VII. RAPHAEL
RAPHAEL
(grinsend) Ich kann kaum abwarten, was sich die anderen Jungs so für mich ausgedacht haben.
MICHELANGELO
Raph liegt irgendwo zwischen Realist und Pessimist. Es gibt dafür vermutlich ein Wort, aber ich kenne es nicht.
DONATELLO
(lange Pause) „Zyniker."
LEONARDO
Wenn du mich vor einer Weile gefragt hättest, hätte ich wohl gesagt „düster". (schmunzelnd) Oder „Klotz am Bein".
DONATELLO
Mikey schaut sich unsere Situation an - wo wir alle gerade stehen - und er sieht die guten Seiten daran. Raph schaut sich das an und sieht all die Probleme.
RAPHAEL
Ich hab lange Zeit geglaubt, dass mit mir alles in Ordnung ist. Ich ging davon aus, dass alle anderen das Problem seien. Ich meine, kapierten die nicht, wie widerlich das alles war? Warum waren die immer so grauenhaft gut drauf?
MICHELANGELO
Es ist irgendwie gemein, das jetzt zu sagen, wo er nicht mehr so ist, aber früher gab es eine ganze Weile für Raph nur zwei Standpunkte: Seinen und den falschen. Es gab eigentlich keinen Raum für Kompromisse mit Raph.
LEONARDO
Raph hatte vermutlich die falschen Waffen für einen Kerl mit seinem Temperament. Ich machte mir immer Sorgen darum, dass er irgendwann die Beherrschung verlieren und jemanden ins Herz stechen könnte, und dann hätten wir einen Mord am Hals gehabt. Zum Glück hatte er sich immer genug unter Kontrolle, um das nicht passieren zu lassen.
RAPHAEL
(ein Sai in der Hand drehend) Keine Ahnung. Meine Sai sind mir ziemlich ans Herz gewachsen. Leo hat immer Angst, dass ich eines Nachts mal jemanden erstechen könnte, aber dafür sitzt mein Training einfach zu fest. Ich hab nie jemanden geschnitten, es sei denn, es war zur Selbstverteidigung.
LEONARDO
Seine Gesinnung hat irgendwann doch die Oberhand gewonnen. Es... nun, es war kein schöner Anblick.
MICHELANGELO
Raph und ich waren zusammen auf Patrouille in dieser Nacht. Es war ziemlich ruhig, aber dann trafen wir auf diese Typen, die waren vielleicht achtzehn, neunzehn. Sie versuchten, Crack an ein paar junge Kids zu verkaufen – und ich meine, wirklich jung. Junior High. Es war... na ja, ich mein, wie viel kann man ertragen? Wir gingen also dazwischen, um dem ein Ende zu machen und sie mal so richtig zu erschrecken.
RAPHAEL
Ich bin durchgedreht. (seufzt und stützt den Kopf in die Hände) Kann man nicht anders sagen.
MICHELANGELO
Ich war mit dem einen Typen fertig. Na ja, ich hatte ihn zu Boden geworfen und ein bisschen herumgescheucht. Er stolperte zurück auf seine Füße und rannte weg. So haben wir das normalerweise gemacht. Ich drehte mich um, und ich sah, dass Raphael den anderen Typen flach auf dem Rücken hatte. Raph kniete über seinem Brustkorb und rammte beide Fäuste in sein Gesicht, wieder und wieder. Ich sagte: „Raph?", und er antwortete nicht, prügelte einfach weiter. Schließlich ging ich hinüber. Raph hatte den Kerl bewusstlos geschlagen, und er blutete ziemlich übel am Kopf und im Gesicht. Aber Raph hörte nicht auf, auf ihn einzuschlagen. Ich muss da sicher eine halbe Minute gestanden haben, total schockiert, und ich dachte, dass er aufhören würde. Tat er aber nicht.
RAPHAEL
Ich... Ich hatte wortwörtlich keine Ahnung, was ich tat. Ich glaube, dass mich meine Wut mich einfach komplett übermannt hatte, und dass der Typ da nur ein greifbares Ziel war. Ich fühlte irgendwann, wie Michelangelo mich von dem Typen wegzerrte, und das machte mich nur noch wütender. Ich wollte gerade auf ihn losgehen, als ich seinen Gesichtsausdruck sah. (zögernd) Ich hatte ihn noch nie ängstlich gesehen. Wir waren schon oft in Schwierigkeiten, aber er hat immer ein tapferes Gesicht aufgesetzt. Aber in dem Moment war er zu Tode erschrocken. (Pause.) Und er hatte Angst vor mir. (Pause.) Das war irgendwie... Es ist, als wär ich mir da wieder meiner selbst bewusst geworden. Plötzlich dachte ich: „Was ist los?" Ich sah hinunter auf meine Hände, und sie waren voller Blut. (zögernd) Ich... denke, wenn man mich da gefragt hätte, wie meine Hände so geworden sind, ich hätte es nicht sagen können. Ich drehte mich um und sah diesen Typen, und sah, was ich gemacht hatte. Ich dachte nur: „War ich das?" (Pause.) Und dann bekam ich auch Angst.
MICHELANGELO
Ich ging zum Telefon und rief einen Krankenwagen. Dann hab ich Raph zurück zum Versteck geführt. Er war völlig benebelt...
RAPHAEL
Man liest Bücher oder sieht Filme, in denen Leute sagen: „Ich wusste nicht, was ich tat." Ich dachte immer, dass das totaler Mist ist. Das klang so nach 'ner schlechten Ausrede. Und dann ist es mir passiert. (Pause.) Mikey musste mich irgendwie nachhause steuern. Ich hab immer wieder auf meine blutigen Hände runtergeschaut. Nach Jahren, die ich immer wieder behauptet hatte, dass ich es im Griff habe, hatte ich nun den unwiderlegbaren Beweis, dass ich es nicht im Griff hatte.
MEISTER SPLINTER
Es ist sehr schwierig und äußerst schmerzhaft, wenn man in seinen Grundfesten erschüttert wird. Raphael begann in dieser Nacht seine lange Reise zurück zu uns.
RAPHAEL
Als wir zurück waren, ging Mikey direkt in sein Zimmer – er wusste, dass ich Dinge mit Sensei zu besprechen hatte. Ich setzte mich einfach vor Splinter hin – ich machte mir nicht einmal die Mühe, mir vorher die Hände zu waschen. Ich holte einmal tief Luft und sagte: „Sensei. Du hast recht, ich habe ein Problem." Das war der erste Schritt. (seufzend) Aggressionsbewältigung. Der härteste Gegner, gegen den ich je gekämpft habe, war ich selbst. Wie armselig ist das? (lächelnd) Aber ich gewinne.
MEISTER SPLINTER
Ich hatte schon zuvor versucht, ihn dazu zu bewegen, seine Wut zu kontrollieren, doch da er nicht glaubte, ein Problem zu haben, gab er sich dabei keine ernsthafte Mühe. Von dieser Nacht an stand er wirklich hinter dem Ziel, seinen Zorn zu beherrschen.
RAPHAEL
Ich denke mein größtes Problem war, dass ich explodierte und dann glaubte, dass das keine große Sache sei. Nach der Nacht war ziemlich offensichtlich, dass es wohl doch eine große Sache war. Sensei brachte mich dazu, meine Handlungen und meine Motive zu hinterfragen. Ich musste mich dauernd fragen: „Ist das richtig? Verursacht das Probleme?" Es dauerte eine Weile, aber inzwischen ist es mir fast zur zweiten Natur geworden.
DONATELLO
Nach dieser Nacht lief es zuhause ruhiger. Vorher war es so, dass er ausflippte, wenn er bei einem Übungskampf verlor. Er schrie herum, stampfte mit den Füßen, die ganze Nummer. Einmal ging er Michelangelo an, als der sich in seine neutrale Ecke zurückzog. Splinter wies ihn an, sich zu beherrschen, und dann beruhigte er sich etwas, aber wenn er den nächsten Kampf verlor, ging das Ganze wieder von vorne los. Danach war es allerdings anders. Wenn man gegen ihn gewinnt, merkt man immer noch, dass er wütend wird, aber er geht dann einfach an die nächste Wand, schlägt seine Faust dagegen, bleibt ein paar Sekunden da sitzen, dreht sich dann um, lächelt und sagt: „Guter Kampf, Don." (schmunzelnd) Was mich am Anfang mehr erschreckte als seine Wutanfälle. Ich dachte, er wolle mich im Schlaf erstechen.
MICHELANGELO
Er ist lockerer geworden, als wir älter wurden. Zum Glück.
RAPHAEL
Splinter ist großartig darin, die Wut zu lenken. Er sagt, dass ich sie nicht einfach ignorieren kann, sondern sie auf konstruktive Art rauslassen muss. (grinsend) Manchmal gibt's halt keinen konstruktiven Weg, deshalb schlag ich so oft die Wand. Aber normalerweise heißt das, dass ich bis zum Umfallen arbeite, indem ich Donny beim Bauen helfe.
DONATELLO
Splinter hat ihn mir quasi als Assistenten an die Hand gegeben. Einiges von dem, was ich konstruiere, benötigt vier Hände. Oder er macht die schweren Arbeiten, während ich mich mit der Präzisionsarbeit befasse.
RAPHAEL
Ich war am Anfang nicht unbedingt glücklich darüber, aber es beruhigte mich ein bisschen. Ich war im Umgang mit Werkzeug am Anfang nicht unbedingt gut, aber ich bin ein gutes Stück besser geworden. Sensei glaubt, es sei nicht nur die körperliche Arbeit, sondern auch, dass ich etwas habe, worauf ich mich konzentrieren kann, das mir dabei hilft, die Wut beiseite zu schieben. Schon möglich. Und wenn ich was Großes fertig stelle – den Küchenaufbau, die Dusche, was auch immer – klar, ich geb zu, dann bin ich schon mächtig stolz auf mich.
DONATELLO
Am Anfang war ich mir nicht sicher, ob es funktionieren würde. Ich dachte, wenn irgendwas schief läuft, wird er die Wand hochgehen und alles mit dem Hammer kaputtschlagen oder so. Hat er aber nicht. Offensichtlich beruhigt es ihn wirklich.
LEONARDO
Wir wissen nicht, was seine Wut verursacht hat, aber ich weiß ganz genau, was das Hauptziel war: Ich.
MICHELANGELO
Oh ja, Leo und Raph hatten da das eine oder andere heikle Thema. (grinsend) Mehr Themen als die National Geographic.
MEISTER SPLINTER
Wie es für gewöhnlich der Fall ist, gab es Probleme auf beiden Seiten. Raphael hat eine Tendenz dazu, sich gegen Autorität aufzulehnen. Und Leonardo konnte es nicht hinnehmen, wenn jemand seine Autorität in Frage stellte. Nichts davon wäre in sich problematisch gewesen. Doch miteinander kombiniert sorgten diese Eigenschaften für einige Reibungspunkte in unserem Zusammenleben.
RAPHAEL
(zuckt die Schultern.) Ich war der Rebell der Familie. Ich denke, jede hat einen. Es gab mir einen Kick, „Nein" zu sagen. Für Splinter war das kein großes Problem. Zum einen, weil er eine Menge Erfahrung im Umgang mit Menschen hatte, so dass er Kleinigkeiten einfach übergehen konnte. Aber wenn er ein Machtwort gesprochen hat, wusste man bescheid. Wenn Splinter aufgepasst hat, ist man einfach mit nichts durchgekommen. Leo auf der anderen Seite wusste nicht, wie man auf so etwas reagiert. Er kam einfach nicht damit klar.
LEONARDO
Raph stellte jede meiner Entscheidungen in Frage. Und zwar aus keinem anderen Grund, als um sie in Frage zu stellen. (seufzend) Das war echt tödlich.
RAPHAEL
(zuckt die Schultern) Was soll ich sagen - ich provozierte ihn halt gern.
MEISTER SPLINTER
Ich empfand es als zutiefst entmutigend, dass zwei meiner Mündel sich untereinander bekämpften. Ich glaubte, dass eine solche Spannung innerhalb unserer Familie dieser sicherlich sehr abträglich wäre und sich letztlich als fatal erweisen könnte. Ich versuchte, nacheinander mit ihnen zu sprechen, darauf hoffend, dass sie die Wichtigkeit von Harmonie in ihrem Leben begreifen würden. Ich konnte sie zu zeitlich begrenzten Waffenstillständen bewegen, war jedoch nicht in der Lage, die zugrunde liegende Spannung zu zerstreuen, und so begannen die Anfeindungen bald wieder. (seufzend) Das war der eine Punkt in meiner Erziehung, an dem ich glaubte, wirklich versagt zu haben. Ich war der Ansicht, dass es sich um ein Problem handelte, dass ich zu lösen in der Lage sein müsste, und doch konnte ich keine Lösung finden.
DONATELLO
Wir machen jeden Tag Übungskämpfe, und da war immer Anspannung, wenn es für Leo und Raph Zeit war, gegeneinander anzutreten. Manchmal kochte die Spannung zwischen den beiden einfach über. Leo und Raph hatten ein paar Schlägereien. Die meisten waren schnell vorbei – ein paar Schläge, und dann zogen sie sich in ihre neutralen Ecken zurück, aber eine davon war eine niederschmetternde, lang gezogene Prügelei. Die beiden lagen auf dem Boden und schlugen aufeinander ein. Splinter musste sie auseinander bringen. Eines der wenigen Male, die ich Splinter habe brüllen hören.
MICHELANGELO
Leo und Raph rollten über den Boden, schlugen nacheinander, und dann kam Splinter, versuchte sie zu trennen und schrie: „Hört auf! Sofort!" Allein ihnen zuzusehen war ein... seltsames Gefühl. Ich war nicht nur unglücklich, da war noch was anderes. Ich konnte nicht ganz festmachen, was es war. Später am Abend, als ich versuchte, einzuschlafen, traf es mich dann. Wenn wir auf der Straße unterwegs waren, trafen wir auf viele Familien, die total kaputt waren. Und mir wurde klar, dass es das war, womit sich diese Familien jeden Abend auseinandersetzen mussten. Diese Art Kampf. Ich machte mir Sorgen. Was wäre, wenn meine Familie so endet? (zuckt die Schultern, lächelt) Tat sie aber nicht.
DONATELLO
An diesem Abend schickte Splinter uns alle in abgetrennte Zimmer – nicht nur Leo und Raph, Mike und mich auch – um uns zu beruhigen und darüber nachzudenken, was passiert war.
RAPHAEL
Ich dachte immer, das sei Beschiss. Klar, „Auszeit für Raphael". Ich sollte vermutlich darüber nachdenken, was wir getan hatten, aber das habe ich selten gemacht. Na ja, schon, aber ich habe mir ausgemalt, dass ich den Kampf gewonnen hätte, statt nach einem Weg zu suchen, es nicht noch mal passieren zu lassen. Die meisten meiner „Auszeiten" habe ich vor Wut kochend verbracht.
LEONARDO
Zunächst musste ich mich beruhigen, mich auf mich selbst besinnen, so wie Splinter es uns beigebracht hatte. Es dauerte eine ganze Weile, aber letztlich habe ich es geschafft. Als ich endlich ruhig war, sah ich die Situation klarer, wie von außen. Ich konnte uns streiten sehen, Raph und mich, aber von einem äußeren Standpunkt betrachtet machte es keinen Sinn. Es war so verdammt unbedeutend, verstehst du? Warum stritten wir uns? Warum ließen wir unsere kleinen Differenzen all das überschatten, was wir gemeinsam hatten?
RAPHAEL
Ich wollte eigentlich nicht, dass wir uns streiten. Aber irgendwie wollte ich es doch, glaube ich. Wenn wir stritten, war es, als ob... (zögernd) Ich weiß nicht. Die beste Antwort, die ich geben kann, ist wohl, dass ich ihn damit auf mein Niveau runtergezogen habe. Wenn wir uns stritten, war Leonardo wütend und feindselig, genau wie ich. Vielleicht mag Elend ja Gesellschaft.
LEONARDO
Ich erinnerte mich an ein Geschichtsbuch, dass Splinter mich hatte lesen lassen. Darin stand, dass Nationen häufig nicht unter Druck von außen zerbrechen, sondern durch den Verfall im Inneren. Und ich fragte mich, ob unsere kleine Fehde uns davon abhielt, so stark zu sein, wie wir es hätten sein können.
RAPHAEL
Ich saß da also auf diesem Vorsprung, wahrscheinlich mit den Zähnen knirschend, und dann hörte ich: „Raph?". Und dann stand da Leonardo. Und er... na ja, er weinte jetzt nicht oder so, aber er sah so aus, als würde er gleich damit anfangen. Und irgendwie verschwand plötzlich meine ganze Wut. Allein die Art, wie er mich ansah, war irgendwie seltsam. Ich meine, ich provozierte ihn schon gerne und das alles, aber ich wollte ihn nicht... fertig machen oder so. Irgendwie traf es mich da – ich hatte ihm das angetan. Leo ist ein großartiger Anführer und ein großartiger Kerl, und wegen dem, was ich gemacht hatte, war er's jetzt nicht mehr.
LEONARDO
Ich hatte über all dieses Zeug nachgedacht, das ich hätte sagen können. Ich wollte logisch sein, ich wollte mich streiten, ich wollte betteln. Aber als ich ihn da sah, war das alles weg. Ich muss ihn einen ganzen Moment angestarrt haben, und alles, was ich letztlich sagte, war: „Raph, lass uns nicht mehr streiten." Das war alles, was mir einfiel. Aber offenbar war es das Richtige. Raph schaute mich einen Augenblick an, dann kam er rüber und sagte: „In Ordnung."
RAPHAEL
Ich habe keine Ahnung wer zuerst „Entschuldigung" gesagt hat. Die eigentliche Überraschung ist, dass es mir egal ist. Wir haben's beide gesagt. Wir haben uns in den Arm genommen, und das war's dann.
LEONARDO
Es war nicht so, als wäre plötzlich alles besser gewesen und wir hätten uns nie mehr gestritten. Aber es kam danach nicht mehr zu heftigeren Auseinandersetzungen.
MEISTER SPLINTER
In gewisser Weise bin ich glaube ich froh, dass ich nicht in der Lage war, dieses Problem für sie zu lösen, da sie so gezwungen waren, selbst eine Lösung zu finden. Dass sie es geschafft haben, macht mich sehr stolz.
RAPHAEL
Ich hab immer noch ein paar Klugscheißereien für Leonardo übrig, aber normalerweise murmel ich sie nur noch vor mich hin. Wenn's wirklich etwas Erwähnenswertes gibt, versuche ich, es nett rüberzubringen. (lächelnd) Manchmal klappt das gut, manchmal nicht.
LEONARDO
Raph hat sich irgendwie... mit seinen Kommentaren zurückgehalten. Hin und wieder hat er einen besserwisserischen Kommentar auf Lager, aber ich habe gelernt, diese Ausrutscher zu übergehen. Wenn er etwas an dem, was ich tue, auszusetzen hat, gibt es dafür normalerweise einen Grund. Außer, einfach zu widersprechen. Ich habe versprochen, zuzuhören, wenn er etwas zu sagen hat, und ich habe mein Bestes getan, das auch zu machen.
RAPHAEL
Etwa drei Monate, nachdem das passiert war, lag Leo wegen einer Mutantengrippe flach, und er fragte mich, ob ich die anderen beiden auf der Patrouille anführen könne. Diese Ratte. (Pause, Lächeln.) 'Tschuldigung, Splinter.
MICHELANGELO
Ich hatte das Gefühl, dass da was hinter steckt. Nicht, dass Raph nicht anführen könnte, aber ich glaube, er wollte, dass Raph mal sieht, wie das ist.
RAPHAEL
Zuerst dachte ich nur „Yeah, ich bin der Chef!". Ungefähr fünf Minuten später, als Mike und Don mich mit diesem „Und was nun, furchtloser Anführer?"-Blick ansahen... Ja, da hab ich dann doch das Gefühl gekriegt, dass es vielleicht doch nicht so toll ist, die Verantwortung zu tragen. Ich hatte nicht so richtig über alles nachgedacht, was ich tun musste. Ich musste es irgendwie vortäuschen.
DONATELLO
Raph war kein schlechter Anführer. Etwas zögerlich, doch das war zu erwarten. Aber er sah besorgt aus, als wüsste er nicht, ob er die Nacht durchstehen würde.
LEONARDO
Sie kamen von der Patrouille zurück, und ich schlief gerade. Raph weckte mich auf, und ich sagte: „Was? Was ist los?" Er starrte mich nur einen Moment lang an, sagte dann: „Ich hasse dich, weißt du das eigentlich?", verpasste mir einen leichten Schlag auf den Kopf und verschwand.
MICHELANGELO
Casey versteht eher, wie Raph drauf ist – sie sind sowas wie Brüder im Geiste. Er war es, der ihm den Hockeyschläger und die Bälle gegeben hat.
DONATELLO
Raph ist nicht in der Position, sich über die Hobbies anderer Leute lustig zu machen. Er steht vor einer Wand und schlägt Bälle dagegen. Stundenlang.
RAPHAEL
Ich kann nicht erklären, warum es Spaß macht, aber den macht es. Ich schlag den Ball mit dem Hockeyschläger vor die Wand und fange ihn, wenn er daran abprallt. Leo kommt in diesen „selbstlosen Zustand", wenn er Kampfsport macht, aber ich glaube, ich komme dem am nächsten, wenn ich Hockey spiele. Ich merke plötzlich, dass Stunden vergangen sind. (Pause.) Ich wünschte, ich könnte diesen Zustand erreichen, wenn ich kämpfe. Das muss fantastisch sein.
