6. Ein Ass im Ärmel

„Und was wirst du jetzt tun, Malfoy?" fragte Hermine langsam

Malfoy blickte sie hasserfüllt an. Er wusste nicht wann er je wütender in seinem Leben war – außer vielleicht bei Potter. Aber selbst das übertraf es bei weitem. Einem Schlammblut ausgeliefert zu sein war so ziemlich das Letzte was Malfoy je erfahren wollte. Und nun steckte er mitten drin und er wusste sich nicht zu helfen.

„Jederzeit kann ich die Bombe zum Platzen bringen, wann und wo ich auch immer will"

„Ja genieße deinen Triumph Granger, es wird dein Letzter sein" sagte er und begann zu grinsen

„O das tue ich"

„Einmal kannst auch du im Leben oben stehen. Für dich muss es ein ganz besonderer Moment sein. Du hast mich da wo du mich immer haben wolltest. Ich bin dir ausgeliefert und kann nichts dagegen tun, genieße es, ein Schlammblut aus der untersten Schicht hat heute seinen großen Tag. Einmal kannst du daran riechen, dich daran ergötzen wie es ist so wie ich zu sein, einmal aber weißt du was..." sagte er langsam

Hermines Augen blitzen auf.

„Was?"

„Ich werde dich nicht gewinnen lassen. Damit werde ich dich nicht durch kommen lassen" sagte er und grinste breit

Hermine schaute ihn wütend an. Malfoy war gerade dabei ihren großen Moment zu nehmen. Er drehte sich um und wendete sich der Klasse zu.

„Ich habe euch was zu sagen..." sagte er gelassen

„NEIN!"

Hermine warf sich von hinten auf ihn. Malfoy fiel zu Boden und keuchte. Er drehte sich um und sah Hermines Zauberstab auf sich gerichtet.

„Wage es nicht du mieser kleiner Drecksack!" sagte sie und ihre Stimme nahm ein ungewöhnlich harten Ton an

Malfoy lächelte.

„Das gefällt dir nicht. Wo du doch so einen tollen Plan hattest um mich vor ganz Hogwarts bloßzustellen und nun hat sich das Blatt gewendet, Granger"

„Du wirst es nicht sagen. Dein Ruf, dein Ego, deine Familie einfach alles steht auf den Spiel. Das wirst du nicht wagen, Malfoy. Niemals!" schrie sie ihn an

Malfoys stürmisches Grau blickte sie entschlossen an.

„Bevor es durch dich erfahren wird, sage ich es lieber selbst. Diesen Moment werde ich dir nicht gönnen, Granger"

„Das werden wir ja sehen!"

Sie hob den Zauberstab und war gerade dabei einen Fluch auszusprechen.

„Hermine tu das nicht!" schrie Ron aber sie achtete nicht darauf

„Accico Zauberstab!"

Ihr Zauberstaub entglitt ihren Fingern und fand sich in einer bandagierten Hand wieder. Hermine blickte auf und wurde bleich. Malfoy musste ein lautes Lachen unterdrücken.

„Das wars dann wohl" zischte er ihr zu

Snape schritt zum Pult und blieb mit wehenden Unhang und ausdruckloser Miene vor Hermine und Malfoy stehen.
Barsch zog er Hermine an ihrem Arm hoch und lies ihn sofort wieder los.

„Granger verlassen sie sofort meinen Unterricht und melden sie sich bei Dumbeldore"

Diesmal war Hermine den Tränen wirklich nahe. Nur mühsam bewegte sie einen Fuß vor dem anderen und verlies den Kerker, Snapes bohrenden Blick im Rücken. Harry und Ron standen an ihren Plätzen und konnten nicht glauben was sich vor ihren Augen abgespielt hatte.

„Sie wird von der Schule fliegen" flüsterte Ron

Harry schwieg, die Hände wutentbrannt zu Fäusten geballt.


Das Hermine Malfoy angreifen wollte verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Viele waren der Meinung das sie dabei war ihn umzubringen, andere glaubten einen lebenslangen Fluch wollte sie aussprechen und manche dachten sie wollte verhindern das er zugibt das sie heimlich ein Paar waren. Letzteres war für Ron absolut lächerlich.

„Als würde Hermine auf diesen, diesen... Vollidioten stehen" gab Ron aufgebracht von sich und raufte sein Haar

Harry beachtete das nicht und starrte ins Feuer.

„Mich würde interessieren was Hermine über Malfoy weiß" sagte er nachdenklich

Ron blickte auf.

„Ja sie scheint etwas rausgefunden zu haben was ihn selbst dazu bringt es eingestehen zu wollen" stimmte er zu

„Wie hat sie das nur rausgefunden?" fragte sich Harry und Ron zuckte mit den Schultern

„Ist mir ein Rätsel"

Das Portraitloch schwang auf und eine sehr gefasste Hermine stieg durch das Loch.
Sofort sprangen Harry und Ron auf und liefen zu ihr.

„Und was ist?" fragte Ron sofort

Hermine blickte ihn und lief zu ihrem gewohnten Platz am Kamin und lies sich nieder.

„Hermine was wird jetzt passieren?" fragte Harry und die beiden Jungs setzten sich zu ihr

Hermine starrte ins Feuer.

„Ich bin suspendiert" sagte sie tonlos

Ron und Harry schluckten.

„Snape war unbedingt für den Rauswurf aber Professor McGonagall hat ihre Hand für mich ins Feuer gelegt, geredet und gebettelt. Professor Dumbeldore wollte mich auch nicht raus werfen aber er konnte mich nicht einfach so davon kommen lassen, das hätte Snape nicht zu gelassen also einigten sie sich darauf" erzählte sie monoton und blickte immer noch ins Feuer.

Harry setzte sich auf die Lehne und nahm ihrer Hand. Sie lächelte ihm dankbar zu.

„Hey immerhin kannst du wieder kommen" sagte Ron leise

Hermine blickte ihn verständnislos an.

„Du hast keine Ahnung was das bedeutet. Eine Suspension wird in meinem Zeugnis stehen – für immer! Wie soll ich den da jemals einen guten Job finden"

„Na und! Du wirst deine Gründe gehabt haben und mit deinen Noten haust du das eh wieder raus"

„Du spinnst doch. Es geht hier nicht um meine Noten. Du kannst dir nicht vorstellen wie enttäuscht Professor McGonagall und Professor Dumbeldore waren. Du hast nicht ihre Blicke gesehen. Du musst nicht mit dieser Schuld rumlaufen. Weißt du was sie gesagt haben: Miss Granger nie hätte ich gedacht das sie zu so was in der Lage wären, einen Schüler anzugreifen. Und dann diese Blicke das ist schlimmer als alles andere" schrie sie und Tränen liefen über ihre Wangen.

Ron stand auf und blickte sie an.

„Wenn sie auch nur annähernd wussten was du für Beleidigungen und Demütigungen anhören musstest. All die verdammten Jahre lang. Immer und immer wieder hätten sie das gleiche getan. So was hält man auch nicht ewig stand"

„Hört auf" mischte Harry sich ein

Hermine schüttelte den Kopf und schluchzte.

„Dabei wollt ich ihn gar nicht mit einem Fluch belegen oder umbringen. So ein Quatsch!"

Harry hob ihren Kopf.

„Und was dann?"

„Ich wollte ihn nur zum Schweigen bringen"

Ron zog eine Augenbraue kraus.

„Nicht so! Ich könnte niemals einen Menschen umbringen selbst Malfoy nicht. Er sollte nur die Klappe halten"

„Hast du das Dumbeldore gesagt?" fragte Harry

Hermine schüttelte den Kopf.

„Wie denn Snape hat mich gar nicht richtig zu Wort kommen lassen. Er stellte mich hin wie die größte Verbriecherin. Hätte mich nicht gewundert wenn er verlangt hätte mich nach Askaban zu schicken"

„Rede noch mal mit Dumbeldore, wenn jemand Verständnis bis zum geht nicht mehr hat dann er" meinte Ron

Wieder schüttelte sie den Kopf.

„Zu spät"

„Wieso?" fragte Harry

„Meine Eltern sind auf den Weg hierher in zwei Stunden bin ich weg"

Fortsetzung folgt