Naruto lag noch im Bett als Sasuke aufstand und den beiden Frühstück machte. Der schwarzhaarige wusste, dass Naruto scheinbar noch kein Geschenk für ihn hatte. Gestern kam er völlig erledigt nach Hause und war alles andere als fröhlich. Die letzten Jahre war es überhaupt nicht so. Naruto konnte die Zeit bis zum 24. Dezember immer kaum erwarten. Und so war er jeden Tag total aufgeregt und zappelig. Und dieses Jahr war es anders. Also musste etwas anders sein und dieses andere war bestimmt die Tatsache, dass er noch kein Geschenk gefunden hatte.

Schon aus diesem Grunde machte Sasuke das Frühstück mit besonders viel Liebe. Nachdem er fertig war, ging er die Treppe hinauf ins Schlafzimmer, wo Naruto noch immer vor sich hin träumte.

´Eigentlich eine Schande, ihn zu wecken. Er sieht so niedlich aus, wenn er schläft…´

Aber wenn der Uchiha Naruto jetzt nicht weckte, dann würde Naruto sicher nicht so glücklich sein. Immerhin meinte er am besteigen Abend zu seinem Freund, Dass er am nächsten Tag wieder in die Stadt wolle und noch einige Besorgungen machen müsse. Natürlich war das so. Er musste noch die Geschenke für all ihre Freunde kaufen. Aber sicher war ihm das Geschenk für Sasuke wichtiger und nahm die Besorgungen nur als Vorwand, um leichter alleine rausgehen zu können. Sasuke wollte sowieso nicht mit. Schon immer hat Naruto die Geschenke alleine besorgt. Nur meinten sie immer, beide haben das jeweilige Geschenk ausgesucht und überreichten es auch immer gemeinsam. Sasuke war schließlich nicht der Typ, der anderen immer genau zu hört und daher weiß er auch nie, was seine Freunde sich so wünschen. Dafür war Naruto da und bisher ha jedes Geschenk jedem einzelnen gefallen.

So weckte Sasuke seinen schlafenden Engel und zusammen aßen sie Frühstück. Naruto sah heute richtig zerknautscht aus und auch hat es noch kein Lächeln oder ein fröhliches Grinsen geschafft seinen Weg in Narutos Gesicht zu finden.

Nachdem sie ohne ein Wort zu sagen das Frühstück beendet hatten, ging Naruto wieder nach oben und zog sich an. Kurze Zeit später, Sasuke wusch gerade ab, kam der Blonde wieder herunter und sagte im vorbeigehen "Ich gehe Besorgungen machen. Ich werde wohl den ganzen Tag weg sein. Etwas zu Mittag werde ich mir kaufen. Tschüss."

Mit diesem Worten ging die Haustür zu und im ganzen Haus war es völlig still. Naruto war so schnell verschwunden, dass Sasuke ihm nicht einmal antworten oder ihm gar Tschüss sagen konnte. Der Uchiha verbrachte den ganzen Tag allein im Haus. So nutzte er die zeit das haus etwas festlicher und weihnachtlicher zu gestalten.

In 6 Tagen, am 24. Dezember, findet in diesem haus eine Weihnachtsparty mit allen Freunden der zwei statt. Daher soll das Haus auch dementsprechend aussehen. Normalerweise mag Sasuke es nicht, irgendjemanden einzuladen, aber Weihnachten war immer eine Ausnahme. Da ihr Haus ziemlich groß war und ausreichend Platz zu Verfügung stand, wurde jede Weihnachten hier gefeiert. Und da Naruto dieses Jahr so viel unterwegs ist, nahm sich der Schwarzhaarige vor das Haus zu schmücken. Zwar hatte er nicht sehr viel Talent und mochte diese Arbeit auch nicht, aber sie musste getan werden. Und Naruto hatte schon genug Stress. Daher sollte er nicht auch noch das Haus schmücken müssen. Sasuke rief Kakashi an. Dieser hatte nichts zu tun und die Missionen wurden zu Weihnachten immer unterbrochen. Daher bestellte Sasuke seinen früheren Lehrer und nun guten Freund zu sich und gemeinsam dekorierten beide das haus. Sogar den Baum schmückten sie. Kakashi war erstaunlich talentiert und ihm schien die ganze Sache auch noch Spaß zu machen. Daher nach es im nachhinein richtig gut aus und man konnte nicht sagen, wer hier nun geschmückt hatte. Kakashi selbst war sehr zufrieden mit sich und auch Sasuke konnte dies nicht leugnen.

"Nicht schlecht. Wirklich nicht schlecht." meinte der junge Mann nur.

"Du könntest ruhig ein paar bessere Worte finden, um mich zu loben." grinste der Jonin unter seiner Maske.

"Besser geht es nicht. Also sei zufrieden damit."

"Was ist eigentlich mir Naruto? Geht es ihm nicht gut? Sonst schmückt er doch immer das Haus."

"Er ist im Stress und hat keine Zeit dafür."

"Im Stress? Warum denn?"

"Weil er Geschenke kaufen muss. Die ganzen vergangenen Tage hat er immer gesagt, er gehe raus um Besorgungen zu machen. Aber er ist bisher immer ohne eine einzige Tüte nach Hause gekommen. Und gestern war er ziemlich niedergeschlagen."

"Warum niedergeschlagen? Das ist sehr ungewöhnlich für ihn."

"Ja. Und heute Morgen hat er am Frühstückstisch kein Wort gesagt. Erst als er danach losgegangen ist hat er sich kurz verabschiedet."

"Und wann will er nach Hause kommen?"

"Er meinte, er komme erst Abends zurück."

"So lange will er weg bleiben?"

"Ja."

"Wer weiß, warum er so lange weg ist. Immerhin dauert es nie so lange Geschenke für uns zu kaufen. Bei dir wäre es wieder etwas anderes, wenn du für uns alle etwas kaufen müsstest."

"Ich weiß. Ich vermute, er hat kein Geschenk für mich. Darum läuft er überall herum und sucht jeden Tag etwas. Aber wie es aussieht, hat er noch nichts gefunden."

"Der Ärmste. Aber das kann man verstehen. Es ist ungeheuer schwer etwas für dich zu finden."

"Was soll das denn wieder heißen? Etwa, dass ich daran Schuld bin, dass er nichts findet!"

"Nun beruhige dich doch. Ich weiß es nicht, ob du daran Schuld bist. Ich weiß nur, dass Iruka und ich immer ziemlich überlegen müssen, um für dich etwas ansatzweise passendes zu finden. Vielleicht geht es ihm dieses Jahr nicht anders."

"Denkbar wäre es schon." grübelte Sasuke.

"Mach dir keine Sorgen! Er findet schon etwas tolles für dich. Da bin ich mir absolut sicher!" mit diesen Worten sprang er zu Sasuke und drückte ihre beiden Oberkörper an den Schultern zusammen. Dann machte es "Puff", Rauch erschien und Kakashi war weg.

Naruto ging derweil wieder durch die Straßen und klapperte jedes Geschäft ab. Natürlich nicht die selben wie am vorigen Tag. Er ging in die Geschäfte, die er gestern nicht mehr besucht hatte. Aber auch hier wollte sich einfach nichts finden lassen. Stattdessen kaufte er für einige seiner Freunde ein paar Geschenke. Aber er ließ noch ein paar Freunde aus, um einen Grund zu haben auch am nächsten Tag wieder einkaufen zu gehen. Dies wollte er solange machen bis er endlich etwas für Sasuke gefunden hätte.

"Das würde zu lange dauern… Dann wäre es schon nächstes Jahr Weihnachten…" murmelte er vor sich hin.

So verging auch dieser tag ziemlich erfolglos und Naruto ging mit einigen Tüten bepackt zurück nach Hause. Am folgenden Tag ging das gleiche Spiel wieder von vorne los. Naruto sagte am Frühstückstisch kein Wort und verschwand nach dem Frühstück sofort durch die Haustür und kam Abends erst wieder. Und wieder hatte er nicht das gewünschte Geschenk gefunden. Dies ging noch einige Tage so.

2 Tage vor Weihnachten war es genauso. Naruto ging durch die Straßen und durchforstete die Läden vergeblich nach einem Geschenk für Sasuke. Während er deprimiert die verschneite Straße entlang ging, stieß er mit jemandem zusammen.

"Entschuldigung." sagte Naruto und schaute auf.

"Kakashi!"

"Hallo Naruto. Du siehst nicht gerade gut aus. Geht es dir nicht gut?"

"Nicht wirklich. Ich weiß einfach nicht, was ich Sasuke zu Weihnachten schenken soll. Weißt du vielleicht etwas?"

"Hmm. Nein. Aber du könntest Iruka fragen. Ihm fällt bestimmt etwas Gutes ein."

"JA! Eine gute Idee. Darauf bin ich gar nicht gekommen." Naruto schaute nun etwas fröhlicher und lächelte seit vielen Tagen das erste mal wieder.

"Wo ist Iruka im Moment?"

"Zu Hause."

Der junge Ninja bedankte und verabschiedete sich von dem Jonin und rannte sofort zu Iruka. Dort angekommen klingelte er wie verrückt bei dem Chunin an der Tür. Kurz nachdem Naruto angekommen war und vielem lautem Klingeln später öffnete Iruka die Tür. Überrascht sagte er "Naruto?! Was machst du denn hier? Aber komm erst einmal herein."

Schon waren beide in der Küche und Naruto bekam einen heißen Kakao serviert. Iruka setzte sich dem jungen Mann gegenüber und fragte, was los sei. Noch nie hatte Naruto ein derartiges Sturmklingeln an irgendeiner Tür gewagt. Und auch sein Gesicht war nicht wie sonst. Naruto lächelte nicht. Dies machte Iruka Sorgen und so fragte er, was dem Jungen fehlte.

"Ich weiß nicht, was ich Sasuke schenken soll." meinte der Uchiha deprimiert und mit leiser Stimme.

"Hast du ihn schon mal gefragt, was er sich wünscht?"

Naruto schüttelte nur den Kopf. "Ich will ihn nicht fragen. Dann weiß er, was er bekommt und dann ist es keine Überraschung mehr."

"Ist es dir schon einmal durch den Kopf gegangen, dass es ihm egal sein könnte, was er bekommt?"

Der junge Ninja sah erstaunt auf und schaute seinen früheren Akademielehrer fragend an.

"Was ich sagen will: Ist dir vielleicht schon einmal aufgefallen, dass er sich nichts Bestimmtes wünscht und sich trotzdem über deine Geschenke freut?"

"Ja. Jetzt wo du es sagst. Ich habe ihn auch die Jahre zuvor vieles geschenkt, was er sich eigentlich nicht gewünscht hat oder es zumindest nicht gesagt hat."

"Siehst du. Es ist ihm egal, was du ihm schenkst."

"Egal?"

"Ja. Es ist egal, was man jemandem schenkt, solange es von Herzen kommt. Du solltest ihm etwas schenken, dass von Herzen kommt. Dabei ist es dann egal um was es sich handelt." lächelte Iruka.

Naruto bedankte sich, trank den Kakao aus und ging dann wieder. Er ging aus der Tür mit einem selbstbewusstem Lächeln. Scheinbar war ihm ein passendes Geschenk eingefallen.