um Getränke zu holen und grinste dem schlaksigen Blonden zu. „Darf ich vorstellen: Theodor Tonks."

„Ted reicht vollkommen.", grinste der Blonde und reichte James die Hand, als auch dieser sich vorstellte.

„Er ist der brave Ehemann meiner Cousine Andromeda.", grinste Sirius und Ted verdrehte die Augen.

„Brav ist wohl Auslegungssache.", lachte er und seine hellblauen Augen glitzerten schelmisch.

„Oh ja, das ist es.", lachte ein weiterer Neuankömmling an der Bar, schob sich neben Sirius und hauchte ihm einen Kuss in den Mundwinkel. James nahm einen großen Schluck aus seiner Bierflasche.

„Hat's Little Drummer Boy auch noch an die Bar geschafft.", grinste Ted. Sirius lachte.

„Haben dich die Groupies aufgehalten, Rick?"

„Idiot.", lachte dieser und knuffte Sirius in die Seite.

„Hast du James schon kennen gelernt?", fragte Ted und nickt zu James hinüber.

Rick sah an Sirius vorbei und nickte James zu. Seine dunklen Augen musterten ihn prüfend.

„Schön, dass du uns so nett ignorierst.", sagte Jo neben Rick an der Bar und grinste Sirius breit an. Dieser erwiderte das Grinsen, beugte sich vor und küsste sie auf die Wange. „Schön dich zu sehen, Liebling.", schnurrte er. Jo lachte.

Theo erschien und verteilte die bestellten Bierflaschen.

„Ihr wart ziemlich gut.", sagte Remus lächelnd. „Wieder mal."

„Was erwartest du auch anderes bei dem Songtexter?", fragte Ted grinsend und brachte seine Bierflasche gegen Sirius'.

„Der einzige Mensch, der überm Motorrad komponieren kann.", grinste Rick und nahm einen Schluck aus seiner Flasche. „Unser kleines Genie. Schreibt die besten Songs, wenn er am Boden zerstört oder hoffnungslos verliebt ist. Ich frage mich, was es diesmal ist, dass ihn so beflügelt."

„Oder wer.", ergänzte Ted grinsend. „Oder ist die neuste Muse vielleicht sogar anwesend?" Seine hellblauen Augen ruhten auf James.

„Natürlich.", grinste Sirius und drückte James einen geräuschvollen Kuss auf die Wange. Die Runde lachte. James grinste etwas verlegen und wischte sich demonstrativ mit dem Ärmel über die Wange, was ihm einen Welpenblick von Sirius und noch mehr Gelächter vom Rest der Truppe einbrachte.

„Was haben wir hübschen heute Abend eigentlich noch vor?", fragte Sirius Jo.

„Wir waren schon ewig nicht mehr bowlen.", sagte sie und sah Remus an. „Könnten wir doch mal wieder."

Remus nickte. „Klar, warum nicht."

„Bist du dabei?", fragte Sirius James.

„Ich war ewig nicht mehr spielen.", gestand James.

„Kein Problem.", grinste Sirius und stieß sich von der Bar ab. „So schlecht wie die beiden Luschen kannst du unmöglich sein."

„Mal sehen wer am Ende die Lusche ist, Mister.", sage Jo, stellte schwungvoll ihre leere Flasche zurück auf den Tresen und funkelte Sirius herausfordernd an. „Dann mal los. Oder hast du doch Angst?"

Sirius lachte. „Träum weiter.", sagte er, verabschiedete sich vom Rest der Runde und verließ dann mit Jo, Remus und James den Club.

oooOOOooo

„Wenn du erlaubst bring ich dich noch nach Hause und lass den beiden Turteltauben einen gewissen Vorsprung.", grinste Sirius, als sie um vier Uhr morgens die Weggabelung erreichten, die ihre Heimwege trennen sollte.

Jo lachte, nahm ihren Kopf von Remus' Schulter und küsste ihn.

„Spart euch das für zu Hause.", lachte Sirius und schob James den linken Weg entlang. „Viel Spaß noch den Rest der Nacht.", rief er den beiden hinterher. James lachte.

Sie liefen die dunkle Straße entlang, nur schwach beleuchtet von Milchglas-Straßenlaternen. Keiner von ihnen hatte apparieren wollen, nicht nach den paar Bier und der relativ späten Stunde, die nicht mehr die volle Konzentration besaß. Und mitten in der Nacht wollte sich auch keiner splitten, wenn es vermeidbar war.

„War ein toller Abend.", sagte James, als sie James' Elternhaus erreicht hatten.

„Ja, fand ich auch.", sagte Sirius und lächelte.

„Sollten wir wieder mal machen.", sagte James und zog den Schlüsselbund aus seiner Hosentasche.

„Bin dafür."

„Na dann.", sagte James und blickte auf in Sirius' graue Augen. Sturmgrau und unergründlich. Sie waren faszinierend, vor allem wenn ein Glitzern in ihnen lag, dass man nicht zu deuten wusste, so wie gerade eben.

„Na dann.", sagte Sirius, beugte sich zu James und küsste ihn auf die Wange. Dann zog er sich langsam zurück und ließ James dabei nicht aus den Augen.

Er war so nah. James konnte seinen Atem spüren. Das Funkeln in den Augen des anderen ließ ihn nicht los. Es fehlte nicht viel, er musste sich nur nach vorne beugen, nur ein kleines Stück, um Sirius zu küssen.

James schluckte.

„James, Liebling, bist du das?"

Aus einem der oberen Fenster, aus dem nun Licht sickerte, drang die Stimme seiner Mutter nach unten auf die Straße und der Zauber des Moments verflog augenblicklich.

„Ja, Mum!", rief James ihr zu.

Das Fenster wurde geschlossen, das Licht erlosch.

„Also dann.", sagte James und grinste schief. „Wir sehn uns."

„Jup.", lächelte Sirius. „Gute Nacht.", sagte er und wandte sich zum Gehen.

„Gute Nacht.", antwortete James, schloss die Tür auf und betrat sein zu Hause. Drinnen lehnte er sich gegen die geschlossene Haustür und schloss die Augen.

Was war das eben gewesen? Hätte er Sirius tatsächlich geküsst, hätte seine Mutter die Situation nicht geklärt? Hätte er es denn gewollt? Oder wären es nur die Nachwehen eines schönen und langen Abends gewesen?

James seufzte, stieß sich von der Haustür ab und stieg die Treppen nach oben in sein Zimmer. Aber Ruhe fand er auch dort keine. Die Fragen verfolgten ihn bis in den Schlaf.