VERZICHTSERKLÄRUNG: Alle urheberrechtlich geschützten Figuren in dieser Story gehören natürlich der wunderbaren Joanne K. Rowling. Ich habe sie mir nur ausgeliehen. Einzig die Idee und neue Charaktere sind komplett von mir. Ich beabsichtige nicht, mit dieser Geschichte Geld zu verdienen.

A/N: Hier bin ich wieder. Und zwar echt baff. Die Resonanz für das letzte Kapitel, war die bisher stärkste. Danke Leute. Danke. Und das alles gerade zu einem Zeitpunkt, wo ich ein wenig in den Seilen hänge. Sprichwörtlich, natürlich. Ein kleiner Durchhänger bei meiner Geschichte. Seufz. Nur weil mir Ideen für eine andere nicht aus den Kopf gehen wollen. Aarrgghh. Das nervt echt tierisch.

Was macht der liebe Marius in diesem Fall? Yup, er beginnt eine neue Geschichte. Obwohl er sich vornahm, es nicht zu tun. Buh, Wortbrecher. Schande über mein Haupt. Sorry, aber ich musste diese Idee einfach aus meinem System bekommen. Keine Sorge auch wegen dieser Story. Sie ist immer noch mein Flaggschiff und ich habe nicht vor es zu verlassen. Eine solche Phase hatte ich dieses Jahr schon einmal und habe sie ohne größere Probleme überwunden. Sechs Wochen lang habe ich Do it Right nicht angesehen, bevor ich pflichtbewusst wieder an die Arbeit ging. Und hier sind es gerade mal 10 Tage. (Und habe schon ein schlechtes Gewissen) So, genug gejammert.

In diesem Kapitel hat Harry Flugunterricht, erhält ein Angebot, zieht zu den Schlangen und erstaunt Severus Snape. Viel Spaß beim lesen, euer

Marius

ooOOoo

Kapitel 14

Harry brauchte den Rest des Tages um sich zu erholen. Snape war ein äußerst mächtiger Legilemens und er hatte es heute bewiesen. Doch Harrys Schilde hatten sich als ebenso mächtig erwiesen, auch wenn es eine sehr schmerzhafte Erfahrung gewesen war.

Als der Samstag anbrach, war der Schmerz von gestern vergessen. Heute fand der erste Flugunterricht bei Madame Hooch statt und Harry konnte es kaum erwarten. Gleich nach dem Frühstück versammelten sich die Erstklässler auf dem Flugfeld und die Fluglehrerin teilte die Schulbesen aus. Harrys Exemplar war ein uralter Sauberwisch 4 dessen Reisigbündel eher wie das räudige Hinterteil eines Straßenköters wirkte. Der Stil war abgeschrammt und leicht verbogen. Auf dem ersten Blick war zu bezweifeln, ob dieses einstmals stolze Beispiel für die Besenbinderkunst sich noch einmal in den Himmel erheben würde.

"Merlin. Die Dinger sind nicht einmal mehr für das Bodenfegen geeignet!" ächzte Draco nach einem ungläubigen Blick auf seinen Besen.

"Ich glaube, auf meinem ist schon mein Dad geflogen." murmelte Ron zweifelnd.

"Nur keine Panik, Kinder. Die Besen sind geprüft und genügen dem heutigen Flugunterricht. Schließlich werdet ihr nur wenige Fuß hoch schweben." würgte Madame Hooch die Beschwerden ab. Mit dem wilden Haar und den gelben Augen wirkte sie wie ein Falke und genauso scharf kamen ihre Befehle.

"Ruft jetzt eure Besen! Wenn ihr es richtig macht, dann solltet ihr sie schon in euren Händen halten." gab sie ungeduldig das Zeichen.

"Auf!" befahl Harry locker und der alte Sauberwisch flog ihm förmlich in die Hand. Draco hatte ebenfalls keine Probleme damit und auch Ron und sogar Nevilles Besen kamen auf dem ersten Ruf. Nur Hermines Besen blieb regungslos am Boden liegen und sie wiederholte mehrmals den Befehl.

Hermine wirkte sehr unsicher. Sie hatte seit gestern versucht sich alles über das Fliegen aus den vorhandenen Büchern anzueignen aber dies war etwas, das sich nicht aus Büchern lernen ließ. Dazu kam, dass sie etwas an Höhenangst litt. Harry erinnerte sich daran und versuchte ihre Angst zu lindern.

"Sprich es ruhig und ohne Angst aus, Hermine. Der Besen muss wissen das du der Boss bist." riet er ihr leise. Hermine wollte ihm erst einen abfälligen Blick zuwerfen, doch unterließ es dann und dachte über seine Worte nach. Sie atmete tief durch, um sich zu sammeln und konzentrierte sich.

"Auf!" sagte sie entschieden und riss die Augen auf als ihr der Besen folgsam in die Hand flog. Zum ersten Mal sah Harry ein Lächeln bei ihr und er erwiderte es. "Danke!" flüsterte sie scheu.

"Gerne geschehen. Denke an das Fliegen wie an das Schwimmen. Denke nicht an die Tiefe unter dir, sondern konzentriere dich erst einmal auf eine Ebene und erst wenn du etwas sicherer bist, auf die dritte Dimension. Dir kann nur etwas passieren, wenn du unsicher bist und es zeigst." gab er ihr einen weiteren Rat. Sie nickte unsicher und sah sich vorsichtig um. Keiner hatte es bemerkt, denn die meisten hatten mit sich selbst zu tun. Es gab unter den Neulingen doch etliche Muggelgeborene die noch nie auf einem Besen geflogen waren und Madame Hooch hatte alle Hände voll zu tun.

"Jetzt schwingt ein Bein über euren Besen und bleibt in dieser Position. Wehe dem, der sich nicht an meine Anweisungen hält!" drohte Hooch. "Ja, gut so." nickte sie zufrieden und schritt die Reihe ab und korrigierte hier und dort einige Haltefehler.

Nott und seine Schatten waren ebenfalls anwesend und sparten nicht mit abfälligen Kommentaren. Das legte sich aber sofort als die Fluglehrerin ihn darauf hinwies, dass er einen falschen Griff benutzte.

"So werden sie spätestens bei der ersten Drehung vom Besen fliegen, Mr. Nott. Sind sie noch nie vorher geflogen?" wollte sie wissen. Nott errötete vor Verlegenheit und murmelte etwas Unverständliches.

Ron grinste schadenfroh. Nott entging es nicht und sein Blick wurde wütend.

Oho, das hatte nichts gutes zu bedeuten, schoss es Harry durch den Kopf. Den Blick kannte er zur Genüge.

"Auf mein Kommando!" pfiff Hooch ihre Pfeife. Ihre gelben Falkenaugen musterten scharf ihre Schützlinge und sie gab einen weiteren Pfiff. "Auf. Nicht höher als fünf Fuß. Verstanden?" bellte sie.

Sofort brach Chaos aus. Die Gruppe hob mehr oder weniger ungeordnet vom Boden ab und viele der Neulinge schwitzten vor Angst. Hermine hielt sich krampfhaft an ihrem Besen fest und schoss nach oben. Gut 15 Meter über dem Grund erwarb sie etwas Kontrolle und Harry zögerte nicht und flog an ihre Seite. Der alte Sauberwisch gehorchte ohne Probleme seinen Befehlen, was aber auch an Harrys Magie lag die er dem alten Besen zuführte.

"Ruhig Hermine. Dir kann nichts passieren. Ich bin bei dir." hielt er seine Stimme sanft.

"Das sagst du so einfach!" schluckte das Mädchen und schwankte gefährlich hin und her. Ihr buschiges Haar wehte um ihr Haupt und ihre braunen Augen waren weit aufgerissen.

"Das sieht doch schon ganz gut aus. Entspanne dich und versuche es zu genießen." machte Harry ungerührt weiter.

"Genießen? Genießen! Bist du VÖLLIG Wahnsinnig? Wenn wir fliegen sollten, dann hätte Gott uns Flügel gegeben!" schrillte Hermine.

"Du bist eine Hexe und dafür hat Gott uns Besen anstatt Flügel gegeben. Es ist nichts Unnatürliches." grinste Harry. Was ihm nur einen weiteren wütenden Blick einbrachte. Doch ihr Zorn half Hermine ihre Angst zu vergessen.

"Alles in Ordnung, Mr. Potter. Ms. Granger?" rief Madame Hooch.

"Ja, Ma'am. Alles im Griff." rief Harry zurück.

"Sehr schön. Bitte führen sie Ms. Granger auf die angegebene Flughöhe zurück. Sie sind beide viel zu hoch." verlangte Hooch augenblicklich. Ihre Aufmerksamkeit wurde aber schon von einem weiteren Schüler gefordert der in Schwierigkeiten steckte und sie ließ die beiden aus den Augen. Dies nutzte Nott, der seinen Besen scharf beschleunigte und auf die beiden zuschoss. Harry sah ihn im letzten Moment und wich aus. Hermine, die völlig unerfahren war, hatte weniger Glück. Nott touchierte sie knapp und ihre mühselig erworbene Kontrolle war dahin.

"Verdammt!" fluchte Harry als Hermine ins Trudeln geriet und dann über ihre linke Seite abkippte. Ohne nachzudenken beugte er sich über seinen Besen und beschleunigte rasant. Seine Sucherreflexe erledigten den Rest und er packte entschlossen Hermines Robe. Ein mächtiger Ruck schien seinen Arm aus seinem Schultergelenk zu reißen als er ihren Fall aufhielt und er stöhnte vor Schmerz auf. Doch sein Stöhnen ging in dem angsterfüllten Schrei von Hermine unter. Das Mädchen hatte die Hände vor das Gesicht geschlagen und erwartete den Aufprall der jedoch nie kommen würde. Sie baumelte einen halben Meter über dem Rasen und Harry setzte sie sanft ab.

"Scheiße, tut das weh." ächzte Harry und landete.

"Meine Güte! Seid ihr in Ordnung? Wie konnte das passieren?" kam Hooch auf sie zugeschossen. Sie tastete schnell Hermine nach Verletzungen ab, bevor sie sich Harry zuwandte der sich die Schulter hielt. "Es scheint, sie haben sich die Schulter ausgerenkt, Mr. Potter." verzog sie mitfühlend das Gesicht. "Melden sie sich bei Madame Pomfrey in der Krankenstation. Schaffen sie es oder soll sie jemand begleiten?" wurde sie schnell wieder sachlich.

"Ich schaffe es alleine!" quetschte Harry zwischen seinen Zähnen hervor. Es schmerzte wie die Hölle aber er wollte keine Schwäche zeigen. Typisch Junge halt.

"Es war Nott, Madame Hooch. Er hat die beiden mit einem riskanten Manöver angeflogen." konnte sich Ron nicht mehr zurück halten.

"Mein Besen war außer Kontrolle. War keine Absicht." blieb Nott gelassen. Er hatte die unschuldigste Miene ausgesetzt, zu dessen er fähig war und Hooch fiel prompt darauf rein. Die anderen hingegen protestierten lautstark.

"Das kann schon mal vorkommen. Seien wir froh, dass nichts weiter passiert ist." versuchte Hooch die Wogen zu glätten.

Doch vergebens. Der Streit zwischen den Flugschülern eskalierte und so beendete sie kurzfristig den Unterricht. Sehr zum Leidwesen derjenigen, die wirklich fliegen lernen wollten.

Harry bekam das schon gar nicht mehr mit. Er war inzwischen auf dem Weg in die Krankenstation und dachte über das vorgefallene nach. Es war so anders als das erste Mal gewesen. Keine McGonegall die ihn zu Oliver Wood schleppte, um ihn als neuen Sucher für das Gryffindorteam vorzustellen. Harry war sich nicht sicher ob er sich darüber freuen sollte oder nicht. Er hatte ja stets gehofft, dass er wie die anderen auch behandelt wird, aber auf der anderen Seite war er insgeheim sehr stolz darauf gewesen, der jüngste Sucher seit einem Jahrhundert zu sein.

'Man kann nicht alles haben,' zog er ein Fazit.

Madame Poppy Pomfrey hob nur die Augenbrauen als er die Tür zur Krankenstation aufstieß.

"Flugunterricht?" fragte sie resignierend.

"Ja, Ma'am. Ausgerenkte Schulter." stöhnte Harry schmerzerfüllt.

"Jedes Jahr dasselbe. Warum nur fliegen wir noch auf Besen, wenn wir andere Möglichkeiten haben?. Aber nein...!" murrte die Schulkrankenschwester verhalten und wirbelte ihren Zauberstab über Harrys Oberkörper.

"Sie können doch nicht das Fliegen verbieten? Wie sonst sollten wir Quidditch spielen?" ächzte der Junge entsetzt.

"Ruhe! Ich bin hier am arbeiten. Hmm, ja die Schulter ist ausgerenkt. Achtung, dies könnte kurz weh tun." warnte sie ihn als auch schon ein heller Schmerz Harry durchzuckte. Er war froh dass er bereits auf einem Bett saß, denn sonst hätte es ihm die Füße weg gezogen.

"Heilige Scheiße!" fluchte Harry und funkelte sie an.

"Stellen sie sich nicht so an, Mr. Potter. Es tut gar nicht mehr weh, oder?" war Poppy unbeeindruckt und funkelte zurück.

"Ähh, tatsächlich!" hüstelte er verlegen und bewegte beschwerdefrei die soeben noch lädierte Schulter.

"Sag ich doch." schmunzelte Poppy und tätschelte seine Wange. "Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Ihr Vater war damals auch nach seiner ersten Flugstunde bei mir. Wenn ich mich richtig erinnere wollte er ein bestimmtes rothaariges Mädchen beeindrucken. Was war es denn bei ihnen?" fragte sie amüsiert.

"Auf jeden Fall nicht das." knurrte Harry heiß. Leider suchte sich Hermine genau diesen Moment dafür aus, um in das Krankenrevier zu stürzen. Schlitternd blieb sie vor Harry und Pomfrey stehen.

"Geht es dir gut, Harry? Oh, mein Gott. Ich habe mich noch gar nicht dafür bedankt, dass du mich gerettet hast." rief sie mit feuchten Augen und fiel ihm um den Hals.

"Wie der Vater...!" murmelte Poppy kopfschüttelnd.

"Es ist nicht so wie sie denken." wurde Harry rot und versuchte aus Hermines Umklammerung zu entkommen.

"Natürlich nicht." meinte die Schulkrankenschwester nur.

"Hermine? Hermine, könntest du mich bitte freigeben?" wurde Harry langsam aber sicher die Luft knapp.

"Tschuldigung!" löste sich das Mädchen von ihm. "Das war so mutig von dir. Danke Harry. Und das, obwohl ich dich die gesamte Zeit über schnippisch behandelt habe." stammelte sie errötend.

"Vergiss es einfach. Freunde?" lächelte Harry und streckte ihr die Hand entgegen.

"Gerne." erwiderte Hermine das Lächeln und schüttelte fest seine Hand. "Freunde!"

"Wenn sie beide hier fertig sind, dann würde ich ihnen empfehlen zu gehen." mischte sich Poppy ein.

"Natürlich, Madame Pomfrey. Bitte entschuldigen sie mein Eindringen." versicherte ihr Hermine hastig.

Hermine wich nicht von seiner Seite als sie die Krankenstation verließen. Vor der Tür warteten bereits Draco, Neville und Ron auf Harry.

"Na, du Held." grinste Draco.

"Das war ein guter Fang, Harry. Etwas größer und schwerer als der Schnatz, aber immerhin." meinte Ron.

"Ich bin froh, dass nicht ich es war." gab Neville seinen Senf dazu.

"Ich auch, Nev. Du hättest mir wahrscheinlich den Arm ausgerissen!" konterte Harry trocken.

"Dann lieber ein leichtes Mädchen wie die Granger!" stimmte Ron zu.

KLATSCH

"Blimey. Bist du bescheuert? Warum knallst du mir eine?" brüllte Ron los und hielt sich die brennende Wange.

"Überlege was du eben gesagt hast, Ron. Dann weißt du warum." schüttelte Draco den Kopf.

"Er hat es nicht in diesen Zusammenhang gemeint, Hermine. Er hatte wirklich nur dein Gewicht im Auge." legte Harry dem Mädchen eine Hand auf den Arm. "Aber guter Schlag, wie ich zugeben muss." fing er an zu grinsen.

"Was habe ich denn gesagt? Ehrlich, ich weiß immer noch nicht was." stotterte Ron.

"Ron Weasley. Manchmal bist du so dicht." brummte Neville und flüsterte dem rothaarigen Jungen etwas ins Ohr. Ron wurde rot und dann blass und dann wieder rot. Es war wirklich interessant anzusehen.

"Ich sollte deiner Mutter schreiben." drohte Hermine noch stinkesauer und Ron wurde so was von blass, dass man befürchten musste er fällt in Ohnmacht.

"B... Bitte nicht Mama. Ich entschuldige mich auch bei dir. Ich habe es wirklich nicht SO gemeint. Echt nicht. Du musst mir das glauben!" bettelte er verzweifelt. Wenn Ronald Weasley eines fürchtete, so war es der Zorn seiner Mutter. Dann noch lieber Spinnen.

Hermine schien erst nicht überzeugt zu sein, aber ein Blick in Rons weit aufgerissene Augen ließ sie dann doch weich werden.

"Also gut. Ich akzeptiere deine Entschuldigung Ronald. Doch du solltest in Zukunft lieber nachdenken bevor du deinen Mund aufmachst." empfahl sie ihm.

"Guter Rat." murmelte Neville.

"Ich weiß auch nicht warum ich immer wieder ins Fettnäpfchen trete." gab Ron schuldbewusst und mit roten Ohren zu.

"Denken, Weasley. Einfach nur denken." gab Draco seinen Kommentar ab.

"Ja, ja. Ich habe es ja verstanden." murrte Ron.

"Seid nett!" seufzte Harry.

"Hey, ich bin immer nett!" grinste Draco.

"Du zeigst es nur nicht sehr oft!" lästerte Hermine.

"Alles Tarnung!" winkte Draco nonchalant ab.

So ging es weiter bis sie die große Halle erreichten. Es wurde abgelästert und viel geneckt und die Stimmung war wesentlich entspannter. Harry freute es natürlich auch wenn er sich etwas über Draco und Hermine wunderte. Die beiden schienen sich mit ihrer scharfen Zunge perfekt zu ergänzen. Hmm, ob Ron etwa Konkurrenz bekam?

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Hermines Anschluss in der kleinen Gruppe von Harrys Freunden ging mehr oder weniger reibungslos über die Bühne. Nach kurzer Zeit schon, war es so als wäre sie schon immer dabei gewesen. Auch Susan Bones setzte sich nun öfters mit hinzu und wurde ebenfalls bald ein guter Freund. Es waren erst zwei Wochen vergangen und schon hatte sich Harry eine Basis von Freunden aufgebaut und er staunte wie leicht es ihm gefallen war. In seinem ersten Jahr damals, war er viel zu schüchtern und befangen gewesen und hatte sich schwer getan mit jemand auch nur freundschaftlich zu verkehren. Nur weil Dudley stets alle Kinder abgeschreckt hatte, wenn sie mit Harry auch nur redeten.

Die dritte Woche brach an und Harry zog zu den Ravenclaws, wo er kühl aber nicht unfreundlich empfangen wurde. Die Ravenclaws waren von seinen schulischen Fähigkeiten offensichtlich stark beeindruckt und hier musste er sich auch keine Sorgen deswegen machen. In diesem Haus zählte Wissen und Intelligenz. Aber nicht als Einzelkämpfer wie Hermine schon erfahren musste. Es wurde in Teams gelernt und den etwas schwächeren geholfen. Und es wurde sehr darauf geachtet, dass stets alle Hausaufgaben pünktlich und korrekt abgeliefert wurden.

"Das finde ich wirklich nicht schlecht. Daran könnten sich die Gryffindors und selbst die Hufflepuffs tatsächlich eine Scheibe abschneiden." war Harry widerwillig beeindruckt.

"Ravenclaw steht nicht umsonst als Synonym für Klugheit. Dahinter steckt zwar viel Begabung aber eben auch viel harte Arbeit." erwiderte einer der Ravenclawpräfekten zufrieden.

Dagegen war nicht viel zu sagen.

Filius Flitwick, der Hauslehrer der Ravenclaws, war begeistert einen so hellen Schüler unter seine Fittiche zu bekommen. Noch am ersten Abend bat er Harry in sein Büro und der Junge folgte neugierig seiner Einladung.

"Sie wollten mich sprechen, Sir?" fragte er nachdem er eingetreten war.

"Ahh, in der Tat, Mr. Potter. Bitte setzen sie sich!" machte der kleine Zauberkunstlehrer eine einladende Geste. Flitwick war hinter seinem Schreibtisch, der mit Büchern und Schulaufsätzen nur so überladen war, gerade noch auszumachen. "Mir ist aufgefallen, dass sie sie sich in meinem Unterricht enorm zurücknehmen, Mr. Potter. Darf ich fragen wieso?" ging er gleich auf sein Ziel los.

"Ähh...! Tue ich das?" rutschte Harry unruhig auf seinem Platz hin und her. Flitwick erwiderte nichts, aber sein Blick sprach Bände. "Ich... ich möchte nicht auffallen Sir." seufzte der junge Schattenmagier geschlagen. Er hätte es sich denken können. Professor Flitwick war ein Meister der Zauberkunst und seit gut 40 Jahren Lehrer bei Hogwarts. Natürlich musste es ihm auffallen, wenn sich ein Schüler zurückhielt.

"Verstehe, verstehe." murmelte der Professor nachdenklich. "Mein lieber Harry... ich darf sie doch Harry nennen?" sah er freundlich zu dem Jungen.

"Gerne, Sir." nickte Harry.

"Mein lieber Harry. Vielleicht wäre es das Beste, du überspringst ein oder auch zwei Klassen, um dir eine Herausforderung zu bieten." machte er ein Angebot.

"Das ist sehr liebenswürdig, Sir, aber ich muss ablehnen." überlegte Harry nicht lange.

"Aber wieso? Hast du einen guten Grund für diese Ablehnung?" wollte der Professor wissen.

"Den habe ich tatsächlich. Sie wissen doch wer ich bin, Sir. Der blutige Junge der lebt. Berühmt für etwas, an das ich mich nicht einmal erinnere. Wenn ich jetzt auch noch Klassen überspringe, dann habe ich endgültig keine Ruhe mehr. Nein, das möchte ich sicherlich nicht." versuchte er es ihm begreiflich zu machen.

"Hmm, in der Tat. So habe ich noch gar nicht gesehen. Ja, ich kann mir vorstellen wie sehr es dich belastet. Nun gut, ich ziehe das Angebot zurück. Doch du solltest dir eventuell eine andere Alternative überlegen, Harry. Ich bin mir sicher, dass du dein Talent für Zauberkunst, deiner Mutter verdankst. Merlin, was für eine begabte Hexe sie war! So kreativ und voller Begeisterung für diese schöne Kunst. Ich verrate kein Geheimnis, wenn ich gestehe, dass sie in all den Jahren meine liebste Schülerin war und es ist eine echte Schande, dass sie nicht meinem Haus zugehörte." lächelte Flitwick wehmütig.

"Danke, Sir. Ich habe ein paar von Moms Sachen gelesen. Echt abgefahrenes Zeug. Einige dieser Gedanken und Überlegungen sind wirklich Bahn brechend." erzählte Harry und Flitwick richtete sich seinem Stuhl auf.

"Du hast ihr Journal gefunden?" leuchteten die Augen des alten Professors auf.

"Äh, es liegt im Familiengewölbe. Sirius hat mich einmal dorthin mitgenommen." gab Harry zu.

"Dort liegt es im Moment gut. Du solltest es hüten wie einen Schatz, Harry. Ich habe damals, kurz vor ihrer Ermordung, einen Blick hineinwerfen dürfen und war wie paralysiert. Oh, sie hätte Großes geleistet. Nur alle zwei oder dreihundert Jahre taucht ein Zauberer oder eine Hexe wie deine Mutter auf. Jemand, der neue, unbekannte Wege beschreitet und damit erstaunliche Resultate erzielt. In der Muggelwelt hätte man sie als Nobelpreismaterial bezeichnet und auch dort hätte sie Bemerkenswertes geleistet. Ich bin mir dessen ganz sicher." erzählte er leise. Seine Stimme war voller Wärme und Zuneigung.

Harry lauschte mit einer Mischung aus Entzücken und Schmerz. Sirius und Remus hatten ihm einiges von seiner Mom erzählt, aber es war eine andere Sache, auch über ihre talentierte, magische Seite zu hören.

"Sie haben sie geliebt!" kam es Harry in den Sinn und Flitwick seufzte.

"Wie die Tochter die ich niemals hatte." gab der kleine Zauberkunstmeister ohne Verlegenheit zu und wich Harrys Blick nicht aus.

"Danke, Professor." nickte ihm Harry zu.

"Schon gut, mein Junge. Oje, ich wollte eigentlich nicht, dass die Stimmung derartig abrutscht." lächelte Flitwick schief.

"Ich höre gerne Geschichten über meine Mutter. Machen sie sich bitte keine Vorwürfe." beruhigte ihn Harry sofort.

"Dann bin ich froh. Kommen wir wieder auf das ursprüngliche Thema zurück. Würdest du mir bitte zeigen, was du wirklich kannst? Und halte dich um Merlins Willen bitte nicht zurück." forderte ihn der Professor auf.

"Äh, nur wenn sie mir zugestehen, dass es unter uns bleibt, Sir." sah ihn Harry fest an.

Flitwick strich sich über seinen kurzen Bart und gab dann sein Einverständnis.

In der nächsten Viertelstunde tobte sich Harry aus. All seine Zurückhaltung im Unterricht schob er zur Seite und zeigte dem Zauberkunstmeister seine Fähigkeiten. Die verschiedensten Schutzschilde, Aufrufe und Schwebezauber und noch einiges mehr. Fast alles Stoff aus den Stufen der sechsten und siebten Klasse und einige darüber. Flitwick war wie aufgedreht und gab immer wieder kleine Schreie und Rufe des Entzückens von sich. Vor allem, als Harry einige der vorgesetzten Zaubersprüche ohne Stab ausführte.

"Das war... beeindruckend. Oh, mein Junge. Du könntest wahrscheinlich deine UTZ's sofort nehmen und würdest sie mit fliegenden Fahnen bestehen. Ich glaube nicht, dass ich dir im normalen Unterricht noch viel beibringen kann und deshalb biete ich dir eine Alternative an." hüpfte Flitwick begeistert auf seinen Stuhl auf und ab.

"Ja?" hatte er die Aufmerksamkeit des Jungen.

"Eine Lehrlingsstelle ab deinem dritten Jahr bei Hogwarts. Bis dahin gebe ich dir gerne gelegentliche Privatstunden. Alles darunter wäre sinnlos für dich. Was meinst du?" fragte Flitwick und hielt den Atem an.

Harry blinzelte erstaunt. Eine Stelle als Lehrling bei Professor Flitwick? Wow, das war eine echte Ehre, wie Harry wusste.

"Ich... ich weiß nicht was ich sagen soll, Sir?" stotterte Harry.

"Wie wäre es mit ja?" lächelte der Professor fein. "Um dir die Sache zu versüßen und weil ich jetzt deine Bedenken wegen deiner 'Popularität' kenne, werde ich dir ein erweitertes Angebot unterbreiten. Niemand wird wissen, dass ich dich als meinen Lehrling annehme. Dies wird eine Sache zwischen dir und mir sein. Nur der Lehrmeister und sein Lehrling. Was meinst du dazu?" fragte Flitwick gespannt.

"Ich wäre vollkommen schwachsinnig, wenn ich dieses großzügige Angebot ausschlage." lächelte Harry breit und streckte seine rechte Hand aus.

"Sehr schön." rief Flitwick erfreut und schlug ein.

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Später an diesem Abend, machte sich Harry still und heimlich auf dem Weg zum Astronomieturm auf. Er benutzte hierfür zum ersten Mal, seit er in Hogwarts war, seine Fähigkeiten durch die Schatten zu gleiten. Was keinerlei Problem darstellte. All die Schutzbanne und Zauber konnten ihn nicht abhalten und so bemerkte keiner, dass er nach Überschreiten der Ausgehstunde noch unterwegs war.

Gut eine Stunde saß Harry auf den Zinnen des Turmes und seine Gedanken flogen von einem Thema zum anderen. Heute war einiges geschehen. Professor Flitwicks Angebot war völlig überraschend gekommen und war nicht abzusehen gewesen. Als 13jähriger bereits ein Lehrling! Das würde bedeuten, dass er seine Meisterreife noch vor seinem 18. Lebensjahr erreichen würde. Selbst Albus Dumbledore war 21 gewesen als er damals seinen Meistergrad in Verwandlung erwarb. Völlig irrwitzig, wenn man überlegte, dass Harrys eigentliche Stärken in der Verteidigung gegen die dunklen Künste und Verwandlung lagen.

"Bin ich so abnorm?" murmelte Harry bei sich und seufzte schwer. Er wusste, dies würde ihn noch weiter von seinen Freunden entfernen. Schon jetzt spürte er den Unterschied und es machte ihm zu schaffen. "Harry, du bist ein Narr! Hast du wirklich geglaubt, dass du einfach dort weitermachen kannst wo du damals als 11jähriger angefangen hast? Du bist nicht mehr derselbe. Zu sehr hast du dich verändert." führte er ein Selbstgespräch. "Merlin, ich werde wohl langsam irrsinnig. Jetzt führe ich schon Selbstgespräche auf dem Astronomieturm." schnaubte er höhnisch als es ihm zu Bewusstsein kam.

'Mir fehlen die Gespräche mit meiner Familie,' stellte Harry fest. Am besten war, er schrieb einen langen Brief an Sirius und Remus und wartete ihren Rat ab.

Harry fühlte sich etwas besser als er sich dazu entschlossen hatte. Warum nur musste er immer so grüblerisch sein? Er warf noch einen letzten langen Blick über den Grund von Hogwarts. Hagrids Hütte war in der Dunkelheit gerade noch auszumachen. Der verbotene Wald dahinter war wie eine finstere Wand und nur die Wipfel der Bäume wurden von dem schwachen Mondlicht beleuchtet. Harry sog tief die schwere, feuchte Nachtluft ein und atmete langsam aus. Mit einem Lächeln verschmolz er mit den Schatten und verschwand lautlos. Zeit, ins Bett zu gehen.

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Ein paar Tage später brachte ihm Hedwig Sirius' Antwortbrief und ein kleines Päckchen. Harry verschob das lesen des Briefes auf später und verbarg ihn in seiner Robe. Das Päckchen hingegen tastete er vorsichtig ab und sondierte es auch mit seinen Sinnen. Überlasse es Padfoot und Moony ihm einen Streich zu spielen. Er fand tatsächlich einige Zauber die aber nicht auf einen Scherz hindeuteten.

"Post von zu Hause?" lehnte sich Draco leicht zu ihm herüber.

"Yup! Und ein Päckchen." erwiderte Harry abwesend.

"Mach es doch auf." forderte ihn sein blonder Freund auf.

"Äh, lieber mal nicht. Du kennst doch deinen Cousin. Immer zu Streichen aufgelegt." grinste Harry.

"Hmm, da ist was dran. Obwohl, es wäre schon lustig wenn du dich vielleicht in ein Huhn verwandelst." kicherte Draco.

"Sehr witzig. Wenn du so auf Hühnchen stehst, dann kann ich ja DICH verwandeln. Interesse?" hob Harry eine Augenbraue.

"Äh, dann lieber nicht." hob sein Freund die Hände.

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Wie es sich herausstellte war Harrys Vorsicht überflüssig gewesen als er später am Abend das Päckchen auspackte. Es enthielt einen kleinen Spiegel der ihm nur zu gut bekannt war. Schnell sah sich Harry um und flüsterte das Passwort.

"Padfoot? Padfoot, bist du da?" fragte er leise. Es dauerte einige Augenblicke bis er eine Reaktion bekam. Die Oberfläche des Spiegels kräuselte sich und wurde kurz dunkel, bevor dann endlich Sirius' Antlitz zu sehen war.

"Hey, Welpe. Schön, dass du anrufst." grinste der Plünderer breit.

"Hi, Sirius. Danke für den Spiegel. Ich hätte selbst daran denken müssen." lächelte Harry schief.

"Mach dir mal keinen Kopf, Kleiner. Du kannst nicht an alles denken und außerdem hast du uns ja auch noch. Jetzt zu deinen Brief...! Wir haben darüber bereits gesprochen Harry und du kennst unsere Schlussfolgerungen dazu. Die Zeitlinie hat sich unwiderruflich geändert und du stehst Neuland gegenüber. Noch gibt es aber genug Übereinstimmungen, um angemessen zu reagieren. Zu deinen Bedenken wegen deiner Freunde? Was soll ich dir dazu nur raten?" verstummte Sirius und man konnte ihm seine Sorgen ansehen.

"Manchmal fühle ich mich so ausgeschlossen, Siri. Sie sind noch Kinder, während ich es eigentlich nicht mehr bin. Blutige Hölle, ich bin im Grunde ein erwachsener Mann von 25 Jahren und ich fühle ab und an, überdeutlich die Diskrepanz. Dann wieder gibt es Momente...!" versuchte Harry seine Sorgen auszudrücken.

"Dann fühlst du dich ihnen nahe, nicht wahr? Als wäre es immer so gewesen." fasste Sirius zusammen.

"Yeah! Genau so. Es verwirrt mich." nickte der Junge. "Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer sein würde, Siri. Was soll das erst werden, wenn nächstes Jahr Luna mit hinzu kommt? Gott, sie wird erst 11 Jahre alt sein. Ich komm mir wie ein schmutziger alter Mann vor, wenn ich an sie denke." schauderte Harry.

"Du BIST ein schmutziger alter Mann." grinste Sirius.

"Danke sehr. Wirklich hilfreich!" höhnte Harry.

"Dafür bin ich da, Kleiner. Jetzt aber mal ernsthaft. Denke nicht zuviel darüber nach. Sicher, geistig bist du inzwischen über 25 aber dann wieder, bist du noch ein Junge. Ja, ja, ich weiß, das hast du bereits mehrmals gehört, aber es ist wie es ist. Vergiss bitte nicht, dass du auch von deinen Hormonen gesteuert wirst. Merlin, ich beneide dich wirklich nicht. All das Grauen der Pubertät noch einmal zu durchleiden...? Brrr, das kann einen echt abkühlen." schüttelte sich sein Pate.

"Ich dachte, du wolltest mich aufbauen?" schenkte ihm Harry ein Funkeln.

"Das tue ich doch bereits. Fühlst du dich nicht besser?" fragte Sirius unschuldig.

"Nicht wirklich. Gut, vielleicht ein wenig." seufzte Harry und musste grinsen. Diese Wirkung hatten die Gespräche mit Sirius meist auf ihn.

"Dann ist es gut. Wann immer du das Gefühl hast, reden zu müssen...? Du weißt, ich bin nur einen Anruf weit weg, Welpe. Pass auf dich auf und halte die Ohren steif." verabschiedete sich sein Pate.

"Danke, Siri. Richte Serena und Moony meine Grüße aus. Bis dann!" lächelte Harry und fuhr mit der Hand über den Spiegel.

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Die Woche bei den Ravenclaws verging ohne Zwischenfälle und Harry fühlte sich bereits in den alten Trott eines Schuljahres verfallen. Unterricht und Hausaufgaben. Noch mehr Unterricht und noch mehr Hausaufgaben. Die übliche Routine war irgendwie öde und doch beruhigend. Der Unterricht selbst war ziemlich langweilig für den Schattenmagier. All die Aufgaben die einen Erstklässler vor Probleme stellten, waren Kleinigkeiten für ihn. Also richtete er seine Aufmerksamkeit darauf nicht zu sehr im Unterricht aufzufallen. Was oftmals gar nicht einfach war, da sein Stab, den er mit einem Tarnzauber belegt hatte, einfach zu mächtig war. All seine Kontrolle ging dafür drauf, nicht zuviel Macht in die einfachen Sprüche zu stecken. Wirklich diffizil. Der Nachteil war, dass er seine magische Macht damit nicht förderte. Seit seine Kerne vollends verschmolzen waren, wuchs sein neuer Kern immer noch an. Der Kern eines Zauberers wuchs all sein Leben lang. Einer der Gründe, warum Albus Dumbledore so mächtig war. Wie ein Muskel musste er gedehnt und gestreckt werden, um ihn zu stärken und das ging nur mit regelmäßigen Training und Benutzung.

Um den Wachstum seines magischen Kerns nicht allzu sehr zu beeinträchtigen, wich Harry auf die Abende aus. Immer dann, wenn seine Kameraden bereits im Bett lagen, besuchte er den Raum der Wünsche von dem niemand etwas wusste. Nicht einmal der Schulvorsteher kannte das Geheimnis dieses Raumes, wie Harry wusste.

Er ging vor der leeren Wand dreimal auf und ab und stellte sich im Geiste die Einrichtung vor. Als dann endlich die Tür erschien, öffnete er ihn erwartungsvoll.

"Klasse! Genau wie ich es brauche." nickte Harry begeistert als er sich umsah. Der Raum war schwer mit Schutzbannen ausgestattet und bot alles was ein Duellierzimmer benötigte. Selbst eine Bibliothek war vorhanden. Dazu ein Badezimmer, um sich nach dem Training den Schweiß abzuwaschen.

Harry zog seinen Stab hervor und hob den Tarnzauber auf, den er darauf gelegt hatte. Bedächtig wog der Junge den Stab in seiner Hand und legte ihn dann beiseite. Wenn er ihn hier unter Volllast benutzte, konnte es trotz der Abschirmungen passieren, dass Dumbledore aufmerksam wurde. Er war einfach zu mächtig.

"Hmm, vielleicht sollte ich einen gefakten Stab benutzen?" überlegte Harry nachdenklich. Das wäre eigentlich die Lösung für sein Problem. Seine stablosen Fähigkeiten waren einzigartig und es würde keinen auffallen wenn er nur einen harmlosen Stock in der Hand halten würde.

Ja, so würde er es machen.

In den nächsten zwei Stunden trainierte er hart und forderte seinen magischen Kern bis zur Grenze. Alle Zauber und Banne wurden stablos ausgeführt. Ob es jetzt Zauberkunst oder Verwandlung war. Es spielte keine Rolle.

Schwer atmend und schweißüberströmt, stand der schwarzhaarige Junge inmitten des Raums und beendete für heute sein Training. Das hatte gut getan, auch wenn er jetzt die Erschöpfung fühlte.

Nach einer schnellen Dusche, glitt Harry durch die Schatten, zurück in den Gemeinschaftsraum der Ravenclaws. Der Raum war leer und nur das knacken im Kamin war das einzige Geräusch. Schnell huschte er die Stufen zu den Schlafräumen aufwärts und betrat den Bereich des ersten Jahrganges. Draco war noch wach und seine Augen verfolgten Harry als sich dieser bettfertig machte. Die anderen schienen bereits zu schlafen.

"Wo warst du, Harry?" setzte sich Draco auf.

"Unterwegs. Bitte frage nicht weiter!" wich Harry aus. Draco seufzte leise und nickte zögernd. Er würde jetzt nicht fragen aber er würde seinen Freund im Auge behalten. Seit er ihn kannte, faszinierte ihn Harry Potter. Den grünäugigen Jungen umgaben einige Geheimnisse und so etwas hatte Draco stets gereizt.

"Gute Nacht, Harry." legte sich Draco wieder hin.

"Gute Nacht, Draco." kam es leise zurück.

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Die Woche bei den Ravenclaws war vorbei und Harry freute sich schon auf das nächste Mal. Jetzt aber, stand ihm der Einzug in die Kerker der Slytherins bevor und er war gespannt. Schnell waren seine Sachen gepackt und er verabschiedete sich von Draco und den anderen.

"Mann, ich beneide dich nicht. Ausgerechnet bei Professor Snape." schauderte Terry Boots.

"Yeah, vergess Nott und seine Dusel nicht." nickte Michael Corner.

"Wenn wir dich morgen früh nicht im Unterricht sehen, werden wir ein Suchkommando losschicken!" grinste Draco.

"Danke Jungs. Es berührt mein Herz, wie mitfühlend ihr seid!" schmunzelte Harry.

"So sind wir halt." winkte Draco ab.

Harry winkte den Ravenclaws noch einmal zu und machte sich auf den Weg in die Kerker. Die Hauselfen würden sein Gepäck, in der Zeit die er brauchte, um nach unten zu kommen, schon geliefert haben. Es war ein weiter Weg vom Ravenclawturm bis in die Kerker und dies gab Harry die Gelegenheit zu grübeln. War er wirklich darauf vorbereitet bei den Slytherins zu wohnen? Der grünäugige Junge hatte nicht die Blicke übersehen die er bei der Sortierung zugeworfen bekommen hatte. Zu seinem Erstaunen waren nicht alle feindlich gewesen. Die meisten der Slytherins waren im Grunde neutral, aber eben nur die meisten. Es gab genug Angehörige von bekannten Todessern. Wie Nott und seine beiden Leibwächter zum Beispiel. Aber auch Marcus Flint und Montague, ältere Schuljahre, waren in seiner Zeit Todesser geworden.

Langsam näherte sich Harry seinem Ziel. Die Gänge wurden dunkler und nur von einzelnen Fackeln beleuchtet. Die Luft wurde kühl und feucht. Kurz gesagt, es wurde ungemütlich. Der Gang war schlecht beleuchtet und schwer übersehbar. Die Schatten waren es, die Harry warnten, dass er nicht länger alleine war.

"Sie sind zwei Minuten zu spät, Potter!" kam plötzlich eine seidige Stimme aus der Dunkelheit. Harry blieb stehen und sah ruhig zu dem schwach erkennbaren Umriss, der in einer der Nischen zu erahnen war.

"Guten Abend, Sir. Mir war nicht bewusst, dass eine genaue Zeit verabredet war?" hielt er seine Stimme neutral und verstärkte automatisch seine geistigen Schutzschilde.

"Ihre geistige Inkompetenz wird sie nicht vor einer Bestrafung schützen!" zische Snape und trat hervor.

'Ruhig bleiben, Harry. Bleib gelassen und lasse dich nicht provozieren!' betete er innerlich herunter. Dabei juckte es ihm in den Fingern. Wie gerne würde er der alten Fledermaus einen kleinen Fluch aufbrennen.

"Angst, Potter?" fragte der Tranksmeister spöttisch als der Junge schwieg.

"Vor wem?" entgegnete Harry verblüfft. "Meinen sie die Slytherins, Sir? Dann kann ich sie beruhigen. Sie machen mir keine Angst. Ich fürchte ganz andere Dinge." behauptete der Junge ruhig.

"Ist das so?" trat Snape näher und sah auf den Sohn seines alten Feindes herunter. Dieselbe großspurige Haltung wie James Potter, dachte Snape angewidert. Und doch...

Irgendetwas war an dem Jungen! Er konnte nur nicht die Finger darauf legen. Er strahlte Macht und Selbstbewusstsein aus und das schon in dem jungen Alter. Was würde erst werden, wenn er ein paar Jahre älter war? Potter war einer der wenigen die nicht vor seinem durchdringenden Blick zurückwichen, musste er anerkennen. Ohne groß zu zögern, tastete Snape nach Potters Erinnerungen und wurde gewaltsam heraus geworfen.

"Bitte unterlassen sie es in meinen Geist stöbern zu wollen! Es wird ihnen und auch mir, nur Kopfschmerzen bereiten und keinerlei Ergebnisse bringen. Wie sie, bin ich ein Meisterokklumens!" flammten Harrys Augen auf.

Snapes Lippen wurden dünn und er musste sich zusammenreißen, um sich nicht die Schläfen zu massieren. Der Vorstoß hatte ihm einen mächtigen Kopfschmerz eingebracht aber er würde den Teufel tun, wenn er vor dem Balg Schwäche zeigte.

"Folgen sie mir!" schnarrte der Tranksmeister und drehte sich auf dem Absatz um und glitt geschmeidig los. Seine Roben bauschten sich hinter ihm dramatisch auf, als würde ein kräftiger Wind wehen. Harry blinzelte und beeilte sich dann, um Anschluss zu halten.

Snape führte ihn bis zum Eingang des Slytheringemeinschaftsraumes. Es war wie bei den anderen auch, ein Bildnis. Es zeigte einen älteren Mann, mit dunklen Augen und Haaren. Es war nicht Salazar Slytherin, wie man vielleicht erwarten durfte. Von den Gründern existierte kein bekanntes Abbild. Einer der Rätsel, die Hogwarts bot.

"Das Passwort ist Asphadel! Merken sie es sich gut, Potter. Und wehe, sie geben es weiter!" sagte Snape dunkel.

"Keine Sorge, Sir." versicherte ihm Harry.

"Ahh, das ist also der junge Potter. Hätte nie gedacht, dass ich einen aus DER Familie einmal hier unten sehe." bemerkte das Portrait anzüglich.

"Schweig und öffne!" schnarrte Snape.

"Natürlich, Severus. Natürlich!" schwang das Bild zur Seite und legte einen weiteren dunklen Gang frei. Er führte um eine Ecke und endete dann plötzlich vor einer kahlen Mauer. Snape warf einen kurzen Blick zu Harry und schritt dann durch die Mauer.

"Eine Illusion! Raffiniert!" war der Junge widerwillig beeindruckt. Dies war ein völlig anderer Zugang als bei seinem Besuch im zweiten Jahr. Harry zögerte nicht länger und folgte dem Tranksmeister durch die Illusion. Es war ein Gefühl wie am Bahnsteig 9 3/4.

Der Gemeinschaftsraum selbst, war so wie ihn Harry in Erinnerung hatte. Mehrere Kamine an den Wänden die jetzt selbst am Ende des Sommer munter brannten. Was aber das überraschende war, war die Tatsache, dass alle Slytherins sich in den großen Raum versammelt hatten.

'Voll der Einschüchterungsversuch!', schnaubte Harry innerlich. Nach außen hin wirkte er so stoisch wie Snape.

"Hi Leute!" gab er sich lässig.

Keine Reaktion.

"Flint! Zeigen sie Potter seine Räumlichkeiten!" schnarrte Snape. Der Captain der Slytherinhausmannschaft zog eine leichte Grimasse des Abscheus und trat dann vor.

"Wie denn jetzt? Keine Begrüßungsrede und warme Worte des Willkommens?" hob Harry eine Augenbraue.

"Nicht für dich, Halbblut!" zischte Flint.

"Ts, Ts, selbst Vollidiot... äh, ich meinte Vollblut. Verflixt, natürlich Purblut!" verdrehte der grünäugige Junge die Worte und versuchte dabei harmlos auszusehen. "Ach, und das mal so nebenbei. Voldemort...!" hier zuckten alle zusammen. "... ist ebenfalls ein Halbblut. Eigentlich heißt er Tom Riddle und sein Vater war ein Muggel. Hingegen waren meine Eltern beide magisch. Nur so mal nebenbei, wie gesagt!" erklärte Harry fast gelangweilt.

"Du lügst!" knurrte Flint wütend. Und er war nicht der einzige der so reagierte.

"Warum sollte ich? Fragt Professor Snape." schob Harry dem Tranksmeister den schwarzen Peter zu. Alle Augen wandten sich erwartungsvoll Snape zu, dessen Blässe sich verstärkt hatte. Potter war erst drei Minuten hier und machte schon Ärger. Er hatte es gewusst.

"Guten Abend!" zischte er kalt und drehte sich auf dem Absatz um und verschwand durch den Eingang.

"Professor? Sir?" rief Flint seinem Hauslehrer hinterher und bekam keine Antwort.

"Oh Scheiße. Snape hat echt sauer ausgesehen. Das gibt Ärger!" murmelte einer der anderen.

"Ist das wirklich wahr, Potter? Das mit Du-weißt-schon-wer?" wagte sich ein Mädchen aus der sechsten Klasse vor. Das Getuschel erstarb, als alle anderen Harrys Antwort erwarteten.

"Ich lüge nicht. Im Trophäenraum kannst du seinen Namen finden. Tom Marvolo Riddle. Wenn du die Buchstaben seines Namens neu ordnest, erhältst du folgendes: Ich bin Lord Voldemort!" wiederholte Harry Toms Buchstabenrätsel aus der Kammer des Schreckens.

"Ich glaube dir nicht!" beharrte Flint wütend.

"Das bleibt dir überlassen. Doch bedenke eines. All die stolzen Blutpuristen die sich seine Anhänger nennen, sind nichts anderes als Sklaven. Denn das ist die Bedeutung des dunklen Mals. Es ist ein Sklavenzeichen. Sie krochen vor ihm auf den Knien und küssten den Saum seiner Roben. Und er hat sie mit Schmerz und Verachtung belohnt und nicht mit Macht. Verrate mir eines, Flint. Ist dies erstrebenswert?" brannten Harrys Augen vor Eindringlichkeit.

"Mein Vater würde niemals vor jemanden kriechen!" wütete Flint.

"Er hat Recht, Marcus. Meine Mutter hat es mir erzählt. Immer wenn Vater nach Hause kam, musste er Tränke gegen den Cruatiusfluch einnehmen!" trat ein Junge, der Harry unbekannt war, nach vorne.

"Schweig! Der dunkle Lord bestrafte nur diejenigen die es verdienten!" fuhr Flint herum. Der junge Theodore Nott nickte eifrig, während seine Schatten nicht ganz so überzeugt aussahen.

"Voldemort liebt den Schmerz den er über andere verhängt. Und es spielt keine Rolle ob es seine Anhänger sind. Er ist einfach ein kranker Bastard!" erklärte Harry kalt. "War deinem Vater bewusst, dass Voldemort über das dunkle Mal seine Magie anzapft? Warum denkst du ist er so mächtig? Er saugt wie ein Parasit die Lebenskraft und die Magie aus seinen Anhängern. Er kann sie damit kontrollieren und sogar töten, wenn nötig." versuchte er es ihnen klar zu machen.

Ein Keuchen ging durch die Slytherins und sogar Flint wurde blass.

"Das erklärt so einiges!" murmelte ein Mädchen bleich.

"Das genügt, Potter!" kam Snapes kalte Stimme befehlend von der Tür. "Jeder auf sein Zimmer und ich warne sie. Ich werde keine Fragen zum dunklen Lord beantworten!" flüsterte er voller Zorn.

"Ja, Sir!"

Es war erstaunlich wie diszipliniert die Slytherins reagierten. Obwohl sie sicher viele Fragen an ihren Lehrer hatten, wagte keiner Widerstand zu leisten. Nach und nach verschwanden sie auf ihre Zimmer bis nur noch Harry und Snape übrig blieben. "Folgen sie mir!" verlangte Snape und stürmte aus dem Gemeinschaftstraum der Slytherins. Harry hastete nach einen Moment der Überraschung hinter dem Tranksmeister hinterher. Der Weg war kurz. Nach einer Biegung und einigen Metern, öffnete Snape eine Tür und wartete auf den Jungen. Harry betrat ohne zu Zögern, Snapes Büro, so wie es aussah.

"Warum, Potter?" fragte Snape nach einen langen Augenblick unangenehmen Schweigens.

"Weil sie die Wahrheit verdienen, Sir. Wären sie sein Anhänger geworden, wenn sie sich aller Konsequenzen bewusst gewesen wären?" stellte Harry offen die Gegenfrage.

Snapes Lippen wurden dünn und sein Blick umwölkte sich kurz.

"Nein!" wisperte er tonlos und zuckte leicht zusammen, als Harry auf einmal wie ein Schatten auf ihn zu glitt. Wie konnte der Junge sich nur so schnell bewegen?

"Ich weiß von der Fehde die sie gegen meinen Vater pflegten, Severus Snape. Und sie war wohlbegründet. Ich möchte mich in aller Form als letzter in der Linie der Potters bei ihnen entschuldigen. Mein Vater hatte kein Recht sie so zu behandeln und ich weiß, dass er dies, als er erwachsen war, sehr bereute. Doch leider war das Schicksal gegen seinen Plan, sich selbst bei ihnen zu entschuldigen." neigte Harry respektvoll das Haupt.

Snape war bei der Erwähnung James Potters erst blass und dann rot geworden. Wut brodelte hoch aber legte sich genauso schnell wie sie gekommen war, als sein kalter, analytischer Verstand übernahm. Der Junge hatte sich bei ihm entschuldigt? Für seinen Vater? Und er hatte ihm, Severus Snape, seinen Respekt erwiesen. Eine überraschende Entwicklung. Dies musste überdacht werden.

"Als Zeichen meiner Aufrichtigkeit, biete ich ihnen etwas an. Etwas das sie seit langen erstreben, Sir. Ich biete ihnen an, das dunkle Mal zu beseitigen." flüsterte Harry und sah Snape direkt in die Augen.

"Unmöglich!" keuchte der Tranksmeister und umfasste unwillkürlich seinen linken Unterarm. Die Götter allein wussten, wie sehr er dieses Zeichen des Bösen verabscheute. Was hatte er nicht alles versucht, um sich davon zu befreien. Er hatte sich sogar nicht gescheut und war zu Albus gekommen. Doch der alte Schulvorsteher musste zugeben, dass er nicht wusste wie es zu entfernen war.

"Nicht für einen Parselmund!" behauptete der Junge.

Severus' Augen weiteten sich als er das hörte.

"Sie wollen doch nicht etwa andeuten, dass ausgerechtet sie ein...?" verstummte er ungläubig.

"Ein kleines Präsent von Tom!" lächelte Harry traurig und strich seine Haare zurück, damit man seine Narbe sehen konnte. "Er ist nicht länger der einzige der mit Schlangen sprechen kann und so ist es mir möglich." erklärte er.

"Wer weiß davon?"

"Nicht viele. Im Grunde nur meine Familie, die Sirius, seine Frau und Remus umfasst. Nicht einmal Albus Dumbledore weiß davon." antwortete Harry ruhig.

"Black hat dies so einfach akzeptiert?" konnte es Severus nicht glauben.

"Er hat ziemlich geschaut, als ich es ihm erzählte. Aber sonst, ja, er hat es akzeptiert. Wie waren seine Worte? Du bist deswegen kein Jota dunkler als alle anderen. Remus war es sowieso gleichgültig. Nicht weil er ein dunkles Geschöpf ist, aber weil ihn jeder dafür hält. Hmm, macht das irgendwie Sinn?" meinte Harry stirnrunzelnd.

"Auf eine verdrehte Art und Weise!" spottete Severus sardonisch.

"Ich wundere mich wieso immer wieder, warum die Leute einen Parselmund automatisch für böse halten? Es ist im Grunde Idiotie!" brummte Harry.

"Weil es ein Merkzeichen dunkler Zauberer ist! Salazar Slytherin war ein Parselmund und sehen sie auf seinen Ruf!" bemerkte Severus trübselig.

"Alleine daran kann es nicht liegen. Auch nicht, dass Voldemort einer ist. Ich vermute, der Ursprung für diese Abneigung liegt viel tiefer begraben. Vor zweitausend Jahren hätte man einen Parselmund für einen, von den Göttern, Beschenkten gehalten!" äußerte Harry ein paar Überlegungen die er schon vor einiger Zeit mit Hermine zusammen gewälzt hatte.

Sie war es auch gewesen die die Christianisierung des Abendlandes ins Spiel brachte. Früher, so war ihre Anmerkung, sah man die Schlange nicht als Boten des Bösen an, sondern als Beispiel für Weisheit und Fruchtbarkeit. Doch entsprach dieses Bild nicht dem Dogma der katholischen Kirche. Also wurde die Schlange zum Sinnbild für Verschlagenheit und dem Bösem, erläuterte Harry.

"Ja, ja, das mag ja sein, aber dies ist jetzt nicht wichtig!" winkte Snape mürrisch ab.

"Sorry!" murmelte der Junge.

Severus Snape schnaubte kurz auf und musterte den Jungen vor ihm mit neuen Augen. Er war klug und wenn er ehrlich zu sich war, dann war er nicht mal annähernd so wie sein Vater. Eher wie Lily, die Severus immer insgeheim bewundert hatte, auch wenn er es nie laut äußern würde. Lily Evans war ein wirklich intelligentes und schönes Mädchen gewesen. Wenn auch mit einer verdammt explosiven Laune! Und nun sah ihn der junge Potter mit genau ihren Augen abwartend an.

"Professor?" fragte Harry vorsichtig als Severus Snape ihn nur gut zwei Minuten lang ansah. Es war irgendwie entnervend.

"Schweigen sie und lassen sie mich in Ruhe überlegen!" kam die abrupte Antwort.

Also wartete Harry und verschob sich unbehaglich unter dem starren Blick des Tranksmeisters. Doch dieser schien durch ihn hindurch zu sehen.

Was überlegte die alte Fledermaus nur so lange?

"Also gut, Mr. Potter! Ich nehme ihre Entschuldigung vorläufig an. Zu ihrem Angebot... ich werde es überdenken und ihnen in den nächsten Wochen irgendwann Bescheid geben! Jetzt gehen sie auf ihr Zimmer!" entließ ihn Severus kühl. Sein Gesicht war unbewegt und es war so gut wie unmöglich zu sagen was er wirklich dachte.

"Sehr wohl, Sir. Äh, eine Bitte noch...!" blieb Harry an der Tür stehen.

"Was noch, Potter?" zischte Severus ungehalten.

"Bitte unterlassen sie ihre Legimentikangriffe. Wie bereits erwähnt, wird es ihnen und auch mir, nur Kopfschmerzen einbringen!" sagte Harry ruhig.

Severus hob spöttisch eine Augenbraue und nickte dann kurz.

"Gute Nacht Sir!" lächelte Harry leicht und ging.

"Ja, gute Nacht, Potter!" murmelte Severus Snape abwesend als der Junge schon gegangen war. Auf was hatte er sich, in Merlins Namen, nur eingelassen? Jetzt verkehrte er schon durchaus zivilisiert mit einem Potter. Was kam als nächstes? Verbrüderung mit den verdammten Gryffindors?

Seufzend drückte Severus seinen Nasenwurzel und fluchte unterdrückt als er ein Versäumnis bemerkte. Woher hatte Potter gewusst, dass er das dunkle Zeichen trägt? Und wo zur Hölle war nur der Trank für Kopfschmerzen?

TBC...

A/N: So, ich hoffe es hat euch gefallen und einige eurer Fragen beantwortet. Bitte, macht mir eine Freude und reviewt fleißig. Ich lese jede einzelne eurer Bemerkungen sehr aufmerksam und habe tatsächlich einige Hinweise auf Fehler und Versäumnisse berücksichtigen können. Wofür ich hier, noch einmal meinen Dank aussprechen möchte. Bis zum nächsten Mal,

Marius