III. MEISTER SPLINTER

MEISTER SPLINTER

Der Mann, der Mitake meine Bilder abgekauft hatte, wurde später von Esther Wilkins angesprochen. Sie ist die Besitzerin einer Kunstgalerie, einige Blocks entfernt vom Nihon Ya.

ESTHER

Ich war sehr angetan von diesen beiden Bildern. Ich hatte zuvor bereits einige traditionelle japanische Gemälde verkauft, und ich konnte zwischen ihnen und Yoshis Bildern einige Ähnlichkeiten im Stil erkennen. Doch sie waren anders. Sie hatten eine träumerische Beschaffenheit, die ich und auch andere faszinierend fanden.

MITAKE

Esther kam in meinen Laden und fragte mich, ob ich sie Yoshi vorstellen könne. Es widerstrebte mir sehr, das zu tun. Mir war klar, dass Yoshi in keiner Lage war, in der er irgendjemanden treffen wollte. Allerdings wusste ich auch, dass er das Geld wirklich brauchte. Als bot ich an, als sein Mittelsmann tätig zu werden.

ESTHER

Das war eher ungewöhnlich. Mein ursprünglicher Gedanke war, das Mitake selbst in Wirklichkeit Hamato Yoshi ist. Sie mögen jetzt glauben, dass ich nur Legendenbildung betreibe, aber Sie müssen verstehen, dass Künstler manchmal sehr eigenwillige Launen haben können. Ich habe schon viele Künstler gesehen, die wesentlich seltsamere Dinge getan haben, als zu behaupten, jemand anders zu sein. Allerdings beschloss ich, Mitake die Sache auf seine Art handhaben zu lassen.

MITAKE

Esther schrieb eine Empfehlung und gab sie mir, damit ich sie an Yoshi weiterreiche.

MEISTER SPLINTER

Ms. Wilkins Brief war sehr schmeichelhaft. Sie erklärte, dass sie meine Arbeit möge, und dass sie glaube, meine Gemälde verkaufen zu können, wenn ich dies wünschte. Ich ließ mir die Angelegenheit durch den Kopf gehen. Der Gedanke, meine Kunst als regelmäßige Einkommensquelle zu betrachten, war mir nie gekommen. Doch da kein anderer Verdienst in Sicht war, beschloss ich, dass dies eine Gelegenheit war, die ich wahrnehmen sollte.

ESTHER

Mitake kam mit einem Brief zurück in dem ich die Erlaubnis erhielt, seine Arbeit gegen die übliche Provision zu verkaufen. In dem Brief wurde darum gebeten, alle Zahlungen an Mitake erfolgen zu lassen, der diese dann wiederum an Yoshi weiterleiten würde. (schmunzelnd) Das sorgte natürlich dafür, dass ich glaubte, recht gehabt zu haben. Soweit es mich betraf war Mitake Hamato Yoshi. Es erschien mir eine recht komplizierte Art und Weise zu sein, Geschäfte zu machen – schließlich hätte ich es sicherlich niemandem erzählt, hätte er mich ins Vertrauen gezogen. Allerdings spielte das für mich keine Rolle – solange ich Bilder zum Verkaufen hatte, nicht wahr?

MEISTER SPLINTER

Ich nahm mir viel Zeit für mein erstes Gemälde für Ms. Wilkins. Das beruhte teilweise auf meinem Wunsch, es so gut wie möglich werden zu lassen, doch außerdem war ich zu diesem Zeitpunkt recht abgelenkt. Meine vier Mündel waren ziemlich schnell durch ihre Entwicklungsjahre gegangen, was mich zunächst in Sorge versetzte. Im Rückblick hat es sich allerdings als Entlastung herausgestellt. Ich musste mich nicht besonders lang mit dem befassen, was wohl vier Säuglinge beziehungsweise Kleinkinder gewesen wären. Sie lernten extrem schnell zu sprechen, und es dauerte nicht lange, ehe sie sich mit einem Minimum an Hilfe von meiner Seite um sich selbst kümmern konnten. Das bedeutete zwar, dass ich sie nicht allzu viel betreuen musste, doch es war dennoch sehr ablenkend. (lächelnd) Um ehrlich zu sein fragte ich mich, ob sie damit fortfahren würden, in diesem besorgniserregenden Tempo zu wachsen, um dann noch vor Ende des Jahres an Alterschwäche zu sterben. Glücklicherweise war das nicht der Fall.

MICHELANGELO

Während Splinter malte, spielten wir in seiner Nähe. Wir hatten eigentlich nicht viel Spielzeug, aber auf der anderen Seite sind wir quasi durch unsere Kindheit gerast. Es war, als wären unsere Körper bereits die von Teenagern - und unsere Gehirne würden Überstunden machen, um das aufzuholen.

DONATELLO

Es war für uns in diesen frühen Jahren ziemlich einfach, uns mit uns selbst zu vergnügen. Ist es immer noch, wenn ich darüber nachdenke. Damals haben wir schreiben geübt oder Handball gespielt oder so etwas in der Art. Ich erinnere mich daran, dass Michelangelo ein Experte in „Chinese jacks" war. (1)

RAPHAEL

Splinter brachte uns Regel Nummer eins bei – er trug die Verantwortung. Was er sagte, wurde gemacht. Ich glaube keiner von uns hatte das Bedürfnis, das zu hinterfragen. Regel Nummer zwei war, ihn niemals beim Malen zu stören, es sei denn, es war wirklich wichtig.

MEISTER SPLINTER

Ich hatte meine Staffelei und mein Kissen neben dem Tisch aufgebaut, an dem sie lasen oder spielten, damit ich mich um sie kümmern konnte, wenn es nötig war.

MICHELANGELO

Bis heute mein peinlichster Moment: Ich hatte gerade etwas herausgekriegt. Ich glaube, ich konnte endlich meinen Gürtel alleine anziehen. Du weißt schon, irgend so etwas Weltbewegendes. Na ja, du weißt ja, wie aufgeregt ein Kind sein kann, wenn es etwas herauskriegt. Ich rannte zu Splinter um ihm das zu zeigen, schubste ihn dabei und ruinierte sein Bild.

MEISTER SPLINTER

Michelangelo behauptet oft, dass er eines meiner Bilder in Aufregung „ruiniert" habe. Das ist ein wenig übertrieben. Ich musste eine kleine Ecke übermalen, aber das war kein allzu großes Problem.

MICHELANGELO

Wir sind ihm seitdem alle aus dem Weg gegangen, wenn er malte. Ich ganz besonders.

ESTHER

Die Bilder gingen gut, insbesondere für einen bis dahin unbekannten Künstler. Die meisten Künstler fallen in eine von zwei Kategorien – traditionell, auf die eine oder andere Art, oder experimentell. Yoshis Kunst fällt genau auf den winzigen Berührungspunkt, den diese beiden Kategorien haben. Leute, die nur etwas sehr Traditionelles kaufen würden, finden sie sehr fesselnd, und solche, die etwas Abgehobeneres wünschen, mögen sie ebenfalls. Sobald die „richtigen" Leute anfingen, die Bilder zu kaufen, wollten andere sie auch, was hilfreich war. Einige von den Bildern ließen sich sofort verkaufen, einige brauchten Monate, doch alles in allem lief es recht gleichmäßig.

MITAKE

Ein paar Jahre, nachdem die ersten Bilder verkauft worden waren, tauchte Esther in meinem Laden auf. Sie sagte zu mir: „Ich würde gerne eine Ausstellung Ihrer Werken veranstalten." Das verwirrte mich. Ich sagte: „Welche Werke?"

ESTHER

Durch die Art, wie er das sagte, fragte ich mich zum ersten Mal, ob er es ernst meinte. Vielleicht gab es einen Yoshi. Also korrigierte ich mich und sagte: „Ich meine eine Ausstellung von Yoshis Werken."

MEISTER SPLINTER

Als Mitake mir diese Nachricht überbrachte, dachte ich eine Weile darüber nach. Ich war mir nicht ganz sicher, ob ich in der Lage war, genug Bilder für eine Ausstellung in so kurzer Zeit fertigzustellen. Schließlich male ich nur, wenn ich eine Ahnung davon habe, was letztlich auf der Leinwand zu sehen sein soll. Bei den wenigen Malen, die ich versucht habe, eine Idee zu erzwingen, haben die Ergebnisse... Ich war nicht zufrieden mit ihnen. Und obwohl ich gerade mitten in der Arbeit zu einem Werk steckte, wusste ich nicht, ob es im direkten Anschluss noch andere geben würde. Also schrieb ich Ms. Wilkins und bot ihr an, mich bei ihr zu melden, wenn ich das Gefühl hatte, genug Gemälde zu haben.

ESTHER

Das klang fair – es war nichts, was ich nicht vorher schon einmal gehört hatte. Viele Künstler sagen etwas in der Richtung. Dann laufen sie nach Hause, hauen zehn minderwertige Bilder raus, und rufen mich fünf Tage später an um zu sagen, dass sie soweit sind. Aber weder von Mitake noch von Yoshi hörte ich in den folgenden Wochen etwas, und da ich noch andere Künstler zu betreuen hatte, legte ich den Gedanken irgendwann beiseite und vergaß ihn.

MEISTER SPLINTER

Ich glaube, es war neun oder zehn Wochen später, als ich genug Bilder fertiggestellt hatte, um über eine Ausstellung reden zu können. Drei der Bilder waren... Nun, ich war nicht vollkommen zufrieden mit ihrem endgültigen Aussehen. Allerdings beschloss ich, sie Esther zu zeigen, für den Fall, dass sie anderer Meinung war. (leicht lächelnd) Man sagt, dass der Künstler der schlechteste Kritiker seiner eigenen Arbeit ist, und obwohl das eine Übertreibung sein mag, hat es doch einen wahren Kern.

MITAKE

Ich bot ihm an, seine Gemälde hinunter zur Galerie zu bringen, wie ich es immer schon getan hatte, aber Yoshi war der Ansicht, dass er sich nicht für immer verstecken konnte. Schließlich stand eine Ausstellung an.

MEISTER SPLINTER

Mir wurde klar, dass es Zeit war, herauszukommen. Wir konnten uns nicht für immer verstecken. Ich wusste, dass ich an die Oberfläche gehen musste - unser Ausdruck dafür, auf die Straße zu gehen und mit Menschen zu interagieren – um mit Ms. Wilkins zu sprechen. Also zog ich eines Mittwochs meinen besten Kimono an, ging an die Oberfläche und ging in die Gallerie. Ich fragte den Mann darin, ob ich mit Ms. Wilkins sprechen könnte. (schmunzelnd) Ich war von dem Blick, den ich abbekam, nicht allzu überrascht. Er erzählte mir, dass sie zu beschäftigt sei, um mit mir zu sprechen. Es war ein weiter Weg bis zur Galerie. Bei meiner Mutation war etwas mit meinem linken Knöchel passiert, und er ist bis heute nicht richtig geheilt. Es geht am besten, wenn ich ihn fest verbinde, und ich komme mit einem Gehstock recht gut zurande, aber natürlich wollte ich nicht noch einmal zur Galerie zurücklaufen, wenn ich es vermeiden konnte. Also erklärte ich dem Mann, dass ich warten würde, bis sie Zeit hat. Ich setzte mich auf eine Bank nahe dem Eingang und wartete dort auf sie.

ESTHER

Häufig kommen Maler in eine Galerie, fragen nach dem Inhaber und versuchen dann darauf zu bestehen, dass er ihre Arbeit verkauft. Mein Assistent verwechselte Yoshi wohl mit dieser Art „Laufkundschaft". Das hätte er nicht tun sollen – nun, er hätte wenigstens nach seinem Namen fragen sollen und mir dann sagen, dass er da ist. So wie es gelaufen ist, war ich noch ein paar Stunden mit der Buchhaltung beschäftigt, ehe ich nach vorne kam. Und da war diese... Ratte! Sie saß da auf der Bank, mit geschlossenen Augen. Ich fragte meinen Assistenten, was das ist. (lachend) Ich dachte allen Ernstes, dass es ein Kunstwerk sei, kein Lebewesen! Er antwortete: „Er kam rein und fragte nach dir." Ich ging hinüber und sagte etwas wie: „Verzeihung? Kann ich Ihnen helfen?" Er öffnete die Augen, was mich etwas erschreckte. Und dann sprach er, was mich wieder erschreckte! „Esther Wilkins?" Er verbeugte sich auf diese ihm eigene Art und sagte: „Es freut mich, sie endlich zu treffen. Mein Name ist Hamato Yoshi." Und ich starrte ihn für ein paar Sekunden nur an. Endlich passte alles zusammen – es gab einen Hamato Yoshi! Und deshalb hatte er sich nie gezeigt! Ich fühlte mich schrecklich bei dem Gedanken, dass er dort stundenlang gesessen und auf mich gewartet hatte, aber er schien sich nicht wirklich daran zu stören.

MEISTER SPLINTER

Ms. Wilkins führte mich in ihr Büro und wir besprachen die Pläne für die Ausstellung. Ich erzählte ihr, dass ich noch immer etwas scheu davor sei, in meinem mutierten Zustand in der Öffentlichkeit aufzutreten, so dass ich eine kurze, einmalige Ausstellung bevorzugen würde. Sie war sehr zuvorkommend.

ESTHER

Er erklärte mir, dass er sich in großen Gruppen unwohl fühle, und natürlich verstand ich das. Wir beschlossen, seine Interaktion mit potentiellen Käufern auf ein Minimum zu beschränken. Um ehrlich zu sein dachte ich, dass es der Sache etwas Geheimnisvolles geben würde. Wir arbeiteten die Details aus, setzten die Ausstellung auf ein paar Wochen später an und unterschrieben einen neuen Vertrag.

MITAKE

Ein Teil dieses neuen Vertrages legte fest, dass ich fünf Prozent von Yoshis Anteil bekam. Das war weniger als das, was ich vorher bekommen hatte, aber ich konnte mich sicher nicht darüber beschweren. Ich tat ja nichts mehr für Yoshi. Ich handelte nicht einmal mehr als Vermittler. Ich bekomme nur hin und wieder einen Scheck. Ich habe versucht, Yoshi dazu zu kriegen, diese Klausel aus dem Vertrag zu nehmen, aber er besteht darauf.

MICHELANGELO

Natürlich wollten wir zu Splinters erster Ausstellung, aber Splinter meinte, dass wir das vergessen könnten.

LEONARDO

Er sagte, er wäre sich nicht sicher, wie die Öffentlichkeit auf einen Mutanten reagieren würde, ganz zu schweigen von fünf. Also mussten wir dieses Mal zuhause bleiben. Das machte Sinn, aber allzu glücklich waren wir darüber nicht.

DONATELLO

Rückblickend gab es vermutlich noch einen Grund, uns nicht mitzunehmen. Wir waren ziemlich unreif. Es war seit der Mutation weniger als ein Jahr vergangen, und obwohl Splinter uns beigebracht hatte zu sprechen und dabei einigermaßen höflich zu sein, war unsere bisherige soziale Interaktion auf Splinter beschränkt gewesen, dazwischen noch ein paar Gespräche mit Mitake hier und da. Wir wären auf der Ausstellung wahrscheinlich ausgeflippt. Guter Einfall, Sensei.

MICHELANGELO

Ich durfte etwas zu Essen für die Ausstellung machen – das erste Mal, dass meine Leckereien von Menschen gegessen wurden.

ESTHER

Die Ausstellung verlief größtenteils gut. Einige der Bilder wurden verkauft, und trotz Yoshis... Aussehen kam er ziemlich gut mit allen zurecht.

MEISTER SPLINTER

Ich sprach mit einigen Leuten auf der Ausstellung, für gewöhnlich mit Ms. Wilkins an meiner Seite. Die meisten waren recht höflich. Ich kann nicht sicher sein, doch ich glaube, dass viele der Kunden glaubten, dass mein Erscheinungsbild nur eine künstlerische Laune sei. Eine Frau fragte mich recht zögerlich: „Warum um alles in der Welt haben Sie sich entschieden, sich auf diese Art zu... präsentieren?" Ich sagte ihr einfach, dass dies hier derzeit widerspiegelte, wer ich wirklich war. Sie dachte vermutlich, dass ich in meiner Ausdrucksweise vorsätzlich unklar sei. (lachend) Was ich wohl auch war.

ESTHER

Es gab so eine Art Problem gegen Ende der Ausstellung. Jemand – ein Mann der aus offensichtlichen Gründen in meiner Galerie nicht mehr willkommen ist – machte ein ziemlich unverschämte Bemerkung gegenüber Yoshi. Ich hörte nicht genau, was es war, aber nach seinem Tonfall zu urteilen war es sicherlich nicht nett. Ich ging gerade hinüber um dazwischen zu gehen, als dieser Typ Yoshi schubste.

MEISTER SPLINTER

Ich hatte diesen Mann schon vorher bemerkt. Ich hatte bemerkt, wie er mich in einer recht unfreundlichen Art und Weise anstarrte, und das brachte mich in die Defensive. Am Ende der Ausstellung kam er zu mir und sagte etwas... Unhöfliches. Es traf mich nicht überraschend, und ich machte mir keine Sorgen darüber, eine Auseinandersetzung verlieren zu können. Aber ich wollte auch nicht allzu viel Schaden anrichten oder zu viel Aufmerksamkeit auf mich ziehen.

ESTHER

Ich habe es nicht einmal gesehen, es ging alles so schnell. In der einen Sekunde sah es so aus, als läge Yoshi auf dem Boden, aber im nächsten stand er schon wieder, seinen Stock in beiden Händen, und dieser Typ lag auf dem Boden.

MEISTER SPLINTER

Ich führte das Heron Maneuver durch, was mich wieder in eine stehende Position brachte, ihn jedoch im Gegenzug zu Boden warf. Dann beschloss ich, einen raschen Rückzug anzutreten. Ich entschuldigte mich bei dem Mann, überließ es aber anderen, ihm wieder auf die Füße zu helfen, während ich mich kurz mit Ms. Wilkins unterhielt. Ich erklärte ihr, dass es vielleicht umsichtiger wäre, wenn ich die Ausstellung an diesem Punkt verließe, und sie stimmte zu.

ESTHER

Da habe ich verstanden, womit Yoshi sich auseinandersetzen musste. Viele Leute beurteilen ihn nach seinem Aussehen, noch vor allem anderen. Ich beruhigte schnell das Publikum, sagte, dass Yoshi nun gehen müsse, und lenkte seine Aufmerksamkeit auf etwas anderes. Ich habe seitdem diverse andere Ausstellungen seiner Werke gehabt, aber seither ist er nur noch kurz aufgetreten oder gar nicht.

MITAKE

Bei allen Ausstellungen nach der ersten übernahm ich die Rolle des „Sprechers für den Künstler". Yoshi informierte mich über den Hintergrund seiner Stücke, und ich tauchte in meinem besten Kimono auf und beantwortete so viele Fragen, wie ich konnte. Ich behauptete nie, Yoshi zu sein, obwohl die meisten Leute das annahmen.

MEISTER SPLINTER

Ich nehme an, ich hätte mich darüber freuen sollen, dass es so wenig Probleme gegeben hatte, dass so viele Leute Freude an meiner Arbeit hatten, und sogar Freude daran, mit mir zu sprechen. Stattdessen verweilten meine Gedanken bei der Auseinandersetzung, die ich gehabt hatte. Ich glaubte, dass diese eine Begegnung all meine Vorsicht bestätigt hatte. Es dauerte eine ganze Weile, ehe ich mir oder meinen Söhnen erlaubte, in der Öffentlichkeit zu erscheinen. Und dann, als wir in den Kampf mit dem Footclan verstrickt wahren, hielt ich es für klüger, mich nicht mit anderen in Verbindung zu bringen, um sie nicht in Gefahr zu bringen. Also trat ich kaum mehr bei meinen eigenen Ausstellungen auf.

MICHELANGELO

Splinter verhält sich immer bescheiden. Er sagt, er sei nicht wirklich dazu beschaffen, ein Lehrer oder ein Vater zu sein. Aber wenn ich das mal so sagen darf: Er hat mit uns einen Mordsjob hingelegt.

MEISTER SPLINTER

Es ist mein Wunsch gewesen, ein Lehrer zu sein, doch ich hätte mir niemals träumen lassen, Vater zu werden. Es war wahrscheinlich von Vorteil, dass ich niemals plötzlich daran glaubte, ein Vater zu sein. Ich fühlte einfach, dass ich mich um diese Wesen kümmern musste, und dann, viel später, wurde mir klar, dass ich nun ihr Vater war. Es war eine Rolle, in der ich mich überraschend wohl fühlte. Ich rechne das meinen Söhnen an – die Freude, die sie mir gemacht haben, überwiegt jede Bürde.

RAPHAEL

Weißt du, was mich nervt? Politiker und Talkshowmoderatoren und all die Leute, die immer sagen, eine Familie, das wäre der Vater und die Mutter. Seht mal, einige von uns hatten nicht die Wahl, ja? Meine Eltern waren Schildkröten. Und nicht solche wie wir – eher die Sorte, die im Meer rumschwimmt. Was hätten die schon tun können, um uns großzuziehen? Zum Glück hatten wir Splinter. Und er hat das besser gemacht als jede Adoptivfamilie es hätte machen können.

DONATELLO

Wenn man darüber nachdenkt, sind wir eigentlich das Rezept für eine Katastrophe. Vier Kinder, ein Elternteil, alle Mutanten, obdachlos? Wenn man von der Zusammenstellung liest, denkt man wahrscheinlich an nichts als Drogen und Gangs in der Zukunft. Aber Splinter hat uns auf den rechten Weg gebracht, und er verdient all unsere Anerkennung dafür.

LEONARDO

Splinter... Wir können niemals die Schuld begleichen, in der wir bei ihm stehen. Ich bin zutieft dankbar... nun, zuerst einmal für das Geschenk bewussten Lebens. Doch zum anderen bin ich zutiefst dankbar dafür, dass wir das Glück hatten, von einem Mann wie ihm großgezogen zu werden. Ich glaube, ich kann nicht einmal sagen, wieviel Glück wir hatten.

(1) Anm. d. Übers.: „Chinese jacks" ist ein Spiel mit kleinen, quietschbunten Ringen, das vor allem in den 1980ern in den USA sehr populär war und besonders von Kindern im Grundschulalter sehr fleißig betrieben wurde.