VERZICHTSERKLÄRUNG: Alle urheberrechtlich geschützten Figuren in dieser Story gehören natürlich der wunderbaren Joanne K. Rowling. Ich habe sie mir nur ausgeliehen. Einzig die Idee und neue Charaktere sind komplett von mir. Ich beabsichtige nicht, mit dieser Geschichte Geld zu verdienen.
A/N: Weil ihr so lieb gebettelt und so fleißig reviewt habt... hier das nächste Kapitel. Hihi. Harry trifft auf Severus Snape und ich denke, dass er... oh, seht lieber selbst nach. Ich hoffe, euch gefällt dieses Kapitel und ich würde mich sehr darüber freuen, wenn ihr mir eure Meinung dazu schreibt. (Schleimer) Hmm, es ist mir aufgefallen, dass merkwürdigerweise die Geschichten mit Slash zum Inhalt, vielmehr Reviews bekommen. Seltsam, seltsam. Ähh, lassen wir das.
Hier auch mal wieder ein dickes Dankeschön an meine Beta Pansy. Die übrigens heute (06.11) Geburtstag hat. Herzlichen Glückwunsch, mein Mädchen. Und auch an euch, die ihr mir reviewt habt, ein Dankeschön. Ich habe es vorher kaum geglaubt, aber es ist tatsächlich so, dass solch Anerkennung wirklich förderlich ist. Und jetzt, viel Spaß beim lesen, euer
Marius
'Dialog mit dem Sortierungshut'
ooOOoo
KAPITEL 13
"ANWARTSCHAFT!" verkündete der Hut donnernd seine Entscheidung.
Die gesamte Halle erstarrte in Schweigen, bis auf einmal die Hölle locker brach. Rufe und irritierte Fragen wurden laut geäußert und alle sahen sich ahnungslos an. Was hatte das zu bedeuten?
'Was machst du da?' fragte Harry panisch.
'Vertrau mir, Junge. Ich weiß was ich tue.' erwiderte der Hut beruhigend.
"Was soll das? Anwartschaft?" rief Dumbledore. Er hatte sich von seinem Platz erhoben und hatte die Stirn gerunzelt. Als die Halle nicht zur Ruhe kommen wollte, zückte er seinen Stab und schoss einen Böller ab. "RUHE! BITTE UM RUHE, KINDER!" verstärkte er magisch seine Stimme.
Das brachte den Erfolg. Augenblicklich erstarb der Tumult und Albus konnte endlich die Antwort des Hutes vernehmen.
"Anwartschaft bedeutet, dass der Schüler keinem bestimmten Hause zugeordnet wird, sondern ein für ein Jahr ein Zögling aller vier Häuser sein wird. Am Ende des Jahres werde ich ihn erneut prüfen und ihn eventuell sortieren. Wobei bei dem jungen Mr. Potter durchaus die Möglichkeit besteht, dass er diesen Status behält. Wenn du nachsehen würdest Albus, könntest du in der Tat feststellen, dass bereits in jedem Schlafraum der ersten Jahre ein Bett für ihn bereit steht." klang der Hut leicht amüsiert.
"Aber das hat es seit gut 850 Jahren nicht mehr gegeben." beschwerte sich Albus.
"Na und? Zeit spielt keine Rolle. Diese Entscheidung ist mein." entgegnete der Hut souverän. Irgendwie konnte sich Harry nicht helfen und feststellen, dass der alte Hut richtig selbstzufrieden klang.
"Mr. Potter? Was sagen sie dazu?" wandte sich der Schulvorsteher an den Jungen. Harry nahm den Hut ab und drehte sich zu dem Haupttisch um.
"Tut mir Leid, dass es einige Unstimmigkeiten gibt, Sir." warf Harry dem Hut einen schrägen Blick zu. "Aber wie der altehrwürdige Hut seine Entscheidungen triff, darauf habe ich keinen Einfluss. Das Beste ist wohl, seinem Vorschlag zu folgen." gab er sich unschuldig.
Albus nahm seine Brille ab und massierte seine Nasenwurzel.
"Schulvorsteher?" fragte McGonegall höflich.
"Nun gut. Nehmen sie bitte an einem der Haustische Platz, Mr. Potter. Wir werden die weiteren Punkte nach dem Abendessen entscheiden. Lasst uns mit der Verteilung weitermachen." verkündete der Schulvorsteher und seine Augen fingen wieder an zu funkeln.
"Ja, Sir." neigte Harry leicht den Kopf und wandte sich den Tischen zu. Nur einen kurzen Moment zögerte er, bevor er sich dem Gryffindortisch näherte. Alle sahen ihn an als er der Länge nach den Tisch abschritt, nur die Weasleyzwillinge erstarrten nicht in Ehrfurcht und grinsen ihn breit an.
Neville lächelte und winkte Harry an seine Seite.
"Du kannst auch nichts normal machen, oder?" lachte er unterdrückt.
"Das lag nicht an mir, Nev. Frag den blöden Hut dort." knurrte Harry und nahm Platz. Er machte sich so klein wie nur möglich und hatte große Lust seine Stirn auf die Tischplatte zu klopfen. Den Rest der Sortierung bekam er gar nicht mehr mit. Erst als ihn Neville leicht in die Seite stieß, schreckte er hoch.
"Weasley, Ronald!" rief McGonegall auf.
"GRYFFINDOR!"
"Hah, ich wusste es." freute sich Harry und klatschte begeistert mit den anderen am Tisch Beifall. Auch Ron freute sich, wie man seinem breiten Grinsen unschwer entnehmen konnte. Die Zwillinge pfiffen und johlten und selbst Percy lächelte. Ron ließ sich schwer auf dem freien Platz neben Harry fallen und seufzte erleichtert. Inzwischen wurde Blaise Zabini, er letzte der Neuen, nach Slytherin sortiert und somit war die Sortierung für dieses Schuljahr beendet.
"Bin ich froh, dass es vorbei ist. Mit taten schon die Füße weh. Was war denn los, Harry?" fragte Ron unverblümt.
"Keine Ahnung. Ich war so verblüfft wie ihr, das dürft ihr mir glauben." zuckte Harry die Schultern.
Ihre Unterhaltung wurde durch das strenge Räuspern von Percy Weasley unterbrochen. Dumbledore hatte sich erhoben und sah freundlich über seine Zöglinge.
"Nach dieser langen und interessanten Sortierung werde ich mich kurz fassen und nur ein paar Worte sagen: Schwachkopf! Schwabbelspeck! Krimskrams! Quiek! Danke sehr!" klatschte er in die Hände und sofort erschienen die köstlichsten Speisen auf dem Tisch.
"Woah!" riss Ron die Augen auf und fing an seinen Teller voll zu laden.
Auch Harry ließ es sich schmecken und erinnerte sich so nebenbei an sein erstes Bankett. Wie sehr hatte er da noch an den Folgen der Dursley-Hungerkuren gelitten. Er schüttelte die Gedanken an die Dursleys ab und sah sich am Tisch um. Seine neuen Kameraden waren anfänglich noch etwas schüchtern, aber das legte sich schnell. Bald plauderte er auch mit Sean Finnegan und Dean Thomas und den Zwillingen. Sean war einer der wenigen die den Krieg überlebt hatten. Er und seine Familie waren in seinem siebten Jahr aus England weggezogen. Harry machte ihm deswegen keine Vorwürfe. Ganz und gar nicht. Sean und er selbst, waren die letzten Jungen aus dem gesamten Jahrgang '91 gewesen. Alle anderen waren umgekommen.
Harry vermied es das gesamte Bankett über, zu dem Haupttisch zu sehen. Er hatte keine Lust auf Snapes bösen Blick und Quirrell hatte er schon beim Einmarsch in die Halle ausgemacht. Schon seit betreten des Schlosses waren seine Okklumentikschilder auf höchster Stufe und so verspürte er auch keinen Schmerz in seiner Narbe. Nur ein leichtes Ziehen. Das erste Mal seit nun gut 6 Jahren.
Nach dem Nachtisch erhob sich Dumbledore noch einmal und langsam kehrte Ruhe in der Halle ein.
"Jetzt, da alle satt sind noch ein paar Worte. Vor allem für den ersten Jahrgang. Sie sollten wissen, dass das betreten des Waldes allen Schülern untersagt ist. Weiterhin hat mich Mr. Finch, der Hausmeister von Hogwarts, darum gebeten euch zu erinnern, dass das Zaubern auf den Gängen verboten ist. Die Quidditsch-Auswahl findet in der zweiten Woche des Schuljahrs statt. Alle, die gerne in den Hausmannschaften spielen wollen, mögen sich an Madame Hooch wenden. Und schließlich muss ich euch mitteilen, dass in diesem Jahr das Betreten des Korridors im dritten Stock, der in den rechten Flügel führt, allen verboten ist, die nicht einen sehr schmerzhaften Tod sterben wollen." hier funkelten seine Augen nicht.
Ein paar der neuen Schüler lachten, Harry hingegen nicht. Jetzt, mit dem Abstand der Jahre, konnte er den dicken fetten Köder erkennen, den ihm Dumbledore vor die Nase hing.
Der Schulvorsteher stellte Quintin Quirrell noch als neuen Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste vor und dann wurde die Schulhymne gesungen. Sie klang so scheußlich wie immer aber das tat der Freude keinen Abbruch.
Danach war es Zeit für die Nachtruhe. Professor McGonegall näherte sich Harry und bat ihn noch zu warten.
"Wir sehen uns Freund." meinte Ron gähnend.
Die Halle leerte sich und nur Harry blieb zurück. McGonegall blieb die ganze Zeit bei ihm. Als hätte sie Angst, dass ihr der Junge entwischt. Der Schulvorsteher kam zu ihnen und Harry wappnete sich.
"Das war eine wirkliche Überraschung, Mr. Potter. Ich muss zugeben, dass ich im Moment ein wenig überfordert bin." gab Albus ungern zu. Er wechselte einen schnellen Blick mit seiner Stellvertreterin, die aber genauso ratlos wirkte.
"Ich denke, es ist wohl das Beste, wenn Mr. Potter die erste Nacht in meinem Haus verbringt. Morgen, wenn wir darüber geschlafen haben, können wir immer noch entscheiden wie zu verfahren ist. Ich nehme auch an, dass in den Schulaufzeichnungen von Hogwarts, Anweisungen für diesen Fall nachzulesen sind?" versuchte sie zu vermitteln.
"Ein exzellenter Vorschlag, meine Liebe. Ich werde die Hauselfen dazu veranlassen, dein Gepäck in den Gryffindorturm zu bringen." funkelten Dumbledores Augen.
"Ja, Sir. Und danke auch. Ich denke es wird mir gefallen." lächelte Harry leicht. Er wünschte sich nur, dass sich der Schulvorsteher endlich entscheiden könnte, ob er ihn mit Mr. Potter oder Harry anredet.
"Keine Ursache, mein Junge. Gute Nacht." entließ ihn der Schulvorsteher.
"Gute Nacht, Sir." verabschiedete sich Harry höflich.
"Kommen sie, Mr. Potter. Ich werde sie zum Turm geleiten." nickte ihm McGonegall freundlich zu.
Brav trottete er hinter dem Professor her. McGonegall führte ihn auf dem kürzesten Weg zum Bildnis der fetten Lady und sprach das Passwort.
"Caput Draconis." die Lady nickte der Professorin hoheitsvoll zu und das Bild schwang zur Seite und gab einen runden Durchgang frei. "Merken sie sich das Passwort gut, Mr. Potter. Es wird alle vier Wochen ausgetauscht und von den Vertrauensschülern weitergegeben. Gute Nacht."
"Gute Nacht, Ma'am." verabschiedete sich Harry respektvoll.
Als er in den Gemeinschaftsraum trat, verstummten die Gespräche und alle sahen zu ihm.
"Äh, Hi. Ich werde heute hier schlafen." grüßte er scheu in die Runde.
"Klasse. Komm Harry, ich zeige dir wo du pennst." brach Ron das Eis.
"Danke Ron." grinste Harry seinen Freund an. Ron zog ihm am Arm hinter sich her und die Treppen nach oben. Der Schlafraum für die ersten Jahre, lag gleich am Anfang des Korridors. Wahrscheinlich, damit ihn die Präfekten besser kontrollieren konnten.
"Da bist du ja." begrüßte ihn Neville. "Deine Kiste wurde bereits geliefert. Wir haben sogar damit gewartet uns die Betten auszusuchen." erklärte er.
"Danke Jungs. Wirklich nett von euch." freute sich Harry. Er bekam das Bett am Fenster und war damit sehr zufrieden. Kurze Zeit später steckten die Jungen in ihren Schlafanzügen und unterhielten sich freimütig.
"Wie hat denn der Schulvorsteher reagiert?" wollte Sean wissen.
"Ja, Mann. Das interessiert mich auch." nickte Dean heftig.
"Der war baff. Morgen werde ich weiteres erfahren." erwiderte Harry.
"Merlin, stell dir vor du musst bei den Schlangen schlafen? Brrr, ich könnte das nicht." schauderte Ron.
"Ich verstehe nicht warum ihr so gegen die Slytherins seit?" wunderte sich Dean.
"Weil sie alle dunkle Zauberer sind. Deshalb. Von denen kommt nichts Gutes." behauptete Ron sofort.
"Das kann man so auch nicht sagen. Verräter und Verbrecher gibt es überall. Nicht alle Slytherins sind schlecht, genauso wie nicht alle Gryffindors gut sind." widersprach Harry ruhig.
"Wie kannst du das nur sagen? Du-weißt-schon-wer war ein Slytherin. Genau wie seine Todesser." hielt Ron hitzig dagegen.
"Es ist zwar richtig, dass Voldemort ein Slytherin ist." bis auf Dean schauderten die anderen Jungs als Harry den Namen des dunklen Lords ohne Furcht aussprach. "Aber du solltest nicht vergessen, dass es vor allem ein Gryffindor war, der meine Eltern verriet." machte er ungerührt weiter.
"Pettigrew." flüsterte Neville in die plötzliche Stille.
"Shit. Den habe ich total vergessen." wurde Ron blass.
"Du sagtest: ist ein Slytherin und nicht war?" fiel es Sean auf.
"Hat er? Komm schon Harry. Du-weißt-schon-wer ist tot!" wurde Ron unsicher als er dem Blick des Jungen-der-lebt begegnete.
"Ich glaube nicht, dass Voldemort tot ist. Er war schon zu sehr dem absolut Bösem verhaftet als dass er einfach so sterben kann." sagte Harry und seine Worte kühlten die anderen Jungs bis aufs Mark ab.
"D... D... Du meinst das ernst?" quiekste Ron mit angsterfüllten Augen und seine Sommersprossen stachen auf seiner blassen Haut hervor.
"Todernst."
"Scheiße! Jetzt werde ich heute Nacht nicht schlafen können." schauderte Sean.
"Sorry Jungs. Ihr habt gefragt und ich geantwortet." fühlte Harry Bedauern.
"Manchmal sollte man seiner Neugierde nicht nachgeben. Ist besser für die Gemütsruhe." meinte Neville weise.
Das war der Schlusspunkt für den Tag. Die Jungs machten sich fertig für die Nacht und kurz darauf lagen sie in ihren Betten. Harry lag noch lange wach und lauschte den Atemzügen der anderen. Trotz Seans Behauptung schlief er wie ein Baumstamm und auch Rons leises Schnarchen war bald zu hören. Harry fühlte sich hin und her gerissen. Es hatte seiner Seele so gut getan mit seinen Freunden zu reden und zu scherzen und doch war da ein Schmerz, ein Wissen, um das was geschehen würde, wenn er versagte. Mit einem tiefen Seufzen schloss Harry die Augen und klärte seinen Geist, bevor er in den Schlaf fiel.
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Der nächste Morgen kam und Harry hatte entgegen seinen Erwartungen ohne Albträume geschlafen. Nicht, dass er sich beschweren würde. Nach einer langen, erfrischenden Dusche zog er sich seine Schuluniform und seine Robe an. Ron, der das Bett daneben hatte, sah kurz auf und sein Blick blieb auf Harrys Wappen hängen.
"Du hast alle vier Hauswappen darauf. Ist dir das schon aufgefallen?" merkte er an.
"Jetzt, wo du es sagst. Hmm, eigentlich einleuchtend, wenn ich keinem bestimmten Haus zugehöre." brummelte Harry und besah sich das Wappen. Es war nicht größer als das übliche Hauswappen. Vier Felder mit je dem Wappen von Slytherin, Ravenclaw, Hufflepuff und Gryffindor. Harry gefiel es.
"Ich frage mich welches Haus Punkte verliert, wenn du eine Strafe aufgebrummt bekommst?" grinste Dean.
"Oh Shit. Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht." ächzte Harry und musste dann innerlich grinsen. Er hoffte, dass es Snape war, der dies herausfand.
"So lange es nicht unser Haus ist." klopfte ihm Ron auf den Rücken. "Komm, gehen wir frühstücken. Ich habe mächtigen Kohldampf."
Harry schnaubte nur. Das war ja nichts Neues.
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Das Geflüster und Getuschel ging Harry langsam aber sicher auf die Nerven. Die ganze Zeit beim Frühstück ging es nun schon so. Unterbrochen wurde das Ganze nur von Professor McGonegall, die die Stundenpläne austeilte. Harry warf nur einen flüchtigen Blick darauf und brummte zustimmend. Alles wie gehabt. Der einzige Höhepunkt waren doppelte Zaubertränke am Freitag.
"Mr. Potter? Wenn sie bitte so freundlich wären und den Schulvorsteher nach dem Unterricht aufsuchen würden?" die Bitte McGonegalls war ein höflich formulierter Befehl.
"Natürlich, Professor." nickte Harry artig.
Dann ging es los mit dem Unterricht. Als erstes hatten sie Zauberkunst bei Flitwick. Der kleine Professor überprüfte die Anwesenheitsliste und fiel von seinem Bücherstapel als er Harrys Namen verlas. Dafür stand sein Können in Zauberkunst im gegensätzlichen Verhältnis zu seiner Körpergröße. Professor Filius Flitwick war ein unbestrittener Meister seiner Kunst und von Harry sehr geschätzt und verehrt. Dazu trug auch sein wirklich freundliches und liebenswürdiges Naturell bei. Da könnte sich Snape gleich mehrere dicke Scheiben von abschneiden, dachte Harry.
Professor McGonegalls Unterricht war wesentlich straffer. Sie duldete keinen Unsinn in ihrer Klasse und alle kapierten das schon in der ersten Minute. Sie hatte das Talent eine ganze Gruppe 11jähriger nur mit einem Blick verstummen zu lassen.
Professor Sprout war zwar auch streng, aber auf eine andere Art und Weise. Mütterlicher, Molly Weasley ähnlich. Das hatte vor allem auf Ron eine unglaubliche Wirkung und er verriet Harry, dass er wirklich froh sei in Gryffindor anstatt in Hufflepuff zu sein.
"Ich könnte es nicht ertragen eine zweite Mom zu haben." war seine trockene Bemerkung. Harry fand sie wirklich komisch.
Verteidigung gegen die dunklen Künste war ein ausgesprochener Witz. Quirrell stotterte noch mehr als sich Harry erinnerte und brachte keinen anständigen Satz heraus. Das schwierigste war, die ganze Zeit seine geistigen Schilder oben zu haben. Das brachte ihm einen ziemlichen Kopfschmerz ein.
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Am Ende des Unterrichts, suchte Harry das Büro des Schulvorstehers auf. Er bummelte ein wenig herum, da er nicht zu erkennen geben wollte, dass er sich auskannte. Als er vor dem Wasserspeier stand, fiel ihm allerdings ein, dass er das Kennwort nicht wusste.
"Shit. Hmm, probieren wir es." murmelte er. "Lemondrops? Berties Bohnen? Auch nicht, na gut. Vielleicht Marsriegel? Shit." ratterte er die Namen der Süßigkeiten die er kannte herunter. Doch keiner schien richtig zu sein.
'Könntest du mir bitte helfen?' fragte er Hogwarts.
Er lauschte in sich hinein und wusste dann was er zu machen hatte. Warum war er darauf nicht schon früher gekommen?
Öffnen zischte er in Parsel dem Wasserspeier zu. Die hässliche Statue öffnete die Augen, die kurz aufglühten und gab dann knirschend den Weg frei.
'Danke.' schickte er in den Äther und bekam als Antwort ein warmes Gefühl zurück geschickt.
Am Ende der Treppe befand sich die Tür zu Dumbledores Büro. Ein Türklopfer in der Form eines Greifs war das einzige Anzeichen dafür, dass dies einmal Räumlichkeiten der Gründer gewesen waren.
"Komm nur herein." hörte er Dumbledores Stimme als er die Hand erhob.
"Wie zum Geier macht er das?" murmelte Harry. Dieses kleine Geheimnis hatte er nie ergründen können. Kopfschüttelnd trat er in das Büro.
"Ah, da bist du ja, mein Junge. Entschuldige bitte, dass ich dir das Kennwort nicht gab. Mein Versäumnis." begrüßte ihn der Schulvorsteher freundlich.
"Kein Problem, Sir!" winkte Harry ab. Fawkes gab ein begrüßendes Trällern von sich und Harry winkte ihm lächelnd zu. Albus hob die Augenbrauen aber ging nicht darauf ein.
"Bitte setz dich. Kirschbonbon?" Albus' blaue Augen funkelten als er die Reaktion des Jungen sah.
"Kirsch? Gerne!" grinste Harry und nahm sich einen. Seine Sinne konnten nichts Verdächtiges an der Nascherei bemerken.
"Wie du siehst, habe ich mich an deine Worte erinnert." sagte Dumbledore leise und seufzte. "Das gilt in zweierlei Hinsicht. Glaubst du mir, wenn ich dir gestehe, dass ich dich damals nur sicher sehen wollte?" fragte er vorsichtig.
Harry blinzelte überrascht. Dass Albus so direkt auf sein Ziel zuging, war eher ungewöhnlich. Aber es war eine angenehme Überraschung.
"Ich weiß, dass ihre Motive nicht böse waren, Schulvorsteher. Wenn sie mich allerdings vor vier Jahren um diese Frage gebeten hätten, wäre meine Reaktion etwas anders ausgefallen. Doch nun, nach ein wenig Abstand, sehe ich die Sache etwas gelassener. Ich habe ihnen bereits bei der Hochzeit gesagt, dass ich ihnen verzeihe. Wir haben beide dasselbe Ziel: Voldemort alias Tom Riddle ein für allemal zu besiegen. Sie und ich wissen, dass er nicht tot ist, sondern nur darauf wartet zurückzukehren." erwiderte Harry.
"Das ist wahr. Aber genau diesen Druck wollte ich dir ersparen." sagte Albus traurig. Er überlegte eine Sekunde und entschloss sich für ein direktes Vorgehen. "Woher weißt du, dass Voldemort noch lebt?" fragte er vorsichtig.
"Deswegen." tippte sich Harry an die Narbe. "Ich kann ihn ab und zu spüren. Merkwürdigerweise ist dieses Gefühl hier in Hogwarts stärker als sonst wo." gab Harry preis.
"Tatsächlich?" setzte sich Albus aufrechter hin und wirkte ziemlich alarmiert.
'Du altes Wasserhuhn. Ich weiß genau warum du so besorgt bist.' seufzte Harry innerlich. "Ja, tatsächlich." sagte er ruhig.
Albus seufzte und sein Blick wurde nachdenklich. War der Stein der Weisen hier nicht sicher genug? Der alte Zauberer wusste nur zu gut, dass Tom alles daran setzen würde, den Stein in seine Finger zu bekommen. Es war Albus' Idee gewesen, den Stein hier in Hogwarts zu verbergen und der versuchte Einbruch bei Gringotts schien ihm Recht zu geben. Doch das galt nur solange, wie keiner der Lehrer dem feindlichen Lager angehörte.
"Professor?" riss ihn Harry aus seinen Überlegungen.
"Oh, entschuldige bitte, mein Junge. Hmm, leider trifft deine Aussage, dass Tom noch am Leben ist, nur zu sehr ins Schwarze. Und ja, ich befürchte, dass deine Narbe eine Verbindung zu ihm darstellt. Eine Frage Harry, hast du je von Okklumentik gehört?" fragte er den Jungen.
"Habe ich, Sir. Und ich beherrsche diese Kunst." gab Harry zu.
"Oh, das ist... überraschend. Gibst du mir die Erlaubnis, deine Schilde zu prüfen? Ich verspreche auch vorsichtig zu sein." fragte der alte Mann behutsam.
"Einverstanden, Professor. Nur zu." nickte Harry nach kurzem Überlegen auffordernd.
"Sehr gut. Achtung." funkelten Albus' Augen stärker. Er stellte Blickkontakt her und sofort konnte Harry seine sanfte Berührung an dem äußeren Rand seiner Schilde feststellen. Er ging wirklich sanft vor und wenn sich Harry nicht darauf vorbereitet hätte, würde es ihm wohl entgangen sein. Dumbledore war ein vollendeter Meisterlegimens mit gut einem Jahrhundert Erfahrung und es zeigte sich jetzt. Dagegen ging Snape wie ein Bulldozer vor.
"Versuchen sie es stärker, Sir." hielt Harry Blickkontakt. Sofort konnte er einen massiven Stoß gegen seine Schilde fühlen. Dann noch einen stärkeren. "Uuiih, der war heftig." keuchte Harry.
"Entschuldige bitte. Sehr gut, wirklich gut. Deine Verteidigung steht fest und sicher. Ich könnte nur mit Brachialgewalt durchbrechen und selbst dann ist nicht gesagt, dass ich Wissenswertes erfahren werde. Ich gebe zu, ich bin überrascht bei einem 11jährigen solch perfekt gestalteten Schirme festzustellen." lobte Albus.
"Danke Sir." rieb sich Harry die Schläfen.
"Oje." murmelte Albus besorgt und ging zu einem Schrank und holte eine kleine Flasche. "Hier, bitte. Ein Schmerztrank." bot er sie dem Jungen an. Harry nahm sie und roch erst daran bevor sie leerte. Sofort fühlte er eine Erleichterung und der Schmerz verschwand innerhalb von Sekunden.
"Genau das was mein Arzt mir verschrieben hat." seufzte er zufrieden.
"Ich hätte den letzten Vorstoß nicht so heftig führen sollen." entschuldigte sich der alte Mann.
"Machen sie sich bitte keinen Vorwurf, Sir. Ich war es, der sie dazu aufgefordert habe und außerdem war dies ein schöner Test um festzustellen wie gut meine Schilde wirklich sind. Sirius ist bestenfalls ein mittelmäßiger Legilemens." beruhigte ihn Harry.
"Ah, danke für deine Nachsicht, mein Junge!" funkelten Dumbledores Augen an voller Kraft. "Kommen wir nun zu dem eigentlichen Grund deines Besuches. Ich muss zugeben, dass die Entscheidung des Hutes uns alle überrascht hat. Mich nicht ausgeschlossen. Nun ist zu verstehen was wir genau unternehmen werden. Hmm, wir, das heißt die vier Hauslehrer und ich, hatten gestern Abend noch eine Versammlung. Du kannst dir sicher vorstellen was unser Hauptthema war?" lächelte Albus.
"Das ist sicher nicht schwer." rollte Harry die Augen.
"Wohl nicht. Wir sind uns soweit einig geworden, der Entscheidung des Hutes nicht entgegen zu stehen." verkündete Albus.
"Sehr weise, Albus. Ich möchte darum gebeten haben." kam es trocken von dem Schrank, auf dem der Sortierungshut das ganze Jahr über thronte.
"Natürlich." runzelte Albus die Stirn. "Könntest du bitte präzisieren, warum du diese Wahl getroffen hast?" fragte er dann neugierig.
"Weil der Junge, übrigens Hallo Harry, ein perfekt ausgewogenes Verhältnis zwischen allen vier Häusern darstellt. Er hätte in jedem geglänzt." verriet der Hut etwas von oben herab.
"Äh, Hi." grüßte Harry verlegen zurück.
"Ich kann mir doch vorstellen, dass diese Ausgewogenheit öfters zutrifft, oder?" ließ Albus nicht locker.
"In der Tat. Doch dann fällt die Entscheidung, aufgrund charakterlicher Mängel oder Vorzüge, doch in die eine oder andere Richtung. Jedoch nicht dieses Mal. Nimm meine Entscheidung wie sie ist, Albus. Ich weiß genau was ich tue, hmmrpfh." kanzelte ihn der Hut ab.
"Er hat Recht Albus. Der ehrwürdige Hut repräsentiert die Gründer. Du solltest nicht daran zweifeln." gab eines der Bildnisse einen Kommentar ab. Sofort fielen die anderen ein und Harry hatte das dumpfe Gefühl in einer Bahnhofshalle zu sein.
"Ruhe bitte." hob Albus die Stimme. Sofort verstummte das Gerede und machte einem beleidigten Schweigen Platz.
"Ist das immer so?" fragte Harry mit großen Augen.
"Nein. Manchmal ist es schlimmer!" zwinkerte ihm Albus zu und der Hut kicherte.
"Sie werden auch eines Tages hier hängen!" erinnerte ihn Harry und Albus schauderte. Diesmal kicherten der Hut und der Junge.
"Kommen wir auf unser Problem zurück. Im Grunde spricht ja nichts dagegen, dass du dich den vier Häusern anschließt." machte Albus weiter. "Die Schwierigkeit ist jedoch die Hauspunkte zu verteilen. Professor Flitwick machte den Vorschlag, dass du jede Woche ein anderes Haus aufsuchst. In dieser Zeit wirst du auch Punkte für das jeweilige Haus gewinnen oder verlieren. Akzeptabel?" fragte der Schulleiter nicht nur Harry.
"Das klingt eigentlich fair, Sir. Also bin ich in dieser Woche ein Gryffindor?" lächelte der Junge.
"Natürlich. Das einzige, was diesen herrlichen Plan trübt, ist die Tatsache, dass es auf die Quidditschspiele nicht übertragbar ist. Da du jedoch dieses Jahr noch nicht spielst, verschieben wir die Entscheidung." erläuterte Albus freundlich.
"Ja, Sir. Eine Schwierigkeit sehe ich leider doch. Was ist mit Slytherin? Sie wissen so gut wie ich, dass dort viele Kinder von Todessern untergebracht sind. Ich verspüre wenig Lust, jede Sekunde dort wachsam zu sein. Und das bezieht sich nicht nur auf die Schüler dort." meinte Harry nachdenklich und sofort ließ das Funkeln in Albus' Augen dramatisch nach.
"So sehr ich es bedauere... du hast mit dieser Aussage ein heikles Thema angeschnitten. Wobei ich dir versichern kann, dass Professor Snape, trotz seines Rufes, ein ehrbarer Mann ist." betonte Albus.
'Ehrbar, mein Arsch. Der schleimige Bastard weiß nicht einmal wie dieses Wort geschrieben wird,' dachte Harry düster.
Er wusste nur zu gut, dass der Schulvorsteher auf diesem Auge völlig blind war. Dumbledore hatte Snape bis zuletzt vertraut und dieses Vertrauen mit seinem Leben bezahlt. Auch wenn Snape in dieser Sache wenig Wahl hatte. Doch wie machte es es ihm nur begreifbar ohne sein Geheimnis zu verraten? Vielleicht bestand eine Möglichkeit, Snape so sehr zu diskreditieren, dass er entlassen wurde? Ein Gedanke, den man durchaus verfolgen sollte, überlegte Harry schnell und ein wenig skrupellos.
"Du musst dir wegen deiner Sicherheit im Slytherinhaus keine Gedanken machen, mein Junge. Du wirst dies nicht wissen, aber die Schüler in diesem Haus haben alle ihr eigenes Zimmer. Ob es an alten Fehden zwischen den Familien liegt, mag dahin gestellt sein, aber ganz von der Hand zu weisen ist diese These sicher nicht." sah ihn Dumbledore hoffungsvoll an.
"Oh, das wusste ich wirklich nicht. Hmm, wenn es so ist, dann werde ich auch im Slytherinhaus nächtigen. Ich weiß ein paar wirklich gute Schutzbanne!" kniff Harry überlegend die Augen zusammen.
"Dessen bin ich mir sicher!" gluckste der Schulvorsteher. "Also gut! Diese Woche Gryffindor, dann Hufflepuff, Ravenclaw und dann Slytherin. Ich werde die Hauslehrer über diese Entscheidung informieren. Fühl dich stets frei, mich aufzusuchen wenn dir etwas auf dem Herzen liegt." bot ihm Albus an.
"Werde ich. Danke, Sir." erhob sich Harry. Er nickte dem Hut und Fawkes noch einmal zu und ging. Auf dem Weg zurück zum Gryffindorturm überlegte er wie er vorgehen wollte. Das Beste wäre, er holte sich Rat bei seiner Familie. Es galt schließlich einen Doppelagenten zu Fall zu bringen. Severus Snape würde Augen machen.
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Dann kam der Freitag.
Die Gryffindors saßen mit gedämpfter Stimmung am Frühstückstisch.
"Das wird furchtbar." jammerte Ron. Seinem Appetit schien es aber nicht geschadet zu haben, wie es Harry auffiel. Innerlich lächelnd hielt er sich mit Kommentaren zurück und blickte überrascht auf als Hedwig fast in seinem Frühstücksteller landete.
"Nanu?" wunderte er sich und befreite seine Vertraute vorsichtig von dem Brief. Sofort erkannte er Hagrids krakelige Handschrift und er wusste Bescheid.
Lieber Harry,
ich weiß, dass du
Freitagnachmittag frei hast. Hättest du nicht Lust, mich zu
besuchen und eine Tasse Tee zu trinken? Ich weiß, dass du dich
wahrscheinlich nicht mehr an mich erinnern wirst, doch ich habe dich
bereits als Baby in meinen Armen gehabt. Wir können gerne über
deine Eltern plaudern, wenn du möchtest. Ich würde mich
freuen, wenn du meine Einladung annimmst. Schick mir durch Hedwig
eine Antwort.
Hagrid
Schnell borgte er sich einen Kiel und schrieb eine Antwort auf die Rückseite und schickte Hedwig damit los.
Anschließend ging er mit einer gewissen Grunderwartung in den Unterricht von Snape. Ron und die anderen hatten jetzt schon Muffensausen. Die ganze Woche hatten sie Horrorgeschichten von den älteren Schülern vernommen und befürchteten das Schlimmste. Gesteigert wurde dies dadurch, dass sie die Klasse mit den Slytherins teilten.
Nachdem sie das Klassenzimmer in den Kerkern gefunden und Platz genommen hatten, ging auf die Sekunde pünktlich die Tür auf und Severus Snape schwebte herein. Seine Robe bauschte sich dramatisch hinter ihm auf und er richtete seine kalten Augen auf die Erstklässler.
Wie Flitwick begann die Stunde mit der Verlesung der Anwesenheitsliste und bei Harrys Namen hielt er inne.
"Ah, ja!" sagte er zynisch. "Harry Potter, unsere neue... Berühmtheit." seine Lippen verzogen sich verächtlich.
Harry dachte gar nicht daran sich zu ärgern und blinzelte lächelnd zurück. Snapes Wangen färbten sich etwas und seine Lippen wurden dünner.
"Haben sie etwas im Auge, Potter?" schnarrte er.
"Jetzt, wo sie fragen, Sir. In der Tat. Irgendwas Fettes." zwinkerte Harry stärker.
"Sollte das eine Anspielung sein?" zischte Snape.
"Nein. Wieso, worauf denn?" sah ihn Harry unschuldig an.
"Fünf Punkte von Gryffindor, Potter!" war Snapes Stimme kalt.
"Für was, wenn ich bitten dürfte?" fiel die Temperatur in Harrys Stimme ebenso.
"Dürfen sie nicht! Weitere fünf Punkte." lächelte der Professor dünn.
"Sie irren sich, Sir. Nach Schulverordnung 78 Strich 5 ist es durchaus mein Recht den Grund für meine Bestrafung zu erfragen. Sir, sie wollen doch nicht gegen die Schulordnung verstoßen?" sah Harry richtig entsetzt aus.
"Für ihre freche Backe, weitere zehn Punkte!" fing Snape langsam aber sicher zu kochen an.
"Ich muss Protest einlegen, Sir. Sie urteilen offensichtlich unfair, voreingenommen und ohne jeden Zusammenhang." wagte Harry Widerspruch.
"Arrest, Potter und kein weiteres Wort mehr!" flüsterte Snape wütend. Harry hingegen grinste maliziös und das schien dem Fetthaarigen Professor nur noch mehr aufzustacheln.
"Mal sehen ob sie, wenn es um Fragen des Schulstoffes geht, ebenso bewandert sind, Potter. Was bekomme ich, wenn ich einem Wermutaufguss geriebene Affodillwurzel hinzufüge?" schoss er auf einmal los.
"Dies ergibt einen starken Beruhigungstrank, der auch Trank der lebenden Toten genannt wird." erwiderte Harry gelassen. Kleinigkeiten.
Snape blinzelte kurz und kniff die Augen zusammen. Harry zuckte nicht zusammen als er die mentale Sonde des Professors spürte.
"Wo finde ich einen Bezoar?"
"Im Magen einer Ziege, Sir."
"Was ist der Unterschied zwischen Eisenhut und Wolfwurz?" gab Snape noch nicht auf.
"Keiner, Sir. Sie sind ein und dieselbe Pflanze. Auch als Aconitum bekannt." blieb Harry gelassen.
Snape kochte und versuchte eine adäquate Bemerkung zu finden.
"Sie scheinen zu betrügen." zischte er und alle Gryffindors zuckten zusammen. Selbst einige Slytherins.
"Das habe ich nicht nötig, Sir. SIE scheinen zu vergessen wer mein Pate ist. Der berühmte Trankmeister Sirius Orion Black. Er hat mich umfassend ausgebildet, wie ich gerne gestehe!" sagte Harry kühl.
Wenn möglich, wurde Snape noch blasser vor Wut. Sirius Black verabscheute er noch mehr wie Potter.
"Black!" knirschten seine Zähne und er ballte die Fäuste.
"Yup! So ist sein Name. Ich sehe, sie kennen ihn doch. Es hätte mich auch gewundert. Jeder kennt den berühmten Sirius Black." lächelte Harry charmant und zwinkerte Snape erneut zu.
"RAUS! VERLASSEN SIE AUGENBLICKLICH MEIN KLASSENZIMMER!" brüllte der Professor urplötzlich los. In seiner Rage, erinnerte er Harry unheimlich an Onkel Vernon. Es war ihm gar nicht bewusst gewesen, dass die Fledermaus diesen interessanten, purpurnen Farbton annehmen konnte.
Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, packte Harry seine Schultasche und verließ munter pfeifend das Trankslabor. Befehl vollbracht.
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"Das war freaking ehrfurchtsgebietend!" war Ron beim Mittagessen noch völlig unter dem Eindruck des Unterrichts bei Snape.
"Wie hast du es nur geschafft, Snape so schnell auf die Palme zu bringen?" wollte hingegen Sean wissen.
"Ihr wart doch dabei. Ich habe gar nichts gemacht. Ich habe sogar versucht so höflich wie nur möglich zu sein." versuchte Harry den Unschuldsengel zu geben.
"Vermutlich war es genau das." überlegte Neville.
"Höflichkeit reizt ihn?" staunte Ron.
"Nicht von jedem." grinste jetzt Harry. "Snape und mein Vater waren zur selben Zeit in Hogwarts und sie konnten sich nicht riechen. Besser gesagt, sie hassten sich mit Inbrunst. Und da ich meinem Vater sehr ähnele... ihr könnt euch ja den Rest denken." gab Harry ein Statement ab.
"Verstehe. Und Black?" hakte Sean nach.
"Mein Patenonkel, und ein leuchtend rotes Tuch für Snape." gestand Harry.
"Du wusstest also genau was du machst!" fasste Neville zusammen.
"Nev, mein Freund. Wie kannst du das nur sagen?" heuchelte Harry und sah den anderen mit großen grünen Augen an. Neville schnaubte nur.
"Percy wird ausrasten, wenn er erfährt, dass du uns im ersten Unterricht gleich 20 Punkte verloren hast." warnte ihn Ron.
Harry sagte nichts darauf. Im Grunde war ihm Percy Weasleys Meinung egal. Er nahm sich aber fest vor, noch heute Nachmittag, Sirius eine Eule zu schicken. Sein Pate würde sich bestimmt freuen.
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Harrys Begegnung mit Snape war beim Mittagessen DAS Thema am Gryffindortisch. Vor allem die Zwillinge waren begeistert, während Percy eine sauertöpfische Miene zeigte. Widerstand gegen einen Lehrer war für den Gryffindorpräfekten ein wahres Sakrileg. Harry selbst, hielt sich aus den Gesprächen weitgehends heraus und antwortete recht einsilbig.
"Mr. Potter? Der Schulvorsteher wünscht mit ihnen ein Wort zu wechseln." stand auf einmal McGonegall hinter ihm.
"Natürlich, Professor. Möchte sich Snape entschuldigen?" drehte sich Harry zu ihr um.
"Professor Snape, Mr. Potter. Und nein, ich denke eher nicht." erwiderte sie. Hatten ihre Mundwinkel gerade eben leicht gezuckt? Harry war sich nicht ganz sicher darüber.
"Oh, das ist wirklich schade. Wann und wo soll ich Professor Dumbledore treffen?" blieb Harry gelassen.
"Gleich jetzt. Wenn sie mir bitte folgen wollen." ohne ein weiteres Wort zu verlieren machte sich McGonegall auf den Weg. Harry blieb nichts anderes übrig als ihr, unter dem Getuschel seiner Kameraden, zu folgen. Sie gingen nicht weit. Nachdem sie die große Halle verlassen hatten, führte sie ihn in ein leer stehendes Klassenzimmer und bat ihn kurz zu warten. Es dauerte nur wenige Augenblicke und der Schulleiter betrat den Raum.
"Bitte setz dich Harry." deutete der alte Zauberer auf einen der Stühle. "Wie ich hörte, hattest du heute einen kleinen Zusammenstoß mit Professor Snape. Gleich in der ersten Stunde." sagte er betrübt.
"Was nicht meine Schuld war. Ich muss sie warnen Sir. Ich werde keine ungerechte Behandlung akzeptieren. Schon gar nicht von jemand der unfähig ist, seine persönlichen Abneigungen im Unterricht zu unterdrücken. Ich empfehle ihnen ernsthaft, einmal unerkannt eine seiner typischen Unterrichtstunden zu verfolgen. Bevorzugt, wenn er Gryffindors in der Klasse hat." stieg Harrys Laune.
"Nun, nun! Es war sicherlich nur ein Versehen. Aber auch deine Haltung trug nicht dazu bei, die Sache zu entspannen." erwiderte Dumbledore unbehaglich.
"Woher wollen sie das wissen, Sir? Mein Verhalten war höflich und soweit respektvoll. Was man von Snape nicht behaupten kann." knurrte der Junge.
"Professor Snape!" korrigierte Albus automatisch.
"Ich werde ihn nicht mit Professor titulieren solange er sich nicht wie einer verhält. Er ist eine Schande für den Lehrerstand in Hogwarts und sie wissen das nur zu gut. Wie viele Beschwerden haben sie in den letzten 10 Jahren über ihn erhalten Professor?" fragte Harry kühl.
"Das steht hier nicht zur Debatte." wies ihn Dumbledore ab.
"Das sehe ich leider anders. Wenn er mich noch einmal so hasserfüllt behandelt, werde ich offizielle Beschwerde beim Schulvorstand einlegen. Dies ist mein gutes Recht und ich werde auch dafür sorgen, dass die Beschwerde diesmal nicht unter den Tisch gekehrt wird." sagte Harry hart.
Albus zuckte zusammen. DAS hatte er nicht erwartet. Harry handelte nicht gerade wie der gewöhnliche 11jährige Schüler, wie sie Albus normalerweise gewöhnt war. Wenn er es nicht besser wüsste, dann könnte man fast annehmen, dass zwischen dem Tranksmeister und dem Jungen eine tödliche Feindschaft besteht. Aber das war unmöglich. Die beiden hatten sich vor dieser Woche nie vorher getroffen. Leider hatte der Junge Recht. Es gab seit Jahren Beschwerden von Eltern über Severus und Albus hatte sie alle unter den Tisch fallen lassen. Mit einem tiefen Seufzen nahm er eine Brille ab und massierte seine Nasenwurzel. Warum war er heute nicht im Bett geblieben?
"Sir?" riss ihn Harry aus seinen
Gedanken. "Ich weiß, dass sie Snape vertrauen. Ich weiß
auch warum. Doch sie liegen falsch. Sie sind ein guter Mann,
Professor und glauben an das Gute in jedem Menschen. Doch nicht alle
sind zu retten. Haben sie je daran gedacht, was ein Zauberer oder
eine Hexe zur Initiation in Toms inneren Kreis machen muss? Ahh, ich
sehe, sie wissen es. Er oder sie muss töten. Eine ganze
Muggelfamilie. Niemand kann das tun, ohne seiner Seele irreparabel zu
schaden. Niemand foltert und tötet Kinder und bleibt rein.
Severus Snape war und ist ein Mitglied des inneren Kreises
und
das kann nur eines bedeuten...!" wisperte Harry. Seine großen
grünen Augen leuchteten mit innerem Feuer und hielten Albus
Blick gebannt.
Der alte Zauberer war bis in seinen innersten Kern erschüttert. Wie konnte der Junge über dieses Grauen nur Bescheid wissen? Aber in einem Punkt irrte Harry und Albus musste es ihm klar machen.
"Ja, ich weiß was Tom von seinen Anhängern verlangte. Doch ich weiß auch, dass Severus Snape in diesem Punkt eine Ausnahme ist. Ich will damit nicht behaupten, dass er nie getötet hat. Denn das hat er. Doch keine Unschuldigen fielen unter seiner Hand." sagte Albus leise aber bestimmt.
"Und DAS soll ich glauben?" rief Harry ungläubig.
"Es ist wahr. Severus ist sehr geschickt und einfallsreich. Es gelang ihm, Voldemort von seinen Qualitäten als Tranksmeister zu überzeugen. Tom selbst ist in der Kunst des Tränkebrauens sehr bewandert aber durch seinen... unethischen Lebenswandel bleibt ihm ein Bereich dieser Kunst weitgehends versperrt. Er benötigte einen fähigen Meister der Tränke und so kam ihm der junge Slytherin gerade Recht. Severus konnte den dunklen Lord davon überzeugen ihn diese Initialisierung zu ersparen. Anstatt eine unschuldige Muggelfamilie auszulöschen, exekutierte er einen angeblichen Verräter. Das kleinere Übel, wenn man so möchte." verriet ihm Albus ungern.
"Und das haben sie ihm abgekauft?" hob Harry skeptisch eine Augenbraue.
Nun gut, er wusste von einigen empfindlichen Bereichen in der Trankskunst, die eine gewisse Reinheit des Braumeisters voraussetzten. Einige der höheren Ebenen in den Heilungstränken zum Beispiel. Ja, dieser Bereich war feine Magie und somit Tom für immer versperrt. Doch war dies ein Grund um von der üblichen 'Tradition' abzuweichen? Es war schwer zu sagen aber auf der anderen Seite würde es erklären warum der Schulleiter Severus Snape noch immer vertraute.
"Ich habe es mit Veritaserum überprüft, dessen kannst du dir versichert sein. So gutgläubig bin ich dann doch wieder nicht." gluckste der alte Zauberer. "Aber mich würde interessieren woher du so genau über die Todesser Bescheid weißt? Und bitte komme mir nicht mit Sirius. Ich bin mir durchaus bewusst, das dies kein Wissen darstellt, das frei zugänglich ist." wurde er sofort wieder ernst.
"Dies ist eine komplizierte Frage, verehrter Schulvorsteher. Vielleicht werde ich sie ihnen eines Tages beantworten." wich Harry aus. Sofort konnte er sehen wie sich die Rädchen in Albus' Kopf zu drehen anfingen.
"Du vertraust mir nicht?" war der alte Zauberer enttäuscht.
"Noch nicht genug, Sir. Doch wir sind auf einem guten Weg, wie ich ihnen gerne gestehen möchte. Falls ich diesen Schritt wage, dann werde ich allerdings von ihnen den Eid des Zauberers abverlangen müssen. Doch bis dahin... geben sie mir noch bitte etwas Zeit." seufzte Harry. Er war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bereit dafür, auch wenn er Albus' Rat durchaus benötigte.
Albus sah ihn gut eine Minute stumm an und Harry wich seinem Blick nicht aus. Endlich nickte der alte Zauberer und entspannte sich etwas.
"Ich hoffe ich werde dies Vertrauen von dir erlangen." sagte er ernst und fing dann leise an zu glucksen.
"Was ist Sir?" fragte Harry vorsichtig.
"Dies war das bemerkenswerteste Gespräch das ich je mit einem 11jährigen geführt habe. Es kam mir so vor, als wären unsere Rollen vertauscht gewesen. Nicht jeden Tag rechtfertige ich meine Entscheidungen vor einem Kind." funkelten seine Augen wieder.
"Es war sicher erfrischend." lächelte Harry.
"In der Tat, mein Junge. In der Tat. Hmm, nun gut. Ich werde deine Beschwerde über Professor Snapes Unterrichtsstils zur Kenntnis nehmen. Vielleicht war ich wirklich zu nachsichtig mit Severus." murmelte der alte Mann und strich sich nachdenklich über den langen weißen Bart.
Nicht vielleicht, wollte Harry einwerfen aber er unterließ es.
"Nun gut. Einen schönen Nachmittag noch und viel Spaß bei Hagrid." entließ ihn der Schulvorsteher.
"Danke Sir." erwiderte Harry höflich und eilte aus dem Klassenzimmer. Der alte Mann hatte wirklich seine Augen überall. Woher zum Teufel wusste er, dass er jetzt bei Hagrid zum Tee eingeladen war?
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Harrys Besuch bei Hogwarts Wildhüter verlief mehr oder weniger wie beim ersten Mal. Am Anfang war Hagrid noch etwas scheu, da die beiden sich ja im Grunde erst heute richtig kennen lernten. Aber bald lachten die beiden zusammen und Hagrid kam es so vor, als wäre er schon lange mit Harry befreundet. Der Junge war so klug wie seine schöne Mutter und so schelmisch wie sein Vater. Es fiel leicht ihn zu mögen. Dazu kam seine offensichtliche Liebe zu den wilden Kreaturen und das war immer ein Weg in Hagrids großes Herz.
Lächelnd ging Harry am späten Nachmittag ins Schloss zurück. Er war froh, dass er seinen ältesten Freund wieder zurück hatte.
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Am Sonntagabend verabschiedete sich Harry von seinen Freunden in Gryffindor und zog zu den Hufflepuffs. Er hatte sich bei Professor Sprout gemeldet und diese hatte ihn mit einem breiten Lächeln empfangen und höchstpersönlich in den Gemeinschaftsraum der Hufflepuffs geführt.
Es war schwer zu sagen wer nervöser war. Die Hufflepuffs oder Harry. Doch das legte sich schnell. Einer der Jungs, die sich trauten Harry zu nähern, war der 14jährige Cedric Diggory. Für eine Sekunde hatte Harry eine Vision von Cedrics Tod und er musste schnell einen Schauder unterdrücken. Der junge Hufflepuff zeigte schon jetzt die Qualitäten die ihn damals zum Schulsprecher und zum Mädchenschwarm gemacht hatten. Doch alle Ernsthaftigkeit war schnell vergessen als er mitbekam, dass Harry wie er Sucher war.
"Mein alter Herr erzählte mir, dass dein Vater ein begnadeter Quidditschspieler war, der jederzeit für England hätte spielen können. Nur der verdammte Krieg hat dies verhindert." leuchteten Cedrics Augen auf. Die anderen Jungs zuckten zusammen und Cedric wurde blass. "Entschuldige bitte, Harry. Das war sehr unbedacht von mir." stotterte der Teenager verlegen.
"Hey, mach dir keinen Kopf. Ich weiß ja, das du es nicht beabsichtig hattest und du hast durchaus Recht. Verdammter Krieg." lächelte Harry traurig.
"Yeah! Das kannst du laut sagen. Zwei Onkel von mir hat es damals auch erwischt. Mein Vater spricht selbst heute noch nicht darüber." meinte einer der anderen Jungen, Thomas Wilbur, bedrückt.
"Bei mir war es mein Großvater." gestand Ernie McMillan.
Augenblicklich war die Stimmung im Keller und stieg nur langsam wieder an. Auch wenn es morbide klang, so war Harry doch berührt. Er war in seinem Schicksal nicht alleine. Viele hatten Angehörige und Familienmitglieder im Krieg verloren. Nie wurde es ihm bewusster als an diesem Abend im Hufflepuffgemeinschaftsraum. Wieder hatte sich etwas verändert und Harry fühlte sich den anderen Kindern näher.
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Die zweite Woche verlief mehr oder weniger wie die erste. Harry gliederte sich ohne große Probleme bei den Hufflepuffs ein, die es ihm aber auch leicht machten. Es war kein Wunder, dass dieses Haus den Ruf hatte, jeden zu integrieren und Harry musste ehrlich zugeben, dass er diese Erfahrung genoss. Und es gab hier nicht mehr Muggelgeborene wie in den anderen Häusern. Wieder einmal fand er ein Vorurteil unbegründet.
Als er am Dienstag Post von zu Hause bekam, schwebte Hedwig zuerst irritiert über dem Gryffindortisch bevor sie vor ihm landete. Die schneeweiße Eule bedachte ihren Menschen mit einem langen Blick, bevor sie ihr Bein ausstreckte damit er den Brief entfernen konnte.
"Sorry, mein Mädchen. Du wirst dich daran gewöhnen müssen. Jede Woche ein anderer Tisch." schmunzelte Harry und reichte ihr ein paar Streifen Frühstücksspeck. Die schöne Eule gab einen Laut von sich der fast wie ein Schnauben klang aber akzeptierte gnädig den Speck. Dann flatterte sie auf Harrys Schulter und sah sich stolz um.
"Wow. Das ist eine wirklich kluge und schöne Eule." bewunderte Susan Bones Harrys Vertraute.
"Yup! Und sie weiß es." kicherte Harry.
Hedwig schuhute und knabberte zärtlich an Harrys Ohrläppchen.
"Ja, ich liebe dich auch, meine Schöne!" murmelte Harry und öffnete Sirius' Brief.
Lieber Harry,
wie geht es dir Kleiner? Danke für deinen Brief und ich hoffe sehr, dass du keinen Unfug anstellst. Hier bei uns vermissen wir dich bereits und Serena und Remus senden dir ihre Grüße und Zuneigung.
Bis bald,
dein Sirius.
Harry blinzelte. Der Brief klang so gar nicht nach seinem Paten und er wurde sofort misstrauisch. Schnell sah er sich um und richtete dann seine Aufmerksamkeit wieder auf das Pergament.
"Ich schwöre ernst, ich bin ein Tunichtgut." flüsterte er.
Sofort verschwanden die paar Zeilen und der eigentliche Brief kam zum Vorschein.
Lieber Welpe,
wir haben ja so gelacht. Deine Behandlung von Sniffelus war einfach brillant. Genau das, was die alte Fledermaus verdient. Merlin, wie gerne hätte ich sein Gesicht gesehen als du mich als den 'berühmten Tranksmeister Sirius Black' tituliertest. DAS musst du mir unbedingt in einem Denkarium zeigen. Doch sei vorsichtig! In die Ecke getriebene Schlangen werden zuschlagen. Um kein Risiko einzugehen, habe ich bereits meine Fühler nach dem Schulvorstand ausgestreckt. Du weißt ja, dass ich einen Sitz inne halte und ich gedenke dies auch auszunutzen. Remus und ich waren jedoch sehr überrascht über Albus' Reaktion. Die alte Ziege hat sich anscheinend wirklich gebessert!
Hier bei uns vermissen wir dich bereits. Vor allem Serena bläst Trübsinn und hält uns alle mit ihren Morgenstimmungen auf Trab. Meine Schwiegermutter hat bereits jetzt schon ihren Aufenthalt für die letzten zwei Schwangerschaftsmonate angedroht... äh angekündigt.
Hallo Schatz. Hör nicht auf den alten Hund. Er freut sich darüber, will es aber nicht zugeben. Küsse, Serena.
Du siehst, Welpe, selbst private Briefe sind dieser Frau nicht heilig. Aua.
Ich mach mal jetzt lieber Schluss solange ich noch kann. Grüße von Moony, Serena, den Zwillingen und Tenny.
Liebe,
Padfoot.
Harry kicherte und fühlte einen Schwall Heimweh als er den Brief noch einmal las. Er hatte es richtig vor Augen wie Siri den Brief schrieb und Serena daneben saß und ihre Kommentare abgab. Er gönnte sich einen Augenblick davon zu träumen, bevor er sich wie die anderen Schüler aufrappelte und in den Unterricht ging.
Die Woche verging ohne echte Höhepunkte, sah man von den dunklen Blicken die ihm Snape zuwarf, einmal ab. Harry ignorierte ihn einfach und verschob eine weitere Begegnung auf den nächsten Zaubertrankunterricht. Lieber kümmerte er sich um seine Freunde und dazu gehörte nun auch Draco. Nach dem Mittagessen setzte sich Harry einfach mit an den Tisch der Ravenclaws.
"Ich habe mich schon gefragt wann du dich hier blicken lässt?" begrüßte ihn Draco ruhig.
"Jetzt." grinste Harry. "Und wie gefällt dir das Leben bei den Raben?" wollte er von Draco wissen.
"Sie sind nicht übel. Vor allem sind sie nicht so feindselig wie einige meiner alten Freunde." seufzte Draco und warf einen unauffälligen Blick in Richtung des Slytherintisches.
"Sind sie denn alle gegen dich?" fragte Harry leise.
"Nicht alle. Aber diejenigen die noch zu mir halten, müssen vorsichtig sein. Aber das ist für die meisten ja nichts Neues. Politik!" zuckte der Blonde mit den Schultern.
"Schlimm genug, dass sich bereits 11jährige damit befassen müssen." brummelte Harry.
"Es gehört einfach dazu, Harry. Aber lassen wir mal das Thema fallen und reden über dich. Wie ist es so, auf alle Häuser zugreifen zu können?" fragte Draco neugierig.
"Eigentlich finde ich es ziemlich cool. Aber ich muss ja nicht der einzige sein. Jeder kann mit den anderen Gruppen interagieren. Warum nur ich?" entgegnete Harry.
"Weil sich jahrhunderte alte Traditionen nicht so einfach aushebeln lassen." meinte Neville und ließ sich neben Harry nieder.
"Du hast gerade das Gegenteil bewiesen." schmunzelte Draco.
"Yeah! Ein Ravenclaw, ein Gryffindor und ein... äh...!" wollte Harry aufzählen.
"Sag ruhig Hufflepuff. Zumindest diese Woche bist du einer." ergänzte Neville lächelnd.
"Harry Potter ein Hufflepuff! Wer hätte das je gedacht?" lästerte Draco gutmütig.
"Ich nicht, wenn ich ehrlich bin." gab Harry zu.
"Eigentlich habe ICH erwartet in Hufflepuff zu landen." gestand Neville.
"Vertrau mir Nev. Du bist ein echter Gryffindor. Der Hut macht keine Fehler." versicherte ihm Harry erneut.
Auch Draco schlug in dieselbe Kerbe und Neville wirkte erleichtert. Er war lange nicht so selbstsicher wie er sich gab und sog die aufmunternden Worte seiner Freunde wie ein Schwamm auf.
Die Woche näherte sich ihrem Ende und Harry versuchte jedes Mal, wenn er am Ravenclawtisch saß, auch Hermine mit in das Gespräch zu ziehen. Doch es war nicht so einfach wie er es sich vorstellte. War Hermine das erste Mal auch so abweisend, herrisch und besserwisserisch gewesen? Harry kam es so vor, als würde sie es ihm persönlich übel nehmen, dass er mehr wusste wie sie. Mit dieser Haltung stieß sie sogar die meisten ihrer Mitschüler von Ravenclaw vor dem Kopf. Dieses Haus war ja bekannt für ihre fleißigen und intelligenten Schüler aber sie lernten zusammen und waren nicht so Konkurrenz bewusst wie Hermine. Harry befürchtete, dass Hermine auch in dieser Zeitlinie keine Freunde finden würde, wenn nicht bald etwas passierte.
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Der Freitag und somit die nächste Stunde bei Snape war endlich eingetroffen. Doch wenn die anderen einen weiteren Showdown zwischen Potter und Snape erwartet hatten, so wurden sie enttäuscht. Im Gegensatz zu letzter Woche ignorierte Severus Snape den jungen Potter und Harry tat nichts um einen Kontakt zwischen ihnen zu fördern.
Zumindest wirkte es äußerlich so.
Tatsächlich tobte auf der geistigen Ebene ein heftiger, erbarmungsloser Kampf. Snape hämmerte mit aller Kraft an Harrys geistige Schilde, bis es zuviel des Gutem wurde und der Junge konterte. Ein starker Impuls ließ Snape leicht in die Knie gehen und er stöhnte kurz auf, bevor er sich mit blassem Gesicht abwandte. Aber auch Harry hatte dieser Kampf des Willens erschöpft und er massierte seine Schläfen.
"Ist alles in Ordnung?" fragte Susan Bones besorgt. "Du siehst unglaublich blass aus. Ist dir schlecht?"
"Kopfschmerzen. Übelkeit." brachte Harry hervor. Er war erleichtert als der Unterricht bei Snape endete und holte tief Luft als er das Trankslabor verließ. Noch einmal würde er solch eine Attacke nicht über sich ergehen lassen.
TBC...
A/N: Ja, ja, der Snape. Wirklich rüde, der Typ. Aber es wird so nicht bleiben, kann ich euch jetzt schon verraten. Oder bleibt es doch? Hmm... ich sollte nicht zuviel verraten, oder? Im nächsten Kapitel hat Harry die erste Flugstunde bei Madame Hooch. Wird er wieder Sucher? Professor Flitwick macht Harry ein Angebot (das er nicht ablehnen kann, hehe, Ach, ich liebe die Patentrilogie) und er hat seinen ersten Turn in Slytherin. Bis, dann. Wieder auf dem selben Kanal. Marius.
