XXI. DER FOOTCLAN (Teil 3)
MICHELANGELO
Aus irgendeinem dämlichen Grund kam der Shredder auf die Idee, dass der beste Weg, uns loszuwerden, wäre, Mutant mit Mutant zu bekämpfen. Stellte sich raus, dass er über Mutagene nicht mehr wusste als wir.
ROCKY
Sprach sich rum, dass Shredder Freiwillige suchte. Er sagte, dass er ein paar von uns echt stark machen will, damit wir die Turtles platt machen können. Ich und Bob meinten, klar, machen wir. Wir haben dem Shredder getraut, was nicht so schlau war. Stelle sich raus, dass er das schon mal probiert hat mit zwei anderen Typen. Haben's nicht vertragen – sie sind gestorben. Shredder hat uns das natürlich nicht gesagt.
DONATELLO
Shredder stahl eine Art Mutagen aus einem biochemischen Labor – keine Ahnung, woher er wusste, was oder wo es war. Könnte dasselbe Zeug gewesen sein, dass uns erschaffen hat. Dann beschaffte er etwas Rhinozeros- und Warzenschwein-DNS, um sie mit diesen Typen zu kombinieren. Instantmutant, dachte er. Na ja, schon, irgendwie.
ROCKY
Es tat weh, Alter. Es hat richtig, richtig böse wehgetan. Manchmal wach ich auf und schrei wie'n Kleinkind, weil ich davon geträumt hab, dass ich wieder mutiere. Wie auch immer, nach ein paar Tagen wachen ich und Bob auf, und wir sind auch Freaks, genau wie die Turtles. Plötzlich war ich groß und voll hässlich und konnte nix machen. Ich hab ewig gebraucht, um mich an diesen Körper zu gewöhnen. Das hat Shredder wütend gemacht. Er wollte, dass wir rausgehen und die Turtles vermöbeln, sofort, ich konnt nicht mal aufstehen. Musste stehen lernen, gehen, alles noch mal von vorn. Einer von den Foot kam rein, als ich gerade versucht hab, meine Beine wieder ans Laufen zu kriegen,. Ich hüpfte von einem Fuß auf den anderen. Er sagte: „Heiße Moves, Rocksteady", also nannten mich alle so. Sie haben Bob irgendwann „Bebop" genannt. Bebop und Rocksteady. (grinsend) Irgendwie gut. Wie auch immer, ungefähr 'ne Woche, nachdem sie uns gefreakt hatten, sagte Shredder, dass wir jetzt die Turtles töten sollen. Ich dachte echt nicht, dass ich bereit war. Ich meine, ich konnte da kaum laufen, siehste? Aber Shredder war ungeduldig – wollte sie tot, will sie jetzt tot. Er gab uns ein paar Knarren und so und lässt uns raus und die Turtles jagen.
RAPHAEL
Ich hatte keine Ahnung, was Shredder sich dabei dachte. Vielleicht würden wir kämpfen und denken, dass wir die Typen vielleicht nicht so hart bekämpfen sollten, weil sie Mutanten sind?
DONATELLO
Wir waren auf dem Weg zum Hauptquartier Ost, als wir ein paar Foot sahen, die sich in einer Gasse versteckten. Wir beschlossen, sie zu jagen, idiotisch wie wir waren.
LEONARDO
Ich hätte sie zurückrufen sollen. Es ging mir durch den Kopf, dass man uns vielleicht eine Falle stellte, aber ich weiß nicht – es war nicht stark genug. Ich war mir nicht sicher. Ich hätte sagen sollen: „Wir sollten uns auf die Aufgabe vor uns konzentrieren." (kopfschüttelnd) Wie sich rausstellte, war es keine so große Sache. Wir kamen gut durch. Aber ich könnte mich immer noch dafür in den Hintern beißen. Von da an habe ich mich selbst nicht mehr in Frage.
RAPHAEL
Wir biegen um die Ecke in eine Gasse, und die ganzen Foot klettern die Feuerleitern rauf. Ich will ihnen gerade hinterher springen, als ich dieses seltsame Lachen höre. Echt tief.
MICHELANGELO
Ich sah dieses Wesen hinter diesem Müllcontainer hervorkommen. Riesiger Kerl mit Nashornkopf. Ein Teil von mir dachte: „Wow, ein Mutant, wie ich!", aber der größte Teil von mir bemerkte das Gewehr, das er festhielt.
DONATELLO
Ich drehte mich in die Richtung um, aus der wir gekommen waren, im Glauben, dass wir uns vor der Sache einfach drücken könnten, aber da stand nun ein anderer Kerl. Riesig. Warzenschwein. Schwer bewaffnet. Da habe ich angefangen, mir Sorgen zu machen.
ROCKY
Ich erinner mich dran, wie die mich angeglotzt haben. Und ich fühlte mich... Weiß nicht. Hauptsächlich stark, so: „Ja, hier werdet ihr sterben, ihr Freaks". Und gleichzeitig fühlte ich mich wie: „Hört auf, mich so anzustarren!"
RAPHAEL
Er sagte: „Ihr seid erledigt, Freaks." Obwohl ich das Gefühl hatte, dass das ein harter Kampf werden würde, musste ich darüber irgendwie lachen. Ich sagte: „Seht mal, wer hier wen ‚Freak' nennt."
ROCKY
Einer von denen sagte: „Wen nennste hier ‚Freak'?" Zuerst wurde ich echt sauer, aber dann dachte ich drüber nach. Er hatte recht, siehste? Ich meine, ich bin jetzt wie die Turtles. Also sollten die meine Freunde sein, nicht Shredder. Und stattdessen versuchte ich irgendwie diese AK zu benutzen, um sie wegzuballern.
LEONARDO
Irgendwann hoben sie ihre Waffen, und wir warfen uns hinter den Müllcontainer, während Bebop und Rocksteady weiter in die Gasse feuerten. Mikey war direkt neben mir und sah etwas panisch aus. Ich habe einfach nur das hier gemacht. (hebt die Hand, die Handflächen nach außen) Versuchte, ihn zu beruhigen. Ich hatte das Gefühl, dass das Ganze nicht so hoffnungslos war, wie es aussah.
MICHELANGELO
Um ehrlich zu sein, ich hab irgendwie Angst vor Gewehren. Na ja, ich glaub, die hat jeder, aber ich eben mehr als andere. Als ich Bebop und Rocksteady mit ihren Gewehren gesehen habe, habe ich erst einmal Panik bekommen. So im Sinne von: „Das war's. Gegen Schusswaffen kommen wir nicht an." Aber so ging es nicht aus.
DONATELLO
Irgendwas an der Szene kam mir seltsam vor. Ich habe erst später herausgefunden, was. Man nimmt also diesen Kerl, lässt ihn mutieren, macht ihn extrem groß und stark. Und dann gibt man ihm... eine Schusswaffe? Warum gibt man ihm nicht direkt das Gewehr und lässt die Mutation aus? Ich bin nie hinter die Logik dabei gestiegen, aber ich glaube, das ist der Shredder auch nicht. Gute Nachrichten für uns.
ROCKY
Sah aus, als könnte ich die Knarre nicht so gut brauchen – meine Finger sind echt dick, und ich krieg sie nicht richtig über den Abzug. Und ich bin eh kein toller Schießer. Ich hab dann in diesen Laden reingeballert. Muss da ungefähr fünfzig Kugeln reingepumpt haben. Zum Glück war da keiner drin, sonst hätte ich sicher wen erschossen.
RAPHAEL
Ich konnte Leo von meinem Versteck aus sehen. Er streckte einen Finger aus, wie eine Pistole, und schlug mit der Kante seiner anderen Hand drauf. (führt das vor) Das ist so eine Sache, die zu jedem anderen Zeitpunkt absolut keinen Sinn ergibt. Aber es ist seltsam: wenn wir kämpfen, haben wir so eine Verbindung und müssen eigentlich nicht reden. Wir wissen instinktiv, was der andere meint. Ich wusste, was diese Geste hieß – es bedeutete, dass ich die Waffe unschädlich machen soll und mir keine Gedanken machen um den Freak, der sie festhält.
ROCKY
Ich schaute mich dann mal um, und Bebop fuchtelte mit den Armen, also hörte ich auf, zu schießen. Sieht so aus, als hätte ich ihn auch fast erschossen.
RAPHAEL
Endlich gab es eine Feuerpause, und ich stürze mich wieder nach draußen auf Bebop, mit gezogenen Sai. Ich zielte direkt auf sein Gewehr. Ich dachte... Ich weiß nicht, dass mein Sai durch das Ding durch schneiden würde. Ich weiß echt nicht, was ich mir dabei gedacht hab – das ist Stahl auf Stahl. Es hat einfach nur sehr laut gescheppert. Aber ich hab es mit ziemlich viel Kraft erwischt, und Rocksteady ließ es fallen.
LEONARDO
Ich sprintete hinüber zu Rocksteady, schlug mit der Schwertscheide auf sein Gewehr und brachte es damit zu Boden. Ich trat es hinter mich und stellte mich ihm direkt gegenüber.
MICHELANGELO
Als die Schusswaffen kein Thema mehr waren dachte ich so was wie, puh, jetzt ist es so gut wie vorbei. Nichts da.
ROCKY
Eigentlich war ich ziemlich froh, die Knarre fallen gelassen zu haben. Ich war nicht an Knarren gewöhnt. Aber Dinge mit den Fäusten kaputtmachen? Das konnte ich gut.
DONATELLO
Bebop und Rocksteady holten beide Schläger hervor und fingen an, sie zu schwingen. Das machte mir zuerst Sorgen, aber wir merkten, dass es recht leicht war, ihnen auszuweichen. Sie... schlugen um sich, kann man wohl am besten sagen. Kein Problem, sich wegzuducken. Aber das machte es nicht leichter, sie zu besiegen.
ROCKY
Sie hauten immer weiter mit ihren Stöcken und Nunchucks auf mich ein. Bevor ich gefreakt wurde, wär ich beim ersten Treffer umgefallen. Aber jetzt tat das fast nicht weh. Machte mich nur sauer, weil ich machen konnte, was ich wollte, ich hab einfach nicht zurückschlagen können.
DONATELLO
Raph und ich kümmerten uns um Bebop, während Leo und Mike sich an Rocksteady versuchten. Komplettes Unentschieden auf beiden Seiten der Gasse. Wir schlugen auf sie ein, ohne Ergebnis. Sie versuchten uns zu treffen, ohne Ergebnis. Das ging minutenlang so. Ich wurde langsam müde.
RAPHAEL
Ich war versucht, ihm an die Kehle zu gehen, wörtlich. Die Sai nehmen und ernsthaft Blut einfordern. Aber Sensei hält nicht viel von dieser Art zu kämpfen. (schmunzelnd) „Nicht viel davon halten" ist nicht ganz der richtige Ausdruck. Er sagte mir, dass ich nie Blut fordern darf, niemals, wenn es einen anderen Weg gibt. Also ging mir die ganze Zeit dieser Gedanke durch den Kopf – „Find einen anderen Weg, find einen anderen Weg". Ich ließ mich etwas zurückfallen, Don etwas mehr eingreifen, versuchte, hier irgendwo eine Lücke zu finden. Auf einmal sah ich dieses Glänzen – die Straßenlaterne spiegelte sich in Bebops Nasenring. Ich denke mir, wer nicht wagt, oder? Nachdem Bebop einen weiteren lahmen Schlag versucht hatte, sprang ich hoch, griff mir seinen Nasenring und zog ihn kräftig nach unten. Genaugenommen baumelte ich daran. Er quiekte und fiel auf die Knie, und ich rollte aus dem Weg.
DONATELLO
Ich sah, wie Raphael das tat, und ein Teil von mir dachte: „Autsch, das ist fies". Der andere Teil dachte: „Hey, warum hab ich nicht daran gedacht?"
RAPHAEL
Donatello verpasste Bebop einen gewaltigen Rundschlag hinter die Ohren. Das stellte ihn kalt.
MICHELANGELO
Wir kamen mit Rocky kein Stück weiter. Leo und ich droschen weiter auf ihn ein, aber er wurde nicht einmal langsamer. Er schlug immer weiter. Endlich erwischte ihn einer meiner Nunchucks an der Schnauze, direkt zwischen den Hörnern. Es war nicht einmal ein Volltreffer, eher ein Abpraller. Offenbar ist er zusammengezuckt. Ich habe es nicht bemerkt, Leo zum Glück schon.
LEONARDO
Das war die erste Reaktion, die wir seit Beginn des Kampfs von ihm bekommen hatten. Während wir weiterkämpften, steckte ich eines meiner Schwerter zurück in seine Scheide. Als er sich dann wieder aufrichtete, schlug ich das andere Schwert mit aller Kraft auf seine Schnauze.
ROCKY
Alter, das tat weh. Fühlte sich an wie ein Sack Ziegelsteine. Konnte nichts sehen, konnte nicht denken. Ich lag einfach nur da, meine Schnauze in den Händen und stöhnte. Als ich mich endlich wieder gut genug gefühlt hab, um die Augen aufzumachen, waren die Turtles weg.
DONATELLO
Als beide aus dem Weg waren, verschwanden wir. Leo sagte, dass wir die Aktion für diese Nacht sein lassen würden, da sie vermutlich nach uns Ausschau hielten.
LEONARDO
Die Begegnung mit Bebop und Rocksteady ließ uns begreifen, dass der Shredder keine Witze machte. Er wollte uns ausschalten, mit allen möglichen Mitteln. Das gab uns den Ansporn, unseren letzten Zug zu machen.
MEISTER SPLINTER
Wir glaubten, dass Zeit wertvoll sei. Wir waren uns sehr bewusst darüber, dass der Footclan aktiv Ausschau nach uns hielt, und obwohl unser Heim recht gut verborgen war, konnten wir nicht darauf zählen, unentdeckt zu bleiben. Wir mussten sie angreifen, bevor sie uns angriffen.
RAPHAEL
Zeit für Operation Amputation, Phase zwei – das Satellitenhauptquartier West.
LEONARDO
Nachdem wir noch etwas darüber diskutiert hatten, beschlossen wir, die beiden verbleibenden Ziele in derselben Nacht anzugreifen. Ihnen keine Chance zu geben, sich neu zu gruppieren und ihre Verteidigung zu verstärken.
CASEY
Als ich sie abholen kam, sagten sie mir, dass das hier die ganze Nacht dauern könnte. Sie sagten auch, dass es sein könnte, dass sie mich dabei bräuchten. (schmunzelnd) Wozu ich natürlich mehr als bereit war.
MICHELANGELO
Diesmal nahmen wir Sensei mit, aber abgesehen davon war es so ziemlich dieselbe Sache wie vorher. Wir hatten alles durchgeplant. Es gab zwei große Ausgänge, vorn und hinten, und einen kleinen Seitenausgang. Raph und ich kümmerten uns um die Vordertür, Leo und Donny nahmen die Rückseite, und Sensei ging seitlich rein.
DONATELLO
Ich ging aufs Dach und schaltete den Strom ab, aber bevor ich wieder nach unten konnte, hatten mich vier Foot eingekreist. Ich bin mir nicht sicher, sie könnten Wachposten gewesen sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie da einfach nur rumhingen oder so schnell da hochspringen konnten, um mich zu umstellen. Ich war nicht auf einen Kampf vorbereitet – ich hatte nicht einmal meine Waffe gezogen. Ich musste sie eine Weile ohne Waffe von mir fernhalten, ehe ich einen Satz nach hinten machen und sie ziehen konnte. Und sie waren gute Kämpfer – ich brauchte eine ganze Weile, um sie ruhig zu stellen. Die ganze Zeit, die ich da kämpfte, dachte ich, Mist, Leo ist ganz allein da unten.
MEISTER SPLINTER
Als das Licht ausging, begab ich mich vorsichtig durch den Seiteneingang. Es gab nur geringfügige Aktivitäten in diesem Teil des Gebäudes, und die wenigen Foot, denen ich begegnete, stellte ich rasch ruhig. Anschließend versuchte ich einfach, mich im Gebäude zurechtzufinden und meine Söhne ausfindig zu machen.
RAPHAEL
Wir rannten rein, um etwas herumzuprügeln, aber es gab nicht viel, auf das man hätte prügeln können. Ein paar Foot kamen uns in den Weg, und mit denen machten kurzen Prozess.
MICHELANGELO
Wir fanden später heraus, dass die Foot... na ja, die haben uns nicht unbedingt erwartet, aber sie hatten einen Plan. Wenn es so aussah, als würden sie unterliegen, sollten sie sich zurückziehen und zum zentralen Hauptquartier zurück. Offensichtlich war uns unser Ruf vorausgeeilt – kaum ging das Licht aus, versuchten die meisten, sich zu verdrücken. Sie blieben nicht einmal da, um zu schauen, was passierte. Ihre Lieferwagen waren alle hinten geparkt, also rannten sie alle dorthin. Genau zu Leo und Donny. Und in Endeffekt war Donny nicht dort hinten – sondern nur Leo.
LEONARDO
Ich ging durch die Hintertür und schlug gleich den ersten Typen nieder. Dann ging ich diesen engen Korridor hinunter ins Innere des Gebäudes. Plötzlich kam mir ein Schwarm Foot entgegen. Es gab kein Zeichen von Donatello, der mit mir zusammen sein sollte. Ich sah keinen Sinn darin, mich zurückzuziehen. Ich verwickelte zwei von ihnen in einen Kampf und schlug sie nieder, was mir ein oder zwei Sekunden brachte. Ich nutzte die Zeit, um mich zurück in den Korridor zu bewegen. (zögernd) Ich nehme an, ich hatte den „selbstlosen Zustand" da schon erreicht, da das eigentlich keine bewusste Entscheidung war. In „Die Kunst des Krieges" steht, dass der Ort den Ausgang eines Kampfs wesentlich beeinflussen kann. Ich hatte das nicht verstanden, als ich das Buch das erste Mal gelesen hatte, also hatte ich darüber meditiert und mich mit Sensei darüber unterhalten. Wir diskutierten darüber, ob es vorteilhafter war, höher oder niedriger zu stehen, wenn man sich auf einer Treppe duelliert, offen gegen mit dem Rücken zur Wand, solche Sachen. (lächelnd) Ich bin froh, das wir das getan haben, denn diese ganzen Informationen müssen ihren Weg in mein Unterbewusstsein gefunden haben, was ziemlich praktisch war. Als ich zurücklief, dachten die Foot vermutlich, ich laufe weg, aber ich zog mich einfach nur auf eine günstigere Position zurück.
MEISTER SPLINTER
Ich hatte nicht viel Zeit damit verbracht, meinen Söhnen die Wichtigkeit der Umgebung in einem Kampf zu erklären. Doch es scheint, als hätte Leonardo diese Lektion äußerst bewundernswert gelernt.
LEONARDO
Der Gang war gerade breit genug, dass zwei Menschen nebeneinander hindurchgehen konnten. Aber ihren Waffen, gezogen und bereit, waren sie praktisch dazu gezwungen, sich in einer Reihe aufzustellen. Das räumte mir einen großen Vorteil ein, da sie mich so nur von vorn angreifen konnten, einer nach dem anderen. Alles, was ich tun musste, war den Foot vor mir niederzuschlagen, einen Schritt nach hinten zu machen und auf den nächsten zu warten. Ich schaffte es, etwa zehn von ihnen unschädlich zu machen, ehe die hinten unruhig wurden und versuchten, nach vorne zu drängen. Das machte das Kämpfen eigentlich nur leichter, da die, die vorne standen, anfingen, über die Bewusstlosen zu stolpern. Ich musste sie nur noch bewusstlos schlagen, während sie umfielen.
DONATELLO
Ich schaffte es endlich, die Typen auf dem Dach zu überwältigen und sprang hinunter zur Hintertür, auf das Schlimmste gefasst. Ich rannte hinein und sah Leonardo auf dem Gang. Und er drosch einfach nur auf diese Typen ein, einen nach dem andere, bamm bamm bamm. Er muss alle vier Sekunden einen niedergeschlagen haben. Er brauchte offensichtlich keine Hilfe – ich wäre ihm nur im Weg gewesen, hätte ich mich mit ihm in diesen Korridor gestellt. Hätte ich mein Hirn in Gang bekommen, wäre ich außen herum gelaufen um zu schauen, ob einer der anderen Hilfe brauchte. Stattdessen stand ich einfach nur da und starrte Leo an – das war unwirklich. Ich glaube, er hat fünfzig Kerle umgehauen.
LEONARDO
Irgendwann drehten sich die letzten ein, zwei Typen wieder um und liefen zurück, über die ganzen Jungs auf dem Boden stolpernd. Ich überprüfte kurz, ob die, die auf dem Boden lagen, auch wirklich unschädlich waren. Als das passiert war, drehte ich mich um, und da stand Donatello, eine Silhouette vor dem Fenster. Er bewegte sich eine gute Sekunde nicht, aber dann stellte er einfach seinen Bo ab, lehnte ihn gegen seinen Arm und fing an, zu applaudieren.
MICHELANGELO
Wir versuchten, im Dunkeln durch dieses Gebäude zu maneuvrieren, hielten dabei immer die Augen offen nach Foot, und alles, was wir fanden, warenLagerräume, ein paar leere Wohnquartiere, so was halt. Wir hörten Lärm aus dem hinteren Teil des Gebäudes, aber wir wussten nicht, von wo genau. Wir trafen irgendwann auf Sensei, der uns direkt zur Rückseite führte – offensichtlich war dort, wo er war, alles sicher. Wir liefen gerade in diese Richtung und durch ein paar weitere Lagerräume und so, als zwei Foot schreiend um die Ecke bogen. Sie griffen nicht an – sie liefen weg. Wir erledigten sie innerhalb von Sekunden und gingen dann weiter, bis wir auf Leo und Donny trafen.
RAPHAEL
Donny fragte uns: „Ist irgendwer entkommen?", und ich sagte: „Nicht einer." Mikey setzte mit uns zum Siegesschrei an, was Sensei unheimlich fand.
MEISTER SPLINTER
Ich hatte diesen... Schrei von Michelangelo zuvor noch nicht gehört. Offenbar hatten sie damit angefangen, ihn zum Ende eines Kampfes hin zu benutzen. Er war recht... animalisch und ein wenig beunruhigend. Ich entschied jedoch, dass dies vermutlich nur ihr Weg war, etwas jugendlicher Energie Luft zu machen.
DONATELLO
Sensei gratulierte uns, erinnerte uns aber daran, dass wir zum zentralen Hauptquartier mussten, ehe diese Typen da ankamen und Alarm schlagen konnten. Wir hasteten zurück zu Caseys Truck und machten uns auf den Weg.
LEONARDO
Seltsamerweise ist eines der Dinge, an die ich mich aus dieser Nacht am besten erinnere, wie ich hinten in Caseys Truck gesessen habe, auf dem Weg zum zentralen Hauptquartier des Footclan. Es war... ein wirklich seltsames Gefühl. Ich hatte mich für meinen ersten Kampf in diesen „selbstlosen Zustand" und versuchte, für den kommenden Kampf daran festzuhalten, da ich wusste, dass er härter werden würde als der, den wir gerade bestritten hatten. Ich merkte, dass ich diesen Zustand wieder verlor, wenn ich zu sehr versuchte, mich daran festzuhalten, also meditierte ich eine Minute, und er kam ein bisschen zurück. Es war das seltsame Gefühl, mich zwischen diesen beiden Zuständen zu befinden.
