Auch dieses Chap widme ich Sarah, ich hoffe ich kann dich ein bisschen zum lachen bringen
Ein schicksalhafter Brief oder warum Jungs nicht alleine auf die Toilette gehen sollten (Chap 7)
„Dora!" Lachend stürzte sich Jamie auf die junge Frau und umarmte sie so stürmisch, dass die beiden zu Boden fielen. Stöhnend rappelten sie sich auf und auch Sirius schien langsam wieder zu sich zu kommen. Harry dagegen kratzte sich irritiert an der Nase. „Ist das deine…" Augenblicklich wurde er von Sirius unterbrochen. „Nein!" „Aber du weißt doch gar nicht was er sagen wollte! Also wirklich Dad, mach so weiter und du kriegst zum Geburtstag einen Gutschein für einen Benimmkurs!", schimpfte seine Tochter und blickte ihn strafend an. Sirius verschränkte sofort die Arme vor der Brust und schmollte wie ein kleines Kind. Als daraufhin niemand reagierte stampfte er verärgert mit dem Fuß auf und Jamie hatte alle Mühe sich das Lachen zu verkneifen. „Haben wir wieder Kakerlaken?" „Kakerlaken?", kreischte ihr Ebenbild und suchte panisch nach einer Möglichkeit ihre Füße in Sicherheit zu bringen. Offenbar war ihr das Sofa zu weit entfernt und so sprang sie Sirius in die Arme. Nun, sie wollte ihm in die Arme springen, aber da er seiner Tochter gerade demonstrativ den Rücken zukehrte fiel sie unsanft auf den Boden und blieb benommen liegen.
Glucksend drehte sich Sirius wieder um. „Also ich sehe nur einen Käfer!" Und damit zeigte er auf die am Boden liegende Frau, die alle Viere von sich gestreckt hatte und verzweifelt versuchte sich aufzusetzen. Da Vater und Tochter anscheinend zu beschäftigt damit waren sich über ihr Missgeschick zu amüsieren fasste sich Harry ein Herz und versuchte ihr aufzuhelfen. Sekunden später lag er auf ihr drauf und Jamie und Sirius bekamen vor lauter Lachen kaum noch Luft. Mit hochrotem Kopf krabbelte Harry von der Rothaarigen herunter und putzte dann minutenlang seine Brille.
Jamie hatte sich mittlerweile von ihrem Lachanfall erholt und vermied es nun ihren Vater anzusehen, so wusste sie doch genau, dass sie sonst wieder loskichern würde, was sie unbedingt vermeiden wollte. Schließlich kannte Harry sie noch nicht lange genug und auch wenn er Sirius und ihren Humor in vielen Bereichen zu teilen schien erinnerte sie sich noch zu gut an sein häufig so irritiertes Gesicht. „Harry, das ist meine Cousine und beste Freundin Dora. Dora, das ist Harry Potter!" Höflich streckte er ihr die Hand hin, die sie sofort ergriff. „Geil dich endlich kennen zu lernen, ich hab ja schon voll viel von dir gehört!" Irritiert über ihre Sprachweise runzelte Harry die Stirn, nur um dann das Gesicht schmerzverzerrt zu verziehen.
„Dora, du zerquetscht ihm die Hand!", lachte Sirius und tätschelte seinem Gastsohn aufmunternd die Schulter. „Mach dir nichts draus, Dora war schon immer etwas… ähm ja…" „ Besonders? Außergewöhnlich?", schlug die Angesprochene augenzwinkernd vor, Jamie murmelte "Seltsam!" und Sirius nickte zustimmend. „Was tust du denn hier?" „Oh, ich wollte dich eigentlich nur ein wenig… anpumpen, du weißt schon. Übrigens solltet ihr die Muggelabwehrzauber wieder aktivieren, es bilden sich schon Trauben um euer Haus und es wird gewettet wieso ihr ihnen noch nie aufgefallen seid. Ich hab 50 Dollar auf die Vermutung gesetzt, dass ihr Aliens seid und die Weltherrschaft an euch reißen wollt!" Während Harry Jamies Cousine ungläubig ansah sprang Sirius fluchend auf um die Abwehrzauber zu erneuern. Und Jamie? Die fragte interessiert nach, ob man in die Wetten noch einsteigen könnte.
Als Sirius wieder zurückkam blickte er die Rothaarige schweigend an. Sie erwiderte den Blick fragend, sagte aber kein Wort. Nach einer Weile wurde es ihr offenbar zu dumm und sie unterbrach die Stille. „Was denn?" „Dein Outfit!", antwortete der Schwarzhaarige ruhig, woraufhin sie zu strahlen begann. „Gefällts dir? Sieht voll krass aus, oder? Jetzt gehen ich und Jamie bestimmt als Zwillinge durch. Und der größte Traum eines jeden Mannes ist es nun mal, es mit Zwillingen zu tun!" Sirius schnappte nach Luft und sah hilfesuchend umher. Diesmal erwies sich ein bestimmter junger Mann als Retter und wechselte das Thema: „Nur der Esel nennt sich zuerst", murmelte Harry und Jamie rammte ihm kichernd den Ellenbogen in die Seite. „Gib ihr nicht noch mehr Munition!"
Doch es war schon zu spät. Für einen Moment wirkte die junge Frau beleidigt, dann strahlte ihr ganzes Gesicht und sie fing an kehlige Geräusche zu machen. „Was tust du da Dora?", fragte Sirius, offensichtlich redlich bemüht nicht in lautes Gelächter auszubrechen. „Ich bin ein Esel", antwortete sie so todernst, als wäre es das normalste der Welt. „Hört sich für mich eher an, als wäre man einen Tier auf den Schwanz getreten!", lachte Sirius und hielt seiner Tochter die Hand hin, die daraufhin lachend einschlug. „Damit kennst du dich ja besonders aus, nicht wahr Sirius?", knurrte Dora bissig und der Schwarzhaarige nickte begeistert. „Ja, meiner ist tatsächlich so lang, dass man drauftreten könnte!" Eine peinliche Stille entstand und als Sirius registrierte was er da gerade gesagt hatte hielt er seiner Tochter erschrocken die Ohren zu. „Bisschen spät, was Siri, altes Haus?", gluckste es vom Sofa her und Harry presste sich eine Hand vor den Mund, um die Situation für seinen Gastvater nicht noch unangenehmer zu machen.
„Ähm ja", machte er und schaute dabei so unglücklich drein, dass Jamie schließlich Erbarmen mit ihm hatte. Sanft zog sie seine Hände von ihren Ohren und wies ihn an ein paar Decken zu holen. Da der Schwarzhaarige nicht daran dachte seinen Zauberstab zu benutzen dauerte dies ein paar Minuten und als er das Wohnzimmer wieder betrat hatte Jamie den Kampf gegen das Schlafsofa offenbar gewonnen, die Gardinen waren zugezogen und Kreacher schob gerade einen großen Tisch heran. Darauf standen ein Fernseher und Videorekorder sowie Berge an Schokolade, Chips und Weingummi. Verloren aussehend zwischen dem ganzen Süßkram lag ein einzelner Apfel, der in diesem Moment auf den Boden fiel, was aber niemanden zu stören schien.
Jamie lächelte dem Hauself noch einmal gütig zu und erlaubte ihm dann sich zurückzuziehen. Strahlend verbeugte er sich vor seiner Herrin, warf einen angeekelten Blick auf Harry und Dora und trat Sirius im Vorbeigehen kräftig auf den Fuß. Fluchend wollte dieser ihm folgen, wurde dann aber von Jamies seiner Meinung nach zu tiefen Ausschnitts abgelenkt. Harry verstand seinen mörderischen Blick offenbar genau richtig und legte seiner Brieffreundin schnell eine der mitgebrachten Decken um die Schultern. Diese murrte zwar leise, kuschelte sich dann aber doch darin ein. Bei dem Anblick seiner Tochter wurde Sirius wie immer warm ums Herz und ein zufriedenes Lächeln umspielte seine Lippen. Als die Rothaarige dann aber den Kopf hob verschwand dieser Ausdruck und machte einem fragenden Blick Platz. „Was sehen wir uns an?"
„Ich weiß nicht", antwortete Jamie wahrheitsgetreu, „Harry hat den Film ausgesucht. Er meinte, dass seine Mom das Video total mag!" Dieser nickte begeistert. „Ja, es geht da um eine Prostituierte…" „Und schon hast du meine Aufmerksamkeit", grinste Sirius und quetschte sich zwischen Dora und seine Tochter auf das Schlafsofa. „Naja, jedenfalls verbringt sie dann ein paar Tage mit einem Typen, kriegt ganz viel Geld dafür und…" „Jetzt wirds interessant!" „Mensch J, jetzt sei doch mal still, er kann ja gar nicht…" „Seit wann nennst du mit „J"?" „Klingt doch total cool, oder? Und hör auf, mich zu unterbrechen!" „Wer unterbricht hier wen?" „Du mich!" „Stimmt doch gar nicht! Außerdem hast du ja eh nichts Sinnvolles beizutragen!" „Oh, reden wir jetzt geschwollen oder was?" „Besser geschwollen als dieses Pseudo-Gangster-Getue!" „Tut, tut ein Auto hupt!" „Wie bist du denn jetzt darauf gekommen?" „Ja, cool oder?" „Total!" „Verarscht du mich gerade?" „Tja, wenn dus selbst nicht merkst… Ich werde es dir bestimmt nicht sagen!" „Och komm schon!" „Nö!" „Du bist voll doof!" „Selber doof!" „Gar nicht!" „Wohl!" „LEUTE!" Unwillig ließen die Beiden voneinander ab und fixierten Sirius. „Hat dir deine Mutter nicht beigebracht, dass es unhöflich ist andere Leute zu unterbrechen?", fragte Dora und versuchte dabei so böse wie möglich zu gucken. „Echt", stimmte ihr Jamie zu, „Wir haben hier gerade eine wichtige Diskussion geführt!"
„Wirklich?", Sirius hob die Augenbrauen, „Und worum ging es dabei?" „Öhm", machte Jamie und sah ihre Cousine hilfesuchend an. „Das… Das ist zu hoch für dich, das verstehst du erst wenn du älter bist!", mischte diese sich ein und offenbar hochzufrieden mit ihrer Antwort griff sie nach einem Stück Pizza. Allerdings hatte sie dabei Sirius Karton erwischt und hielt sich jetzt jammernd die Finger. „Jamie, sag ihm, dass er aufhören soll mich zu schlagen!" „Ja Jamie und sag ihr, dass ich viel älter als sie bin und ihr Satz damit keinen Sinn macht!" „Dann musst du halt warten, bis du intelligent genug bist!" „Ach komm schon, das war doch Kindergartenniveau!" „Ja ganz schön peinlich für dich, oder?" „Jamie, sag ihr, dass ich wir von unterschiedlichen Din…"
„Sagt euch das doch selber!", murrte die Rothaarige und wandte sich dann Harry zu. Da Dora und Sirius allerdings keine Anstalten machten sich wieder zu vertragen stand der Schwarzhaarige schließlich auf und kam mit einem großen Paket zurück. Jamies Augen fingen augenblicklich an zu glitzern. „Ist das mein Geschenk?" Harry lächelte und nickte dann. Ganz behutsam fing sie an die Klebestreifen zu entfernen und der Schwarzhaarige grinste in sich hinein. „Das Papier ist eigentlich nicht das Geschenk!" Für einen Moment sah die Rothaarige unglaublich irritiert aus, dann grinste sie und sie riss das Papier förmlich von ihrem Geschenk herunter. „Ich wollte nur nicht zu gierig erscheinen!"
Eine Weile hörte man nur Sirius und Dora schimpfen, Jamie war ganz ruhig geworden Fast schon zärtlich strich sie über den Stoff des schwarzen Kleides und strahlte ihren Brieffreund mit Tränen in den Augen an. „Bist du deswegen extra nach Paris appariert?" Er nickte. „Mum sagt, dass man immer ein Gastgeschenk dabeihaben sollte. Und Blumen fand ich nach deinem coolen Geburtstagsgeschenk irgendwie nicht passend." „Ach", murmelte Jamie und wurde rot, „Das waren doch nur ein paar Süßigkeiten, nichts Weltbewegendes!" „Süßigkeiten, die meinen Namen tragen? Die aus meinen Lieblingszutaten gemacht wurden? Ich frag ja gar nicht, wie du das gemacht hast, aber allein dafür liebe ich dich schon!"
„Was?" Blitzschnell hatte Sirius sich umgedreht und fixierte nun die beiden Teenager. „Ich habe Harry nur gerade erzählt, dass ich jetzt Prostituierte werde!" Sirius starrte sie entgeistert an und verschluckte sich prompt an einem Stück Pizza. „Na, dann lerne ich meinen Traummann kennen und mache nebenbei noch eine Menge Kohle!" „Natürlich", nickte Sirius und verkniff sich das Lachen, „Aber glaub ja nicht, dass ich die Kondome zahle!" „Ihr habt echt einen Schaden", murmelte Harry und gluckste leise. „Liegt in der Familie!" Irritiert hielten Sirius, Jamie und Dora inne und kratzen sich gleichzeitig am Kopf. „Ich wollte das sagen!", fing Jamies Cousine gleich an zu meckern und boxte Sirius in den Magen. Wütend schnappte er sich ihre Handgelenke und hielt sie fest. „Du hast heute schon genug gesagt."
„Aber Jamie darf das doch auch!", schmollte Dora und nickte in die Richtung ihrer Hände. „Sie ist ja auch meine Prinzessin", antwortete Sirius mit gesenkter Stimme und warf seiner Tochter einen zärtlichen Blick zu. „Sag ihr das bloß nicht, sonst kommt sie morgen mit einem dritten Loch in der Nase wieder!" Dora wollte noch etwas erwidern, wurde dann aber von Jamies begeisterter Stimme daran gehindert. „Leute, wie wärs wenn wir IHN mal wieder anwenden? Ihr wisst schon, um Harry zu zeigen wie wir so sind?"
Während Dora begeistert in die Hände klatschte und aufgeregt auf dem Sofa hin und her rutschte verzog Sirius nur wenig euphorisch das Gesicht. „Aber dann nehmen wir deine!" Jamie nickte und fing dann an mit Dora durch das Zimmer zu hüpfen. „Gucken wir jetzt nicht den Film?", fragte Harry irritiert und sein Gastvater schüttelte seufzend den Kopf. „Nein, wir gehen jetzt auf Entdeckungstour. Also, wenn du noch mal auf die Toilette musst, dann geh jetzt!" Harry nickte nachdenklich und ging dann in den Flur, während Sirius ihm verdutzt hinterhersah. Offenbar hatte der Junge seinen Witz nicht verstanden. Aber das würde schon noch kommen, schließlich würde der Schwarzhaarige mindestens ein halbes Jahr bei ihnen bleiben. Harry ging währenddessen allerdings nicht auf die Toilette. Stattdessen verschwanden seine Finger suchend in den Taschen einer Jacke bis er fündig wurde und Penny mit einem heraufbeschworenen Eulenkeks herbeilockte.
Ruhig tippte er den Gegenstand in seiner Hand mit dem Zauberstab an und wartete eine Weile. Dann zog er etwas aus diesem heraus und beschwor Feder und Pergament herauf. Ein paar Minuten lang hörte man nur das Kratzen der Feder, dann wickelte er das Pergament um den Gegenstand und band beides an eine Schnur, die er dann an Pennys Bein festknotete Mit einem leisen Gruß machte sie sich auf den Weg und Harry schob den Gegenstand wieder in die Tasche zurück. Als er dann zurück ins Wohnzimmer ging, Jamie und Dora bei den Händen fasste und mit dem von der Rothaarigen gemurmelten „Memoro Extremo" verschwand hatte niemand auch nur eine Ahnung, dass er gerade die Zukunft gravierend verändert hatte.
