VERZICHTSERKLÄRUNG: Alle urheberrechtlich geschützten Figuren in dieser Story gehören natürlich der wunderbaren Joanne K. Rowling. Ich habe sie mir nur ausgeliehen. Einzig die Idee und neue Charaktere sind komplett von mir. Ich beabsichtige nicht, mit dieser Geschichte Geld zu verdienen.
A/N: Endlich wieder einmal ein Update von mir. Leider wird es für einige Zeit das letzte sein. Ich habe nächste Woche einen Termin in der Klinik und der Grund dafür ist eine Herzoperation. Meine dritte inzwischen und ich bin diesmal ziemlich pessimistisch. Sollte alles glatt laufen, wird es trotzdem rund 3 bis 4 Monate dauern, bevor ihr wieder etwas von mir hört. Wenn nicht... nun, dann wird meine Beta (die zufälligerweise auch meine Nichte ist) euch Bescheid geben. Also drückt mir die Daumen Leute. Wegen der längeren Wartezeit auf dieses Kapitel, umfasst es, als kleinen Trost, über 9000 Worte.
Also viel Spaß beim Lesen und gebt mir ordentlich Resonanz,
Marius
ooOOoo
KAPITEL 19
Harry zögerte immer noch aus den Schatten heraus zu treten. Er befand sich in der Kammer, in der vermutlich der Stein der Weisen versteckt war. Doch bislang hatte er ihn noch nicht ausmachen können. Der große Raum war augenscheinlich völlig leer. Nicht ein einziges Möbelstück befand sich hier. Harry murmelte ein paar Suchzauber und das Ergebnis war unerwartet. Er fand nämlich... nichts!
Und doch hatte der Junge das Gefühl, dass sich der Stein hier befinden musste. Seine Zweifel verflogen so schnell wie sie gekommen waren und er musste anerkennend lächeln. Albus hatte sich wirklich selbst übertroffen. Der alte Zauberer war mehr als nur sehr geschickt und dies zeigte sich nun.
"Wo hast du ihn, Albus?" flüsterte Harry und schloss die Augen. Er öffnete seine Sinne und ließ die Magie des Raumes und auch Hogwarts auf sich einwirken. "Du raffinierter alter Hund!" machte er plötzlich die Augen auf und starrte auf eine Stelle, die sich auf der linken Seite des Raumes befand. Völlig unverfänglich und nicht auffälliger als irgendeine andere Stelle. Dort befand sich der Stein. Er musste sich eingestehen, dass er sie wahrscheinlich nicht so leicht entdeckt hätte, wäre ihm Hogwarts nicht zu Hilfe gekommen.
Harry zögerte nicht länger und trat aus den Schatten. Fast erwartete er, dass ein Alarm ausgelöst wurde aber es blieb still. Es war aber leider nicht auszuschließen, dass dem nicht trotzdem so war. Also hieß es sich beeilen. Er erreichte die Stelle und pfiff leise bewundernd durch die Zähne. Albus hatte es vollbracht eine Tasche in Raum und Zeit zu schaffen und den Stein darin zu verbergen. Das war Magie auf allerhöchstem Niveau und Harry war sich nicht sicher, ob er es selbst hätte schaffen können. Dies war nicht nur eine Frage der Macht, sondern auch des Könnens, des Geschicks und vor allem des Wissens, und hier war Albus Dumbledore wohl der unbestrittene Meister.
Gut eine Minute versuchte Harry mit seinen Schattensinnen zuzugreifen, doch vergebens. Der Stein entzog sich seinem Zugriff und irgendwie war sein Gehirn wie leergefegt, als er nach einer Lösung suchte. Bis er sich an das kleine Gespräch erinnerte, dass er damals mit dem Schulvorsteher, im Krankenrevier von Hogwarts hatte. Dumbledore hatte auf Harrys Frage, wie er denn den Stein aus dem Spiegel erhalten hatte, ihm erklärt wie er dies bewerkstelligte.
Ob Albus dieselbe Idee auch hier verwandte?
Ein Versuch konnte nicht schaden und so streckte Harry die Hand aus und entspannte sich. Seine Gedanken drehten sich darum den Stein zu schützen. Er wollte ihn ja nicht für sich.
Plötzlich fühlte er etwas Schweres in seiner Hand und er senkte den Blick.
"Hab ich dich!" lächelte der Junge erfreut.
Schnell steckte er ihn in seine linke Hosentasche und holte aus seiner rechten den falschen Stein. Hier, in diesem gedämpften Licht, sah dieser genauso aus wie das Original. Harry konnte beim besten Willen keinen Unterschied feststellen. Zufrieden entspannte er sich erneut und diesmal dachte er nur daran den Stein vor den Bösem zu verstecken. Nur Sekunden später konnte er sehen, wie der Stein dematerialisierte. Es hatte tatsächlich geklappt.
"Beeindruckend! Alle Achtung Albus!" pfiff Harry erneut leise durch die Zähne.
Auf einmal hatte er ein Gefühl, dass sich jemand näherte und er sah alarmiert auf. Es waren nicht seine Sinne, die den näher Kommenden gespürt hatten, sondern es war Hogwarts selbst, die ihn warnte.
"Danke!" verneigte er sich leicht und wich zurück. Lautlos verschmolz er in die Schatten und nicht zu früh. Durch den Vorhang aus Flammen trat geschwind Albus Dumbledore und er hielt seinen Stab bereits kampfbereit in der Hand.
"Nanu!" blieb der alte Zauberer, am oberen Absatz der Stufen, verblüfft stehen. Seine blauen Augen zeigten nicht das übliche Funkeln, sondern stählerne Entschlossenheit. Wachsam schritt er die Stufen hinab und sein Blick strich aufmerksam durch die Kammer. Harry zog sich etwas weiter in die Schatten zurück und beobachtete den Schulvorsteher. Er hatte ihn einmal in vergleichbarer Situation sehen dürfen und zwar als Dumbledore damals gegen Voldemort im Ministerium kämpfte und hatte den Eindruck beinahe vergessen. Nichts war jetzt mehr von der Exzentrik und dem manchmal, leicht trottelig wirkenden Verhalten zu sehen. Aber auch rein gar Nichts.
An Stelle des alten jovialen Schulvorstehers, stand dort, in all seiner magischen Macht, der Bezwinger des dunklen Zauberers Grindelwald. Und er war schlichtweg beeindruckend.
In der Mitte des Raumes blieb Albus Dumbledore stehen und drehte sich einmal langsam um die eigene Achse. Sein Stab vollführte leichte Bewegungen und seine Augen verdunkelten sich, als er sich konzentrierte.
Dann hielt er inne und Harry musste ein paar Mal blinzeln, als er die Verwandlung, zurück in das von jedem gewohnte Bild des Schulvorstehers, bezeugte.
"Eigenartig! Hmm, Lady Hogwarts?" hob Albus leicht das Haupt und lauschte. Seine Stirn runzelte sich irritiert und er seufzte leise. "Was hat nur den Alarm ausgelöst?" murmelte er und näherte sich der Stelle, an der er den Stein verborgen hatte. Er hob die Hand und holte aus dem Nichts den Stein hervor und betrachtete ihn sorgfältig.
Harry hielt den Atem an. Dies war DER Test für Nickis Arbeit, denn Albus kannte sehr wohl den Stein.
Der alte Zauberer sagte kein Wort und musterte den Stein nur kurz aber intensiv, bevor er ihn wieder verbarg. Langsam ließ Harry den Atem ab und ein Lächeln trat auf seine Lippen.
Es hatte geklappt.
Der Junge wartete geduldig, bis der alte Zauberer die Kammer verlassen hatte. Dann machte er sich auf dem Weg zurück zu den Flamels.
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Der nächste Morgen zeigte wieder einmal einen übermüdeten Harry Potter, als er beim Mittagessen in der großen Halle saß. Seinen Freunden entging es natürlich nicht, aber sie unterließen Bemerkungen. Nach dem Essen trafen sie sich alle am Eingang und Hermine runzelte besorgt die Stirn, als sie Harry aus der Nähe sah und war versucht den Jungen zu Madame Pomfrey zu schleppen. Es war einfach nicht normal, dass ein 11jähriger so schlecht schlafen konnte.
"Ob er von Du-weißt-schon-wer geträumt hat?" murmelte Ron und überraschte sie damit.
"Sei nicht albern, Ron. Er war damals nur ein Baby. Er kann sich unmöglich an diese Nacht erinnern!" schüttelte sie energisch den Kopf.
"Ich bin nicht albern!" maulte Ron.
"SO habe ich das auch nicht gemeint!" schnappte Hermine zurück.
Sofort entbrannte ein lautstarker Streit zwischen den beiden.
"Worum geht es?" fragte Harry die anderen, als er aufschloss.
"Keiner weiß es." zuckte Neville mit den Schultern.
"Sie üben wahrscheinlich schon für ihre Ehe!" grinste Draco boshaft.
"Du bist böse, Draco!" kicherte Susan.
"Was kichert ihr denn alle?" unterbrach Hermine ihre Tirade. Rons Ohren waren tiefrot und er rang noch nach Worten. Doch auch er sah jetzt zu der Gang.
"Nichts!" kam es unschuldig im Chor zurück.
Hermine kniff die Augen zusammen und musterte die Gruppe drohend.
"Was macht ihr denn über die Weihnachtsferien?" sagte Harry schnell um sie abzulenken. Es klappte zu seiner Erleichterung.
"Ich feiere in der Schweiz Weihnachten. Skiurlaub!" gab Hermine bekannt.
"Ich feiere mit meinen Eltern!" strahlte Neville voller Glück.
Auch Draco und Susan feierten mit ihren Familien. In Susans Fall mit ihrer Tante Amelia. Der einzige der sich zurückhielt, war Ron.
"Du sagst ja gar nichts?" fiel es Hermine auf.
"Äh, ich bleibe hier. Meine Leute besuchen, mit Ginny zusammen, Charlie in Rumänien!" versuchte Ron unbeeinflusst auszusehen.
"Und die Zwillinge und Percy?"
"Bleiben ebenfalls. So bin ich wenigstens nicht alleine!" wirkte er doch ein bisschen verloren.
"Kommt doch mit mir. Ich lade dich gerne ein!" bot ihm Harry sofort an.
"Echt? Blimey!" riss Ron die Augen auf.
"Hey, du bist mein Freund und wir haben jede Menge Platz zu Hause. Außerdem wollte ich Fred und George sowieso mit meinen Onkeln bekannt machen!" lächelte Harry.
"Ich werde gleich Mom schreiben. Wenn sie es erlaubt, dann sehr gerne. Danke, Kumpel!" freute sich Ron. Er sah sich nach den Zwillingen um und winkte sie zu sich, nachdem er sie ausgemacht hatte. Fred und George wunderten sich kurz, aber kamen zu ihren kleinen Bruder und seinen Freunden. Schnell hatte er ihnen Harrys Einladung erklärt.
"Wir nehmen...!"
"... gerne an. Danke Harry!" grinsten die Zwillinge erwartungsvoll. Endlich würden sie ihre Helden treffen.
"Jetzt müssen wir nur noch Percy breitschlagen!" war Ron besorgt.
"Komm, Brüderchen. Suchen wir ihn!" schnappte George Rons Ärmel und zog ihn mit sich.
Hermine kam an Harrys Seite und stieß ihn sanft an.
"Danke Harry. So ist er wenigstens nicht alleine!" sagte sie weich.
"Schon gut Hermine. Ich hätte es für jeden von euch gemacht!" versicherte ihr Harry. "Jetzt muss ich allerdings schnell Sirius Bescheid geben."
"Wird er nicht sauer sein, dass du ihn nicht vorher gefragt hast?" war Hermine neugierig.
"Vielleicht ein wenig, aber ich werde ihn alles erklären."
"Sirius wird sicher nichts dagegen haben. Er hat ein großes Herz!" bemerkte Draco.
"Du kennst ihn?" wunderte sich die Ravenclaw.
"Lord Black ist das Oberhaupt unserer Familie. Natürlich kenne ich ihn!" erwiderte der blonde Junge lässig und mit einem Hauch Arroganz.
"Oh, das wusste ich nicht." errötete Hermine ein wenig.
Harry wartete ob Draco seine scharfe Zunge unter Kontrolle hatte und wurde nicht enttäuscht.
"Du konntest es nicht wissen, Hermine!" sagte Draco überraschend sanft.
"Woher auch! Dies ist eines der Dinge die Sirius ändern möchte. Die Erziehung und die Eingliederung der Muggelgeborenen zu verbessern. Stell dir vor Hermine, wie es gewesen wäre, wenn du bereits vor Hogwarts zumindest ein oder zwei Jahre eine Einführungszeit in all die Sitten, Gebräuche und die Geschichte der Zaubererwelt gehabt hättest?" warf Harry ein.
"Ich hätte mit beiden Händen zugegriffen!" nickte das Mädchen.
"Es ist eigentlich eine simple Sache und ich wundere mich immer noch darüber, dass keiner vom Ministerium darauf gekommen ist?" schüttelte Harry den Kopf.
"Was ist mit dem Ministerium?" fragte jemand und Harry fuhr herum. Es war Percy. Schnell erklärte ihm Harry die Sache und der junge Weasley runzelte die Stirn.
"Vermutlich fehlt das Geld!" war seine Meinung. "Wobei ich gerne zugebe, dass die Idee wirklich gut ist."
"Es kann nicht nur am Geld liegen!" warf Draco ein.
"Sicher nicht. Es sind die alten Sturköpfe im Zaubergarmot. Manche von denen sind so konservativ, dass sie vermutlich immer noch darüber mosern, dass das Feuer entdeckt wurde." schnaubte Harry abfällig.
"Welch ein Gedanke!" grinste Fred.
"Das nenne ich wirklich konservativ!" kicherte Hermine.
"Du solltest nicht so respektlos sein...!" setzte Percy an und seufzte dann. "Wobei ich dir leider beipflichten muss!"
Ein beinahe unerhörtes Geständnis von Percy. Der Teenager war der geborene Bürokrat und Obrigkeitsgläubiger.
"Wenn du dieses Thema weiter diskutieren möchtest, dann hast du über Weihnachten die Gelegenheit!" lächelte Harry.
"Ich bin eigentlich gekommen, um dir abzusagen. Doch nun...! Ich werde kommen!" nickte ihm Percy gnädig zu.
Er war immer noch ein pompöser Trottel, befand Harry. Äußerlich ließ sich der Junge nichts anmerken und nickte höflich zurück, während Percys Brüder jubelten.
"Wenn ihr mich entschuldigen würdet. Ich werde Sirius sofort schreiben!" winkte Harry seinen Freunden zu.
"Wir werden ebenfalls unserer Mutter sofort Bescheid geben!" hob Percy das Kinn.
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Harry schrieb keinen Brief, sondern ergriff den direkten Weg und benutzte den Spiegel. Er musste ein paar Mal rufen, bevor sein Pate reagierte.
"Hallo Harry. Ist was vorgefallen?" tauchte sein Gesicht auf.
"Nichts Schlimmes, nur eine kleine Anfrage!" lächelte Harry und brachte schnell seine Bitte vor.
"Ron und seine Brüder? Sicher, null Problem. Ronnieboy hat bei mir wieso einen dicken Stein im Brett!" grinste Sirius.
"Ronnieboy?" schmunzelte Harry und Sirius lachte sein berühmtes Lachen.
"Ich werde mich sofort mit Molly in Verbindung setzen. Da wird das Haus mal so richtig voll werden. Auch die Tonks und selbst Cissy und Draco werden am zweiten Weihnachtstag bei uns sein!" erzählte er.
"Große Klasse!" freute sich Harry. Er redete noch ein paar Minuten mit Sirius über belanglosere Dinge, bevor er auf die gestrige Nacht zu sprechen kam.
"Du hast es also geschafft? Gut gemacht, Kleiner." lobte Sirius warm.
"Danke, Siri." errötete Harry.
"War es schwierig?" wollte Sirius wissen.
"Ja und nein. Es wäre mir wahrscheinlich nicht gelungen, wenn ich nicht die Erfahrung aus meinem ersten Jahr gehabt hätte. Albus ist wirklich verdammt geschickt und du hättest gestaunt, wenn du gesehen hättest was ich sah!" meinte der Junge nachdenklich.
Natürlich wollte Sirius wissen, was er damit meinte und so versuchte ihm Harry klarzumachen, wie der wahre Albus Dumbledore wirklich war.
"Die alte Ziege ist wirklich raffiniert! Macht auf alt und trottelig und jeder unterschätzt ihn!" murmelte der ehemalige Auror mit widerwilliger Bewunderung.
"Ich frage mich wirklich, in welchen Haus er war?" lächelte Harry.
"Ich bin beinahe versucht, Slytherin zu sagen!" grinste sein Pate zurück. "Ach, da wir gerade über Slytherin reden! Remus hat da etwas entdeckt, als er diese Woche, nach langer Zeit wieder einmal sein Gringottsgewölbe aufsuchte!" sagte Sirius abwartend und musterte seinen Patensohn auf das Genaueste.
"Tatsächlich? Es war doch hoffentlich alles in Ordnung?" zuckte Harry mit keiner Wimper.
Doch Sirius Black, Plünderer und Schelm der Extraklasse, ließ sich nicht hereinlegen. Das völlige Fehlen von Emotionen gab Harry weg. Daran musste sein Junge wirklich noch arbeiten.
"Wusste ich es doch. Es gab auch keine andere Erklärung!" rief er triumphierend.
"Ich habe mit dem Geld nichts zu tun!" versicherte Harry hastig und wurde rot, als er merkte, dass er sich verplappert hatte. "Verdammt!" stöhnte er.
"Mach dir mal keine Sorgen, Kleiner. Ich werde schweigen und ebenfalls 10 000 Galeonen auf sein Konto einzahlen. Das wird Remus wild machen!" grinste Sirius breit.
"Du hast doch nur auf diese Gelegenheit gewartet?" kniff Harry die Augen zusammen.
"Klaro!" gab sein Pate ohne Verlegenheit zu.
"Wie hast du gemerkt, dass ich es war?" wollte Harry vorsichtig wissen.
"Du warst zu betont unberührt, mein Junge. Du hättest zumindest milde Überraschung zeigen müssen. So war es nur ein Klacks, um dahinter zu kommen!" verriet ihm Sirius bereitwillig.
"Muss ich mir merken!" murmelte Harry.
"Tue das. Und noch etwas!" wurde Sirius ernst.
"Ja?"
"Es ist wirklich enttäuschend Harry. Wirklich!" seufzte der Plünderer schwer.
"Was denn?" plagte Harry sofort das schlechte Gewissen, auch wenn er beim besten Willen nicht wusste, warum.
"Du bist über drei Monate in Hogwarts und noch nicht der kleinste Streich. Das ist hart, Welpe!" schüttelte Sirius betrübt das Haupt.
"Ist in Arbeit, ehrlich Siri." versicherte Harry sofort.
"Wirklich?" erleuchteten sich Sirius' Augen.
"Natürlich. Ich war ein wenig im Stress aber ich habe es nicht vergessen. Die Zwillinge werden mitmachen, soviel sei verraten!" lächelte der Junge hintergründig.
"Ich möchte jedes Detail hören, wenn es vollbracht wurde!" verlangte Sirius.
"Versprochen! Leider muss ich jetzt Schluss machen, Siri. Grüße an die Familie!" seufzte Harry.
"Werde ich ausrichten. Pass auf dich auf, Welpe. Lieb dich!" verabschiedete sich Sirius und der Spiegel verdunkelte sich, bevor Harry die Gelegenheit hatte zu antworten.
"Lieb dich auch!" flüsterte Harry und lächelte.
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Die letzte Woche vor den Weihnachtsferien brach an und Harry würde sie als Mitglied des Ravenclawturms verbringen. Noch war Montag, aber bereits jetzt stöhnte der junge Zauberer über den Stress. Nicht nur, dass ihn diese Woche Severus Snape für die Entfernung des dunklen Mals benötigte! Nein, als ob das nicht genügte, steckte er in den Vorbereitungen für den Streich mit den Zwillingen. Und die kannten kein Mittelmaß. So sehr sie sonst locker und chaotisch wirkten, so seriös und perfektionistisch waren sie in ihren Ausführungen für ihre Scherze. Es war zum Haare raufen.
Als Sahnehäubchen obendrauf, musste er schließlich auch noch Professor Quirrell im Auge behalten und sich vor dem Schulvorsteher in Acht nehmen.
"Wenn das so weiter geht, werde ich bereits mit 20 reif für die Rente sein!" murmelte Harry bei sich. Er war auf dem Weg zu einem 'konspirativen' Treffen mit den Weasleyzwillingen und musste unwillkürlich grinsen, als er sich an das erste Treffen, vor gut einer Woche, erinnerte.
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Rückblende:
Die drei selbsternannten Nachfolger der Plünderer trafen sich in der Mädchentoilette in der die maulende Myrthe ihr Unwesen trieb. Fred und George hatten erst die Augenbrauen hochgezogen, als Harry diesen Treffpunkt vorschlug, doch sie hatten schnell den strategischen Vorteil erkannt.
"Also ickle Harriekens...!"
"... du willst also einen Streich spielen?" hatte Fred abwartend beendet.
"Ich bin mehr oder weniger in der Pflicht, meine Freunde im Verbrechen!" grinste Harry. Die Zwillinge hatten sofort sein Grinsen erwidert.
"Lass hören!" forderte ihn George auf.
"Lass sehen!" meinte Fred gleichzeitig.
"Oh ja. Lass sehen!" nickte George eifrig.
Harry wusste was sie wollten und zog das Journal der Plünderer unter seiner Robe hervor und drehte es so, dass sie den Titel lesen konnten.
"Merlin und Morgana!" kam es unisono von den Rotschöpfen und ihre Augen quollen förmlich aus ihren Höhlen.
"Unsere Bibel!" hauchte Fred andächtig.
"Unsere Helden!" seufzte George bewundernd.
"Sie sind Götter!" priesen sie zusammen.
"So weit, würde ich dann doch nicht gehen!" schmunzelte Harry.
"Wie kannst du das nur sagen?" schüttelte Fred den Kopf.
"Weil ich zwei eurer 'Götter' persönlich kenne. Und glaubt mir, sie sind alles andere als göttlich. Liebenswert, chaotisch und vor mir aus auch Helden, aber keineswegs göttlich!" lachte Harry. Wobei er sich sicher war, dass Siri dies etwas anders sehen würde.
"Bitte, zerstöre nicht unsere Illusionen!" bettelte Fred.
"Erzähl uns ein wenig von Padfoot und Moony!" verlangte George.
"Sicher doch. Bitte, folgt mir in mein Büro!" machte Harry eine einladende Geste und deutete auf den Boden. Nachdem es sich die drei Jungen etwas bequem gemacht hatten, erzählte er in der nächsten halben Stunde einige Anekdoten. In den letzten Jahren hatte er aus nächster Nähe einige der Streiche der beiden Männer miterleben dürfen. Fred und George lauschten mit leuchtenden Augen und kicherten immer wieder an den richtigen Stellen. Wenn es einer zu würdigen wusste, was die beiden Plünderer so abgezogen hatten, dann diese beiden.
"Das war klasse...!"
"... danke, Harry!"
"Yup. Kein Problem. Doch jetzt hört gut zu!" lehnte sich Harry leicht vor und auch die beiden beugten sich vor. Er unterbreitete ihnen seine Idee und sofort kamen wie aus der Pistole geschossen, Ergänzungen oder Beschränkungen.
"Das ist echt schwerer Stoff, Harry." kratzte sich Fred dann nachdenklich am Kinn.
"Vor allem die Verwandlungen. Das geht über das siebte Jahr hinaus." machte es ihm George nach.
"Lasst uns mal nachsehen was die Plündererbibel zu diesem Thema zu sagen hat!" beruhigte sie Harry und schlug das Journal auf.
"D... darf ich?" quiekste Freds Stimme und seine Hände zitterten.
"Sicher!" versuchte Harry sein Grinsen nicht zu zeigen und reichte ihm das Journal.
"Ich... ich glaube, ich werde mich gleich benetzen!" stöhnte Fred fast ekstatisch. Nun, dies geschah natürlich nicht, aber er und sein Bruder vertieften sich sofort in das Journal. Immer wieder kicherten und grunzten sie anerkennend oder stießen spitze Schreie des Entzückens aus. Nach Harrys Meinung nach, verhielten sich die beiden wie zwei Fangirls.
"Wird es wieder, Mädchen?" fragte Harry spöttisch und erntete einen schiefen Blick von den Zwillingen.
"Wir sind...!"
"... nur begeistert!"
"Natürlich!" kicherte Harry.
"Ähem! Zurück zum Geschäftlichen!" hüstelte Fred.
"Wie willst du zwischen den Geschlechtern unterscheiden?" fragte George neugierig und sein Bruder nickte zustimmend.
"Habt ihr irgendwann einmal etwas von XX und XY Chromosomen gehört? Aha, also nicht!" meinte Harry.
"Was ist das?"
"Humangenetik!"
Die Blicke der Zwillinge sagten deutlich aus, dass dies böhmische Dörfer für sie waren. Also erklärte ihnen Harry in einfachen Worten was er damit meinte.
"Die Muggel wissen das? Wow!" staunte Fred.
"Die Muggel wissen vieles, das euch einfach erschüttern würde. Ihr würdet staunen. Aber lassen wir das jetzt und kommen wieder auf unser Thema zurück. Was wir benötigen, ist eine Abwandlung des Vielsafttrankes mit einer kleinen Variation in der Zubereitung und zwar in den ersten vier Schritten!" zog Harry ein Pergament mit dem Rezept aus seiner Robe und deutete auf die besagten Stellen. "Es ist eine Entwicklung von meinem Vater und Sirius. Die beiden haben lange daran gearbeitet aber es nicht ganz hinbekommen. Das hat sich jetzt geändert!"
"Wow! Wirklich? Lass sehen... hmm, das wird nicht einfach, das kann ich dir jetzt schon sagen. Was ist mit der Zeit? Vielsaft zu brauen dauert normalerweise mindestens einen Monat?" wollte George wissen und Harry wunderte sich nicht, dass die Zwillinge diesen komplizierten Trank kannten.
"Nicht dieses Rezept. Da für die Wirkungsdauer nur ein paar Minuten vorgesehen sind, ist die Brauzeit zu vernachlässigen. Ich habe vier Tage ausgerechnet und weitere sechs Tage, die der Trank haltbar ist." erwiderte Harry.
"Clever. Wirklich clever. Dürfen...!"
"... wir dieses Rezept abkupfern?"
"Sicher!" grinste der jüngste der drei Schelme.
"Deal!" kam es einstimmig zurück.
"Jetzt benötigen wir allerdings noch Haare oder ähnliches von unseren Zielobjekten und das wird nicht einfach. Zauberer und Hexen achten normalerweise sehr darauf und es gibt Zauber die verhindern, dass Haare einfach unbeachtet zu Boden fallen!" kniff Fred überlegend die Augen zusammen.
"Diesen Part übernehme ich! Ihr beide setzt den Trank auf und wenn es soweit ist, werde ich euch die Sachen liefern." versicherte ihnen Harry.
"Dann machen wir...!"
"... uns mal an die Arbeit!" grinsten die Zwillinge erwartungsvoll.
Ende der Rückblende
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Harry hatte inzwischen den Korridor erreicht, auf dem sich die alte Mädchentoilette befand. Bevor er sie betrat, sah er sich noch einmal unauffällig um, doch niemand war in der Nähe.
"Fred! George?" fragte er leise, nachdem er eingetreten war.
"Hier hinten!" kam es gedämpft aus einen der hinteren Abteile und Harry schob den Kopf in das Abteil.
"Ist er fertig?" fragte Harry gespannt und sah auf den Kessel mit dem Trank.
"Sicher! Muss nur noch abgefüllt werden!" rieb sich George die Hände.
"Und bei dir?" fragte Fred abwartend.
Harry grinste und holte zwei Pergamentumschläge hervor.
"Der blaue ist für die Jungs und der rosa gefärbte für die Mädchen. Verwechselt sie bitte nicht!"
"Und wenn es so wäre, was dann?" wurden die Zwillinge neugierig.
"Nichts. Es wäre wirkungslos. Der Vielsaft funktioniert nur zusammen mit diesen kleinen und sehr geheimen Zutaten!" hielt Harry zwei Fläschchen hoch.
"Geheim?" klangen Fred und George enttäuscht.
"Sorry Jungs. Es ist zu gefährlich, wenn es in die falschen Hände gerät." wurde Harry ernst.
"Vertraust du uns nicht?" schmollte Fred.
"Jungs, ich würde euch mein Leben anvertrauen. Aber hier geht es um einen Scherz." seufzte Harry.
"Schon gut Harry. Ist das dieses XX Zeug?" winkte Fred ab.
"Ist es. Äh, ich bin mir außerdem nicht sicher ob es funktioniert. Dies ist etwas völlig Neues und noch nie ausprobiert worden." warnte Harry die beiden.
"Das sagst du...!"
"... erst jetzt?" ächzten die beiden.
"Yup! Das bedeutet, dass wir es erst testen müssen. Freiwillige?" grinste Harry schwach.
Sofort deuteten die Zwillinge auf ihn.
"Danke Jungs!" brummte Harry und verzog das Gesicht. Er hätte es sich denken können.
Fred füllte etwas aus dem Kessel in ein Fläschchen ab und reichte es Harry. Dieser maß genau die Menge ab und gab dann aus einer seiner mitgebrachten Flaschen mit einer Pipette zwei Tropfen hinzu. Sofort veränderte sich die Farbe zu einem leuchtenden Blau.
"WAHNSINN!" hauchten die Zwillinge ehrfürchtig.
"Ein Haar bitte. Ein Stückchen müsste genügen!" wandte sich Harry an George, der die Umschläge hielt.
"Wie bist du nur, um Merlins Willen, da ran gekommen?" staunte der Rotschopf als er in den Umschlag sah.
"Ich hatte einen Komplizen, der ungenannt bleiben möchte!" grinste Harry breit.
"Er wird doch hoffentlich schweigen können?" war George besorgt.
"Keine Angst. Er wird uns nicht verpfeifen!" kicherte der grünäugige Junge vergnügt. Er nahm das Stückchen Haar von George entgegen und fügte es dem Trank hinzu. Die blaue Farbe veränderte sich zu Gold als er die Flasche kurz geschüttelt hatte.
"Muss das so sein?" fragten die Zwillinge wissbegierig.
"Keine Ahnung, wenn ich ehrlich bin. Vergesst nicht, das ist eine Premiere." zuckte Harry die Schultern.
"Und jetzt? Fehlt noch was?"
"Das Kontaktgift." hielt Harry die andere Flasche seiner geheimen Zutat hoch.
"GIFT?"
"Das heißt nun mal so. Keine Panik Jungs!" beruhigte sie Harry sofort. Er setzte den Vielsafttrank ab und träufelte aus dem Fläschchen mit dem Kontaktgift etwas auf eine Stelle der Kabinenwand. Dann verkorkte er sie wieder sorgfältigst und steckte sie ein.
"Jetzt zählt es!" holte er tief Luft und nahm den Vielsafttrank und hielt ihn im Salut hoch, bevor er die goldene Flüssigkeit, zu der Überraschung der Zwillinge nicht schluckte, sondern sich etwas davon auf die Hände gab.
Fred und George sahen aus großen Augen zu und wichen sicherheitshalber einen Schritt zurück.
"Es tut sich ja gar nichts?" murmelte Fred, nach gut einer Minute, nervös.
"Zwei Minuten ist die Inkubationszeit." gab Harry genauso nervös zurück.
"Warum hast du den Saft nicht geschluckt?"
"Weil er über die Haut funktioniert. Das Kontaktgift arbeitet als Reagens und der Zauberspruch als Katalysator. Probieren wir es!" holte Harry tief Atem und berührte die präparierte Stelle an der Kabinenwand und murmelte etwas, das die beiden nicht verstanden.
Der Effekt trat sofort ein.
"Heilige Scheiße!" riefen Fred und George einstimmig und sahen ehrfürchtig auf Harry. Beziehungsweise auf Albus Dumbledore, denn von ihm war das Haar gewesen.
"Nun, nun Kinder. Ts ts, diese Sprache! Also wirklich." funkelten Albus' blaue Augen wie verrückt.
Auch wenn sie wussten, dass dies nicht der Schulvorsteher von Hogwarts war, so erröteten doch beiden Jungen beschämt. Nur um dann einen Augenblick später, gemeinsam mit Albus äh... Harry, vor Lachen fast zusammen zu brechen.
"Genial!" keuchte Fred mit leuchtenden Augen bewundernd.
"Absolut genial!" nickte George eifrig.
Beide sahen sich kurz an und gingen dann auf die Knie und verbeugten sich mehrmals sehr tief.
"Wir sind nicht würdig. Wir sind nicht würdig!" priesen sie.
"Oh Merlin. Steht auf, ihr Trottel!" schüttelte Harry lachend den Kopf.
Die Wirkung des Trankes hielt knappe drei Minuten an, bevor sich Harry wieder zurück verwandelte. Die Zwillinge hatten natürlich viele Fragen wie es genau funktionierte. Harry versicherte ihnen, dass es keine echte Umwandlung wie beim Vielsafttrank war, sondern mehr eine feststoffliche Illusion. Er hatte sich nicht wirklich in Albus Dumbledore verwandelt, erklärte er ihnen und deswegen gab es auch keine unangenehmen Nebenwirkungen oder gar Missbehagen bei der Verwandlung. In der nächsten halben Stunde probierten sie dann alle Variationen aus und diesmal machten auch die Zwillinge mit. Wie beabsichtigt, wirkte der Trank rein nach Genus und die Jungs waren hochzufrieden mit ihrer Arbeit.
Dann ging es nur noch um die Ausführung und hier kam die ganze Erfahrung der Weasleyzwillinge zum tragen. Hogwarts durfte sich freuen.
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Die Arbeit an dem Streich war eine schöne Abwechslung für Harry, denn ansonsten war es eher öde. Quirrell wurde immer nervöser und sein Stottern immer unverständlicher. Severus Snape zeigte ebenfalls seine Anspannung und funkelte jeden Schüler an, der es auch nur wagte seinen Weg zu kreuzen. In der wenigen freien Zeit die Harry hatte, belegten ihn seine Freunde in Beschlag. Deren Themen drehten sich um vollkommen alltägliches, wie das kommende Weihnachtsfest und die Geschenke die es geben würde. Was Harry siedendheiß daran erinnerte, dass er noch keine besorgt hatte.
Susan wusste Abhilfe. Sie gab Harry ein paar Kataloge der Zauberergeschäfte und der Junge vertiefte sich darin.
"Donnerwetter. Ich wusste gar nicht, dass man das alles auch per Eule bestellen kann!" murmelte er überrascht.
"Schon seit Jahren. Flourish zum Beispiel, weiß ganz genau, dass die Schüler weitgehends keine Zeit vor den Ferien haben und haben diese Kataloge ganzjährig im Sortiment." nickte Susan wissend.
"Danke Susan. Das ist wirklich nett von dir, mir den Katalog zu leihen!" lächelte Harry charmant und das Hufflepuffmädchen errötete zart.
"Schon gut, Harry!" strahlte sie ihn dann an.
Harry hüstelte und steckte schnell seinen Kopf wieder in den Katalog und wurde schnell fündig. Hedwig würde in den nächsten Tagen gut zu tun haben.
--
Es war inzwischen Mittwoch und Harry saß wie alle anderen beim Frühstück als eine der Schuleulen bei ihm landete. Es fiel nicht weiter auf, da alle ihre Post bekamen und gerade in der Woche vor den Ferien, war der Schriftverkehr deutlich höher als sonst. Harry reichte der braunen Eule ein paar Streifen von seinem Frühstücksspeck und löste den kleinen Umschlag von ihrem Bein. Es war nur eine Karte in dem Umschlag und der Text nur eine Zeile lang.
Heute Abend. 20 Uhr.
S.
Harry schob die Karte wieder zurück und ließ den Umschlag schnell in seiner Robe verschwinden. Dann nickte er, ohne zum Lehrertisch zu sehen. Doch er wusste, dass es Snape nicht entgangen war.
Er wurde aus seinen Gedanken gerissen, als sich Draco auf dem Platz neben ihn fallen ließ.
"Guten Morgen, Draco!" grüßte Harry seinen Freund lässig.
"Es wird sich noch herausstellen, ob dies ein guter Morgen ist!" antwortete der Blondschopf ominös.
"Häh?"
"Ich habe Post von meiner Mutter bekommen. Wir werden uns anscheinend nicht nur am Weihnachtsfeiertag sehen, sondern auch beim Ball!" erklärte Draco und klang eigentlich nicht sehr begeistert.
"Welcher Ball?" war Harry völlig ahnungslos.
"Der Neujahrsball im Ministerium! Warte... du weißt es gar nicht!" kapierte es Draco schnell.
"Was weiß ich nicht?" hatte Harry auf einmal so ein komisches Gefühl im Magen.
Draco fing zu grinsen an und Harrys Gefühl wurde stärker. Das konnte nicht gut sein.
"Unser, über alles geliebtes Oberhaupt der Familie, hat alle dazu verdonnert äh... eingeladen, ihn auf den Neujahrsball des Ministeriums zu begleiten. Selbstverständlich sind Festroben obligatorisch." gab Draco in seiner besten 'Purblutstimme' von sich und schaffte es dabei sehr sardonisch zu klingen.
"Er hat was? Und warum weiß ich nichts davon?" kniff Harry die Augen zusammen.
"Ich bin mir sicher, dass er dich persönlich einladen möchte!" grinste Draco.
"Pah! Wer es glaubt? Reinlegen wie das letzte Mal, trifft es da schon eher!" schnaubte Harry.
"Erzähl!" forderte Draco sofort und nach kurzem Zögern erzählte Harry von dem Ball vor der Hochzeit. Der Platinblonde Junge kicherte und meinte nur, dass dies sich wirklich nach Sirius anhört. Draco machte sich keine Illusionen über Sirius. Er würde es zwar nicht laut sagen, aber er mochte seinen Cousin sehr. Doch er wusste auch, dass der jetzige Lord Black weit von dem entfernt war, was einst das Oberhaupt dieser uralten und edlen Familie ausgezeichnet hatte. Wobei nicht zu bestimmen war, ob dies gut oder schlecht war. Draco persönlich, fand eher das Erstere zutreffend.
"Ich hasse es auf solche Veranstaltungen zu gehen!" seufzte Harry abgrundtief.
"Es ist auch nicht gerade meine bevorzugte Art, meine Freizeit zu verbringen. Doch dies gehört nun mal dazu, Harry." meinte Draco mitfühlend.
"Ich weiß, mein Freund. Ich weiß!" gab dieser zu. Harry wusste, dass er sich davor nicht drücken konnte. Es gehörte sicher zu Sirius' startender Kampagne und es würde das erste Mal sein, dass sie beide in der Öffentlichkeit zusammen auftraten. Ein sehr wichtiger Termin, wenn man bedachte, dass all die wichtigen Familien und die, die sich dafür hielten, bei diesem Event dabei sein würden.
"Was wirst du Sirius sagen?" interessierte sich Draco und diesmal war es Harry der grinste.
"Ich werde ihn ein wenig zappeln und schwitzen lassen. Geschieht ihm recht!" zwinkerte er ihm zu.
"Böser Harry!" lachte Draco.
"Doch nicht ich!" riss Harry unschuldig die Augen auf.
Draco schnaubte nur spöttisch.
Ron, die Zwillinge und der Rest der Gang, warteten auf die beiden, als sie nach dem Frühstück die große Halle verlassen wollten.
"Morgen Leute. Na, wie steht's?" begrüßte sie Harry launig.
"Wie immer aufrecht!" grinste Fred. Sein Zwilling kicherte, während Ron und Neville etwas ahnungslos wirkten. Dafür hatte der jüngste Weasley gute Nachrichten.
"Mom hat geschrieben und uns die Erlaubnis gegeben über die Ferien zu dir zu kommen!" schwenkte er triumphierend den Brief.
"Klasse!" freute sich Harry. Auch wenn er im Grunde keine Sekunde daran gezweifelt hatte, dass es klappen würde. Dafür kannte er Sirius' Überredungskunst einfach zu gut.
Die freudigen Ausbrüche wurden abrupt von Snape unterbrochen. Sein Blick war kalt und abweisend und augenblicklich verstummten alle eingeschüchtert. Severus' Augen strichen über die Gruppe und blieben bei Harry hängen. Er musterte den Jungen von oben nach unten und Harry wusste was kam.
Er behielt Recht. Wie beim letzten Male auch, schaffte er es, von Professor Snape zu einem Arrest verdonnert zu werden. Diesmal waren es angebliche Flecken, die seine Schulrobe verunzierten. Dem Jungen kam es so vor, als würde Snape an der Begründung jede Menge Spaß haben.
"20 Uhr Potter! Und kommen sie in sauberer Kleidung!" schnarrte der Trankmeister spöttisch, bevor er sich abwandte und mit einem Aufbauschen seiner Robe abdampfte.
"Onkel Severus scheint dich wirklich zu lieben!" murmelte Draco.
"Onkel Severus?" echoten die Zwillinge gedehnt. Draco zuckte etwas zusammen und seufzte dann.
"Er ist mein Patenonkel. Im Grunde ist er kein übler Kerl, auch wenn er sehr streng ist. Aber ich habe seit ein paar Jahren, nur noch sehr sporadisch Kontakt mit ihm." gab er zu.
"Man kann sich nicht immer aussuchen, wen man zum Verwandten hat!" meinte Hermine weise.
"Kein übler Kerl?" ächzte hingegen Ron ungläubig.
"Du weißt gar nichts über ihn, also urteile nicht!" röteten sich Dracos Wangen etwas.
Ron wollte etwas erwidern aber Harry hob die Hand und schüttelte warnend den Kopf.
"Er hat Recht, Ron. Wir kennen ihn im Grunde nicht. Nur die Seite als Lehrer und die ist leider, ziemlich... äh... mies." beendete Harry lahm.
"Du schmeichelst...!"
"... der alten Fledermaus!" waren sich die Zwillinge einig.
"Wie auch immer!" seufzte Harry und wunderte sich selbst ein wenig über sich, dass er für Snape eintrat. Wo war nur seine heftige Abneigung gegen den Zaubertrankmeister geblieben?
"Kannst du dich nicht beim Schulleiter über Snape beschweren? Dieser Arrest ist doch reine Schikane!" fragte Susan nachdenklich. Sofort schüttelte Hermine den Kopf.
"Professor Snape hat im Rahmen der Schulregeln gehandelt. Harry wird nur wenig Aussicht auf Erfolg haben!" erklärte sie in ihren Besserwissertonfall.
"Du kennst die Schulregeln auswendig?" konnte es Ron nicht fassen.
"Du nicht?" gab Hermine trocken zurück.
"Das ist unheimlich!" schüttelte sich Ron.
"Was soll das heißen?" kniff die Ravenclaw die Augen zusammen und nahm Ron aufs Korn.
Die beiden merkten gar nicht, wie sich die anderen verzogen und waren kurz darauf schon inmitten eines deftigen Streits.
"Beide sind unheimlich!" kicherte Neville in sicherer Entfernung zu den beiden Hitzköpfen.
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Ron und Hermine begegneten sich für den Rest des Tages äußerst kühl und es dauerte nicht lange, bis die anderen den Grund dafür herausfanden. Es war nicht, wie man hätte annehmen können, der Streit der beiden gewesen. Nein, dafür stritten sie sich einfach zu oft und zu gerne. Es war die simple Tatsache, dass beide von Professor McGonegall erwischt und zu einem gemeinsamen Arrest verdonnert wurden. Es war vor allem Hermine, der es sauer aufstieß, dass sie überhaupt einen Arrest hatte. Es verdarb, ihrer Ansicht nach, ihre makellose Schulakte.
Harry zuckte nur mit den Schultern, als er es erfuhr. Ihn quälten ganz andere Sorgen. Quirrell wurde immer unruhiger und instabiler in seinem Verhalten. Nur durch Zufall, hatte er heute aus sicherer Entfernung bezeugt, wie der junge Professor ein paar Schüler angefaucht hatte und da war nichts mehr von seinem Stottern zu hören gewesen. Viel Schlimmer. Es hatte sich nicht mehr nach Quirrell, sondern eher nach seinem Meister angehört.
Harry hatte vor, erst den heutigen Abend bei Professor Snape abzuwarten, bevor er Maßnahmen ergriff. Erst wollte er in Erfahrung bringen, ob Quintin Quirrell über die Feiertage in Hogwarts blieb.
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Wieder einmal schien die Zeit zu kriechen, doch dann war es endlich kurz vor 20 Uhr und Harry trat seinen 'Arrest' an. Severus Snape wartete bereits am Eingang und gab ihm einen angewiderten Blick und ein kurzes Anschnauzen. Erst als er die Tür zu seinem Büro geschlossen hatte, änderte er sein Verhalten.
"Ich muss mich bei ihnen für die harsche Begrüßung entschuldigen, Potter!" sagte er abwartend.
Harry war einfach baff. Snape hatte sich noch NIE bei ihm entschuldigt. Zumindest nicht so offen.
"Äh, schon gut Sir. Ich weiß es zu schätzen!" nickte er dem Trankmeister höflich zu.
"Gut! Dann folgen sie mir!" drehte sich Snape um und ging durch eine weitere Tür, die Harry das letzte Mal gar nicht aufgefallen war. Es war ein schmaler Gang der zu einer größeren Kammer führte. Am Eingang blieb der Professor stehen und tippte mit der Spitze seines Stabes ein paar Runen an, die kurz aufleuchteten. "Ihre Hand, Potter!" forderte er den Jungen auf. Doch Harry hielt sie ihm bereits hin. Snape zog anerkennend eine Augenbraue hoch und murmelte ein paar Beschwörungen. Dann führte er Harrys Hand an eine der Runen am Türrahmen, die kurz blau aufleuchtete.
"Sie können eintreten!" ließ er Harrys Hand sofort los.
"Schutzklasse Sechs? Wow!" pfiff Harry leise durch die Zähne. Diesmal war es Severus Snape der einfach baff war. Wie konnte ein Erstklässler einen Bannkreis der sechsten Ordnung identifizieren? "Wäre ein Paracelsusstern nicht besser geeignet gewesen?" verblüffte er den Trankmeister noch stärker.
"Nur wenn wir den Schulleiter aufmerksam machen wollen. Ein Paracelsusstern benötigt Blutmagie, und das würde sämtliche Monitore im Büro des Schulvorstehers alarmieren! Wir wollen doch nicht die dunklen Künste hier in Hogwarts praktizieren, Potter?" erwiderte Severus nach einem Augenblick ironisch. Obgleich er insgeheim dem Jungen zustimmte. Severus, der immer eine Affinität für die dunklen Künste empfunden hatte, war selbst sehr versucht gewesen, eine andere Form für den Bannkreis zu benutzen.
"Das wäre keine dunkle Kunst, Sir. Verrufen ja, aber nicht dunkel!" konterte Harry gelassen.
"Zugegeben! Doch ich wundere mich, dass ein 11jähriger so intim mit den hohen Ebenen der Runenmagie vertraut ist?" packte Severus die Neugierde.
"Ich lese gerne!" gab Harry seine Standardantwort.
"Natürlich!" troff Severus' Stimme geradezu vor Sarkasmus.
"Selbstverständlich!" konterte Harry unschuldig.
Severus schnaubte und beobachtete den jungen Potter dabei, wie er den Runenkreis abschritt.
Harry musste zugeben, dass der Professor für Zaubertränke auch in den Runen sehr beschlagen war. Der Bannkreis war perfekt ausgeführt und er konnte keinen Fehler entdecken. Für das was sie vorhatten, war er allemal geeignet.
"Bitte treten sie in den Kreis!" forderte er den Professor auf. Er wartete bis Snape seine Position eingenommen hatte. "Und entblößen sie ihren linken Arm." gab er die nächste Anweisung. Snape blieb still aber folgte der Anweisung ohne zu Zögern. Er schlüpfte mit seinen linken Arm aus seiner Robe und sah voller Abscheu auf das dunkle Mal, das auf der blassen Haut wie ein Geschwür wirkte.
"Dann wollen wir mal!" murmelte Harry und betrat nun ebenfalls den Runenbannkreis. "Es wäre vielleicht angebracht, wenn sie sich setzen Sir. Es wird ziemlich schmerzen!" sagte er weich. Severus' Augen bohrten sich in die von Harry. Dann nickte er knapp und setzte sich in einer flüssigen Bewegung. Harry folgte und setzte sich ihm genau gegenüber.
Severus Snape zückte seinen Zauberstab und sang eine kurze Zeile. Die Runen glühten kurz auf und er nickte zufrieden. Der Bannkreis war nun aktiviert und würde erst wieder erlöschen, wenn einer der beiden den Kreis verließ.
"Fangen sie an, Potter!"
"Yup!" erwiderte Harry schnoddrig. Er beugte sich etwas vor und berührte mit seinen Fingerspitzen federleicht das dunkle Mal. Severus zuckte unwillkürlich zusammen, bevor er sich wieder fasste. Der einzige der es außer ihm selbst je berührt hatte, war der dunkle Lord gewesen. Der Trankmeister atmete tief durch und ließ Harry nicht aus den Augen. Die Augen des Jungen glühten nun förmlich vor Macht. Ein kräftiges Grün, das ihn seltsamerweise an den Todesfluch erinnerte.
Harry studierte konzentriert das dunkle Mal. Zweimal hatte er es in der ersten Zeitlinie entfernt, doch keiner der Träger hatte seines so lange getragen wie der Trankmeister. Severus Snape war ein Mitglied des inneren Zirkels gewesen und der Beweis dafür, zeigte sich deutlich. Das würde harte Arbeit werden.
Leise zischte er Beschwörungsformeln in Parselzunge und seine Finger tanzten geradezu über das dunkle Mal. Er schien ein Muster zu weben, das nur er sehen konnte. Zumindest kam es Severus so vor. Was er nicht wusste, war, dass es mehr oder weniger das Gegenteil war. Das Muster existierte bereits und Harry zerpflückte es förmlich. All die Ranken, die sich von dem dunklen Mal, in Severus Snapes magischen Kern und in die Essenz seiner Lebenskraft gebahnt hatten, pflückte Harry auseinander, während er unentwegt in Parsel Beschwörungsformeln aufsagte. Er war so tief in seiner Konzentration, dass er nicht bemerkte wie Severus der Schweiß nur so über das Gesicht strömte und er die Kiefer fest aufeinander biss.
Severus Snape war mit Schmerz mehr als nur vertraut. Bereits als Knabe und dann später von der Hand seines Meisters. Doch dieser Schmerz war anders. Er schien bis in den Kern seines Wesens zu reichen und es bedurfte alles an seiner Kraft und Selbstbeherrschung, um nicht seinen Schmerz heraus zu brüllen. Jedes Mal wenn Harry eine ziehende Bewegung machte, verspürte es Severus und der Drang zu schreien wurde immer mächtiger. Dann war es, zu seiner unendlichen Erleichterung vorbei, als Harry, mit einer fließenden Bewegung, die letzte Verbindung zerstörte.
Severus keuchte schwer und sackte leicht in sich zusammen. Auch Harry atmete schwer und wischte sich über die Stirn.
"Wie geht es ihnen Sir?" fragte er und musterte besorgt das Schweißüberströmte und totenblasse Gesicht des Zaubertrankmeisters.
"G... Ging schon... b... besser!" antwortete Severus mit schwacher Stimme.
"Es tut mir Leid, Professor. Doch es ist noch nicht vorbei!" warnte ihn Harry mitfühlend.
"Fünf... Minuten... Pause!"
"Natürlich. Nehmen sie sich so viel Zeit wie sie benötigen!" lächelte Harry etwas. Er zückte seinen Zauberstab und beschwor einen Pokal mit frischem Quellwasser herbei. Ein weiterer Schlenker und er hielt einen kleinen Beutel in der Hand, dessen Inhalt er in das Wasser kippte. Severus hatte dies mit Überraschung beobachtet. Ein solcher Zauber war Stoff der siebten Klasse.
"Hier Sir. Es ist Wasser mit ausgesuchten Mineralien. Der Trunk wird ihnen helfen, sich zu regenerieren." reichte ihm Harry den Pokal. Severus zögerte für eine Sekunde, bevor er seine Paranoia überwand und den Inhalt des Pokals zügig trank. Es dauerte nicht lange und er spürte die Wirkung des Tranks. Seine Erschöpfung legte sich langsam und er konnte wieder ruhig und vor allem schmerzfrei atmen. Im Grunde war es verwunderlich, dass er sich so schnell erholte und er musste wohl den Gedanken laut ausgesprochen haben, da ihm Potter antwortete.
"Es liegt daran, dass der Schmerz kein körperlicher war, auch wenn er sich sicher so angefühlt hatte. Es war ihre korrumpierte Magie und Lebenskraft, die den Schmerz auslöste!" sagte der Junge leise.
"Ja, das ist einleuchtend!" musste Severus zugeben.
"Bereit für den letzten Schritt?" fragte ihn Harry ein wenig später. Severus nickte grimmig und streckte den linken Arm aus. "Dies wird diesmal nicht lange dauern, aber dafür sehr brennen. Und leider gibt es keine Möglichkeit den Schmerz zu erleichtern. Ein Trank würde die Beschwörung nur schwerer machen und ihre Qual verlängern!" erläuterte Harry vorsichtig.
"Verstehe. Tun sie es endlich." forderte Severus mit brennenden Blick.
"Nun gut!" murmelte Harry und beugte sich über das dunkle Zeichen.
Wieder verfiel er in Parselzunge und Severus lief ein kalter Schauder den Rücken herunter. Dann fing das Zeichen langsam an zu brennen. Erst noch unmerklich, doch bald wurde es stärker und stärker. Severus Snape biss die Zähne erneut zusammen und litt still. Gleichzeitig konnte er die Augen nicht von dem Schandmal entfernen und so konnte er sehen, wie sich die Schlange auf einmal bewegte. Sie schien sich drohend aufzubäumen und Harrys Zischen wurde eindringlicher, befehlender. Plötzlich hob er seinen Stab und deutete auf das dunkle Mal. Ein letztes Zischen und ein hellblauer Strahl löste sich aus der Stabspitze und fuhr in Severus' Arm. Das Licht blendete den Trankmeister und der Schmerz war unerträglich. Gleichzeitig war ein böses Zischen zu vernehmen, das jedoch schnell verklang. Noch während Lichter vor seinen Augen tanzten und er blinzelte, konnte er fühlen, wie die Pein nachließ. Bis nur noch ein dumpfes Ziehen übrig blieb. Als sich endlich sein Blick wieder klärte, sah er sofort auf seinen Arm und musste schwer schlucken.
"Es... es ist fort!" hauchte er ehrfürchtig.
"Merlin sei Dank. Es hätte nicht länger dauern dürfen!" seufzte Harry erleichtert und spürte plötzlich die Ermüdung. Sie war eher geistig als körperlich, aber nichts desto trotz Erschöpfung.
"Es ist tatsächlich fort." staunte Severus noch immer und seine Fingerspitzen berührten zögernd die Stelle, an der soeben noch das dunkle Zeichen geprunkt hatte. Die blasse Haut war makellos. Nichts, aber auch rein gar nichts, deutete darauf hin, dass er je das Zeichen getragen hatte.
Severus Snape, Meister für Zaubertränke, Ex-Todesser und Spion für den Orden des Phönix, war endlich frei.
Harry beobachtete still den Professor und konnte, für das erste Mal seit er Snape kannte, heftige Emotionen über das bleiche Gesicht huschen sehen. Die sonst immer kalte, starre und zynische Maske war zerbrochen und war der Menschlichkeit gewichen. Sicher hatten nicht viele Severus Snape mit all seinen menschlichen Schwächen vorher erblicken dürfen. Harry schwieg und wartete geduldig, bis sich Severus wieder gefangen hatte. Was erwartungsgemäß nicht lange dauerte.
"Ich... bedanke mich aufrichtig bei ihnen, Mr. Potter." war seine Stimme wieder gefasst.
"Schon gut, Sir!" murmelte Harry verlegen.
"Sie haben ihren Teil der Abmachung eingehalten und so akzeptiere ich ihre Entschuldigung." machte Severus weiter und strich sich unbewusst über die jetzt bloße Stelle.
Für eine Sekunde wusste Harry nicht was er damit meinte, bis es ihn wieder einfiel. Bei all dem ganzen Stress, war ihm tatsächlich der Grund für das heutige Ritual entfallen.
"Danke!" erwiderte er daher schlicht.
"Wobei mich die Neugierde plagt, woher sie das Wissen hatten, um es zu bewerkstelligen?" fragte Severus ruhig.
"Tut mir wirklich Leid, Sir. Doch ich habe, wie sie auch, ein paar kleine Geheimnisse!" lächelte Harry sanft.
Severus Snapes Gesichtsausdruck blieb zunächst unbewegt, bevor er überraschend Harrys Lächeln erwiderte.
"Natürlich!"
"Selbstverständlich!"
Severus schlüpfte wieder in seine Robe und bekleidete sich. Dann erhoben sich die beiden und traten gemeinsam aus dem Bannkreis und machten ihn damit ungültig.
"Gute Nacht, Mr. Potter!" nickte ihm der Trankmeister höflich zu.
"Gute Nacht, Professor Snape!" erwiderte Harry genauso höflich den Gruß und verließ ohne ein weiteres Wort den Raum.
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Zum Glück hatte dies alles nicht so lange gedauert und Harry kam noch vor Ausgehschluss im Gemeinschaftsraum der Ravenclaws zurück. Draco hatte auf ihn gewartet und sah ihn erwartungsvoll und auch etwas besorgt entgegen.
"War halb so schlimm!" gab Harry gleich Entwarnung.
"Was musstest du denn machen?" wollte sein platinblonder Freund wissen.
"Nur ein bisschen alten Schmutz entfernen. Also das übliche!" musste Harry ein Grinsen verbergen.
"Ich verstehe nicht, warum Onkel Sev dich so auf dem Kieker hat?" murmelte Draco nachdenklich.
"Wie gesagt. Alte Kamellen wegen meines Vaters. Aber ich denke, in Zukunft wird das kein Problem mehr darstellen. Ich habe ihm eine Entschuldigung angeboten!" erwiderte Harry ruhig.
"Du hast WAS?" blinzelte Draco erstaunt.
"Natürlich ganz formal und den Regeln entsprechend!" machte Harry im Plauderton weiter.
"Hat er akzeptiert?" fasste sich der junge Ravenclaw wieder.
"Hat er." beruhigte ihn Harry.
"Das ist... überraschend!" blieb Draco skeptisch. Nicht, dass er Harry nicht glaubte. Doch er kannte schließlich seinen Patenonkel und konnte sich kaum vorstellen, dass dieser Harrys Entschuldigung nicht ohne Gegenleistung angenommen hatte. Was also, hatte ihm Potter angeboten? So sehr er sich auch den Kopf zerbrach, es fiel ihm einfach nichts ein. Und er war einfach zu stolz um zu fragen. Wieder einmal hatte Harry Potter ihm ein Rätsel aufgegeben und er wusste, dass er es wahrscheinlich niemals lösen würde. Es war einfach frustrierend.
--
Als Harry am nächsten Morgen erwachte, war von seiner Ermattung nichts mehr zu spüren. Er hatte tief und fest geschlafen, und mehr hatte er nicht benötigt. Nach der Morgenroutine, ging er mit Draco und Terry Boots gemeinsam zum Frühstück. Irgendetwas schien anders als sonst. Das Schloss schien heute zu summen und Harry sah überall erwartungsvolle Gesichter.
"Heute Abend ist das Festessen und morgen geht es endlich in die Weihnachtsferien!" rieb sich Terry die Hände.
"Oh ja, das Festessen!" lächelte Harry.
"Ich bin gespannt, wie die große Halle dekoriert sein wird!" meinte Draco.
Er war nicht der einzige der so dachte. Die Halle war nach dem gestrigen Abendessen geschlossen worden, nachdem Hagrid einige frisch geschlagene große Tannen in die Halle transportiert hatte. Dem Halbriesen bereitete es keinerlei Probleme, die rund 15 Meter langen Tannen zu ziehen und hatte freundlich Hilfsangebote abgelehnt. Harry wusste aus Erfahrung, dass die Weihnachtsdekoration immer etwas ganz Besonderes war. Dumbledore liebte diese Zeit und Filius Flitwick war jedes Mal schier entzückt, dass er sich austoben durfte. Der kleine Zauberkunstprofessor dekorierte stets die Bäume, während der Schulleiter die Halle übernahm. Was meist unübersehbare Ergebnisse brachte.
"Wow! Voll brutal!" riss Terry die Augen auf als die Jungs die Halle betraten.
"Es ist... grell!" war Draco wie erschlagen.
"Opulent!" war Harrys trockener Kommentar.
Ja, anders konnte es man kaum beschreiben. Manch amerikanische Einkaufsmeile wäre vor Neid erblasst, wenn sie die festlich geschmückte große Halle von Hogwarts hätte erblicken dürfen. In jeder Ecke der riesigen Halle stand ein enormer Weihnachtsbaum, der prachtvoll bestückt war. Professor Flitwick hatte sich mal wieder selbst übertroffen. Doch das alleine war es nicht. Die gesamte Halle war in Grün, Rot, Gold und Silber geschmückt. Von der hohen Decke hingen Banner und Girlanden. Feen sirrten umher und ab und es rieselten große Schneeflocken herab, die knapp über den Tischen ins Nichts verblassten. Dazu das leise Klingen von hellen Glocken und in weiter Entfernung schienen Himmelschöre zu jubilieren.
Es waren vor allem die Muggelgeborenen die sich mit großen Augen umsahen. So etwas hatten sie noch niemals vorher gesehen. Höchstens aus Weihnachtsmärchen, kannten sie vergleichbares.
Professor Dumbledore saß bereits am Frühstückstisch und seine blauen Augen funkelten vor Freude über die Reaktionen seiner Schüler. Insgeheim war er sehr stolz auf sein gesamtes Kunstwerk, wobei ihn Professor McGonegall gestern Abend noch stark gebremst hatte. Wäre ihm freie Hand gegeben worden, dann hätte er hier und dort noch etwas hinzugefügt. Selbst jetzt juckte es ihm noch gewaltig in den Fingern und als hätte es Minerva gespürt, legte sie ihm warnend eine Hand auf den Arm.
"Es ist gut, Albus!" sagte sie leise.
"Ähem, natürlich, meine Liebe. Ich wollte nur...!" hüstelte der alte Zauberer verlegen und schob unauffällig seinen Zauberstab zurück.
"Nein. Es genügt!" kam es diesmal strenger.
Professor Flitwick schmunzelte vergnügt. Es war jedes Jahr dasselbe. Seit Albus einmal zur Weihnachtszeit in New York gewesen war, war er wie verrückt nach Weihnachtsdekorationen. Die Zauberergemeinschaft glaubte natürlich nicht an den Weihnachtsmann oder an die Weihnachtsgeschichte der Christen. Doch sie hatten die Tradition der Geschenke übernommen und nach und nach auch die festliche Dekoration. Seltsamerweise beschwerte sich kein einziges Purblut über die Muggeltradition, die auch in die Zaubererwelt Einzug gehalten hatte.
Harry und seine Freunde nahmen am Ravenclawtisch Platz und es dauerte ein Weilchen, bis sie sich an den Gedanken gewöhnt hatten, dass die großen dicken Schneeflocken nicht auf ihren Köpfen landeten. Es ging beinahe jeden Schüler so. Viele duckten sich immer wieder oder starrten nach oben. Doch kein einziger beschwerte sich darüber. Vielmehr sah man an diesem Morgen so viele lächelnde Gesichter wie selten zuvor.
Auch Harry war entspannt und war voller Vorfreude auf das Fest und deshalb dauerte es ein Weilchen, bis ihm auffiel, dass Professor Quirrell nicht zum Frühstück erschienen war. Es saß jeder der Professoren inzwischen am Lehrertisch. Selbst Severus Snape, der nicht ganz so muffig wirkte wie sonst. Doch kein Professor Quintin Quirrell.
Als hätte der Schulvorsteher nur auf Harrys Gedanken gewartet, erhob er sich jetzt und langsam verstummten die Tischgespräche.
"Guten Morgen, Kinder. Eine kleine Anmerkung. Der Unterricht für Verteidigung gegen die dunklen Künste, wurde heute für alle betreffenden Klassen gestrichen. Professor Quirrell lässt sich wegen einer Familienangelegenheit entschuldigen. Wie er mir gestern Abend versicherte, wird er nach den Ferien natürlich wieder den Unterricht weiterführen. Danke!" verkündete Dumbledore.
Leichter Jubel brach unter den Schülern aus, während Harry lautlos fluchte. Er hatte heute noch nicht auf die Karte sehen können und hatte daher angenommen, dass Quirrell sich immer noch in Hogwarts befand. Eine Fehlscheinschätzung, unter der sicher ein paar Unschuldige leiden würden. Und er konnte nichts machen.
Es dauerte ein Weilchen, bis sich Harry wieder gefangen hatte. Der Junge wusste warum Voldemort Hogwarts so überhastet verlassen hatte. Der dunkle Lord benötigte etwas für seinen geschwächten Zustand, nachdem er im Verbotenen Wald keine Einhörner angetroffen hatte. Harry blieb nichts anderes übrig als auf die Rückkehr des jungen Professors zu warten.
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Erst als es bereits die Mittagszeit war, konnte Harry wieder ein bisschen lächeln. Zu seinem Glück, war seine schlechte Stimmung den anderen nicht weiter aufgefallen oder sie hatten es vorgezogen, sie zu ignorieren. Endlich war dann Unterrichtsschluss und es wurde Zeit für das große Weihnachtsbankett. Jeder schmiss sich in seine besseren Roben und machte sich erwartungsvoll auf den Weg in die große Halle.
Inzwischen war es dunkel und es hatte zu schneien begonnen, wie man nach einen Blick an die bezauberte Hallendecke unschwer sehen konnte. Die große Halle war in ein gedämpftes Licht getaucht, nur erhellt von den vielen Lichtern an den Weihnachtsbäumen und an den wenigen Kerzen die über den festlich eingedeckten Tischen schwebten. Es roch nach Punsch, Zimt und nach Kardamom. Eine Mischung die Harry stets an Weihnachten erinnerte. Erwartungsvoll nahm er neben Draco am Ravenclawtisch Platz und warf einen unauffälligen Blick zu den Zwillingen. Fred nickte unmerklich und verbarg sein Grinsen.
Es dauerte nicht lange und alle Schüler waren in der großen Halle versammelt. Auch am Lehrertisch hatten alle Platz genommen. Selbst Sybille Trelawney, die Lehrerin für Wahrsagen, hatte ihren Turm verlassen und war anwesend. Professor McGonegall stieß mit einem Messer an ein Glas und langsam kehrte Ruhe ein. Albus erhob sich von seinem Stuhl und Harry musste ein Grinsen niederschlagen. Der alte Schulvorsteher hatte sich mit seiner Robe einmal mehr übertroffen. Sie war ein dunkles Purpur und Sterne und Sonnen waren darauf abgebildet. Der Höhepunkt waren aber die flammenden Kometen die ihre Bahn zogen. Dazu trug er eine Pelzbesetzte Kappe in leuchtenden Rot. Der alte Zauberer sah wirklich wie der Weihnachtsmann aus.
"Liebe Kinder. Willkommen zu unserem weihnachtlichen Festbankett." begrüßte er lächelnd die Schülerschaft und seine blauen Augen funkelten lustig. "Lasst das Fest beginnen!" klatschte er in die Hände.
Augenblicklich bogen sich die Tische unter der Last allerlei Köstlichkeiten. Sofort flammten die Gespräche wieder auf und alle langten tüchtig zu. Auch Harry ließ es sich schmecken und kurze Zeit später lehnte er sich satt und zufrieden zurück. Nur um leise zu stöhnen, als die Reste des Hauptgerichtes verschwanden und Platz für die leckersten Nachspeisen machte.
"Hey, es sind kleine Überraschungen im Pudding!" wurde Draco schnell fündig. Er hielt eine Kugel hoch und öffnete sie vorsichtig. Darin war ein Fernrohr, das sich magisch vergrößerte.
"Donnerwetter. Mal sehen, ob ich auch was habe!" murmelte Terry und stocherte in seiner Nachspeise herum. Er war nicht der Einzige. Nachdem sich herumgesprochen hatte, dass es etwas gab, suchte jeder. Und es war für alle etwas dabei.
Albus beobachtete mit funkelnden Augen die freudige Aufregung die sich an den Tischen breit machte. Die kleinen Präsente waren seine Idee gewesen und er hätte sich dafür am liebsten selbst auf die Schulter geklopft.
"Im Dessert, Albus?" hob Minerva eine Augenbraue.
"Warum nicht, meine Liebe!" schmunzelte der Schulvorsteher.
"Deswegen!" deutete die Professorin für Verwandlung unauffällig auf einige der Schüler, deren Roben inzwischen ordentlich voll gekleckert waren, weil sie sich ihre Finger daran abwischten.
"Oh! Zu vernachlässigende Kleinigkeiten!" zuckte Albus locker die Schultern.
Plötzlich war ein Plopp zu hören. Dann weitere und er sah alarmiert hoch, nur um anschließend die Augen aufzureißen.
"Ahhh!" "Scheiße!" "Hilfe!" ertönten Rufe und sie hörten sich nicht nach Kindern an, sondern nach dem Schulvorsteher und seiner Stellvertreterin. Immer mehr steigerte sich die Unruhe und die Aufregung, bis man kaum sein eigenes Wort mehr verstand.
"Bemerkenswert!" murmelte Albus beeindruckt. Ein Heer von Dumbledores und McGonegalls starrte zurück.
"Das ist zuviel des Guten!" murmelte Severus schaudernd. War ja schon ein Albus Dumbledore nur schwer auszuhalten.
"RUHE!" erhob sich der Schulvorsteher und versuchte die Weasleyzwillinge auszumachen. Es waren mit Sicherheit die zwei Schelme gewesen.
"Jawohl, Ruhe Kinder!" erhob sich ein anderer Dumbledore.
"Gib selber Ruhe, Albus!" rief ein anderer.
"Das ist kein Anlass für Respektlosigkeit!" sprang auch McGonegall auf und musterte streng die äh... Schüler. Wenn diese wenigstens auf ihren Plätzen geblieben wären! Leider hatten sich fast alle erhoben und so war nicht mehr zu bestimmen, wer, wer war.
"Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen...!" schmunzelte der Schulvorsteher und veränderte die Farben seiner Roben. Nur um festzustellen, dass auch die anderen Dumbledores sich angepasst hatten.
"10 Punkte für Dumbledore!" rief jemand.
"20 Punke von Slytherin!" ein anderer. Sofort erhob sich ein Tumult und jeder zog den anderen Punkte ab.
"Bitte, Albus, setze dem ein Ende!" seufzte McGonegall müde.
"Ich versuche es, meine Liebe. Aber wer immer diesen Streich ausgeheckt hat, war ein Könner. Es ist kein Vielsaft oder gar eine Verwandlung!" murmelte Albus und schwenkte seinen Zauberstab über den nächst stehenden Dumbledoreklon.
"Die Schuldigen sollten ausgewiesen werden!" knurrte Severus Snape.
"Na, na, Severus. Nicht doch!" lächelte Albus. "Es ist nur ein harmloser Streich und ein wirklich gut ausgeführter noch dazu. Ahh, sieh an. Sie verwandeln sich zurück!" verbreitete sich sein Lächeln und seine Augen funkelten auf Volllast.
Tatsächlich hatte der ganze Spuk keine fünf Minuten gedauert und kurz darauf waren alle Schüler und Schülerinnen wieder ihr Selbst. Es herrschte viel Gekicher und Getuschel vor und nur langsam kehrte wieder Ruhe ein. Albus wartete geduldig und wippte leicht auf seinen Fußballen auf und ab. Er amüsierte sich köstlich über das Ganze und sah es von der lustigen Seite. Doch er war auch sehr daran interessiert wie sie es gemacht hatten. Denn es war wirklich kunstvoll und sehr geschickt ausgeführt worden. Albus Dumbledore war wirklich beeindruckt.
Minerva McGonegall hingegen sah es eher kritisch. Sie mochte es gar nicht, wenn sie das Ziel für Scherze wurde. Seit über 15 Jahren hatte sie Ruhe davor gehabt aber diese friedliche Phase schien beendet. Nachdenklich runzelte sie die Stirn und ein heimlicher Verdacht stieg in ihr auf. Das alles hatte sie doch ungemein an die Plünderer erinnert. Mit Grauen dachte sie an diese Zeit zurück. Ihre Augen suchten den jungen Potter und sie musterte den Jungen scharf. Er wirkte so arglos und unschuldig. Darin glich er seinem Vater sehr, doch Minerva wusste nur zu gut, wie faustdick es James Potter hinter den Ohren gehabt hatte. Er steckte stets mit Sirius Black zusammen und die beiden waren wirklich eine wandelnde Katastrophe. Hmm, Sirius war doch der Pate von Harry. Ob da ein Zusammenhang bestand?
Harry war sich McGonagalls Blick nur zu gut bewusst und er versuchte seine harmlose Fassade aufrecht zu erhalten.
"Nun, nach dieser kleinen Einlage, beenden wir nun das Weihnachtsbankett. Ich wünsche euch allen ein besinnliches und friedliches Weihnachtsfest. Gute Nacht, Kinder!" strahlte Albus.
Es war nicht auszumachen wer als erster Beifall klatschte. Doch nur wenige Sekunden später fielen die nächsten mit ein, bis fast jeder applaudierte. Bis auf ein paar verbiesterte Slytherins. Albus' Lächeln wurde breiter und seine blauen Augen funkelten wie verrückt.
Das war doch einmal ein wirklich schöner Abschluss für ein Jahr, war seine Meinung.
TBC...
A/N: Wie hat euch der Streich gefallen? Ich muss gestehen, ich bin kein solch praktischer Scherzbold und es fiel mir nicht leicht, einen angemessenen Streich zu fabrizieren. Was ist eure Meinung zu der Entfernung des dunklen Mals?
Noch eine Anmerkung von mir. Ich finde es echt schade, dass ich keinen Laptop habe. Die ganzen langen Wochen im Krankenhaus und keine Gelegenzeit zu schreiben!! Echt traurig. Dabei fließen gerade in den letzten paar Tagen wieder meine kreativen Säfte. Was in den Beginn einer neuen Geschichte mündete. Schade ist auch, dass ich am Anfang so ungeduldig war und Do it Right anfing zu posten, obwohl noch nicht beendet. Dies war mir eine Lehre und falls es das Schicksal zulässt, wird meine neue FF erst im Netz zu lesen sein, wenn ich sie beendet habe. Sorry dafür. Habe ich euch jetzt den Mund wässrig gemacht? Hihi. Ganz am Anfang schrieb ich einmal, dass nur der Schnitter mich davon abhalten würde, die Geschichte zu beenden. Scheint zu stimmen.
Also dann, bis demnächst, euer
Marius DeJordan
