Disclaimer: Nein, JKR wollte die Jungs auch nach wiederholtem betteln nicht rausrücken ;)

A/N: Wow, ich habe die goldene 100 Review Grenze überschritten °freu° Danke euch allen!

Ganz besonders auch diesmal wieder an meine fleißigen Reviewer schokowolf, Slytherene, Missy, irgendwie, engelchen89, Nutellamaedchen, little-choco, Joeli, Moons, citrone, Yamaika und Sturmwarnung.

Eine Runde Lieblingsgetränke für alle und los geht's!


„POTTER!"

James zuckte zusammen, als er mit schmerzhafter Geschwindigkeit aus seinen Gedanken gerissen wurde. Moody kam auf ihn zu, das Gesicht wütend verzogen. Sein magisches Auge rotierte.

„Das ist das dritte Mal heute, dass du deine Deckung vernachlässigst, Junge!", donnerte er. „Wäre das hier ein echter Kampf, könnten wir deine Einzelteile suchen."

James zog den Kopf zwischen die Schultern. „Tut mir Leid, Sir."

„Das wird es, wenn man dir erst die Eingeweide rausgerissen hat, weil du nicht wachsam genug warst.", knurrte Moody und blieb vor James stehen. „Das hier ist kein Kinderspielplatz, sondern ein verdammtes Aurorentraining. Ich erwarte vollste Konzentration, verstanden?"

„Ja, Sir."

„Davon merke ich heute reichlich wenig, Potter.", murrte Moody und wandte sich über seine Schulter hinweg an James' Übungspartner. „Longbottom, geh rüber zu Shacklebolt und mach die Übung mir ihm weiter."

Longbottom nickte und bahnte sich seinen Weg durch den Übungsraum, hinüber zu einem großen dunklen Zauberer mit Glatze, der seine Übung mit einer zerbrechlich wirkenden Blondine durchführte.

„Was ist los, Potter?", fragte Moody, kaum dass Longbottom außer Hörweite war. „Was spukt dir im Kopf herum, dass du es kaum schaffst die einfachsten Flüche abzuwehren?"

Lippen. Zunge. Fingerspitzen, federleicht auf der Haut.

„Nichts.", sagte James und klang nicht sehr überzeugend.

Nähe. Wärme. Herzschlag.

„Nichts.", wiederholte Moody und richtete auch das magische Auge auf James. Er musterte James eindringlich und schüttelte dann den Kopf. „Geh nach Hause."

James wollte protestieren, doch Moody schnitt ihm das Wort ab. „Geh nach Hause, bring in Ordnung, was auch immer dir deine Konzentration entzieht und komm morgen in alter Form wieder. Das ist ein Befehl."

„Aber Sir-"

„Wegtreten, Potter.", knurrte Moody unwirsch und wandte sich von James ab dem Trainingsraum zu. „Das ist kein Kaffeekränzchen, Meadows! Beweg gefälligst deinen Hintern!" Er humpelte davon, so schnell seine Beinprothese ihn tragen konnte.

James stand etwas unschlüssig da, dann verließ er den Trainingsraum, packte seine Tasche und verließ das Ministerium. Moodys Befehlen widersetzte man sich besser nicht.

oooOOOooo

James lief die Allee entlang, sein Blick auf den hellen Kiesweg gerichtet. Warum nur ging ihm die Szene von gestern Nacht nicht mehr aus dem Kopf? Die Bilder verfolgten ihn, spielten sich immer und immer wieder in seinem Kopf ab, ließen sein Herz schneller schlagen und seinen Magen verkrampfen.

Er hatte sich recht schnell verabschiedet, nachdem Sirius Dora zurück ins Bett gebracht hatte, hatte das Training am nächsten Morgen als Entschuldigung vorgeschoben. Den Rest der Nacht hatte er keinen Schlaf gefunden, war bereits um halb fünf in der Küche gestanden, um sich die erste Tasse Kaffee des Tages zu genehmigen.

Die Hündin, die fröhlich bellend auf ihn zulief, bemerkte James erst, als er fast über sie stolperte. Nova umrundete ihn Schwanz wedelnd, schmiegte den Kopf an sein Bein und leckte über seine Finger, als James schließlich die Hand ausstreckte, um sie zu streicheln.

Ein Pfiff ertönte. Nova ließ von James' Fingern ab und bellte laut, ehe sie ein paar Schritte in die Richtung lief, aus der der Pfiff gekommen war. James drehte sich um.

Und da war er.

Sirius.

Zigarette im Mundwinkel, die Haare zu einem kleinen Zopf zusammengefasst. Novas Hundeleine baumelte lässig am Gürtel seiner Jeans. Das weite, schwarze Shirt, das er darüber trug, ließ nur erahnen, wie der Körper aussah, der darunter versteckt war. Ein strahlendes Lächeln lag auf den Lippen.

James schluckte und wandte den Blick ab, sah erneut Nova an, die wieder zu ihm kam und die Schnauze in seiner Hand vergrub.

„Hey." Sirius blieb vor ihm stehen, überschüttete James mit seinem Lächeln.

„Hey.", murmelte James und strich durch Novas Fell. „Keinen Dienst heute?"

„Erst Spätschicht.", sagte Sirius, nahm noch einen Zug von seiner Zigarette und trat sie dann aus. „Dein Training schon vorbei?"

James nickte. „Moody hat uns früher gehen lassen.", sagte er und versuchte beiläufig zu klingen, was ihm allerdings nicht gut gelang.

„Soll heißen du hast noch Zeit?", fragte Sirius und grinste auf seinen Hund hinunter, der James immer noch nicht von der Seite wich. „Nova scheint dich unendlich vermisst zu haben."

„Ich…hab eigentlich noch eine Menge zu tun…", sagte James, brach ab und sah zu Boden.

„Verstehe.", sagte Sirius und wischte sich eine Haarsträhne aus der Stirn. „Samstag schon was vor?"

„Sirius, ich weiß nicht-"

„Angelina feiert ihren Geburtstag im ‚Johnnys'. Sie hätte dich gerne dabei, weil du ihr doch so nett bei der Verlobungsfeier beigestanden bist."

„Klar.", sagte James immer noch zur Straße zu seinen Füßen. „Ich versuche zu kommen."

„Tu das." Sirius lächelte und strich Nova über den Kopf. „Komm schon, Kleine. Wir müssen weiter. Wir sehn uns, Jamie."

„Sirius-"

Sirius blieb stehen und drehte sich noch einmal zu James um.

„Gestern Nacht...das...es hatte nichts...ich meine..."

„Es hatte nichts zu bedeuten.", vervollständigte Sirius James' angebrochenen Satz. Er klang weder wütend noch verletzt, eher so, als hätte er nichts anderes erwartet.

James schluckte, dann nickte er.

Sirius lächelte, schob zwei Finger unter James' Kinn und zwang ihn so ihn anzusehen. „Mach dir keinen Kopf. Dinge geschehen manchmal schneller als man denken kann.", flüsterte er, ließ seine Lippen kurz über James' streifen und wandte sich zum Gehen.

„Bis Samstag dann.", rief er, als er am Ende des Weges angelangt war, winkte noch einmal und verschwand mit Nova um die Wegbiegung.

James stand da wie festgewachsen. Zaghaft hob er die Hand und berührte mit den Fingerspitzen seine Lippen. Sein Magen fühlte sich an, als stünde er in Flammen. Heiliger Merlin. Dieser Mann würde ihn noch in den Wahnsinn treiben.

oooOOOooo

Das ‚Johnnys' stellte sich als kleine Bar etwas außerhalb des Stadtzentrums heraus. Sie wirkte ein wenig schummrig und verraucht, aber sonst recht gemütlich. Musik wummerte stetig aus einem magischen Lautsprecher über der Theke.

James stand etwas unschlüssig im Eingang, bis ihm eine eifrig winkende Hand auffiel und ein dazugehöriger Rotschopf, der durch den gut besuchten Raum auf ihn zusteuerte.

James ging dem Mädchen entgegen. „Hey Lily."

„Schön dich zu sehen, James.", lächelte Lily. „Wir sitzen etwas weiter hinten, da haben wir's zumindest etwas ruhiger." James nickte und folgte ihr.

Angelina strahlte, als sie ihn sah, und küsste ihn auf die Wange. „Wie schön, dass du kommen konntest."

„Toll, wirft sich dem erstbesten Mann an den Hals und ignoriert mich gleich völlig."

James drehte sich um und sah in Jos grinsendes Gesicht. „Hi James. Du erlaubst doch." Sie pflückte Angelina aus seinen Armen.

„Eifersüchtig?", fragte diese grinsend.

„Immer.", antwortete Jo und erwiderte das Grinsen.

„Wo hast du Sirius gelassen?", fragte Angelina und lächelte sanft.

„Der is nur kurz für kleine Mädchen.", antwortete Rick grinsend und kam mit einem Bier in der Hand von der Bar her auf die kleine Gruppe zugeschlendert.

„War ja logisch.", lachte Remus. „Überall markieren wo er hinkommt."

„Wahrscheinlich war er in nem früheren Leben mal ein Hund.", grinste Jo.

„Ja, wahrscheinlich so ein kleiner, dauerkläffender Fußabstreifer.", grinste Rick. Die Runde lachte.

„Gut zu wissen, was für eine hohe Meinung ihr von mir habt."

Sirius lehne an der Wand etwas hinter der Gruppe und grinste.

„Oh seht mal, das Hundehalsband hat er auch dabei.", grinste Rick, ging zu ihm und zog spielerisch am Lederband, das Sirius um den Hals trug.

„Klappe, Spinner."

„Bring mich doch zum Schweigen.", grinste Rick herausfordernd. Und Sirius tat es. Er beugte sich zu Rick und verschloss seine Lippen mit einem Kuss.

James' Magen verkrampfte sich. Er wandte den Blick ab. Irgendwo hinsehen, nur das nicht sehen müssen.

Sein flüchtender Blick begegnete Remus'. Dessen Augen wanderten kurz zurück zu den beiden Männern, die sich lachend voneinander lösten, dann wieder zurück zu James. Ein Grinsen trat auf seine Lippen.

„Komm schon.", sagte er zu ihm und nickte hinüber zur Bar. „Wir holen uns was zu trinken."