Kapitel 23:

Während die anderen Harry mit besorgten Gesichtern hinterher blickten, erkannte Nellie den Auroren, der vor der kleinen Steintür gestanden und Hermine so unverschämt angegafft hatte, wieder. Er stand hinter einer Säule bei den Aufzügen verborgen und musterte die kleine Gruppe aufmerksam. Wieder schien er nur Augen für Hermine zu haben.

Irgendetwas störte Nellie an diesem Kerl. Sie konnte nicht genau sagen, was es war, aber ihr stellten sich die Nackenhaare auf, bei seinem Anblick. Besonders verdächtig erschien es ihr aber, dass er sich so verborgen hielt, obwohl er doch hier arbeitete. Dem würde sie nicht einmal ein Streichholz abkaufen.

‚Mehr als merkwürdig,' dachte sie bei sich, drehte sich dann aber zu ihren Freunden um, die sich wieder murrend auf dem Brunnenrand niedergelassen hatten.

Harry war es mehr als unangenehm, von Scrimgeour derart abgeführt zu werden und so nahm er seinen ganzen Mut zusammen, und zog seinen Arm mit einem heftigen Ruck aus dem Griff des Ministers. Der achtete aber gar nicht groß darauf und schob Harry in sein Büro, vor dem sie gerade angelangt waren.

Auch wenn er lieber wieder umgekehrt wäre, musste er doch staunen, als er einen Blick in das weitläufige Zimmer warf. Es war mit geschmackvollen Vorhängen ausgestattet, hatte einen Kamin, in dem locker drei große Männer nebeneinander stehen konnten, eine Sitzgruppe für mindestens zehn Leute und weiche Teppiche auf dem Boden. Es wirkte alles sehr gemütlich und machte es Harry nicht gerade leichter, seine Haltung gegenüber dem Minister beizubehalten. Hier könnte man sicher sehr nett beisammen sitzen.

Und tatsächlich schob Scrimgeour Harry schon zu einem bequemen Sessel, drückte ihn in die Kissen und bevor der auch nur blinzeln konnte, stand schon eine Tasse mit seinem Lieblings-Tee vor ihm, daneben ein Teller Gebäck. Harry tippte auf Magie und beschloss, nichts davon anzurühren.

„So, Mister Potter," fing der Minister schließlich an, der sich Harry gegenüber gesetzt hatte. „Ich hoffe schon so lange darauf, mich in Ruhe mit Ihnen unterhalten zu können."

Harry reagierte darauf nicht, sondern sah sich weiter im Raum um.

Auf dem Schreibtisch konnte er ein paar Geräte zum aufspüren von schwarzer Magie erkennen, die er aus dem Büro des falschen Mad-Eye Moody kannte.

„Trinken Sie, Mister Potter," forderte der Minister ihn auf.

Es schien ihm unangenehm zu sein, dass Harry nicht antwortete.

Der fühlte sich an eine Situation mit Dolores Umbridge erinnert und tat deshalb nur so, als würde er einen Schluck Tee nehmen. Man wusste bei diesen Leuten schließlich nie.

„Ich bedaure sehr, dass unsere letzten Gespräche einen so unerfreulichen Verlauf genommen haben," sprach der Minister weiter. Er schien die Taktik zu verfolgen, dass es wohl schon vorteilhaft sei, Harry überhaupt bis hierher bekommen zu haben und hatte vor, diese Gelegenheit auszunutzen. „Sicher haben Sie inzwischen noch einmal über das nachdenken können, worüber wir gesprochen haben."

Dies hörte sich mehr wie eine Feststellung als eine Frage an.

Harry sah Scrimgeour nun doch an, sagte aber immer noch nichts.

„Ich würde gerne mein Angebot, dass ich Ihnen bei unserem letzten Treffen unterbreitet habe, erneuern," sprach der Minister weiter.

„Angebot? Soweit ich mich erinnere, haben Sie nur Forderungen an mich gestellt," sagte Harry schließlich und spürte wieder Wut im Bauch.

„Forderungen? Aber nein, Mister Potter, das haben Sie sicher falsch verstanden!"

„Dann habe ich sicher auch falsch verstanden, dass Sie es immer noch nicht bewerkstelligen konnten, die richtigen Leute nach Askaban zu schicken?"

Harry verkrampfte die Hände im Schoß und versuchte, sich unter Kontrolle zu halten.

Scrimgeour kniff leicht die Augen zusammen, bevor er fort fuhr.

„Sehen Sie, dass ist genau das, was ich Ihnen vorschlagen möchte."

Der Minister nahm noch einen Schluck Tee.

Harry durchschaute das Spiel sofort. Er wollte ihn neugierig machen und auf diese Weise gefügiger für ein Spiel, das Harry auf keinen Fall mitspielen wollte.

„Ich möchte Ihnen anbieten, bei uns direkt als Auror einzusteigen. Sie bekommen von uns einen Schnelldurchlauf durch das Auroren-Training und könnten uns dann bei der Suche nach den echten Todessern unterstützen."

Der Minister sah sehr zufrieden aus, als er daraufhin Harry musterte. Der runzelte die Stirn. Das konnte doch unmöglich sein Ernst sein. Er als Auror, ohne Schulabschluss?

„Ich habe Ihnen schon einmal gesagt, Mister Scrimgeour, dass ich nicht mit dem Ministerium zusammenarbeiten werde," sagte Harry.

„Stellen Sie Ihre Bedingungen, Mister Potter, sicher können wir uns einig werden," erwiderte der Minister.

Harry glaubte, seinen Ohren nicht trauen zu können. Wie schlecht musste es um das Ministerium eigentlich bestellt sein, wenn der Minister sogar einen nicht einmal voll ausgebildeten Zauberer so verzweifelt um seine Mitarbeit bat?

Bevor Harry noch irgendetwas dazu sagen konnte, und es wäre in keinem Falle etwas gewesen, was dem Minister gefallen hätte, flog die Bürotür auf, ein Auror kam herein gestürzt und trat an die Sitzgruppe heran, in der Harry und der Minister saßen.

„Es gab einen erneuten Angriff, Sir," erklärte er außer Atem. „In Surrey."

Harry fuhr herum.

„Surrey?"

„Ja, genau," antwortete der Auror etwas verwirrt und sah dann wieder den Minister an. „Im Ligusterweg."

Harry spürte einen Stich im Magen.

„Bei den Dursleys?", fragte er und machte sich auf eine schlechte Nachricht gefasst.

Der Auror blickte wieder zu Harry hin. Es schien ihn zu irritieren, dass er statt von seinem Vorgesetzten von einem Jungen befragt wurde.

„Nein, dort leben keine Zauberer," antwortete er und blickte dann auf ein Memo in seiner Hand. „Eine Familie Carols bewohnt es, das Haus war aber leer."

Harry spürte Erleichterung. Einen Moment lang verwirrte ihn, dass es ihm so einen Schrecken einjagen konnte, dass den Dursleys etwas passieren könnte. Die Erleichterung bezog sich aber auch darauf, dass die Carols so schnell umgesiedelt worden waren. Der Orden hatte mit seinen Vermutungen also Recht behalten. Die Carols waren in Gefahr. Doch woher wussten die Todesser von dem Haus? In dem Moment fiel Harry das Erscheinen der Todesser in dem Café wieder ein. Woher hatten sie all diese Informationen?

„Wie genau sieht die momentane Lage aus?"

Scrimgeour hatte jetzt das Wort ergriffen und war aufgestanden.

„Das Haus im Ligusterweg wurde angegriffen und in die Luft gejagt. Es wurde dabei jedoch niemand verletzt," begann der Auror zu berichten. „Als die Meldung bei uns einging hieß es, dass die Todesser noch vor Ort wären. Wir haben sofort jemanden hingeschickt."

„Sehr gut, Costers," meinte der Minister und setzte sich hinter seinen Schreibtisch. „Melden Sie mir bitte, wenn es etwas Neues gibt."

„Jawohl, Sir," kam es von dem Auroren, der daraufhin das Büro wieder verließ.

„Sie sehen, Mister Potter, die Auroren haben jede Menge zu tun," begann Scrimgeour jetzt zu erzählen. „Momentan finden fast jeden Tag irgendwo Angriffe statt. Mal mit mehr, mal mit weniger verheerenden Wirkungen. Es sind meist kleinere Attacken, die uns wahrscheinlich nur ins Gedächtnis rufen sollen, dass Er-dessen-Namen-nicht-genannt-werden-darf noch da ist. Aber wir hätten Sie sehr gerne mit an Bord, Mister Potter. Nun, entschuldigen Sie mich aber bitte, ich muss mich um diesen neuen Angriff kümmern. Sie sind hier jederzeit gerne gesehen, ich hoffe, Sie vergessen das nicht."

Harry, der darauf nur gewartet hatte, verließ ohne weiteren Gruß das Büro und ging zurück ins Atrium, wo es kaum betriebsamer zuging, als vorher. Dieser Angriff schien nicht besonders viel Staub aufzuwirbeln.

Ginny kam sofort auf ihn zugelaufen, umarmte ihn und drückte ihm einen Kuss auf den Mund. Harry musste lächeln und genoss den Moment.

„Mister Weasley," meinte Harry schließlich, als er sich endlich von Ginny gelöst hatte. „Es gab einen Angriff auf das alte Haus der Carols."

Nellie hinter ihm schnappte hörbar nach Luft. Harry beeilte sich daher fort zufahren.

„Es war ja leer, also ist nichts passiert, aber ich dachte, sie sollten das wissen."

Mr. Weasley nickte.

„Ich werde gleich eine Nachricht an Moody schicken," sagte er. „Was habt ihr Kinder jetzt vor? Ich könnte euch auch direkt zum Grimmauldplatz bringen und persönlich Bericht ablegen."

„Ich hab noch was zu erledigen," antwortete Harry ausweichend und warf Ron und Hermine einen vielsagenden Blick zu.

„Wir kommen mit," sagte Ginny sofort, nahm Harry's Hand und strahlte ihn an. „Nellie und ich können vom Tropfenden Kessel aus mit Flohpulver zurückreisen, Dad."

Ihr Vater sah sie einen Moment lang an, dann nickte er Harry zu.

„Du weißt, was du tust. Wenn eure Mutter das erfährt, wird sie mich häuten."

„Keine Sorge, Mister Weasley, wir passen schon auf."

Wenige Minuten später standen die fünf Teenager vor der kaputten Telefonzelle im Muggel-London und Harry wollte gerade seinen Tarnumhang herausholen, als Hermine einen spitzen Schrei ausstieß.

Jemand war von hinten auf die Gruppe zu geschlichen, hatte Nellie grob aus dem Weg gestoßen und Hermine um die Taille gepackt. Ein Zauberstab war auf ihre Kehle gerichtet.

„Ich hab eine Nachricht für dich, Potter," zischte der Mann hinter Hermine.

Harry, Ron und Ginny waren bei dem Schrei herumgewirbelt und hatten schon ihre Zauberstäbe in der Hand. Mit wütenden Blicken fixierten sie den Unbekannten.

Hermine bebte vor Angst. Ron war rot angelaufen. Er hielt seinen Zauberstab so fest umgeklammert, dass seine Fingerknöchel weiß anliefen.

Nellie lag immer noch auf der Erde, etwas seitlich und außerhalb des Sichtfeldes des Mannes. Sie erkannte ihn sofort. Die drei anderen standen unter einer trüben Lampe und waren so wahrscheinlich geblendet, aber Nellie wusste direkt, wer ihnen hier aufgelauert hatte. Es war dieser Auror gewesen, der sich schon im Ministerium so seltsam benommen hatte.

„Lass sie sofort los," knurrte Ron und trat einen Schritt auf den Mann zu.

Der stieß Hermine aber den Zauberstab nur noch fester gegen den Hals.

„Was willst du?", fragte Harry zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.

Er spürte Zorn in sich aufkochen. Wie konnte er nur so unvorsichtig sein? Wie konnte er nur schon wieder andere gefährden?

„Der Dunkle Lord will ein Duell mit dir, so wie ihr es schon einmal begonnen habt," zischte der Todesser, denn darum musste es sich bei dem Mann ja wohl handeln. „Und wenn du deine kleine Freundin hier lebend wieder sehen willst, dann rate ich dir zu erscheinen."

Nellie, die sich von ihrem Schreck wieder erholt hatte, wählte diesen Moment, um dem vermeintlichen Auroren kräftig in die Kniekehle zu treten. Der Mann knickte nach hinten weg, zog dabei Hermine mit sich, die sich im Fallen jedoch zur Seite werfen konnte. Ron und Harry begannen daraufhin gleichzeitig Flüche auf den Todesser abzufeuern, wobei Ron in seiner Wut das Ziel besser traf.

Nur wenige Sekunden später rührte der Mann sich nicht mehr.

Ron war sofort zu Hermine gestürzt und half ihr hoch. Die junge Frau zitterte am ganzen Körper und ließ sich von Ron in eine Umarmung ziehen. Sie klammerte sich an ihren Freund und begann schließlich zu schluchzen.

Harry sah den beiden zu, dann drehte er sich zu Ginny, der der Schrecken auch noch ins Gesicht geschrieben stand. Er zog sie zu sich, drückte sie an sich und trat dann zu Nellie, die dem Todesser den Zauberstab abgenommen hatte.

„Vielleicht sollte ich den behalten," meinte sie grinsend zu Harry gewandt. „Damit mich wirklich jeder für eine Hexe hält, weißt du. Ich kann ja ab und zu damit herumspielen, so zum Beispiel."

Damit ließ sie den Zauberstab durch die Finger wirbeln.

Harry und Ginny mussten lachen.

„Gar keine schlechte Idee," sagte Harry. „Ich denke nicht, dass du damit irgendwas Gefährliches anstellen könntest. Außer vielleicht einem ein Auge auszustechen. Also," fügte er mit einem frechen Grinsen hinzu, „sei lieber vorsichtig."

„Alles klar, Sir," antwortete Nellie feixend und steckte den Stab in ihre Jackentasche. „Cooles Gefühl."

Ron und Hermine, die sich inzwischen wieder beruhigt hatte, kamen jetzt auch zu ihnen.

„Ich hab ja keine Ahnung, was du noch vor hast, Harry," meinte Ron. „Aber ich bringe Hermine nach Hause."

„Ist okay, ich brauche nicht lange," antwortete Harry.

„Seid ihr völlig irre?" Ginny stemmte die Fäuste in die Hüften und funkelte alle der Reihe nach an. „Harry kann unmöglich hier alleine rumlaufen, nach dem, was gerade passiert ist!"

„Beruhig dich, Ginny, ich werde den Tarnumhang nehmen."

Damit zog Harry den Umhang, der immer noch halb aus seiner Tasche hing, heraus und warf ihn sich über.

„Kümmert euch um den da, erklärt den Auroren, was passiert ist, oder besser, Ron, erzähl das alles deinem Vater, er sollte den Orden darüber informieren," ertönte Harry's körperlose Stimme. „Ich werde mich beeilen. Und ihr beiden, Ginny und Nellie, ihr geht bitte wieder ins Hauptquartier zurück."

„Ich hasse es, mit dir zu reden, wenn ich dich nicht sehe, Harry," meinte Ginny wütend. „Außerdem sehe ich gar nicht ein, warum ich schon wieder gehen sollte. Ich hab dich grad mal fünf Minuten gesehen und….Harry? Bist du eigentlich noch da? Argh….!"

Harry hatte keine Sekunde auf Ginny's Wutausbruch gewartet, sondern war direkt an das Ende der Gasse gelaufen, ehe ihm einfiel, dass er ja apparieren konnte.

Mit einem KNALL verschwand er, spürte das bekannte Schwindelgefühl, das aber schon mit jedem Mal schwächer wurde, und tauchte im nächsten Augenblick schon in der Nokturngasse auf.

Sofort musste er sich gegen die rußige Mauer pressen, als ein paar zwielichtige Gestalten nur Zentimeter neben ihm vorbeiliefen.

Unter dem Tarnumhang fühlte Harry sich sicher und machte sich keine Gedanken wegen Angriffen. Auch um seine Freunde sorgte er sich nicht, sie konnten vom Ministerium aus direkt weiterreisen. Eigentlich dürfte nichts mehr passieren.

Also machte er sich auf den Weg, diesen Klaustrik zu finden. Lange brauchte er dafür nicht zu suchen. Die Nokturngasse war nicht besonders lang und die Läden lagen so eng beieinander, dass Harry schon bald vor einem beschlagenen Schaufenster mit eher spärlicher Schmuckauslage stand. Auf dem Fenster stand in abblätternden Lettern: Stanslav Klaustrik, Schmuck für JEDE Gelegenheit.

Harry schaute sich kurz um und als außer ihm niemand sonst in der Gasse zu sehen war, zog er sich den Tarnumhang vom Kopf, stopfte ihn in seine Tasche und betrat den Laden.

15 Minuten später stand Harry wieder draußen, rieb sich einen Ellenbogen und hatte eine tiefe Schnittwunde über der Wange.

Dieser Klaustrik war ein harter Brocken gewesen und hätte Harry nicht den Garrire-Fluch eingesetzt, hätte es wirklich noch brenzlig ausgehen können. So hatte Harry es „nur" mit einem Armband zu tun bekommen, dass ihm beinahe den Ellenbogen ausgekugelt hätte und war von einem Paar messerscharfer Ohrringe attackiert worden.

Wirklich zufrieden war Harry mit dem Ergebnis, das er dabei erzielt hatte, jedoch nicht. Das Glück war ihm in letzter Zeit wirklich nicht besonders hold.

Klaustrik hatte das Medaillon an einen muggelstämmigen Schwarzmagier verkauft, der es verfluchen und anschließend seiner Schwiegermutter, einer Muggel, schenken wollte. Gut, immerhin hatte er damit wieder eine heiße Spur und fühlte zufrieden in seiner Hand einen Zettel knistern, auf dem sogar die Adresse des Schwarzmagiers notiert stand.

Harry dankte dem Halbblutprinzen im Stillen, auch wenn ihm der Gedanke an ihn wieder fast die Beherrschung verlieren ließ. Wie bei einem Blitzlicht sah er kurz Snape's Gesicht vor sich auftauchen und wieder verschwinden. Er konnte nicht leugnen, dass er von dem ehemaligen Tränkemeister viel gelernt hatte, aber wenn er ihm noch ein weiteres Mal persönlich gegenüber stehen sollte, dann wäre er besser vorbereitet als beim letzten Mal. Mental machte Harry sich eine Notiz, dass er wieder verstärkt lautlose Zaubersprüche üben sollte.

Die Wut, die sich bei dem Gedanken an Snape in ihm anstaute, hielt sogar noch an, als er wieder im Garten von Godric's Hollow stand.

Der Moment auf dem Astronomieturm, Dumbledore's Sturz, die Jagd hinter Snape her, das ungleiche Duell, seine Trauer und Hilflosigkeit, all das stürzte wieder über ihm zusammen, als er an der Haustür ankam.

Bevor er sie jedoch öffnete, fiel sein Blick auf den Türklopfer. Das war genau der richtige Augenblick, mit diesem Mistding endgültig abzurechnen.

Sich selber immer mehr in Rage bringend, stürmte Harry ins Haus, die Treppe zu seinem Zimmer hoch, kramte aus einer anderen Jackentasche die Feuerwerkskörper von Nellie heraus, stürmte wieder nach unten und baute sich vor dem Löwenkopf auf. In einer Hand hielt er die Feuerwerkskörper und in der anderen seinen Zauberstab.

„So, mal sehen, ob dir das hier gefällt," murmelte Harry und rief: „Reductio!"

Während der Lichtstrahl noch auf den Türklopfer zusirrte und der Löwe schon sein Maul aufriss, zündete Harry die Feuerwerkskörper mit seinem Zauberstab an. In genau dem Moment, als der Löwe Harrys ersten Zauber auffing, warf er die zischenden Feuerwerkskörper hinterher.

Der Messinglöwe schluckte alles auf einmal, schloss sein Maul wieder und einen Moment lang geschah gar nichts.

Harry stampfte wütend mit einem Fuß auf dem Boden auf und schlug mit der Faust gegen den Türrahmen.

„Verdammt, verdammt, verdammt!"

Dann spürte er eine Erschütterung unter seinen Füßen.