Kapitel 11.

Nachdem Gespräch mit Joey hatte sich Harry wie die anderen auf sein Zimmer verzogen und lag auf seinem Bett. Er dachte nach, schüttelte aber schlußendlich den Kopf und sah zum Fenster hinüber als er ein leises Pochen vernahm. Hedwig saß auf seinem Fenstersims und klopfte immer wieder mit ihrem Schnabel gegen das kalte Glas und wartete darauf von ihrem Besitzer eingelassen zu werden.

Dieser richtete sich schnell auf und kam der Bitte seiner Schneeeule nach. Sie schuhute fröhlich und ließ sich auf Harrys Schulter nieder, ehe sie an seinem Ohr knabberte und sich zufireden von ihm den gefiederten Bauch kraulen ließ. „Du kommst gerade rechtzeitig. Ich will ein paar Briefe schreiben die du für mich ausliefern kannst. Es sind aber ein paar mehr, du wirst also öfter fliegen müssen.", sprach der schwarzhaarige lächelnd und gab ihr einen Eulenkeks, bevor er sich an seinem Schreibtisch niederließ, Feder, Tinte und Pergament herauskramte und zu schreiben begann. Wie er Joey bereits angekündigt hatte, wollte er seine Freunde fragen ob sie nicht auch zum Grimmauld Place kommen wollten, vor allem weil er klären wollte, was mit der DA geschehen sollte. Also schrieb er an Ginny, Ron, Neville, Luna und Hermine, erklärte allen grob die Situation und seinen Vorschlag und steckte sie in die vorgesehenen Briefumschläge. Diese legte er beschriftet auf seinen Tisch zeigte Hedwig welcher Brief für wen war und verließ sein Zimmer. Während Joey und Mai sich noch häuslich einrichteten wollte er sich auf dem Dachboden und im Keller umsehen.

Zuerst entschloss er sich den Boden unter die Lupe zu nehmen, öffnete die Luke auf dem Flur, die mit einem knachrtschenden Geräusch aufsprang und kletterte die morschen Treppen nach oben. Dunkelheit erwartete ihn und so musste er erst einmal einen Lumos-Zauber sprechen, ehe er überhaupt etwas um sich herum erkennen konnte. Was er sah überraschte ihn, denn anstatt einem voll gerümpelten Raum, wie er ihn von den Dursleys kannte, stand er in einem alten verstaubten Arbeitszimmer.

Auch hier schien der Orden gewesen zu sein, da nichts Harry zumindest nichts schwarzmagisches oder abstößiges sah, war aber gleichzeitig überrascht das man bei dieser Gelegenheit nicht auch die cm dicke staubschicht von den Scheiben gewischt hatte, die das Zimmer verdunkelten und übernahm dies mit einem kurzen: „Ratzeputz." Nach dem das Sonnenlicht den Raum durchflutete erschien alles heller und freundlicher und Harry konnte nun neben einem Schreibtisch und mehreren Schränken, eine alte merkwürdig aussehende Tafel, Bücherregale, Pergamente und sogar ein paar alte Schwerter an der Wand erkennen. Den Boden zierte ein dunkler grüner Teppich der gespickt war mit hunderter silberner kleiner Schlangen. Auch sonst war alles in typischen Slytherin Farben gehalten wie der grüne Bezug des alten Stuhles, vor dem Schreibtisch. Einem Slytherin Emblem an der Wand und einer alten grünen Sofaecke in der linken Ecke. Das dunkle Grün, das ebenso dunkle Holz und die grau gestrichende Wand, waren edel, verliehen dem Raum aber auch gleichzeitig eine Gewiße Kälte, so dass Harry trotz Sonnenlicht zu frösteln begann und sich dazu entschloß die Dokumente und Bücher erst später zu sichten. Schnellen Schrittes trat er auf die Luke zu und wollte gerade die Treppen hinab steigen als etwas rotes auf dem Schreibtisch zu leuchten begann und Harry blendetet. Verwirrt trat dieser auf den Schreibtisch zu und untersuchte diesen, konnte aber überhaupt nichts entdecken, so dass er schulterzuckend zurück zur Treppe ging und nach unten verschwand. Das Sonnenlicht hatte ihm wohl einen Streich gespielt und mit diesem letzten Gedanken schloß er die Luke zum Dachboden wieder.

Gerade als er sich auf den Weg nach unten machen wollte, streckte Joey seinen Kopf aus seinem Zimmer und sah Harry lächelnd an: „Ich bin fertig und was machst du so?", fragte er verschmitzt und grinste er er vollends auf dem Flur hinaus trat und die Tür hinter sich Schloß.

Auch Harry musste lächeln, ehe er seinem Freund antwortete. „Ich wollte mir gerade den Keller des Hauses ansehen, möchtest du mit kommen?", fragte er höflich und musste lachen als er das Funkeln und die Neugier in den Augen des anderen wahrnahm. „Na klar! Bin dabei.", sagte er glücklich und beide betraten gemeinsam die Treppen nach unten. Sie unterhielten sich gerade über Quidditch und ihre Lieblingsmannschaften, als sie im Keller ankamen und ein kratzendes Geräusch aus einer der ersten Türen neben sich vernahmen. „Was war das?", fragte Joey angespannt und auch Harry sah mißtrauisch auf die Tür aus der das Knarren erneut zu hören war. Er schüttelte den Kopf. „Keine Ahnung, aber das Wissen wir gleich.", sprach er mutig und zog seinen Zauberstab. Joey tat es ihm gleich und hielt nun ebenfalls einen dunkelbraunen, langen Zauberstab in seiner Hand. Harry deutete ihm an hinter ihm zu stehen und Joey kam der Geste nickend nach, während der schwarzhaarige nach der Türklinge der dunkelbraunen, schweren Eichentür griff. Langsam zog er den Griff nach unten und vernahm das Kratzen erneut, ehe er die Tür mit Schwung aufzog. Beide Zauberer machten erhoben kampfbereit ihre Stäbe, sahen jedoch nur in eine tiefe, dunkle Schwärze hinein, so dass Harry einmal tief durchatmete, schluckte und schließlich erneut einen Lumos-Zauber sprach. Schnell erhellte sich der Raum in einen hellen silbrigen Ton und verwundert sahen beide Jungen sich in dem Raum vor ihnen um. Der Raum schien nur dem brauen von Tränken zu dienen, denn er hatte Ähnlichkeiten mit den Räumen Snapes an die sich Harry nur sehr widerwillig erinnerte. An den Wänden links und rechts gab es riesige Regale mit allerlei Zutaten und Büchern die man zum Tränke brauen benötigte. Auch an der Wand neben ihnen stand ein solches Regal neben der Tür und in der Mitte gab es mehrere Tische, Kochstellen, Notizzettel und andere Pergamente verteilt. Daneben waren mehrere Kochstellen errichtet auf denen einige verschiedene Kessel standen. Dahinter befand sich noch eine Tür aus dem selben braunen Holz wie die Tür durch die sie bereits gekommen waren. Auch dieser Raum war wie das Dachgeschoß zuvor, das Harry bereits besichtigt hatte, grau gestrichene Wände.

„Das sieht hier zwar genauso aus wie man sich das bei dunklen Zauberern vorstellen würde... Aber trotzdem... Immer diese kalten Farben... Hier müßte man Mai mal ranlassen... Und überhaupt, woher kam dieses Geräusch?!", sagte Joey missmtig und sah sich suchend im Raum um. „Ich sehe hier nichts was dafür verantwortlich gewesen sein könnte." „Ich auch nicht.", antwortete Harry ebenfalls und tat es Joey gleich. Auch er sah sich suchend um, konnte aber nichts erkennen. „Wir sollten Mai trotzdem mal diesen Raum zeigen, vielleicht kann sie uns sagen wozu das alles hier gut ist.", sagte der schwarzhaarige nachdenklich und spielte gerade mit der Überlegung den Raum wieder zu verlassen, als das kratzende Geräusch erneut zu hören war, diesmal aber wesentlich lauter und näher dran.

„Es kommt von dem Raum hinter der anderen Tür!", sagte Joey alamiert und zog erneut seinen Zauberstab als auf das Kratzen ein lautes Krachen und Scheppern folgte. „Du hast recht.", antwortete Harry genauso alamiert und beide traten vorsichtig auf die Tür zu. Erneut krachte es laut, was dafür sorgte, das beide Jungs vor Schreck zusammen fuhren, dennoch weiter auf die Tür zu schritten. Wieder griff Harry nach dem Griff und Joey blieb hinter ihm, als der Schwarzhaarige ihn ruckartig nach unten drückte und die Tür aufzog. Dahinter erwartete sie ein heilloses Chaos. Der Raum war klein und lichtdurchflutet. Überall lagen die Pergamente waren überall verstreut, Tränke umgekippt und ausgelaufen und einige Bücher rundeten das Bild ab. „Was ist denn hier pass...", wollte Joey seinen Satz gerade beginnen als das kratzen erneut ertönte. Beide sahen in die Richtung und erkannten nun auch den Schreibtisch, den Stuhl und das riesige Regal in dem engen Raum. Direkt am Regal stand eine kleine häßliche Kreatur, die Harry sofort erkannte und kratzte mit seinen Krallen am Holz entlängs und sah feindselig nach oben, zum letzten Regalbrett in dem etwas hin und wieder glimmerte. „Kreacher!!", sagte Harry wütend und wäre dem kleinen Wesen am liebsten an die Gurgel gegangen konnte sich aber noch beherrschen. „Ein Hauself also...", murmelte Joey neben ihm und verzog die Miene. Er hatte schon öfter solche Wesen gesehen aber noch nie einem, der so häßlich und wiederwertig war, das ihm schlecht wurde. „Mei...Meister Harry... Blutsverräter.", sprach das kleine Wesen und flüsterte die letzten Worte so leise es ging, Harry hatte sie trotzdem gehört, war aber verwirrt auf Grund der ersten Worte. „Meister?", fragte er verwirrt und sah Kreacher an. Erst in dem Moment wo er den Hauselfen wieder gesehen hatte, war ihm eingefallen das es diesen ja auch noch im Hause gab. „Was soll das heißen 'Meister'?" Kreacher rieb sich seine dreckigen Hände bevor er antwortete. „Weil der letzte nichtsnutzige Nachfahre der ehrenwerten Familie Black einem wie Euch das Haus vermacht hat... Dreckiges Schlammblut.", sagte der Elf schließlich und Harry ignorierte den letzten Satz des Hauselfens. „Verstehe...", sagte Harry nachdenklich und wandte sich an Joey zu dem er leise flüsterte: „Was mache ich jetzt mit ihm? Ich hab dir ja erzählt was er getan, er kann auf keinen Fall hier bleiben. Aber wo soll ich ihn sonst hin schicken?", fragte er den braunhaarigen hilflols. Auch diese sah zuerst ein wenig ratlos aus bevor er einen Einfall zu haben schien und antwortete: „Wie wäre es mit Hogwarts. Die Schule ist der sicherste Ort überhaupt und wenn du ihm genau befielst das er mit niemandem außer den Lehrern und dir reden darf kann er nichts verraten!" Harry nickte begeistert, anb diese Möglichkeit hatte er noch gar nicht gedacht. Entschloß sich aber es ein wenig anders zu formulieren. „Kreacher. Du tust alles was ich sage? Und führst die Befehle bis zum Ende aus?", fragte Harry ernst und der Elf nickte nur missmutig. „Gut.", sagte Harry, ehe er fort fuhr. „Du gehst nach Hogwarts, um dort in der Küche zu arbeiten. Du wirst Dumbledore nur sagen das ich dich zum arbeiten hin schicke und redest mit niemandem außer mit mir. Mit wirklich niemandem. Keinem Menschen, Geist oder sonstigem Wesen, außer dem Hauselfen Dobby. Verstanden?" Geschockt sah Kreacher Harry zuerst an, änderte dies aber schnell und gab haßerfüllt ein: „Verstanden.", von sich. Harry nickte und fragte zum Abschluß: „Bevor du gehst... Was ist hier passiert?" Wieder sah Harry Kreacher fragend an und ignorierte den irritierten Blick Joeys, der jedoch geduldig wartete. „Nur eine Maus gejagt.", spie Kreacher die Worte entgegen und wollte gehen, ehe Harry sich ihm in den Weg stellte. „Die Wahrheit. Lüge mich niemals an, verstanden?" Kreacher nickte nur, er wollte darauf nicht antworten und sagte: „Nur ein ekliges Wesen des Lichts gejagt. Dreckiges kleines Wesen. Hat nichts im Hause verloren.", sprach er haßerfüllter als zuvor und deutete nach oben auf das glimmen im Regal.

Erneut nickte Harry. „Dann geh jetzt und melde dich bei Dumbledore in Hogwarts, du wirst jetzt sofort dahin gehen und die Schloßmauern nicht verlassen." Wieder warf Kreacher Harry einen haßerfüllten Blick zu, ehe er aus dem Raum verschwand und die Tür hinter sich zu schlug. Erst jetzt war Joey in der Lage Harry die Frage zu stellen die ihm schon lange auf der Zunge brannte. „Warum darf er mit gar keinem mehr sprechen?", fragte er verwirrt und Harry antwortete lächelnd. „Weil wir nie wissen können wer sich hinter der Fassade verirgt. Ich bin sehr vorsichtig geworden und es ist nun einmal so das es auch in Hogwarts Menschen gibt die potenzielle Todesser sind. Wenn diese sehen das Kreacher sich zB. Nur mit Lehrern unterhält oder redet kann es sein, das sie den Vielsaft Trank benutzen und ihn so darüber ausquetschen wo ich mich befinde. Wir können da nicht vorsichtig genug sein, denn ich weiß nicht wie gut das Haus im Moment geschützt ist und ich will nichts riskieren."
Joey nickte nur erstaunt. „Ich bin beeindruckt. Daran habe ich gar nicht gedacht.", sagte er lächelnd. „Aber so einen häßlichen Elf habe ich ja noch nie gesehen." Harry musste auf Grund dieser Aussage laut lachen und nicken. „Ja, aber glaub mir die sind alle nicht besonders hübsch... Zumindest nach unseren Vorstellungen.", er musste grinsen und auch Joey stimmte mit ein. „Da bin ich froh kein Elf zu sein.", antwortete er lachend und deutete nach oben. „Sehen wir uns an was das ist?", fragte er und man konnte die Neugier deutlich aus seinen Worten heraus hören. „Natürlich.", sagte Harry und grinste wieder, bevor er nach oben sah. Auch er war neugierig um was es sich bei dem Glimmen handeln konnte. Geduldig sah er sich in dem Raum um und entschied sich schließlich dazu, den Stuhl zu nehmen um nachzusehen was das Licht zu bedeuten hatte. Er wollte, was auch immer es war, nicht mit einem Zauber verschrecken sondern so nachsehen, was es auf sich haben könnte. Also kramte er mit Joeys Hilfe erst den Stuhl von allem möglichen Gerümpel frei, ehe sie dasselbe mit der Stelle taten an der, der Stuhl stehen sollte. Fertig mit ihrer Arbeit rückten sie ihn den alten braunen Holzestuhl an die vorgesehene Stelle und Harry stellte sich vorsichtig auf das mit grünen Stoff bezogene Polster. Eine Staubwolke erhob sich aus jenem und beide Jungen mussten husten und warten bis sich ihre gereitzten Hälse beruhigt hatten. Harry stellte sich vorsichtig auf Zehenspitzen und sah gespannt über das Regalbrett, mit beiden Händen hielt er sich vorsichtig an dem darunter liegendem fest. Das helle Glimmen blendete ihn zunächst, so dass er gezwungen war die Augen zu schließen und Tränen in seinen Augen standen. Als er jedoch erneut hinsah, verschlug es ihm den Atem. Was er sah war einfach atemberaubend.