19. Eifersucht
Das gefiel ihm nicht. Er hatte ja viel Verständnis gerade für seine Freunde aber das gefiel ihm einfach nicht. Er wusste er brauchte sich keine Gedanken zu machen aber trotzdem mochte er es nicht, das er sie immer so sah. Er mochte es nicht das er es ihnen ansah das er ungelegen kam, das sie lieber allein sein möchten auch wenn sie das Gegenteil sagten. Ihre Augen verrieten etwas anderes und das stechen in seiner Brust wurde immer tiefer. Das Gefühl das er versuchte zu verdrängen immer stärker und die Sorge immer größer. Es gefiel ihm wirklich nicht und er brauchte endlich Klarheit.
Wieder entdeckte er sie. Inzwischen versuchten sie nicht mal heimlich sich irgendwo, wie sie meinten zu unterhalten. Mit gerunzelter Stirn beobachtete er sie gerade als er auf dem Weg zu Eulerei war. Entdeckte sie unter einem Baum stehen und wieder zog sich ein unangenehmer Stich durch seine Brust. Lies ihn doch zweifeln. Lies ihn schwach werden und fragen ob es doch möglich war.
Er lief zurück. Rannte die vielen Treppen runter über die Wiese bis er bald bei ihnen war. Sie sahen ihn leicht ertappt an. Es machte ihn noch wütender. Gleichzeitig wollte er weinen. Sein Kopf sagte ihm schon lange das was sein Herz nicht akzeptieren wollte aber so langsam bröckelt die Hoffnung.
„Ihr sagt mir jetzt endlich was das Ganze soll! Seit Tagen sehe ich euch schon zusammen und immer wenn ich bei euch bin verhaltet ihr euch so verräterisch" rief er wütend und ein wenig nach Luft schnappend
„Harry bitte, es ist nicht so wie du denkst" begann Hermine verletzt
Dachte er wirklich sie würde sich das wagen?
Cedric ging auf seinen Freund zu wollte seine Hand auf die Schulter legen doch Harry wich zurück. Sah ihn wütend an.
„Ich hab dir gesagt ich darf nicht drüber sprechen. Bitte versteh doch" begann er ein wenig irritiert von seiner Geste
„Nein! Was ich versteh ist das ihr nach meinen Geschmack viel zu oft alleine seit. Immer am reden aber langsam glaub ich das nicht mehr. Ich möchte es ja nicht denken aber ihr gebt mir mehr als einen Grund dafür so zu denken" sagte er laut
Cedric sah zu Hermine, die verzweifelt zurück sah.
„Ich hab dir gesagt du sollst mit ihm reden. Ich wollte so was vermeiden also klär es endlich" forderte er Hermine auf
„Ich kann nicht. Er würde es nicht verstehen" wimmerte sie ängstlich
Harry verschlug es die Sprache. Was sollte er nicht verstehen? Wie konnte Hermine so was vor ihm sagen? Sie waren doch Freunde!
„Hermine! Mach es oder ich sag es" kam es wieder von Cedric diesmal ärgerlich
Hermine starrte zu Boden. Kämpfte mit den Tränen und schluckte schwer.
„Na schön aber Harry bitte hass mich nicht" flehte sie leise und Harry riss erschrocken die Augen auf
Wird er am Ende etwa doch noch recht behalten?
„Ich finde es einfach merkwürdig wie sie in letzter Zeit ist. Vielleicht irr ich mich ja aber irgendwas ist da" sagte Cho noch einmal und Rons sah sie mit hängenden Schultern an
„Wenn was ist wird sie schon zu uns kommen" meinte er
Cho zog ihre Augenbrauen zusammen.
„Wäre möglich das sie doch stört. Das sie es verletzt wenn sie uns zusammen sieht" überlegte sie
„Cho zerbrich dir nicht den Kopf darüber. So ist Hermine nicht. Sie hätte bestimmt was gesagt" wurde Ron ein wenig ungeduldig und küsste sie
„Woher willst du das wissen? Du weißt doch gar nicht wie das ist, wenn die Gefühle nicht erwidert werden" sagte sie trotzig und schob Ron ein wenig von sich weg
Er sah sie mit hochgezogener Augenbrauer an.
„Ich weiß sehr wohl wie das ist. Aber so lange Hermine von sich aus nichts sagt, können wir auch nichts tun und sicher bist du auch nicht. Vielleicht hat das alles gar nichts mit uns zu tun" sprach Ron
Cho sah ihn fragend an.
„Mag sein aber ich werde schon noch rauskriegen was mit ihr los ist"
Nochmals stieß sie die Luft ruckartig aus und sah gespannt zu Harry. Der schüttelte mehrer male mit den Kopf als wolle er die Tatsache wie eine lästige Fliege fortjagen. Dann sah er auf und Hermine hielt die Luft an. Es hatte gedauert bis er begriff was Hermine ihm alles erzählt hatte.
„Du hast also mit Malfoy g-ge... lassen wir das. Zwischen euch läuft also was?" fragte Harry überrascht und schockiert zugleich
„Nicht mehr. Wie gesagt nach dem... ähm Unfall möchte ich mal sagen, nicht mehr" wiederholte Hermine mit hochrotem Kopf
„Hermine wenn du als Freund hast ist deine Sache, freut mich sogar aber Malfoy? Gerade er. Er hat dir, uns so viel angetan. Er hat Cedric verprügelt, uns immer wieder beleidigt und du wolltest ihn fertig machen. Wie konnte es dazu kommen?" sprach Harry ungläubig
Hermine zuckte mit den Schultern.
„Ich weiß auch nicht. Ich wollte Ron eifersüchtig machen. Mit dem Kuss fing das alles an. Wir haben uns gegenseitig provoziert und dann kam es dazu. Ich wollte das doch nicht" versuchte sie zu erklären
„Tja und vor paar Tagen hatte er sich dafür gerächt, deswegen war sie bei mir. Weil sie nicht wusste zu wem sie gehen sollte, Harry" schloss Cedric ab
„Und warum bist nicht zu mir gekommen?" fragte Harry trotzig
„Ich glaube kaum das du mir wirklich geholfen hättest. Immerhin geht es um ihn außerdem war es mir zu unangenehm" erklärte sie
Harry zuckte bloß mit den Schultern.
„Harry tut mir wirklich Leid, wegen Cedric. Ich wusste nicht das es dich so stören würde. Ich weiß wir haben uns auffällig benommen aber ich hab Cedric darum gebeten nichts zu sagen, niemanden. Verstehst du?"
„Ja schon. Trotzdem solltest du wissen das du zu mir kommen kannst, wenn du Probleme hast auch wenn es um Malfoy geht"
„Ich weiß, tut mir Leid" flüsterte Hermine
Harry sah auf. Hermine hatte wieder mal den Kopf gesenkt und sah zu Boden. Wieder kämpfte sie mit ihren Tränen. Hilfesuchend sah Harry zu Cedric, der zu Hermine nickte.
Harry trat zu ihr und legte eine Hand auf Hermines Schulter.
„Hermine..."
Schluchzend umarmte sie Harry, der überrascht wankte. Sie schniefte laut und redete vor sich hin, was die beiden Jungs kaum verstanden.
„Ist schon okay, Hermine" versuchte Harry sie zu trösten und tätschelte ihren Kopf
„H-Harry..." kam es geschluchzt
Zaghaft befreite sich Harry aus ihrer Umarmung und sah sie an.
„Hör auf zu weinen, das brauchst du nicht. Wir haben das geklärt" sagte er ernst und wischte ihr die Tränen weg
Hermine nickte langsam und kramte ein Taschentuch aus ihrer Hosentasche. Kräftig schnäuzte ihre Nase und sah wieder zu den Jungs.
„Danke euch beiden" flüsterte sie
Harry und Cedric grinsten.
Beim Abendessen war Hermine wieder einigermaßen gut drauf. Sie hatte sich von Malfoys Denkzettel fast erholt. Größtenteils ignorierte sie die gaffenden Blicke der älteren Slytherins, bis auch sie an ihr das Interesse verloren.
Sie wusste zwar das Bemerkungen nie ganz ausbleiben werden aber damit kam sie schon die letzten vier Jahre aus. Sie war nur froh das Harry nicht mehr sauer auf sie und Cedric war. Amüsiert beobachte sie wie die beiden Jungs sich verleibte Blicke über die Tische hinweg zuwarfen und schüttelte den Kopf. Sie hätte nicht gedacht das sie Harry mal in so einem Zustand erleben würde.
„Hey Hermine alles klar?" fragte Ron sie
Sie grinste und nickte. Sah ihn an und spürte das es ihr nichts mehr ausmachte mit Ron normal reden zu können. Ohne sich selbst zu bemitleiden, das er nun mit Cho zusammen ist statt mit ihr. Vielleicht sollte es einfach nicht sein und seine Freundschaft wollte sie nie wirklich missen.
„Ja und bei dir?"
Ron zuckte mit den Schultern und kaute an seiner Kartoffel.
„Na ja ich weiß noch nicht genau was ich Cho kaufen soll" brachte er mit vollem Mund hervor
Hermine sah ihn anklagend an.
„Erst mal sprich nicht mit vollem Mund und zweitens kann ich dir ja helfen, wenn du willst" sagte sie streng
„Hast du schon was?" fragte er neugierig
„Vergiss es Ron. Sie ist deine Freundin, du suchst ihr selbst was aus" warnte Hermine ihn gleich
„Ja ja aber was?"
„Sie ist ein Mädchen so schwer ist das nicht und oh man Ron, du hast da Soße" sagte Hermine und kicherte
„Wo?" fragte er gleich und griff sich ins Gesicht
„Links... weiter oben. Himmelswillen doch nicht im Auge, Ron. An der Wange"
Hermine verdrehte die Augen und nahm eine Serviette in die Hand.
„Komm her"
Sie zog Ron zu sich und wischte mit der Serviette den Klecks Soße von seiner Wange. Grinsend sah er sie an.
„Was würde ich nur ohne dich machen" scherzte er und Hermine seufzte
„Ja das frag ich mich manchmal auch"
Ron begann zu lachen und Hermine schüttelte bloß den Kopf. Während er sich wieder seinem Essen widmete legte Hermine die Serviette beiseite und sah auf.
Ein ungutes Gefühl beschlich sie. Etwas verunsichert sah sie rüber zu Cho. Die mitten im Essen still wurde, die Gabel halb zum Mund geführt hatte, sah sie Hermine ausdruckslos an. Sofort wurde es Hermine unbehaglich. Wieso schaute Cho sie so an? Sie zwang sich zu einem netten Lächeln und Cho sah weg, aß weiter. Etwas betrübt sah Hermine auf ihren Teller hinab, nicht wissend das sie noch von einer weiteren Person beobachtet wurde.
Fortsetzung folgt
