Die Überraschung

3. Januar 2007

Die Kassiererin mittleren Alters in der Drogerie äugte die nervös aussehende junge blonde Frau vor sich mit einem ermutigenden und wissenden Lächeln auf ihrem Gesicht, als sie den Artikel einscannte und den Zehneuroschein nahm, den die Junge Frau ihr gab. Doch gerade als sie das Wechselgeld herausgeben wollte, war die Frau schon verschwunden. Sie schüttelte ihren Kopf, noch immer mit dem Lächeln auf ihrem Gesicht, und steckte das Wechselgeld in die Spardose für das Trinkgeld.

Sie arbeitete schon seit an paar Jahren in diesem Geschäft und war an dieses Verhalten ziemlich gewöhnt, wenn junge Frauen, oder Frauen generell, diesen besonderen Artikel kauften. Sie war einmal eine dieser Frauen gewesen und wusste nur zu genau, wie sie sich fühlten, und meistens konnte sie ihnen ein paar Monate später gratulieren.


Trunks konnte sein Glück nicht fassen. Als er heute Morgen zur Arbeit gegangen war, hatte er damit gerechnet, Überstunden machen zu müssen, besonders da Jenny sich irgendeine Grippe eingefangen hatte und er ihr gesagt hatte, den Tag freizumachen. Aber anstatt noch in seinem Büro zu sitzen, konnte er viel früher als gewöhnlich Feierabend machen. Ein Meeting, das für diesen Tag angesetzt gewesen war, war abgesagt worden und so hatte er bis Mittag noch etwas Papierkram vom Wochenende fertig machen können und danach war nichts neues gekommen. Deshalb hatte er seiner Sekretärin gesagt, er würde nach Hause gehen.

Er öffnete leise die Tür zu ihrer Wohnung und rief nicht nach seiner Verlobten, wie er es gewöhnlich tat, wenn er nach Hause kam. Die ganze Wohnung war ruhig, aber ihre Jacke hing an der Garderobe, was bedeutete, dass sie zu Hause war. Aber Trunks hielt es für besser, so leise wie möglich zu sein, da Jenny schlafen könnte.

Um ehrlich zu sein, machte er sich ein bisschen Sorgen um sie. Normale Saiyajins wurden nicht krank, und während Jenny nun nicht unbedingt das war, was sie einen normalen Saiyajin nannten, mit ihren zwei Formen, wurde sie auch nicht so häufig krank. An diesem Morgen jedoch war sie unglaublich blass gewesen und hatte darüber geklagt, dass ihr schlecht war, und das war Grund genug für ihn, sich Sorgen zu machen und ihr zu sagen, dass sie zu Hause bleiben sollte.

Ohne auch nur ein Geräusch zu machen, stellte Trunks seine Aktentasche auf den Boden, bevor er seine Jacke an die Garderobe hing und sich die Schuhe auszog. Als er den kurzen Flur entlang lief, flog sein Blick über die kleine Küche, aber Jenny war nicht dort, und dann trat er in ihr gemütliches Wohnzimmer. Der Fernseher war ausgeschaltet und die Couch leer. Mit einem Stirnrunzeln verließ Trunks das Wohnzimmer wieder und öffnete sanft die Tür auf der anderen Seite des Flures – die Tür zum Schlafzimmer. Das Bett war noch ungemacht – nicht, dass das ungewöhnlich wäre – aber die Rollos waren hoch und das Fenster geöffnet, wodurch eine kalte Brise hereinkam.

Seine Stirn runzelte sich noch mehr, als Trunks nur noch an einen weiteren Ort denken konnte, wo Jenny sein könnte. Seine Augen wanderten zur Tür des Badezimmers, die geschlossen war. Er durchquerte das Zimmer mit wenigen schnellen Schritten und seine Hand ruhte auf dem Griff einen kurzen Augenblick lang, bevor er die Tür vorsichtig öffnete. „Jenny?", fragte er fast flüsternd, besorgt.

Und dort saß sie, auf dem gefliesten Boden, mit ihren Beinen an ihre Brust herangezogen und ihrem Gesicht zwischen den Knien ruhend. Sie schaute auf, als sie seine Stimme hörte, blutunterlaufene Augen trafen seine, aber sie wandte ihren Blick schnell wieder ab. Die Sorge in Trunks Augen wuchs noch mehr, als er ihre Reaktion sah. Sein Herz zog sich schmerzhaft zusammen und er fragte sich, was geschehen war.

„Was ist los?", flüsterte er, als er langsam auf sie zuging und sich dann direkt vor sie hinhockte. „Was ist passiert? Hey, schau mich an", sagte er sanft, als sie überhaupt nicht reagierte. Trunks legte sanft seinen Finger unter ihr Kinn, um sie dazu zu bringen, aufzuschauen. „Jenny…"

Anstatt etwas zu sagen, nickte sie bloß zum Waschbecken, und erst jetzt sah Trunks, dass dort etwas lag. Er langte nach oben und nahm den weißen Stab, den er dann vor sich hinhielt. „Was ist das?", fragte er, während er sich den Stab aus verschiedenen Blickwinkeln anschaute. Doch es war in dem gleichen Augenblick, als er den blauen Punkt auf dem Stab sah und alles Sinn machte. Er schluckte schwer und hob seine Augen um Jennys zu treffen.

„Ist das… ich meine… Bedeutet das…"

Jenny nickte langsam.

„Verdammt", murmelte Trunks, offensichtlich geschockt, und setzte sich auf den Boden, direkt Jenny gegenüber. Er senkte seinen Kopf einen Moment lang, doch plötzlich breitete sich ein Grinsen auf seinem Gesicht aus und er fing an zu lachen. Im nächsten Augenblick drückte er Jenny fest. „Wie?", fragte er, als er sich endlich von ihr trennte. „Wann?"

Aber Jenny schaute ihn bloß mit einem verwirrten Gesichtsausdruck an und antwortete ihm nicht. „Du bist nicht böse?"

„Böse?" Trunks schüttelte seinen Kopf. „Jenny, warum sollte ich böse sein?"

„A-aber…" stotterte sie. „Es ist zu früh. Wir sind noch nicht einmal verheiratet. Und wir sind noch so jung! Ich kann mich gerade mal um mich selbst kümmern! Ich bin schrecklich im Umgang mit Kindern, das weißt du! Wie kannst du von mir erwarten, mich um ein… ein…"

„Baby zu kümmern?", beendete Trunks den Satz für sie. Jenny nickte benommen und er nahm sanft ihre Hand; er fuhr beruhigende Kreise mit seinem Daumen in ihrer Handfläche. „Jenny, ich weiß, dass du Angst hast. Verdammt, ich habe auch Angst. Aber das ist trotzdem wundervoll! Ich weiß, wir haben nicht so oft über Kinder gesprochen, aber ich glaube, wir beide wussten, dass es früher oder später passieren würde. Und warum nicht früher? Ich meine, ich glaube wir sind beide alt genug und wir wären nicht die ersten. Goten würde wahrscheinlich sagen, dass es an der Zeit ist, dass Will einen Spielkameraden kriegt."

Das lockte ein leises Schmunzeln aus Jenny und Trunks lächelte sie an, ein fröhliches, ehrliches Lächeln.

„Und vergiss nicht, dass wir drei bereitwillige Großmütter haben werden um uns zu helfen, wenn wir Probleme haben."

„Ich weiß", flüstere Jenny leise. „Und… ich weiß nicht… Ich glaube, ich bin bloß geschockt. Es war so plötzlich. In einem Augenblick frage ich mich, wie ich Vegeta in unserem nächsten Trainingskampf schlagen kann, und dann muss ich mir plötzlich über Babykleidung und Windeln Gedanken machen und…" Sie verstummte allmählich, als ihre andere Hand zu ihrem Bauch wanderte. „Ein Baby… Ich kann es immer noch nicht glauben."

„Nun", grinste Trunks, „wir haben ja ein paar Monate, um uns daran zu gewöhnten. Spätestens, wenn deine Jeans nicht mehr passen, musst du es einfach glauben."

Jenny stöhnte. „Oh Dende, ich werde wie ein Wal aussehen! Ich werde fett sein!"

„Und zum ersten Mal bin ich froh, dass ich der Koch in diesem Haushalt bin", lachte Trunks. „Ich will noch nicht mal wissen, welche verrückten Gelüste du kriegen wirst."

„Klappe", grummelte Jenny, aber ein Grinsen zog an ihren Lippen.


Am 29. Juli erblickten Faith und Michael das Licht der Welt.