A/N: Ich weiß dieses Kapitel ist ziemlich kurz aber dafür wird das nächste dreimal so lang, versprochen!
12. Verrat?
Ein leichter Wind wehte durchs offene Fenster. Mit einem gleichmäßigen Atem schlief er. Seine Augen wanderten nach draußen und er lehnte sich gegen die Mauer. Er konnte sich nicht ganz erinnern wann er sich jemals so gefühlt hatte. Noch nie. So vollkommen zufrieden und glücklich.
Ein lautes Aufatmen lies ihn nach hinten blicken. Er grinste. Mit leisen Schritten schlich er zurück. Stahl sich zurück in die wohlige Wärme und wartete ab. Behutsam strich er über das goldbraune Haare uns sah in das Gesicht, das so friedlich schlief.
Die Augen begannen zu blinzen und wenig später öffneten sich, wenn auch langsam und träge. Ein sattes dunkelblau schaute ihn fragend an. Wieder musste er lächeln. Er musste in seiner Nähe immer lächeln...
„Harry" flüsterte er mit leiser noch erschöpfter Stimme
„Na auch mal wach" begrüßte ihn der Angesprochene
Flüchtig wanderten seine Lippen über das Gesicht bis er ihm einen Kuss auf die Wange drückte. Diesmal lächelte er.
„Wie lang hab ich geschlafen?" fragte er gleichzeitig
„Nicht lange. 1 oder 2 Stunden" antwortete Harry mit einem Blick auf die Uhr
Cedric drehte sich auf den Rücken und streckte sich.
„Und du?" fragte er nach einem herzhaften Gähnen
„Ich konnte nicht" antwortete Harry und beobachtete Cedric
Wie sehr er diesen Moment genoss. Wie sehr er sich solche Momente geschwünscht hatte. Momente der Zweisamkeit, in dem man seiner Verliebtheit freien Lauf lassen konnte. Zwar hätte er nie gedacht das er sie mit einem Jungen erleben würde und dennoch war er dankbar. Dankbar einen Menschen gefunden zu haben, den er liebte und der ihn liebte.
Harry streckte die Hand aus und strich über Cedrics Brustkorb. Ganz langsam um sich dieses Gefühl genau einzuprägen. Dieser drehte den Kopf zu ihn und grinste.
Sah zu wie der Blick seines Freundes sich verlor und einen Ausdruck von Harmonie wiederspiegelte. Er schien glücklich zu sein.
„Cedric...?"
Cedric brummte und begann mit seiner Hand durch Harrys Haar zu streifen. Harry blickte auf.
Lange schwieg er und schaute ihn einfach nur an, bis er lächelte.
„Ich liebe dich" sagte er mit heißer Stimme und sofort verstummte Cedrics Bewegung
Erstaunt blickte er Harry an, der umso unsicherer zurück blickte je länger Cedric schwieg.
Seine Worte überrumpelte ihn, erfreute ihn kein Zweifel aber sie kamen so unvermittelt das er glaubte sich verhört zu haben.
Umso verblüffender war es für ihn das gerade er diese Worte zu erst aussprach. Wo Harry bis jetzt immer der Schüchternere von den beiden war. Er hatte fest damit gerechnet sie erst zu hören, wenn er es ihm sagte. Plötzlich musste er lächeln. Was Harry sichtlich entspannte.
Er beugte sich über ihn und küsste ihn lange. Dann blickte er ihn das tiefe Grün und lächelte wieder.
„Ich liebe dich auch, Harry" und Harry stieß seinen Atem erleichtert aus
Mit seinem Geständnis hatte Cedric seine Angst und Verkrampfung genommen, wo er doch befürchtete das er übereilig mit seinem Geständnis war. Auch glaubte seine Gefühle wären einseitig doch glücklicherweise irrte er sich und zog Cedric an sich ran. Nur um sich diese Worte noch mal von seinen Lippen bestätigen zu lassen.
Es gab keinen Zweifel. Cho und Ron saßen am See. Sie hatte ihre Hände auf seinen Schultern ruhen und sah Ron tief in die Augen. Sie verstand nicht was sie sagte dafür war sie zu weit weg und sie war sich auch nicht sicher ob sie es hören wollte. Viel zu Groß war der Schmerz der sie durchzuckte als sie allein das Bild sah. Und sie wusste wie schmerzhaft Worte sein konnten.
Mit flauen Magen wand sie sich von dem Bild ab als ein lautes Lachen sie wieder zwang hinzusehen.
Cho lachte und Ron sah darüber nicht glücklich aus. Sie sah ihn versöhnlich an und Ron nickte. Wieder redete sie und Hermine hätte nie gedacht wie rasend es sie machen könnte, wenn ein anderes Mädchen Ron anfasste.
Nur Cho war kein anderes Mädchen. Seit den letzten Wochen waren sie zu Freundinnen zusammen gewachsen und Hermine hatte sie sehr geschätzt. Glücklich darüber endlich mal ein Mädchen als Freund zu haben und mit ihr über all die Dinge reden konnte mit den sie mit den Jungs nicht in der Lage war.
Ihr war es schon immer schwer gefallen sich mit ihres Gleichen anzufreunden. Entweder waren sie eifersüchtig auf die guten Noten, bezeichneten sie als Streberin oder hielten sie für ein Mauerblümchen. Jungs waren da wesentlich offener und nicht so kompliziert. Doch Cho hatte Hermine bewundert und immer wieder gefragt ob sie nicht was zusammen machen wollen. Sie fand das toll und nach der Zeit verstanden sie sich immer besser, was auch Cedric und Harry freute.
Und
nun das? Dabei wusste Cho doch besser bescheid als sie je gewagt
hatte zu erzählen. Warum macht sie das? War Cho etwa in Ron
verliebt? Das wäre ihr doch aufgefallen. Sie ist doch ein
Mädchen, sie hätte es gemerkt, wenn Cho versucht hätte
sich Ron zu nähern.
Auch wenn sie bezweifelte das Ron das je
gemerkt hätte. Doch wie sie jetzt bei ihm war, mit ihm sprach,
wie sie ihn anschaute und berührte das konnte selbst Ron nicht
missverstehen und es sah ganz danach aus als würde es ihm
gefallen.
Mit einer Mischung aus Wut und Trauer drehte sie sich weg. Sie konnte nicht verhindern das ihr Blick schwammig wurde und Tränen ihren Weg auf ihre brennende Wangen fanden.
Noch einmal drehte sie sich um als die beiden wieder lauter wurden. Wie konnten sie es wagen? Ihre Traurigkeit wich und lodernde Wut machte sich in ihr breit.
Mit schnellen Schritten lief sie auf den See zu. Ohne genau zu überlegen wie sie den beiden Gegenüber treten sollte stellte sie sich hin und schrie den beiden entgegen.
„Was um Merlins Willen macht ihr da?"
Sofort erschraken die beiden und fühlten sich sichtlich ertappt. Schnell lösten sie sich von einander und sprangen auf. Hermine ging näher zu ihnen und wartete ab.
„Hermine" sprach Cho immer noch überrascht und tauschte mit Ron einen Blick
Sie tauschten Blicke! Das war immer Rons und ihre Art gewesen! Dieser kratzte sich peinlichberührt am Kopf und suchte nach Worte.
„Also... versteh das nicht falsch..." begann er fieberhaft
Cho nickte jetzt schon mal dazu.
Wütend funkelte Hermine die beiden an.
„Wieso fasst du ihn?" fragte sie an Cho gewandt, die zusammen zuckte
„Nein, das war nicht so gemeint wie es vielleicht rüber kam" sagte sie hastig
„Ach ja? Für mich sah das ziemlich eindeutig aus" rief sie
„Hermine bitte reg dich ab" versuchte Ron sie zu beruhigen was genau ins Gegenteil umschlag
„Verdammt Cho. Ich hab dir vertraut, wie konntest du mir das antun?" fragte sie und klang Vorwurfsvoll
Sie konnte nicht verhindern das sie wieder Tränen verlor. Verschwommen sah sie zu Cho und schüttelte den Kopf. Die erste richtige Freundin und dann so was!
„Ist auch egal" sagte sie leise und schluchzte
„Hermine..."
„Lasst mich in Ruhe! Alle beide!" unterbrach sie Cho barsch und rannte zurück ins Schloss
Wäre sie doch nur gleich dort hin, dann hätte sie sich das ersparen können! Wütend über sich selbst rannte sie weiter und ignorierte die Rufe.
Blind vor Wut und Tränen lief sie jemanden direkt in die Arme.
„Was willst du nun schon wieder?" hörte sie fragen
Sie wischte ihre Tränen weg und blickte auf. Und erstarrte. Malfoy sah sie an und als er sie länger ansah, kräuselte sich seine Stirn.
„Tut mir Leid" sagte sie schnell und wollte gehen
Ein Arm der sie festhielt unterband ihr das. Sie drehte sich um und blickte geradewegs Malfoy an.
Ohne weiter drüber nach zu denken hatte er einfach nach ihren Arm gegriffen. Er wusste selbst nicht genau wieso.
„Was ist los?" fragte er und wunderte sich selbst wie die Worte mit einer Selbstverständlichkeit über seine Lippen kamen
Genauso verwirrt und schockiert wie er selbst schaute ihn auch das Schlammblut an.
Fortsetzung folgt
