Kapitel 15:
Harry, Ron, Hermine, Ginny und Nellie hatten es sich am Nachmittag gemeinsam im Wohnzimmer vor dem Kamin gemütlich gemacht. Hermine hatte für alle heiße Schokolade gezaubert. Ginny kuschelte an Harrys Schulter und Ron hatte einen Arm um Hermine gelegt. Nellie saß im Schneidersitz auf dem Boden, kraulte Polly, die auf ihrem Schoß leise schnarchte und blickte in die knisternden Flammen.
Es war ein behagliches Bild, das sich einem möglichen Beobachter geboten hätte. Die Gesichter der Fünf jedoch waren sehr ernst.
„Ich hab echt andere Dinge, an die ich denken muss, da kann ich mich nicht auch noch um dieses Buch kümmern," meinte Harry und sah an Ginny vorbei ins Feuer.
„Aber es könnte uns helfen, Harry." Hermine versuchte seit einer halben Stunde, ihn davon zu überzeugen, sich ihre Theorie wenigstens anzuhören.
„Jetzt leg mal deinen Stolz beiseite und hör es dir wenigstens an," schnurrte Ginny ihm ins Ohr. Harry schüttelte sich und musste grinsen.
„Ihr zwei wisst genau, dass es wichtigeres gibt, als herauszufinden, was auf einem Grabstein steht, oder in einem Buch," sagte Harry und deutete auf Ron und Hermine. Ron hatte begonnen, eine Strähne von Hermines Haaren um seinen Finger zu wickeln. Er wollte sich nicht zwischen die Fronten stellen.
„Oh, wenn du mir nur zuhören würdest, dann würdest du verstehen, dass dieses Buch genauso wichtig ist," stöhnte Hermine. „Tatsächlich hat es vielleicht genau mit dem etwas zu tun, wonach wir suchen." Sie hatte einen verschwörerischen Blick aufgelegt, dabei fand sie es lächerlich, in diesem Haus um den heißen Brei herumzureden.
Nellie und Ginny tauschten genervte Blicke.
„Lässt du mich damit endlich in Ruhe, wenn ich dir zuhöre?", fragte Harry schließlich und streichelte dabei Ginnys Hand.
„Aber ja!" Hermine lehnte sich aufgeregt nach vorne, wurde aber wieder zurückgezogen, weil Ron ihre Haare immer noch in der Hand hielt. Mit leicht gestresstem Zungeschnalzen schob sie seine Hand zur Seite und sah wieder zu Harry hin.
„Also, wie ich schon sagte, hat Nellie diese Zeichen auf dem Grabstein entziffern können und ich bin mir hundert Prozent sicher, dass es die gleichen Zeichen sind, wie in dem Buch. Es ist eine Muggel-Geheimschrift, die unter Zauberern scheinbar nicht sehr verbreitet ist, also frag ich mich, wie es dann vorkommen kann, dass sie gleich an zwei verschiedenen Zauberer-Gegenständen auftaucht."
„Das hatten wir doch schon mal," murrte Harry.
„Gut, damit weiß ich wenigstens, dass du mir soweit zugehört hat," fuhr Hermine unbeeindruckt fort. „Also, solange ich nichts gegenteiliges herausfinde, gehe ich davon aus, dass dieses Buch deinem Vater gehört hat. Diese Geheimschrift könnte er benutzt haben, weil er nicht wollte, dass jemand mit dem, was er aufgeschrieben hat, Schaden anrichtet. Oder warum sonst sollte er einen Kode benutzen?"
„Vielleicht war es einfach nur ein Spaß," überlegte Ginny. „Vielleicht fand er es lustig."
„Das war auch meine erste Überlegung," sagte Hermine. „Ich gehe aber inzwischen davon aus, dass er an etwas gearbeitet hat, dass nicht für die Öffentlichkeit gedacht war, zumindest noch nicht. Deshalb hat er seine Notizen verschlüsselt aufgeschrieben. In diesem Buch."
Hermine sah in die Runde.
„Das kannst du aber nicht beweisen," sagte Harry. „Außerdem sehe ich noch keinen Zusammenhang zu Voldemort."
Ron zuckte heftig zusammen und verschluckte sich an seiner heißen Schokolade. Hermine klopfte ihm kopfschüttelnd den Rücken.
„Ron, langsam solltest du dich echt an den Namen gewöhnt haben," meinte sie ernst.
„Schon," antwortete Ron, der nach Luft rang. „Nur, wenn er so plötzlich genannt wird, geht's noch mit mir durch."
Hermine lächelte, drehte sich dann aber wieder zu Harry um.
„Also gut. Die Worte auf dem Grabstein hat Nellie als ‚Vitallare' entschlüsselt. Es scheint so was wie ein Zauberspruch zu sein, wobei ich noch nie von ihm gehört habe."
„Es hat etwas mit ‚Leben' zu tun," mischte sich Nellie ein. „Zumindest heißt ‚Vita' ‚Leben'. Und dieser Anhang ‚lare' könnte abgeleitet sein von ‚Anullare", was so viel heißt wie ‚Auslöschen' oder ‚Entfernen'."
„Also muss es ein Zauber sein, mit dem man Leben auslöschen kann," nahm Hermine den Faden wieder auf.
Ginny, Harry und Ron starrten unter dessen Nellie an.
„Woher weißt du das?" Ginny bekam den Mund nicht mehr zu.
„Das ist Latein," antwortete Nellie, die offensichtlich überrascht war, plötzlich so viel Aufmerksamkeit zu bekommen. „Noch nie davon gehört?"
Ron schnaubte und Harry runzelte die Stirn.
„Wie auch immer, wenn ich mich nicht sehr täusche, hat dein Vater versucht, einen Zauber zu finden, der Voldemort schwächen, oder vielleicht sogar töten könnte." Hermine sah Harry an, der wieder ins Feuer starrte.
„Warum wusste das dann keiner?", fragte er nach einer Weile.
„Wahrscheinlich kam er nie dazu, ihn auszuprobieren," war Hermines leise Antwort. Jetzt waren alle Augen auf Harry gerichtet, der Ginnys Hand so fest hielt, dass sie sich schon auf die Lippe beißen musste. Sie legte ihm ihre freie Hand unter das Kinn, zog es zu sich und sah ihm in die Augen.
„Es sieht so aus, als wollte dein Vater dir damit eine Nachricht hinterlassen," flüsterte sie beruhigend.
„Ich glaube, er könnte gehofft haben, dass irgendjemand diese Schrift entziffern und sein Werk dann zu Ende bringen könnte," nahm Hermine das Thema wieder auf. „Was ja jetzt auch der Fall ist."
„Also glaubt ihr, dass ich Voldemort mit diesem Zauber erledigen könnte?"
„Keine Ahnung, aber du solltest ihn wenigstens im Hinterkopf behalten. Auch, wenn wir eigentlich nicht wissen, wie er wirkt."
„Das ließe sich doch leicht herausfinden," klinkte sich jetzt auch Ron in das Gespräch ein.
„Sie nicht albern," sagte Hermine genervt. „Das letzte Mal, als Harry einfach einen Zauber ausprobiert hat, ohne zu wissen, was er bewirkt, hätte er beinahe jemanden umgebracht."
Nellie zuckte heftig zusammen und sah Harry entsetzt an. Polly sprang entrüstet auf und hüpfte zu Harry aufs Sofa.
„Er muss es ja nicht gerade an uns ausprobieren," verteidigte Ron seinen Vorschlag. „Aber wenn einer von diesen Todessern noch mal auftauchen sollte, dann wäre das doch eine gute Gelegenheit."
Hermine runzelte die Stirn und sah ihn ungläubig an.
„Das kann jetzt nicht dein Ernst sein."
„Aber stand in diesem Buch nicht noch was anderes?", warf Ginny ein, bevor Ron und Hermine wieder zu streiten beginnen konnten.
„Allerdings, da waren zwei Wörter, die in normaler Schrift eingetragen waren, und wenn mich nicht alles täuscht, war es auch eine andere Handschrift," überlegte Hermine, die sich wieder in die Kissen zurückgelehnt hatte.
„ ‚Anullare' und ‚Magia'", sagte Nellie und sah ihre Freunde abwechselnd an.
„Genau," stimmte Hermine zu. „Wieder dieses ‚Anullare', also geht es auch dabei darum, etwas auszulöschen. Wahrscheinlich hat derjenige, der das Buch gefunden hat, die Geheimschrift deines Vaters entziffern können und dann seinen Spruch weiterentwickelt."
Sie legte wieder nachdenklich einen Finger an die Stirn.
„Gefunden? Wie soll das denn jemand gefunden haben? Hier kam keiner rein, außer den rechtmäßigen Besitzern. Das hast du selber gesehen, Hermine." Harry hatte auch die Stirn in Falten gelegt, während er das sagt.
„Das verstehe ich auch noch nicht richtig," gab Hermine zu. „Aber ich vermute, dass jemand hier in diesem Haus war, bevor Dumbledore die Schutzzauber darüber legen konnte."
„Und was könnte dieser andere Zauber bewirken?" Ron hatte eine Hand ausgestreckt, um Polly zu streicheln, die sich auf Harrys Schoß zusammen gerollt hatte. Doch er wurde nur angeknurrt, und zog die Hand schnell wieder zurück.
„Hm, es muss etwas mit der Vernichtung von Magie zu tun haben."
„Also, Kumpel, ganz klar, wenn jemand irgendwann mal einen Zauberstab auf dich richten sollte und diese Worte murmelt, dann solltest du dich besser schnell ducken!"
Harry grinste. Hermine und Ginny sahen Ron erbost an. Nellie verbarg ein Lachen in ihrer Tasse.
„Gut, also werde ich bei Gelegenheit diese beiden Zauber ausprobieren," sinnierte Harry. „Nur zu Übungszwecken, versteht sich. Und an keinem lebenden Wesen," fügte er hinzu, als Hermine ihn wütend ansah.
„Ich habe noch etwas anderes herausgefunden," begann Hermine wieder zu sprechen, nachdem die Fünf eine Weile geschwiegen hatten. Alle Köpfe wandten sich ihr zu. „In der Bibliothek habe ich die Abschrift einer alten Heiratsurkunde gefunden. Da wurde die Hochzeit eines Albfort Schmithley mit einer Magreth Gryffindor bekannt gegeben."
Hermine sah die anderen an, als würde sie auf diese Aussage eine bestimmte Reaktion erwarten. Erntete jedoch nur ratlose Gesichter.
„Schmithley war der Mädchenname einer deiner Ururgroßmütter väterlicherseits, Harry," fuhr sie deshalb leicht genervt fort.
„Keine Ahnung, ob ich das schon mal erwähnt habe, Harry," meinte Ron daraufhin. „Aber ich persönlich finde es erschreckend, dass sie mehr über dich weiß, wie du selbst."
Harry konnte nur nicken.
Hermine fuhr fort, als hätte sie die Bemerkung nicht gehört.
„Das war im Jahr 1257. Aber es beweist eindeutig, dass du eine Nachfahre von Godric Gryffindor bist."
Hermine sah sich triumphierend um. Doch blieb der erwartete Jubel aus.
„Na ja, um ehrlich zu sein, ich hab daran schon gar nicht mehr gezweifelt, seitdem du das das erste Mal erwähnt hast," meinte Harry nur und sah sie an. „Aber trotzdem, tolle Arbeit, Hermine."
„Moment mal," kam es von Ginny, die verwirrt den Kopf schüttelte. „Du bist was, bitte?"
Harry, Ron und Hermine tauschten Blicke.
„Ein Nachkomme eines der Gründer von Hogwarts," erklärte Hermine.
„Und dem Himmel sei Dank nicht von Slytherin!" Ron hatte die Augen zur Decke verdreht.
„Cool," war Nellies Kommentar, die mit der Information nur halb so viel anfangen konnte, wie die anderen. Hatte sie doch keinen Schimmer, von wem da die Rede war.
„Wow!" Ginnys Reaktion entsprach schon mehr dem, was Hermine erwartet hatte.
„Und was ändert das jetzt?"
„Also, eigentlich…." Hermine brach mitten im Satz ab. Ihre Augen bekamen plötzlich einen glasigen Ausdruck und ihr Mund blieb offen stehen.
Ron beugte sich sofort zu ihr und legte ihr eine Hand auf dem Arm. Harry war ebenfalls sofort in Alarmbereitschaft.
„Hermine?"
„Wie konnte ich nur so dumm sein," nuschelte sie und ihr Blick wurde wieder klarer. „Bin gleich wieder da!"
Und damit war sie aufgesprungen, stieß im vorbeirennen Nellies Tasse um und verschwand die Treppe nach oben in die Bibliothek.
Nellie sah ihr entsetzt hinterher.
„Mach dir keine Gedanken, das ist Hermines übliche Reaktion, wenn ihr etwas einfällt," erklärte Ron, während er die verschüttete Schokolade mit einem leichten Armschlenker verschwinden ließ.
„Im Zweifelsfall immer in der Bibliothek nachschauen," ergänzte Harry und konnte sich auch ein Grinsen nicht verkneifen.
Innerlich war ihm jedoch wenig nach grinsen zumute. Schon wieder hatte er Dinge über sich und seine Familie erfahren, die er vorher nicht gekannt hatte. Wie viel gab es wohl noch, von dem er nichts ahnte?
Hermine brauchte nicht lange, bis sie die Treppe wieder heruntergepoltert kam. Natürlich hatte sie ein Buch bei sich. Es handelte sich jedoch eher um einen Hefter, aus dem mehrere einzelne Blätter Pergament herauslugten.
„Hier," sagte sie und ließ den Hefter ins Harrys Schoss fallen. Damit war Polly gar nicht einverstanden, die erschrocken aufsprang, beleidigt quiekte, Hermine böse anschaute und über Harrys Schulter hinweg in den Flur flüchtete. „Ups, Entschuldigung." Hermine schaute Polly bestürzt hinterher.
„Mach dir keine Gedanken, sie wird es überleben," beruhigte Nellie.
Harry hatte inzwischen den Hefter geöffnet und die Pergamentblätter durchgesehen. Es schien sich dabei um alte Skizzen zu handeln, Baupläne vielleicht. Doch erklärten sie in keinem Fall Hermines plötzliches aufspringen.
„Und was soll ich damit?", fragte er sie deshalb. „Willst du mir damit irgendetwas Bestimmtes sagen?"
„Oh, Himmel, muss man euch denn immer alles erklären?" Hermine schlug die Hände über dem Kopf zusammen.
Nellie war aufgestanden und hinter Harry getreten. Sie sah sich die Pläne über seine Schulter hinweg an.
„Das sind die Grundrisse von diesem Haus," meinte sie dann, streckte eine Hand aus und nahm Harry eine Seite ab. „Ja, ganz sicher. Hier steht ja auch der Name ‚Godric's Hollow'."
Harry drehte sich aufgeregt zu ihr um und riss ihr den Plan wieder aus der Hand.
„Tatsächlich!"
„Genau, das sind die Pläne, die zu diesem Haus existieren, seit es erbaut wurde. Ich habe sie aus dem Grundbuchamt ausgeliehen, da müssen alle Häuser eingetragen werden, egal, wer sie baut," erklärte Hermine und sah wieder sehr zufrieden aus. „Und siehst du das Datum?" Sie deutete auf die linke obere Ecke des Blattes, das Harry gerade in der Hand hielt.
„1257," las Harry vor. „Das ist das Jahr, indem die Beiden geheiratet haben, von denen du vorhin gesprochen hast."
„Ganz recht," Hermine nickte. „Dieses Haus war das Hochzeitsgeschenk von Margreth Gryffindors Vater. Es ist also, sozusagen, ein Erbstück der Gryffindors."
Hermine legte eine Pause ein, in der sie Harry nervös ansah.
„Ähm, das lässt mich vermuten, dass in diesem Haus auch Erbstücke von Margreths Vorfahren aufgehoben sein könnten, also…."
„Gegenstände, die einst Godric Gryffindor gehört haben könnten," vollendete Harry ihren Satz und starrte das Pergament in seiner Hand an, ohne noch etwas darauf zu erkennen.
„Genau," sagte Hermine leise. „Und du weißt, was das bedeutet?"
Nellie, die dem Dialog und den vielsagenden Blicken zwischen Hermine und Harry gefolgt war, stemmte jetzt die Hände in die Hüften und funkelte Hermine an.
„Das bedeutet, dass es hier etwas zu erklären gibt! Einmal mehr!"
„Vergiss es!", fuhr Harry sie sofort an. „Ihr werdet morgen wieder zum Grimmauldplatz zurückkehren und das ist mein letztes Wort."
„Du hast mir nichts zu befehlen, Harry Potter!" Nellie verlor langsam aber sicher die Geduld.
„Das vielleicht nicht, aber ich bitte dich darum," Harry stand Nellie jetzt gegenüber. Er sah abwechselnd zwischen ihr und Ginny hin und her. „Es ist mir ernst."
„Das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen," brummte Nellie, machte auf dem Absatz kehrt und lief die Treppe hinauf in das Gästezimmer, das sie sich mit Ginny teilte.
Ginny sah Harry noch einen Moment lang enttäuscht an.
Dann sagte sie: „Ich dachte du hättest mittlerweile gemerkt, dass du Freunde an deiner Seite brauchst," und folgte Nellie.
„Was schaut ihr mich so an?", fuhr Harry Ron und Hermine an, als er sich wieder auf das Sofa fallen ließ.
„Nichts, man, das ist deine Sache," sagte Ron, der die Hände abwehrend gehoben hatte.
„Ich glaube, du solltest sie einweihen, Harry, sie können dir genauso helfen, wie wir," sagte Hermine.
„Ich mag mit euch jetzt nicht darüber diskutieren," entgegnete Harry.
„Gut, dann sprechen wir darüber, was weiter zu tun ist."
„Zu tun ist?" Ron zog die Augenbrauen hoch.
„Natürlich. Dieses Haus gehörte vielleicht nicht Godric Gryffindor selber, aber doch einer Nachfahrin von ihm. Und wir wissen, dass es, außer dem Schwert, das in Hogwarts liegt, keine bekannten Gegenstände aus seinem Besitz gibt. Ich betone, keine bekannten Gegenstände, aber es könnte doch sein, dass es kleinere, vielleicht augenscheinlich unbedeutende Dinge gibt, die innerhalb der Familie weitergereicht wurden."
Hermine starrte in die Flammen im Kamin.
„Meinst du, dass…Vol…Ihr-wisst-schon-wer hier war und nach so etwas gesucht haben könnte?", fragte Ron und sah sich um, als könnte plötzlich eine Geheimtür aufgehen und der dunkle Lord persönlich daraus hervortreten.
„Das halte ich sogar für sehr wahrscheinlich," antwortete Hermine. „Das würde erklären, wie dieses Buch zu den Todessern gelangte. Er war wahrscheinlich nicht alleine hier und während er sich umsah, hat sein Begleiter das Buch gefunden und an sich genommen."
Sie strich sich eine Haarsträhne hinter das linke Ohr.
„Doch wer es war oder warum es jetzt als Portschlüssel wieder auftauchte, kann ich mir nicht erklären."
„Vielleicht will jemand Harry einen Tipp geben," meinte Ron eher halbherzig.
„Davon gehe ich tatsächlich aus," überlegte Hermine und entlockte Ron damit ein überraschtes Schnauben.
Harry starrte immer noch die Pergamentblätter in seinen Händen durch.
„Nehmen wir mal an, Voldemort hat etwas gefunden, das er in einen Horkrux verwandeln konnte, und ich nehme an, dass das sein Anliegen gewesen ist. Dann wäre dieser Horkrux garantiert nicht mehr hier," sagte er und klang dabei frustriert. „Das heißt, wir wissen nicht einmal, ob er etwas gefunden hat. Wir sind also weiterhin genauso schlau wie vorher."
Hermine hob die Augenbrauen besorgt nach oben und beobachtete ihren besten Freund dabei eingehend.
„Tut mir leid, Harry."
„Ach was, Hermine, du wolltest mir ja nur helfen," erwiderte Harry und versuchte zu lächeln. „Wir können ja einfach die Augen offen halten, nach irgendetwas, das vielleicht das Symbol Gryffindors trägt und auf irgendeine Art und Weise verdächtig aussieht."
Ron und Hermine nickten.
