Kapitel 5: Das Ende

14.02.08; 10 Uhr morgens

Verschlafen blinzelte er abermals und stützte sich auf seinen Ellbogen ab.

„House." Ungeduldig zupfte Cuddy an seinem Arm. „Kaffee oder ich muss dich feuern!"

Mürrisch schwang House seine Beine aus dem Bett, wobei er Cuddy mit einem Fuß am Oberschenkel erwischte.

„Au!" Cuddy rieb sich die schmerzende Stelle und schenkte ihm einen bösen Blick.

„Stell dich nicht so an", murrte er. „Immerhin wurdest du nicht von einer kaffeesüchtigen Irren geweckt..."

„Das wäre alles unnötig, wenn du deinen Haushalt nicht wie ein Vierjähriger führen würdest."

Sie nahm seine Vicodin vom Nachttisch, warf sie ihm gegen die Brust, drehte sich um und verließ hoch erhobenen Hauptes sein Schlafzimmer. Ein paar Minuten später konnte House seine Dusche hören. Seine Miene verfinsterte sich. Heiß duschen konnte er heute vergessen... Trocken schluckte er zwei Tabletten, bevor er aufstand und sich anzog. Dann humpelte er in die Küche, um Kaffee aufzusetzen. Cuddy war so ein Biest vor ihrer ersten Portion Koffein. Er wollte sich gar nicht erst vorstellen, wie sie sich aufführen würde, wenn sie während ihrer Schwangerschaft- Mitten in der Bewegung erstarrte er.

Statt in die Küche führte ihn sein Weg nun direkt in sein Badezimmer. Gut, dass Cuddy nicht abgeschlossen hatte... Jetzt noch die Tür aufbrechen zu müssen, wäre echt zu viel gewesen... Dort angekommen drückte er die Toilettenspülung. Cuddy quiekte, dann schob sie den Duschvorhang etwas zur Seite und steckte den Kopf heraus.

„Bist du völlig übergeschnappt?", fauchte sie ihn an.

Gelassen ließ er sich auf dem Toilettendeckel nieder. „Das ist gut möglich", erwiderte er ruhig.

„Na, wenn's sonst nichts ist, kann es warten, bis ich Kaffee hatte." Cuddy verschwand wieder hinter dem Vorhang.

„Ich denke, wir sollten zusammenziehen", sagte House.

„Was?" Blitzschnell tauchte Cuddys Kopf wieder auf. „Bist du auf Drogen?"

„Nicht mehr als sonst."

Misstrauisch sah sie ihn an. Dann griff sie nach einem Handtuch, wickelte dieses um ihren Körper und stieg aus der Dusche.

„Du... willst... also... mit mir zusammenziehen." Mit nassen Haaren und tropfend stand sie mitten in seinem Bad und starrte ihn an als sehe sie ihn heute zum ersten Mal.

Er wich ihrem Blick aus. „Ich würde meine Wohnung behalten und könnte auf Probe bei dir einziehen..." Er rechnete fest damit, dass sie ihm abermals sagen würde, wie wahnsinnig er sei und dann aus seiner Wohnung stürmen würde. Geister-Cuddy hin oder her... Und wenn sie weg wäre, nähme er noch zwei Vicodin und würde danach ins Krankenhaus fahren, um ein CT machen zu lassen... Er musste diese Tasse einfach auf den Kopf bekommen haben! Er dachte an Familie, verdammt noch mal! An eine schwangere Cuddy, verflucht.

Aber Cuddy dachte gar nicht daran, davonzulaufen.

„Du meinst das ernst!", stellte sie erstaunt fest.

Verärgert sah er sie an. „Würde ich sonst mit so was anfangen?"

„Nein..." Cuddy schüttelte den Kopf und schwieg kurz. Dann fragte sie: „Warum?"

„Was, warum?"

Sie verdrehte die Augen. „Warum willst du mit mir zusammenziehen? Eine berechtigte Frage, findest du nicht?"

„Du magst meine Wohnung nicht!" Wow! Sinnlose Bemerkung, das bringt die Sache voran! Das hatte er nicht sagen wollen... Ihm gefiel die Richtung nicht, in die dieses Gespräch lief... Warum musste Cuddy auch immer nachhaken? Hätte sie nicht einfach 'Nein' sagen können, wie jede andere vernünftige Nicht-Halluzination auch?

„Das ist dein Grund?" Mit vor der Brust verschränkten Armen stand sie vor ihm. „Soll das so was wie 'ne gute Tat werden oder was?"

„Vergiss es einfach!" Er wollte aufstehen und das Bad verlassen, doch sie hielt ihn am Arm zurück.

„Oh, bestimmt nicht! Sag mir warum!", verlangte sie.

Er starrte auf die Fliesen. „Cuddy...Was willst du denn hören..."

„Oh, ich weiß auch nicht..." Ihre Stimme triefte nahezu vor Sarkasmus. „Die Wahrheit?"

Er antwortete nicht.

„House..." Sie kniete sich so gesittet wie es mit einem Handtuch als einziges Kleidungsstück eben möglich war vor ihn. „Du wirst doch wohl bessere Gründe haben als denn, dass ich deine Wohnung nicht mag..." Ihre Stimme klang warm und ruhig.

„Wieso hast du nicht einfach 'Nein' gesagt? Wieso bist du noch hier?" Er sprach so leise, dass sie ihn kaum verstand.

Sie berührte mit ihrer Hand vorsichtig die seinen, welche in seinem Schoß zu Fäusten geballt lagen.

„Das weißt du doch..."

Erst jetzt sah er sie wieder an. „Warum du deine Zeit mit einem mies gelaunten alten Krüppel verplemperst? Nein, das erschließt sich mir nicht!"

„Du kannst so dumm sein!" Ungläubig schüttelte Cuddy den Kopf. „Ich will doch mit dir zusammenziehen! Ich will nur wissen, wie ernst es dir ist..." Flehend blickte sie ihn an.

„Cuddy... Ich bin nicht der Mensch, der... Du weißt, ich kann... Ich... liebe dich", brachte er stotternd heraus.

Cuddy lächelte. Ihr Gesicht wurde ganz weich und friedlich. Genauso sah sie aus, wenn sie schlief... So zufrieden. „Ich liebe dich auch."

Ihm wurde warm. Seine verkrampften Finger lösten sich und schlangen sich um Cuddys zarte Hand. „Heute ist Valentinstag, wusstest du das?"

Sie nickte leicht, beugte sich vor und küsste ihn. „Ja, wusste ich."

„Was hältst du davon, wenn ich mit zu dir unter die Dusche komme und deinen Rücken einseife?" Er grinste.

Cuddy schüttelte ebenfalls grinsend den Kopf. „Du musst Kaffee machen, schon vergessen?"

„Du bist so ein Tyrann!", murrte House.

Cuddy lachte. „Da hast du vollkommen Recht!" Sie erhob sich vom Fußboden. „Aber wenn du schön gehorchst, seif' ich dir nach dem Frühstück den Rücken ein!"

Er stand auch auf. „Weißt du, was ich stattdessen machen könnte?" Er zog ihr das Handtuch weg und presste ihren nassen Körper an sich. „Ich könnte mir einfach nehmen, was ich will!" Zärtlich biss er in ihren Hals. Cuddy lachte.

Ende

Danke, Dia für's beta-lesen!

Meine erste längere Huddy-Geschichte ist endlich fertig!- Sagt mir doch bitte, wie's euch gefallen hat... wäre euch auf ewig dankbar! Und hey, ich würd sogar noch mal im Cheerleader-Outfit nur für euch rumhüpfen, vor lauter Dankbarkeit, und das wollt ihr doch auf keinem Fall verpassen, oder? ;P