VERZICHTSERKLÄRUNG: Alle urheberrechtlich geschützten Figuren in dieser Story gehören natürlich der wunderbaren Joanne K. Rowling. Ich habe sie mir nur ausgeliehen. Einzig die Idee und neue Charaktere sind komplett von mir. Ich beabsichtige nicht, mit dieser Geschichte Geld zu verdienen.

A/N: Und hier ein weiteres Kapitel. Ich hoffe, es gefällt euch. Es ist zwar im Moment noch wenig Action in der Story, aber ich möchte Harry erst in einer 'normalen' Umgebung schildern und damit den Unterschied in seiner Entwicklung aufzeigen. Er bekommt endlich das, was er sich stets erhoffte. Nämlich eine Familie, die ihn um seiner Selbst liebt. Auch hier natürlich meinen Dank an Pansy, der skrupellosen Jägerin der verlorenen Kommata. Viel Spaß beim lesen,

Marius

KAPITEL 4

"Wohin fahren wir?" fragte Harry nach ein paar Minuten aufgeregt.

"Oh, das wird dir gefallen, Welpe. Ich dachte, wir machen erst einmal ein wenig Urlaub am Meer. Was hältst du davon?" drehte sich Sirius auf dem Beifahrersitz nach hinten.

"Das Meer? Wow, ich war noch nie am Meer!" leuchteten Harrys grüne Augen auf.

"Dann wird es aber Zeit." grinste Sirius und wirkte genauso aufgeregt wie der 6jährige.

"Onkel Remus kommt auch mit?" wollte Harry wissen.

"Natürlich!" meinte Sirius sofort.

"Äh, ich muss wieder arbeiten Sirius!" erinnerte ihn Remus verlegen.

"Quatsch! Du wirst mich doch nicht hängen lassen, alter Freund!" stöhnte Sirius. "Wenn es eine Frage des Geldes ist dann überlass es bitte mir, Moony!" bot er ihm an.

"Du weißt, dass ich das nicht will, Sirius!" knurrte Remus und seine Wangen röteten sich.

"Merlin, du bist ein sturer Wolf!" seufzte Sirius.

"Bitte, bitte Onkel Remus!" tauchte Harrys Kopf zwischen den beiden Männern auf.

"Harry!" stöhnte Remus verzweifelt.

"Sieh mich bitte an Onkel Remus!" bettelte Harry.

"Nein. Wenn ich dir in deine großen Glubscher schaue, werde ich sicher nachgeben!" starrte Remus krampfhaft nach vorne. Harry schob schmollend die Unterlippe nach vorne und streichelte sachte Remus' Schulter.

"Gott im Himmel! Das ist unfair!" seufzte Remus. "Also gut. Also gut!" gab er nach und warf einen Blick auf das bittende Gesicht von Harry und stöhnte erneut, als er die großen Augen sah die sich jetzt erleuchteten.

"Eine volle Breitseite und der Wolf ist versenkt!" meinte Sirius andächtig und fing an zu grinsen.

"Danke, danke!" gickelte Harry erfreut. Das machte echt Spaß seine Vorteile so auszuspielen.

"Den Blick hat er mit Sicherheit von Lily geerbt. So hat sie James auch immer herum bekommen!" lachte Sirius.

"Oh ja, er war wie Wachs in ihren Händen!" kicherte Remus.

"Erzählt mir bitte von meinen Eltern!" bat Harry weich.

"Weißt du schon einiges von ihnen?" fragte Sirius sanft.

"Nein, nichts weiter. Nur, dass sie...!" wollte ihnen Harry sagen und stoppte unvermittelt. Er verabscheute es zutiefst die beiden anzulügen.

"Ja?" wartete Sirius darauf, dass er weitermachte.

"Wir müssen reden." wurde Harry ernst.

"Aber das tun wir doch bereits, Kleiner!" lächelte Sirius.

"Nein. Ich meine richtig reden. Über dich, Remus und über mich. Was wird jetzt? Wo du und Remus warst." widersprach Harry. "Oh, und kommt bloß nicht auf den blödsinnigen Gedanken ich wäre zu jung oder zu klein. Das könnt ihr von vornherein vergessen. Capice?" setzte er noch einen drauf.

"Der Kleine ist ganz schön herrisch!" murmelte Remus.

"Das habe ich gehört!" fauchte Harry.

"Und gute Ohren hat er auch!" grinste Sirius.

"Yep! Sie reichen bis nach vorne!" kicherte Harry und die beiden Männer lachten. "Jetzt aber mal ernsthaft. Es ist sehr wichtig, dass wir reden und ich verlange von euch den Eid des Zauberers, dass ihr über das, was wir reden, absolutes Stillschweigen bewahrt." tauchte Harrys Kopf wieder zwischen den beiden auf.

"Einen Zauberereid!" ächzte Sirius verblüfft.

"Woher weißt du davon Harry?" fragte Remus ernst.

"Das werde ich euch sagen sobald ihr den Eid geleistet habt." antwortete Harry ruhig.

"Mmmh. Padfoot?" fragte Remus seinen Freund.

"Einverstanden." erwiderte Sirius nach gut einer Minute.

"Na schön. Aber nicht hier im Auto. Unterhalten wir uns darüber, sobald wir nach unserer Einkaufstour nach Hause gekommen sind!" entschied Remus.

"Danke. Mehr kann ich nicht verlangen." drückte Harry sanft seinen Arm und setzte sich wieder hin.

"Dann gib mal Gas, Moony. Das Meer wartet!" gab Sirius den Befehl.

"Yoh, Chef!" grinste Remus wölfisch und kippte einen Schalter auf dem Armaturenbrett um. Auf einmal schien sich die Straße zu verengen und Harry wurde in seinen Sitz gepresst.

"Voll Krass!" jubelte er. Harry kannte diese Art der Fortbewegung bereits aber es faszinierte ihn immer wieder. Nur wenige Sekunden später verlangsamte sich ihre Fahrt wieder und die Umgebung änderte sich dramatisch. Wo noch eben Reihenhäuser und gepflegte englische Vorgärten das Bild beherrscht hatten, zeigte sich nun eine mediterrane Landschaft und auf der linken Seite war das blaue Meer zu sehen. "WOW!" hauchte der Junge bewundernd und presste seine Nase an die Fensterscheibe.

"Es scheint ihm zu gefallen!" lachte Sirius zufrieden.

"Wir sind da!" gab Remus Bescheid und bog in eine Einfahrt ab. Eine luxuriöse Villa thronte direkt über dem Strand und war weit und breit das einzige Anwesen.

"Wo sind wir?" fragte Harry neugierig.

"Willkommen an der französischen Riviera. Wir befinden uns in der Nähe zu Monte Carlo. Ich wollte erst in die Karibik aber das können wir ja das nächste Mal!" zwinkerte ihm Sirius zu.

"Echt dekadent!" grinste Harry. Er hatte von dem Haus durch das Erbe der Blacks gewusst, war aber niemals hier gewesen. Ein echtes Versäumnis, wie er nun feststellen musste. Als Harry aus dem Wagen stieg, holte er tief Luft durch die Nase und schloss die Augen. Es roch einfach himmlisch. Das Meer war nur gut 50 Meter entfernt und man konnte die Brandung hören. Die Zikaden zirpten und Palmen wiegten sich sanft im Wind.

"Gefällt es dir?" fragte Sirius abwartend.

"Gefallen? Ich liebe es!" rief Harry begeistert aus.

"Dann sind wir ja schon zwei!" lachte Sirius.

"Mach drei daraus!" grinste Remus.

"Harry, warte bitte einen Augenblick!" hielt Sirius den Jungen zurück. Harry stockte im Schritt und sah neugierig zu seinem Paten.

"Da du anscheinend schon über die Magie Bescheid weißt, muss ich mich jetzt nicht verrenken um dir den Zugang zum Haus zu ermöglichen." fing Sirius an zu erklären und legte seine Hand auf Harrys Schulter. Er murmelte etwas, das Harry nicht verstand aber dafür konnte er sehen wie die Schutzbanne, die um das Grundstück lagen, kurz aufleuchteten. "So, nun bist du eingetastet und hast unbeschränkten Zugang." grinste Sirius.

"Krass. Ich habe es leuchten sehen!" meinte Harry mit großen Augen.

"Du hast es gesehen?" staunte Sirius und wechselte einen überraschten Blick mit Remus.

"Ihr nicht?" staunte Harry.

"Äh, sicher!" winkte Sirius ab. "Ich habe mich nur gewundert." meinte er lahm. Harry reagierte nicht weiter darauf, sondern betrachtete aufmerksam das Haus und den schönen Garten. "Komm ruhig rein, Harry!" führte Sirius den Jungen zum Eingang.

Er legte eine Hand auf das Wappen das die Tür verzierte und wieder leuchtete es kurz auf, bevor sich die Tür mit einem satten Klicken öffnete. Gespannt trat Harry ein, als Sirius die schwere Tür einladend aufhielt und blieb überrascht stehen. Es gab keine Diele so wie im Lingusterweg, sondern einen großen offenen, Lichtdurchfluteten Raum. Genau gegenüber gab es eine riesige Fensterfront die einen herrlichen Blick auf das Meer zeigte. Der Boden war mit feinem Marmor ausgelegt und darüber lagen dicke, kostbare Teppiche. Bequem aussehende Ledermöbel und ein offener Kamin rundeten das Bild ab. Über dem Kamin hing ein Gemälde das einen streng aussehenden Mann zeigte. Schwarze Haare, eisblaue Augen so wie Sirius. Die Ähnlichkeit war unübersehbar.

"Das ist wie bei der Königin!" hauchte Harry hingerissen und Sirius lachte bellend.

"So edel sind wir Blacks dann doch wieder nicht!" grinste er schief.

"Das habe ich aber anders in Erinnerung, oh mächtiger Lord Black!" spöttelte Remus.

"Ich bin nicht Lord Black!" runzelte Sirius die Stirn und sein Blick wurde düster.

"Ich weiß, Padfoot!" meinte Remus weich.

"Probleme?" hob Harry fragend eine Augenbraue. Sirius starrte ihn kurz an und musste grinsen.

"Deine Mom machte genau dasselbe wenn sie irritiert war!" meinte er.

"Echt? Was denn?" fragte Harry.

"Ja, genau so." grinste Sirius nur.

"Ich muss dir beipflichten!" lächelte Remus.

"Was denn? Kommt sagt schon!" bettelte Harry.

"Deine Augenbraue. Lily zog sie auch immer so nach oben. Genau wie du jetzt!" erklärte Sirius.

"Tu ich nicht!" murmelte Harry verlegen und wackelte mit den Augenbrauen was die beiden Männer nur zum Lachen brachte.

"Komm, ich zeige dir dein Zimmer!" lenkte ihn Sirius ab und führte sein Patenkind nach oben. Harry bekam ein schönes Zimmer, mit Blick auf das Mittelmeer. Es war mindestens viermal so groß wie sein Zimmer bei den Dursleys und hatte sogar ein eigenes Badezimmer. Ein großes, weiches Bett lud dazu ein darauf herum zuspringen und genau das machte Harry auch sofort.

"Es ist wunderschön. Danke Sirius!" schnüffelte er dann.

"Hey, nur das Beste für meinen Patensohn!" winkte Sirius erfreut ab. "Mach dich ein wenig frisch und in einer Viertelstunde treffen wir uns wieder unten. Dann machen wir erst einmal eine Shoppingtour. Einverstanden?" machte er den Vorschlag.

"Du musst nicht soviel Geld für mich ausgeben!" seufzte Harry.

"Unsinn, Kleiner. Ich kann es mir wirklich leisten und außerdem habe ich erst kürzlich einen großen Batzen Gold in die Finger bekommen. Kein Wort mehr!" warnte er als Harry widersprechen wollte.

"Na gut!" gab Harry nach.

"Sehr schön. Also bis gleich!" rieb sich Sirius erfreut die Hände und schloss die Tür hinter sich.

Harry saß ein paar Minuten still auf seinem Bett und seufzte schwer. Er wunderte sich ein wenig über sich selbst, dass er teilweise so anders reagierte, als er es erwartet hatte. Ob es an seinem kindlichen Körper lag? Geistig gesehen war er fast 21 Jahre alt, aber er agierte manchmal wirklich wie ein 6jähriger und das irritierte ihn ohne Ende. 'Vielleicht ist dies meine Chance eine schöne Kindheit zu haben' kam es ihm zu Bewusstsein. Wenn dem so war, dann würde er mit beiden Händen diese Gelegenheit ergreifen, das schwor er sich. Mit einem Lächeln krabbelte vom Bett und ging ins Bad.

Eine Viertelstunde später kam er nach unten wo schon die beiden Freunde auf ihn warteten. Sie hatten wie er, die Gelegenheit genutzt um sich etwas leichtere Kleidung anzuziehen. Bei Sirius stand eine kleine Gestalt, die Harry sofort als Hauselfe erkannte und er blieb an der Treppe stehen. Es war nicht Kreacher und Harry war sehr dankbar dafür.

"Ah, da bist du ja Harry. Tenny, dies ist mein Patensohn Harry Potter! Harry, dies ist Tenny. Eine Hauselfe." stellte ihn Sirius vor. Die kleine Hauselfe drehte sich zu Harry und ihre Augen erweiterten sich ehrfürchtig.

"Eine große Ehre, junger Meister Harry Potter!" verneigte sich Tenny soweit, bis ihre Nasenspitze fast den Teppich berührte.

"Äh, danke. Nenne mich bitte nur Harry!" wurde der Junge rot.

Tenny quiekste und sah ungläubig zu Sirius der breit grinste.

"Meister H... Harry, Sir?" probierte es Tenny und wrang nervös die Hände.

"Tenny!" lächelte Harry die Hauselfe freundlich an.

"Tenny ist hier für das Anwesen und für das Kochen zuständig. Wenn du etwas benötigst, musst du sie nur rufen." erklärte Sirius und Tenny nickte so heftig, dass ihre großen Ohren nur so schlackerten. "Danke Tenny. Das war es für jetzt!" entließ sie dann Sirius. Mit einem Fingerschnipsen verschwand die Hauselfe.

"Du hast nicht sehr überrascht ausgesehen, als du Tenny sahst?" meinte Remus nachdenklich und ließ Harry nicht aus den Augen.

"Später Moony." wich Harry aus.

"Dräng den Jungen nicht!" murmelte Sirius und stieß Remus leicht in die Seite. "Jetzt gehen wir erst einmal einkaufen." sagte er dann betont überschwänglich.

"Floh oder Auto?" fragte Remus.

"Wir nehmen den Kamin. Das Auto hatte ich heute nur Leihweise vom Ministerium." entschied Sirius augenblicklich und Harry unterdrückte ein Stöhnen. Er verabscheute das Flohreisen. Selbst nach gut 10 Jahren in der Zaubererwelt, machte er immer noch eine unglückliche Figur dabei.

"Also gut Welpe. Gut aufgepasst!" forderte Sirius seine Aufmerksamkeit und erläuterte dem Jungen wie das Flohnetzwerk funktionierte. Dann schickte er Remus als ersten durch den Kamin, um es Harry zu demonstrieren. "Rue de Olymp!" sprach Remus klar und deutlich und verschwand mit einem Aufbrausen des Feuers.

"Siehst du, Harry? Ganz einfach!" grinste Sirius.

"Wenn du das sagst, Padfoot!" brummelte Harry.

"Du musst keine Angst haben, Kleiner. Das schlimmste was dir passieren kann, ist, dass du wahrscheinlich in Timbuktu landest!" wurde Sirius' Grinsen breiter.

"Wie beruhigend!" meinte Harry höhnisch.

"Ja, finde ich auch!" ging Sirius nicht darauf ein. "Jetzt du. Nenne klar und deutlich den Zielort und schließe die Augen. Ist besser so, vertrau mir. Nicht, dass du unterwegs das kübeln anfängst!" sah er es locker, aber seine Augen funkelten vor unterdrücktem Vergnügen.

"Wo ist denn überhaupt diese Rue de Olymp?" wollte Harry erst noch wissen.

"Oh, habe ich das nicht erwähnt? Paris natürlich. Wo denn sonst!" erwiderte Sirius und bekam als Belohnung einen funkelnden Blick von Harry. "Oih, oih. Den Blick hast du schon ganz schön drauf. Übe ihn ruhig weiter!" kicherte Sirius unbeeindruckt.

"Das kriegst du wieder, Padfoot!" murmelte Harry und schritt zum Kamin.

"Na, das hoffe ich doch!" lachte Sirius bellend.

Harry konnte nicht anders und musste grinsen. Es tat so gut, seinen Paten so lachen zu hören. Wie sehr hatte er es vermisst. Er nahm etwas von dem Flohpulver und schmiss es ins Feuer das sich sofort grün färbte und sich merkwürdig kühl anfühlte. Entschlossen trat Harry in den Kamin und holte tief Luft.

"Rue de Olymp!" sagte er mit heller Stimme und schon ging es los. Harry wurde um die eigene Achse gewirbelt und er schloss sofort die Augen. Trotzdem hatte er das Gefühl ihm würde sein Mageninhalt entgegen kommen, als die Reise auch schon unvermittelt endete und er nach vorne schoss und äußerst unelegant auf der Nase landete.

"Na, hat's Spaß gemacht?" half ihm Remus schmunzelnd auf die Füße und klopfte ihm den Ruß und die Asche von der Kleidung.

"Nicht wirklich!" war Harry noch ziemlich blass um die Nasenspitze und er schob sich seine Brille wieder nach oben. Das Feuer loderte wieder auf und Sirius trat lässig aus dem Kamin, was Harry absolut beneidenswert fand.

"Ah, nicht verloren gegangen. Gut gemacht, Welpe!" klopfte ihm Sirius stolz auf den Rücken.

"Er schoss wie ein Champagnerkorken aus dem Kamin. Sehr spektakulär, meiner bescheidenen Ansicht nach!" grinste Remus.

"Wirklich? Schade, dass ich es nicht gesehen habe. Naja, vielleicht beim nächsten Mal!" freute sich Sirius.

"Sehr witzig. Haha." lästerte Harry und sah sich vorsichtig um. Es war ordentlich was los in der Rue de Olymp. Der öffentliche Kamin befand sich nicht wie in London im Tropfenden Kessel, sondern war nur einer von drei Kaminen in einer großen Markthalle. Es gab an den Längsseiten Geschäfte, Stände und kleine öffentliche Garküchen. Die Deckenkonstruktion war ein atemberaubendes Kunstwerk aus Glas und Stahl und filterte herrlich das Sonnenlicht. Ein aufgeregtes Summen erfüllte den Ort und vielfältige Gerüche stiegen Harry in die Nase.

"Wow!" flüsterte Harry beeindruckt.

"Ja, es ist so ganz anders als die Winkelgasse. Exotisch fast, aber genauso viel Flair. Ich bin immer gerne hier!" meinte Remus wehmütig.

"Remus' Leute kamen aus Frankreich, deshalb!" raunte Sirius Harry zu.

"Du bist Franzose?" wunderte sich Harry. Das hatte er nicht gewusst.

"Nein. Ich bin in England geboren, aber mein Vater war Franzose. Aber lassen wir das jetzt. Komm Harry, ich weiß wo du am besten einkaufst!" streckte Remus eine Hand nach dem Jungen aus.

Harry ergriff sie lächelnd und so begann ihre Einkaufstour. Remus sprach fließend französisch und das erleichterte die Sache ungemein, da die einheimischen Geschäftsinhaber nicht im Traum daran dachten, eine andere Sprache zu sprechen. Darin unterschieden sie sich nicht von ihren nichtmagischen Landsleuten. Sie hatten ihren Stolz und auch ihre legendäre Sturheit. Sirius hatte als Sohn einer der alten und edlen Familien ebenfalls Französisch gelernt aber er hatte es lange nicht mehr gesprochen und war deshalb ein wenig eingerostet. Harry hingegen, sprach kein Wort Französisch und war deshalb ziemlich hilflos.

Aber das tat der Freude und der Aufregung keinen Abbruch. Gut drei Stunden flanierten sie durch die Rue de Olymp, die sich nicht nur auf die große Halle beschränkte. Wie in England auch, gab es hier ebenfalls ein paar dunkle Seitengassen in denen sich die, etwas weniger legalen, Geschäfte befanden. Harry konnte die dunkle Magie förmlich fühlen, die aus den kleineren Seitengassen sickerte und es verursachte ihm einen Schauder der ihm den Rücken herunter lief. Voll bepackt mit Taschen und viele Galeonen ärmer, beendeten die drei ihren Einkaufsbummel. Harry hatte Sirius dazu überreden können, auch Remus ein paar neue Sachen zu spendieren. Remus hatte erwartungsgemäß dieses Angebot ausgeschlagen, aber die beiden anderen hatten ihn solange bearbeitet, bis er nachgegeben hatte. Es lag vor allem an Harrys großen grünen Augen die den Werwolf förmlich anflehten, die Remus letztendlich nachgeben ließen. Sirius hatte breit gegrinst und Harry unbemerkt zugezwinkert.

"Merlin! So ein Blick sollte verboten werden!" stöhnte Remus geschlagen.

Endlich waren die Einkäufe erledigt und Harry seufzte erleichtert. Seine Füße brannten und er hatte mächtig Hunger. Das erfreulichste für ihn, war die Tatsache gewesen, dass ihn anscheinend keiner erkannte und er nicht von "Fans" belästigt worden war.

"Wenn wir schon mal in Paris sind, gehen wir auch anständig essen. Ich weiß ein wirklich nettes Lokal, nicht weit von hier!" sah Remus zu den beiden.

"Au ja. Ich fall gleich um!" nickte Harry eifrig.

"Führ voran, mon General. Wir folgen in deinem Kielwasser!" scherzte Sirius.

"Wie ihr befiehlt, Master Black!" verbeugte sich Remus elegant.

"Hört auf so rumzueiern. Ich hab Hunger!" quengelte Harry.

"Hat der Welpe rumeiern gesagt?" riss Sirius die Augen auf.

"In der Tat, Messier Padfoot. Die Ohren von Messier Moony vernahmen dieses schändliche Wort!" erwiderte Remus.

"Hehe, habe ich mich doch nicht verhört!" grinste Sirius und begann Harry zu kitzeln. Ein helles Quietschen und Lachen erfüllte die Rue de Olymp und Sirius ließ erst von Harry ab, als dieser atemlos am Boden lag.

"Ich denke er hat sich benetzt!" kicherte Remus und winkte dezent mit seinem Stab in Richtung Harry und beseitigte das Malheur.

"Das... das... hicks... war nicht fair!" stöhnte Harry.

"Mag sein. Aber es hat mächtig Spaß gemacht!" lachte Sirius und half seinem Patensohn auf.

"Gott! Ich habe mir in die Hosen...!" riss Harry die Augen auf und wurde dunkelrot. Er zog verlegen am Schritt und trat dann Sirius kräftig vor das Schienbein. Es geschah so unvermittelt, dass er ihn damit überraschte.

"Au! Verdammt tut das weh! Hölle und Verdammnis!" heulte Sirius und sprang auf einem Bein durch die Passage, was Remus nur noch lauter lachen ließ.

"Hat er dich gut erwischt, Padfoot?" fragte er süß und bekam einen dunklen Blick zurück.

"Es war ein Volltreffer!" stöhnte Sirius und rieb sich über die Stelle.

"Rache ist süß!" grinste Harry mitleidslos.

"Und schmerzhaft!" zischte Sirius wehleidig.

"Ts. Ts. Von einem 6jährigen ausgeknockt. Blamabel, blamabel!" stichelte Remus vergnügt.

"Hör bloß auf. Es war ja nicht dein Schienbein, Moony! Diese unmenschlichen Schmerzen!" übertrieb Sirius schamlos.

"Tut es wirklich so weh?" fragte Harry mit zitternder Unterlippe.

"Äh, naja, es geht schon wieder!" hüstelte Sirius.

"Soll ich das andere auch treten, um es auszugleichen?" klimperte Harry unschuldig mit seinen langen Wimpern.

Sirius' Augen weiteten sich flüchtig und er fing an zu lachen.

"Du hast es faustdick hinter den Löffeln, du Schuft. Gut so!" lachte er unbändig und zerwuschelte Harrys Haar.

"James' Sohn, Padfoot. Was hast du erwartet?" schmunzelte Remus und gab Harry dieselbe Geste der Zuneigung.

"Kommt, gehen wir lieber. Die Leute gucken schon ganz komisch!" kicherte Sirius.

"Keine Ahnung warum! Es war doch nichts!" gickelte Harry. Soviel Spaß hatte er ewig nicht mehr gehabt. Mit einem Lächeln auf den Lippen ließen er und die beiden Plünderer die Rue de Olymp zurück.

TBC...