So, hier is nu nach längerem Warten mein zweites Kapitel. Vielen Dank für die drei Reviews und ich hoffe, dass auch hier wieder einge Leser den Weg zum "Submit Review"-Knöpfchen finden, weil es ist echt die einzige Möglichkeit für einen Autor ist, sich zu verbessern... Also liebe Schwarzleser (und die Statistiken zeigen, dass es euch gibt): Rafft euch auf und hinterlasst wenigstens ein "gut" oder "wengier gut" (auch anonyme Reviews sind zugelassen) - vielen Dank!

Vielen Dank auch an meine liebe Beta Puma Padfood (Kommafuchs) :knuddel:, ich liebe unsere abendlichen Schreibstunden :)

So und nu die Leuts, die mir ihr Kommi hinterlassen ham :freu:

Mondschatten: Ja, das Ende ist schon bissl gemein, aber will ja, dass ihr weiterlest :hihi: und wer weiß ob das Pairing am Ende Ron/Hermione sein wird :geheimnisvoll lächel: Dankeschön, hoffentlich krieg ich auch bald wieder was zu betan :gierig guck:knuff:

Puma Padfood: Naja, du bist wohl besser als jeder andere im Bild darüber, wie meine Story so verläuft :gg: und danke für das Lob, dass Hermiones Gefühlswelt gut zur Geltung kommt. :Kompliment zurückgeb: du hast verstanden was ich mit diesem Chap sagen wollte :nochma knuddel:

LunaNigra: Du bist ja ganz anspruchslos :lach: also Blaise wird auf jeden Fall ne wichtige Rolle spielen, aber verständlicherweise werd ich hier das Ende noch nich verraten :) Danke fürs Review :knuff:

So und nu zum eigentlichen Kapitel :erwartungsvoll in die Runde guck:)

Juni 2007 Charaktere, Schauplätze und Namen by J. K. Rowling

Überraschung, Charme und wieder Schule

by xXIniXx

Chapter Two: Passing Exams

„Hermione!" Mrs. Weasley stürmte aus der Tür und drückte die junge Frau an sich. „Schön, dich wiederzusehen! Es ist so lange her, dass du das letzte Mal hier warst, da warst du noch mit Ron – ach, lass uns darüber nicht reden, komm rein!"

Hermione betrat die Küche der Weasleys und fühlte sich gleich wieder wie zu Hause. Sie liebte den Fuchsbau einfach. Arthur Weasley stand gerade von seinem Stuhl auf und lächelte die beiden an.

„Hallo! Schön, dass du da bist. Ich bin leider grade auf dem Sprung, war nur kurz zum Mittagessen hier und muss jetzt wieder los ins Ministerium. Die Arbeit ruft", zwinkerte Mr. Weasley ihr bereits zu.

Er gab seiner Frau noch schnell einen Abschiedskuss und verschwand mit einem Plopp. Sofort ergriff Mrs. Weasley wieder das Wort.

„Stell doch deine Sachen hier ab. Ich zaubere sie gleich rauf zu Ginny ins Zimmer, dann musst du sie nicht hinauftragen und – "

„Danke, Mrs. Weasley, das ist sehr nett von Ihnen, aber ich zaubere sie schon selber hoch", lächelte Hermione ihr entgegen.

„Ja, du hast Recht", seufzte diese, „Ich vergesse immer, dass ihr ja jetzt alle schon siebzehn seid, Ronny und Harry sogar schon achtzehn. Natürlich, zaubere sie nur selbst hinauf. Ginny ist in ihrem Zimmer und Ron und Harry spielen draußen mit Fred, George, Bill und Charlie Quidditch!"

Hermione machte sich auf den Weg die Treppe hinauf zu Ginnys Zimmer, ihre Koffer wollte sie später nachholen. Es erschien ihr unhöflich, die Koffer vor ihrer eigenen Ankunft ins Zimmer zu zaubern. Sie klopfte und wenige Sekunden später sah sie nur noch Ginnys rote Mähne, da die jüngste Tochter der Weasley ihr freudig um den Hals fiel.

„Ginny!", freute sich die junge Hexe, ihre beste Freundin nach fünf langen Wochen wieder in die Arme schließen zu können.

„Mensch, du hast aber ganz schön auf dich warten lassen! Ich dachte, du kommst schon heute Morgen. Ich habe extra schon gestern Abend mein Zimmer sauber gehext. Aber nicht Mum erzählen, du weißt doch, ich werde erst in ein paar Tagen siebzehn", grinste Ginny sie an.

„Nein, keine Sorge, ich behalt es für mich. Einen Moment, ich hole nur schnell mein Gepäck!"

Mit einem Plopp war sie verschwunden und tauchte mit einem weiteren Plopp und zwei Koffern links und rechts einige Sekunden später wieder auf.

„Ich will auch endlich apparieren können! Das heißt, ich kann es ja schon, nur die Prüfung darf ich erst in zwei Wochen ablegen…", maulte Ginny.

„Ach, so toll ist es auch nicht. Es ist nur einfach praktisch und zwei Wochen ist ja nicht mehr lange hin, das wirst du schon noch zu Fuß schaffen und wenn nicht, nehme ich dich eben einfach mit!", zwinkerte sie der Freundin zu.

Es waren schöne Tage im Fuchsbau, auch wenn es nur wenige waren. Abends saßen oft alle gemeinsam am Tisch und es wurden lange Gespräche geführt. Selbst Bill und Fleur, die mittlerweile schon fast ein Jahr verheiratet waren, waren zu Besuch gekommen und Bill hatte am vorletzten Abend stolz verkündet, dass sie ein Kind erwarteten. Mrs. Weasley war vor Freude weinend auf beide zugestürmt, hatte dabei den halben Tisch mit umgerissen- was Hermione mit einem Schlenker ihres Zauberstabes wieder in Ordnung gebracht hatte- und hatte sie fast erdrückt mit ihrer Umarmung. Auch Mr. Weasley platzte fast vor Stolz und klopfte seinem ältesten Sohn gerührt auf die Schulter.

Nachdem die meisten ins Bett gegangen waren, nahm Mr. Weasley Hermione, Harry und Ron noch einmal beiseite.

„Noch einmal zu der Prüfung übermorgen. Es wird immer so ein Wirbel darum gemacht, aber ihr müsstet das eigentlich mit Leichtigkeit schaffen. Sie werden euch mit Extremsituationen konfrontieren, doch was könnte extremer sein, als gegen Du-weißt-schon-wen – entschuldigt – Voldemort selbst zu kämpfen. Da habt ihr den anderen ein ganzes Stück voraus. Ihr werdet, was aus den letzten Jahren bekannt gegeben wurde, nur das brauche, was ihr in den letzten Jahren an Verteidigungszaubern gelernt habt, ein paar Schockzauber, Lähmzauber und Blockzauber benötigen. Das wichtigste ist Improvisationstalent. Ihr müsst angemessen auf Spontansituationen reagieren können, dann kann euch nichts passieren. Aber ihr wart in der DA, ihr seid im Orden, euch kann gar nichts passieren. Da habt ihr doch monatelang nichts anderes gemacht, als euch auf solche Situationen vorbereitet. Ihr werdet das schon schaffen, davon bin ich überzeugt."

Und damit hatte er sich umgedreht und war zu seiner Frau in die Küche gegangen.

„Woher wusste er das mit der DA?", fragte Harry verdutzt.

„Dumbledore!", vermutete Hermione.

Mr. Weasley hatte Recht. Sie hatten genügend Erfahrung im Kampf gesammelt, um eine solche Prüfung zu bestehen. Sie waren alle mit nach ihrem sechsten Schuljahr in den Orden eingetreten, auch, wenn sie noch nicht alle volljährig und mit der Schule fertig gewesen waren. Der Orden hatte eingesehen, dass sie reif genug dafür waren, um zu kämpfen. Das hatten sie schließlich oft genug bewiesen.

Am Morgen des 1. Septembers waren alle drei verständlicherweise sehr angespannt. Selbst Ron vergaß, sich Hermione gegenüber kühl zu verhalten, was zeigte, dass ihn der Prüfungsdruck nicht im Geringsten kalt ließ, wie er immer versuchte, allen weiszumachen.

„Fertig?", fragte Mr. Weasley, als sie alle angezogen und nervös in der Küche auf und ab liefen.

Sie nickten beklommen.

„Zauberstäbe dabei? Vorladungen eingesteckt?"

„Mist!", war von Ron nur noch zu hören, als er jedoch schon mit einem Plopp verschwunden war. Das Fluchen war nun von weiter oben im Haus zu hören.

„Wo hab ich den Wisch nur hingepackt? Ah –"

Plopp.

„– hier ist er ja!", sagte Ron, nun wieder neben ihnen stehend mit der Vorladung in der Hand.

Harry und Hermione mussten grinsen. Mrs. Weasley fand die Situation jedoch gar nicht lustig und begann, Ron dafür zurechtzustutzen, dass er seine Sachen gefälligst rechtzeitig suchen solle.

„Mum, ich apparier gleich einfach weg!", entgegnete Ron genervt.

„So, nun ist aber mal Schluss hier, wir müssen wirklich los! Und denkt dran: In das große Atrium und nirgendwo anders hin! Zu jeder anderen Stelle darf nur mit Sondergenehmigung appariert werden, vergesst das nicht, bis gleich. Bis nachher, Mollyschatz!"

Nach einem vierfachen Plopp standen Ginny, die allen, doch vor allem Harry noch viel Glück gewünscht hatte, und Mrs. Weasley nun alleine in der Küche.

Im Atrium angekommen gingen sie zum Empfang, um sich zu melden und die Vorladungen zu zeigen, wie ihnen mitgeteilt worden war.

„Ja, das hat alles seine Richtigkeit, gehen Sie bitte im zweiten Stock durch die Flügeltür und dann die dritte Tür auf der linken Seite, dort werden Sie erwartet."

Die Aufregung steigerte sich allmählich ins Unermessliche, als sich Mr. Weasley schließlich verabschiedete und die drei Freunde nun ihren Weg alleine fortsetzten. Nach einiger Zeit hatten sie zu dem angegebenen Büro gefunden und klopften mit pochenden Herzen an die Tür. Sofort schwang diese auf und ein kleiner Zauberer stand ihnen gegenüber.

„Einen wunderschönen guten Morgen, die Dame, die Herren. Sie kommen soeben noch pünktlich. Wir fangen nun mit der Prüfung an!", bei den letzten Worten hatte er seine Stimme magisch verstärkt.

Warum, sahen Hermione, Harry und Ron im nächsten Moment: Das Büro glich vielmehr einem Saal, welcher mit vielen Stühlen ausgestattet war und von dem sehr viele Türen abführten. Die Stühle waren bis auf drei, die sicherlich für sie gedacht waren, bis auf den letzten Platz besetzt. Nach Hermiones Schätzung waren in diesem Raum knapp fünfzig junge Hexen und Zauberer versammelt. Viele von ihnen kannten sie aus Hogwarts und die anderen waren zumeist ältere Geschwister von ihren ehemaligen Klassenkameraden.

„Hey Neville! Schön, dass du auch hier bist!", verdutzt sah sie dem tollpatschig wirkenden jungen Mann ins Gesicht.

Zweifelsohne hatte man ihn nicht aufgrund seiner Noten vorgeladen, sicherlich hatte auch bei ihm der Faktor, dass er gegen Voldemort gekämpft hatte, eine entscheidende Rolle gespielt.

„Ruhe bitte hier vorne, ich werde nun einige Informationen zur Prüfung verkünden. Sie werden hier getestet, ob Sie den Belastungen standhalten können, die dieser Beruf mit sich bringt. Selbstverständlich können wir hier keine realen Kämpfe nachstellen, doch Sie werden sehen, wir haben alles versucht, um Sie ins Schwitzen zu bringen!"

Er machte eine Pause und räusperte sich. Dann fuhr er fort:

„Sie werden einzeln nach Alphabet nach vorne gerufen und durch diese Tür da drüben gehen. Dort werden Sie dann alles Weitere sehen."

Nach Alphabet, also war Hermione die Erste der drei. Sie stöhnte leise auf. Was hätte sie darum gegeben, wenn Harry oder Ron vor ihr durch die Prüfung hätten gehen müssen? Plötzlich war Hermione sich nicht mehr sicher, ob sie es wirklich schaffen konnte. Natürlich, sie hatte Voldemort schon selbst gegenübergestanden, um ihr Leben gefürchtet, und doch hatte sie in der Situation vor den Ferien nicht dieses merkwürdige Gefühl der Leere in sich gespürt. Damals hatten sie alle gar keine Zeit gehabt, großartig nachzudenken, sie hatten einfach handeln müssen und hatten das geschafft, was viele erwachsene und erfahrene Zauberer und Hexen nicht überlebt hatten: gegen Lord Voldemort gekämpft und ihm einen Kampf geliefert, wie er ihn nur von Dumbledore kannte.

Die Nacht im vergangenen Juni schien Jahre entfernt. Es war seitdem eigentlich nichts Weiteres passiert und doch hatte sich so viel verändert…

„Granger, Hermione!", riss die Stimme des kleinen Zauberers sie aus ihren Gedanken.

Sie stand auf, nahm noch die geflüsterten Glückwünsche von Harry und auch das genuschelte „'iel Mlück" von Ron entgegen und schritt zitternd vor Aufregung zur gegenüberliegenden Tür, öffnete sie und spürte, wie sie sich automatisch hinter ihr schloss.

Hermione erschrak. Sie befand sich in einem vollkommen dunklen Raum und konnte nicht sehen, was vor ihr lag. Als sie einen Schritt nach vorne ins Unbekannte gehen wollte, fiel ihr siedend heiß ein, dass dies möglicherweise eine Falle war.

Lumos!"

Sofort brach ein Lichtstrahl aus ihrer Zauberstabspitze hervor und sie sah, dass sie keinen Moment zu früh klare Sicht geschaffen hatte und die Sumpflandschaft um sich herum erkannt hatte: Vor ihr stand zwar vollkommen regungslos, abwartend, aber dennoch bedrohlich wirkend, ein Gnom und starrte sie aus wässrigen Augen an.

Hermiones Reaktion kam blitzschnell. Noch bevor ihr Gegenüber die Möglichkeit bekommen hatte, sie anzugreifen, hatte sie ihn mit einem „Stupor!" aus dem Weg geschafft. Doch sie kam nicht dazu, durchzuatmen und sich genauer umzusehen, denn schon hörte sie von vorne raschelnde Geräusche und im nächsten Augenblick teilte sich das Gras (die vorherige Umgebung war einer Wiese gewichen).

Nox!", flüsterte Hermione, als ob sie nicht wollen würde, dass das Wesen vor ihr es mitbekommen würde, dass sie soeben das Licht ihres Zauberstabes gelöscht hatte.

Mit Erleichterung stellte sie fest, dass es sich bei der Kreatur zu ihren Füßen um einen Hauselfen handelte und sie konnte ein Aufatmen nicht unterdrücken. Bis jetzt war diese Prüfung wirklich noch nicht allzu schwer gewesen.

„Hermione Granger, Hancy, stets zu ihren Diensten!", piepste der Diener.

Verwirrt blickte die junge Frau nach unten. Woher kannte er ihren Namen? Was sollte das? Ein Hauself, was sollte daran ihre Belastungen testen? Sie hatte noch nie gehört oder gelesen, dass Hauselfen von Natur aus aggressiv oder gefährlich waren.

„Hancys Meister ist sehr schlecht zu Hancy. Hancy wird jeden Tag geschlagen! Er würde viel lieber in die Dienste der jungen Miss Granger treten."

Was hatte das zu bedeuten? Doch dann fiel es ihr wie Schuppen von den Augen und mit einem triumphierenden Grinsen fragte sie:

„Was hast du gerade gesagt?"

„Hancy hat gesagt, dass ihn sein Meister sehr schlecht behandelt und jeden Tag schlägt und dass er viel lieber Diener der jungen Miss Granger wäre!", wiederholte der Elf gehorsam.

Nichts passierte.

„Du bist kein Hauself!", stieß Hermione hervor und ließ ihn mit einem Schlenker ihres Zauberstabes explodieren ohne den Fluch laut auszusprechen.

„Das war wirklich nicht schlecht", dachte sie bei sich.

Langsam begann das Ganze, Spaß zu machen. Es waren also nicht nur Belastungsproben, sondern auch solche, wo ihre Fähigkeiten getestet wurden. Das war ja zu vermuten gewesen.

Hermione fühlte sich mit der Zeit immer sicherer, als sie auf einem (nun erschienenen) Waldweg, diesmal im Halbdunkeln, etwas sah, dass ihr das Blut in den Adern gefrieren ließ. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sie sich in vollkommener Sicherheit gewogen: Sie war im Ministerium, hier konnte ihr nichts passieren, es war nur eine Prüfung, nichts Ernstes. Andererseits waren sie an diesem Ort schon einmal auf Todesser gestoßen und Harry war hier sogar schon Voldemort persönlich begegnet. Doch Hermione war starr vor Schreck und eine unglaubliche Angst und Verzweiflung schien von ihr Besitz ergriffen zu haben.

Der Grund dafür war eine im Schatten fast völlig verborgene Gestalt direkt vor ihr mit Augen, die sie vor Entsetzen aufschreien ließen. Sie kannte diese Augen: Knapp drei Meter von ihr entfernt leuchteten im Dunkeln zwei rote Schlitzaugen auf. Dann entdeckte sie auf dem Boden Ron und Harry, beide blutend und sie Hilfe suchend am Anflehen.

„Nein!", keuchte sie und wich zurück.

Das durfte nicht sein. Das konnte nicht sein...

Richtig, das konnte nicht sein.

Riddiculus!", stieß sie verbissen ihren Zauberstab nach vorne, um dieser grausamen Szene ein Ende zu bereiten.

Voldemorts rote Augen waren plötzlich zu zwei Kirschen geworden und fielen haltlos zu Boden, während sein Körper sich, in sieben Stücke gerissen, orientierungslos auf dem Moos wand, bis sich die ganze Situation schließlich auflöste und sie sich wieder in einer anderen Umgebung befand.

Den Schock von der Begegnung wenige Momente zuvor einigermaßen überwunden, sah sich Hermione um. Sie stand in etwa knöchelhohem Gras und vor ihr lag ein See, der dem von Hogwarts so ähnlich war, dass sie für kurze Zeit glaubte, auf dem vertrauten Gelände zu sein und einen freien Nachmittag zu genießen. Einen Moment verlor sie sich in Erinnerungen und nahm die Gesänge, die zu ihren Ohren drangen, nur gedämpft wahr.

Immer weniger nahm sie nun von ihrer Umwelt wahr. Durch die Stimmen, die aus dem Wasser zu kommen schienen, geleitet, ging sie auf das Ufer zu und plötzlich konnte sie die Stimmen verstehen, wusste, was sie von ihr wollten.

Trink nur, trink, es wird dir gut tun!"

Sie war nicht durstig, doch irgendetwas sagte ihr, dass sie trotzdem von dem klaren, leicht bewegten Wasser schöpfen sollte.

„Ich habe keinen Durst!", war da eine andere Stimme in ihrem Kopf, die aus einer weit entfernten Ecke ihres Denkens kam.

Trink!"

Sie war nun am Ufer angekommen und ihre Hände formten, wie von Geisterhand geführt, eine Schale und beugten sich immer tiefer über das Wasser, bis sie die Oberfläche fast berührten.

„Ich will nicht!", wurde die Stimmer ihres Bewusstseins nun deutlich lauter.

Du hast keine Wahl! Trink!"

So schon mal gar nicht. Sie wollte nichts trinken, wie ihr auf einmal überdeutlich bewusst wurde.

Trink! Nun mach schon!"

„Ich – will – nichts – von – diesem – Wasser – trinken!", mit diesen Worten brachte sie ihren Körper wieder unter ihre Kontrolle und zog die Hände zurück. Einen Bruchteil einer Sekunde später schoss ein Wassermensch direkt vor der knienden jungen Hexe.

Ihre Bewegungen nun wieder vollends von ihrem Bewusstsein gesteuert, reagierte sie ohne zu zögern.

Petrificus totalus!" Sofort fiel das Wesen gelähmt wieder zurück ins Wasser, wo er im nächsten Moment versank.

Doch die Gefahrensituation war noch nicht vorüber: Hermione hatte in der spiegelnden Wasseroberfläche eine viel größere Bedrohung erkennen können: ein Dementor, der direkt auf sie zu geschwebt kam.

Er kam immer näher, war nun nur noch wenige Meter über ihr und als Hermione sich umsah, stellte sie mit Entsetzen fest, dass es bei Weitem nicht der einzige war.

Über ihr schwebten mindestens zehn der eiskalten Gefängniswärter von Askaban. Verzweifelt umklammerte sie ihren Zauberstab fester. Sie wusste, wie die einzig wirksame Verteidigung gegenüber diesen Kreaturen funktionierte, doch hatte sie sie noch nie einem echten Dementor gegenüber anwenden müssen.

Hermione merkte, dass ihr nicht mehr viel Zeit zum Überlegen blieb, denn schon spürte sie, wie eine klirrende Kälte sie einhüllte und das Glück aus ihr gesogen wurde. Doch genau das war es, was sie benötigte, um sich zu schützen.

Expecto patronum!" Sie dachte an den Moment, in dem sie ihren Brief aus Hogwarts erhalten hatte.

Ein dünner silberner Schleier verließ die Spitze ihres Zauberstabes, baute sich einen Moment schützend vor ihr auf, begann jedoch zu flackern und erstarb schließlich ganz. Das Ereignis schien wohl schon zu lange her zu sein.

Expecto patronum!", versuchte sie es noch einmal und dieses Mal brach ein großer beschützender Otter aus ihrem Zauberstab hervor. Grimmig kreiste er um Hermione und ließ die Dementoren innerhalb weniger Momente auf einen sicheren Abstand zurückweichen, bis er sich, nach verrichteter Arbeit, in silbernen Nebel auflöste. Sie hatte an ihren ersten Kuss mit Ron gedacht…

Harry würde stolz auf sie sein, wie oft hatten sie diesen Zauber in den DA-Treffen geübt und förmlich darauf gewartet, sich beweisen zu können. Schließlich war bis dahin niemand von ihnen, mit Ausnahme von Harry, einem echten Dementor begegnet.

Ein stolzes Grinsen huschte über Hermiones Gesicht und erleichtert stellte sie fest, dass sie sich erneut in vollkommener Dunkelheit befand und eine, in goldenem Licht strahlende, Tür direkt vor ihr aus dem Nichts erschienen war. Und mit dem Gefühl, vielleicht doch gar nicht so schlecht abgeschnitten zu haben, machte sie einen Schritt nach vorne, woraufhin der Durchgang freigegeben wurde und sie hindurchschritt, nicht wissend, was sie hinter dieser Tür erwartete und doch ahnend, dass ihre Zukunft davon abhing.

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Ja, gemeines Ende mal wieder, aber dafür hoffentlich spannend :lach: also schön reviewen, dann kommt bald das nächste Chap :) Bin gespannt auf eure Reaktion

- Ini