Die Reviews werde ich irgendwann heute beantworten, jetzt suche ich mir erstmal was zu futtern
Eine Schwangere, eine Schatztruhe und ein später Gast (Chap 6)
„JAMIE!" „Ja doch, ich habs gehört!" „Dann beweg dich endlich!" „Wenn du nicht warten kannst dann geh doch selber!" „JAMIE LILITH BLACK!" „Jaja, schon gut", gab sie sich geschlagen, zog sich ein Top über den Kopf und rannte zur Tür. „Hey John, da bist du ja!" Lächelnd umarmte sie den jungen Mann und er wurde rot. „Hey, ich dachte schon ihr seid nicht da!" „Quatsch, ich hab mir nur mein Freitagabendoutfit angezogen" erwiderte sie und zeigte auf ihre Jogginghose und das knappe Top. „Magst du noch reinkommen?" Er schüttelte bedauernd den Kopf. „Nein, geht nicht, ich habe noch eine Auslieferung im Wagen." Dann wurde sein Ton wieder geschäftlich. „Das wären dann eine extragroße Pizza Hawaii, eine normale mit Salami und eine extragroße mit Sardinen." Er stutzte. „Habt ihr Besuch?" „Nein ich bin schwanger und habe neuerdings einen Heißhunger auf Salami", entgegnete die Rothaarige und Johns Augen wurden groß. „Echt? Ja stimmt, jetzt sehe ich es auch." Jamie verengte die Augen zu Schlitzen, seufzte dann frustriert auf, drückte ihm das Geld in die Hand und verabschiedete sich knapp. „DAD! HARRY!", brüllte sie, bekam aber keine Reaktion. Sie versuchte es noch einmal, wieder ohne jegliche Antwort, woraufhin sich ein diabolisches Grinsen auf ihrem Gesicht breitmachte. „DAD! Es gab keine Sardinen mehr!" Keine 30 Sekunden später stand Sirius mit hochrotem Kopf vor ihr. „Aber Daddy", grinste die Rothaarige, „Warum hast du denn einen so roten Kopf?" „Damit man mich besser sehen kann", knurrte Sirius und lachte kurz. Dann besann er sich wieder auf die wichtigen Dinge im Leben:
„Keine Sardinen mehr? Was denken die denn wer sie sind? Jeden Freitag bestellen wir Pizza und sie haben keine Sardinen mehr?" Er legte den Kopf schief und überlegte offenbar angestrengt. „Kann ich Salvatore dafür verklagen? Ach natürlich kann ich das. Wir sind hier in Amerika, da verklagt Jeder Jeden!" Dann erst sah er seine Tochter genau an und verdrehte die Augen. „Und wieder bin ich darauf reingefallen. Super. Wehe du erzählst das Harry, der muss mich ja mittlerweile für den größten Deppen halten!" Jamie lachte leise, starrte auf einen Punkt neben der Tür und lachte noch mehr. „Er steht hinter mir oder?" Grinsend nickte seine Tochter und Sirius ließ ein verdrießliches Knurren verlauten. Harry dagegen lächelte vergnügt und legte seiner Brieffreundin einen Arm um die Schultern. „Was guckst du denn so angesäuert?" „John hat gesagt... Moment mal: Angesäuert? Bin ich eine Zitrone oder was?", murrte Jamie, hielt kurz inne und sah dann ihren Vater an. „Wenn du eine Zitrone hast mach Limonade draus!" zitierten sie gleichzeitig und lachten dann. „Ihr seid echt gruselig, wisst ihr das?", murmelte Harry und die beiden nickten wieder gleichzeitig fröhlich mit dem Kopf. „Freak…", begann Jamie, „Und stolz drauf!", sagte Sirius und zog sie dann hinter sich her ins Wohnzimmer. „Wie ein altes Ehepaar", murmelte Harry, „Die beenden ja schon gegenseitig ihre Sätze. Mann, wenn ich das Mum erzähle, die kriegt sich vor Lachen nicht mehr ein!" Dann folgte er den beiden ins Wohnzimmer und sah sich das erste Mal bewusst um.
Der Schwarzhaarige hatte zwar gewusst, dass die Wohnung der Blacks aus vielen Muggelgegenständen bestand, aber die Mischung überraschte ihn dann doch. Neugierig sah er sich um. Sein Blick fiel zuerst auf Sirius, der gerade mit aller Kraft versuchte eine Schlafcouch auszuziehen und auf Jamie, die grinsend daneben stand und offenbar kluge Ratschläge gab. Sirius Blick nach zu urteilen waren diese aber eher unerwünscht. Ein paar Meter weiter befand sich ein großes Fenster, durch das man einen Strand mit Palmen und klarem, blauem Wasser sehen konnte. „Illusionszauber", erklärte Jamie, „Eine der wenigen Sachen, die Dad richtig gut kann! Nur bei lebenden Dingen kriegt er das nicht hin." Lachend duckte sie sich und das für sie bestimmte Kissen flog in den Kamin. „Du solltest wirklich lernen deine Wut zu kontrollieren", rügte die Rothaarige ihren Vater, „Sonst können wir bald auf Kartoffelsäcken schlafen!" „Dann haben wir wenigstens immer was zu essen in der Nähe", murmelte Sirius und grinste. Jamie seufzte nur und verdrehte die Augen.
„Harry, könntest du mir einen Gefallen tun? Leg doch bitte noch ein wenig Holz nach, ja?" Der Angesprochene nickte und machte sich an die Arbeit. Nach ein paar Minuten schob er sich mit einem leidenden Gesichtsausdruck einen Finger in den Mund und Jamie lachte erneut. „Du hättest auch einfach deinen Zauberstab benutzen können, dann hättest du jetzt nicht diese", sie hustete, „Untragbaren Schmerzen. Oh mein Gott, was ist das denn?" Geschockt zeigte sie über den Kamin auf ein riesiges Bild. Verblüfft drehte Harry seinen Kopf und auch Sirius ließ für einen Moment von dem Sofa ab, nicht ohne ihm vorher noch drohend die Faust entgegenzustrecken. „Wir sind noch nicht fertig!" Dann ging alles ganz schnell: "Accio Splitter!" Augenblicklich heulte Harry gequält auf und fing an auf einem Bein auf und ab zu hüpfen. Als ihm allerdings klar wurde, dass sein Fuß ja gar nicht verletzt war und er wohl ziemlich merkwürdig aussah lief er rot an und senkte beschämt den Kopf während seine Brieffreundin sich vor Lachen ausschüttete.
„Was ist denn jetzt mit dem Bild?", fragte Sirius und zog damit die Aufmerksamkeit seiner Tochter wieder auf sich. Diese verdrehte nur die Augen. „Ich warte zwar immer noch auf die Auswertungen aus dem Labor, aber eigentlich ist es doch klar: Wir können gar nicht verwandt sein, soviel Dumm…" „Was?", fuhr Sirius unwirsch dazwischen und sah Jamie abwartend an. „Na, das ist doch nicht normal, dass du nicht kapierst, dass ich Harry nur ablenken wollte." „Nein, nein. Auswertungen? Du zweifelst daran, dass ich dein Vater bin? Was ist eigentlich los mit dir?" Jamie hob eine Augenbraue. „Was ist eigentlich los mit DIR? Das war doch nur ein Scherz, ich wette, das hat sogar Harry kapiert." Dieser nickte eifrig mit dem Kopf, nur um dann inne zu halten und ein beleidigtes „Hey!" zu grummeln. Sirius seufzte auf und setzte sich auf den Boden. Jamie lächelte ihn besorgt an, ließ sich vor ihm nieder und legte ihren Kopf in seinen Schoß. „Vielleicht hast du dir bei deiner Ohnmacht vorhin den Kopf gestoßen, das würde so einiges erklären!" Sirius grinste dankbar und nickte dann zustimmend. Geistesabwesend fing er an durch Jamies Haar zu streichen, woraufhin die Rothaarige wohlig aufseufzte. Harry fühlte sich mit einem Mal ziemlich unwohl, wollte er doch die Zweisamkeit der Beiden nicht stören und so betrachtete er aufmerksam das Bild über dem Kamin. Es war riesig, in schwarz-weiß gehalten und bewegte sich nicht. Es zeigte den offensichtlich viel jüngeren Sirius, der auf einer Couch lag und ein Baby auf seinem Bauch liegen hatte.
„Das ist Jamie als sie noch ganz klein war!", beantwortete Sirius die im Raum stehende Frage und kniff seiner Tochter grinsend in die Wange. „Sie sieht… äh… süß aus", stotterte Harry und fuhr sich verlegen durch die Haare. „Ich sah wie ein Junge aus, du kannst es ruhig aussprechen", murrte die Rothaarige und verschränkte trotzig die Arme vor der Brust. „Sie haben Dad ständig zu seinem süßen Sohn beglückwünscht, da hat er mir Ohrlöcher stechen lassen…" „Was aber nichts gebracht hat", fügte ihr Vater feixend hinzu, „Also habe ich ihr einen Strampler angezogen, auf den ich die Worte „Ich bin ein Mädchen, glaubs oder sieh nach!" gezaubert hatte. Danach haben sie mich in Ruhe gelassen." „Das glaub ich sofort", murmelte Harry und schüttelte grinsend den Kopf. „Dabei lag das nur an ihren kurzen Haaren", verteidigte Sirius seine Tochter augenblicklich, „Sie wuchsen einfach nicht, ich war bei so vielen Ärzten, aber die meinten nur, dass das wohl psychisch bedingt wäre. Jamie ist ja der Meinung, dass sie mich bestimmt mal nackt erblicken musste und dadurch ein Trauma erlitten hat. Als wenn ich so unansehnlich wäre. Und dann, als sie eineinhalb war hatte sie auf einmal lange Haare. Von einem Tag auf den anderen. Einfach so." „Was dir aber auch nicht Recht war", warf Jamie ein und Sirius stöhnte gespielt entnervt auf. „Auf dein Gebrüll während ich dir die Haare gekämmt habe hätte ich gut verzichten können, danke." „Ich hätte auch auf das eine oder andere verzichten können!", erwiderte Jamie und blickte ihn böse an. „Oh nein, nicht das schon wieder!" „Oh doch, genau das!" Während Sirius frustriert den Kopf in den Händen vergrub ließ sich Harry auf dem Boden nieder und sah seine Brieffreundin aufmerksam an.
„Dad hat mir mal erzählt, dass ich meinen… wie sagtest du? Ach ja, meinen Pipimann verloren hätte, weil ich zuviel Süßigkeiten gegessen hatte und als Nächstes würden mir die Haare ausfallen!" „Was denn?", murrte Sirius und wurde rot, „Du warst als Dreijährige schon so verfressen, dass wir praktisch nie Süßigkeiten im Haus hatten, weil du sie sofort aufgegessen hast! Und wenn ich mich richtig erinnere –und das tue ich immer- dann hattest du damals schon ein Loch!" „Wie wäre es, wenn du mich zum Zähneputzen gezwungen hättest?!", knurrte Jamie und boxte Sirius in den Bauch. „Ich hatte wochenlang Angst meine Haare zu verlieren, was glaubst du warum ich so geschrieen habe, wenn du mir die Haare gekämmt hast?" „Oh", murmelte ihr Vater und zog den Kopf ein. „Sorry?", fragte er und lächelte betont unschuldig, woraufhin Jamie nur schnaubte. In dem Moment beschloss Harry, dass es nun an der Zeit war einzugreifen. „Mein Dad hat mir Brüste als Kind immer so erklärt: Sie sind wie ein Schloss, du musst die richtigen Knöpfe drücken, damit sich die Truhe öffnet und du eine Chance auf den Schatz hast." Jamie zog eine Augenbraue hoch und erinnerte sowohl Sirius als auch Harry damit unbewusst an eine gewisse Person. „Und ich dachte immer mein Dad wäre seltsam!"
Harry lachte leise und zeigte dann auf einen Bilderrahmen, der auf dem Kaminsims stand. „Das bist auch du, oder?" Sie nickte. „Das war das erste und einzige Mal, dass Dad mich einkleiden durfte." „Ey!", machte dieser empört, „Das stimmt doch gar nicht!" „Okay, das einzige Mal, dass ich etwas getan habe ohne es zu hinterfragen! Und das Ergebnis sieht man ja da." Der Schwarzhaarige nickte zufrieden und Harry stand auf um das Bild näher zu betrachten. Man sah Sirius in schwarzen Klamotten und mit einer Sonnenbrille, neben ihm stand ein Motorrad und er strich sich gerade lässig die Haare aus der Stirn. Auf seiner anderen Seite stand eine etwa fünfjährige Jamie. Auch sie trug eine schwarze Motorradkluft und eine Sonnenbrille und neben ihr stand ein Plastikmotorrad, auf dem sie sich genauso lässig abzustützen versuchte wie ihr Vater. Immer wieder sah sie zu ihm herauf und ahmte seine Haltung nach. Als hätten sie sich abgesprochen änderten Vater und Tochter mit einem Mal ihre Position, verschränkten die Arme vor der Brust und blickten grimmig in die Kamera. Dann sahen sie sich für einen Sekundenbruchteil in die Augen und brachen in Gelächter aus. Sirius Augen strahlten wie Harry es noch nie bei einem Menschen gesehen hatte als er sich herunterbeugte, seine Tochter auf den Arm nahm und ihr einen dicken Kuss auf die Wange drückte. Sie lächelte ihn daraufhin warm an, schlang ihre kleinen dicken Ärmchen um seinen Hals und warf eine Kusshand direkt in die Kamera.
Harry konnte sich von dem Bild kaum losreißen, zu sehr berührte ihn die liebevolle Beziehung der beiden Blacks, die ihm jetzt zum ersten Mal wirklich bewusst wurde. Dann allerdings hörte er Sirius im Hintergrund quengeln, dass die Pizza kalt werden würde und er drehte sich grinsend um. Sein Blick fiel auf Jamie, die ihrem Vater offenbar eine passende Bemerkung an den Kopf geworfen hatte und jetzt bockig die Hände in die Hüften stemmte, weil der Schwarzhaarige nicht reagierte. Stattdessen starrte er mit offenem Mund auf einen Punkt hinter ihr und ließ sich dann geschockt auf den Hintern fallen. An der Tatsache, dass er nicht einmal jammerte und bemittleidet werden wollte erkannte die Rothaarige, dass hier etwas nicht stimmen musste und fast zeitgleich mit Harry drehte sie sich um und stieß einen überraschten Laut aus. In der Tür stand eine Frau mit dichtem, dunkelrotem Haar.
