VERZICHTSERKLÄRUNG: Alle urheberrechtlich geschützten Figuren in dieser Story gehören natürlich der wunderbaren Joanne K. Rowling. Ich habe sie mir nur ausgeliehen. Einzig die Idee und neue Charaktere sind komplett von mir. Ich beabsichtige nicht, mit dieser Geschichte Geld zu verdienen.
A/N: Wow. Es freut mich ungemein, dass ich so positive Resonanz von euch erhalte. Ein dickes Dankeschön, an dieser Stelle, an Osiris Black und auch Ina bei FF.de für die regelmäßigen Reviews. Es ist schön, solch treue Leser zu haben. Tja, letzthin sagte ich noch, dass dieses Kapitel weniger als 4000 Worte habe? Was soll ich sagen. Nachdem ich noch etwas daran herumgebessert habe, wurden es doch mehr als 5000. In diesem Kapitel werden die nächsten drei Jahre behandelt. Viel Spaß beim lesen.
Marius
ooOOoo
KAPITEL 7
Die nächsten paar Monate gingen wie rasend vorbei und ehe sich Harry versah, stand sein 7. Geburtstag vor der Tür. Wie angedroht hatten ihn Sirius und Remus zu einen der bekanntesten Heiler Frankreichs geschleppt und die Diagnose war wie erwartet. Durch die Mangelernährung hatte Harry einen Rückstand, der aber innerhalb eines Jahres leicht aufzuholen wäre, wie ihnen Monsieur Calombe versicherte.
"Sie sind rechtzeitig mit dem Kind zu mir gekommen, Monsieur Noir. Die Tränke sind zwar etwas teuer, aber es ist allemal lohnend!" meinte der alte Heiler beruhigend.
"Du hast es gehört, Kleiner!" war Sirius zufrieden.
Super, noch mehr Tränke die wie die Fußsohlen eines Trolls schmecken, würgte Harry innerlich aber er ließ es sich nicht anmerken. Vor allem nicht als Monsieur Calombe beiläufig erwähnte, dass Harry bestimmt einmal die respektable Größe von gut 1,82 erreichen würde. Rund 10cm mehr als vorher. Das besiegelte es für Harry.
Aber noch erschüttender war eine weitere Diagnose die Calombe stellte. Er wiederholte den Test dreimal bevor er sich aufgeregt an Sirius wandte.
"Es dürfte eigentlich nicht möglich sein, aber ihr Patensohn hat... er hat zwei magische Kerne die anscheinend langsam fusionieren. Mir ist in meiner ganzen Laufbahn als Heiler noch nie so etwas untergekommen." schüttelte er verblüfft den Kopf.
"Zwei Kerne?" riss Sirius die Augen auf und wechselte einen schnellen Blick mit Harry, der nur mit den schmalen Schultern zuckte. "Wird es ihn beeinträchtigen?" fragte er den Heiler.
"Eher das Gegenteil, Monsieur. Der Junge wird nach beendeter Fusion einer der mächtigsten Zauberer der Gegenwart sein. Wirklich erstaunlich." versicherte ihm Heiler Calombe.
"Warum muss das Außergewöhnliche immer mir passieren?" brummte Harry.
"Ich kann mich doch auf ihre Diskretion verlassen?" fragte Sirius den Heiler leise und reichte ihm einen schweren Beutel mit Galeonen.
"Selbstverständlich Monsieur Noir. Selbstverständlich." erwiderte Calombe geschmeidig.
Also nahm Harry rund 8 Monate mit widerwilliger Begeisterung regelmäßig Tränke ein und am Ende dieser Zeit zeigten sich die ersten Ergebnisse. Er hatte nun in etwa die Größe seiner Altersgenossen erreicht und freute sich ungemein. Parallel lief dazu sein Unterricht. Sirius hatte wie versprochen einen Französischlehrer für Harry eingestellt, der ihm auch gleichzeitig Latein lehrte. Alles in einem war Harry gut ausgelastet. Es war aber nicht so, dass er nur büffelte. Absolut nicht. Seine beiden Wächter achteten sehr darauf, dass er auch jede Menge Spaß hatte. Harry ging auch viel schwimmen, nachdem ihm Sirius Schwimmunterricht erteilt hatte und nach gut einem Jahr war Harry braungebrannt und wirklich gut in Form für einen fast 7jährigen.
Sirius Black trat auch, wie abgemacht, sein Erbe als Lord Black an und übernahm die Leitung als Oberhaupt seiner Familie. Einer seiner ersten Handlungen als neuer Lord Black, war die Verstoßung von Bellatrix Lestrange und die Wiedereingliederung von Andromeda Tonks in die Familie. Harry lernte die junge Tonks kennen und war erstaunt wie anders sie aussah. Doch schusselig war sie schon als junges Mädchen, stellte er amüsiert fest. Tonks selbst, schloss den Jungen sofort in ihr Herz und sah ihn als kleinen Bruder an, was Harry nur glücklich machte. Und die dreizehnjährige Nymphadora schwärmte für den jungen schlanken Mann, der bei ihren Cousin wohnte. Remus selbst, nahm sie noch nicht so richtig wahr, aber bereits jetzt war abzusehen, dass ihn eines Tages Tonks wohl einfangen würde. Und Harry würde sich nicht zu schade sein und den Matchmaker spielen, nahm er sich vor.
Die Scheidung von Narcissa Malfoy hingegen war eine etwas delikatere Angelegenheit. Sirius nahm insgeheim Verbindung mit seiner Cousine auf und war ehrlich überrascht, als sie ihm nach ihren zweiten Treffen gestand, dass sie mehr als überglücklich wäre, in den Schoss der edlen und uralten Familie Black zurückkehren zu dürfen. Das war unerwartet aber erklärbar, wie Sirius Harry versicherte. Die Hochzeit mit Lucius war keine Liebesheirat, sondern eine arrangierte zwischen den Familien gewesen. Lucius war nicht sehr umgänglich, um es ein wenig zu beschönigen. Nur drei Pflichtbesuche in jetzt gut 8 Jahren Ehe. Wie sich herausstellte, stand Lucius eher auf junge Männer als auf junge Frauen. In der Zaubererwelt eher toleriert als in der Muggelwelt aber in diesem Fall Pech für Narcissa, die ihn aber zugegeben nicht liebte. Narcissa schaffte es, Draco dem Einfluss seines Vaters zu entziehen, was nicht ohne Kämpfe abging. Im Großen und Ganzen dauerte dieser Hickhack zwischen den Familien Black und Malfoy gut ein Jahr.
Nachdem Narcissa Black, wie sie nun wieder hieß, die Trennung vollzogen hatte, unterstützte Sirius sie mit einer jährlichen Apanage, die ihr und Draco ein gutes und dem Stand angemessenes Leben ermöglichen würde. Lucius verstieß daraufhin Draco als seinen Erben, aber zum Glück war der Knabe zu dem Zeitpunkt noch zu jung, um dies in all seinen Folgen zu realisieren. Cissy, wie sie Sirius ab und an nannte, blühte jetzt richtig auf und übernahm zu Harrys Grauen gelegentlich seine Lehren in den feinen Umgangsformen der alten Familien. Sie war in diesen Dingen sehr bewandert, was nicht verwunderte, wenn man bedachte, dass sie bis dato nichts anderes gemacht hatte. Harry lernte auch Draco zu diesem Zeitpunkt schon kennen und es entwickelte sich eine, am Anfang, scheue Freundschaft. Noch nicht eng, aber weit davon dessen, was einstmals zwischen den beiden war. Es war auf jeden Fall eine Verbesserung, wie sich Harry eingestehen musste.
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Sein achtes Lebensjahr verlief fast genauso. Lernen, noch mehr Lernen und doch alles spielerisch und locker. Harry fühlte sich pudelwohl. Langsam war auch sein magischer Kern gewachsen, auch wenn er noch lange nicht die ursprüngliche Größe erreicht hatte. Aber seine Macht war jetzt schon höher als die seiner Lehrer.
Über die Weihnachtsferien, die sie in Sizilien verbrachten, lernte Sirius eine junge einheimische Hexe aus Palermo kennen und verliebte sich in sie. Ein Vierteljahr lang verhielt sich Sirius wie ein Schwachsinniger, da die junge Dame, Serena Venus DeMonte war ihr Name, ihn äußerst geschickt ignorierte. Serena war Anfang 20, unverheiratet und verdammt attraktiv. Ihr unverheirateter Status war aber auch der Grund dafür, dass sie sich mit ihrer Altgeformten Familie überworfen hatte. Ein unerhörtes Verhalten in den Augen einer alten sizilianischen Zaubererfamilie. Das Haar so schwarz wie das von Sirius und dunkle feurige Augen. Dazu ein Temperament das Harry sehr an Ginny oder Molly Weasley erinnerte. Eine enorme Intelligenz und jede Menge Humor rundeten ihre reiche Persönlichkeit ab. Harry gefiel sie gleich aber er hielt sich aus dieser Sache weitgehends heraus. Sein Pate musste selbst wissen was er wollte. Und Sirius wollte sie. Remus verriet Harry, dass die beiden ihn sehr an James und Lily erinnerten. Die hatten sich auch lange Zeit gefetzt, bevor sie erkannten, dass sie zusammen gehörten.
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Sirius und Harry verzogen sich oft in das Trankslabor und versuchten den Wolfsbanntrank für Remus zu verbessern. Im ersten Jahr machten sie noch keine Fortschritte aber in Harrys neuntem Lebensjahr kam der erste kleine Durchbruch. Er würde Remus die Umwandlung sehr viel leichter und vor allem weniger schmerzhaft machen. Moony war erst skeptisch aber zu seiner Ehre nahm er den Trank ohne großen Widerstand ein. Als die Nacht vorbei ging und er sich wieder in einen Menschen verwandelte, kauerte er gut eine Minute regungslos am Boden und Sirius und Harry fürchteten schon, dass etwas schief gegangen sei. Das verstärkte sich als Remus den Kopf anhob und sie die Tränen sahen.
"Moony?" fragte Sirius zaghaft und tief besorgt.
"Es... es hat so gut wie gar nicht geschmerzt. So gut wie gar nicht. Es war fast mühelos!" stammelte Remus erschüttert.
"Pfuuh! Gott, ich dachte schon!" ächzte Harry erleichtert und ließ den Atem ab den er unbewusst angehalten hatte.
"Ich freue mich für dich, Moony. Ich freue mich!" zog Sirius Remus in seine Arme.
"Oh Mann, sucht euch ein Zimmer!" lästerte Harry und deutete auf Remus' nackten Körper.
"Oh, Shit. Das ist anders als es aussieht!" wurde Sirius rot. Harry grinste nur und dieses breite Grinsen trug er gut zwei Wochen mit sich, so sehr freute er sich für Remus.
Dies war auch das Jahr in dem sie ihren ersten Horcrux fanden, was relativ einfach war, da sich das Amulett von Slytherin noch immer im alten Stadthaus der Blacks befand. Mundungus Fletcher hatte ja noch nicht die Möglichkeit gehabt, es auf die Seite zu schaffen und zu verhökern. Sirius war sehr überrascht als er erfuhr, dass es sein jüngerer Bruder Regulus gewesen war, der Voldemort entsagt und das Amulett gestohlen hatte.
Serena wurde immer häufiger an der französischen Riviera gesehen und auch Sirius verbrachte oft Wochenenden in Palermo. Zum Glück gab es ja Portschlüssel, die das Reisen zwischen den beiden Ländern erleichterten. Natürlich hatte sie Harry Potter schnell erkannt, aber sie machte kein großes Geschehen darum. Ein Umstand für den Harry sehr dankbar war. Die beiden freundeten sich sofort an und man hörte sie oft lachen. Serena hatte ein schönes Lachen, dessen reicher melodischer Klang das Haus erfüllte.
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Als Harry seinen 10. Geburtstag feierte, hatten sie den Trank noch zweimal verbessert und dann die Ergebnisse unter Sirius' Namen veröffentlicht. Auch Harrys Mitwirkung war erwähnt worden, aber nur unter seinen Initialen. Der Junge wollte unbedingt vermeiden, noch mehr Aufmerksamkeit zu erwerben. Sirius feixte unentwegt als er sich ausmalte, wie Severus Snape rotierte, wenn er das mitbekommen würde. Das steigerte sich noch, als Sirius von der englischen Trankmeisterinnung eine Ehrung und den Meistergrad verliehen bekam. Remus war dieser Aspekt gleichgültig. Vielmehr genoss er die Ergebnisse von nahezu drei Jahren harter Forschung und jeder Menge Gold die sie gekostet hatte. Seine Umwandlung verlief jetzt fast schmerzfrei und war so gut wie unblutig. Dazu behielt er die Gewalt über den Wolf. Remus war glücklich und schloss zum ersten Male, seit er als Kind gebissen wurde, einen inneren Frieden mit Moony. Er war im Gleichklang mit sich und man sah es ihm überdeutlich an. Gegangen war der müde Mann, der älter als seine Jahre aussah.
Harry hingegen war ebenso fleißig gewesen und sprach jetzt fließend Französisch, Italienisch und Deutsch und beherrschte mühelos Latein. In den magischen Fächern hatte er in den Bereichen Verwandlung, Zauberkunst und Verteidigung gegen die dunklen Künste inzwischen Meisterreife erreicht. Zumindest behauptete dies Remus. In uralten Runen war Harry schon sehr beschlagen gewesen und er vertiefte seine Kenntnisse. In Arithmetik, unerlässlich für die Schaffung neuer Zaubersprüche oder Banne, schaffte er sich solide Grundlagen. Ja, Harry war wirklich fleißig und überraschte oft seine Tutoren mit seinem Eifer und der Freude am Lernen.
"Wenn Hermine dies sehen würde...!" konnte man ihn oft murmeln hören.
Harry hatte schon vor der Rückreise in der Zeit seine Animagusform gefunden aber er wollte warten bis er älter war, bevor er eine Umwandlung vollzog. Seine beiden Onkel hatten nicht schlecht gestaunt als er ihnen verriet dass er sogar zwei Formen beherrschte. Eine normale und eine magische Form. Zu ihrem Leidwesen wollte er sie ihnen nicht verraten und grinste nur stets, wenn sie ihn darauf ansprachen. Remus war sich sicher, dass zumindest eine der Formen, die eines Vogels war. Dafür flog Harry einfach zu gerne. Doch Harry hüllte sich in Schweigen.
Die Beziehung zwischen Sirius und Serena machte enorme Fortschritte, auch wenn sich die beiden oft voller Leidenschaft stritten. Sie kam in diesem Jahr immer häufiger an die Riviera und war stets ein gern gesehener Gast in der Villa Noir. Serena war eine Meisterin in Herbologie und wurde der Anlaufpunkt, wenn Harry Fragen im Bereich der magischen Pflanzen hatte. Als sich das Jahr dem Ende zuneigte, überraschte Sirius alle, als er Serena, vor Harry und Remus, einen Antrag machte. Gut eine Minute ließ sie ihn zappeln bevor sie ihn erhörte und annahm. Der folgende Kuss ließ Harry tief erröten aber er schaffte es nicht die Augen von diesem Anblick loszureißen. Sie waren ein schönes Paar.
"Ich freue mich so für euch!" sprang ihn Harry an als die beiden endlich Luft holen mussten.
"Danke, Harry!" strahlte Sirius und ächzte als Remus die beiden in eine Knochenzermalmende Umarmung zog.
"Süßer Merlin. Sirius Black im Hafen der Ehe. Dass ich das noch erleben darf." grinste Remus. "Serena, willkommen in unserer Familie!" wandte er sich dann an die junge Sizilianerin.
"Danke Remy!" lächelte sie warm.
"Wir heiraten so schnell wie möglich!" verkündete Sirius dann atemlos.
"So?" zog Serena eine ihrer feinen Augenbrauen hoch.
"Ich habe jetzt zwei Jahre gewartet. Lange genug!" schenkte er ihr einen tiefen Blick in die Augen.
"Der Mai ist ein schöner Monat für das Heiraten!" wurde ihre Stimme leicht heiser und ein tiefes Feuer schien in ihren Augen zu brennen.
"Oh, Serena!" stöhnte Sirius und sein Blick wurde glasig.
"Ich glaube nicht, dass die beiden uns noch registrieren!" flüsterte Harry Remus zu.
"Nein, wir sind vergessen. Das ging aber schnell!" meinte Remus spöttisch.
Der Jahreswechsel war dieses Mal besonders schön für unsere kleine Familie. Nicht nur, dass sie zwei weitere Horcruxe gefunden und bei Gringotts deponiert hatten. Sie hatten auch ihre Familie um eine weitere Person erweitert. Serena ergänzte die drei perfekt. Remus sagte natürlich sofort erfreut zu, als ihn sein bester Freund darum bat, sein Trauzeuge zu sein.
Ja, es war ein gutes Jahr gewesen, auch wenn die Jagd nach den Horcruxen sich als ziemlich nervenaufreibend herausstellte
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Rückblende:
Der zweite, von ihnen gesuchte Horcrux, Helga Hufflepuffs Goldene Tasse, hatte Tom in dem Waisenhaus versteckt, in dem er damals aufwuchs. Warum er gerade diesen Ort als Versteck für ein Stück seiner Seele wählte, würde wohl immer ein Geheimnis bleiben und Harry hatte nicht vor, Riddle danach zu fragen.
Es war wieso verwunderlich, dass diese Institution so lange existiert hatte und erst vor kurzem aufgegeben wurde.
Es war ein kühler Herbsttag, als Harry und die beiden Plünderer zu einer verwahrlosten Gasse, ganz in der Nähe zu dem Heim, apparierten. Nur wenige hundert Meter weiter, befand sich das St. Anna Heim für Waisen und verlassene Kinder.
"Meine Güte. Dies ist wirklich ein Heim für Kinder gewesen?" konnte es Sirius nicht fassen. "Es wirkt von außen so trostlos wie Askaban!" stellte er erschüttert fest.
Harry seufzte und musste seinem Paten Recht geben. Es war trostlos und die Zeit hatte ihr übriges getan. Der Putz blätterte überall ab und die Fenster wirkten trübe. Die im Erdgeschoss waren sogar vergittert und sorgten dafür, dass die Fassade so abweisend und grimmig wie eine alte Festung wirkte.
"Hier ist also Riddle groß geworden!" murmelte Remus bedrückt.
"Jetzt verstehe ich deine Beweggründe für die Stiftung wesentlich besser!" meinte Sirius und zog Harry an sich.
Dies war einer der Punkte, den Harry in seine Planung mit einbezogen hatte. Um solch eine Entwicklung, wie in Tom Riddles Fall künftig zu vermeiden, war eine Stiftung gegründet worden. Es gab immer wieder magische Kinder, die in Waisenhäuser endeten. Sie zu finden, war relativ einfach. Jedes magisch begabte Kind, tauchte in den Journalen von Hogwarts auf. Die Aufgabe der Stiftung war es nun, diesen neuen Namen auf der Liste nachzugehen. Gut 23 waren Muggelgeborenen und von diesen 23 wuchsen immerhin 1,5 in Waisenhäuser auf. Sie wurden nun betreut und es wurde alles versucht, sie bei Pflegeeltern oder gar Adoptiveltern unter zu bringen. Eine große Aufgabe, aber eine allemal lohnende, nach Harrys Befinden. Doch nicht nur die Kinder in den Heimen wurden beaufsichtigt. Harrys Lebensumstände bei den Dursleys zeigten nur zu genau auf, wie es in manchem Familien mit Bestimmtheit tagtäglich ablief. Nicht jeder kam mit dem Umstand zurecht, dass das eigene Kind anders war.
Sirius und Harry hatten einen soliden Geldbetrag gespendet und dieser bildete den Grundstock für die Stiftung, auch wenn keiner wusste, dass sie es waren, die dahinter standen. Sie wollten anonym bleiben und legten großen Wert auf Diskretion. Doch sie behielten sich die letzten Entscheidungen vor. Noch war die Stiftung im Aufbau, aber bereits jetzt, waren erste kleine Erfolge erzielt worden.
Harry dachte nur kurz daran aber nickte zustimmend. Seine Konzentration richtete sich auf ihr Ziel aus. Durch seine Erfahrung aus der ersten Zeitlinie, wusste er genau wo Riddle das dunkle Artefakt versteckte.
"Kommt mit. Wir müssen keine Rücksicht nehmen. Das Haus steht seit kurzem leer und wird in ein paar Jahren der suburbanen Erneuerung Platz machen." forderte er die beiden Männer auf.
"Dann wollen wir mal!" holte Sirius tief Luft. Es juckte ihm gewaltig in den Fingern, die schwere Eingangstür zu dem Heim mit einem Reductofluch aus dem Rahmen zu blasen, aber er beherrschte sich und benutzte ein einfaches Alohamora. "Wie die Tür zu einem Knast!" knurrte er angewidert und drückte sie auf.
Das innere wirkte sogar noch trostloser als die Fassade. Die langen Gänge waren dunkel und muffig und das ganze schuf eine bedrückende Atmosphäre. Es war nicht vorstellbar, dass hier einmal, einst Kinderlachen die Gänge erfüllte. Nein, dies alles hier wirkte wie eine verfluchte Gruft auf die drei Eindringlinge.
"Fehlen nur noch die Dementoren!" flüsterte Sirius und auf seiner Stirn perlte feiner Schweiß.
"Siri?" fragte Harry besorgt und erntete ein klägliches Grinsen von seinem Paten.
"Vielleicht solltest du draußen warten, Padfoot!" schlug Remus fürsorglich vor. Sirius sah ihn dankbar an, bevor er eigensinnig den Kopf schüttelte.
"Nein! Ich muss diese Angst endlich überwinden!" schluckte er und straffte sich.
"Beeilen wir uns. Je eher wir hier wegkommen, um so besser!" beschleunigte Harry das Tempo. Er musste seine Wächter nicht zweimal auffordern.
Zielstrebig eilte Harry die Gänge entlang und es dauerte nur kurze Zeit, bevor sie den Keller erreicht hatten. Riddle hatte die Tasse der Gründerin in seinen alten Spind versteckt und dieser befand sich zwischen all den anderen alten Möbeln, die nie entsorgt wurden. An der Tür blieben sie stehen und Harry warnte Remus und Sirius weiter zu gehen. Sie würden ihn dafür mit ihren Zauberstäben Licht spenden, denn der Keller lag völlig im Dunkeln.
"Er muss da hinten sein!" murmelte der Junge und näherte sich vorsichtig den Bereich. Schon jetzt konnte er die ersten Spuren dunkler Magie feststellen und es wurde immer deutlicher, je näher er kam. Gut zwei Meter vor seinem Ziel blieb er stehen und konzentrierte sich.
Sirius und auch Remus sahen besorgt aus sicherem Abstand dabei zu wie Harry einen Schutzbann nach dem anderen entschärfte. Riddles ehemaliger Kleiderspind sah so harmlos wie all die anderen aus, die herumstanden, doch sie wussten es besser. Wer sich den Schrank unbeabsichtigt näherte, würde nur von den Abwehrbannen verscheucht werden. Kein Muggel konnte ihn öffnen. Ein Zauberer oder Hexe hingegen, musste achtsamer sein, denn der Schutz war darauf ausgelegt, eine magisch begabte Person zu töten.
Trotz seines Wissens um die dunklen Künste, war es auch für Harry sehr schwierig, die von Riddle platzierten Banne zu beseitigen. Die letzte Grenze allerdings, war von anderem Kaliber. Wie in der Höhle mit den Inferi, müsste Harry eigentlich sein Blut benutzen, aber er wollte dies umgehen. Keineswegs hatte er vor, Voldemort einen Hinweis zu geben, wer der Eindringling gewesen war.
Deshalb schlüpfte er in die Schatten und öffnete den Schrank. Eine Stichflamme barst aus dem schmalen Spind und wenn Harry sich nicht in den Schatten befunden und gleichzeitig einen starken Schutzschirm um sich errichtet hätte, wäre er wohl ein Opfer dieser tödlichen Falle geworden.
"Heilige Scheiße! Harry? Harry?" rief Sirius erschrocken.
"Alles in Ordnung, Onkel Siri. Mir fehlt nichts, auch wenn es verdammt knapp war." gab Harry Entwarnung.
Er hatte sich nicht zu seinen Wächtern umgedreht, sondern seine Aufmerksamkeit voll auf das Objekt vor ihm gerichtet. Da stand sie, Helga Hufflepuffs Tasse. Es war eine Reliquie der Gründer und äußerst kostbar, dabei sah sie so unscheinbar aus. Goldene Tasse war ziemlich übertrieben. Helga Hufflepuff war keine affektierte Lady gewesen, die aus goldenen Tassen trank. Nein, es handelte sich um einen einfachen, aber eleganten Becher aus Keramik, der am oberen Rand einen schmalen Ring aus eingelegtem Gold hatte. Es war ihr persönlicher Besitz gewesen, aus dem sie alltäglich ihren Kräutertee trank. Ein Geschenk von Salazar Slytherin an sie, wie ein kleines Monogramm am Boden der Tasse enthüllte. Salazar hatte sie selbst angefertigt und dies machte die Tasse im Grunde doppelt so wertvoll.
"Geht in Deckung. Jetzt wird's heftig!" warnte er die beiden Plünderer.
"Pass bloß auf dich auf, hörst du? Wenn du getötet wirst, werde ich dich umbringen!" brüllte Sirius aus sicherer Deckung.
"Ja, ja!" murmelte Harry abwesend.
Vorsichtig streckte Harry die Hand aus und zögerte für einen Augenblick. Nur, um dann blitzschnell zuzugreifen und zurück zu springen. Und nicht zu spät, denn der Schrank explodierte förmlich. Ranken aus dunklem Feuer griffen nach Harry der eiligst zurück wich. Doch die Flammen verfolgten ihn und so hob er die freie Hand.
"Halt!" sagte er schlicht und doch ließ die Macht die hinter diesem einzigen Wort steckte, seine beiden Begleiter nach Luft schnappen. Plötzlich füllte den Kellerraum soviel Magie, wie sie es noch nie in ihrem Leben vorher gefühlt hatten. Nicht einmal in Hogwarts. Schiere Macht floss aus Harrys schmalem Körper und schien ihnen die Luft zu nehmen. Die Ranken aus schwarzem Feuer verharrten in der Luft und zitterten, dann zogen sie sich langsam zurück, um dann endgültig zu erlöschen.
Harry atmete tief durch und schloss die Magie wieder in sich ein. Seine Aura, die sich eben noch flammend, um ihn herum, ausgebreitet hatte, sickerte langsam in ihn zurück, bis dort nur noch ein kleiner Junge, mit unbändigem schwarzem Haar, stand.
"Puuh! Das war... unerwartet!" pfiff Harry durch die Zähne und rückte seine Brille zurecht.
"Unerwartet? UNERWARTET? Weißt du, dass du mich soeben sieben meiner Jahre gekostet hast? Du... du... Merlin, bin ich froh, dass dir nichts passiert ist!" fiel Sirius' Zorn wie ein Ballon, dem die Luft entwichen war, zusammen. Ehe Harry reagieren konnte, hatte er ihn in seine Arme gerissen und drückte ihn fest.
"Uuuh, Siri. Vorsichtig, sonst drückst du Riddle!" ächzte Harry und Sirius ließ ihn wie eine heiße Kartoffel fallen. Harry landete äußerst unsanft auf seinen Allerwertesten und schickte seinem Paten einen sehr schmutzigen Blick zu. Sirius hatte den Anstand, zu erröten und dem Jungen aufzuhelfen.
"Sorry Welpe." murmelte er verlegen. Remus, der sich von seinem Schreck erholt hatte, grinste nur.
"Wieso war es unerwartet, wenn du es doch eigentlich wusstest?" fragte der Wolf gespannt.
"Genau!" nickte Sirius heftig.
"Das Feuer war irgendwie anders, als bei meinem ersten Besuch. Wenn ich mich nicht sehr irre, dann war das... Dämonenfeuer!" erwiderte Harry und wog nachdenklich die Tasse in seiner Hand.
"Dämonenfeuer?" klappte Sirius' Unterkiefer nach unten.
"Yup!"
"Siehst du das nicht etwas zu locker?" ächzte Remus.
"Das sieht nur so aus!" murmelte Harry abwesend, denn er steckte bereits tief in Gedanken. Warum war es anders als beim ersten Mal? Diese Frage ließ Harry keine Ruhe. Es konnte natürlich daran liegen, dass er diesmal seine Schattenkräfte wesentlich besser im Griff hatte. Damals stand er noch ganz am Anfang seiner Ausbildung und wusste im Grunde so gut wie gar nichts über seine Mächte. Vermutlich war es so, war sein Fazit.
"Oh, wir sind ja schon draußen?" sah er überrascht auf.
"Schnellmerker. Komm, pack die Tasse in diesen Behälter. Es ist besser wenn sie keiner weiter berührt!" hielt Remus eine kleine Kiste auf. Sie war mit Runen bedeckt und würde dafür sorgen, dass nur die drei sie öffnen konnten.
Ende der Rückblende
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Ja, es war ein wirklich gutes Jahr gewesen. Und nur wenig erregend. Zumindest war das Harrys Meinung. Seine Wächter sahen das natürlich etwas anders.
Sirius' Liebesglück erhielt in der ersten Januarwoche einen kleinen Dämpfer. Serena, die rund 5 Jahre mit ihrer Familie zerstritten gewesen war, hatte ihrer Mutter verraten, dass sie heiraten würde. Auf einmal war alles vergessen und Sirius stöhnte abgrundtief als er erfuhr, dass er nicht nur Serena, sondern einen ganzen Clan Sizilianer dazu bekommen hatte.
Wie sich herausstellte war der Kontakt gar nicht so abgebrochen wie alle geglaubt hatten. Serenas Mutter war es, die stets Verbindung zu ihrer Tochter gehalten hatte und sie war auch das inoffizielle Oberhaupt der Familie. Es war nicht so, dass Serena diesen Kontakt Sirius verschwiegen hatte aber irgendwie hatte er es gar nicht so wahrgenommen. Serena schleppte ihn unbarmherzig zu ihren Eltern und Harry sollte sie, als sein Patensohn, begleiten.
"Aber ich kenne sie doch gar nicht!" jammerte Sirius.
"Du wirst doch keine Angst vor meiner Mama haben?" stemmte Serena die Fäuste in die Hüften.
"Natürlich habe ich Angst vor ihr. Sie ist deine Mutter!" entgegnete Siri.
"Wie darf ich das verstehen?" kniff sie leicht die Augen zusammen.
"Ich habe Respekt vor ihr!" bekam Sirius die Kurve.
"Schatz, sie wird dir gefallen. Vertrau mir!" schmeichelte Serena und Sirius schmolz wie weiche Butter in der Wüstensonne. Seine Angebetete hatte so ein Timbre in ihrer Stimme, dem er kaum einen Widerstand entgegen setzen konnte.
"Wir reisen morgen ab. Pack ein paar Sachen ein Harry!" befahl er, ohne seine Verlobte aus den Augen zu lassen.
"Ich kann nur hoffen, dass es besser wird sobald er unter der Haube ist!" murmelte der Junge misstrauisch.
"Glaube ich nicht. Tut mir wirklich Leid, Welpe!" grinste Remus und zerwuschelte Harrys Haar.
Wie es sich herausstellte war es lange nicht so furchtbar wie erwartet. Serenas Familie war im Grunde wirklich nett und dass Sirius seine Tochter sozusagen "ehrbar" machte, ließ Auguste DeMonte sie mit offenen Armen willkommen heißen. Desdomena DeMonte, Serenas Mutter hingegen, musterte den Mann der ihre Tochter heiraten wollte mit scharfen Augen und was sie erblickte gefiel ihr wohl. Sirius Black war aber auch ein Prachtexemplar der männlichen Gattung. Zumindest war das Harrys Meinung, auch wenn er in diesem Fall voreingenommen war.
"Und das ist ihr Mündel, Signore Black?" fragte sie.
"Ja, dies ist mein Patensohn Harry!" sagte Sirius stolz und legte seine Hand auf Harrys Schulter.
"Guten Tag, Signora DeMonte!" begrüßte sie Harry höflich. Auch wenn sie kein rotes Haar hatte, so erinnerte sie Harry ungemein an Molly Weasley. Desdomena strahlte so etwas ultimativ Mütterliches aus. Harrys Alarmglocken schrillten, als sie auf ihn zukam und ehe er sich versah, hatte sie ihn an ihren reichlichen Busen gedrückt. Er hatte keine echte Chance. Zu seinem Leidwesen hatte er feststellen müssen, dass er diese Wirkung auf viele Mütter hatte. Ob es an den großen grünen Augen lag?
"So ein niedlicher Junge. Sag, wie geht es dir?" fragte sie weich und strich ihm über das Haar. Dabei gab sie seine Narbe frei und ihre Augen weiteten sich flüchtig. Doch sie sagte nichts dazu.
"Danke Signora. Es geht mir sehr gut bei Sirius!" lächelte Harry.
"Du darfst mich Mama Desi nennen, mein Junge!" bot sie sanft an.
Harry schluckte und nickte überwältigt. Als er sich von ihr lösen konnte, schlenderte er unauffällig durch das große Haus das die DeMontes besaßen. Serenas Familie war eine alte Zaubererfamilie und dies zeigte sich. Sie waren zu seiner Erleichterung lange nicht so fanatisch, wenn es um die "Reinheit" des Blutes ging, aber sie waren sehr altmodisch. Und es war eine große Familie, die anscheinend zu dem freudigen Anlass vollständig versammelt war. Es gab einige Kinder in Harrys Alter und nach anfänglicher Schüchternheit wurde er schnell vereinnahmt. Natürlich half es, dass er Italienisch konnte, obwohl es ihn überraschte, dass alle Kinder im schulpflichtigen Alter auch ein wenig Englisch beherrschten. Es mussten sich an diesem Tag rund 50 Personen im Haus der DeMontes aufhalten und bald schwirrte ihm der Kopf der vielen Namen wegen.
"Spielst du Quidditch?" fragte ihn einer der Jungen gespannt.
"Ja, ich bin Sucher!" nickte Harry.
"Was für einen Besen hast du denn?" fragte der nächste Junge. Die Mädchen hielten sich dezent zurück, obwohl sie aufmerksam lauschten.
"Einen Nimbus 1700S. Aber eventuell bekomme ich dieses Jahr zum Geburtstag den neuen 2000er. Der soll echt abgehen!" brach bei Harry die Begeisterung für seinen Lieblingssport durch.
"Der ist noch nicht mal auf dem Markt aber ich habe die ersten Vorberichte gelesen!" nickte der erste. "Oh, übrigens, ich bin Marco. Einer von Tante Seras reichlich vorhandenen Neffen!" stellte er sich dann launig vor.
"Harry!" grinste der Junge der lebt.
"Irgendwo habe ich dich schon mal gesehen?" runzelte Marco die Stirn.
"Er war mit seinem Patenonkel schon paar Mal hier in Palermo. Vielleicht da?" überlegte der zweite Junge, der ein Cousin von Marco war.
"Das wird es sein!" stimmte Harry sofort zu und Marco ließ das Thema fallen.
"Schade, dass wir nicht in unserem Sommerhaus sind. Dort haben wir einen Quidditchplatz!" seufzte Marco traurig.
"Welche Position bevorzugst du, Marco?" wollte Harry wissen.
"Jäger. Es ist obergeil den Quaffel im Tor zu versenken." streckte der gefragte stolz die schmale Brust hervor.
"Ansichtssache. Es gibt nichts Schöneres als nach dem goldenen Schnatz aus rund 50 Meter Höhe zu tauchen und den gegnerischen Sucher hinter dir zu lassen. Das Brausen des Windes, das Brüllen der Zuschauer. Die Gefahr den Klatschern auszuweichen. Oh Junge!" wurde Harrys Blick undeutlich.
"Oh Mann. Du liebst es wirklich! Gut so!" grinste Marco breit und klopfte ihm anerkennend auf den Rücken.
"Yep! Ich kann nicht anders!" lachte Harry.
Als sie an diesem Abend zurückreisten, erfuhr Harry auch das Ergebnis des Besuches. Die Hochzeit würde in Sizilien stattfinden. Genauer gesagt auf dem besagten Landgut der Familie. Ein anderer Schwerpunkt war Serenas Aussteuer gewesen und sie hatte hartnäckig darauf bestanden, unterstützt von ihrer Mutter. Die große Überraschung aber war, dass Serena nicht mitgekommen war.
"Ich hatte nicht viel dazu zu sagen!" brummte Sirius leicht verstimmt.
"Was ist denn Padfoot?" fragte Harry behutsam.
"Serena. Jetzt auf einmal achtet ihre Mutter auf die Tugend ihrer Tochter. Sie besteht darauf dass wir... äh dafür bist du zu jung!" bremste er sich.
"Zu jung? Bist du dir da sicher?" kam es gedehnt und äußerst höhnisch von seinem Patensohn.
"Verdammt. In letzter Zeit vergesse ich das immer öfters!" stöhnte Sirius.
"Schon gut Großer. Ich weiß ja was du ausdrücken wolltest. Also werden die nächsten fünf Monate nachts sehr einsam für dich werden!" grinste Harry und Sirius' Stöhnen wurde lauter.
"Großer Merlin. Das überlebe ich nicht!" sackte er zusammen und verbarg sein Gesicht in seinen Händen. Remus, der dem ganzen Disput schmunzelnd gelauscht hatte, tätschelte fürsorglich Sirius' Rücken.
"Du armer, armer Hund, du!" klang er nicht ganz aufrichtig. Harry biss sich auf die Faust und versuchte verzweifelt sein Lachen zu unterdrücken.
Doch Sirius' Sorgen waren zum seinem Glück unbegründet. Serena hielt es nicht lange ohne ihn aus und sie trafen sich regelmäßig und sehr heimlich. Er schaffte es sogar ihre Teté a Tetés jedesmal zu einem Abenteuer zu machen und genoss es ungemein. Sie hatten viel Spaß dabei und es fachte die Leidenschaft noch mehr an, wie er Remus einmal lächelnd verriet.
Über die Osterfeiertage besuchte Serena sie alle und am Abend saßen sie gemütlich auf der Terrasse und genossen den Frühling an der Riviera.
"Was ist mit dir Remy! Immer noch keine gefunden?" fragte Serena den Wolf freundlich. Remus seufzte und sein Blick richtete sich auf das Meer.
"Nein!" sagte er nur.
"Lass ihn bitte!" murmelte Sirius und legte ihr warnend eine Hand auf das Knie als sie weiter bohren wollte.
"Ich gehe mal kurz an den Strand!" erhob sich Remus und verschwand in der Dunkelheit.
"Au weia, ich hoffe, dass ich ihn nicht beleidigt habe?" biss sich Serena auf die Unterlippe.
"Hast du nicht, aber dieses Thema schmerzt ihn!" tröstete sie Harry.
"Ich verstehe es einfach nicht. Remy ist so ein süßer Kerl. Höflich, sehr belesen und voller Humor." schüttelte Serena den schönen Kopf.
"Du weißt warum!" brummte Sirius.
"Was? Du meinst weil er ein Werwolf ist? Komm schon, Sirius!" wunderte sie sich.
"Genau deswegen. Remus will sich aus Angst nicht binden. Angst, dass er die Frau, die er einmal lieben könnte, verletzt!" sagte Harry leise.
"Aber... aber das ist doch Unsinn!" stotterte Serena.
"Er ist mit dieser Angst groß geworden und wird sie einfach nicht los. Obwohl es wesentlich besser geworden ist!" erwiderte Harry. Serena seufzte und kniff dann überlegend die Augen leicht zusammen und musterte Harry scharf.
"Für einen 10jährigen bist du ein ziemlicher Menschenkenner. Fast unheimlich!" stellte sie fest. Sirius wurde etwas blass und sah zwischen den beiden hin und her. Er hatte Harry bereits darauf angesprochen, da er seine zukünftige Ehefrau nicht anlügen wollte. Harry nickte ihm unmerklich zu, was aber der rassigen Sizilianerin nicht entging. "Ihr verschweigt etwas. Ein Geheimnis!" sagte sie scharfsinnig.
"Du bist eine kluge Frau!" lächelte Harry. "Möchtest du Teil dieses Geheimnisses werden, Serena DeMonte?" wurde er wieder ernst und seine grünen Augen schienen in der Dämmerung zu leuchten. Serena zuckte leicht zusammen aber nickte entschlossen. "Dann schwöre mir den Zauberereid!" verlangte der Junge.
"Den Eid! Ist es wirklich nötig?" erbleichte sie. Keine Hexe oder Zauberer gab diesen Eid leicht.
"Es ist nötig!" kam Remus' Stimme vom Garten und er kam hinzu.
"Du hast gelauscht?" meinte sie vorwurfvoll.
"Nein, ich habe nur sehr gute Ohren!" lächelte Remus nicht beleidigt.
"Das Geheimnis ist zu gefährlich, Schatz. Es muss geschützt werden!" sagte Sirius weich. Sie wechselten einen Blick und sie gab nach.
"Also gut." schob sie das Kinn vor und sprach die heiligen Worte. Ein helles Licht erleuchtete ihre Gesichter als die Magie sich bemerkbar machte. "Ich kann nur hoffen, dass ich es nicht bereue!" murmelte sie dann.
"Du wirst es nicht bereuen!" lächelte Sirius und küsste sie zärtlich.
"Ich werde dir jetzt die Kurzfassung geben und wenn du weitere Fragen haben solltest, wird sie dir Sirius sicher gerne beantworten!" ergriff Harry das Wort. Er warf einen Abschirmungszauber um sie, damit seine Worte nicht von anderen gehört werden konnten und fing dann an zu erzählen.
"Heilige Jungfrau Maria! Du meinst das ernst!" riss Serena Augen und Mund auf.
"Todernst!" erwiderte Harry grimmig. Er ließ vieles weg das er im Moment nicht für wichtig hielt und schaffte es die Höhepunkte in gut einer Stunde zusammen zu fassen. Aber auch so war es ein Berg von Informationen den Serena erst einmal verarbeiten musste.
"Also kommt der dunkle Lord wieder!" wisperte sie erschüttert.
"Nicht wenn ich es diesmal verhindern kann!" knurrte der Junge der lebt.
"Und ihr helft ihm?" sah sie die beiden Männer bewundernd an.
"Mit allem was wir haben!" sagte Remus schlicht.
"Ich bin dabei!" flammten ihre Augen auf und sie ballte die Fäuste.
"Das ist die Frau die ich liebe!" rief Sirius voller Stolz und küsste sie leidenschaftlich.
"Komm, Welpe. Lassen wir die Liebesvögel alleine!" stieß Remus den Jungen nach ein paar Minuten sachte an.
"Äh, sicher doch!" räusperte sich Harry verlegen. Lautlos und unbemerkt verschwanden die beiden im Haus. Harry wünschte Remus eine erholsame Nacht und ging auf sein Zimmer. Die Gruppe im Kampf gegen den Dunklen Lord war heute Abend um ein weiteres, wertvolles Mitglied angewachsen.
TBC...
A/N: Ich hoffe, Serena gefällt euch. Im nächsten Kapitel werdet ihr ihre Familie kennen lernen. Bis dann. Oh, und immer hübsch reviewen. Ich lese sie immer sehr gerne und sie geben mir ab und zu tatsächlich einige Anregungen oder weisen mich auf eventuelle Fehler hin. Danke.
