Mal wieder ein ganz liebes Dankeschön an Sarah, auf dass ich deine Theorien noch ganz oft durcheinander bringe Es gibt nämlich extrem viele Möglichkeiten… Aber ich verrate nichts und lasse sie dich Stück für Stück entdecken ;-)

Jamie und die verflixten Gene (Chap 4)

"Dad! Dad bitte, bitte wach auf. Daddy... Du kannst mich doch nicht alleine lassen!" Die weinerliche Stimme seiner Tochter riss Sirius aus der Bewusstlosigkeit. Während sich die Dunkelheit um ihn herum langsam lichtete, war Harry redlich bemüht Jamie vor einem

Nervenzusammenbruch zu bewahren. Trotz seiner tröstenden Worte brach sie in Tränen aus und krümmte sich wimmernd auf dem Boden zusammen. Unter Einsatz seiner ganzen Willenskraft rappelte sich Sirius auf und krabbelte leise stöhnend auf seine Tochter zu. Beschützend schloss er sie in seine Arme und wiegte sie hin und her. Ab und zu drückte er ihr einen Kuss auf das dunkelrote Haar und murmelte beruhigende Worte in ihr Ohr. Nach einer Weile versiegten die Tränen und Jamie lehnte sich erschöpft an seine Brust. Auch Harry hatte sich mittlerweile auf dem Boden niedergelassen und fuhr sich nun unsicher durch die Haare. Eben diese Geste lenkte Sirius Aufmerksamkeit auf den Jungen und er wurde erneut etwas blass um die Nase. Müde schloss er die Augen. "Von Millionen von Jungs in England wird gerade er ihr Brieffreund. Ich hoffe ihr amüsiert euch", murmelte er leise und starrte böse gen Himmel.

"Wie meinen Sie das Mister Black?", fragte Harry und runzelte die Stirn."Ähm", machte Sirius und kratzte sich an der Nase, "Mir wäre es natürlich lieber gewesen, wenn Jamie ein Mädchen als Brieffreundin gekriegt hätte, aber die Hoffnung wurde mir ja recht schnell genommen. Da hättest du doch wenigstens hässlich sein können, meinst du nicht?" Der Schwarzhaarige lachte und sah seinen Gastvater erleichtert an. "Übrigens wäre es mir lieber, wenn du mich Sirius nennst. Sonst komme ich mir noch älter vor, als ich sowieso schon bin." Jamie gluckste leise und öffnete den Mund um einen passenden Kommentar abzugeben, als ihr Vater ihr barsch über den Mund fuhr. "Du hast erstmal Sendepause, das war ja mal wieder typisch: Ich wache gerade aus einer Ohnmacht auf und das Erste, was ich tun muss ist dich zu trösten." Dann warf er ihr einen amüsierten Blick zu. "Guck mal in den Spiegel!" Mürrisch griff Jamie in ihre Tasche und zog einen kleinen schwarzen Spiegel heraus. Als sie hineinsah weiteten sich ihre Augen.

"Verdammt, ich sehe ja wie ein Schwein aus!", fluchte sie leise. "Ja", stimmte Sirius zu, "Und deine Wimperntusche ist von dem Geheule auch ganz verschmiert!" Böse blitzte seine Tochter ihn an. "Ach halt doch die Klappe du räudiger Köter!" Fragend blickte Harry umher, aber Jamie schüttelte nur den Kopf. "Vergiss es." Sie machte Anstalten sich aufzurappeln und nahm seine helfende Hand dankend entgegen. Dann streckte sie ihrem Vater die Hand hin, aber als er sie ergreifen wollte zog sie sie weg. "Die Schlüssel!" Grinsend schüttelte Sirius den Kopf. "Du glaubst doch nicht, dass ich meinem immer-noch-nicht-16-jährigen Baby erlaube meinen Wagen zu fahren? Und bevor du mir jetzt weismachen willst, dass du auf dich selbst aufpassen kannst: Vergiss es! Ich mache mir mehr Sorgen um mein schönes Auto!" "Boah!", machte Jamie und verschränkte bockig die Arme vor der Brust. "Pass bloß auf, dass ich dich beim nächsten Mal nicht zum Tierarzt bringe und kastrieren lasse!" Unwillkürlich presste der Angesprochene die Hände vor seinen Unterleib und auch Harrys Hände zuckten nervös. Verunsichert blickte er Jamie an und fragte: "Redet ihr immer so miteinander? Ich meine, ist das der Normalzustand bei euch?" Vater und Tochter sahen sich an und nickten dann gleichzeitig. Beeindruckt wackelte Harry mit dem Kopf. "Cool." "Ja, das beschreibt uns ziemlich gut", stimmte Sirius zu und stand dann auf. Jamie wandte sich währenddessen an ihren Brieffreund. "Wir wollten eigentlich vor deiner Ankunft noch einkaufen gehen, aber wir hatten..." "Einen Hauselfen, dessen Kopf sich über unserer Eingangstür viel besser machen würde", warf Sirius ein, aber Jamie ignorierte ihn gekonnt und fuhr ungerührt fort. "Ein paar technische Schwierigkeiten. Ich hoffe das macht dir nichts aus." "Quatsch", antwortete Harry, "So lerne ich doch gleich das wichtigste Element der amerikanischen Kultur kennen." Man konnte die Fragezeichen in Sirius und Jamies Augen beinahe sehen und Harry lachte leise. "Das Einkaufszentrum, ihr wisst schon... Viele bunte Schachteln, überteuerte Produkte, kurz: Der amerikanische Traum!" Vater und Tochter sahen sich an als wollten sie sagen: Der hat seinen Tee wohl eher geraucht als getrunken!

Sirius räusperte sich unnötig lange und forderte die Jugendlichen dann auf ihm zum Wagen zu folgen. Während Harry sich mit seiner Tasche abmühte, stritten sich Vater und Tochter lauthals darüber, wer ans Steuer durfte. Jamie bestand darauf, dass sie nur so die nötige Fahrpraxis erlangen konnte und Sirius wiederholte immer wieder, dass er noch nicht bereit war zu sterben. Und wenn, dann solle es doch bitteschön ein cooler Tod sein, wie zum Beispiel von einer Riesentomate erschlagen zu werden. „Und wo willst du diese Riesentomate bitte herkriegen?", fragte Jamie feixend, woraufhin ihr Vater ein verdrießliches Gesicht machte. „Da hast du wohl Recht. Außerdem würde sie mich wohl weniger erschlagen, sondern eher ertränken und darauf bin ich nicht besonders scharf." Seine Augen fingen an zu leuchten. „Wie wäre es, wenn ich von einem Besen erschlagen werde?" „Ich kann da gerne mit unserem Baseballschläger etwas nachhelfen", bot Jamie an und grinste offenbar sehr zufrieden über ihren Vorschlag. „Aber dann kommst du in den Knast!", widersprach Sirius. „Ich weiß nicht wo das Problem ist. Ein Haufen knackiger Männer nur für mich alleine! Das ist doch der Traum einer jeden Frau!" Sirius grinste dreckig. „Du würdest aber in den Frauenknast kommen." Jamie legte für einen Moment den Kopf schief, als würde sie über diese Option ernsthaft nachdenken, aber dann verzog sie das Gesicht und schüttelte sich. „Du hast mich überzeugt. Dann fangen wir gleich heute Nachmittag an deine Killertomate zu züchten." Sie hielt ihm die Hand hin und Sirius schlug lachend ein.

Beim Auto angekommen fingen Sirius und Jamie wieder an zu streiten, wer denn nun fahren dürfte. Harry verlagerte peinlich berührt das Gewicht von dem einen auf den anderen Fuß und versuchte die neugierigen Blicke der umstehenden Leute so gut wie möglich zu ignorieren. Vater und Tochter schien das nicht weiter zu stören und Harry nahm an, dass sie derartig öffentliche Auftritte schon gewöhnt waren. Schließlich schlug Jamie einen Wettkampf vor. Wer sich zuerst versprach durfte den ganzen Tag nicht mehr fahren. „Okay, ich hab einen: Knackige Knackis knabbern knackige Knackwürste!", ratterte Jamie runter und strahlte ihren Vater selbstzufrieden an. Er hob amüsiert eine Augenbraue. „Die haben es dir angetan oder?" „HA! Du hast den Satz falsch gesagt!", rief die Rothaarige und fing an wild zu tanzen. „Das ist ihr Siegestanz", erklärte Sirius dem irritiert dreinblickenden Harry, „Wir können schon froh sein, dass sie bis jetzt noch kein Indianergeheul angestimmt hat!" Jamie hielt für einen Moment inne, nur um dann wie eine Wildgewordene um ihren Vater herum zuspringen. „Loser! Loser! Gib mir ein L, gib mir ein O, gib S… gib mir… Moment mal, was kommt jetzt?" Verzweifelt versuchte Harry sein Lachen zu unterdrücken, was ihm einen scheinbar beleidigten Blick von Jamie eintrug. Schnell lenkte Sirius die Aufmerksamkeit auf sich. „Das gehörte noch nicht zu unserer Abmachung!" „Wohl!", widersprach Jamie bockig und schmollte ihn gekonnt an.

Sirius bemerkte, dass er kurz davor war nachzugeben und war dankbar, als Harry sich einmischte. „Also ich finde auch, dass Mister… dass Sirius noch eine Chance haben sollte." „Boah", machte Jamie, „Komm du mir nach Hause!" Harry bemerkte aber glücklicherweise das Funkeln in ihren Augen und lächelte erleichtert. „Na schön, Dad, dann lass mal hören!"

„Knackige Knackis knabbern knackige Knackwürste!"

„Knackige Knackis knabbern knackige Knackwürste!", hielt Jamie noch schneller dagegen.

„Knackige Knackis knabbern knackige Kackwürste!"

Ein paar Sekunden lang sah sie ihn sprachlos an, dann brach Jamie in ohrenbetäubendes Gelächter aus. „Du… du… du… du hast Ka... Ka…" „Ich hab Kacka? Na klar, wir sind doch alle ein bisschen kacka!", grinste Sirius spöttisch, aber seine Wangen röteten sich etwas. Jamie kicherte immer weiter. Dann wischte sie sich die Lachtränen aus den Augen. „Das war köstlich! Weißt du was? Dafür darfst du heute fahren!" Dann brach sie wieder in Gelächter aus. Sirius verdrehte die Augen und sah Harry kopfschüttelnd an. „Kinder!" Sein Gegenüber nickte zustimmend, doch dann musterte er scheinbar interessiert seine Schuhe. Sirius drehte sich um und blickte in Jamies erzürntes Gesicht. „Habt ihr mir was zu sagen?" Beide schüttelten gleichzeitig den Kopf und bemühten sich, unschuldig auszusehen. Hastig flüchtete Sirius hinter das Lenkrad und Jamie machte Anstalten sich auf den Beifahrersitz zu setzen. „Oder willst du hier hin?" Dabei sah sie Harry allerdings so drohend an, dass er unbewusst einen Schritt zurückwich. Schnell schüttelte er den Kopf und die Rothaarige nickte scheinbar gleichgültig. „Gut, dann sitze ich hier!

Das Lachen krampfhaft unterdrückend ließ sich Harry auf dem Rücksitz nieder und lauschte Jamies Ausführungen darüber, wie man richtig ausparkte. Nach drei Minuten hatte Sirius es noch immer nicht geschafft und er schlug wütend auf das Lenkrad ein, woraufhin ein lauter Hupton ertönte. „Hör auf mich abzulenken, ich muss mich konzentrieren!" Scheinbar beleidigt fing Jamie an vor dem heruntergeklappten Spiegel die Wimperntusche vollständig zu entfernen. „Jetzt zick mal nicht so rum, kann ich doch nichts dafür, wenn du nicht rückwärts ausparken kannst!" „Ich kann…" Prompt rammte Sirius einen Hydranten. Jamie legte lässig ihr Taschentuch weg und betätigte dann den Scheibenwischer. „Eine gute Idee Dad, jetzt müssen wir nicht mehr in die Waschanlage!" Während Harry sich die halbe Faust in den Mund steckte um das Lachen zu unterdrücken schloss Sirius für einen Moment die Augen und fuhr dann ohne auf die schimpfenden Menschen zu achten los. Allerdings hörte man kurz darauf ein leise gemurmeltes „Obliviate".

Nach einer 15-minütigen Fahrt waren sie endlich vor dem Einkaufszentrum angekommen und Jamie schnappte sich sofort einen großen Einkaufswagen. Auch Sirius schob bald darauf einen vor sich her und erwiderte auf Harrys verwunderte Blicke: „Böse Zungen würden behaupten, dass wir verfressen sind, aber ich finde, dass wir einfach nur einen gesunden Appetit haben. Außerdem ist das immer noch besser, als diese Hungerhaken, die bei jedem Stück Salat Angst haben zu dick zu werden. Außerdem sind wir ja jetzt zu dritt!" Den letzten Satz hatte er fast trotzig gesagt. Mit ein paar schnellen Schritten hatten sie Jamie eingeholt, die gerade mit verklärtem Gesicht vor einem großen Regal voller Make-up stand. Strahlend hielt sie ihrem Vater einen braunen Lidschatten vor das Gesicht. Er schüttelte nur den Kopf. „Jamie, du hast doch schon einen Ähnlichen, dieser ist nur ein wenig dunkler und hat eine schönere Verpackung." Sie wiegte den Kopf hin und her. „Das Argument ist gut, aber es kommt bei mir nicht an: Ich. Will. Den. Lidschatten. Jetzt!" Als Sirius keine Anstalten machte zu reagieren zog sie ihren letzten Trumpf. „Was soll ich denn sonst machen um meine Augen weiblicher erscheinen zu lassen? Warum kann ich keine tollen grünen Augen haben, oder dunkelbraune, fast schwarze? Ich wette Mom hatte schöne Augen, aber nein, die erbe ich natürlich nicht, stattdessen diese Haare!" Anklagend zeigte sie auf eben diese. „Meine Mum hat auch rote Haare", mischte sich Harry ein, „Aber sie sind heller als deine und viel glatter!"

Grummelnd warf Jamie ihre Haare über die Schultern. „Ich weiß selbst, dass ich manchmal aussehe, als hätte ich in die Steckdose gegriffen, aber danke, dass du mich noch einmal darauf aufmerksam machst!" Sie seufzte tief auf. „Eigentlich mag ich meine Haare ja. Die Farbe ist doch schön oder? Eben eine Mischung aus rot und braun, nicht alltäglich aber auch nicht zu auffällig… Aber meine Augen, nein tut mir Leid, ich finde, die passen einfach besser zu einem Mann!" „Find ich jetzt zwar nicht, aber wenn du meinst… Pack den Lidschatten ein", seufzte Sirius woraufhin ihm seine Tochter um den Hals fiel. „Du bist der beste, beste Daddy der Welt!" „Ich werde dich daran erinnern, wenn ich dich das nächste Mal bei deinen Dates beschatte!" „Ich glaube, da werde ich den Tierfängern mal einen Tipp geben müssen", lächelte Jamie süßlich und Sirius erblasste merklich. Harry brach in lautes Gelächter aus. „Du klingst genau wie meine Mum!" „Danke für das Kompliment falls es eins war!", lächelte Jamie und knuffte ihn liebevoll in die Seite. „Aber du solltest vielleicht anfangen sie „Mom" statt „Mum" zu nennen, ansonsten merkt man sofort, dass du nicht von hier bist!" Der Schwarzhaarige zuckte nur gleichgültig mit den Schultern. „Ich habe dir übrigens was aus Paris mitgebracht!" Aufgeregt fing die Rothaarige an auf und ab zu hüpfen. „Was ist es? Was ist es? Ohhhh, komm schon!" Aber Harry schüttelte nur grinsend den Kopf und fing an verschiedene Obst- und Gemüsesorten in Sirius Wagen zu laden. Dessen missmutige Blicke ignorierte er dabei gekonnt. Mit hochgezogenen Augenbrauen lehnte sich Jamie an ihren Vater, der sofort einen Arm um ihre Schultern legte. „Er erwartet doch nicht wirklich, dass wir so etwas…", sie spie das Wort beinahe aus, „…essen, oder?" Sirius schnaubte. „Da hat er die Rechnung aber ohne mich gemacht! Wozu gibt es schließlich Kreacher?"