Kapitel 8. Erkenntnis

„Herein!" Ertönte die weibliche Stimme von drinnen und Remus öffnete die Tür. Da Remus Harry die Sicht versperrte, konnte dieser nicht sehen, wer sich im Raum vor ihnen befand und nahm somit nur das eisige Schweigen war, das den Raum einhüllte. Er fragte sich was dort wohl vor sich ging und hätte Remus am liebsten zur Seite geschoben, hielt es dann aber für klüger seine Position beizubehalten.

Nach etlichen Minuten, wie es schien, ergriff dann einer der Männer das Wort und Harry erkannte, dass es jener war, der auch so schlecht über Werwölfe gesprochen hatte. „Was willst du denn hier? Hast du uns etwa belauscht?" Die Stimme war gereizt und angriffslustig, so dass Harry hoffte, Remus würde ruhig bleiben wie meistens in solchen Situationen. Er wurde nicht enttäuscht, viel mehr noch, denn Remus Stimme war nur noch eisig als er sprach. „Ihr wart ja kaum zu überhören und wenn ich mich recht entsinne, habe ich meinen Besuch angekündigt. Ich bin auch nur hier um euch jemanden vorzustellen."

„So, so das ist ja hochinteressant." Die Stimme triefte nur so vor Spott und Hohn und brachte Harry vor Wut zum kochen. „Nette Ausrede aber ich lasse nicht zu das du Eve und Henry an Den-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf verrätst." Ohne zögern und völlig überraschend rief die Person: „Stupor!" Remus, der völlig überrumpelt war, wurde von dem Fluch hart getroffen und fiel rücklings zu Boden. Noch bevor dieser jedoch den Boden berührt hatte, sprach Harry ebenfalls einen Stupor-Fluch, auf den vor ihn erschienenen Zauberer und fing dann Remus ab. Vorsichtig legte er ihn zu Boden, flüsterte ein kurzes: „Enervate." Besorgt beugte er sich über Remus, die zwei Personen die außerdem in dem Raum gewesen waren und nun aufsprangen ignorierend. Dass ebenfalls Harrys Gegner nun mit einem Enervate zurückgeholt wurde, interessierte ihn dabei wenig. Leise murmelte er immer wieder Remus Namen bis dieser die Augen aufschlug und sich mühsam in eine sitzende Position rappelte. Der Werwolf war noch etwas desorientiert und sah sich verwirrt in alle Richtungen um.

Harrys Gegner hingegen schien es nicht so doll erwischt zu haben, da er sofort nach seinem erwachen aufsprang und brüllte: „Das wirst du bereuen elende Bestie." Er hatte jedoch nicht mit Harry gerechnet, denn diesem riss in jenem Moment der Geduldsfaden und er schrie zurück: „Wenn sie ihm noch einmal zu Nahe kommen, können sie was erleben. Dann lernen sie was es heißt, in der Hölle auf Erden zu leben. Das schwöre ich ihnen." Smaragdgrün traff auf dunkelbraun und beide Augenpaare blitzten um die Wette, bis sich verstehen in dem Gesicht des anderen wieder spiegelte. Geschockt riss der Mann die Augen auf, starrte Harry an und stotterte: „Du….d-du…du bist…" „Harry James Potter. Angenehm." Unterbrach ihn Harry sarkastisch und funkelte ihn weiterhin mit einem bösen Blick an. Nun betrachtete er auch zum ersten Mal seinen Gegenüber und die anderen zwei Personen im Raum genauer. Bei Remus Angreifer handelte es sich dabei um einen Mann von ca. fünfunddreißig Jahren mit dunkelbraunen Haaren und gleichfarbigen Augen. Er war ziemlich groß und durchtrainiert und durch das vorherige Gespräch ging Harry davon aus, dass er ein Auror sein musste, was auch den starken Stupor-Fluch erklären würde.
Die anderen beiden waren mit Sicherheit schon in ihren Sechzigern, hatten pechschwarze Haare und der Mann braune Augen. Die Frau hatte blaue Augen und ihre Haare gingen ihr gewellt bis zu den Schultern. Da Harry annahm, dass diese beiden seine Großeltern waren, war das Alter geraten, sie sahen nämlich wesentlich jünger aus, eher wie Mitte oder Ende vierzig. Zum weiteren mustern der drei hatte er aber weder Lust noch Zeit. Vielleicht war Remus schwerer verletzt, als es den Anschein hatte und aus diesem Grunde wollte er ihn auch so schnell wie möglich zum Grimmauld Place bringen.

„Da es hier ja auch keiner für nötig hält sich vorzustellen oder gar zu entschuldigen, können wir ja genauso gut gehen." Meinte Harry angriffslustig, drehte sich um und legte sich Remus Arm über seine Schulter.

„Hey, jetzt warte doch mal." Rief ihm Remus Angreifer hinterher, doch Harry dachte gar nicht daran jetzt noch stehen zu bleiben. Seine Großeltern waren noch immer verstummt und sagten kein Wort, also machte Harry sich mit Remus zusammen, der noch immer geschwächt war, auf zum Kamin. Kurz bevor er jedoch die Tür, die ihm zu seinem Ziel führte erreicht hatte, wurde diese mit einem Zauber versiegelt und Harry an der Schulter herum gerissen, so dass Remus stöhnend zu Boden glitt. „Lassen sie mich sofort los." Fuhr Harry seinen Gegenüber an der sofort das Wort ergriff.

„Jetzt beruhige dich doch erstmal." Er lockerte den Griff um Harrys Oberarm den er gepackt hatte, ließ ihn aber keinesfalls los. „Beruhigen? Ich soll mich beruhigen? Sie haben Remus gerade aus heiterem Himmel angegriffen und ihn für etwas verurteilt wofür er nichts kann. Er hat sich sein Schicksal nicht ausgesucht oder erleidet freiwillig jeden Vollmond diese Qualen. Sie kennen ihn gar nicht und lassen trotzdem ihren Hass und ihre Vorurteile Werwölfen gegenüber an ihm aus, das ist das aller letzte. Vor allem da er das ganze hier nur veranstaltet hat, weil es mein Wunsch war meine Großeltern zu sehen und er mir diesen unbedingt erfüllen wollte." Harry atmete tief durch, funkelte den Auror aber immer noch wütend an, der zu einer Salzsäule erstarrt zu sein schien. Harrys Predigt musste ihn wohl tief getroffen haben, dieser sah jedoch genau darin seine Chance, warf seinen Großeltern noch einen letzten traurigen Blick zu ehe er dann endgültig in dem Zimmer mit dem Kamin verschwand.

Geschwind nahm er eine handvoll Flohpulver, warf es in den Kamin und murmelte dabei den Namen von Sirius Haus. Zusammen mit Remus trat er in den Kamin und sofort begann sich die Welt um ihn herum zu drehen.
Plumpsend landeten beide in der Küche des Grimmauld Places und Harry sah sich erst einmal um bevor er sich aufrichtete. Niemand war zu sehen und alles hier schien noch genauso zu sein wie bei seinem letzten Besuch. Dennoch schmerzte es ihn diese vertraute Umgebung zu sehen. Weil etwas fehlte. Besser gesagt weil jemand fehlte. Zum ersten Mal seit längerer Zeit wurde Harry bewusst, das er noch lange nicht über Sirius Verlust hinweg gekommen war und das es noch ein langer, wenn nicht unmöglicher Weg war dies überhaupt zu schaffen. Schnell wischte er sich die Tränen weg, die ihm in die Augen getreten waren und drehte sich zu Remus um. Erst jetzt fiel ihm ein, dass sich das Hauptquartier ja überhaupt nicht mehr in diesem Haus befand.

„Remus? Bist du in Ordnung? Wie geht es dir? Wo ist das neue Hauptquartier? Du brauchst Hilfe!" Harry war sehr besorgt als er auf die blasse Gestalt sah, die sich nun langsam aufrichtete. Remus schien kurz vor Vollmond sehr angreifbar zu sein.

„Nein, nein ist schon in Ordnung. Du könntest das neue Hauptquartier noch gar nicht betreten und außerdem will ich das auch nicht. Dumbledore ist mit Sicherheit dort und dann würde er von unserem Ausflug erfahren und du würdest wohl nie die Chance bekommen mit deinen Großeltern zu reden." Traurig richtete Harry seinen Blick gen Boden.

„Ich glaube das will ich auch gar nicht mehr. Sie standen einfach nur da und haben zugesehen. Sie haben dir nicht geholfen Remus." Geschockt und erstaunt sah Remus Harry an. „Sie waren einfach nur verwirrt und überrascht dich da zusehen Harry, das ist alles." Der Werwolf versuchte Harry zu beruhigen, doch dieser brauste noch mehr auf.

„Na und? Das gibt ihnen noch lange nicht das recht einfach nur da zu stehen und nichts zu tun. Wer weiß was passiert wäre wenn ich nicht da gewesen wäre? Vielleicht haben sie den Worten des anderen Typen ja glauben geschenkt. Ich hatte Angst um dich Remus…. Und die beiden… sie haben dir einfach nicht geholfen." Eine unendliche Enttäuschung und Traurigkeit spiegelte sich in Harrys Augen wieder. Er wusste selbst nicht warum er so reagierte oder warum er jetzt so sensibel war, aber alles erschien ihm so unwirklich und verwirrend. Es gelang ihm einfach nicht die Situation zu verstehen oder seine Großeltern einzuschätzen.

Sanft lächelte Remus und nahm Harry erst einmal in seine Arme ehe er sprach: „Eines kannst du mir glauben. Deine Großeltern sind sehr tolerante und freundliche Menschen, auch als ich mit ihnen redete verhielten sie sich mir gegenüber immer sehr nett, obwohl sie wussten was ich war. Quäl dich deswegen nicht und vor allem mach dir keine Sorgen. Schon gar nicht um mich, ich werde dich nicht alleine lassen, das verspreche ich dir." Harry erwiderte die Umarmung und bedankte sich leise murmelnd bei dem anderen, der es dank seines guten Gehöres wahrnahm und leicht lächelte.

Das Chaos das in Harrys Seele geherrscht hatte, schien sich zu lichteten und er hatte das Gefühl das es ihm nun wesentlich besser ging. Auch wenn er nicht wusste was ihn dazu bewegt hatte, so übertrieben zu reagieren, so war er Remus doch dafür dankbar das dieser einfach da war.

Als wenn dieser seine Gedanken lesen konnte, antwortete er genau auf das, was Harry nicht verstand.

„Du machst dir zu viele Gedanken Harry. Noch vor kurzem warst du bei den Dursleys, deinen angeblich einzigen Verwandten. Dann findest du neue Freunde und ein neues Zuhause. Danach triffst du deine Großeltern. Innerhalb eines kurzen Zeitraumes, hat sich dein Leben um hundertachtzig Grad gedreht und es gibt eine ganze Menge die du noch nicht verstehst. Es ist also kein Wunder das du verwirrt bist und dir alles unreal erscheint, aber es ist wichtig, dass du dir dann einmal die Zeit nimmst und dich einfach nur entspannst. Denn dann gibst du dir auch selbst die Zeit das ganze zu verstehen und du bist nicht mehr so rastlos, wie z.B. eben." Erst jetzt ließ Remus den Jungen vor sich los und ging zum Kamin.

„Es wird aber auch langsam Zeit das wir gehen. Du kannst von hier aus direkt in den Laden von Ms McRyan flohen und ich werde ins neue Hauptquartier gehen." Auch Harry ging zum Kamin und lächelte Remus dankend an, was dieser mit einem Nicken und Lächeln erwiderte. „Aber sag mal Remus, was passiert jetzt eigentlich mit dem Haus?" Fragend sah er den älteren an, ehe er sich noch einmal in dem Raum umsah.

„Um ehrlich zu sein ist das eine sehr gute Frage. Der Blutschutz um das Haus scheint noch immer aktiv zu sein, aber wir wissen nicht ob das nur vorübergehend ist. Genauso gut kann es aber ein Zeichen dafür sein das Padfoot noch lebt oder aber das er dir das ganze hier vermacht hat. Wirklich sicher sind wir da nicht und Dumbledore hat sich dazu noch nicht geäußert. Ein weiteres Problem ist auch, das Sirius noch immer als Mörder dargestellt wird und es ist schwer dem Ministerium von seinem Ableben zu berichten ohne damit selbst in Schwierigkeiten zu geraten." Gegen Ende hin war Remus immer leiser geworden und schien auf einen Punkt irgendwo vor sich zu schauen, ehe er sich aufraffte und wieder lächelte.

„Aber nun komm die anderen machen sich sicher Sorgen. Wir sollten losgehen." Harry bestätigte dies mit einem Nicken, seine Gedanken waren jedoch noch immer bei dem eben gesagten.

-

Harry stolperte aus dem Kamin und wäre beinahe hingefallen, konnte sich aber noch rechtzeitig fangen. Er hatte den Grimmauld Place als erster verlassen, da Remus so sicher gehen wollte ob er auch wirklich angekommen war.

Harry konnte noch kurz seinen Kopf in den Flammen sehen, ehe Remus verschwand um sich auf den Weg in das neue Hauptquartier zu machen. Erst jetzt sah Harry sich um und stellte fest, dass er in der im Wohnzimmer der McRyans angekommen war, das im Mai und Joey noch am Morgen bei einer Rundführung durch das Haus gezeigt hatten.

Schnellen Schrittes ging er auf die Tür des Raumes zu und betrat durch diese den Flur. Schon von hier aus konnte er die Stummen, die von unten aus dem Erdgeschoß drangen vernehmen und er beschloss diesen zu folgen. Langsam stieg er die Treppe hinunter, blieb einen Moment auf dem angekommenen Flur stehen um zu lauschen und ging dann zielstrebig auf die Küche zu. Kurz klopfte er an ehe er die Küche betrat und ihm ein herrlicher Duft von gebratenem in die Nase stieg. Mai und Joey saßen am Tisch, lachend über ein paar Fotos gebeugt und Sophie stand am Herd und kochte. Sie alle sahen auf als Harry die Küche betrat, begrüßten ihn und Sophie wischte sich kurz die Hände in iherer Schürze ab, ging einen Schritt auf Harry zu und meinte lächelnd: „Setz dich Harry, du kommst gerade richtig. Das essen ist gleich fertig es gibt Steak, Kartoffeln und Pfefferrahmsoße, ich hoffe du kannst damit leben." Harry bestätigte dies mit einem Nicken, das Sophie lächelnd erwiderte und sich an Mai wandte. „Sei so gut und deck den Tisch, mein Schatz." „Geht klar Omi." Sagte diese daraufhin und begann sofort zu den Schränken zu wuseln um das Geschirr zu holen. Joey hingegen richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf Harry und sprach: „Wir haben uns gerade ein paar Fotos von unserer Schulzeit angesehen möchtest du sie dir nachdem essen mal ansehen? Einige Fotos davon sind ziemlich witzig, wobei ich zugeben muss das ich daran nicht ganz unschuldig war." Grinste er und deutete auf die Fotos, die noch immer verstreut auf dem Tisch lagen. „Klar, ich würde sie mir wirklich gerne ansehen." Antworte Harry darauf grinsend und half Joey beim einsammeln und weg räumen der Bilder. Er hatte schon einen Verdacht was Joey mit seiner Aussage eben wohl meinen könnte und stellte eine weitere Parallele zu dem anderen Jungen fest. Er selbst hatte schon öfter einmal das Verlangen gehabt einen kleinen Streich zu spielen, doch die äußeren Umstände und vor allem die Zeit in der sie lebten hatten es nie wirklich zugelassen.

Harry lernte außerdem eine weitere Seite an Mai kennen, die sehr gerne zu essen und auch zu kochen schien, was man ihrer Figur aber keinesfalls ansah. Besonders gerne aß sie Pudding, Bretzel und ein typisch deutsches Gericht das sich Sauerkraut nannte, Harry aber kein Begriff war. Seine Tante hatte englisches Essen bevorzugt und aus diesem Grunde kannte er dieses Gericht auch nicht. Joey hingegen berichtete das er sehr gerne Fastfood und Schokolade aß, von Paprika aber überhaupt nichts hielt.

Nachdem die Fotos weggeräumt und der Tisch gedeckt war, setzten sie sich alle daran und Sophie füllte ihnen das Essen auf die Teller, ehe sie sich selbst auch dazu setzte. Eine Weile saßen sie alle am Tisch und die drei Jugendlichen unterhielten sich angeregt über Quidditch und Hogwarts ehe Mai ihre Neugier nicht mehr zügeln konnte und das Thema anschnitt von dem sie nicht wusste ob Harry darüber reden wollte.

„Sag mal Harry….. Du sahst nicht glücklich aus als du hier wieder angekommen bist. Lief das Treffen mit deinen Großeltern schlecht? Oder willst du nicht darüber reden." Nervös stellte Mai ihr essen ein und rutschte auf ihrem Stuhl ein wenig hin und her. Sie und Joey kannten Harry erst wenige Tage und es fiel den beiden noch schwer ihren neuen Freund einzuschätzen. Vor allem wussten sie überhaupt nicht ob dieser ihnen schon überhaupt vertraute oder sie überhaupt als Freunde ansah und akzeptierte. Wie Mai stellten aber auch Joey und Sophie ihr essen ein und sahen Harry nun neugierig an. Dieser gab sich seufzend geschlagen und legte sein Besteck nieder.

Er hatte gehofft, dass die drei ihn heute nicht auf das Geschehne ansprachen, war ihnen aber auch nicht böse deswegen. Er konnte ihre Neugier verstehen und zudem war er zumindest Sophie einen Bericht des Treffens mit seinen Großeltern schuldig. Diese war immerhin diejenige gewesen, die ihm überhaupt die Wahrheit über seine Familie nahe gebracht hatte und auch die anderen beiden, die ihn so tatkräftig dabei unterstützt hatten seine Verwandten zu sehen, sollten von Harrys Begegnung mit ihnen erfahren.

Den heutigen Tag über hatte er sich des Öfteren selbst als leichtgläubig und naiv beschimpft, da er diese drei Personen überhaupt nicht lange kannte und trotzdem schon begonnen hatte ihnen zu vertrauen.

Er spielte eine wichtige Rolle in diesem ganzen Spiel und er wusste wie es um seine Position stand. Er war der „Auserwählte", auch wenn er sich dies nie ausgesucht hatte, konnte er trotzdem nicht davor davon laufen. Die Prophezeiung war nun zu einem Teil seines Lebens geworden und er musste lernen damit um zu gehen. Auch als „Junge-der-lebt" war ihm durchaus bewusst das Verrat hinter jeder Ecke lauern konnte, doch durch die Erkenntnis der Prophezeiung verlieh es seinem ganzen Dasein noch mehr Gewicht. Es war nun viel wichtiger, das Harry auf sein Leben Acht gab als vorher, da er ja anscheinend der einzige zu sein schien der in der Lage war Voldemort zu stürzen und damit die Welt von diesem zu befreien. Des Weiteren gab Peter zu dem ganzen hinzu. Seine Eltern hatten diesem Bedingungslos vertraut und ihn zu ihrem Geheimniswahrer gemacht, doch sie wurden von genau diesem verraten. Egal was Harry auch tat, diese Tatsache hatte ihn geprägt, da ihn diese Vorstellung, von seinen Freunden verraten zu werden nie ganz aus dem Sinn ging.

Trotz all dieser Zweifel die seine Seele befallen zu drohten, entschied er sich dafür Sophie, Mai und Joey zu vertrauen, wie er auch seinen anderen Freunden vertraute. Er hatte endlich begriffen, dass er alleine niemals gegen Voldemort gewinnen konnte. In all dem was er je gemacht hatte, standen seine Freunde immer hinter ihm und gaben ihm die Kraft weiter zu machen. Sie brachten ihm zum lachen, zum weinen, zum leben und zeigten ihm was es hieß für einander da zu sein. Auch wenn er jemals eine schlechte Erfahrung machen sollte, so wollte er diese ganzen Begebenheiten niemals missen. Denn all die Menschen die er kennen und lieben gelernt hatte, die er unter allen Umständen beschützen wollte, haben ihm zu dem gemacht was er nun ist. Auch Mai, Joey und Sophie sollten ein Teil dieser Menschen werden, weil er an sie glaubte und vor allem an sich selbst. Er hatte im Gefühl das er sich richtig entschied und vertraute diesem Urteil.

Aus diesem Grunde entschloss er sich auch, in diesem Moment, an diesem Tisch den ersten Schritt zu tun und den dreien seine ganze Geschichte zu berichten. Angefangen von seiner Kindheit bis zu dem heutigen Tag. Einige Ereignisse wie z.B. die Prophezeiung ließ er jedoch zu ihrem Schutze weg und da er glaubte das es dafür wirklich noch zu früh war.

Nach mehreren Stunden beendete Harry schließlich seine Erzählung und wartete darauf, dass die anderen etwas erwiderten, doch diese blieben erst einmal stumm. Sie hatten ihm die ganze Zeit über gespannt gelauscht und mussten seine Geschichte nun erst einmal in ihr Bewusstsein durchsickern lassen.

Nach etlichen Minuten sah Harry die drei schließlich Erwartungsvoll an und erschrak. Das was sich in den Gesichtern spiegelte hätte er nie in seinem Leben erwartet, denn ihn den Augen der drei spiegelten sich zwar Trauer und Mitleid, aber vor allem Dankbarkeit was er im ersten Moment nicht nachvoll ziehen konnte, bis Mai anfing zu sprechen. Sie hatte Tränen in den Augen lächelte ihn aber ehrlich an und das was sie sagte berührte Harry zutiefst und bestätigte ihm das es das Wert war sich diesen Menschen zu öffnen.

„Danke, Harry! Obwohl wir uns erst so kurze Zeit kennen, hast du uns deine Geschichte erzählt, weil du glaubst, dass du uns vertrauen kannst. Du wirst es nicht bereuen, das verspreche ich dir, auch im Namen von meiner Oma und Joey." Langsam schritt sie auf den völlig überrumpelten Harry zu und umarmte ihn fest, Sophie sah sich das ganze nur lächelnd an und Joey meinte peinlich berührt durch Mais Rede:

„Die Rede hättest du dir doch auch sparen können, das ist doch wohl klar…. Immerhin sind wir Freunde, nicht!" Bei seinem letzten Satz wandte er sich zwinkernd an Harry und erhob sich dann. „Unser essen ist ja nun kalt und es ist spät genug, am besten wir gehen jetzt schlafen die Fotos kann ich dir auch morgen zeig…"

Joey kam nie dazu seinen Satz zu beenden denn mit einem Mal sprang die angelehnte Küchentür auf und ein kleiner schwarzer geölter Blitz, sprang auf den Tisch. Dort angekommen rannte er ohne Rücksicht alles um was ihm in den Weg kam und wenig später sah man ein zweites braunes etwas vorbeirasen. Nachdem das schwarze etwas unter dem Küchenschrank und das braune etwas auf dem Schrank gelandet waren, sah Harry sich verwirrt um und sein Blick blieb an Joey hängen. Zusammen mit Sophie und Mai musste er lauthals über den verdattert dreinblickenden Jungen lachen, der wenig später nachdem er begriff was geschehen war ebenfalls in dieses lachen mit einstimmte.

Das schwarze etwas war wohl auf die Salatgabel gesprungen und dieser hatte sich nun über Joey ergossen gehabt. Mit einem kurzen Ratzeputz von Sophie war das Thema aber schnell vom Tisch und sie alle konnten sich den beiden Verursachern zu wenden.

Joey kniete sich dazu auf den Boden und streckte seine Hand zu dem versteckten etwas unter dem Küchenschrank aus. Nach einiger Zeit kroch schließlich ein pechschwarzer Kater, mit Bernsteinfarbenen Augen unter diesem hervor. Joey nahm diesen auf den Arm und wandte sich erneut an Harry.

„Darf ich vorstellen mein kleiner Streuner Cifer. Er ist gerne unterwegs deswegen hast du ihn auch gestern noch nicht gesehen. Und das da…" Er deute nach oben auf den Küchenschrank, an dem eine braune Fledermaus, mit einer roten Schleife und Brief hing. „Das ist Ristol, die Fledermaus von Mais bester Freundin Serene. Die fährt total auf Fledermäuse, Vampire und so einen Kram ab. Cifer und Ristol verstehen sich nicht deswegen passiert so was wie das hier auch öfter." „Das stimmt, die beiden benehmen sich immer wie Katz und Maus, nur das Ristol immer Cifer jagt." Bestätigte Mai und streckte ihren Arm aus zu dem Ristol auch sofort flog und sich kopfüber baumeln ließ. „Auch wenn Joey eben unterbrochen wurde, so hat er doch Recht, wir sollten nun wirklich schlafen gehen." Mai gähnte ehe sie fortfuhr und sich dabei an ihre Großmutter wandte. „Brauchst du noch Hilfe, Omi?" Diese schüttelte jedoch nur den Kopf, wünschte allen drein eine gute Nacht. Diese erwiderten dies und machten sich sofort auf, in Richtung ihrer Zimmer. Im ersten Stock angekommen verabschiedeten sich die beiden Jungs von Mai und betraten ihr Zimmer. Sie machten sich bettfertig und legten sich hin, redeten jedoch noch eine ganze Weile ehe sie endlich einschliefen.

Harry dachte dabei noch an die Szene in der Küche und musste glücklich lächeln. Es hatte gut getan mit den drein zu sprechen, denn das erste Mal hatte er sich als er über Joeys Gesicht lachen musste, wirklich befreit und glücklich gefühlt. So als wäre eine Tonnenschwere Last mit einmal einfach abgefallen und hätte ihn frei gegeben.

So schlief Harry ein, nicht wissend was ihn in dieser Nacht noch erwarten würde.

Anmerkung:

Juchu, Kapitel acht ist da und die anderen Kapitel habe ich noch ein wenig angepasst und neu hochgeladen freu Ich hoffe euch gefällt die Story so weit, obwohl ich das Gefühl habe das dieses Kapitel etwas verwirrend war (Täusche ich mich?).

Mir hat es auf jedenfall viel Spaß gemacht das ganze zu schreiben, ich hoffe ihr verfolgt das ganze weiter und ich komme schnell dazu das nächste Kapitel hoch zuladen.

Eure Schnuffel knuddel