Kapitel 35:

Im Hauptquartier des Phönixordens herrschte Hochbetrieb. Alles wuselte durcheinander, überall wurde das gleiche Thema lautstark diskutiert. Tonks mit ihren heute grasgrünen Haaren hüpfte wie ein aufgescheuchtes Gummibärchen durch den Raum, bis sie endlich vor Remus stand. Ohne ein Wort zu verlieren, hatte sie auch schon die Arme um seinen Hals geschlungen.

„Wie konntest du mir das nur antun?", brummte sie, als sie ihn wieder losließ. „Drei Wochen hab ich dich jetzt nicht gesehen!"

Zur Antwort bekam sie nur ein entschuldigendes Lächeln und einen Kuss auf die Nasenspitze, dann übertönte Moodys Stimme die Unterhaltungen im Raum.

„Jetzt seid doch endlich mal leise hier!"

Sofort erstarben die Gespräche und alle wanden sich der Stirnseite des langen Versammlungsraumes zu, an der der Ex-Auror sich aufgestellt hatte und finster in die Runde blickte.

„Ihr wisst, warum wir hier sind," begann er, „und auch wenn wir endlich mal einen Schritt vorwärts gekommen sind, ist das noch lange kein Grund, hier in Freudentänzchen auszubrechen!"

Dabei blickte er die Weasley-Zwillinge wütend an, die die ausgelassene Stimmung genutzt hatten und ein paar ihrer neuesten Erfindungen unter die Leute brachten, nämlich Luftballons, die unter der Decke Worte schrieben wie „Hurra!" und „Herzlichen Glückwunsch!", aber gleichzeitig auch Dinge wie „Freut euch nicht zu früh!" oder „Hochmut kommt vor dem Fall!".

„Stimmen die Gerüchte denn nun, Moody?", rief ein Zauberer in die Runde, der ganz in olivgrün gekleidet war.

Moody blickte sich im Raum um.

„Wir haben tatsächlich endlich einen sehr konkreten Hinweis auf das Versteck der Todesser," sagte er und sofort begannen die Gespräche im Raum erneut.

„RUHE!", brüllte er und donnerte mit seinem Gehstock auf den Boden. Erschrocken verstummten die Stimmen wieder. „Es war sehr schwierig, an diese Informationen heranzukommen. Besonders, weil Snape alle Mitglieder des Ordens kennt und wir keinen neuen Spion schicken konnten."

Bei der Erwähnung des Namens verdüsterten sich viele Gesichter und Tonks' Haare färbten sich über ihrem wutverzerrten Gesicht feuerrot, so dass es wirkte, als stünde sie in Flammen.

„Aber wir haben es trotzdem geschafft, an die nötigen Informationen heranzukommen," fuhr Moody fort. „Doch das ist noch nicht alles."

Sofort drehten sich alle Köpfe wieder dem Redner zu.

„Ihr glaubt doch nicht, dass das der einzige Grund ist, dass ich euch alle hierher beordert habe?"

Viele im Raum sahen sich verwirrt an. Es war mehr als deutlich, dass sie genau das gedacht hatten. Viele von ihnen hatten gehofft, es gäbe so etwas wie einen Plan, wie man das Versteck der Todesser stürmen könnte. Nun waren sie jedoch alle neugierig zu erfahren, was es noch neues zu erfahren gab.

„Die Todesser planen einen erneuten Angriff."

Moody sagte diese wenigen Worte mit so viel unterdrückter Wut, dass man sie förmlich fühlen konnte. Wer jetzt noch in leise Gespräche mit anderen Ordensmitgliedern verwickelt war, verstummte nun ebenfalls und man hätte eine Stecknadel können fallen hören. Es herrschte entsetztes Schweigen. Molly hatte die Hände vor den Mund geschlagen und schien kurz davor zu stehen, in Ohnmacht zu fallen. Arthur hatte einen Arm um sie gelegt, um sie in Notfall auffangen zu können und wirkte ehrlich entsetzt. Sogar die Zwillinge sahen davon ab, weiteres Sortiment aus ihrem Laden zu verhökern. Remus hatte die Augenbrauen zusammengezogen und viele der restlichen Anwesenden wirkten erschrocken und verängstigt.

„Schon wieder?", rief schließlich eine resolut wirkende ältere Dame. „Hogsmeade ist gerade mal einen Monat her!"

„Das kümmert Voldemort nicht," antwortete Moody. „Ein Angriff steht kurz bevor und es wird diesmal eine Muggelstadt treffen, so viel konnten wir in Erfahrung bringen. Wir sind uns nicht hundert Prozent sicher, wo diese Stadt liegt, doch haben wir die Möglichkeit einzugreifen."

„Einzugreifen?", die ältere Frau stemmte die Hände in die mageren Hüften. „Wir sind viel zu wenige, um gegen die Todesser eine ernsthafte Gefahr darzustellen! Oder will das Ministerium uns etwa unterstützen?"

Moody machte eine Pause und sah in die vielen Gesichter, die ihn ansahen. Doch es war Remus, der statt seiner antwortete.

„Nach dem, was in Hogsmeade geschehen ist, wird Scrimgeour es sich dreimal überlegen, bevor er uns Unterstützung schickt," sagte er in seiner üblichen ruhigen Art. „Das Ministerium hat fast die Hälfte seiner Auroren verloren und wird versuchen, nicht auch noch den Rest zu opfern."

Tonks neben ihm nickte. Ihre Haare waren jetzt nicht mehr ganz so rot.

„Remus hat völlig recht," schaltete sich jetzt Arthur ein. „Wir müssen damit rechnen, dass wir alleine vorgehen müssen, aber vorgehen müssen wir auf jeden Fall, wenn wir dazu die Möglichkeit haben. Besonders, wenn wir uns auf den Angriff vorbereiten können!"

Er erhielt zustimmendes Gemurmel.

„Korrekt," donnerte Moody und knallte wieder seinen Stock auf den Boden. „Wenn unsere Informationen richtig sind, haben wir zwei Wochen Zeit uns eine Strategie zurechtzulegen. Also, lasst uns nicht zögern."

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Harry stand einer schwitzenden und keuchenden Nellie gegenüber, die in der einen Hand einen Revolver und in der anderen eine kleine Dose Pfefferspray hielt.

Die beiden starrten sich einen Moment lang gegenseitig an, als hätten sie sich noch nie zuvor im Leben gesehen.

„Wie kommst du hier rein?", fragte Nellie schließlich und versuchte krampfhaft ihre Atmung unter Kontrolle zu bekommen.

Sie hatte zwei Stunden lang ohne Pause trainiert. Sie wollte mit den Waffen, die ihr neben den Zaubertränken, als Muggel zur Verfügung standen, noch besser werden. Sie spürte in letzter Zeit immer deutlicher eine innere Unruhe, die sie wieder häufiger in den Raum der Wünsche trieb. Doch noch nie war jemand in ihr Training hineingeplatzt. Sie hatte es gar nicht für möglich gehalten, dass das überhaupt möglich war. Doch da stand Harry und starrte sie an, als sei sie das achte Weltwunder.

„Jetzt hör schon auf, mich so anzustarren und sag mir lieber, was du hier zu suchen hast!"

Ihre Stimme klang giftiger als sie beabsichtigt hatte.

„Keine Ahnung, wieso sich der Raum für mich geöffnet hat, während du hier bist," antwortete Harry, immer noch verwirrt. „Ich wusste gar nicht, dass der Raum auch auf Muggel reagiert."

„Nun, das tut er anscheinend." Nellie spürte wieder die alte Wut auf ihren Freund in sich hoch kochen. Wie konnte er nur so arrogant sein?

„Entschuldige, das war nicht sehr nett," sagte Harry.

Nellies Wut verebbte, wie ein Tropfen Wasser in der Wüste.

„Was tust du hier?", fragte Harry dann und sah interessiert auf die Waffen, die Nellie immer noch in der Hand hielt. „Ist das eine Pistole?" Seine Augen wurden immer größer, während er die Schusswaffe betrachtete. „Wie bist du denn an die ran gekommen?"

Nellie blickte ebenfalls auf die Waffe in ihrer Hand und erinnerte sich daran, wie Fred sie ihr an einem ihrer letzten Besuche in der Winkelgasse zugesteckt hatte. Er hatte sich gemeinsam mit seinem Bruder viele Gedanken darüber gemacht, wie die Beiden Nellie helfen könnten, sich in der Zaubererwelt verteidigen zu können und waren auf die muggeltypischen Verteidigungsgeräte gekommen. Die wären besser als gar nichts.

„Du glaubst aber nicht wirklich, dass du damit im Kampf gegen einen Zauberer große Chancen hast, oder?"

Nellies Augenbrauen zogen sich wieder zusammen.

„So, glaub ich nicht?", zischte sie und verstärkte ihren Griff um den Kolben des Revolvers. „Womit hätte ich denn dann deiner Meinung nach eine Chance, Harry?"

Sie hatte sich sehr bemüht, in ihrer Stimme nicht die Wut mitschwingen zu lassen, die sie wieder spürte. Harry runzelte die Stirn, als er bemerkte, was seine Frage bei dem Muggel-Mädchen auslöste.

„Was hast du denn vor damit?", versuchte er, die Stimmung etwas zu entschärfen.

„Das, was ich kann, mich verteidigen, wenn es nötig ist," antwortete Nellie und drehte sich weg von Harry. „Oder andere, wenn es sein muss."

Harry spürte die unterdrückte Wut, die hinter ihren Worten mitschwang. Insgeheim machte er sich Vorwürfe, dass er sie die letzten Male nicht besser hatte schützen können. Er konnte verstehen, dass sie versuchte, sich selbst zu helfen, doch konnte er nicht verstehen, wie sie glauben konnte, mit diesen Mitteln irgendetwas ausrichten zu können.

„Hör mal, Nellie," sagte er vorsichtig und trat einen Schritt auf sie zu. Sie stand immer noch mit dem Rücken zu ihm und hantierte mit etwas, dass er nicht erkennen konnte. „Wenn du möglichst hier im Schloss bleibst und immer in der Nähe von erfahrenen Zauberern, kann dir gar nichts passieren!"

Nellie wirbelte herum.

„Wie du zum Beispiel?"

Harry schüttelte den Kopf.

„Nein! Ich möchte nur nicht, dass du dich unnötig in Gefahr begibst."

Nellie entspannte sich, als sie sah, dass Harry es ehrlich meinte. Sie trat ebenfalls einen Schritt auf ihn zu.

„Das Problem ist nur, dass die Gefahr meist mich findet," sagte sie mit leiser Stimme und zwinkerte Harry zu, der daraufhin grinsen musste.

„Dem kann ich nichts entgegen setzen," schmunzelte er. „Du bist aber auch so impulsiv, dass du das magisch anziehst."

Jetzt grinste auch Nellie.

„Ich fühl mich einfach besser, wenn ich weiß, dass ich wenigstens ein bisschen was tun kann, das nächste Mal….wenn….du weißt schon."

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Die Vorbereitungen waren bis ins letzte Detail durchdacht und geplant worden. Nächtelang hatte Moody sich über jede Kleinigkeit den Kopf zerbrochen. In letzter Sekunde hatte er noch mal die Pläne umgeschmissen und damit alle Beteiligten völlig kirre gemacht. Aber es musste einfach alles perfekt ablaufen, es durfte keine Lücken geben!

Jetzt standen sie bereit. Sie waren 20 Ordensmitglieder und mussten damit rechnen, auf mindestens doppelt so viele Todesser zu treffen. Moody ließ sein magisches Auge über jeden einzelnen seiner Mitstreiter schweifen. Sie hatten Angst. Nur verständlich. In sich selber spürte er die gewohnte Unruhe vor dem Kampf.

Ein letztes Mal ging er im Geiste jeden einzelnen Schritt des Plans durch. Er wusste, dass alle, die neben ihm standen, das gleiche taten.

Sie hatten sich in einer kleinen Parkanlage mitten in einer Vorstadtsiedlung versteckt und warteten darauf, dass die Todesser auftauchen würden.

Remus' Hände zitterten vor Aufregung. War es der richtige Ort? Hatten sie in ihren Überlegungen alle Puzzleteile richtig zusammengelegt und den richtigen Ort lokalisiert, an dem der Angriff stattfinden würde? Er wusste, dass sie richtig liegen mussten, es konnte nicht anders sein, doch wollte sein Herz nicht aufhören zu rasen.

Tonks neben ihm hatte sich ganz in Schwarz gekleidet und war sehr blass. Er spürte, dass auch sie vor innerer Spannung bebte.

Unwillkürlich musste Remus an Harry denken. Vielleicht war es die Wohngegend, in der sie standen. Sie war der, in der Harry im Sommer immer gelebt hatte, so ähnlich. Und tatsächlich, war das Haus der Dursleys gar nicht besonders weit entfernt.

Tonks' Hände ballten sich als sie Bewegungen auf der anderen Seite der Grünanlage wahrnahm. Remus neben ihr sah sie auch, das spürte sie. Mit einem kurzen Blick zu Seite vergewisserte sie sich, dass auch die anderen die Schatten bemerkt hatten, die sich nun die Straße entlang bewegten.

Es waren nicht so viele, wie sie erwartet hatten und Tonks' Herz machte einen erleichterten Hüpfer.

Es waren Todessern, die sie beobachten konnten, daran konnte kein Zweifel sein. Die Gestalten bewegten sich leise und vorsichtig auf eines der Häuser zu, in denen erst vor einer halben Stunde das letzte Licht gelöscht worden war. Dort versammelten sie sich.

Erst jetzt erkannte Tonks das Haus. Sie kannte es, sie war hier schon einmal gewesen! Und sie kannte die Menschen, die darin wohnten, die Muggel.

Lautlos schlich sie sich an Moody heran.

„Sag mir bitte, dass ich mich täusche," wisperte sie an seinem Ohr.

Der Ex-Auror, der die dunklen Gestalten in dem Vorgarten beobachtete, rührte sich nicht als er langsam den Kopf schüttelte.

„Du täuschst dich nicht."

Es war das Haus der Carols.

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Nellie schreckte mitten in der Nacht aus einem unruhigen Schlaf auf. Sie hatte wirres Zeug geträumt, düstere Träume, die sich sofort nachdem sie wach war, zerstäubten wie poröser Stein.

Nellie saß in ihrem Bett und spürte, wie sie zitterte. Polly lag auf ihren Beinen und blinzelte sie verschlafen an. Das Mädchen streckte eine bebende Hand nach dem Frettchen aus und kraulte es hinter den Ohren.

„Nur ein Alptraum meine Süße, alles in Ordnung."

Polly leckte Nellie kurz die Finger, wie um sie zu beruhigen, dann kringelte sie sich wieder zusammen und schlief weiter.

Nellie wünschte, sie könnte sich auch so einfach wieder hinlegen, doch sie hatte Angst davor, diese düsteren Bilder wieder zu sehen.

Also stand sie auf, warf sich ihren Morgenmantel über und beschloss, bei Emil zu klopfen. Er würde sie sicher beruhigen können.

Schon auf dem Weg durch die Gänge verwandelte sich Nellies Unruhe in angenehme Erwartung auf ihren Freund.

Als sie jedoch vor seiner Tür stand und leise klopfte, bekam sie keine Antwort. Auch als sie etwas fester klopfte kam keine Reaktion.

Das war seltsam. Nellie hatte es noch nie erlebt, dass Emil nicht öffnete, egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit sie klopfte.

Sie versuchte, die Tür zu öffnen, doch fand sie verschlossen. Das war auch seltsam. Nellie wusste, dass Emil seine Wohnung nachts nicht verschloss, wenn er da war.

Nellie stockte der Atem.

Das konnte nur bedeuten, dass Emil nicht in der Wohnung war. Aber wo konnte er dann sein? Sie hatte auf ihrem Weg hierher keinen Hinweis gesehen, dass er vielleicht gerade wie sie durch das Schloss wanderte und sie kannte seine Wege.

Nellie drehte sich um und lief eine Stunde lang kreuz und quer durch das Schloss, fand aber nicht die geringste Spur von ihrem Freund. Sie weckte sogar ein paar der Gemälde auf, um nach ihm zu fragen, doch hatten die Emil schon länger nicht mehr gesehen. Am Ende stand sie wieder vor der verschlossenen Wohnungstür und auf ihr Klopfen öffnete immer noch niemand.

Mit vielen Fragen im Kopf kehrte Nellie schließlich in ihre eigene Wohnung zurück.

Als Nellie Emil am nächsten Tag auf seine Abwesenheit hin ansprach reagierte der in einer Art und Weise, die Nellie entsetzte.

„Spionierst du mir etwa hinterher?", fuhr er sie an. „Es geht dich gar nichts an, was ich nachts mache!"

Nellie hatte ihn mit aufgerissenen Augen angestarrt. Doch hatte sie sich schnell wieder unter Kontrolle.

„Was heißt denn hier nachspionieren? Ich brauchte dich, das ist alles! Was fühlst du dich denn gleich so angefahren?"

„Ich hab auch noch besseres zu tun, als mich um dich zu kümmern!", war seine Antwort gewesen und er hatte Nellie dabei grimmig angesehen.

„Oh, ich verstehe," Nellie konnte mindestens genauso grimmig schauen. „Du hast wohl eine neue Freizeitbeschäftigung gefunden. Na, viel Spaß dabei und keine Sorge, auf deine Gesellschaft kann ich locker verzichten!"

Damit hatte sie sich umgedreht und war auf direktem Weg in den Speisesaal verschwunden, wo das Frühstück gerade stattfand. Sie hatte sich zu Hermine gesetzt, die ein dickes Buch vor sich liegen hatte. Von Ron und Harry war nichts zu sehen gewesen. Nellie zog sich einen Toast heran und versuchte, sich nicht nach Emil umzusehen. Es fiel ihr sehr schwer. Hätte sie es doch getan, hätte sie gesehen, dass Emil ihr kurz hinterher gesehen hatte, dann aber wieder aus der Großen Halle verschwunden war.

„Was ist denn los?", fragte Hermine, die von ihrem Wälzer aufblickte.

„Ach, nichts," meinte Nellie nur und stopfte sich den Toast in den Mund, um nichts weiter erklären zu müssen.

Am späten Nachmittag, als Nellie gerade damit beschäftigt war, Emil aus dem Weg zu gehen, weil sie keine Lust auf den Unterricht mit ihm hatte, kam Harry auf sie zugelaufen. Allein schon an seinem Gesichtsausdruck konnte sie erkennen, dass es nichts angenehmes sein konnte, was er ihr sagen wollte.

Als er bei ihr angekommen war, biss er sich auf der Unterlippe herum und blickte Nellie unsicher an.

„Spuck es aus, Potter," drängte Nellie giftig. Nach der Trennung von Emil konnte es gar keine wirklich schlechten Nachrichten mehr geben.

Harry zögerte noch einen Moment.

„Moody will dich sprechen," sagte er schließlich, doch in seinem ganzen Auftreten schwangen die unausgesprochenen Worte mit, die er zurückhielt.

„Was ist passiert?" In Nellie machte sich Panik breit. Harry würde ihr sagen, was passiert war, wenn es etwas gewesen wäre, dass sie vertragen konnte. „Sag es mir, bitte!"

Harry sah ihr lange in die Augen. Er wusste nicht, was er ihr antworten sollte. Letztlich siegte die Wahrheit.

„Es geht um deine Familie."

Bei diesen Worten wurde Nellie schwarz vor Augen und die Welt um sie herum zog sich zu einer kleinen Blase zusammen, die im nächsten Moment zerplatzte.